Wandern mit Kindern in Schliersee: Die besten Tipps von Schuhexpertin Claudia Koller

Ob weicher Waldlehrpfad oder ein herausfordernder Klettersteig: Das Wichtigste beim Wandern mit Kindern ist der Spaß, sagt Claudia Koller: „Der sollte immer im Vordergrund stehen“, findet die Chefin des Schuhhauses Riepl in Schliersee, selbst Mama von zwei Jungs. „Am besten, eine überschaubare Strecke gehen, nebenbei Bäume bestimmen, mit Tannenzapfen und Ästen spielen und eine leckere Brotzeit mitnehmen – dann finden die Kinder automatisch Gefallen am Wandern.“ Was beim Ausflug mit dem Nachwuchs rundum Schliersee und Spitzingsee noch wichtig ist, und welches Schuhwerk sich für die Kleinsten eignet – Claudia Koller hat uns ihre zehn wichtigsten Tipps verraten. 

 

1) Weiche Kinderfüße schützen

„Kinderfüße sind viel elastischer als Erwachsenenfüße. Die Bänder sind noch nicht entwickelt, das Knochengewebe ist ganz weich. Kurzum: Gerade auf anspruchsvollen Wanderungen brauchen Kinder eine Stütze für ihren Fuß. Ein Schuh mit hohem Schaft beugt Knochenbrüchen oder Bänderdehnungen sinnvoll vor.“

 

2) Anprobieren – einmal, zweimal, dreimal …  

„Kinder sind noch nicht besonders schmerzempfindlich an den Füßen. Während Erwachsene ganz genau sagen können, ob eine Schuh drückt, merkt der Nachwuchs kaum, ob seine Fußbekleidung zu groß oder zu klein ist. Das liegt daran, dass die Nerven noch nicht entsprechend entwickelt sind. Am besten, man testet verschiedene Schuhe aus, beobachtet beim Probelaufen und fühlt auch noch mal selbst nach, wie der Schuh sitzt.“

 

3) Den Zehen Spielraum lassen

„Huch, das kneift! Wenn der dicke Zeh ganz vorne anstößt, ist der Schuh zu klein. Die richtige Größe besitzt der Wanderschuh, wenn die Zehen noch etwas Spielraum haben. Bei den meisten Multifunktions- und Wanderschuhen lässt sich die Sohle herausnehmen. Einfach das Kind draufstellen lassen und prüfen, ob der Fuß schön abrollen kann. Viele Hersteller haben eine kleine Markierung auf der Sohle – die sogenannte Best-fit-Linie zeigt, wie viel Zugabe nach vorne hin nötig und sinnvoll ist.“

 

4) Schuhe nie „auf Vorrat“ kaufen

„Ein Wanderschuh für Kinder kostet zwischen 60 und 100 Euro – das ist keine Kleinigkeit. Einen Schuh zu groß zu kaufen, damit er dem Kind länger passt, ist aber Quatsch! Denn wenn der Schuh zu groß ist, reibt und scheuert er häufig am Fuß, es entstehen Blasen – und die Wanderlust vergeht schneller, als wir ,Pause!‘ sagen können.“

 

5) Getragene Wanderschuhe nicht weitervererben

„Kinderfüße sind im Wachstum besonders weich und verformbar. Ich rate deshalb davon ab, getragene Wanderschuhe an Geschwisterkinder weiterzuvererben. Jeder Fuß ist anders und braucht unter Umständen ein anderes Modell. Dann lieber einen guten Schuh häufig tragen, damit sich die Investition lohnt. Gerade die Multifunktionsschuhe sind auch prima Begleiter für den Kindergarten.“

 

6) Gore-Tex-Schuh + Baumwollsocken = nasse Füße

„Die meisten Wanderschuhe besitzen eine Gore-Tex-Membran, die Feuchtigkeit von innen nach außen leitet. Das funktioniert jedoch nicht, wenn die Kinder Baumwollsocken tragen. Baumwolle saugt die Feuchtigkeit auf, nasse Füße sind das Ergebnis. Lieber gleich auf Funktionssocken setzen, die einen Nässestau im Schuh verhindern. Sie sind außerdem an Ferse und Ballen gepolstert, wo beim Wandern der größte Abrieb entsteht. Das verhindert Blasen.“

 

7) Füße eincremen, Blasen vorbeugen

„Wenn unsere Füße hart und trocken sind, dann scheuern und reiben sie besonders leicht an den Schuhen. Deshalb schon vor dem Wandern auf die richtige Fußpflege achten: Wer seine Füße regelmäßig mit einer guten Fußcreme einreibt, hält sie weich – und damit weniger anfällig für Blasen.“

 

8) Unterschiedliche Wege, andere Schuhe

„Grundsätzlich unterscheidet man zwischen drei Arten von Wanderschuhen: Der reine Multifunktionsschuh ist ein Halbschuh, meist mit einer wasserabweisenden und atmungsaktiven Gore-Tex-Membran. Ideal, um auf flachen Pfaden die Gegend am Schliersee zu erkunden. Ein leichter Wanderschuh ist sehr flexibel sowie bequem und geht meist bis über den Knöchel. Er eignet sich für einfache Bergtouren mit Kindern. Wenn der Nachwuchs geübt im Wandern und bereit für Klettersteige oder alpines Gelände ist, empfehle ich einen Bergschuh mit fester Sohle und hohem Schaft. Er verhindert, dass der Nachwuchs auf steilen Pfaden umknickt oder sich die Bänder zerrt.“

 

9) Josefstaler Wasserfälle – Pritschel-Spaß für die Kleinen

„Rundum Schliersee und Spitzingsee gibt es viele tolle Strecken zum Erkunden und Laufen als Familie. Ab Kindergartenalter ist ein Besuch bei den Josefstaler Wasserfällen ein großer Spaß. Da kann man am Wasser entlanggehen, vielleicht noch ein Schiffchen im Bach schwimmen lassen. Bei den Wasserfällen selbst können die Kinder im Sommer dann planschen oder sich eine schöne Brotzeit schmecken lassen.“

 

10) Hohenwaldeck – Burg-Erlebnis für die Großen

„Für ältere Kinder ist der Weg zur Burgruine Hohenwaldeck eine spannende Herausforderung. Festes Schuhwerk und eine gute Kondition sind Voraussetzung, um die Ruine der einst stattlichen Burg zu besuchen. Teile der Umfassungsmauer und die Reste des Turms können bestaunt werden. Ein toller Ausblick über den Schliersee belohnt für den Aufstieg!“

 

Schuh Riepl
Seestraße 9a
83727 Schliersee
Telefon +49 (0)8026/47 27
E-Mail: kontakt@schuh-riepl.de

 

Öffnungszeiten Schuh Riepl
Mo.‒Fr.: 09:00‒12:30 Uhr sowie 14:00‒18:00 Uhr
Saison Januar 2018 bis April 2018: Sa.: 09:00‒13:00 Uhr
Saison ab Mai 2018: Sa.: 09:00‒16:00 Uhr

 

Noch mehr Inspiration fürs Wandern mit Kindern rundum Schliersee und Spitzingsee finden Sie auch in diesen Info-Flyern. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Gäste-Information Schliersee versorgen Sie gerne mit einer gedruckten Ausgabe:

 

Wendelstein-Männlein-Weg: Putzige, bunte Männlein aus Holz weisen die Richtung auf dem Wendelstein-Männlein-Weg (http://www.bayrischzell.de/fileadmin/Mediendatenbank/PDF/SFBM/Prospekte/Wendelstein-Maennlein-Weg_Inhalt.pdf ) in Bayrischzell. Acht verschiedene Stationen – unter anderem einen Aussichtsturm und den Abenteuerspielplatz an der Grünen Gumpe – können Familien auf dieser Strecke erleben. Der Weg führt über den Bayrischzeller Kurpark über das Bergcafé Siglhof in Hochkreuth.

 

Digitale Schatzsuche: „Wander- und Rätselspaß für alle“ lautet das Motto beim sogenannten Geocaching (deutsch: digitale Schnitzeljagd). Per Smartphone-App folgen die Teilnehmer kindgerechten Touren rundum Schliersee und Tegernsee – und entdecken mithilfe geografischer Koordinaten so manche Überraschung entlang des Weges. Eine schöne Motivation für abenteuerlustige Kinder.

 

Tegernseer Spürnasen: 10 spannende Wanderrouten für Kinder rundum Tegernsee und Schliersee hat die Berggams Kraxl Maxl zusammengestellt. Wer mindestens drei der Strecken erwandert, erhält einen Gutschein für eine Unternehmung in der Region – etwa eine Berg- und Talfahrt zur und von der Schliersbergalm. Das Angebot gilt für Kinder zwischen 4 und 12 Jahren.

 

Bockerlbahnweg: Der Bockerlbahnweg folgt den Spuren der historischen Bockerlbahn und führt vom Bahnhof Fischhausen-Neuhaus über den Spitzingsattel bis zur Waitzinger-Alm. 20 Hinweistafeln am Wegesrand erläutern die wichtigsten Fakten zur Bockerlbahn ‒ einer Schmalspurbahn, die über eine Bergstrecke mit vielen Brücken und technischen Finessen lief. Mit Kindern erkundet man am besten einzelne Abschnitte der insgesamt 12 Kilometer langen und anspruchsvollen Wegstrecke.

 

 

 

 

Sandra Leu Sandra Leu

Rheinländerin in Oberbayern. Ist der Liebe gefolgt und hat den Schliersee als Herzensort entdeckt. Freie Redakteurin, PR-Frau und Mama von Zweien. Bloggt unter countrykruemel.de über Familienleben und Freizeittipps im Oberland.