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Fütterung im Wildgatter am Spitzingsee | Was bekommt das Rotwild im Winter?

Normalerweise ist die Wildfütterung am Spitzingsee eine Schaufütterung. „Coronabedingt sind Zuschauer leider momentan nicht möglich“, bedauert Förster Engelbert Holzner.

 

 

Das Wintergatter am Spitzingsee ist eine eingezäunte Fütterung. Das Rotwild wird hier während des Winters gehalten und gefüttert. Die Wildtiere benötigen im Winter viel Ruhe, und gleichzeitig wird der wichtige Bergschutzwald so vor Verbiss geschützt. Gefüttert werden Heu und Heusilage aus der Region. Tatsächlich kommt das Heu von einem Lieferanten aus Neuhaus. „Das hat auf der einen Seite den Vorteil, dass wir kurze Wege haben“, sagt Engelbert. Auf der anderen Seite ist regionales Futter auch wichtig für die Wildtiere, da sie die Kräuter aus der Natur kennen und so das Heu gleich erkennen und gut annehmen. Am Ende des Winters im Februar und März wird zusätzlich Alleinfuttersilage (AFS-Silage) gefüttert. AFS-Silage ist eine Mischung aus Maissilage, Apfeltrester, Gärheu und Zuckerrüben. „Das ist geschmacklich sehr attraktiv, und so bleiben die Tiere dann doch ganz gerne hier“, erklärt Engelbert. In dieser Zeit ist es wichtig, die Wildtiere an der Fütterung zu halten, damit sie nicht die frischen Triebe der Bäume verbeißen. Wichtig ist dem Förster auch, biologische Futtermittel zu verwenden. „Wild ist ein Bio-Produkt“, betont er. Würde man die Wildtiere die Hälfte vom Jahr mit Soja oder genverändertem Mais füttern, könne man nicht mehr von einem Bio-Produkt sprechen. „Das sollte man schon bedenken, wenn man ein Wildtier so lange künstlich füttert“, erklärt er. Schließlich sind es 160 bis 180 Futtertage im Jahr. Vier Kilo nehmen die Tiere meistens noch Naturäsung auf, und etwa fünf bis sieben Kilo werden zugefüttert. „Bei der momentanen Schneelage wird die Naturäsung nicht mehr als zwei Kilo sein, die Hauptfütterung findet hier statt und fließt dementsprechend in den Organismus ein“, sagt er. Deshalb ist es auch ausschlaggebend, biologisches Futter füttern. Wenn Schnee liegt im Winter, geht Engelbert Holzner am Nachmittag jeden Tag zum Wintergatter, um die rund 50 Tiere zu versorgen.

 

Derzeit leider keine öffentliche Wildfütterung wegen Corona

Nachdem Engelbert Holzner die Futterstellen gefüllt hat, gehen wir in die Beobachtungshütte und warten. Etwa nach einer Stunde nähert sich das Rotwild ganz vorsichtig. Es macht Spaß, die Tiere zu beobachten. Hier kann man sie alle sehen: mächtige Hirsche, junge Kälber, erfahrene Alttiere und natürlich die männlichen Junghirsche, Spießer genannt. Erstaunlich, wie viel Rotwild sich bei uns in den Wäldern tummelt. Keine Frage, dass man das schützen muss. Schutzzonen darf man nicht betreten, damit die Wildtiere keinen zusätzlichen Stress in der ohnehin für sie sehr schweren Winterzeit bekommen. Ganz wichtig: Hier am Wintergatter nicht über den Zaun klettern und unbedingt den künstlich geschaffenen geschützten Lebensraum der Wildtiere respektieren.

 

 

Sobald die Wildfütterung wieder für die Öffentlichkeit zugänglich ist, informiere ich dich hier im Schliersee Magazin.

Bayerische Staatsforsten | Auf der Pirsch nach Hirsch: Schaufütterung von Rotwild am Spitzingsee (baysf.de)

 

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Schlierseer Winter ‒ so war‘s früher

Heute hatte ich die ehrenvolle Aufgabe, im Auftrag des Schliersee Magazins unsere Maria Zankl, geb. Kirsch, zu besuchen.

Maria Zankl ist 1940 im Kirsch-Haus in Schliersee-Glashütte geboren und erlebt bereits zum 80. Mal den Schlierseer Winter.

 

 

In Marias Erinnerung an die früheren Winter ist geblieben, dass es früher viel mehr Schnee gehabt hat. Das kann natürlich auch täuschen, da Maria ja damals die Winter als kleines Kind erlebt hat. Wenn Maria aus der Haustür ging, sei sie schon im Schnee stecken geblieben. Im Kirsch-Haus, in dem Maria heute noch wohnt, ist sie auch geboren. Das ist schon eine Seltenheit und heute kaum noch anzutreffen. Mit den Eltern, Großeltern und ein paar Onkeln wohnte Maria in dem Haus mit 500-jähriger Geschichte, 1538 erstmals in der Chronik erwähnt als Mühle am Waxenstein, die ab 1900 als Schleiferei der Glashütte am Schliersee genutzt wurde.

Das waren halt unsere Winter gewesen, so Marias Aussage. Als Maria etwa 16 Jahre alt war, war es wieder eine andere Zeit. Das wunderschöne Bild von Maria zeigt die Skimode und Ausrüstung dieser Zeit. Mit Keilhosen und einem schicken Kopftuch ging‘s zum Skifahren vor der Haustür. Die Bilder vom Vater oder den Onkels sowie der Oma zeigen die Skimode von damals. Die Oma ist ja noch mit langem Rock und einem schönen Stickjanker gefahren, was auf dem Bild sehr schön zu sehen ist.

Wenn Gäste im Kirsch-Haus Urlaub machten, konnten die sich das zuvor gar nicht vorstellen, sie waren ja meist aus dem Rheinland oder Berlin. Sie kamen, um sich mal den Schnee anzusehen. Marias Oma hat in den 1930er-Jahren schon Gäste beherbergt, damals hieß das Gästehaus KdF, was „Kraft durch Freude“ bedeutet ‒ welch schöner Name.

Die Gäste waren auch damals bereits beim Langlaufen oder Skifahren. Maria kann sich gut daran erinnern, den Gästen ihre eigenen Ski geliehen zu haben. Damals wurde noch nicht so sehr darauf geachtet, ob die Ski passen oder nicht. Hauptsache, man hatte welche und konnte damit fahren. Es waren ganz normale Holzbretter mit einfachster Bindung.

Nach der Schule mussten die Kinder durch den Schnee stapfen und brauchten natürlich auch länger, bis sie heimkamen. Da war jeder richtig nass. Das war auch früh oft so, da saß man dann halt mit nassen Sachen im Unterricht.

 

 

Danke, Maria, für den kurzen netten Einblick in deine sehr interessante Geschichte der früheren Schlierseer Winter.

 

 

Haus Kirsch

Am Waxenstein 2

83737 Schliersee

Tel.: 08026/4805

E-Mail: Haus-Kirsch@gmx.de

 

 

 

Angelika Prem Angelika Prem

Naturverliebte Schlierseerin, Kräuterpädagogin, Referentin und Seminarleiterin, Senior-Hennererwirtin, BBV Ortsbäuerin, liebt gutes regionales hausgemachtes Essen und entspannt beim Kuchen backen

 

 

 

A Wintergaudi am Schliersee – Schneemannbauen leicht gemacht!

Juchuuu!!!! Endlich hat es geschneit am Schliersee! Quasi über Nacht haben sich der Ort, das Seeufer und die umliegende Bergwelt in ein Wintermärchen verwandelt. Leider müssen wir ja aus bekannten Gründen derzeit alle zu Hause bleiben. Aber Schneemannbauen geht auch im eigenen Garten, im benachbarten Park oder am Wegesrand.

 

 

Deshalb habe ich mir meine Tochter geschnappt, im Kopf einen kurzen „Schneemann-Bauplan“ entworfen, und dann ging’s ab nach draußen! Schön griffig muss der Schnee sein, damit sich auch feste Kugeln formen lassen.

Video

Puuh … da kommt man ganz schön ins Schwitzen! Aber eine Gaudi ist es allemal, außerdem tut das Austoben in der frischen Winterluft richtig gut. Und Abstandhalten ist überhaupt kein Problem … außer zum Schneemann natürlich. Aber der trägt ja Mundschutz 😉

In diesem Sinne: Bleibts g’sund und denkt beim Schneemannbauen an den nächsten Ausflug zum Schliersee, denn Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude!

Viel Vergnügen!

 

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

 

 

 

Online-Lawinenkurs | Gut gerüstet in den Winter

Es hat geschneit am Spitzingsee. Die Schneedecke reicht zum Skifahren noch nicht aus. Genau die richtige Zeit, um sich mit einem Online-Lawinenkurs auf die Saison vorzubereiten.

 

 

Auch wer „nur“ Schneeschuhwandern gehen möchte, sollte nicht ohne eine Ausbildung ins Gelände gehen. Alex Römer, staatlich geprüfter Ski- und Bergführer, hat im Lawinencamp Bayern Online-Kurse Theorie im Programm. Die beliebten Praxiskurse, bei denen du lernst, was im Ernstfall abseits der Piste zu tun ist oder wie es gar nicht so weit kommt, können aufgrund der Corona-Pandemie momentan nicht stattfinden. Aber der Online-Theoriekurs ist eine gute Grundlage für mehr Sicherheit am Berg.

„In der Live-Moderation mit einem staatlich geprüften Bergführer und ausgewiesenem Lawinenexperten besprechen Sie verschiedene Beurteilungsmethoden, analysieren Risikofaktoren und Alarmzeichen und beziehen die aktuellen Verhältnisse in Ihr persönliches Risikomanagement ein.“ (Lawinencamp Bayern)

Lawinencamp Bayern ‒ Lawinenkurs (lawinenkurse.de)

 

 

Aktuelle Studie über das Tourengehen am Taubenstein

Schliersee hat gemeinsam mit verschiedenen Partnern eine umfangreiche Studie über die winterliche Nutzung des Taubensteingebiets sowie eine einmalige Typologie des Skitourengehens am Taubenstein im Spitzinggebiet erstellen lassen.

„Großer Dank geht an Initiator Alex Römer, aber auch an die Alpenbahnen Spitzingsee, die Almbauern und Grundstückseigentümer, das Forstamt Schliersee, die Alpenregion Tegernsee Schliersee, den DAV Sektion München und nicht zuletzt an die Ludwig-Maximilians-Universität München“, sagt Kuramtsleiter Mathias Schrön. Es war eine Herzensangelegenheit für Schliersee, dieses Projekt mit Material und Personalleistungen zu unterstützen.

Alexander Römer, Gründer des Lawinencamp Bayern, hatte vor knapp zwei Jahren den Gedanken, im Taubensteingebiet einen LVS-Checkpoint inklusive Infotafel zu installieren. Als er mit dieser Idee auf die Gebietsbetreuung Mangfallgebirge und die DAV-Sektion München zuging, legte er damit den Grundstein für die heute vorgelegte Studie. „Das Ergebnis der Studie bestätigt, was meine Bergführerkollegen und ich selbst über die letzten Jahre hinweg beobachten konnten. Das meist einfache Gelände am Spitzingsee und die hohe Frequentierung wiegen die Tourengeher in vermeintlicher Sicherheit. Hinzu kommt, dass immer noch sehr viele Tourengeher mit unvollständiger und manchmal sogar ganz ohne Notfallausrüstung im Tourengebiet unterwegs sind. Hier braucht es nach wie vor eine intensive Aufklärung und Schulung der Tourengeher“, sagt Alexander Römer.

„Die Ergebnisse unserer gemeinsamen Untersuchung zeigen leider deutlich, dass das Spitzinggebiet und besonders der Taubenstein unter erheblichem Wintersportlerdruck steht“, sagt Projektleiter Roman Ossner von der DAV-Sektion München. Der Alpenverein sieht seine wesentliche Aufgabe in diesem Zusammenhang, das richtige Maß zwischen Bergsport und Naturschutz zu finden. „Richtig ausgezeichnete Wege und Winterrouten, ausreichende Beschilderung im Gelände sowie die Aufklärung über die richtige Nutzung der Alpenvereinskarten – das sind die Hebel der Sektion München, um den Winter 20/21 am Spitzingsee sicher und naturverträglich mitzugestalten“, erklärt Ossner weiter. Da sich etwa die Hälfte der Tourengeher vorab nicht über Schon- und Schutzgebiete informieren, ist aus der Sicht von Gebietsbetreuer Florian Bossert für den kommenden Winter eine starke Präsenz vor Ort notwendig. Hierbei ist er sehr froh, dass er künftig von den Rangern der Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS) unterstützt wird. „Uns sind die Entwicklung im Bereich Skitouren am Taubenstein und die damit verbundene Besucherlenkung ein großes Bedürfnis“, sagt ATS-Geschäftsleiter Thorsten Schär. Aus der nun vorliegenden Studie ergibt sich für die ATS eine Vielzahl touristischer Rückschlüsse. „Der Taubenstein ist ein hochfrequentiertes Skitourengebiet, das auch verstärkt von Anfängern und Einsteigern genutzt wird. Große Bedeutung wird daher künftig eine verstärkte Informationsvermittlung im Bereich Touren, Sicherheit und auch der Beschilderung haben. Dabei geht es uns auch darum, Skitourengeher aus dem Skigebiet Spitzingsee-Tegernsee ins eigentliche Skitouren-Terrain zu lenken“, erklärt Thorsten Schär.

 

 

Bitte nimm Rücksicht auf die Schongebiete am Taubenstein und geh nicht ohne deine Notfallausrüstung und eine Ausbildung in Lawinenkunde ins Gelände.

 

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Vom Sofa rauf zum Spitzingsee

Man muss immer etwas haben, worauf man sich freut

Schöne Bilder helfen die Krise für eine Weile zu vergessen, geben ein gutes Gefühl, Hoffnung und Vorfreude. In den letzten Tagen habe ich immer wieder gelesen, dass sich Menschen über schöne Landschaftsbilder in den Social Media aufgeregt haben, und auch ich wurde aufgrund meines letzten Insel-Videos angegriffen. Es herrscht Angst, mit schönen Bildern Tagestouristen in die Region zu locken. Ich bin der Meinung, dass Schliersee-Magazin-Leser wissen, dass ein Ausflug an den Schliersee momentan keine Option ist. Inzwischen sollte jeder verstanden haben, dass „Bleibt’s dahaom“ keine Bitte mehr ist, sondern eine Auflage der Regierung. Wir haben alle ein Bedürfnis nach frischer Luft, aber der Spaziergang sollte am besten an der eigenen Haustüre beginnen. Das viele positive Feedback auf mein Video bestärkt mich, weiter zu machen. Ich möchte euch Schliersee nach Hause aufs Sofa bringen, solange ein Ausflug hierher nicht möglich ist.

 

Für alle, die nicht in Schliersee leben, biete ich auch heute wieder ein Video an

 

 

Heute nehme ich dich mit an den Spitzingsee. Ich bin diesmal ziemlich früh unterwegs. Der Spitzingsee ist größtenteils noch zugefroren, und während man in Schliersee schon immer wieder echte Frühlingsgefühle bekommt, ist es hier oben noch eiskalt. Ich bin froh über meine Handschuhe und der Schnee knirscht unter meinen Schuhen wie im tiefsten Winter. Es ist absolut still. Außer einem Spaziergänger mit Hund ist niemand unterwegs. Langsam kommt die Sonne hinter den Berggipfeln hervor und taucht den Spitzingsee in ein warmes Licht. Für einen Moment habe ich das Gefühl, alles ist wie immer. Leider ist es das nicht.

Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass bald wieder Normalität einkehrt und du uns wieder in Schliersee besuchen kannst.

 

 

Bleib gesund, ich melde mich bald wieder aus Schliersee.

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Es gibt ihn doch … den Schneewinter in Schliersee

Heute habe ich einen ganz besonderen Geheimtipp für echte Naturliebhaber.

 

 

Am Vormittag machte ich mich auf den Weg, den Schneewinter in Schliersee zu fotografieren. Täglich scheint momentan die Sonne und das Schneevergnügen ist garantiert. Am Hennererhof geht’s los in Richtung Bodenschneid. Ich bin ganz allein unterwegs, kaum zu glauben nach den heißen Diskussionen in den Netzwerkmedien. Die Sonne begleitet mich und die Freude steigt stetig an.

Wau … so schee.

Im Tuftal, alles weiß und sehr gut zu gehen. Ein Fischreiher dreht seine Runden, ansonsten ist es sehr ruhig. Ich bekomme gar nicht genug von der schönen Natur. Der Jäger kommt gerade von der Rotwildfütterung, und der erste Wanderer mit seinem Hund kreuzt meinen Weg und begleitet mich jetzt ein Stück in Richtung Raineralm.

Oben an der Bodenschneid angekommen, genieße ich erst mal ein Sonnenbad.  Einfach herrlich, ich teile gerne diese ganz besondere winterliche Schneelandschaft.

 

 

Wer unter der Woche mal frei nehmen kann, der wird richtig sonnig belohnt. Es lohnt sich.

 

 

Angelika Prem Angelika Prem

Naturverliebte Schlierseerin, Kräuterpädagogin, Referentin und Seminarleiterin, Senior-Hennererwirtin, BBV Ortsbäuerin, liebt gutes regionales hausgemachtes Essen und entspannt beim Kuchen backen

 

 

 

Die Josefstaler Wasserfälle: Winterwanderung im Josefstal

Wenn du Lust auf eine erholsame und leichte Wanderung im Winter hast, kannst du dich, so wie ich es getan habe, auf den Weg zu den Josefstaler Wasserfällen machen. Der Besuch dort bietet mehrere einzigartige Stationen, welche jedes Mal abhängig von Tages- und Jahreszeit auf neue Art und Weise die Faszination der Natur zeigen. Ich bin nach der Arbeit noch dort hingefahren ‒ du  kannst also auch nach Lust und Laune aufbrechen, wann du gerade Zeit hast.

 

 

Die Anfahrt

Ganz vorneweg: Wenn du mit dem Auto kommen möchtest, darfst du nur auf gekennzeichneten Flächen parken, aber du hast auch die Möglichkeit, mit dem Zug oder dem Bus zu fahren. Daher empfehle ich dir, wenn du mit dem Auto kommst, eher an einem ruhigen Nachmittag die Wanderung anzutreten. Die Josefstaler Wasserfälle befinden sich in Neuhaus, am Ende vom Josefstal. Von dort, wo ich geparkt habe, waren es nur einige Minuten bis zum Wegweiser.

 

Die Wanderung

Entlang des Hachlbachs gehe ich durch den wundervollen Wald den Wasserfällen entgegen. Fast komme ich mir vor wie in einem Zauberwald, die Gegend lädt zum Träumen ein. Es dauert nicht lange, da erreiche ich den ersten und  größten der Wasserfälle. Ich bin erstaunt über das laute Rauschen und die gewaltigen Wassermassen, die den zwölf Meter hohen Felsen hinunterstürzen. Nach einer kleinen Pause gehe ich weiter den Weg, der mich oberhalb der Wasserfälle entlangführt. Ich komme aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, als ich die vielen weiteren Kaskaden sehe. Relativ am Ende entdecke ich noch einen recht eindrucksvollen Wasserfall, zu dem ich ein kleines Stück hinabsteige. Direkt davor setze ich mich eine Weile hin und spüre ab und an ein paar Tropfen, die mir durch den kühlen Bergwind ins Gesichts geweht werden. Vielleicht findest auch du diese Stelle und verweilst dort einen Augenblick.

 

Das Ziel

Nach einem etwas steileren Abschnitt bin ich auf einer Freifläche oben angekommen. Idyllisch plätschert der Bach vor der beeindruckenden Bergkulisse entlang. Wenn du dort ebenfalls angelangt bist, hast du viele Möglichkeiten. Entweder gehst du den gleichen Weg wieder zurück, oder du wanderst über eine Brücke noch zur Stockeralm. Diese ist zwar unbewirtschaftet, aber dennoch ein schönes Ziel. Von dort aus kannst du über die Spitzingstraße einen Rundweg machen oder ‒ wenn du eine längere Wanderung unternehmen möchtest ‒ auch Richtung Spitzingsattel und Brecherspitz gehen. Da es bald dunkel wird, spaziere ich wieder zurück und trete erfrischt meinen Heimweg an.

 

 

Meine Tipps

Ich rate dir, selber Essen und Trinken mitzunehmen, im Winter zum Beispiel einen warmen Tee. Außerdem ist es optimal, feste Schuhe zu tragen, da der Weg zu Beginn recht vereist und rutschig ist. Zudem ist eine Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu empfehlenes ist umweltschonend und außerdem praktischer.

 

Mein Fazit

Egal, ob du viel oder wenig Zeit zur Verfügung hast: Diese Wanderung kann zeitlich beliebig geplant werden. Auch denn du eine Familie mit kleineren Kindern hast oder im Rentenalter bist, ist diese Route perfekt. Unabhängig von Zeit und Alter: Mit dieser Winterwanderung kannst du nichts falsch machen!

 

 

Anna Menhart Anna Menhart

Heimatliebende und gebürtige Schlierseerin, angehende MFA, Hobby-Fotografin und am liebsten auf’m Berg, um sich jedes mal aufs Neue für die Heimat zu begeistern.

 

 

 

Skifahren für Genießer: Montag bis Freitag im Skigebiet Spitzingsee

In den letzten Wochen hast du sicher in der Zeitung gelesen oder im Fernsehen gesehen, dass bei uns am Spitzingsee bei strahlendem Sonnenschein an den Wochenenden und in den Ferien viel los war. Das ist auch kein Wunder, schließlich vermissen alle den Winter und, wir haben, auch wenn so manch einer es kaum glauben kann, wenn er in München im Biergarten sitzt, seit Weihnachten eine traumhafte Winterlandschaft am Spitzingsee.

 

 

Es klingt ein wenig wie ein Märchen, ist es aber nicht

Es ist nicht nur weiß, die Pistenverhältnisse sind sogar ausgesprochen gut. Wenn du jetzt Lust auf Skifahren hast, empfehle ich dir: Nimm dir unter der Woche einen Tag frei und komm zu uns ins Skigebiet Spitzingsee. Es warten traumhafte Verhältnisse auf dich. Heute war der Parkplatz leer, ich bin nirgendwo am Lift angestanden, selbst auf den Pisten waren nur wenige Skifahrer unterwegs und auf den Terrassen der Almen auch die schönsten Sonnenplätze frei.

Natürlich bin ich mit dem Roßkopf-Sesselift auf den Gipfel gefahren, denn die Aussicht von dort oben ist einfach unschlagbar. Allerdings solltest du das nur machen, wenn du ein guter Skifahrer bist. Runter geht es über eine schwarze Piste – und die ist für Anfänger nicht geeignet.

Jetzt habe ich noch einen Tipp für dich: Hast du deine Skikarte beim letzten Mal nicht abgegeben? Dann kannst du zuhause den Skipaß online auf deine Karte aufladen. Einfach die Chipkarten-Nummer (WTP-Nummer) eingeben und bezahlen. (https://spitzingsee.axess.shop/) Allerdings geht das bisher nur für Tageskarten (oder bei der “Fünf Tage aus der Saison”). Dann musst du im Skigebiet nicht extra zur Kasse laufen und dich eventuell anstellen, sondern kannst gleich zum Lift starten. Heute war aber übrigens auch an der Kasse keine Schlange.

Wie es aktuell aussieht, zeigen dir die Webcams im Skigebiet: https://www.alpenbahnen-spitzingsee.de/webcams/

 

 

Ich wünsche dir viel Spaß und einen schönen Skitag bei uns!

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Gipfeltreffen der besonderen Art: Gela Allmann auf Oberland-„Reibn“

Grenzen zu überwinden und sich selbst immer wieder herauszufordern – im besten Sinne dieses Wortes: Das zählt zur Lebensphilosophie von Gela Allmann, Motivationsreferentin und Sportmodel. Einer Herausforderung der besonderen Art stellte sich die 34-Jährige unlängst in den Schlierseer und Spitzingseer Bergen. Mit dabei: ihre sportbegeisterten Kolleginnen Johanna Hiemer, Nina Koch und Sylvia Schweinberger, alle drei erfahren in Skitourenrennen und Ultraläufen. Mit der Oberland-„Reibn“, also Oberland-Rundtour, gingen Gela Allmann und ihre Mitstreiterinnen eine Skitour der besonderen Art – über fünf Gipfel, 30 Kilometer Strecke und gute 3.000 Höhenmeter (hm).

 

 

Fotogrüße vom Jägerkamp

Welche Power vier absolute Profis am Berg gemeinsam entwickeln können, zeigte sich gleich zu Beginn der Rundtour: Schon zum Sonnenaufgang schickten Gela, Johanna, Nina und Sylvia gut gelaunte Fotogrüße vom Jägerkamp. Weiter ging’s über Spitzingsee, Anstieg Richtung Brecherspitz, Firstalm, Bodenschneid, Sutten, Risserkogel und Setzberg hinab ins Tegernseer Tal.

 

Der Fotograf und Videofilmer Philipp Reiter hat die Tagestour der vier im Auftrag von Sponsor und Bergsportausrüster Dynafit in spektakulären Bildern dokumentiert. Wir dürfen seine Eindrücke hier teilen. Und haben Gela Allmann fürs Schliersee Magazin gefragt, wie es zu dem außergewöhnlichen „Gipfeltreffen“ kam – und was ihre Highlights auf dem Weg waren.

 

Gela, wie bist du auf die Idee gekommen, eine Oberland-„Reibn“ zu unternehmen?

 

„Ich wollte unbedingt eine sportliche Herausforderung im Winter auf Skitouren-Ski angehen heuer. Wir sind dann auf die Idee gekommen, bei mir vor der Haustür zu starten und quasi rüber zu meiner Freundin Nina zu marschieren, die am Tegernsee wohnt. Und dabei alle unsere Hausberge mitzunehmen, die wir lieben.

 

Heuer hatten wir eh so viel Schnee, da muss man gar nicht höher hinaus, sondern hat einen riesen Skitouren-Spielplatz direkt vor der Haustür. Klar war für mich, dass ich so eine lange Tour aber nur mit meinen Freundinnen machen möchte.“

 

Wie hat sich das für euch vier angefühlt, gemeinsam die Tour zu gehen?

 

„Es war eine coole Stimmung, am frühen Morgen mit Stirnlampe zu viert loszumarschieren. Wir wussten alle vier, dass wir uns aufeinander verlassen können, da wir schon öfter gemeinsam miteinander unterwegs waren und jede die andere im Gelände ganz gut einschätzen kann. Das ist für so eine lange Tour wirklich wichtig.

 

Das Vertrauen muss unbedingt passen, und das Tempo sollte auch halbwegs das gleiche sein, damit nicht eine hinterherhinkt. Für mich war es ganz besonders, nach meinem Unfall das erste Mal wieder so eine lange Tour zu machen, gemeinsam mit meinen guten Freundinnen.“

 

Was war für euch die größte Herausforderung auf der Tour?

 

„Ich glaube, Herausforderungen sind immer individuell. Nina und Sylvia haben tatsächlich an diesem Tag etwas mit einer Erkältung gekämpft. Johanna musste zwischendrin immer wieder ihr Baby stillen, welches der Papa zu den vorab vereinbarten Treffpunkten am Spitzingsee und in der Sutten gebracht hat. Und ich musste einfach schauen, dass ich mein rechtes kaputtes Knie bei den Abfahrten möglichst wenig belaste.

 

Tatsächlich war es für mich auch psychisch besonders herausfordernd beim Aufstieg zum Risserkogel. Dort ist es recht steil, und wir haben die Ski auf den Rücken geschnallt und sind zu Fuß nach oben marschiert. Da ich in genau so einer Situation vor fünf Jahren auf Island abgestürzt bin, war das für mich vom Kopf her nicht ganz easy. Aber die Bedingungen waren an diesem Tag wirklich top, und ich war am Ende super stolz, dass ich es – vor allem auch mit der emotionalen Unterstützung meiner Mädels – zu diesem Gipfel geschafft habe.“

 

Gab es einen Moment, den ihr nicht missen wollt?

 

„Für mich war der erste Gipfel ganz besonders: zum Sonnenaufgang zu viert am Jägerkamp zu stehen, mit den ersten 1000 Höhenmetern (hm) in den Beinen. Die Stimmung war einfach nur toll und wir schwer motiviert, unsere „Reibn“ fortzusetzen. Auch der Bodenschneid-Gipfel war toll, mit dem Blick auf Spitzingsee und Tegernsee. Das neue Tal macht sich vor einem auf, und man realisiert, dass man schon ein Stück weit gegangen ist.“

 

Was war die wichtigste Erfahrung, die ihr von der Oberland-„Reibn“ mitgebracht habt?

 

„Ich weiß einmal mehr, dass es sich immer lohnt, seiner Passion zu folgen. Sich einfach Dinge zu trauen – auch mit der Angst im Hinterkopf, vielleicht zu scheitern oder etwas abbrechen zu müssen. Scheitern gibt es ja eigentlich gar nicht, weil man aus jeder Sache, die man am Ende nicht durchziehen kann, auch wieder etwas lernt und mitnimmt. Und Freundschaften leben durch solche gemeinsamen Erlebnisse, die verbinden.

 

Das Ganze an einem Tag durchzuziehen, empfehlen wir allerdings nur geübten und sehr fitten Tourengehern. Wir Vver haben alle auch schon Erfahrungen mit größeren Skitourenrennen gemacht. Unser Tipp: Die Tour auf zwei Tage aufteilen und pro Tag ca. 1.500 Höhenmeter (hm) im Aufstieg und in der Abfahrt einplanen. Harsch- und/oder Steigeisen je nach Bedingungen nicht vergessen und genügend zum Trinken und Essen einpacken. Und natürlich: Auf keinen Fall das LVS-Gerät plus Sonde und Schaufel zu Hause vergessen!“

 

Vielen Dank für deine Einblicke, liebe Gela.

 

Achtung: Diese Tour ist konzipiert für absolute Bergsportprofis und erfahrene Skitourengeher auf Profiniveau. Nur mit entsprechender Ausrüstung und Vorkenntnissen nachmachen. Haftung ausgeschlossen.

 

 

Mehr von Gela Allmann

https://magazin.schliersee.de/gela-allmann-die-schlierseer-berge-sind-mein-kraftplatz/

www.gelaallmann.de

www.instagram.com/gelaallmann/

 

Alle Fotos und Filmmaterial „Oberland-Reibn“ © Philipp Reiter

 

 

Sandra Leu Sandra Leu

Rheinländerin in Oberbayern. Ist der Liebe gefolgt und hat den Schliersee als Herzensort entdeckt. Freie Redakteurin, PR-Frau und Mama von Zweien. Berät beruflich Heldinnen und bloggt unter countrykruemel.de über Familienleben und Freizeittipps am See.

 

 

 

Schneeschuhwanderung auf dem Schlierseer Panoramaweg

Wieder ein Bilderbuchwintertag.

Heute machen wir uns auf den Weg mit Schneeschuhen. Eine kleine feine Gruppe startet mit mir, Prem Angelika vom Schliersee Magazin, in Richtung Gindelalm. Wir möchten den Schlierseer Panoramaweg im Winter erleben. Die ganze Tourenstrecke mit 8,2 km liegt vor uns.

Nach einer kleinen Einführung zeige ich meinen Teilnehmern, was ist wichtig beim Anziehen der Schneeschuhe und beim Gehen. Es ist ganz einfach, und es kann wirklich jeder, der Lust hat, diesen Wintersport machen. Mit Stöcke ausgerüstet, starten wir am Hennererhof in Richtung Gindelalm. Vor uns ist schon eine schmale Spur ausgetreten, die Sonne zeigt sich wieder mal von ihrer schönsten Seite, und unsere Stimmung ist toll.

Der erste Anstieg zu den Gindelalmen ist schon etwas anstrengend, und wir geraten ganz schön ins Schwitzen. Oben werden wir allerdings mit einer herrlichen Aussicht belohnt. Es folgen eine kleine Rast mit einer Schneeballschlacht und Trinkpause, dann geht es weiter.

Die Gindelalmgebäude sind im Tiefschnee versunken. „Willi wollte zum Fensterln, denn er könnte direkt vom Schneeberg auf den Balkon steigen.“ Die Wanderschilder ragen nur ein kleines Stück aus dem Tiefschnee. Meine Gruppe ist froh, mich als Wanderführerin dabeizuhaben. Weiter geht’s Richtung Neureuth, bis zur Abzweigung links zur Gindelalmschneid. Ein kleiner, anstrengender Anstieg, und schon ist Genießen angesagt.

 

 

Herrlich, diese Aussicht … bis München, Holzkirchen, Miesbach … Wendelstein, Kaisergebirge, Bodenschneid …

Den Schlierseer Panoramaweg im Winter muss man gesehen haben, es ist ein ganz besonderes Erlebnis. Anschließend gibt’s ein schönes Fotoshooting mit Spielen im Schnee, bevor es weitergeht in Richtung Kreuzbergalm.

Zwischendrin bleiben wir immer wieder stehen, um die wunderbare Aussicht Richtung Karwendelgebirge zu genießen. Am Gipfelkreuz der Kreuzbergalm angekommen, gönnen wir uns ein Sonnenbad, und weiter geht’s zum Abstieg Richtung Hennererhof. Der Hennererwirt Hans überrascht uns nach fünf Stunden Schneeschuhtour mit gegrillten Putenschenkeln, gedünstetem Gemüse und überbackenem Chiccorie, dazu eine frische Halbe von der Klosterbrauerei Reutberg. Ein glücklicher Tag geht zu Ende.

 

Nachmachen empfohlen und erlaubt!

Schneeschuhe ausleihen:

Hoamat Gfui
Inh. Julia Zilken
Lautererstraße 4
83727 Schliersee

Tel.: 08026/7805153

 

Berauer Sport
Rathausstraße 17
83727 Schliersee
Tel.: 08026/60690

 

Hennererhof
Hennererstraße 36
83727 Schliersee
Tel.: 08026/9229964

 

 

Angelika Prem Angelika Prem

Naturverliebte Schlierseerin, Kräuterpädagogin, Referentin und Seminarleiterin, Senior-Hennererwirtin, BBV Ortsbäuerin, liebt gutes regionales hausgemachtes Essen und entspannt beim Kuchen backen