Volksmusik als Familientradition – die Schlierseer Unterleiten-Musi

Volksmusik gehört zur bayerischen Tradition wie süßer Senf zur Weißwurst. Auch in Schliersee leben viele Volksmusikanten, die ihr Können und ihre Leidenschaft fürs Musizieren bei zahlreichen Veranstaltungen rund ums Jahr präsentieren. Die Familie Colautti-Denk ist so eine waschechte Musikantenfamilie. Bereits in vierter Generation musizieren die Familienmitglieder zusammen und treten als „Unterleiten-Musi“ auch bei Veranstaltungen und „Hoagaschten“ auf.

 

 

Der Großvater war „schuld“

Die Liebe zur Musik brachte einst Josef Colautti in die Familie. Inspiriert wurde dieser von seinem Vater, der bereits Zither spielte. Als begeisterter Akkordeonspieler versuchte er, seine Tochter Monika zum Erlernen eines Instruments zu bewegen. Zunächst vergeblich, wie die Schlierseerin mit einem Lächeln zugibt: „Ich hatte anfangs keine rechte Lust zum Musi-Machen. Aber mit der Zeit wuchs dann die Begeisterung, und mir macht es bis heute große Freude.“

Zusammen mit ihrem Vater und einem langjährigen Freund der Familie, Hans Brandl, absolvierte Monika als junge Frau ihre ersten Auftritte bei Privatfesten und spontanen Konzerten in Gasthöfen und Biergärten. Als das Akkordeon-Orchester in Hausham Nachwuchs suchte, lernte sie dort ihren späteren Ehemann Christian Denk kennen. „Ich war damals beim Akkordeon-Orchester dabei, und dann hat sich die Moni für unser Orchester interessiert“, erinnert sich der Familienvater. Das gemeinsame Musizieren schweißte das junge Paar zusammen, und nach ein paar Jahren heirateten die beiden.

Ihre Söhne Sepp und Florian bilden die vierte Generation der Musikerfamilie. Sie traten schon als kleine Buben in die Fußstapfen ihrer Eltern sowie ihres Großvaters und erlernten zunächst das Akkordeonspielen und später Zither und Gitarre. „Der Opa hat mir damals das Akkordeon umgehängt und mir ‚Auf der schwäbischen Eisenbahn‘ beigebracht“, erinnert sich einer von ihnen schmunzelnd.

Proben, Spielen und Komponieren

Seit zehn Jahren sind die Colautti-Denks zusammen mit Hans Brandl am Kontrabass als „Schlierseer Unterleiten-Musi“ aus der Schlierseer Musikszene nicht mehr wegzudenken. Als fester Programmpunkt einiger Veranstaltungen in der Gemeinde wie beispielsweise an verschiedenen Kurkonzerten begeistern sie Einheimische und Gäste. Mittlerweile hat das Volksmusik-Quintett auch bereits drei CDs veröffentlicht.

Im Vordergrund stehen für die musikbegeisterte Familie aber nicht der Ruhm und das Spielen vor Publikum, sondern schlicht und einfach der Spaß am gemeinsamen Musikmachen, am Improvisieren, am Üben und am Ausprobieren neuer Stücke und Lieder.

Jeden Dienstag treffen sich die fünf Musikanten im „Probenraum“ an der Schlierseer Unterleiten. Dort oben in dieser urigen Gartenhütte mit dem atemberaubenden Blick über See und Gemeinde wird das umfangreiche Repertoire von über 100 Musikstücken unermüdlich geprobt, erweitert und manchmal auch umgeschrieben. Denn viele Partituren müssen für die instrumentale Zusammensetzung aus Klarinette, Akkordeon, Gitarre, Zither und Kontrabass neu arrangiert werden. Zuständig dafür ist Sepp Denk. Den jungen Mann reizt es, neue Melodien zu kreieren. Im Laufe der Zeit hat er schon einige Stücke, zum Beispiel ‚Schliersee Boarischer‘ und ‚Abendrot am Schliersee‘ selbst komponiert. „Zum 50. Geburtstag meiner Mama habe ich den Unterleiten-Marsch komponiert“, erzählt er stolz. Ein schmissiger Ohrwurm, der die Mama damals zutiefst rührte: „Das war wirklich eine wunderschöne Geburtstagsüberraschung.“

Musik macht glücklich

Obwohl die Familie viel Zeit miteinander verbringt, gibt es kaum Unstimmigkeiten, da sind sich die vier absolut einig. Vielleicht liegt es an der Magie der Musik, denn: „In unserem Leben dreht sich eigentlich fast alles um die Musik“, sagt Mama Monika. Ein bestes Beispiel dafür, dass Musik einfach glücklich macht!

Gelegenheit, die Unterleiten-Musi in der Soatnmusi-Besetzung einmal live und in Farbe zu erleben, gibt es in diesem Jahr am Heiligen Abend. Am 24. Dezember untermalen die Musikanten die „Alpenländische Christmette mit Karl B. Kögl“ in der Schlierseer Sixtuskirche. Beginn ist um 22:00 Uhr.

Ein Highlight im kommenden Frühjahr ist das Jahreskonzert der Schlierseer Unterleitenmusi mit Hausl Brandhofer als Ansager und den Waakirchner Sängern am Freitag, den 03. April 2020, um 20:00 Uhr in Agatharied im Staudenhäusl.

 

 

Unterleiten-Musi
Christian Denk
Unterleiten 15
83727 Schliersee

E-Mail: denk.christian@t-online.de

 

Fotos: Katharina Fitz, privat

 

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

 

 

 

Tipps: Wundervolle Adventszeit beim Schlierseer Weihnachtszauber 2019

die „stade Zeit“ bricht an. Aber gönnen Sie sich in der hektischen Vorweihnachtszeit tatsächlich auch etwas Ruhe und Besinnlichkeit? Bei uns in Schliersee können Sie das. Wenn der erste Schnee gefallen ist, kehrt ein wenig Ruhe ein. Die Autos fahren langsamer, Geräusche werden vom frischen Schnee absorbiert, und mit der Weihnachtsbeleuchtung glitzert es weihnachtlich. Nehmen Sie sich eine Auszeit vom Alltag und brechen Sie zu einem langen Spaziergang in der schönen Schlierseer Winterlandschaft auf. Nach einem ausgiebigen „Ausflug in die Stille“ haben Sie vielleicht Lust auf eine heiße Schokolade mit Sahne oder einen Glühwein?

Am ersten Adventswochenende starten wir mit der Museumsweihnacht am Schlierseer Heimatmuseum in unseren Weihnachtszauber. Der Duft von süßen Baumstriezeln, ein kleines Lagerfeuer, der Nikolaus und ausgesuchtes Kunsthandwerk werden Sie sofort in Ihre Kindheit zurückversetzen.

Besonders weihnachtlich wird es am Samstag um 19:00 Uhr beim Konzert „Advent is a Leucht’n“ im neuen Saal des Heimatmuseums. Mit Harfe, Hackbrett und Gesang entführen Sie Christine Horter, Lisa Schöttl und Uschi Bommer mit adventlichen Klängen in die Heimat und verschiedene Länder dieser Welt. Karten erhalten Sie für 8 Euro bei uns in der Gäste-Information Schliersee.

 

Am nächsten Wochenende stimmen wir Sie am 8. Dezember 2019 mit der Lesung „Heiliger Abend ‒ abgesagt!” von Helmfried von Lüttichau im Heimatmuseum ein wenig anders auf das Weihnachtsfest ein. Unterstützt wird Helmfried von Lüttichau von dem großartigen Multi-Instrumentalisten Heinz Grobmeier mit seinen exotischen und selbst gebauten Instrumenten.

 

 

Am dritten Adventswochenende verwandelt sich das Markus Wasmeier Freilichtmuseum von Freitag bis Sonntag in eine Weihnachtswunderwelt. Der beliebte „Historische Weihnachtsmarkt“  präsentiert zahlreiche Aussteller wie Weber, Stoffdrucker und Krippenbauer, die ihr traditionelles Handwerk zeigen. Ihre Kinder haben sicher Spaß im Kasperltheater, in der Weihnachtsbäckerei und der Bastelstube mit Glasbläserei.

 

 

Das Wochenende vor Heilig Abend ist für unsere „Romantische Weihnacht“ am Maibaum vor dem Gasthof Terofal im Herzen von Schliersee reserviert. Die Schlierseer Blasmusik spielt Weihnachtslieder vom Balkon des Bauerntheaters, während Sie sich an einer der Feuerstellen bei einem Punsch und einer Bratwurst wärmen können.

 

 

Am 21.12.2019 habe ich noch ein ganz besonderes Weihnachts-Highlight für Sie: Die Band Luz Amoi spielt um 20:00 Uhr in der Pfarrkirche St. Sixtus mit „In dulci jubilo“ die schönsten und stimmungsvollsten Advents- und Weihnachtslieder.

Weihnachten kann eben mehr sein als das hektische Treiben vor Jahresschluss. Sie sind noch auf der Suche nach einem Christbaum? Unsere Freiwillige Feuerwehr verkauft am zweiten und dritten Adventswochenende Christbäume in allen Größen – solange der Vorrat reicht. Wenn Sie dieses Jahr einen echten Schlierseer Weihnachtsbaum haben möchten, geht unser Förster Alfons Rauch mit Ihnen am 21.12.2019 in den Wald und Sie können Ihren Wunschbaum direkt vor Ort selbst schlagen. Ein echtes Erlebnis. Bitte melden Sie sich vorher an.

Sie sind über Silvester bei uns? Am 30.12.2019 feiern wir die Wintersonnenwende mit Schmankerln und einem großen Feuer auf der Seefestwiese und am 31.12.2019 mit Musik und guter Laune die Silvesterfeier im Kurpark am Musikpavillon

 

Jetzt kann Weihnachten kommen. Lassen Sie sich von uns auf die stade Zeit einstimmen und besuchen Sie uns in Schliersee. Ich hoffe, wir sehen uns.

 

Mathias Schrön Mathias Schrön

C. Mathias Schrön, Dipl.-Betriebswirt, Vater von 4 Kindern, geb. am 12.03.1966 in Tegernsee. Aufgewachsen in Neuhaus und Miesbach. Abitur am Gymnasium Miesbach. Abgeschlossenes Studium in BWL sowie in Politikwissenschaften in München. Während und nach dem Studium selbständige Tätigkeit hauptsächlich als Begleiter ausländischer Gäste der Bundesregierung im Auftrag der Bayerischen Staatskanzlei. Seit 15.03.2001 Kuramtsleiter beim Markt Schliersee. In der Freizeit engagierter Fußballtrainer im Jugend- und Seniorenbereich. Mitglied in diversen Vereinen. Freude am Reisen und Sport.

 

P. S.: Sie wollen 2019 sportlich beenden? Starten Sie doch beim Silvesterlauf und nehmen Sie bei einer Runde um den Schliersee Anlauf für das neue Jahr. 

 

 

 

Kamera trifft Kletterseil: Der Schlierseer Moritz Attenberger ist einer der bekanntesten Outdoor-Fotografen Deutschlands

Ob Jack Wolfskin, Globetrotter oder Vaude: Moritz Attenberger aus Schliersee hatte schon fast alle großen Outdoor-Marken vor seine Kameralinse. Neben Werbe-Shootings realisiert der kletternde Fotograf auch redaktionelle Strecken, etwa für Geo Special oder das Magazin Outdoor. In diesem Sommer dokumentierte der Schlierseer eine herausfordernde Erstbegehung am Grundtvigskirken in Grönland für das Team von Extremkletterer Stefan Glowacz. Fragt man Moritz Attenberger aber, was seinen Weg als Fotograf am meisten beeinflusst habe, so erzählt der Schlierseer nicht etwa von alpinen Klettertouren an spektakulären Steilwänden, sondern von seinen Reisen nach Westafrika Mitte der 2000er-Jahre.

 

 

Extreme Begegnungen an herausfordernden Orten

„Benin, Togo, Burkina Faso, Mali – das hat alles bisher Erlebte und Gedachte relativiert. Das ist mein Referenzpunkt, an dem sich alles misst“, sagt Moritz Attenberger. „Wie überlebst du? Was isst oder trinkst du? Wirst du krank? Wo schläfst du? – In Deutschland kommen diese essenziellen Fragen nicht auf den Tisch, in Afrika stellen sie sich jeden Tag aufs Neue.“ Der Fokus auf das Essenzielle – das (Über-)Lebenswichtige – ist es auch, der seine Fotos heute auszeichnet. Schließlich bildet Moritz Attenberger nicht selten extreme sportliche Leistungen ab. Inszeniert Ausnahmeerscheinungen an hochalpinen Orten, die für andere niemals zugänglich sind.

 

Gemeinsam mit seiner Partnerin Sonja Forster und seinem Bruder war der Outdoor-Fotograf vor rund zehn Jahren nach Westafrika gereist, um das Motorrad seines Schwiegervaters nach Deutschland zu überführen. Der Kontinent faszinierte die drei jungen Erwachsenen so sehr, dass sie blieben – und auf Motorrädern mehr als 8.000 Kilometer durch Benin, Togo, Burkina Faso und Mali zurücklegten.

 

Tiefes Eintauchen in abseitige Themen

In Moritz Attenbergers Büro in der Schlierseer Seestraße steht eine großformatige Schwarzweiß-Fotografie aus dieser Zeit. Sie zeigt den Fotografen und seine Frau auf dem Motorrad. Erinnerungen? In Bildern natürlich! „Wir haben uns damals von einem der berühmtesten Fotografen Afrikas, Malick Sidibé, porträtieren lassen“, verrät Moritz Attenberger. Gleichzeitig war der Fotograf selbst mit der Kamera unterwegs. Und bekam durch Zufall die Chance, tiefe fotografische Einblicke in die Voodoo-Religion zu gewinnen.

 

„Wir waren zu Besuch in der Stadt Ouidah in der Republik Benin, dem Zentrum des Voodoo“, erinnert sich Moritz Attenberger. „Wir hatten unsere Motorräder gerade auf einem kleinen Platz geparkt, als uns ein Junge ansprach: ‚Wollt ihr den König sehen?‘ Eine Viertelstunde später hatten wir dann eine Audienz bei seiner Majestät Daagbo Hounon. Der saß mit Hut und Stange auf dem Gehsteig.“

 

So nah dran, dass es fast wehtut

Am Ende ihres Roadtrips durch Westafrika waren die drei Reisenden aus Deutschland um unzählige Erfahrungen reicher: „Zum sogenannten Papst des Voodoo kommen die Präsidenten von Benin und angrenzender afrikanischer Länder, um sich beraten zu lassen und gemeinsam in die Zukunft zu schauen. Die afrikanische Kultur beruht ja nicht auf Schriften, sondern auf Stories – das lässt sich im Vodoo sehr gut erkennen“, erzählt Moritz Attenberger.

 

Er und seine Begleiter waren eingeladen, an Ritualen und Zeremonien teilzunehmen, die sonst für Außenstehende verschlossen bleiben: „Das war wahnsinnig laut, wahnsinnig anstrengend, am Ende auch extrem unheimlich“, sagt Moritz Attenberger. „Das ist stilprägend für meine Fotografie bis heute: So tief in ein Thema einzutauchen, dass du sagst: Ich muss einen Break machen.“

 

Professionelle Bilder aus Extremsituationen

Am Ende einer langen Reise erschienen Moritz Attenbergers Reportage-Fotografien in der renommierten Berliner Zeitschrift „Das Magazin“. Und der Fotograf entdeckte ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal seiner Arbeit bis heute: „Meine Auftraggeber und ich haben irgendwann festgestellt, dass es einen Bedarf gibt an hochwertigen Bildern aus Extremsituationen. Weg von den Schnappschüssen, die vielleicht nebenbei entstehen, hin zu Profi-Fotos, die so hochaufgelöst sind, dass du am Ende sogar ein Blow-up daraus machen kannst.“

 

Den echten Bergsport mit der Kamera einfangen

Ein Geschäftsmodell, das bis heute die Grundlage für Moritz Attenbergers Erfolg bildet. Schließlich verbindet der 41-Jährige in seiner Arbeit die Fotografie mit seiner langjährigen Erfahrung im Klettern. „Ich klettere, seit ich laufen kann, hatte als Jugendlicher auch mal eine ambitionierte Phase“, so der Schlierseer. „Heute fotografiere ich die besten Kletterer der Welt. Da hilft es, selbst Kletterer zu sein. Dann kannst du gut einschätzen, wo jemand als Nächstes hin steigt, wann er seinen Karabiner klippt, und wann der richtige Moment ist, um auf den Auslöser zu drücken. Ich mache Bilder, die aus diesem echten Bergsport rauskommen, die nah dran sind.“

 

Grönland: „Der perfekte Auftrag!“

Eine Erfahrung, die Moritz Attenberger in diesem Sommer auch auf die Grönland-Expedition mit Extremkletterer Stefan Glowacz führte: „Der perfekte Auftrag, wenn man so will“, resümiert er. Schon lange sind der Abenteurer Glowacz und der kletternde Fotograf befreundet. Moritz Attenberger fotografiert regelmäßig die Kampagnen für Stefan Glowaczs Kletter-Label Red Chili. Doch dieser Auftrag war anders als ein klassisches Werbe-Shooting.

 

In Grönland ging es darum, eine Erstbegehung an einer sogenannten Big Wall zu dokumentieren. Das ist eine 1.300 Meter hohe Steilwand am Berg „Grundtvigskirken“ im Scoresbysund, dem größten Fjordeinschnitt der Welt. „Die Grönland-Reise war extrem facettenreich: Von Segeln über Bergsteigen bis hin zu senkrechtem Klettern war alles dabei“, sagt Moritz Attenberger.

 

Abenteuerliche Fahrt in eine abgelegene Gegend

Schon die Fahrt ins Eis war abenteuerlich: „Das Besondere an diesem Trip war, dass er möglichst CO2-neutral passieren sollte. Also nicht einfach einen Heli nehmen, die Wand klettern und wieder heimfliegen. Deshalb sind wir zuerst mit dem Zug nach Schottland gereist. Und von dort aus mit dem Segelschiff knapp drei Wochen lang über Island nach Grönland. Der Grundtvigskirken liegt in einer wahnsinnig abgelegenen Gegend.“

 

An der Big Wall in Grönland angekommen, plante das Team um Stefan Glowacz, die sogenannten Kingline zu klettern. „Das ist der steilste, kompakteste Wandteil, die kürzeste Strecke zum Gipfel – sehr ästhetisch, sehr logisch, sehr schön. So eine Route für eine Erstbegehung zu finden, ist ein kreativer Prozess“, sagt Moritz Attenberger.

 

Steinschlag an der Big Wall

Doch dann kam alles anders: Denn beim ersten Aufstiegsversuch von Stefan Glowacz und Philipp Hans wird den Kletterprofis ein Steinschlag fast zum Verhängnis. Moritz Attenberger erinnert sich: „Stefan hatte gerade die erste Seillänge geklettert, hatte Stand gemacht und seinen Kollegen nachgesichert. In dem Moment ist ein riesiger Felsbrocken aus der Wand rausgebrochen und auf den Stefan zugefallen.“

 

Nur 50 Meter vor den beiden Männern schlägt der esstischgroße Felsen auf einem Vorsprung auf und explodiert in viele kleine Stücke. Ein Regen aus Steinbrocken geht auf Stefan Glowacz und Philipp Hans nieder. Wie durch ein Wunder erleidet Philipp Hans nur einen Streifschuss, Stefan Glowacz träg drei schmerzhafte Einschläge im rechten Oberschenkel und dem rechten Unterarm davon. Das Duo tritt – unter Schock und mit stechenden Schmerzen – den Abstieg an.

 

Ikonische Bilder von einer Reise der Extreme

„Nach zwei weiteren Kletterversuchen an der Big Wall ist uns klargeworden, dass dieser Weg viel zu gefährlich ist“, erzählt Moritz Attenberger. „In dieser Region in Grönland hört der Permafrost auf. Das ständige Schmelzen, Frieren und wieder Schmelzen setzt dem Fels extrem zu, er wird porös. Das ist wie ein Fisch, der sich langsam seiner Schuppen entledigt.“

 

Das Team erkundet schließlich eine alternative Erstbegehungsroute: Vom Grat des Grundtvigskirken seilen sich die Kletterer in die Südwand ab und erklimmen dann in einem Zug den steilen Gipfel. Das fünf Mann starke Team auf dem nur tischgroßen, kurios geformten Gipfelplateau vor einer Kulisse aus Eisbergen und dem Scoresbysund im blauen Licht der Mitternachtssonne – Moritz Attenberger hat diesen Moment in einem fast schon ikonischen Foto festgehalten.

 

Mit Licht und Location zum perfekten Bild

„Mein Job war genau das: Die schönen Fotos von der Expedition heimbringen für Stefans Sponsoren und für die Medien. Denn jemand wie Stefan Glowacz, der vom Abenteurersein lebt, der braucht tolle Bilder“, sagt Moritz Attenberger. „Optisch kannst du in Grönland fast nichts falsch machen. Da fahren die Eisberge vorbei. Die Berge sind unwahrscheinlich schön, du hast permanent ein tolles Licht – es ist der Wahnsinn!“

 

Was machen seine Fotos aus, vielleicht jedes gelungene Foto? „Ein gutes Bild besteht immer aus verschiedenen Faktoren: Der Moment muss passen, der Bildausschnitt, Aktion, Licht, Styling, Leute und nicht zu vergessen: die Location.“ Aber, sagt Moritz Attenberger, und lächelt verschmitzt: Er werde auch gebucht, weil er „Stroh zu Gold spinnen“ könne.

 

Privat hat die Kamera Pause

Denn schließlich seien Fotoshootings mit berühmten Athleten oft zeitlich so begrenzt, dass man Einschränkungen hinnehmen müssen: „Die Sportler haben nur zu einer ganz bestimmten Uhrzeit an einer ganz bestimmten Location Zeit. Da kann ich dann nicht sagen: Das Licht reicht nicht aus. Oder: Der Hintergrund ist nicht optimal.“

 

Umgekehrt inspiriere ihn aber auch nicht jede tolle Landschaft dazu, zu fotografieren: „Wir wohnen jetzt seit über acht Jahren in Schliersee. Und der Blick auf die Bodenschneid berührt mich jedes Mal. Aber dieser Ort ist eben Rückzugsort für mich, kein Arbeitsort.“ Und eines sei sowieso klar, sagt Moritz Attenberger: „Wenn ich selbst in die Berge gehe, dann habe ich frei. Dann muss die Kamera daheim bleiben.“

 

 

Mehr zur Arbeit von Moritz Attenberger finden Sie hier:

 

Moritz Attenberger

Seestraße 13

83727 Schliersee

Web: https://www.moritzattenberger.com

E-Mail: moritz@moritzattenberger.com

Instagram: https://www.instagram.com/moritzattenbergerphoto/

 

Agentur Neubauer

Tel.: +49 (0)89.27 29 40 60

Web: https://agenturneubauer.com/photographers/moritz-attenberger/

E-Mail: info@agenturneubauer.com

 

 

Fotos 7-24: © Moritz Attenberger

 

 

 

Sandra Leu Sandra Leu

Rheinländerin in Oberbayern. Ist der Liebe gefolgt und hat den Schliersee als Herzensort entdeckt. Freie Redakteurin, PR-Frau und Mama von Zweien. Berät beruflich Heldinnen und bloggt unter countrykruemel.de über Familienleben und Freizeittipps am See.

 

 

 

33. Sixtus ALPENTRIATHLON Schliersee – Der Alpenmythos für Triathleten am 19. Juli 2020!

Presseinformation, München 11.11.2019

Ein absolut herausfordernder Triathlon vor einer extrem schönen Alpenkulisse? Diese wohl einmalige Kombination trifft in Deutschland schon immer auf den Sixtus ALPENTRIATHLON  Schliersee zu. Der Klassiker unter den deutschen Triathlon-Veranstaltungen geht in die nächste Runde. Der Startschuss für die 33. Auflage des Sixtus ALPENTRIATHLON Schliersee fällt am 19. Juli 2020. Der Anmeldestart ist für den 18. November geplant. Der Alpentriathlon über die Olympische Distanz (1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren, 10 Kilometer Laufen) gilt unter Kennern als Mythos. Denn der Star des Events ist die Strecke. Geschwommen wird im Schliersee, die Radstrecke führt hinauf auf den 1.127 m hohen Spitzingpass und die Laufstrecke führt rund um den Spitzingsee.

Die Erinnerungen an den Juli dieses Jahres sind noch taufrisch. Bei den Frauen setzte sich Überraschungssiegerin Lisa Marie Wilmsman aus Holzkirchen ganz knapp mit 37 Sekunden vor Renate Forstner durch. Bei den Herren zeigten die Profis Sebastian Neef und Thomas Tietz ihre Klasse, Platz drei ging an den Schlierseer Andreas Lenz, der damit neuer Landkreismeister wurde.

„Es ist geil, dass man sich hier das Finish so hart erkämpfen muss. Da muss jeder erst einmal durchkommen, ganz egal wie die Konkurrenz ist“, hatte Profi Sebastian Neef wohl die treffenden Worte für den Sixtus ALPENTRIATHLON Schliersee nach seinem dritten Sieg im Juli 2019 gefunden. „Jeder der hier ins Ziel kommt, hat meinen größten Respekt“, zeigte sich der 30 Jahre alte Regensburger von der Strecke und vom Gesamtpaket der Veranstaltung sichtlich angetan.

Was den Sixtus ALPENTRIATHLON Schliersee aus der Masse der Veranstaltungen heraushebt, wurde in der Tat ziemlich deutlich. Die Schwimmstrecke im smaragdgrün schimmernden Schliersee gilt als einmalig. Herausforderung und Highlight des Tages gleichermaßen ist der Anstieg zum 1.127 m hohen Spitzingpass, vier Kilometer lang und durchschnittlich 9 Prozent steil. Wenn das Ende der Radstrecke am Spitzingsee erreicht ist, sind 853 HM geschafft. Die finale Laufstrecke ins Valepp und rund um den wildromantischen Spitzingsee ist einfach nur wunderschön, aber durchaus wellig. Auf den 10 Kilometern sind 176 HM zu bewältigen. Die Athleten selbst bezeichnen den Triathlon-Klassiker in Oberbayern als einen der härtesten und gleichzeitig schönsten Kurzdistanz-Triathlons, die es in Europa gibt. Kein anderer Triathlon über die Olympische Distanz dürfte herausfordernder sein und gleichzeitig für ein derartiges Alpenfeeling sorgen. Ein echtes Alleinstellungsmerkmal.

Der Anmeldestart für den Sixtus ALPENTRIATHLON Schliersee 2020 ist für den 18. November 2019 um 12.00 geplant.

Alle Infos und den Link zur Anmeldung gibt es in Kürze auf: https://alpentriathlon-schliersee.com

 

Kontakt Presse & Kommunikation:

PLAN B event company GmbH
Julia Conrad
E julia.cornad@planb-event.com
M +49 151 550 101 51

Foto: Andi Frank

 

 

Mathias Schrön Mathias Schrön

C. Mathias Schrön, Dipl.-Betriebswirt, Vater von 4 Kindern, geb. am 12.03.1966 in Tegernsee. Aufgewachsen in Neuhaus und Miesbach. Abitur am Gymnasium Miesbach. Abgeschlossenes Studium in BWL sowie in Politikwissenschaften in München. Während und nach dem Studium selbständige Tätigkeit hauptsächlich als Begleiter ausländischer Gäste der Bundesregierung im Auftrag der Bayerischen Staatskanzlei. Seit 15.03.2001 Kuramtsleiter beim Markt Schliersee. In der Freizeit engagierter Fußballtrainer im Jugend- und Seniorenbereich. Mitglied in diversen Vereinen. Freude am Reisen und Sport.

 

 

 

Meine Hot Spots am Schliersee und Spitzingsee!

Griaß eich!

Am Samstagmorgen hab ich mich aufg‘macht, um euch zu meinen persönlichen Hot Spots am Schliersee und am Spitzingsee mitzunehmen.

 

 

Die erste Station ist morgens um 9:00 Uhr der Spitzingsee, und was soll ich sagen: Man merkt langsam, wie der Tag mit Spaziergängern und Wanderern am See erwacht. Ich ging etwas am Ufer entlang, und egal, wo ich mich befand, ich sah immer interessante Perspektiven. Rund um den See war auf einmal Leben, was natürlich auch das tolle Wetter bewirkte. Der Spitzingsee ist mit seinen ca. 3,33 km Umfang für fast jeden zu bewältigen und bietet von jeder Seite wunderschöne Naturperspektiven.

Weiter ging‘s zu den Josefstaler Wasserfällen. Herrlich, wenn man den kurzen Weg durch den Wald rauf geht und von Weitem schon das Rauschen des Wassers hört. Diese Wasserfälle sind für Jung und Alt und sommers wie winters schön anzusehen. Wenn man weiter die Natur genießen möchte, geht man den schmalen Weg ca. 100 m weiter rauf, wo man dem zweiten Wasserfall begegnet. Etwas weiter oben kommt man auf eine herrliche Almwiese, die im Sommer zum Picknick einlädt. Gleich dort findet man auch den Bockerlbahn-Weg. Wer sich für eine längere Wanderung entscheidet, kann hier abbiegen Richtung Spitzingsattel und Brecherspitz.

Danach radelte ich Richtung Stögeralm. Der Weg dort rauf ist etwas steil, mithilfe meines E‑Bikes aber schaffbar. Oben angekommen, wird man mit einem tollen Ausblick belohnt.

Man sieht herrlich über den See, und auch die Natur ist einfach traumhaft von dort oben.

Mein Weg führt mich weiter Richtung Kurpark und Lauber Beach. Dort findet man immer Ansichten, die sich festzuhalten lohnen. Mein Favorit ist derzeit die Skulptur von Otto Wesendonck ‒ der Feuervogel im Spiegel von Helios. Egal, von welcher Perspektive man ihn betrachtet, er sieht immer anders aus.

Am Lauber Beach ist es herrlich, in der Sonne einen Kaffee zu trinken und am Bootssteg über den See zu blicken.

Dann ging‘s weiter zum Kirchbichl. Dort oben muss man einfach mal sein, der Blick über Schliersee ist einfach traumhaft.

Ich radelte weiter die Straße Richtung Hennerer Hof. Kurz davor links bin ich gern und lege mich in die Hängematten bei der kleinen Krainsberg-Kapelle. Dort oben sieht man auch schön zum See und kann die Ruhe und Stille genießen.

Ein Muss ist natürlich auch die Schliersbergalm. Der Blick von dort oben ist einzigartig. Ich weiß gar nicht, wie oft ich da schon war, aber man findet immer neue Blickwinkel zum Fotografieren.

Man kann den Schliersberg gut mit einer Wanderung verbinden oder wie ich mit der Bergbahn „erklimmen“.

Eine meiner Lieblingsperspektiven ist natürlich auch St. Leonhard in Fischhausen-Neuhaus. Eine kleine Kirche mitten im Grünen, umgeben von Kühen.

Rundherum um den Schliersee findet das Auge immer was, was einen zum Fotografieren inspiriert. Ich liebe es am Tag wie auch in der Dämmerung bei Sonnenuntergang, wenn alles langsam schlafen geht und die Sonne hinterm See „gute Nacht“ sagt.

Und wenn man dann noch den Ort bei Nacht sehen möchte, geht man noch auf den Weinberg. Die Kapelle St. Georg bietet einen herrlichen Blick rund um den See.

Natürlich gibt es noch viele Perspektiven zu erwähnen, ganz wichtig natürlich auch die Burgruine Hohenwaldeck, die ich leider nicht mehr geschafft habe, die aber einen Abstecher wert ist.

Ich hoffe, euch haben meine Ansichten und Perspektiven gefallen.

Wenn ihr das nächste Mal am See seid, fangt mal eure persönlichen Perspektiven ein, und ihr werdet sehen: Jeder sieht sie anders, aber alle sind gleich schön.

 

 

Der Schliersee und Spitzingsee laden einfach ein zum Festhalten.

 

Pfiats eich, bis demnächst

 

 

Sabine Hartmann Sabine Hartmann

Geboren in Ingolstadt als echte Schanzerin. Zweitheimat Schliersee. Naturmensch mit Leidenschaft zur Fotografie

 

 

 

Leonhardifahrt 2019 in Schliersee | Mit viel Stolz alte Tradition leben!

Mit Liebe und Stolz präsentierten sich die Schlierseer bei der gestrigen Leonhardifahrt von der Ortsmitte in Schlierseer zur Wallfahrtskirche St. Leonhard in Fischhausen. Auch das Herbstwetter zeigte sich von seiner schönsten Seite. Der warme Föhnwind wehte die bunten Blätter von den Bäumen, und auch die Sonne zeigte sich immer wieder. 54 Gespanne waren aus dem ganzen Landkreis gekommen, um sich den Segen für ihre Rösser abzuholen. Das Klappern der Hufe auf der Teerstraße, das Bimmeln der Glocken am Pferdegeschirr und auch die Blasmusik kündigte die Prozession schon von Weitem an. Hin und wieder kamen auch die Goaßlschnalzer zum Einsatz. Zahlreiche Besucher säumten den Weg und bewunderten die festlich gekleideten Trachtengruppen, Gebirgsschützen, Schalkfrauen, die geschmückten Truhen- und Motivwägen sowie die gestriegelten und herausgeputzten Rösser.

 

 

Nachgefragt: Was sind denn eigentlich Schalkfrauen?

https://magazin.schliersee.de/tag/schalkfrauen/

Rund eine Dreiviertelstunde dauerte die Fahrt entlang des Sees bis nach Fischhausen. Gleich bei der Ankunft an der Kirche St. Leonhard segneten Pfarrer Hans Sinseder und Diakon Alois Winderl die Pferde. Im Anschluss wurde auf der Wiese hinter der Kirche ein feierlicher Gottesdienst abgehalten. Zum Abschluss zog die Prozession noch mal um die Wallfahrtskirche, die Pferde wurden erneut gesegnet, und der Zug teilte sich dann, je nach Heimatort, in Richtung Bayrischzell und Fischbachau oder Schliersee. Im Schlierseer Bauerntheater trafen sich dann viele der Trachtengruppen, um gemeinsam den Tag ausklingen zu lassen. Es wurde gelacht, gefeiert und getanzt – für den richtigen Takt, sorgte die Schlierseer Blasmusik.

 

 

Vielen lieben Dank an alle Mitwirkenden, dass ihr dieses Erbe „Leonhardi“ seit Generationen bewahrt und weiterleben lasst. Es war ein schöner Tag für uns alle. Für alle Einheimischen, „Zugroasten“, Urlauber, Tagestouristen und auch für mich als „rasende Reporterin“ vom Schliersee Magazin.

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Leonhardi – eines der schönsten Feste des Jahres in Schliersee

„Leonhardi ist eines der schönsten Feste des Jahres hier in Schliersee“, sagt Leonhard Markhauser. Eigentlich kein Wunder bei dem Vornamen: „Leonhard“. Tatsächlich ist Hartl mit Leonhardi aufgewachsen, und er war immer schon, auch als Kind, mit dabei. In seiner Familie lebt diese Tradition seit vielen, vielen Generationen. Die Pflege des Brauchtums ist auch Hartl sehr wichtig, und die Traditionen an seine Kinder weiterzugeben steht für ihn im Vordergrund. Natürlich sind seine Kinder genauso beim Leonhardi-Ritt dabei, wie auch sein Vater.

 

 

Heute hat Hartl den Pferden probeweise das Geschirr angelegt. „Die Pferde müssen sich an das Geschirr und auch an das Bimmeln der Glocken gewöhnen“, sagt er. Das Pferdegeschirr stammt aus dem Jahre 1895, dazu besitzt Hartl noch die Urkunde und den Kaufvertrag. Damals hatten seine Vorfahren einen guten Ochsen nach Ungarn verkaufen können, und von diesem Geld haben sie sich dann ein Leonhardi-Festtagsgeschirr geleistet. Das war schon damals etwas ganz Besonderes. Normalerweise haben die Bauern für Leonhardi ihre gebrauchten Alltags-Pferdegeschirre geputzt und hergerichtet. Das Festtagsgeschirr der Familie Markhauser ist eine echte Rarität.

Grundsätzlich wurden die Geschirre aus Leder hergestellt, um es den Pferden so angenehm wie möglich zu machen. Bbeim Festtagsgeschirr findet man neben viel Messing, auch Symbole.

 

Das rote Schweißtuch „Wenn das Pferd geschwitzt hat, wurde es abgerieben, damit es sich nicht erkältete.“

Der Dachs „Das Dachsfell war ein Symbol für gewonnenes Dachsfett, für die Lederpflege und zum Hufe einschmieren.“

Der Pferdekamm „Der Messingkamm wurde zum Frisieren benutzt.“

 

Die drei Symbole gehören unbedingt zu einem Festtagsgeschirr. Das Geschirr setzt sich aus Spitzkummet und Strängen zusammen. Das Kummet muss dem Pferd richtig passen. Es ist gepolstert und darf nirgends drücken oder scheuern. Es verteilt die Zugkraft sinnvoll auf Brustkorb, Schultern und Widerrist (das ist der erhöhte Übergang vom Hals zum Rücken). Dadurch wird die volle Zugkraft des Pferdes nutzbar. Das Hintergeschirr ist heute eigentlich nicht mehr üblich, da die Fahrwege besser sind und die Wägen gute Bremsen haben. Früher, wenn es leicht bergab ging, hat man das Pferd mit den Zügeln zurückgenommen, und das Pferd hat den Wagen praktisch mit dem Hinterteil gebremst. Wenn ihr bei uns am Sonntag zur Leonhardi-Fahrt geht, schaut euch doch die verschiedenen Geschirre einmal an und vergleicht.

Leonhardi ist eine Leidenschaft für Hartl. Ihr findet ihn nicht nur bei der Schlierseer Leonhardifahrt. Er ist auch über die Landkreisgrenzen hinweg unterwegs. Aber am schönsten ist es für ihn natürlich in seiner Heimat Schliersee.

 

 

Nachgefragt: Kann jede Gemeinde eine Leonhardi-Fahrt ausrichten? Nein, eine Gemeinde muss eine Leonhardi-Kirche oder Leonhardi-Kapelle besitzen, um einen Leonhardi-Ritt zu veranstalten.

Leonhardi-Ritt Schliersee am 03. November 2019 ab 9:00 Uhr mit Start am Schlierseer Bahnhof

Bundesstraße B307 im Bereich Schliersee von 8:00 – 13:00 Uhr gesperrt

 

Der Anderlbauer am See

Familie Markhauser

Fischhauser Straße 5

83727 Schliersee

https://www.anderlbauer-am-see.de/

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Tipps November 2019: Farbenfrohe Erlebnisse in Schliersee

über dem Nebelmeer die Sonne zu genießen, ist sicher einer der besten Gründe, uns im November zu besuchen. Aber ich möchte Ihnen auch ein ganz besonderes Highlight bei uns in Schliersee ans Herz legen: den Leonhardi-Ritt am 03. November 2019. Leonhardi ist einer der ältesten christlichen Bräuche Bayerns.

Herausgeputzte Rösser, festlich gekleidete Trachtler und feierlich geschmückte Truhenwägen erwarten Sie. Die herbstliche Wallfahrt mit Pferdesegnung beginnt um 9:00 Uhr am Bahnhof in Schliersee. Wie Ihr perfekter Leonhardi-Tag aussehen kann, erfahren Sie bei uns im Schliersee Magazin. 

 

Für einen Schlechtwetter-Tag habe ich einen ganz persönlichen Tipp für Sie. Wir haben in der Vitalwelt Schliersee letzte Woche die Ausstellung „100 Jahre Bockerlbahn Schliersee“ eröffnet.

Tauchen Sie ein in eine aufregende Zeit nach dem Jahrhundert-Föhnsturm am Spitzingsee vor hundert Jahren. Viele große Schwarzweiß-Fotos auf großen Plakatwänden, verschiedene Werkzeuge und sogar original Kleidungsstücke und andere Gebrauchsutensilien aus dieser Zeit können bewundert werden. Auch eine Bildschirmdokumentation sowie ein aktueller TV-Beitrag über den Bockerlbahn-Wanderweg können Sie auf einem großen Bildschirm betrachten. Die gesamte Ausstellung will Ihnen einen Eindruck vermitteln über das Ausmaß der damaligen Naturkatastrophe sowie die damit verbundenen Mühen und mit welcher großartigen Leistung alle Beteiligte bei der Neuhauser Bockerlbahn gearbeitet haben.

Die Bockerlbahn-Ausstellung kann täglich bei freiem Eintritt besucht werden. Ich freue mich über Ihr Feedback. Schicken Sie mir gern eine E-Mail

 

Freuen Sie sich auch schon auf den Winter?

 

Haben Sie Ihren Winterurlaub in Schliersee schon gebucht? Ich kann Ihnen etwas verraten: Wir in Schliersee starten am 30. November mit der Museumsweihnacht am Schlierseer Heimatmuseum in die Weihnachtszeit. Nach dem Besuch auf dem Christkindlmarkt können Sie im Anschluss, im neuen Saal des Heimatmuseums, das Konzert „Advent is a Leucht’n“ besuchen.

Es spielen und singen Christine Horter, Lisa Schöttl und Uschi Bommer ab 19:00 Uhr adventliche Klänge aus der Heimat und aus verschiedenen Ländern der Welt. Die Karten kosten 8 Euro und sind bei uns in der Gäste-Information in der Vitalwelt Schliersee erhältlich. Ich hoffe, Sie lassen sich so von uns schon ein wenig auf die Weihnachtszeit einstimmen.

 

Genießen Sie die letzten schönen Tage in der warmen Herbstsonne und freuen Sie sich mit mir auf einen schneereichen Winter hier bei uns am Schliersee und Spitzingsee.
Ich hoffe, wir sehen uns!

 

P. S.: Kennen Sie schon Sabine Hartmann? Sie ist seit Kurzem in unserem Redaktionsteam vom Schliersee Magazin und nimmt Sie in ihrem ersten Beitrag ganz früh am Morgen mit um den Schliersee.   

 

 

Mathias Schrön Mathias Schrön

C. Mathias Schrön, Dipl.-Betriebswirt, Vater von 4 Kindern, geb. am 12.03.1966 in Tegernsee. Aufgewachsen in Neuhaus und Miesbach. Abitur am Gymnasium Miesbach. Abgeschlossenes Studium in BWL sowie in Politikwissenschaften in München. Während und nach dem Studium selbständige Tätigkeit hauptsächlich als Begleiter ausländischer Gäste der Bundesregierung im Auftrag der Bayerischen Staatskanzlei. Seit 15.03.2001 Kuramtsleiter beim Markt Schliersee. In der Freizeit engagierter Fußballtrainer im Jugend- und Seniorenbereich. Mitglied in diversen Vereinen. Freude am Reisen und Sport.

 

 

 

Mein perfekter Leonhardi-Tag in Schliersee | 03. November 2019

Leonhardi ist einer der ältesten christlichen Bräuche in Bayern. Auch in Schliersee gehört der Leonhardi-Ritt zu den wichtigsten Tagen im Brauchtumsjahr. Eine gute Gelegenheit, echte Schlierseer Tradition zu erleben. Herausgeputzte Rösser, festlich gekleidete Trachtler und feierlich geschmückte Truhenwägen erwarten euch. Sonne ist natürlich die beste Voraussetzung für einen Leonhardi-Ritt, aber auch ein mystischer Novembertag mit Nebelschwaden, der den Blumenschmuck der Pferde und die Trachten der Schlierseer ganz besonders herausstrahlen lässt, kann wunderschön sein.

 

 

Die Schlierseer sind stolz auf ihre Tradition und freuen sich auf viele Besucher.

 

# Tipp 1 Mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen

Die Bundesstraße B307 ist an Leonhardi von 8:00‒13:00 Uhr gesperrt. Wenn ihr mit dem Auto nach Schliersee fahren wollt, müsst ihr früh unterwegs sein. Aber auch vor und nach der Straßensperre ist mit Behinderungen durch Pferdegespanne zu rechnen, die aus den Nachbargemeinden an- und abreisen. Bitte nehmt Rücksicht. Die Pferdegespanne werden immer begleitet, es sind also auch viele Menschen zu Fuß auf der Straße unterwegs. Bitte unternehmt keine gefährlichen Überholmanöver.

Ihr seid zu spät dran, und die Straße nach Schliersee ist bereits gesperrt? Es gibt eine Umleitung durch das Leitzachtal, aber wenn ihr schon in Hausham seid, könnt ihr das Auto auch auf dem P+R-Parkplatz am Bahnhof Hausham oder auf dem Großparkplatz „Glück Auf“ abstellen und entweder zu Fuß nach Schliersee laufen (30 Minuten entlang der Schlierach) oder die BOB nach Schliersee oder Fischhausen-Neuhaus nehmen.

Am besten reist ihr gleich mit der BOB an, denn genau am Bahnhof Schliersee stellt sich der Pferdezug auf, und ihr seid sofort mitten im Geschehen. Schon hier könnt ihr die Pferde und die festlich geschmückten Truhenwägen bewundern. Die Pferdewallfahrt geht am Schliersee entlang auf der Seestraße nach Fischhausen zur Leonhardikirche, wo die Segnung und der Gottesdienst unter freiem Himmel stattfinden. Dort könnt ihr auch eine kleine Brotzeit kaufen (Wiener mit Semmel). Bequem geht die Heimreise dann am Ende des Leonhardi-Tages mit der BOB direkt von Fischhausen-Neuhaus.

Ein besonderes Erlebnis: Mit der Schlierseeschifffahrt zur Leonhardifahrt

Abfahrt Vitalwelt zur Seestraße 9:00 Uhr | Abfahrt Seestraße zur Leonhardifahrt 9:30 Uhr

Rückfahrten ab Fischhausen zum Schlierseer Hof etwa 11:00 Uhr, 11:30 Uhr und 12:00 Uhr (Fahrpreis pro Teilstrecke 3 Euro, Kinder 2 Euro) (https://www.schlierseeschifffahrt.de/)

 

# Tipp 2 Die schönsten Foto-Spots

Die schönsten Foto-Spots sind für mich:

+ Bereits beim Aufstellen des Zuges, da man viel Zeit zum Fotografieren von Details hat

+ Vor dem Bauertheater am Maibaum mit der Kirche St. Sixtus im Hintergrund

+ Bei der Segnung vor der Leonhardikirche in Fischhausen

+ Beim Umritt über das Feld hinter der Kirche

 

# Tipp 3 Nach dem Leonhardi-Umzug ins Wasmeier Museum | Freier Eintritt

Der Leonhardi-Tag ist traditionell der letzte Saisontag im Markus Wasmeier Freilichtmuseum. An diesem Tag ist der Eintritt frei. Eine gute Gelegenheit für ein Mittagessen im Wirtshaus „Zum Wofen“. Lasst euch mit bayerischen Schmankerln und frisch gebrautem Museumsbier verwöhnen. Das Markus Wasmeier Freilichtmuseum ist immer einen Besuch wert, und vielleicht kommt ihr auch mit dem einen oder anderen Reiter oder Gespann-Fahrer ins Gespräch, die treffen sich nach dem Umzug nämlich auch alle hier (https://www.wasmeier.de/).

 

# Tipp 4 Nach einem langen Tag an der frischen Luft: In der Sauna erholen und den Stau umgehen

Falls ihr doch mit dem Auto gekommen seid, lasst euch ein bisschen Zeit mit der Rückfahrt. Je später ihr die Heimreise antretet, desto entspannter wird sie. Ein gemütliches Abendessen, etwa im Ratskeller, und ein anschließender Saunabesuch machen den Tag bei uns in Schliersee perfekt. Die Sauna im monte mare Schliersee ist sonntags bis 21:00 Uhr geöffnet (https://www.monte-mare.de/de/schliersee.html).

 

 

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Schlierseer Geschichte erleben | Ausstellung 100 Jahre Bockerlbahn in der Vitalwelt Schliersee

Am Samstag eröffneten Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer und Kuramtsleiter Mathias Schrön die Ausstellung „100 Jahre Bockerlbahn“ in der Vitalwelt Schliersee.

Ab Montag, 28. Oktober 2019, ist diese Ausstellung bei freiem Eintritt täglich zu besichtigen.

 

 

Vor hundert Jahren fegte im Januar ein Föhnsturm über das Spitzingseegebiet, und nach zwei weiteren Stürmen im März und Juli lagen schließlich etwa 300.000 Bäume entwurzelt oder umgeknickt am Boden. Es musste schon nach dem ersten Sturm schnell Abhilfe geschaffen werden, um Schädlingsbefall und Fäulnis zu verhindern. Bereits im Februar, nur sechs Wochen nach dem Jahrhundertsturm, lag ein Plan für den Bau einer Schmalspurbahn vor. Bestehen blieb sie nur bis 1922. Als das Holz abtransportiert war, wurde die Bahn wieder demontiert. Vom Bahnhof in Neuhaus (Zuganbindung nach Schliersee und Bayrischzell) ging die Waldbahn über die Stockeralm, den Spitzingsattel, die Wurzhütte, das Blecksteinhaus bis zur Waitzinger Alm. Heute befindet sich auf der 12 km langen Strecke der Schmalspurbahn ein Wanderweg – der Bockerlbahnweg. Auf zahlreichen Tafeln entlang des Weges könnt ihr viel über die Geschichte der Neuhauser Bockerlbahn lernen. Den Flyer hierzu bekommt ihr bei uns in der Gäste-Information Schliersee.

Es mussten damals sogar Felsen weggesprengt werden, um die Gleise zu verlegen.

Vor der „Neuen Wurzhütte“ geht unser Weg bei der Tafel 10 nach rechts in Richtung „Rosskopfhaus“, auf der alten Trasse oberhalb der Valepper Almen am Almboden vorbei und einige Zeit später durch einen aus dem Felsen gesprengten Trassendurchbruch. Eine Tafel (Nr. 11) zeigt die ehemalige Dampflok bei der Fahrt durch diesen Felsdurchbruch.“

(Freunde der Bockerlbahn)

TIPP: Ein ganz besonderes Highlight ist der Originalwaggon, der auf dem Wanderweg als Anschauungsobjekt steht und echtes Bockerlbahn-Feeling vermittelt. Diesen haben die Freunde der Bockerlbahn 2014 in Norddeutschland ausfindig gemacht und aufgestellt.

Gearbeitet wurde damals mit den einfachsten Mitteln, wie etwa der Wiegsäge, Sapie oder Axt. Diese Gegenstände könnt ihr in der Ausstellung in der Vitalwelt Schliersee besichtigen. Lasst euch zurückversetzen in das Jahr 1919: Die vielen großen Schwarzweiß-Bilder vermitteln einen echten Eindruck wie hart diese Arbeit damals gewesen sein muss.

Die Ausstellung widmet sich auch Dr. Jörg von Hertlein (1927 – 2014), einem großen Förderer der Bockerlbahn. Seine täglichen Spaziergänge hatten ihn inspiriert, die Bockerlbahn wieder in Erinnerung zu rufen. Er begann nach alten Fundamenten der Brücken und nach Gleisresten zu suchen und machte schon bald Vorträge über die Neuhauser Bockerlbahn. Ihm ist es zu verdanken, dass die Bahn nicht in Vergessenheit geraten ist.

Zusätzlich läuft in der Ausstellung eine Bildschirmpräsentation und ein Film über die Bockerlbahn, den das Bayerische Fernsehen bei uns im Frühjahr gedreht hat.

Diesen Film könnt ihr auch hier gleich online anschauen: https://www.br.de/mediathek/video/wandern-am-spitzingsee-auf-den-spuren-der-bockerlbahn-av:5cf92faac6ded500133bd32b

Ich war beim Drehtag dabei: https://magazin.schliersee.de/tag/bockerlbahn/

Die Ausstellung 100 Jahre Bockerlbahn Schliersee ist meiner Meinung nach sehr gelungen. Nachhaltig aus Holz und mit vielen großen Bildern wurde sie von Kuramtsleiter Mathias Schrön konzeptioniert, grafisch perfekt umgesetzt von Renate Holzmeier und bei der Umsetzung unterstützt von Reiner Pertl.

 

 

Bis Weihnachten täglich in der Vitalwelt Schliersee zu besichtigen. Nicht verpassen!

Vitalwelt Schliersee

Perfallstraße 4

83727 Schliersee

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee