Vorsicht, freilaufende Rinder: Almabtrieb im Spitzingseegebiet

Es ist wieder so weit: Freilaufende, oft festlich geschmückte Rinder bevölkern die Bergwege und Straßen im Bayerischen Oberland.

Mit dem Almabtrieb wird zwischen Mitte September und Mitte Oktober das Ende des Sommers gefeiert. Diesen verbrachte das Jungvieh auf den saftigen Almwiesen. Sobald das Gras nicht mehr ausreichend nachwächst, oder es zu kalt wird, werden die Rinder von den Bergweiden ins Tal überführt, damit sie in den warmen Stallungen der Bauernhöfe überwintern können.

Wenn während des Aufenthalts auf der Alm kein Tier zu Schaden gekommen ist und es keinen Trauerfall in der Familie des Bergbauern gegeben hat, werden die Tiere für den Almabtrieb aufwendig mit Buschen, Bändern und Glocken geschmückt. Diese werden traditionell von der Almerin oder dem Hirten während der Sommermonate aus Almrausch, Latschenkiefer, Silberdistel und Seidenblumen gefertigt. Am Tag des Almabtriebs helfen die Hirten und Treiber gemeinsam dabei mit, die Tiere mit den Gebinden zu schmücken. Und dann machen sich Mensch und Tier zusammen auf den Weg ins Tal, was oft mit einer hohen Geschwindigkeit der Rinder einhergeht, die sich bereits auf ihre Heimatstallungen zu freuen scheinen. Unten angekommen, werden die Tiere dann geschieden (Viehscheid) und ihren jeweiligen Eigentümern zugeführt.

 

Danach feiern alle Beteiligten den erfolgreichen Almabtrieb mit einem herzhaften bayerischen Braten und anderen regionalen Gerichten.

 

 

Also Vorsicht, liebe Autofahrer, an den Tagen des Almabtriebs ist Geduld angesagt. Im Zweifel sind die Rinder stärker als das Autoblech. Erfreut Euch an dem seltenen Anblick und gönnt Euch einen Moment des Innehaltens. Es ist ein Augenschmaus und ein besonderes Erlebnis, den Tieren auf ihrem Weg nach Hause zu begegnen.

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Die Schlierseer Hardrock-Band SLEARS – ein Top Act auf dem Schlierseer Kulturherbst 2018

Endlich! Unsere Rockband SLEARS rockt Schliersee am 12.10.2018 im Festzelt am See!

„Unsere Rockband“, weil die Besetzung von SLEARS aus Schliersee und Umgebung stammt und auch der Name auf den ursprünglichen Namen des Schliersees ‒ „Slyrs“ ‒ zurückgeht. „Wir haben das einfach ein bisschen ,verenglischt‘ – und so entstand SLEARS“, erzählt Tom Käser.

Was liegt da näher, als dass die Band, bestehend aus Peter Kandlinger (Gesang), Tom Käser (Gitarre), Gustl Berauer (Gitarre), Andi Eichinger (Bass) und Daniel Rasquin (Schlagzeug), nun auch direkt am Schliersee auftritt.

Ulli: Hallo Tom, freut mich, dich bald wiederzusehen und vor allem SLEARS wiederzuhören. Am 23.03.2018 erschien euer neues Album „Turbulent Waters“, das ihr am 14. April in der kleinen Turnhalle des Musikcafés weyHALLA in Weyarn live vorgestellt habt. Was hat sich seither bei euch alles getan?

Tom:

Wir sind sehr zufrieden. Wir haben bis jetzt nur positive Reaktionen auf unser neues Album bekommen und über 700 Airplays in Radiostationen verteilt über ganz Europa. Zudem wurden wir von der Rock Antenne unter die fünf besten Bands aus Bayern gewählt. Aktuell sind wir in der kommenden Ausgabe des englischen Fireworks-Magazins (vergleichbar mit dem deutschen Metal Hammer) mit Interview und unserem Song „Haven“ auf der CD-Beilage vertreten. Und natürlich bereiten wir uns auf die kommenden Konzerte im Herbst vor. Außerdem sind wir gerade am überlegen, ob wir noch eine zweite Single vom Album auskoppeln.

 

Ulli: Da ist wirklich viel bei euch passiert. Das hört sich super an. Wie kam es nun zu dem kommenden Konzert im Festzelt am See? Dort werden etwa 1.000 begeisterte Besucher erwartet, was schon ein großer Event in Schliersee ist. Und auf was dürfen wir uns bei euch besonders freuen?

Tom:

Das ist nicht nur für Schliersee ein großes Ereignis, sondern natürlich auch für uns als Band. Wie ja allgemein bekannt ist, mangelt es im Landkreis Miesbach ein bisschen an Auftrittsmöglichkeiten, und so ist das für uns natürlich eine super Sache. Wir können direkt da, wo wir herkommen, unser Album live präsentieren, erschließen vielleicht sogar eine neue Hörerschaft und treffen zudem noch unsere alten Freunde! Besser geht’s kaum.

Ja, wie kam es dazu: Einige Schlierseer waren bei unserem Auftritt im April im Münchener Pressehaus dabei. Da haben wir zusammen mit Gil Ofarim gespielt. Nach unserem Gig kam dann zum ersten Mal die Idee vom Auftritt beim Schlierseer Kulturherbst zur Sprache. Florian Zeindl hat ein gutes Wort für uns eingelegt, und Johannes Wegmann hat mich dann im Mai kontaktiert. Und so kam das eine zum anderen.

Da wir am 12. Oktober der Headliner sind – Support ist übrigens die sehr gute Münchener Band „Bowmen“ ‒ spielen wir ein extra langes Set mit einigen Überraschungen, die man so von uns noch nicht gehört hat. Seid gespannt! J

 

Ulli: Überraschungen sind immer gut! Jetzt hast du uns richtig neugierig gemacht. Vielen Dank, Tom, dass du dir erneut Zeit für ein Interview genommen hast. Wir freuen uns alle auf euch. Ihr rockt den Schliersee!

 

 

Karten für SLEARS können bei der Gäste-Information Schliersee, dem Waitzinger Keller in Miesbach, dem Kultur im Oberbräu sowie allen München Ticket Vorverkaufsstellen erworben werden, ebenso auf www.muenchenticket.de oder über deren Ticket-Telefon 089/54818181.

 

 

12.10.2018 im Festzelt am See
Beginn: 20:00 Uhr
Eintritt: 8,00 €

Gäste-Information Schliersee
Perfallstraße 4
83727 Schliersee
Tel.: 08026/60650

Internet: www.schliersee.de

http://www.kulturherbst-schliersee.de/veranstaltung/slears-hard-rock-vom-schliersee/

 

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Carl Schwarz – ein musikalischer Tausendsassa

Ich weiß ein kleines Tal … ‒ so lautet der erweiterte Titel des bekannten Schlierseer Liedes, das Carl Schwarz unserem Ort gewidmet hat. Das Volkslied in bayerischer Mundart erzählt von der unbandigen[1] Schönheit unserer Gegend und dem hiesigen Brauchtum. Die getragene Melodie und die warmen Harmonien lassen den Zuhörer die Idylle und Ruhe rund um den Schliersee geradezu spüren. Mit anderen Worten: Carl Schwarz hat eine wunderschöne Liebeserklärung an Schliersee niedergeschrieben.

Am 9. Februar 1891 wurde Carl Schwarz, der seinen Namen anfangs mit „K“ und später mit „C“ schrieb, in München geboren. Er begann im zarten Alter von sieben Jahren, Zither zu spielen, und übte fleißig, denn, so schrieb er einmal selbst: „Als ich zum erstenmal das Tegernseer Bauerntheater sah […], war ich begeistert, besonders von den Zwischeneinlagen des Zitherterzetts, denn Musik liebte ich über alles. Mein einziger Wunsch war, auch so spielen zu können.“[2] Mit 15 Jahren bekam er ein Engagement als Zitherspieler in der Schweiz. Während seines vierjährigen Aufenthalts in Zürich erlernte er das Streichmelodion, auch Streichzither oder Schoßgeige genannt – ein typisches, aber sehr selten gespieltes Instrument der alpenländischen Volksmusik ‒, und entwickelte sich über die Jahre zu einem Virtuosen auf seinen Instrumenten.

„Im April 1910 kam ich zu den Schlierseern, die gerade in München im Deutschen Theater gastierten“[3], schrieb Carl Schwarz. Bis etwa Ende der 1920er-Jahre, unterbrochen vom Ersten Weltkrieg, tourte er mit dem Ensemble des Schlierseer Bauerntheaters durch Deutschland, Österreich-Ungarn und die Schweiz – und das nicht nur als Musiker, sondern auch als Darsteller: „Ich spielte auch Naturburschenrollen, aber die Hauptsache war mir […] doch die Musik.“[4] Später bereiste er mit seinem Schwarz-Trio ganz Europa, nahm in den 1930er-Jahren sogar Schallplatten in London auf und war für die jungen Musiker ein großes Vorbild, „eine Größe, ein absoluter Chef, der sich um alles gekümmert hat“, wie sich Kurt Halletz, musikalischer Leiter beim Bauerntheater Schliersee, erinnert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg beendete Schwarz seine Laufbahn als Berufsmusiker, blieb aber der Musik und der Schlierseer Bühne bis zu seinem Tod am 7. November 1969 treu – als Leiter der Schlierseer Heimatabende, bei denen er als Musiker und Ansager mit komödiantischem Talent sein Publikum begeisterte. Karl B. Kögl erzählt: „Carl Schwarz war ein musikalischer Tausendsassa. Ich habe ihn als Bub und Jugendlicher viele Male beim Schlierseer Heimatabend als grandiosen Zitherspieler, Sänger und Moderator erlebt.“

In Würdigung seiner Verdienste um den Ort und als Komponist des Schlierseer- und des Spitzing-Liedes wurde Carl Schwarz 1959 zum Ehrenbürger von Schliersee ernannt. Außerdem erinnern die Carl-Schwarz-Straße, unweit des Schlierseer Strandbades, und die vom Fremdenverkehrsverein Schliersee auf der Hochburg angebrachte Gedenktafel an den Musiker und Komponisten. Carl Schwarz‘ letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Friedhof der katholischen Kirche St. Sixtus in Schliersee und trägt die sympathische Inschrift „I bin im Himmi drobn u. werd euch alle lobn“[5].

 

 

Quellen:

s’Schlierseer-Büchl. Zum 25-jährigen Bestehen des Schlierseer Bauerntheaters, Hrsg. Dr. Ernst Hohenstatter, im Selbstverlag Der Schlierseer, München 1918, S. 26‒28.

Schliersee 779–1979. Eine Chronik zum Jubiläum, Hrsg. Markt Schliersee, November 1978, S. 99/100, 253, 288, 291, 294.

 

[1] Bayerisch für unbändig, unbeschreiblich.

[2] s’Schlierseer-Büchl. Zum 25-jährigen Bestehen des Schlierseer Bauerntheaters, Hrsg. Dr. Ernst Hohenstatter, im Selbstverlag Der Schlierseer, München 1918, S. 27.

[3] s’Schlierseer-Büchl. Zum 25-jährigen Bestehen des Schlierseer Bauerntheaters, Hrsg. Dr. Ernst Hohenstatter, im Selbstverlag Der Schlierseer, München 1918, S. 27.

[4] s’Schlierseer-Büchl. Zum 25-jährigen Bestehen des Schlierseer Bauerntheaters, Hrsg. Dr. Ernst Hohenstatter, im Selbstverlag Der Schlierseer, München 1918, S. 28.

[5] Bairisch: Ich bin im Himmel oben und werde euch alle loben

 

 

Kathrin Zott Kathrin Zott

Aufgewachsen und noch immer wohnhaft in Neuhaus am Schliersee, zweifache Mama, studierte Germanistin und Musikpädagogin, freiberufliche Lektorin und Korrektorin – mit anderen Worten: heimatverbundene, musikbegeisterte, kreative, tierliebe und vor allem komplett italienverrückte Leseratte.

 

 

 

Traditioneller Schlierseer Trachten- und Handwerkermarkt am 08. und 09. September 2018

Der Schlierseer Trachten- und Handwerkermarkt ist ein Kunsthandwerker-Markt, auf dem Sie viele traditionelle und auch ausgefallene Stücke verschiedenster Art erwerben können. Angefangen von Trachtenbekleidung über Hüte, Schmuck, Blumenkränze, Stickereien, Holzspielzeug, Knöpfen, Käse bis hin zu Gamsbärten u. v. m. gibt es hier zu entdecken.

Der beliebte Markt findet am nächsten Samstag und Sonntag von 10:00‒18:00 Uhr in der Lauterer- und Perfall-Straße mit Blick auf den idyllischen Schliersee statt.

Der Sonntag ist außerdem ein verkaufsoffener Sonntag, sodass Sie auch in den umliegenden Geschäften in Ruhe stöbern können.

 

Es werden ca. 65 Aussteller von traditioneller Tracht und heimischem Handwerk erwartet, die ihre Produkte zum großen Teil in der eigenen Werkstatt herstellen.

 

Einigen Handwerkern kann bei der Ausübung ihrer Tätigkeit über die Schulter geschaut werden, sodass Sie einen schönen Einblick in das jeweilige Kunsthandwerk erhalten können. Auch Kinder können ihr Geschick z. B. beim Schmieden ausprobieren.

 

Selbstverständlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt, und Sie erhalten an verschiedenen Ständen oder auch im Biergarten die unterschiedlichsten Schmankerl.

 

 

Zum See und Kurpark geht es nur quer über die angrenzende Wiese, sodass Sie im Anschluss an den Bummel über den Markt den Tag noch für einen Spaziergang oder eine Bootsrundfahrt nutzen können.

 

 

Lauterer- und Perfall-Straße
83727 Schliersee

Öffnungszeiten: 10:00‒18:00 Uhr

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Werner Bochmann – der Filmkomponist, der sein Zuhause am Schliersee fand

Kennen Sie ihn, den Schwarzweiß-Filmklassiker Die Feuerzangenbowle mit Heinz Rühmann aus dem Jahr 1944? Höchstwahrscheinlich! Denn auch heute noch ist diese Filmkomödie fast jedermann ein Begriff. Weniger bekannt dagegen dürfte sein, dass die Musik zu diesem Film aus der Feder von Werner Bochmann stammt, der über 50 Jahre in Schliersee lebte und arbeitete.

Werner Bochmann wurde am 17. Mai 1900 in Meerane, Sachsen, geboren und lernte bereits zu Schulzeiten Klavierspielen. Nach dem Abschluss der Oberrealschule begann er, der Vernunft halber, zunächst ein Chemie- und Mathematikstudium in Dresden. Doch die Liebe zur Musik war letztlich stärker. Bochmann brach sein Studium ab und widmete sich ganz der Musik. Das Kompositionsstudium bei Joseph Gustav Mraczek und Franz Schreker finanzierte er sich durch das Erteilen von Nachhilfestunden in Mathematik.

Nach dem Studium verdiente er sich sein Geld zunächst als Korrepetitor an der Oper in Dresden und dann als Pianist beim Orchester von José Soler, mit dem er durch Europa tourte. Bochmann erzählt darüber: „Jahre, bevor mir der ,Einstieg‘ in die UFA-Karriere glückte, fiel die Entscheidung für die Unterhaltungsmusik, als ich unversehens in das argentinische ,Orchestra tipukta‘[1] des großen José Soler engagiert wurde. Dort war der Pianist ausgefallen. Zunächst in einem Münchener Konzertcafé, dann in vielen Großstädten lernte ich in dieser interessanten Position alles kennen, was das Repertoire spanisch-argentinisch-brasilianischer Folkloremusik zu bieten hatte. Kein Wunder, dass ich mich eines Tages auch als Komponist auf diesem Spezialgebiet versuchte, und als ich das erste Dutzend UFA-Filme komponiert hatte, machte ich meine ersten Aufnahmen mit dem ,Tango-Orchester Werner Bochmann‘ bei COLUMBIA.“[2]

Sein erster großer Kompositionserfolg gelang ihm 1929 mit dem Slowfox I Called to Say Good Night, der nach längerer, erfolgloser Suche nach einem Verlag schließlich in Amerika von Irving Berlin verlegt wurde und zum internationalen Erfolg wurde. Ab 1933 arbeitete Bochmann dann für die Filmgesellschaft UFA und komponierte im Laufe seiner langen Karriere unzählige Lieder, Bühnenstücke sowie Filmmusiken, mit denen er die Zeit des Tonfilmschlagers prägte. Zu seinen bekanntesten Liedern zählen sicherlich Der Theodor im Fußballtor, das in der Interpretation von Theo Lingen im gleichnamigen Film zum Evergreen wurde, sowie Heimat deine Sterne aus dem Film Quax, der Bruchpilot. Durchweg von Erfolg gekrönt waren auch seine Kompositionen für Ilse Werner, deren Talent zum Singen und Pfeifen Werner Bochmann durch einen Zufall entdeckte. 1967 wurde Bochmann mit dem Bundesfilmpreis in Gold, 1984 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse sowie 1985 mit dem Paul-Lincke-Ring ausgezeichnet.

Im Artikel des SPIEGEL-Verlags Eine „Spiegel“-Seite für Werner Bochmann (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44435584.html) aus dem Jahr 1949 berichtet Werner Bochmann in überaus erheiternder Weise über sein Leben als Filmkomponist, das nicht immer so angenehm war, wie man es sich vielleicht vorstellt. Als Bochmann diese Zeilen niederschrieb, lebte er bereits in Schliersee, das er noch während des Zweiten Weltkrieges zu seiner Wahlheimat auserkoren hatte und wo er die Ruhe fand, die er für seine Arbeit brauchte. In seinem Haus am Schliersberg wohnte er bis zu seinem Tod am 3. Juni 1993. Werner Bochmann wurde auf dem Friedhof St. Sixtus in Schliersee beigesetzt.

Die Schlierseer schätzen ihren „Hauskomponisten“[3], wie er auf der Internetseite des Schlierseer Singkreises liebevoll genannt wird, sehr. Karl B. Kögl, der Leiter des Schlierseer Singkreises, erzählt: „Er war ein sehr liebenswürdiger und bescheidener Mann.“ Zum 100. Geburtstag Werner Bochmanns wurden ihm zu Ehren im Schlierseer Bauerntheater unter Leitung von Timm Tzschaschel zwei sehr erfolgreiche Konzerte gegeben. Mit dem Lied Vom Schliersee bis zum Spitzingsee hinterließ Bochmann auch eine Hommage an seine Wahlheimat Schliersee. „Ich selbst singe dieses Lied bei den Kurkonzerten Klingendes Schliersee – Tausend Takte gute Laune, begleitet von den Unterleiten-Musikanten“, berichtet Karl B. Kögl. Außerdem erinnern die Werner-Bochmann-Straße östlich des Schlierseer Bahnhofs sowie eine vom Fremdenverkehrsverein Schliersee gestiftete Gedenktafel auf der Hochburg an den berühmten Komponisten.

 

 

Quellen:

https://www.meerane.de/beruehmte-meeraner-werner-bochmann.html

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44435584.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Bochmann

https://www.singkreis-schliersee.de/schlierseer-komponisten/werner-bochmann/

UFA Autorenporträts – Werner Bochmann, Thema: Mit Musik geht alles besser, Manuskript und Moderation: Helmuth M. Backhaus (Gesamtdauer 65:05), UFA-Musik- und Bühnenverlage, München

[1] Druckfehler? Vermutlich „Orchester Typica“ oder „Orquesta tipica“.

[2] Quelle: https://www.meerane.de/beruehmte-meeraner-werner-bochmann.html.

[3] Quelle: https://www.singkreis-schliersee.de/schlierseer-komponisten/werner-bochmann/.

 

 

Kathrin Zott Kathrin Zott

Aufgewachsen und noch immer wohnhaft in Neuhaus am Schliersee, zweifache Mama, studierte Germanistin und Musikpädagogin, freiberufliche Lektorin und Korrektorin – mit anderen Worten: heimatverbundene, musikbegeisterte, kreative, tierliebe und vor allem komplett italienverrückte Leseratte.

 

 

 

The Lüftlmaler of Schliersee….Peter Wimmer

I have been chasing the tail of the elusive and ever busy Lüftlmaler, for over a year now. With so many historic homes and new buildings, his work load never seems to ease. Thankfully we were able to carve out a few hours to meet.

When you think of the typical picturesque Bavarian or Alpine village you can’t help but think of all the beautifully painted building facades that decorate houses. Having once been an art restorer in my former life myself as well as a decorative painter, I have an endless fascination and respect for this timeless art form.

Peter Wimmer, Schliersee’s most esteemed Lüftmaler is known far and wide for his skills. I had the greatest pleasure to have this short visit with him while he worked on a small project near his home in Schliersee. Bathed in sunlight, he was working high on a scaffolding when I first approached him. His warm and jovial energy is quite infectious and I immediately felt comfortable talking with him.

He explained that there had been some damage to the stucco of the side of this historic home so he was replicating the Florentine detail painting around the windows. This for him was a simple repair. I can only imagine the scale of many of his other structures in his work experiences. Oxblood and ochre were his color palate on the day. These tones brought be right back to my mind t a trip I took to Provence and the village of Roussillon. These ancient colors are of the earth and their influence reached all the way to this lakeside alpine village.

What is a Lüftlmaler you ask? Well, in Peter’s case, he is a Master of the handcrafted method of wall-painting that became popular in alpine villages in the 18 century. Its popularity grew in Italy and Southern Germany during the baroque period as a way of showing wealth. These opulent paintings featuring many times religious figures were painted using the fresco technique.

The Fresco technique is much like it sounds, you have to work on a “fresh” or wet plaster surface. In doing so the paint is absorbed and becomes permanently impregnated into the wall surface. I found an interesting bit of “his-story” that details how the term ‘Lüftlmalerei’ came to be. It states that “Franz Seraph Zwinck (1748-1792), probably the most well-known craftsman of his guild. The story goes that he lived in a house called ‘Zum Lüftl’ in Oberammergau (such house names can still be found there rather often) and because of his profession, was called ‘the Lüftlmaler’ (the ‘Lüftl’ painter). The name of the whole guild most probably developed from this name during the 19th century”.

 

 

I hope you will take the time to look up Peter Wimmer and learn more about his magnificent talent.

www.wandkunst-wimmer.de

Peter Wimmer
Seestraße 37
83727 Schliersee

Tel.: 08026/94844

E-Mail: mail@wandkunst-wimmer.de

 

 

Laura Boston-Thek Laura Boston-Thek

American artist, photographer and professional wanderer who, after 20 years of roaming, put down roots in a 100 year old Bavarian farmhouse and fell in love with the Alpine village and its residents (both 2-legged and 4-legged).

 

 

 

Die Geschichte von Schliersee wird lebendig

Ab sofort findet Ihr an 18 Straßenschild-Pfosten in Schliersee kleine blaue Schilder mit QR-Codes, die Euch mithilfe einer Barcode-Scanner-App von Eurem Smartphone direkt zu einer Webseite mit Geschichten und Bildern zum Namensursprung  der jeweiligen Straße weiterleiten.

Warum heißt etwa der Dekan-Maier-Weg Dekan-Maier-Weg? Dekan Dominikus Maier war von 1834 bis 1916 Pfarrer in Schliersee. Er spazierte fast täglich zur Schliersbergalm. So hat man nach seinem Tode den Weg, der auf die Schliersbergalm führt, nach ihm benannt. Viele Straßen in Schliersee tragen Namen von Persönlichkeiten, die für die Entwicklung von Schliersee eine große Rolle gespielt haben. Jetzt könnt Ihr Euch mit Eurem Smartphone ganz einfach informieren.

Nachgefragt: Was ist ein QR-Code?

QR steht für den englischen Ausdruck „quick response“, was „schnelle Rückmeldung“ bedeutet. Ein QR-Code ist ein zweidimensionaler Code, der von der japanischen Firma Denso Wave im Jahr 1994 entwickelt wurde. Ein Script wandelt Texte in einen Code um und erstellt eine Grafik. Diese Grafik kann mit einem QR-Code-Scanner gelesen werden, und das Smartphone stellt eine Verbindung zum hinterlegten Link her.

 

Einen QR-Code-Scanner könnt Ihr im Apple-Store oder bei Google Play für Euer Smartphone kostenlos herunterladen.

Unser Kuramtsleiter Mathias Schrön freut sich sehr, mit diesem Projekt einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung in Schliersee gehen zu können und so Schlierseer Geschichte leichter erlebbar zu machen. Interessierte können sich zusätzlich die Informationen zu den Straßennamen auch von zu Hause aus im Internet anschauen. „Dazu muss man nur qr.schliersee.de aufrufen und in das Suchfeld den gesuchten Straßennamen eingeben“, erklärt mir Mathias Schrön. Schöner ist natürlich ein gemütlicher Spaziergang durch Schliersee. Also bin ich mit Mathias Schrön losgezogen, und er hat mir das neue Projekt vorgestellt.

 

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Inselfest im Schliersee 2018

Am Sonntag war Inselfest auf der Insel Wörth im Schliersee. Nach zahlreichen geschlossenen Veranstaltungen in den letzten Monaten öffnete der Inselwirt Michael Sechehaye sein Gasthaus für alle zu einem lockeren Sommerfest. Da ich bei einem seiner Vorgänger acht Jahre lang auf der Insel gearbeitet habe, ist es für mich ein ganz besonderer Lieblingsplatz mit vielen schönen Erinnerungen. Es fühlt sich immer noch ein bisschen so an, als sei es meine Insel. Klar, ein „kleines Stückerl“ gehört auch mir, denn die Insel ist im Besitz vom Freistaat Bayern.

Sonnenschein und Insel-Weiße

Am letzten Sonntag bin ich dann mit meinem aufblasbaren Kajak hinübergepaddelt. Unten am Inselstrand lagen SUPs, Ruderboote, und auch ein Segelboot parkte am Steg, aber die meisten Gäste waren mit dem regulären Rundfahrtschiff gekommen. Die Stimmung war angenehm entspannt. Überall auf der Wiese standen Tische und Liegestühle. Alle freuten sich über die Sonne, denn am Tag vorher hatte es noch in Strömen geregnet, und keiner hatte mit einem schönen Sonnentag gerechnet. Peter Voice und sein Begleiter schafften mit Gitarre und Gesang eine tolle Atmosphäre. Der Blick von der Insel über den See hinüber zur Brecherspitze und zum Jägerkamp war – wie schon immer – wahnsinnig schön. Michael Sechehaye und sein Team servierten Chiemgau-, Pork- und Slyrs-Burger mit Süßkartoffel-Pommes – dazu eine im Flugwerk Feldkirchen gebraute Insel-Weiße. Als Nachspeise zauberte Küchenchef Patrick Coudert ein Duett von dunklem Schokoladenmousse mit Waldbeeren und Ricotta-Mango-Crème. Dazu duftenden Cappuccino aus der Siebträgermaschine. Ein Schlierseer Inseltraum. Draußen auf der Terrasse lagen die Gäste in den Liegestühlen mit einem Beeren-Spritz in der Sonne. Es war ein buntes Treiben auf der Insel, und ich habe mich sehr wohlgefühlt. Eine gelungene Veranstaltung an einem traumhaften Platz.

Wenn Michael nächstes Jahr wieder ein Inselfest macht, bin ich sicher wieder mit dabei. Es war einfach ein schöner Sonntag für alle. Danke dafür!

 

 

 

Und wann fahrt Ihr mal auf die Insel?

Wer gerne „mal wieder“ oder auch „zum ersten Mal“ die Insel mit seinem Gasthaus erleben möchte, für den gibt es momentan zwei Termine:

am 26.10.2018 das Bier-Menü und am 30.11.2018 das Advents-Menü auf der Insel Wörth.

Gerade auch diese etwas dunkleren Tage im Herbst oder auch leicht weihnachtlichen Tage mit den ersten Schneeschauern auf der Insel sind toll. Ganz besonders für Romantiker zu empfehlen.

Insel Schliersee

www.insel-schliersee.de

Insel Wörth 1

83727 Schliersee

Tel.: 0170/62 06 106

 

 

Karl Bergkemper Karl Bergkemper

Begeisterter Schlierseer, Musiker und Internet-Schraubenzieher. Der technisch orientierte "Beutebayer" der Redaktion - immer für Ideen zu haben, die Schliersee weiterbringen

 

 

 

Kräftemessen im Kilt bei den Schlierseer Highland Games

Highland Games sind traditionelle Veranstaltungen in Schottland mit verschiedenen sportlichen Wettkämpfen. Sie waren ursprünglich Bestandteil der „Clan-Gatherings“ in den schottischen Highlands. Seit acht Jahren finden sie auch jährlich im Markus Wasmeier Freilichtmuseum in Schliersee statt. Die Schlierseer Berglandschaft erinnert auch tatsächlich an die schottischen Highlands, und in Neuhaus gibt es mit SLYRS sogar eine Whiskey-Destillerie, den größten Single-Malt-Hersteller Deutschlands.

„Boarische Madln“ und „Boarische Burschen“ ‒ strahlende Sieger

Insgesamt traten zehn Mannschaften in Disziplinen wie Baumstammdrehen, Steinstoßen, Fasstragen und Strohsackwerfen gegeneinander an. Nicht immer war der Stärkere im Vorteil. Auch Geschicklichkeit und Konzentration waren gefragt. Bei den Damen setzten sich die „Boarischen Madln“ knapp vor den „Wrecking Queens“ durch. Bei den Herren teilten sich Mannschaften aus Deutschland, Österreich und die Schweiz das Podest. Der „Miller Clan“ erkämpfte sich Platz 3, knapp hinter dem „Braveheart Clan“. Strahlende Sieger waren die „Boarischen Burschen“ aus Deutschland.

Das Wetter war überraschend schöner als gedacht, und die zahlreichen Besucher und Sportler hatten einen tollen Tag mit Sonnenschein im Markus Wasmeier Freilichtmuseum. Traditionell wurden die Highland Games von schottischer Musik begleitet, und ein Dudelsackspieler zog durch das Freilichtmuseum.

 

 

 

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee