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Sophia Prinzessin von Hannover und Georg Wilhelm Prinz von Hannover – zwei königliche Hoheiten in Schliersee

Neuhaus, an einem sonnigen Tag in den frühen 60er-Jahren: Auf der Wiese beim heutigen Spielplatz hat sich ein Großaufgebot der Polizei versammelt. In Kürze landet dort ein Hubschrauber. An Bord: Prinz Philip, Duke of Edinburgh, der Ehemann von Königin Elisabeth II. Es ist ein privater Grund, der Prinz Philip an den Schliersee führt. Er besucht seine Schwester, Sophia Prinzessin von Hannover, die hier mit ihrem zweiten Ehemann, Georg Wilhelm Prinz von Hannover, lebt. – Meine Mama, damals noch ein junges Mädchen, kann sich an diesen besonderen Tag noch ganz genau erinnern. Dass sie mit ihrer eigenen Familie einige Jahre später in direkter Nachbarschaft wohnen würde, hatte sie damals noch nicht geahnt …

 

Urlaub am Schliersee

Georg Wilhelm Prinz von Hannover, geboren am 25. März 1915 in Braunschweig, liebte die Schlierseer Berge. Schon als Kind, in den frühen 20er-Jahren, kam er oft mit seinen Eltern, Ernst August von Hannover III., Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, sowie Viktoria Luise Prinzessin von Preußen, der Tochter des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., und seinen vier Geschwistern nach Josefstal und verbrachte in der Pension „Café Brunnhof“ seinen Urlaub. Im Sommer unternahm die Familie Wanderungen in die umliegenden Berge, wie zum Beispiel auf die Rotwand oder die Brecherspitze, und im Winter ging es zum Skifahren auf den Spitzing.

Diese Kindheitserinnerungen dürften der ausschlaggebende Grund dafür gewesen sein, dass Prinz Georg Wilhelm und seine Frau Sophia, geboren am 26. Juni 1914 auf Korfu als viertes von fünf Kindern des Prinzen Andreas von Griechenland und Dänemark und dessen Frau Alice von Battenberg, im Jahr 1958 in Neuhaus am Schliersee ein Haus kauften. Die Wahl fiel auf eine ehemalige Pension. Ein herrschaftliches Haus mit großem Anwesen, das genug Platz für die Besuche der zahlreichen Familienmitglieder bot. Denn Prinzessin Sophia brachte aus ihrer ersten Ehe mit Christoph Prinz von Hessen, der 1943 bei einem Flugzeugabsturz in Italien tödlich verunglückte, bereits fünf Kinder mit in die Beziehung. Aus der am 23. April 1946 geschlossenen Ehe mit Georg Wilhelm Prinz von Hannover gingen weitere zwei Söhne, Welf und Georg, sowie eine Tochter namens Friederike hervor. Die beiden jüngsten Kinder besuchten die Volksschule in Neuhaus und wechselten nach der Grundschulzeit auf das Internat Schloss Salem bei Überlingen am Bodensee, das Prinz Georg Wilhelm von 1947 bis 1958 leitete und selbst von 1930 bis 1934 als Schüler besucht hatte.

 

Pferde und Sport

Der promovierte Jurist war aber auch im sportlichen Bereich sehr aktiv. Als großer Pferdeliebhaber und passionierter Reiter gehörte er vor dem Zweiten Weltkrieg der deutschen Military-Mannschaft an und baute später die Reit-Akademie in München-Riem mit auf. Darüber hinaus engagierte er sich ganz allgemein für den Sport. Er war Präsident der Olympischen Akademie in Griechenland, Mitglied im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) sowie im Nationalen Olympischen Komitee (NOC) und war an der Organisation der Olympischen Spiele 1972 in München beteiligt. Aber auch die Belange der Schlierseer Bürgerinnen und Bürger lagen dem Prinzen sehr am Herzen. Er brachte sich unter anderem in der Wasserwacht und der evangelischen Kirchengemeinde ein und war mehrere Jahre parteiloses Mitglied im Schlierseer Gemeinderat. Anfang der 70er-Jahre stellte Prinz Georg Wilhelm einen Teil seines großen Grundstücks als Baugrund zum Verkauf, und so wurden meine Eltern 1971 zu Nachbarn.

 

Guten Morgen, Hoheit

Für mich war es etwas ganz Alltägliches, in der Nachbarschaft zweier königlicher Hoheiten aufzuwachsen, zumal der Prinz und die Prinzessin äußerst freundliche und kinderliebe Menschen waren. Prinz Georg Wilhelm war beruflich viel unterwegs. War er aber zu Hause, ging er jeden Morgen joggen. Wenn er uns sah, hob er die Hand zum Gruß, und wir grüßten mit einem „Guten Morgen, Hoheit“ zurück. Seine Frau drehte regelmäßig ihre Einkaufsrunde durch den Ort, unter anderem zum Lebensmittelgeschäft Albert (später Maier und heute Bäckerei Gritscher) und zum Blumenladen Leitner, gegenüber der katholischen Kirche St. Josef. Prinzessin Sophia war eine offene, herzliche Person, die Freude daran hatte, sich mit den Leuten aus dem Ort zu unterhalten. Deshalb blieb sie auch bei uns am Zaun gerne stehen, um mit meiner Oma oder meinen Eltern einen kurzen Plausch zu halten. Und wenn sie mit ihrem roten Golf an unserem Haus vorbeifuhr und meine Schwester und mich im Garten spielen sah, dann winkte sie uns stets freundlich lächelnd zu.

Ruhe und Entspannung fand sie in ihrem Garten, inmitten von duftenden Blumen und Sträuchern, um die sie sich gerne selbst kümmerte. Prinzessin Sophia war aber auch eine große Literatur- und Musikliebhaberin. Sie konnte Klavier spielen, hatte aber später nicht mehr die Zeit, um diesem Hobby nachzugehen. Sie lebte vor allem für ihre Familie, für ihre acht Kinder und ihre zahlreichen Enkel und Urenkel, von denen sie regelmäßig Besuch bekam. Des Öfteren flog sie nach England, um ihren Bruder Prinz Philip und dessen Frau Königin Elisabeth II. zu besuchen.

 

Die Susi ist eine Hoheit

Direkt neben dem Haus, über den separaten Garagen, befand sich eine kleine Wohnung, die der Prinz und die Prinzessin günstig an eine junge Familie vermietet hatten. Zu dieser Familie hatte vor allem Prinzessin Sophia ein enges, freundschaftliches Verhältnis. Man half sich gegenseitig und trank auch mal einen Kaffee zusammen. Die Mieter besaßen eine schneeweiße Katze namens Susi, die nach Belieben im Haus der königlichen Hoheiten ein und aus gehen durfte. Susi war eine extrem vorsichtige Katze, die nie etwas herunterwarf oder kaputt machte. Als Prinzessin Sophia Susi eines Tages dabei beobachtete, wie sie sich elegant an den wertvollen Karaffen auf dem Regal vorbeischlängelte, stellte sie fest: „Die Susi ist eine Hoheit.“ Als die Familie Zuwachs bekam und schweren Herzens in eine größere Wohnung umzog, blieb der Kontakt bestehen. Die Prinzessin stattete ihren ehemaligen Mietern auch nach deren Auszug immer mal wieder Besuche ab, um sich nach dem Wohlergehen der jungen Familie zu erkundigen. Susi hingegen durfte in ihrem angestammten Revier bleiben und zog zu uns. Ihre Angewohnheit, der Prinzessin einen Besuch abzustatten, behielt sie zeitlebens bei, und so war es gar nicht selten, dass wir unsere vermeintlich verschwundene Katze bei der Prinzessin wiederfanden.

 

Stete Hilfsbereitschaft

Sophia Prinzessin von Hannover und Georg Wilhelm Prinz von Hannover lebten die ganzen Jahre ein unauffälliges und bescheidenes Leben in der Gemeinde. Wenn jemand ihre Hilfe benötigte, dann ließen beide ihre Beziehungen spielen und taten ihr Möglichstes, um zu helfen – und das stets im Stillen und ohne großes Aufhebens. Im Laufe der Jahre war Neuhaus zu ihrer Heimat geworden, und so wurden beide auf eigenen Wunsch hin auf dem Friedhof in Westenhofen beigesetzt. Prinzessin Sophia starb am 24. November 2001. Ihre Beerdigung fand im engsten Familienkreis statt und wurde mit bayerischen Volksweisen musikalisch umrahmt. Die Trauerfeier für ihren Mann Prinz Georg Wilhelm, der am 8. Januar 2006 verstarb, wurde ebenfalls im kleinen Kreis abgehalten und vom Miesbacher Dreigesang begleitet. Die Inschrift auf der Grabplatte sowie ein ganz besonderes Steinkreuz mit keltischem Motiv, dessen Beschaffung einige Zeit in Anspruch nahm, schmücken die Grabstätte und erinnern an zwei im Ort sehr beliebte und hochgeschätzte Persönlichkeiten.

 

 

Kathrin Zott Kathrin Zott

Aufgewachsen und noch immer wohnhaft in Neuhaus am Schliersee, zweifache Mama, studierte Germanistin und Musikpädagogin, freiberufliche Lektorin und Korrektorin – mit anderen Worten: heimatverbundene, musikbegeisterte, kreative, tierliebe und vor allem komplett italienverrückte Leseratte.

 

 

 

Indien vor Alpenkulisse – das YOGAHAUS Samvit in Schliersee

Jeden Morgen um 4:30 Uhr beginnt der Tag für Bertram Mück.

Wenn die meisten Menschen noch schlafen, nutzt er die Stille für seine morgendlichen Yoga-Übungen. Es ist ein festes Ritual, immer gleich – und das schon seit vielen Jahren. In dieser Stunde, in der er ganz für sich ist, tankt er Kraft und Energie für den Tag in seinem YOGAHAUS Samvit in Schliersee/Neuhaus. Das großzügige Landhaus liegt malerisch und ruhig auf einer Anhöhe am Waldrand mit Blick auf den Schliersee und den Wendelstein. Der Dürnbach plätschert in der Nähe, während der Wind leise durch das üppige Grün des eingewachsenen Gartens streicht. Seit 14 Jahren empfängt Bertram Mück an diesem idyllischen Ort seine Yoga-Gäste.

 

 

 

Vom auferlegten Stress zur inneren Ruhe

Zum Yoga kam Mück durch seinen einst gelebten unsteten Lebenswandel. Als weltweit agierender Geschäftsmann in der Textilbranche war er viel auf Reisen, pendelte zwischen verschiedenen Zeitzonen hin und her, immer im Stress – bis sein Körper schließlich rebellierte. Er suchte Ausgleich und kam, da er beruflich meist in Asien unterwegs war, zur Meditation. In München belegte er dann einen Yoga-Kurs, merkte, wie gut ihm das tat und praktizierte seitdem die Übungen täglich, selbst wenn er auf Reisen war.

 

Yoga als Lebensinhalt

Aber es waren nicht nur die körperlichen Übungen, die Mück am Yoga faszinierten. Yoga als ganzheitliche Lebenseinstellung ließ ihn nicht mehr los, sodass er schließlich in Indien drei Wochen im Ashram verbrachte. Diese Zeit im Kloster war sehr intensiv und so inspirierend für ihn, dass er nach seiner Rückkehr in Deutschland kurzerhand sein Hab und Gut verkaufte und nach Kanada ging, um sich dort als Yoga-Lehrer ausbilden zu lassen. In den folgenden vier Jahren lebte Mück in Indien und Tibet, studierte die vedischen Schriften und war in Indien selbst als Yoga-Lehrer tätig. Er leitete zehn Jahre internationale Yoga-Lehrer-Ausbildungen in Indien, wo er Menschen aus der ganzen Welt ausbildete. Für Mück hätte es so weitergehen können. Doch schließlich schickte ihn sein Lehrer los, damit er die Lehren des Yoga weitergibt und verbreitet.

 

 

 

Abtauchen in die Philosophie des Yoga

Heute lebt der gebürtige Tiroler in Schliersee. In perfekter Lage, wie er findet. Mitten in der Natur, unweit der Josephstaler Wasserfälle und des Sees, aber dennoch verkehrsgünstig gelegen durch den nahen Bahnhof Neuhaus. Im YOGAHAUS Samvit bietet er für alle Yoga-Interessierten ab 14 Jahren Yoga- und Ayurveda-Seminare, Yoga-Urlaube sowie Yogalehrer-Ausbildungen mit einzigartigem Konzept an. Es ist immer eine Mischung aus allen Elementen, die das Yoga ausmachen: Asanas (Körperübungen), Pranayama (Atemübungen) sowie Tiefenentspannung (Shavasana), Meditation und Mantras – ausgeführt nach einem geregelten Tagesablauf, ganz wie im traditionellen Yoga in Indien. Während des Aufenthalts werden die Gäste mit vegetarischen Mahlzeiten verwöhnt, die Mück selbst aus regionalen Bio-Zutaten nach indischen Rezepten zubereitet.

Abgerundet wird das durchdachte Konzept durch Mücks Yoga-Label. VAPUS steht für biologische, zertifizierte Yoga-Kleidung und zwar von der Baumwolle bis zum fertigen Endprodukt. Selbst Farbe, Garn, Waschung, Verpackung und Arbeitsbedingungen sind biologisch bzw. nachhaltig.

 

 

 

Der Kreis schließt sich

Manche Stammgäste kommen sechs- bis siebenmal im Jahr und genießen es, im YOGAHAUS ohne Telefon, Fernseher und Zeitung innezuhalten und zur Ruhe zu kommen. Das große Areal rundum das Haus mit 30 Schlafplätzen, dem Nebenhaus mit Yoga-Halle und Ayurveda-Raum sowie der großen Freiluft-Asana-Plattform mit Sonnensegel im Garten bietet viele Möglichkeiten, zu sich zu kommen und gemeinsam authentisches Yoga zu praktizieren. Aber nicht nur für die Gäste, die mittlerweile aus der ganzen Welt anreisen, ist das YOGAHAUS Samvit zum magischen Ort geworden. Auch Bertram Mück hat hier seine Mitte gefunden. Für ihn hat sich der Kreis geschlossen. Es kann ja schließlich kein Zufall sein, dass der Abfluss des Spitzingsees durch seine Heimatgemeinde Kramsach in Tirol fließt.

 

YOGA HAUS Samvit – Samvit Sagar Yoga Schule e. V.
Dürnbachstraße 56
83727 Schliersee/Neuhaus

Telefon: 08026/920781

E-Mail: haus@yogasamvit.de

www.yogahaus.org

 

 

Birgit Bondarenko Birgit Bondarenko

Vor über 10 Jahren zugereist, inzwischen durch die Familie fest verwurzelt, schreibt die freie Redakteurin unter anderem über Land und Leute – und sehr gern über den Schliersee.

 

 

 

Miniwanderungen in Schliersee und Umgebung bei Schneegestöber und dicken Wolken

Ja, auch in Schliersee gibt‘s mal dicke Wolken, die dicke Flocken schneien lassen.

Was tun an so einem Tag? Skifahren ist nicht wirklich lustig, wenn die Wolken zwischen den Berggipfeln hängen, man nur ein paar Meter weit sieht und einem die Flocken im Fahrtwind eiskalt und spitz ins Gesicht klatschen.

Ich ziehe mich warm an, am besten mehrere Lagen, setze mir eine Wollmütze auf und nehme gefütterte Handschuhe mit. Und dann nichts wie raus! Die kalte Winterluft ist herrlich! Der Wind bläst mir um die Nase, und die Schneeflocken werden vor mir her getrieben. Es ist kaum jemand auf der Straße. „Bei diesem Wetter jagt man keinen Hund vor die Tür“, sagte schon meine Oma. Aber ich liebe es. Meine warme Kleidung schützt mich, und der leichte Nebel sowie die Schneewolken schaffen eine ganz eigene, fast mystisch anmutende Atmosphäre.

Mein Weg führt mich zuerst nach Neuhaus und dort ins Josefstal. In der Sackgasse am Ende des Ortes gibt es am Bachufer ein paar Parkplätze. Dann laufe ich weiter Richtung Straßenende, links über eine kleine Brücke und dann rechts Richtung Wald. Meine Wanderung führt mich am Bach entlang, und keine zehn Minuten später sehe ich den untersten der Josefstaler Wasserfälle. Lautes Rauschen übertönt sämtliche Geräusche. Wassernebel liegt in der Luft. Ein magischer Ort. Im Winter ist es oft zu glatt, um zu den höher gelegenen Wasserfällen aufzusteigen. Also genieße ich den Moment und gehe dann zurück, um meinen Spaziergang im Ort Schliersee fortzusetzen.

Die Ortschaft wirkt bei diesem Wetter fast menschenleer, und ich kann mir in Ruhe die Auslagen der verschiedenen kleinen Geschäfte anschauen. Zum Aufwärmen gehe ich in eines der Cafés und trinke eine heiße Schokolade mit einem Schuss Amaretto und Sahne. Derart gestärkt, mache ich mich auf den Weg zu meiner letzten Etappe.

Hinter dem Rathaus und dem Restaurant Ratskeller führt ein kleiner Spazierweg in zwei Serpentinen einen Hügel hoch zur Kapelle Sankt Georg am Weinberg. Diese ist von alten, knorrigen Bäumen umgeben. Mehrere Bänke laden zur Rast ein (vorausgesetzt, sie sind nicht mit Schnee bedeckt). Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf den Ort, den dahinter liegenden See und die ihn umgebenden Berge. Auch wenn es nebelverhangen ist, wird eine ganz besondere Stimmung, die über der Landschaft liegt, spürbar.

Natürlich können Sie diese Miniwanderungen auch einzeln vornehmen. Und wenn Sie mögen, können Sie nach Ihrer Wanderung einen Abstecher ins monte mare in der Vitalwelt machen und sich dort in der Bäder- und Saunalandschaft aufwärmen sowie sich die eine oder andere Anwendung gönnen.

 

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Ein kleiner Schatz – das Gästebuch vom „Haus Höllerl“

Bei einer unserer letzten Aufräumaktionen daheim fiel uns ein altes, vergilbtes Buch mit grünem, verschlissenem Ledereinband, das in einer alten Plastiktüte eingewickelt war, in die Hände. Die Überraschung war groß, als sich herausstellte, dass es sich dabei um das Gästebuch vom „Haus Höllerl“ aus den Jahren 1930 bis 1950 handelt. Meine Großeltern väterlicherseits, Anna und Heinrich Höllerl, haben zu der damaligen Zeit eine Pension in der Brecherspitzstraße 4 in Neuhaus am Schliersee betrieben. Leider sind beide schon lange vor meiner Geburt verstorben, sodass ich sie nicht kennenlernen durfte. In dem „Haus Höllerl“ bin ich aufgewachsen und habe dort gemeinsam mit meinen Eltern und fünf Geschwistern eine sehr schöne Kindheit erlebt. Zu meiner Zeit war es schon lange keine Pension mehr, sondern einfach unser Zuhause. Mittlerweile wurde es verkauft, abgerissen, und das Grundstück gehört nun zum „Landhaus am Schliersee“ der Münchner Rück.

In den kommenden zwölf Monaten stelle ich Ihnen 1 x im Monat einen Gästebucheintrag vor. Die Auswahl ist groß, die Feriengäste haben gedichtet, Fotografien eingeklebt, gezeichnet und immer wieder einen großen Dank an meine Großmutter für die sehr gute Verpflegung in kargen Zeiten und an meinen Großvater für die gute, lustige und kurzweilige Unterhaltung geschrieben. Ein paar Einträge sind von meinem Großvater selber geschrieben: Erzählungen aus dem Ersten Weltkrieg und Berg-Gedichte oder auch kritische Gedanken zum aktuellen Weltgeschehen.

Bei der „Übersetzung“ der verschiedenen Schriftbilder der Sütterlin- und der deutschen Schrift half mir meine Mutter (Jahrgang 1930), die diese Schriften noch als Kind in der Schule gelernt hat. Ohne sie hätte ich einen Großteil der Einträge nicht oder nur falsch wiedergeben können.

Auffällig ist, dass viele Urlauber damals zum großen Teil drei und manchmal sogar mehr Wochen am Schliersee verbracht haben. Gerade in den warmen Monaten des Jahres hatte das Wort „Sommerfrische in den Bergen“ gleich die richtige Bedeutung. Aber auch über die Wintermonate beherbergten meine Großeltern viele Gäste, vor und während der Kriegsjahre auch Soldaten, die zum Beispiel zum Skilaufen nach Neuhaus gekommen sind. Die Lage des Hauses, in unmittelbarer Nähe zur Dürnbachstraße, die Richtung Bodenschneid, Freudenreich und auch Brecherspitz führt, war idealer Ausgangspunkt für Bergwanderungen und Skitouren direkt ab der Haustür. Fischhausen und der Schliersee waren eine Viertelstunde Fußweg entfernt, und die schon damals sehr gute Erreichbarkeit von Schliersee und Neuhaus mit dem Zug tat ihr Übriges, dass in dem Gästebuch Urlauber aus ganz Deutschland – von Düsseldorf bis Berlin, von Plauen bis Hamburg und von Dresden bis Würzburg – verewigt sind.

Das Buch stellt 20 Jahre Zeitgeschichte dar, die uns Nachkommen im Großen und Ganzen völlig fremd ist. Vielleicht trägt es dazu bei, die Vergangenheit ein kleines bisschen besser zu verstehen und greifbarer zu machen.

 

Ursula Höllerl Ursula Höllerl

Mitarbeiterin in der Gäste-Information Schliersee, aufgewachsen in Neuhaus und Miesbach. Mein Motto: "Ein Tag am Berg ist wie eine Woche Urlaub – egal ob im Sommer zum Wandern oder im Winter beim Schneewandern, Skifahren und Rodeln."

 

 

 

Erfolgreich und trotzdem bodenständig – der Schlierseer Schauspieler Ben Blaskovic

Wenn er vom stressigen Alltag abschalten möchte, geht Ben Blaskovic am liebsten zum Wandern in die Schlierseer Berge. Der 29-Jährige ist Schauspieler und hat am Schliersee seine Kindheit verbracht. Dass er einmal einen künstlerischen Beruf ergreifen und darin auch noch erfolgreich werden sollte, davon war er als Kind weit entfernt. Seine Eltern zogen nach der Geburt seiner Schwester vor über vierzig Jahren von Nordrhein-Westfalen nach Neuhaus und galten damals als „Zuagroaste“. Ein „Makel“, den auch der kleine Ben damals deutlich zu spüren bekam: Aufgrund seiner Herkunft wurde er von seinen Spielkameraden gehänselt.

Als er mit sechs Jahren das Schlagzeugspielen und später das Gitarrespielen lernte, nahm er sich vor, darin richtig gut zu werden. „Ich dachte mir, denen werd ich’s schon zeigen“, erzählt er mit einem Augenzwinkern. Nach der Grundschule wechselte er auf das Gymnasium Miesbach, und von da an spielte seine „norddeutsche“ Herkunft keine Rolle mehr. Er spielte im Schulorchester und in der Bigband und fand in der Musik seine erste große Leidenschaft.

Mehr oder weniger durch Zufall gründeten einige seiner Schulkameraden dann eine Theater-AG am Gymnasium, und Ben machte mit. Seine erste große Rolle bekleidete er in dem Klassiker von Friedrich Dürrenmatt „Der Besuch der alten Dame“. Das gab den Ausschlag: Der Berufswunsch Schauspieler stand fest. Sein Handwerk lernte er durch privaten Schauspielunterricht in München, Berlin und Los Angeles. Seine erste Fernsehrolle bekam der smarte Darsteller im ARD-Dauerbrenner „Marienhof“. Von da an ging‘s steil bergauf mit der Karriere. Ben Blaskovic spielt in zahlreichen Serien mit, wie „Rosenheim Cops“, „Hubert und Staller“, „In aller Freundschaft“ und demnächst auch in „Soko Kitzbühel“. Außerdem war er in großen Fernsehfilmen und sogar schon im Kino zu sehen. Seine Engagements führen ihn durch ganz Europa, sogar in der Karibik durfte er schon für eine Folge des „Traumschiffs“ vor der Kamera stehen.

Seine „wahre Leidenschaft“, das Musikmachen, hat er neben all seinem Erfolg aber nie aufgegeben. Als Singer-Songwriter tritt er regelmäßig auf verschiedenen Bühnen auf. Ein kurzer Ausflug ins Produzentenfach führte ihn im vergangenen Jahr beruflich in seine Heimat. Bei dem Kinofilm „Nesseltal“ fungierte Blaskovic als Schauspieler, Drehbuchautor und Produzent. Gedreht wurde die unheimliche Geschichte unter anderem im Gebiet rund um den Schliersee. Premiere feiert der Film an Halloween in München.

Ben Blaskovic ist gut im Geschäft. Allein in diesem Jahr hat er ein Pensum von rund 100 Drehtagen zu bewältigen, auch für sein neuestes Projekt: Die RTL-Serie „Lifelines“. Darin übernimmt er die Rolle des Bruders der Hauptfigur.

Doch wann immer er Zeit findet, zieht es ihn an den Schliersee zu seiner Familie und in die geliebten Berge. Denn seine Heimat ist und bleibt ihm wichtig, ob im Sommer zum Wandern oder im Winter zum Skifahren.

Und seine drei Lieblingsplätze in Schliersee hat er uns auch verraten:

der Gipfel der Brecherspitz, die Badebucht in Fischhausen und das Restaurant des Schlierseer Strandbads zum „Burger-Essen“.

 

 

www.benblaskovic.com

 

Copyrights Bilder:

Wanderbilder Tegernseer Hütte – Katrin Nicols
Portraitbilder bunter Pulli, Cappi, grauer Pulli – Daniela Pfeil
Segelbilder – privat
Bilder mit blauem Dakine Cappi – Adrian Winkler
Wanderbilder Winter Kesselalm – privat

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

 

 

 

“Aufbuschen” Keeping Traditions Alive

For three years now I have had the joy of spontaneously capturing photos of a particular Schliersee family as they passed by my house in Neuhaus during their Almabtrieb. On one occasion I managed to hand the daughter Magda a business card and thus began our dialog.

This year I was determined to learn more about the back story of Almabtrieb. Who does what and what does it all mean? I received a wonderful invitation from the Bucher family of Unterrißhof in Schliersee, to join them several days before their cattle drive to prepare the decorations.

“Aufbuschen” is a regional world for the process of crafting the various colorful decorations for the cows for Almabtrieb. Many headdresses for the cows are made using an armature that is handed down through the family over the years and is formed in the initials of the farmer. An important armature to which the bouquets of wild alpine rhododendron “Almrausch” are affixed is the crown shape which sit atop the head of the lead cow. The symbolism and traditions of Almabtrieb are centuries old. Though the cows will ultimately each autumn be driven down from the high pastures back to the farm, it is not fact if they will or will not be decorated. The cows are only decorated if it has been a safe and successful summer. This means simply no tragic loss of life. It is only then that a farmer will decorate their cattle.

The farm of Bauernhof Unterrißhof, enjoys one of the most spectacular views in Schliersee. That is truly something to say since there isn’t honestly a bad view of Schliersee. It is located just off the beaten path the drive in alone is pretty magical and affords you endless beautiful views around each tree lined bend.

One sunny September afternoon, I arrived heart leaping for joy over the experience and the view. In the Baurenhof garage everyone was gathered and everything was perfectly organized. The floor was covered with tray after tray of bright colored hand made paper streamer and flowers. This collection obviously represented many long hours of handwork. Leaning against the garage wall were the leather headdresses with the prickly pine branches just waiting to be shaped and decorated. I asked Markus Bucher, Uncle of Magda, can you still buy the headdresses anymore and he told me they were Austrian and that saddle makers there still make them in the traditional way.

After a quick introduction and explanation we tucked right into the work. It was all so beautifully planned and organized that even this American was able just step in and help. I asked if the style of the decorations were always the same and they said no each year the each family tries to add something new and exciting. That year for the Bucher family, there was a flower with an almost rainbow color scheme in the center that they weren’t too sure about right up to when they flowers were attached to the bush. It was a pleasant surprise how nicely the color scheme worked.

As we were finishing up work, the young son of Markus arrived from his after school dance lesson of the traditional Bavarian Schuhplattler. He excitedly and deftly jumped right in to work. I was amazed at how he at such a young age, happily began bringing in the various wagonloads of giant cowbells to be cleaned and polished. He was obviously an expert. I have to admit I have been photographing this young man for the past few years and I was astounded back then at his confidence and ability to drive a 2000 pound cow through busy streets and I was no less impressed with him now.

Working side by side, preparing for this families yearly event to give thanks for a successful year was truly wonderful. I kept hearing in my head “Many hands make light work” and it was true. No only did the time fly by but I learned so much from each generation about their passion for keeping these important traditions alive.

 

 

You too can enjoy the view and stay with the Bucher family at Unterrisshof. To find out more about their availabilities:

http://www.unterriss-hof.de
http://www.unterriss-hof.de/almhuette-am-spitzingsee/index.html

 

 

Laura Boston-Thek Laura Boston-Thek

American artist, photographer and professional wanderer who, after 20 years of roaming, put down roots in a 100 year old Bavarian farmhouse and fell in love with the Alpine village and its residents (both 2-legged and 4-legged).

 

 

 

Stickl Open Air Concert /Music in the Mountains

This year on the evening 12 August, the mountains rumble with the sound of music. The nor-mally quiet Wirtshaus Cafe Stickl in Neuhaus hosts an Open Air concert showcasing many of our local bands. On the list for this year’s bands were “Vuizlaud”, “V:O:I”, “ Redwine Company” and “Facebarraxxx” and directing all the fun from behind his turntable, DJ Aka the Wolfman.

Lederhosen and biker leathers dance side by side as each band enters the stage. Grandmoth-ers and teenagers party together. It is just a gathering of music lovers. The energy was great and the talent is real.

This event is not your average grill party. The tree-covered biergarten of Stickl quickly fills up with music lovers of all ages. Tickets are available on the night and you will just need to follow the vibrating beats to find the location just behind Wirtshaus Café Stickl.

On the menu for purchase beyond the price of your 7€ entrance fee are coffee, cocktails and plenty of alcohol free options. If grilled meat and bratwurst don’t peak your interest there are al-ternative options like fish sandwiches, spinach ravioli and sticky doughnuts.

Carina Baumann, the boss of the Café, is new to the job starting January 2015. This was her first year organizing the event and I am sure this will not be the last. I highly recommend mark-ing your calendar for next August to start watching Café Stickl’s Facebook page for their 2018 Open Air Concert.

 

https://www.facebook.com/Wirtshaus-Cafe-Stickl-1633775593505650/

https://www.facebook.com/pg/vuizlaud/photos/?tab=album&album_id=1288074701301371

 

 

Laura Boston-Thek Laura Boston-Thek

American artist, photographer and professional wanderer who, after 20 years of roaming, put down roots in a 100 year old Bavarian farmhouse and fell in love with the Alpine village and its residents (both 2-legged and 4-legged).

 

 

 

Schlierseeblick – vor rund 70 Jahren

Vor einiger Zeit hatten wir bei mir daheim eine „Aufräumaktion“, und dabei kam mir eine alte Fotografie, die mein Großvater Heinrich Höllerl gemacht hat, in die Hände.

Es handelt sich um eine Schwarzweiß-Fotografie von 1943, die mein Großvater farbig mit Wachsstiften kolorierte. Die Aufnahme wurde vom Schliersberg aus aufgenommen und zeigt im Vordergrund eine bunte Blumenwiese und einen frühlingshaft blühenden Obstgarten. Der Blick schweift über den Ort Schliersee, über die unbebaute und noch spärlicher bewaldete Insel Wörth hin nach Fischhausen und Neuhaus zu den mit Schneeresten verzierten Bergen im Hintergrund. Ein typisch blauweißer Himmel schließt sich an.

Das Original hat eine Größe von 30 cm x 23,5 cm (Breite x Höhe) und ist mit „Heinrich Höllerl 1943“ signiert.

Leider habe ich meine Großeltern väterlicherseits nie kennengelernt, ich weiß aber, dass mein Großvater in den 1920er-/1930er-Jahren einer der ersten Heilpraktiker in Schliersee war und zusammen mit seiner Frau Anna die „Pension Höllerl“ in Neuhaus in der Brecherspitzstraße 4 führte. Beide waren sehr naturverbunden und oft mit ihren drei Söhnen in den Schlierseer Bergen unterwegs.

 

 

Ursula Höllerl Ursula Höllerl

Mitarbeiterin in der Gäste-Information Schliersee, aufgewachsen in Neuhaus und Miesbach. Mein Motto: "Ein Tag am Berg ist wie eine Woche Urlaub – egal ob im Sommer zum Wandern oder im Winter beim Schneewandern, Skifahren und Rodeln."

 

 

 

Schlierseer Schmiedehandwerk wie anno dazumal

Eine Szene wie im Märchen: eine düstere Schmiedewerkstatt, ein loderndes Feuer, glühendes Eisen, ein Schmiedehammer angetrieben von einem mächtigen Wasserrad im Wildbach. Die „Hammerschmiede Josef Geissler“ ist eine Schlierseer Institution.

Seit dem Jahre 1720 ist die Schmiede in der Aurachstraße im Ortsteil Josefstal angeblich schon in Betrieb, erzählt Josef Geissler, der Schmied mit dem einnehmenden Lächeln. Er scheint so gar nicht in seine Werkstatt zu passen, wo man irgendwie eher einen grummligen Gesellen mit rußverschmiertem Gesicht erwartet hätte.

Josef Geissler empfängt seine Kunden und Besucher voller Freude, schließlich liebt er seinen Beruf und ist stolz auf seine Arbeit. Vor rund 50 Jahren hat er die Werkstatt von seinem Firmpaten übernommen, der keinen Nachfolger fand. Geissler ist nämlich gar kein waschechter Schlierseer. Der gelernte Schlosser stammt ursprünglich aus der Nähe von Bad Aibling.

Für das Schmiedehandwerk zog er um nach Neuhaus, gründete eine Familie und schmiedete an seinem Glück – beruflich und privat. Hauptsächlich Werkzeuge und Gerätschaften für Forst, Landwirtschaft und Baugewerbe sind es, die unter seinen fachkundigen Händen entstehen. Früher waren es meist Großhändler, die ihre Ware beim Neuhauser Schmied bestellten. Aber auch Privatleute finden immer wieder den Weg zu Josef Geissler, um sich eine Axt oder einen Hammer fertigen zu lassen. Die Arbeit geht Josef Geissler trotz seiner 79 Jahre immer noch leicht von der Hand.

Das Schmieden eines „Sapie“ – also einer Art Haken, der beim Holzmachen zum Einsatz kommt – will er mir zeigen. Das Feuer wird dafür mit Schmiedekohle angeschürt. Anschließend werden die mächtigen, über hundert Jahre alten Hämmer angeworfen. „Momentan ist das Wasserrad kaputt, da werden die Geräte mit einem Notstromaggregat betrieben“, berichtet er, während er einen metallenen Rohling mit einer Zange in die Glut legt. Nach ein paar Minuten holt er ihn wieder heraus, nunmehr rotglühend und verdammt heiß. Unter den monotonen Schlägen eines Hammers formt sich allmählich der Kopf des „Sapies“. Rasch muss das gehen, denn das Eisen kühlt schnell ab. Anschließend wird es nochmal heiß gemacht und damit für den endgültigen Gebrauch gehärtet. Geissler montiert dann noch einen passenden Holzgriff und fertig ist das praktische Werkzeug: ein Gebrauchsgegenstand für die Ewigkeit. Dieser Meinung ist auch ein Kunde, der während meines Gesprächs mit Josef Geissler die Werkstatt betritt und mehrere Äxte in sein Auto packt. „I bin Stammkunde hier. Die Qualität kriagst nirgends mehr“, sagt er mit Nachdruck und fachsimpelt mit dem Schmied über dessen Ware.

Josef Geissler weiß natürlich, dass für ihn irgendwann Schluss ist mit der Arbeit. Wie es dann weitergeht? „Ich weiß nicht, den Kindern wird schon was einfallen“, sagt er achselzuckend und ein bisschen wehmütig. Aber so lange es noch geht, schmiedet er weiter, der Neuhauser „Ewigkeitsschmied“.

Hammerschmiede Josef Geissler
Aurachstraße 2
83727 Schliersee

 

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

 

 

 

Leonhardifahrt – The Blessing of the Horse

The grinding sound of wagon wheels, bells and low whispered prayers while steam rises in the morning light from the backs of beautifully liveried horses…that for me is Leonhardifahrt in Schliersee.

On a crisp autumn morning in November, the wooden carriages begin their procession to the St. Leonhard Chapel in Fischhausen.  Each hand painted historic wagon, decorated in the old way with straw, flowers and religious themes is filled with gloriously dressed men and women.

This colorful procession is to honor the work horse and livestock.  I know your thinking another event to celebrate the cows?  But of course. Why not.  They certainly deserve it.   This centuries old farming tradition gives thanks to the patron saint of livestock,  St. Leonhard, with a blessing by the church.

When I first moved Schliersee this was the one event of the year everyone was talking about.  You can imagine my excitement when I started to see these ancient wagons being rolled out of barns all over the area and the decorating beginning.  I felt like a kid on Christmas morning and this event did not disappoint.  From the incredibly detailed local costumes to the polished to perfection, colorful livery and the endless stream of proud and prancing horses.  This is one event you can’t miss.

After all the carriages arrive and are lined up to make their passage past the ceremonially dressed priests and receive their blessing everyone parks their wagons in the field behind the chapel.  This is a great opportunity to get a close look at all the beautiful details that goes into each carriage.  There is a small church service held outside with the beautiful backdrop of our local mountains.  Some folks gather in the small baroque chapel, another site not to be missed, and say their prayers in the smokey Frankincense scented interior.

For my friends and family, we like to head over to the Wasmeier museum for a beer and a meal afterwards.

The event begins at 9 am on 6 November 2016 at the Leonhardi Chapel in Fischhausen.  This chapel is located on B307 just passed the lake in Schliersee and before you reach the train station in Neuhaus.  This road will be blocked on the day so arriving early or taking the BOB train is recommended.

If you would like more information about Leonhardifahrt, please click the link provided: http://www.schliersee.de/sommer/kultur-lebensart/tradition/#c1471

 

Laura Boston-Thek Laura Boston-Thek

American artist, photographer and professional wanderer who, after 20 years of roaming, put down roots in a 100 year old Bavarian farmhouse and fell in love with the Alpine village and its residents (both 2-legged and 4-legged).