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100 Jahre Bergrettungsdienst in den Schlierseer Bergen: Die Tipps der Alpin-Experten.

„Bergsteigerinnen“ auf High Heels, eBiker am Steilhang und Wanderer, die bei einem Wadenkrampf die Rettung rufen: Quirin Loher und Sebastian Weidenthaler von der Bergwacht Schliersee haben schon so manches Abenteuer am Berg zu einem glücklichen Ende gebracht. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Bergrettungsdiensts Schliersee im Roten Kreuz verraten uns die beiden ihre besten Tipps, um sicher und mit viel Spaß in den Schlierseer/Spitzingseer Bergen unterwegs zu sein.

 

 

Tag der Offenen Tür am Sonntag, 15. September

Übrigens: Wer die Arbeit der beiden und ihrer Bergwachtkollegen einmal live erleben will, ohne in einer Notsituation zu sein, der kommt am Sonntag ab 11.00 Uhr zur Bergrettungswache Schliersee in der Bahnhofstraße 15. Beim Tag der offenen Tür führen die Bergwachtler ihre Rettungsgeräte vor, zeigen ihre Wache und stellen Spezial- sowie Bergrettungsfahrzeuge aus. Für Essen, Getränke und musikalischen Unterhaltung ist gesorgt!

 

250 Notfälle im Jahr

42 aktive Bergwachtfrauen und -männer engagieren sich derzeit für die Sicherheit in den Schlierseer/Spitzingseer Bergen. Von der Brecherspitz über den Jägerkamp und die Rotwand bis hin zur Landesgrenze Österreich reicht das Einsatzgebiet der Schlierseer Bergwacht. Zu durchschnittlich 250 Notfällen im Jahr rücken die Schlierseer Bergretter aus. Im Winter sind sie außerdem von den Bergwachthütten Schönfeldalm und Stümpfling aus im Skigebiet Spitzingsee im Einsatz.

 

Notfall am Brecherspitz-Westgrat

„Im Grunde genommen sind die Schlierseer/Spitzingseer Berge ja Hügel – vergleicht man sie mal mit Gebieten wie der Watzmann-Ostwand“, sagt Quirin Loher, Ausbildungs- und Einsatzleiter. „Aber auch vermeintliche Hügel, können es in sich haben.“ Gerade am Westgrat der Brechspitz, so Quirin Loher, seien sie mehrmals pro Saison im Einsatz: „Hier gibt es einige Kletterstellen mit Stahlseil in alpinem Gelände. Dort ist Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und festes Schuhwerk gefordert.“ Erst Ende August war es am Brecherspitz-Westgrat zu einem tragischen Unfall gekommen.

 

Spezialisiertes Team: Von Canyoning bis Krisenintervention

Zu solchen Gelegenheiten sind dann auch die Spezialisten der Bergwacht Schliersee im Einsatz, etwa die Notärzte oder die Mitarbeiter des Kriseninterventionsdiensts Berg (KID). Darüber hinaus gibt es Experten für Canyoning- und Höhlenrettung, einen Rettungs- und Vorsorgedienst im Skigebiet sowie die Helfer auf vier Pfoten von der Lawinenhundestaffel. „Die Menschen sind alle sehr dankbar, wenn wir kommen“, sagt Einsatzleiter Sebastian Weidenthaler. „Wir haben schon oft im Nachgang einen Brief erhalten, eine Brotzeit ausgegeben bekommen oder auch eine Geldspende.“

 

Anspruchsvolle Ausbildung für Nachwuchs-Bergretter

Damit im Notfall am Berg alles glatt läuft, absolviert der Bergrettungs-Nachwuchs eine anspruchsvolle Ausbildung über zwei Jahre lang: „In unsere sogenannte ‚Anwärtergruppe‘ nehmen wir interessierte Jugendlich ab 16 Jahren auf“, erzählt Ausbildungsleiter Quirin Loher. „Die haben dann einiges zu tun: Konditionstests im Sommer wie im Winter, einen Eignungstest – das ist ganz schön viel, was den jungen Leuten abverlangt wird.“

 

Rettungsanspruch steigt, Zahl der Einsätze ebenso

Während die sogenannte „bergferne“ Bereitschaft, etwa in der Landeshauptstadt München, einen großen Zuwachs erlebe, „darf’s bei uns in Schliersee ruhig noch etwas mehr sein“, so Quirin Loher. Denn: „Der Rettungsanspruch steigt!“, wissen die beiden Bergwachtler. So hätten etwa Einsätze mit eBike-Fahrern zugenommen: „Mit Akku bewältigt man Strecken, die man früher vielleicht nicht gefahren wäre, weil sie zu steil sind. Ungeübte kommen dann zum Teil nicht mehr runter vom Berg oder bleiben hängen.“ Auch mit schlecht ausgerüsteten Wanderern haben die beiden Bergretter schon ihre Erfahrungen gemacht: „High Heels am Berg – das glaubt man nicht, aber das gibt’s wirklich!“, so Quirin Loher.

 

„Wir freuen uns total, dass diese Bergfaszination da ist“, sagt Sebastian Weidenthaler. Aber: Im Zeitalter der Mobiltelefone sei „die Alarmierungsschwelle viel geringer“: „Wir hatten schon Anrufer, die uns wegen zittriger Knie am Rotwandhaus alarmiert haben.“ Grundsätzlich könne man jedoch sagen: „Die meisten sind vernünftig und bereiten sich gut auf die Berge vor.“

 

9 Tipps für eine sichere Tour in den Schlierseer/Spitzingseer Bergen

Wie man sicher und mit viel Spaß in den Schlierseer/Spitzingseer Bergen unterwegs ist, verraten uns Quirin Loher und Sebastian Weidenthaler in ihren Profi-Empfehlungen:

 

# 1: Gute Vorbereitung

„Bevor ich eine Bergtour angehen, mache ich mir Gedanken: Wo will ich hin? War ich in dem Gebiet schon einmal? Wie komme ich in diese Bergregion? Und habe ich eventuell geeignetes Kartenmaterial dabei, um mich auf die Strecke vorzubereiten?“

 

# 2: Angemessene Schuhe & Kleidung

„Das A und O für eine sichere Wanderung in den Bergen ist geeignetes Schuhwerk. Das heißt: überknöchelhohe Bergschuhe mit einem ordentlichen Profil, in denen ich mich wohlfühle und die optimal eingelaufen sind. Zudem empfehle ich je nach Witterung eine Kopfbedeckung, um einen Sonnenstich zu vermeiden. Im Sommer bei Gewitterneigung bitte Regenjacke nicht vergessen! Vielleicht Wechselklamotten oder ein Wechsel-T-shirt mitnehmen, um Verschwitztes abzulegen.“

 

# 3: Nahrhafte Brotzeit

„Immer eine kleine, ausgewogene Brotzeit mitnehmen: eine belegte Semmel, ein Stück Käse oder Schinken – je nach Länge der Route. Und vielleicht auch etwas Zuckerhaltiges für die Stärkung zwischendurch dabeihaben – Schokolade oder ein süßes Getränk. Außerdem ausreichend Wasser zum Trinken mitnehmen – bei heißen Temperaturen natürlich entsprechend mehr als an einem kühlen Herbsttag.“

 

# 4: Sichere Wetterlage

„Prüft die Wetterdaten, bevor ihr losgeht. Es gibt verschiedene Anbieter, die einem das Wetter relativ genau vorhersagen können. Bitte beachtet, dass das Wetter im Gebirge schnell umschlagen kann. Gerade, wenn es sehr warm ist und wir eine gewisse Gewitterneigung haben, darauf achten, dass ihr bei einem aufziehenden Gewitter möglichst schnell vom Berg absteigt, Bäume meidet und – falls möglich – in einer Hütte Unterschlupf findet.“

 

# 5: Individuelles Tempo

Passt das Tempo an euren eigenen Leistungs- und Trainingsstand an. Und natürlich daran, wie steil das Gelände ist. Legt regelmäßig Pausen ein und achtet darauf, ein möglichst gleichmäßiges Tempo zu gehen. Am Berg hat man Zeit oder sollte sich Zeit nehmen, damit man die Natur genießen kann.“

 

# 6: Markierte Wege

„Bleibt auf den markierten Wegen! Dabei geht es auch um das Thema Sicherheit, damit ihr nicht in einen Steinschlag geratet. Ein markierter Weg ist immer so gestaltet, dass er – auch mit Blick auf den Naturschutz – keine Erosionsschäden hervorruft. Außerdem findet man euch auf den gekennzeichneten Wegen im Notfall und ihr habt Angaben zu eurem Standort.“

 

# 7: Hilfreiche Stöcke

„Wanderstöcke unterstützen euch beim Aufstieg und helfen euch beim Abstieg, Gelenke und Knie zu schonen. Ihr erhaltet zusätzliche Stabilität auf eurem Weg.“

 

# 8: Hunde mit Leine

„Hunde am Berg unbedingt anleinen! Am besten Wasser für den Hund dabeihaben, damit er nicht durstig ist. Das Geschäft eures Vierbeiners bitte in einer Hundekot-Tüte wieder mitnehmen und entsorgen.“

 

# 9: Im Notfall

„Die wichtigsten Grundregeln bei einem Notfall am Berg lauten: Ruhe bewahren, erste Hilfe leisten und ggf. einen Notruf absetzen. Zusätzlich empfiehlt es sich, ein Erste-Hilfe-Paket mitzunehmen mit Pflastern, Verbänden, Desinfektionsspray und – unabdingbar! – mit einer Rettungsdecke. Wichtig ist, dass ihr Handyempfang habt. Falls nicht, geht dorthin, wo der Empfang besteht. Wenn ihr die Notrufnummer 112 wählt, bitte die wichtigen 5-W-Fragen zuerst beantworten:

  • Wo ist der Unfall passiert bzw. wo befindet ihr euch?
  • Wer ruft an?
  • Was ist geschehen?
  • Wie viele Menschen sind betroffen?
  • Warten auf Rückfragen, falls die Mitarbeiter der Leitstelle mehr Infos benötigen!

Die Leitstelle fordert dann umgehend die passende Hilfe für euch an.

 

 

Tag der Offenen Tür der Bergrettungswache Schliersee

am Sonntag, 15. September 2019

in der Bahnhofstraße 15 in 83727 Schliersee

um 10.00 Uhr Gottesdienst in der Pfarrkirche Sankt Sixtus

ab 11.00 Uhr Rahmenprogramm mit Vorführungen, Essen, Getränken und Musik

 

Notrufnummer Bergwacht

Die Bergwacht Schliersee ist jederzeit über die Notrufnummer 112 erreichbar.

 

Bergwacht Schliersee
Bahnhofstr. 15
83727 Schliersee

E-Mail: info@bergwacht-schliersee.org

Web: https://www.bergwacht-schliersee.org

 

 

Sandra Leu Sandra Leu

Rheinländerin in Oberbayern. Ist der Liebe gefolgt und hat den Schliersee als Herzensort entdeckt. Freie Redakteurin, PR-Frau und Mama von Zweien. Berät beruflich Heldinnen und bloggt unter countrykruemel.de über Familienleben und Freizeittipps am See.

 

 

 

Kultur näherbringen – Schlierseer Kulturherbst 2019

Bei einer Rundfahrt über den Schliersee präsentierten Johannes Wegmann (Mitorganisator des Schlierseer Kulturherbstes), Franz Schnitzenbaumer (Bürgermeister von Schliersee), Marion Riedl (Event-Managerin GI Schliersee) und Mathias Schrön (Leiter GI Schliersee) das aktuelle Programm für den Schlierseer Kulturherbst – dem Festival der Vielfalt im Oktober.

 

„Der Schlierseer Kulturherbst verlängert den Sommer und verschönert den Herbst“, erklärt Johannes Wegmann stolz. Das Programm ist gewohnt bunt und vielfältig. Wichtig ist ihm nach wie vor der Bezug der Künstler zu Schliersee. „Schliersee soll immer herausgestellt werden“, sagt er. Ein Highlight ist dieses Jahr die Veranstaltung „100 Jahre Markt Schliersee“, eine Wanderung durch zehn Jahrzehnte Schlierseer Geschichte anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Markterhebung“. Es soll kein Festakt sein, sondern ein sehr entspannter und heiterer Abend, der zusammen mit den Nostalphonikern, Gerhard Polt und Zeitzeugen auf die vergangenen hundert Jahre in Schliersee zurückblicken wird.

Eröffnung des Kulturherbstes ist am 3. Oktober 2019 in der Schlierseer Vitalwelt mit einer Vernissage der beiden Künstler Emil Sogor und Stefan v. Reiswitz. Emil Sogor (Malerei, Grafik, Design) ist in Schliersee aufgewachsen und erlebte hier seine erste Schaffensperiode. Seine Fassadenmalereien kann man noch heute in Schliersee – zum Beispiel am Schlierseer Hof – bewundern. Jetzt gehört Emil Sogor zu den größten Künstlern in Kapstadt. Stefan v Reiswitz war ein ganz besonderer Bildhauer, der in Spanien lebte, aber einen Zweitwohnsitz in Neuhaus hatte. Leider ist er vor Kurzem verstorben. Er gehörte zu den ganz großen Bildhauern Spaniens.

Neu ist dieses Jahr auch die Umsetzung eines Skulpturengartens im Kurpark. „Wir haben im letzten Jahr begonnen Skulpturen aufzustellen“, sagt Johannes Wegmann. Es stehen dort bereits zwei Steinfiguren von Tobel, die beiden Holzstehlen von Georg Brinkies und der Esel von Stefan v Reiswitz. Dank großzügiger Spenden können diese jetzt um das Helios von Otto Wesendonck erweitert werden – und ein richtiger Skulpturengarten entsteht. Eine Vision wird Wirklichkeit!

Das abwechslungsreiche Programm führt in über 20 Veranstaltungen durch Theater, Kabarett, Lesungen, politisches Gespräch und Musik in allen Facetten.

03. Oktober 2019 Eröffnung des 12. Schlierseer Kulturherbstes

04. Oktober 2019 MAMA Kinderzeichnungen in der Fuge

05. Oktober 2019 100 JAHRE MARKT SCHLIERSEE

06. Oktober 2019 Maxi Schafroth „Faszination Bayern“ – Kabarett

07. Oktober 2019 Mit Saitenklang und Nachtigalleng’sang musikalisch um den See

08. Oktober 2019 MULO FRANCEL (Sax) & CHRIS GALL (Piano) Mythos

10. Oktober 2019 AXEL HACKE LIEST UND ERZÄHLT

12. Oktober 2019 SINFONISCHES FESTKONZERT Mozart pur

13. Oktober 2019 HISTORISCHE KINDERSPIELE wie vor 100 Jahren

13. Oktober 2019 SUSI ODER SO – KAISERIN VON ÖSTERREICH Der Musical-Spaß

15. Oktober 2019 BAUERNTHEATER: ZWEI BAUERN IM 3/4-TAKT

16. Oktober 2019 JAZZ INTERNATIONAL Matthias Gmelin Sextett feat. Joe Chambers Enja-Release

17. Oktober 2019 PETER RÜHMKORF UND DIE GROSSEN VIER

18. Oktober 2019 VOLKSMUSIKABEND mit Musikanten aus Bayern, Österreich und Südtirol

19. Oktober 2019 KARNEVAL DER TIERE MIT MAUS UND MONSTER

20. Oktober 2019 ALEJANDRO CALDERÓN JAFFÉ VERNISSAGE

20. Oktober 2019 GERHARD POLT, MARKUS EDERER: „ACH EUROPA“

22. Oktober 2019 KLEZMOTION Klezmer und literarische Intermezzi

23. Oktober 2019 DIE KLANGWELT DES MITTELALTERS

24. Oktober 2019 RIESENBLÖDSINN Hommage an Karl Valentin & Liesl Karlstadt

25. Oktober 2019 KLAVIERABEND FABIAN MÜLLER „APPASSIONATA“

27. Oktober 2019 FESTLICHES KONZERT MIT BAVARIAN BRASS

27. Oktober 2019 LESUNG „DER SOHN DES SAUSCHNEIDERS“

Das komplette Programm findet ihr auf der Webseite des Kulturherbstes

www.kulturherbst-schliersee.de

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

DSDS-Top-Ten-Finalist Isa Martino spielt am 24. August 2019 auf der Schliersee Insel

Isa Martino war 2018 Top-Ten-Kandidat bei DSDS. Von der Musik gelebt hat er schon vorher. Ich darf ihn heute bei seiner “Venue”-Besichtigung zur Insel begleiten. “Natürlich ist es ein großer Unterschied, ob dich jetzt 50.000 Leute kennen oder mehrere Millionen”, lacht Isa und erzählt von seinem Abenteuer im letzten Jahr. „DSDS war echt eine geile Sache“, ergänzt er – bereut hat er es definitiv nicht. Der 31-jährige Halbspanier ist zwar in Bayern geboren, hat aber jede Menge „Fuego“ im Blut. Eigentlich möchte er am liebsten seine eigenen Lieder komponieren und spielen. “Bei DSDS wurde ja nur gecovert”, fügte er hinzu. Dass „Covern“ nichts Negatives ist, erfahre ich kurze Zeit später, als er neben mir in dem kleinen Elektroboot, mit dem wir auf die Insel fahren, einfach mal so “Despacito” trällert und Gitarre dazu spielt. Da wundert es mich auch nicht, dass er damit im letzten Jahr beim Casting die DSDS Jury überzeugt hat. Er hat wirklich eine beeindruckende Stimme.

 

 

Jetzt die gute Nachricht für euch alle: Isa wird am 24. August 2019 auf unserer Insel im Schliersee ein Konzert geben. Der Eintritt ist frei.

 

„Isla Latina – una noche de verano“

 

Eine spanische Nacht auf der Insel Schliersee mit heißer Livemusik von ISA MARTINO.

Ein „Sommernachtsfestl“ auf der idyllischen Insel Wörth mit bayerischen Tapas und coolen Drinks. Erreichbar mit der Schliersee-Schifffahrt (Sonderfahrplan folgt) ab Anleger Vitalwelt Schliersee, mit SUP-Board oder Brustschwimmen. Der Eintritt (ab 17:00 Uhr) ist frei. https://insel-schliersee.de/.

 

 

Ich freu mich schon jetzt auf den 24. August 2019. Das wird sicher ein schöner Abend mit richtig guter Musik. Und das dann auch noch an meinem Lieblingsplatzl in Schliersee, auf der Insel Wörth.

 

Nicht verpassen!

 

Wer nochmal sehen möchte wie Isa Martino zu DSDS kam: Hier ist der Link zum Casting: https://youtu.be/a4mKcfKUP58

 

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

BdS sperrt die Bundestraße: 29. Juni 2019 – Schlierseer Straßenfest

Wenn die Bundesstraße für den Verkehr durch Schliersee gesperrt wird, dann heißt es für alle Schlierseer, Tagesausflügler und Gäste: zusammenfFeiern und Spaß haben. Bereits zum dritten Mal wird Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer die 500 Meter lange „Feiermeile“ offiziell eröffnen. Veranstalter ist der BdS (Bund der Selbstständigen) Gewerbeverband Schliersee. Die fleißigen ehrenamtlichen Helfer rund um Organisator Achim Stauder vom monte mare Schliersee haben mit Unterstützung der Marktgemeinde Schliersee alles ganz liebevoll und bis ins letzte Detail vorbereitet.

 

 

Was ist das Wichtigste auf einem Straßenfest? Leckeres Essen, kalte Getränke, gute Musik, Geselligkeit und schönes Wetter.

Es wird viele kulinarische Highlights geben. Vom frischen Steckerlfisch der Fischerei Schliersee über einen knusprigen Ochsen am Spieß bis hin zu raffinierter, veganer Küche – da wird für jeden etwas dabei sein. Auch in Sachen Drinks könnt ihr euch verwöhnen lassen. Von Mineralwasser und Cappuccino, über Cocktails und Bier bis zum Champagner wird alles angeboten.

Bunt und fröhlich

Auf der Bühne wechseln sich Tradition und Moderne ab. Schuhplattler, Straßenmusiker, Kindergruppen, Tanzgruppen und die Schlierseer Blasmusik unter Wolfgang Mundel werden für euch auftreten. Im 30-Minuten-Takt wird viel geboten. Sepp Angerer führt euch den ganzen Tag durch das abwechslungsreiche Programm.

Auch für die jungen Straßenfestbesucher ist mit Kinderbetreuung, einem besonderen Kinderprogramm und einem Kinderland gesorgt. Kommt einfach vorbei und habt Spaß!

Eröffnung ist um 14:00 Uhr durch Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer

Um 22:00 Uhr ist Zapfenstreich, denn um Mitternacht muss der Verkehr auf der Bundesstraße wieder rollen. Eine Umleitung (durch die Lautererstraße) ist während des Straßenfests natürlich eingerichtet. Wer kann, bitte mit dem Radl oder zu Fuß „anreisen“. Danke!

 

 

Der BdS freut sich auf euch, ich hoffe, ihr schaut alle vorbei!

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Musikalische Grüße aus Schliersee

Ein musikalischer Gruß aus dem bayerischen Paradies – was will man mehr.

Jedes Jahr im Frühjahr, beim Jahreskonzert der Schlierseer Blasmusik, dürfen wir ein musikalisches Erlebnis vom Feinsten genießen. Ja, es hat sich wieder mal gelohnt, dabei zu sein.

Nachdem die Blasmusik aus Schliersee letztes Jahr das 25-jährige Jubiläum gefeiert hat, geht es im Jahr 2019 weiter mit vielen musikalischen Höhepunkten. Wir freuen uns sehr, solche Musiker bei uns zu haben. Sie spielen mit ganzem Herzen und begeistern das Publikum immer wieder auf´s Neue.

 

 

Termine: Hier könnt ihr sie erleben

Jahresprogramm 2019

01. Mai Mittwoch Frühschoppen Ratskeller Zwölf Mann-Besetzung 10:00 -15:00 Uhr
19. Mai Sonntag Gulder Rainer 70. Geb. / Standerl
24. Mai Freitag Igl Lisi 80. Geb. / Standerl
07. Juni Freitag Pfingstfest Eisclub ab 18:30 Uhr, Kurze ohne Hut
16. Juni Sonntag Fronleichnam Neuhaus 10:15 – 12:00
20. Juni Donnerstag Fronleichnam Schliersee 8:45 – 12:00
22. Juni Samstag Kirche Waxensteiner 18:00 Uhr
23. Juni Sonntag Fronleichnam Neuhaus 10:15 – 12:00 Uhr
23. Juni Sonntag Haag Hans 70. Geb. / Standerl
29. Juni Samstag Straßenfest Schliersee BdS ab 16:00 Uhr
30. Juni Sonntag Ersatztermin Straßenfest Schliersee
04. Juli Donnerstag Standkonzert Spitzingsee 19:00 Uhr
07. Juli Sonntag Trachtenjahrtag 9:00 -15:00 Uhr
12. Juli Freitag Grillfest Altersheim ab 15:00 Uhr
14. Juli Sonntag Heimatabend 19:30 – 21:30 Uhr
20. Juli Samstag Jubiläum Schützen ab 19:00 Uhr
21. Juli Sonntag Habererfest Miesbach 18:00 – 23:00 Uhr
22. Juli Montag Dietmannsberger Christian 80. Geb. / Standerl
27. Juli Samstag Seefest Heimatabend 19.30 bis 22.00 Uhr
28. Juli Sonntag Gaufest Waakirchen ab 9:00 Uhr
03. August Samstag Brunnenfest
08. August Donnerstag Heimatabend
11. August Sonntag Standkonzert Neuhaus 11:00 Uhr
15. August Donnerstag Waldfest Skiclub, Kurze mit Hut ab 17:00 Uhr
02. September Montag Lobinger Heinz 70. Geb. / Standerl
14. September Samstag Jubiläum Bergwacht ab 19:00 Uhr, Kleine Besetzung (13)
15. September Sonntag Kurkonzert Vitalwelt 11:00 Uhr
21. September Samstag Geburtstag Oechnser im Bauerntheater ab 19:00 Uhr, Quartett
22. September Sonntag Alte Wiesn München
01. November Freitag Allerheiligen, Lange mit Hut
03. November Sonntag Leonhardifahrt, Bundhose mit Hut
10. November Sonntag Weismann Lisi 70. Geb.
17. November Sonntag Volkstrauertag, 10:30 Uhr, Lange mit Hut
23. November Samstag Jahresgottesdienst und Essen

 

 

Siehe auch: http://www.schlierseer-blasmusik.de

 

 

 

Angelika Prem Angelika Prem

Naturverliebte Schlierseerin, Kräuterpädagogin, Referentin und Seminarleiterin, Senior-Hennererwirtin, BBV Ortsbäuerin, liebt gutes regionales hausgemachtes Essen und entspannt beim Kuchen backen

 

 

 

Jahreskonzert der Schlierseer Blasmusik am Samstag, 27. April 2019

Ja, die Schlierseer Blasmusik übt und übt, probt und probt für euch zum Jahreskonzert 2019 am Samstag, den 27. April 2019 im Schlierseer Bauerntheater.

Harte, nervenstählende Tage für unsere Dirigenten Wolfgang Mundel und Alois Prem, Momente voller Konzentration mit leidenschaftlicher Passion und inbrünstiger Aufmerksamkeit der vielen jungen und junggebliebenen Musiker, die auch daheim intensiv und manchmal nicht geräuscharm üben, üben und üben.

 

 

Mit dem “Marsch des York’schen Korps” starten wir in unser Konzert, das unsere Dirigenten wieder für Sie zusammengestellt haben. Sie werden mit der Ouvertüre “Salutas Amigos” nach Spanien entführt und von der “Polka für Zwei” und dem “Musikantenausflug” wieder musikalisch ins schöne Bayern zurückgeholt.

Unser Jugendorchester eröffnet den zweiten Teil des Konzerts und präsentiert unter der Leitung von Max Klein Erlerntes aus dem letzten Jahr.

Im Anschluß daran bleibt es mordern, mit Stücken wie “Rock Opening” oder “Herp Albert Golden Hits” hören Sie Blasmusik vom Feinsten.

 

Und dies ist nur eine kleine Vorschau, was Sie an diesem Abend musikalisch alles erwartet!

Das Terofalteam im Schlierseer Bauerntheater öffnet für Sie ab 18:30 Uhr den Saal und bietet Ihnen eine kleine, abwechslungsreiche Speisekarte an!


Bewirtung ab 18.30 Uhr
Beginn 20.00 Uhr
Eintritt € 10,-

Karten an der Abendkasse.

 

Wir freuen uns schon auf einen schönen, unterhaltsamen Abend mit Ihnen.

www.schlierseer-blasmusik.de

 

 

Karl Bergkemper Karl Bergkemper

Begeisterter Schlierseer, Musiker und Internet-Schraubenzieher. Der technisch orientierte "Beutebayer" der Redaktion - immer für Ideen zu haben, die Schliersee weiterbringen

 

 

 

Inselbrunch: Genießen mit allen Sinnen mitten im bayerischen Paradies Schliersee

Sieben Jahre habe ich auf der Insel Wörth im Schliersee gearbeitet, und sie ist immer noch ein ganz besonderer Lieblingsplatz von mir. An über 200 Sonntagen habe ich den Brunch miterlebt ‒ bei strahlendem Sonnenschein genauso wie bei strömendem Regen und Schneegestöber. Schön ist es dort immer.

 

 

Am vergangenen Sonntag hätte es nicht schöner sein können!

Inselwirt Michael Sechehaye startete bestens gelaunt und voller Vorfreude auf den Sommer in die Saison 2019. Bei traumhaftem Frühlingswetter bin ich mit meinem Kajak zu ihm hinübergepaddelt. Natürlich könnt ihr statt dem Kajak auch das Linienschiff auf die Insel nehmen. Dieses legt fahrplanmäßig um 11:05 Uhr vom Steg an der Schlierseer Vitalwelt ab. Auf der Insel angekommen, wartet ein tolles Frühstücksbüfett auf euch. Später am Tag wird das Angebot durch Hauptspeisen wie etwa Schweinbraten, Ente oder Fisch erweitert und als Zuckerl am Nachmittag das Oberland-Kuchenbüfett aufgebaut. Da ist sicher für jeden etwas dabei. Der Ausblick von der Sonnenterrasse auf See und Berge ist atemberaubend schön.

Für musikalische Untermalung auf Bayerisch sorgte Da Waitler, den sich Michi schon jetzt für jeden Sonntag wünscht. Für mich hat er die angenehme Atmosphäre mit seiner „Ziach“ hervorragend abgerundet.

Das ist Genießen mit allen Sinnen!

Nach dem Essen könnt ihr noch in einem der vielen Liegestühle Platz nehmen und euch einen Aperol Spritz gönnen. Für mich ist es eher der Cappuccino aus der Siebträgermaschine, der das Glück perfekt macht. Stündlich fährt das Schiff von der Insel wieder zurück. Zurück heißt in dem Fall, dass ihr die Runde um den See fertig fahren dürft. Erst nach Fischhausen und dann am Ostufer entlang nach Schliersee. Die Rundfahrt mit dem Schiff ist ein zusätzliches Highlight des Insel-Brunch-Tages.

 

 

Mein Tipp: Donnerstag und Freitag ab sofort bei schönem Wetter ab 11:00 Uhr geöffnet. Einem Traum-Badetag auf der „eigenen Insel“ steht also nichts mehr im Weg. Der Sommer kommt!

Insel-Schliersee
Insel Wörth 1
83727 Schliersee
Tel.: 01706206106

https://www.insel-schliersee.de/sonntagsbrunch/

 

Insel-Schliersee: Sie wollen erst mal sonntags ausgiebig schlafen und in aller Ruhe brunchen? Dann sind Sie zu unserem Sonntagsbrunch herzlich willkommen – ab sofort, bis der Schliersee zufriert.

Infos:

€ 33,00 pro Person

Reichhaltiges Frühstücksbüfett, dreierlei Hauptgänge und Oberland-Kuchenbüfett inklusive Kaffee, Tee, Wasser und Orangensaft (ohne Schifffahrt)

Es wird um Reservierung gebeten.

 

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Göttlicher Segen für Ross und Reiter – die traditionelle Leonhardifahrt in Schliersee

Prachtvoll ist sie anzuschauen, die Leonhardifahrt am schönen Schliersee. Über 50 Pferdefuhrwerke und Reiter aus der Gemeinde sowie aus der näheren Umgebung nehmen jedes Jahr am ersten Sonntag im November an dem Festzug zu Ehren des Heiligen Leonhard teil. Er ist einer der meistverehrten Heiligen Bayerns und gilt unter anderem als Schutzpatron der Bauern, Fuhrleute und Pferde.

Um die Organisation dieser traditionsreichen Veranstaltung kümmert sich neben der Gemeinde Schliersee und dem katholischen Pfarramt der vor rund zehn Jahren gegründete Leonhardi-Verein. „Die Fahrt bedeutet jedes Jahr einen enormen logistischen Aufwand“, berichtet Vereinsvorsitzender Leonhard Markhauser. Die Aufgaben reichen über die Koordination der teilnehmenden Gespanne und Kutschen über die Ausweisung von ausreichend Parkflächen bis hin zur Regelung des Verkehrs zwischen Schliersee und Fischhausen.

Standarte, Geistlichkeit und „d’Musi“

Die Reihenfolge des Zuges aus Fuhrleuten und Reitern folgt jedes Jahr ein und demselben Muster: Ein Reiter trägt die Standarte aus dem Jahr 1780 und führt damit den Zug an. Danach folgt der Wagen mit der Geistlichkeit, denn schließlich muss der Pfarrer ja den Segen spenden und den Gottesdienst abhalten. Anschließend kommt die „Musi“, dahinter die Honoratioren wie Gemeinderat und etwaige Prominente. „Nach dem Gemeinderat dürfen sich in der Regel die auswärtigen Fuhrleute einreihen“, erzählt Leonhard Markhauser. „Wenn’s schon so a weite Anfahrt haben, dann derfan’s a vorn dabei sei“, fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu.

Zur Aufstellung sammeln sich die Teilnehmer am Bahnhof im Schlierseer Ortszentrum. Hier besteigen die Schalkfrauen, Trachtler und Gebirgsschützen ihre Wägen, dort wird noch letzte Hand an die aufwendig verzierten und geschmückten Gefährte angelegt, das eine oder andere Ross getätschelt und die Nerven der Beteiligten mit einem sogenannten Kittelschnaps beruhigt – ein Flachmann mit Hochprozentigem, den die Schalkfrauen in der Rocktasche tragen.

Von Schliersee nach Fischhausen

Gegen 09:00 Uhr setzt sich der Zug dann langsam in Bewegung. Die Strecke führt am Schliersee entlang bis zur Kirche St. Leonhard in Fischhausen. Nach der ersten Umrundung halten die Teilnehmer inne und feiern die traditionelle Feldmesse unter freiem Himmel. Im Anschluss wird die Kirche noch zweimal umrundet, und die Fuhrwerke werden gesegnet. Danach begeben sich die Gespanne auf den Weg zurück nach Schliersee. Die Rösser dürfen sich dann ausruhen, die Fuhrleut feiern.

Die Familie Markhauser vom Anderlbauern in Schliersee pflegt die Tradition der Leonhardi-Wallfahrten schon seit mehreren Generationen. „Seit 1945 fahren wir jedes Jahr mit“, erzählt Senior Josef. Die Wallfahrt findet übrigens bei jeder Witterung statt. „Nur oamoi is ausgfalln“, erinnert sich der Opa, „da sind über Nacht zwanzig Zentimeter Schnee gefallen.“

Der Herrgott scheint es wohl gut zu meinen mit den Schlierseer Fuhrleuten ‒ und der heilige Leonhard sowieso.

 

 

Die Leonhardifahrt in Schliersee findet in diesem Jahr am Sonntag, den 4. November, statt.

Mehr Infos unter www.schliersee.de

 

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

 

 

 

Carl Schwarz – ein musikalischer Tausendsassa

Ich weiß ein kleines Tal … ‒ so lautet der erweiterte Titel des bekannten Schlierseer Liedes, das Carl Schwarz unserem Ort gewidmet hat. Das Volkslied in bayerischer Mundart erzählt von der unbandigen[1] Schönheit unserer Gegend und dem hiesigen Brauchtum. Die getragene Melodie und die warmen Harmonien lassen den Zuhörer die Idylle und Ruhe rund um den Schliersee geradezu spüren. Mit anderen Worten: Carl Schwarz hat eine wunderschöne Liebeserklärung an Schliersee niedergeschrieben.

Am 9. Februar 1891 wurde Carl Schwarz, der seinen Namen anfangs mit „K“ und später mit „C“ schrieb, in München geboren. Er begann im zarten Alter von sieben Jahren, Zither zu spielen, und übte fleißig, denn, so schrieb er einmal selbst: „Als ich zum erstenmal das Tegernseer Bauerntheater sah […], war ich begeistert, besonders von den Zwischeneinlagen des Zitherterzetts, denn Musik liebte ich über alles. Mein einziger Wunsch war, auch so spielen zu können.“[2] Mit 15 Jahren bekam er ein Engagement als Zitherspieler in der Schweiz. Während seines vierjährigen Aufenthalts in Zürich erlernte er das Streichmelodion, auch Streichzither oder Schoßgeige genannt – ein typisches, aber sehr selten gespieltes Instrument der alpenländischen Volksmusik ‒, und entwickelte sich über die Jahre zu einem Virtuosen auf seinen Instrumenten.

„Im April 1910 kam ich zu den Schlierseern, die gerade in München im Deutschen Theater gastierten“[3], schrieb Carl Schwarz. Bis etwa Ende der 1920er-Jahre, unterbrochen vom Ersten Weltkrieg, tourte er mit dem Ensemble des Schlierseer Bauerntheaters durch Deutschland, Österreich-Ungarn und die Schweiz – und das nicht nur als Musiker, sondern auch als Darsteller: „Ich spielte auch Naturburschenrollen, aber die Hauptsache war mir […] doch die Musik.“[4] Später bereiste er mit seinem Schwarz-Trio ganz Europa, nahm in den 1930er-Jahren sogar Schallplatten in London auf und war für die jungen Musiker ein großes Vorbild, „eine Größe, ein absoluter Chef, der sich um alles gekümmert hat“, wie sich Kurt Halletz, musikalischer Leiter beim Bauerntheater Schliersee, erinnert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg beendete Schwarz seine Laufbahn als Berufsmusiker, blieb aber der Musik und der Schlierseer Bühne bis zu seinem Tod am 7. November 1969 treu – als Leiter der Schlierseer Heimatabende, bei denen er als Musiker und Ansager mit komödiantischem Talent sein Publikum begeisterte. Karl B. Kögl erzählt: „Carl Schwarz war ein musikalischer Tausendsassa. Ich habe ihn als Bub und Jugendlicher viele Male beim Schlierseer Heimatabend als grandiosen Zitherspieler, Sänger und Moderator erlebt.“

In Würdigung seiner Verdienste um den Ort und als Komponist des Schlierseer- und des Spitzing-Liedes wurde Carl Schwarz 1959 zum Ehrenbürger von Schliersee ernannt. Außerdem erinnern die Carl-Schwarz-Straße, unweit des Schlierseer Strandbades, und die vom Fremdenverkehrsverein Schliersee auf der Hochburg angebrachte Gedenktafel an den Musiker und Komponisten. Carl Schwarz‘ letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Friedhof der katholischen Kirche St. Sixtus in Schliersee und trägt die sympathische Inschrift „I bin im Himmi drobn u. werd euch alle lobn“[5].

 

 

Quellen:

s’Schlierseer-Büchl. Zum 25-jährigen Bestehen des Schlierseer Bauerntheaters, Hrsg. Dr. Ernst Hohenstatter, im Selbstverlag Der Schlierseer, München 1918, S. 26‒28.

Schliersee 779–1979. Eine Chronik zum Jubiläum, Hrsg. Markt Schliersee, November 1978, S. 99/100, 253, 288, 291, 294.

 

[1] Bayerisch für unbändig, unbeschreiblich.

[2] s’Schlierseer-Büchl. Zum 25-jährigen Bestehen des Schlierseer Bauerntheaters, Hrsg. Dr. Ernst Hohenstatter, im Selbstverlag Der Schlierseer, München 1918, S. 27.

[3] s’Schlierseer-Büchl. Zum 25-jährigen Bestehen des Schlierseer Bauerntheaters, Hrsg. Dr. Ernst Hohenstatter, im Selbstverlag Der Schlierseer, München 1918, S. 27.

[4] s’Schlierseer-Büchl. Zum 25-jährigen Bestehen des Schlierseer Bauerntheaters, Hrsg. Dr. Ernst Hohenstatter, im Selbstverlag Der Schlierseer, München 1918, S. 28.

[5] Bairisch: Ich bin im Himmel oben und werde euch alle loben

 

 

Kathrin Zott Kathrin Zott

Aufgewachsen und noch immer wohnhaft in Neuhaus am Schliersee, zweifache Mama, studierte Germanistin und Musikpädagogin, freiberufliche Lektorin und Korrektorin – mit anderen Worten: heimatverbundene, musikbegeisterte, kreative, tierliebe und vor allem komplett italienverrückte Leseratte.

 

 

 

Werner Bochmann – der Filmkomponist, der sein Zuhause am Schliersee fand

Kennen Sie ihn, den Schwarzweiß-Filmklassiker Die Feuerzangenbowle mit Heinz Rühmann aus dem Jahr 1944? Höchstwahrscheinlich! Denn auch heute noch ist diese Filmkomödie fast jedermann ein Begriff. Weniger bekannt dagegen dürfte sein, dass die Musik zu diesem Film aus der Feder von Werner Bochmann stammt, der über 50 Jahre in Schliersee lebte und arbeitete.

Werner Bochmann wurde am 17. Mai 1900 in Meerane, Sachsen, geboren und lernte bereits zu Schulzeiten Klavierspielen. Nach dem Abschluss der Oberrealschule begann er, der Vernunft halber, zunächst ein Chemie- und Mathematikstudium in Dresden. Doch die Liebe zur Musik war letztlich stärker. Bochmann brach sein Studium ab und widmete sich ganz der Musik. Das Kompositionsstudium bei Joseph Gustav Mraczek und Franz Schreker finanzierte er sich durch das Erteilen von Nachhilfestunden in Mathematik.

Nach dem Studium verdiente er sich sein Geld zunächst als Korrepetitor an der Oper in Dresden und dann als Pianist beim Orchester von José Soler, mit dem er durch Europa tourte. Bochmann erzählt darüber: „Jahre, bevor mir der ,Einstieg‘ in die UFA-Karriere glückte, fiel die Entscheidung für die Unterhaltungsmusik, als ich unversehens in das argentinische ,Orchestra tipukta‘[1] des großen José Soler engagiert wurde. Dort war der Pianist ausgefallen. Zunächst in einem Münchener Konzertcafé, dann in vielen Großstädten lernte ich in dieser interessanten Position alles kennen, was das Repertoire spanisch-argentinisch-brasilianischer Folkloremusik zu bieten hatte. Kein Wunder, dass ich mich eines Tages auch als Komponist auf diesem Spezialgebiet versuchte, und als ich das erste Dutzend UFA-Filme komponiert hatte, machte ich meine ersten Aufnahmen mit dem ,Tango-Orchester Werner Bochmann‘ bei COLUMBIA.“[2]

Sein erster großer Kompositionserfolg gelang ihm 1929 mit dem Slowfox I Called to Say Good Night, der nach längerer, erfolgloser Suche nach einem Verlag schließlich in Amerika von Irving Berlin verlegt wurde und zum internationalen Erfolg wurde. Ab 1933 arbeitete Bochmann dann für die Filmgesellschaft UFA und komponierte im Laufe seiner langen Karriere unzählige Lieder, Bühnenstücke sowie Filmmusiken, mit denen er die Zeit des Tonfilmschlagers prägte. Zu seinen bekanntesten Liedern zählen sicherlich Der Theodor im Fußballtor, das in der Interpretation von Theo Lingen im gleichnamigen Film zum Evergreen wurde, sowie Heimat deine Sterne aus dem Film Quax, der Bruchpilot. Durchweg von Erfolg gekrönt waren auch seine Kompositionen für Ilse Werner, deren Talent zum Singen und Pfeifen Werner Bochmann durch einen Zufall entdeckte. 1967 wurde Bochmann mit dem Bundesfilmpreis in Gold, 1984 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse sowie 1985 mit dem Paul-Lincke-Ring ausgezeichnet.

Im Artikel des SPIEGEL-Verlags Eine „Spiegel“-Seite für Werner Bochmann (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44435584.html) aus dem Jahr 1949 berichtet Werner Bochmann in überaus erheiternder Weise über sein Leben als Filmkomponist, das nicht immer so angenehm war, wie man es sich vielleicht vorstellt. Als Bochmann diese Zeilen niederschrieb, lebte er bereits in Schliersee, das er noch während des Zweiten Weltkrieges zu seiner Wahlheimat auserkoren hatte und wo er die Ruhe fand, die er für seine Arbeit brauchte. In seinem Haus am Schliersberg wohnte er bis zu seinem Tod am 3. Juni 1993. Werner Bochmann wurde auf dem Friedhof St. Sixtus in Schliersee beigesetzt.

Die Schlierseer schätzen ihren „Hauskomponisten“[3], wie er auf der Internetseite des Schlierseer Singkreises liebevoll genannt wird, sehr. Karl B. Kögl, der Leiter des Schlierseer Singkreises, erzählt: „Er war ein sehr liebenswürdiger und bescheidener Mann.“ Zum 100. Geburtstag Werner Bochmanns wurden ihm zu Ehren im Schlierseer Bauerntheater unter Leitung von Timm Tzschaschel zwei sehr erfolgreiche Konzerte gegeben. Mit dem Lied Vom Schliersee bis zum Spitzingsee hinterließ Bochmann auch eine Hommage an seine Wahlheimat Schliersee. „Ich selbst singe dieses Lied bei den Kurkonzerten Klingendes Schliersee – Tausend Takte gute Laune, begleitet von den Unterleiten-Musikanten“, berichtet Karl B. Kögl. Außerdem erinnern die Werner-Bochmann-Straße östlich des Schlierseer Bahnhofs sowie eine vom Fremdenverkehrsverein Schliersee gestiftete Gedenktafel auf der Hochburg an den berühmten Komponisten.

 

 

Quellen:

https://www.meerane.de/beruehmte-meeraner-werner-bochmann.html

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44435584.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Bochmann

https://www.singkreis-schliersee.de/schlierseer-komponisten/werner-bochmann/

UFA Autorenporträts – Werner Bochmann, Thema: Mit Musik geht alles besser, Manuskript und Moderation: Helmuth M. Backhaus (Gesamtdauer 65:05), UFA-Musik- und Bühnenverlage, München

[1] Druckfehler? Vermutlich „Orchester Typica“ oder „Orquesta tipica“.

[2] Quelle: https://www.meerane.de/beruehmte-meeraner-werner-bochmann.html.

[3] Quelle: https://www.singkreis-schliersee.de/schlierseer-komponisten/werner-bochmann/.

 

 

Kathrin Zott Kathrin Zott

Aufgewachsen und noch immer wohnhaft in Neuhaus am Schliersee, zweifache Mama, studierte Germanistin und Musikpädagogin, freiberufliche Lektorin und Korrektorin – mit anderen Worten: heimatverbundene, musikbegeisterte, kreative, tierliebe und vor allem komplett italienverrückte Leseratte.