Merian – Bayerische Seen zwischen München und den Alpen

Merian – Bayerische Seen zwischen München und den Alpen

Das Monatsheft der Städte und Landschaften

14 . Jahrgang – Heft 7 von 1961

 

Wieder einmal habe ich in meinen zahlreichen Schachteln daheim, in denen ich meine „alten Schätze“ aufbewahre, gestöbert, und da fiel mir unter anderem ein über 55 Jahre altes Merian-Heft von 1961 in die Hände.

Der Titel „Bayerische Seen – zwischen München und den Alpen“ hat mich gleich angesprochen: Nachdem ich nun schon seit fast vier Jahren am Schliersee in der Gäste-Information arbeite, habe ich das Inhaltsverzeichnis sofort auf einen eventuellen Artikel über meinen Heimatsee durchgesehen und bin erfreulicherweise fündig geworden.

Sie können den Artikel über die Fotos lesen oder hier als Abschrift.

Viel Vergnügen dabei! Ich habe mich sehr amüsiert – wer weiß noch, was ein „Kursbuch“ oder „bäuerliche Bardots“ sind? ‒ und Schliersee einmal wieder mit den Augen aus einer mir unbekannten, vergangenen Zeit gesehen.

 

Hugo Hartung

Schliersee oder Vom bebraischen Schicksal

Daß es heutzutage einsamere Wandergebiete gibt als vor einem Menschenalter, hat sich allmählich herumgesprochen. Zum Glück machen nur wenige Gebrauch davon. Denn für einen Großteil der wenigen, die noch „der Sonn´ entgegengehen“ wollen, gilt immerhin der Anschluß an eine gutgehaltene Bundesstraße als unabdingbare Voraussetzung. Allenfalls macht noch die wagemutige Gilde der Felsgeher und Kletterer eine löbliche Ausnahme … Im gleichen Maße aber, in dem Teneriffa, Zentralafrika und mittelmeerische Miniaturinseln zu Konsumgütern der Touristik werden, sinken manche deutsche Vor- und Mittelgebirgslandschaften wieder in einen glücklichen Naturzustand zurück, aus dem ihre Bewohner lediglich durch eigene Autos oder durch die Antennen auf Ihren Schiefer- und Schindeldächern befreit werden.

Dann aber gibt´s noch Gegenden, denen etwas Kurioses auferlegt wurde, das ich als „das bebraische Schicksal“ bezeichnen möchte. Man weiß, Bebra war einst Dreh- und Angelpunkt des deutschen Reiseverkehrs, in seiner Bedeutung vergleichbar einem heutigen Autobahnkreuz oder dem afrikanischen Weltflughafen Dakar. Der Name Bebra stand und steht in allen Kursbüchern fettgedruckt, und man besang ihn in einem Schlager der zwanziger Jahre. Tausende fuhren täglich durch die Station und kauften sich auf ihrem Bahnsteig Zeitungen und Würstchen, doch habe ich noch nie jemanden getroffen, der – die Bebraer (oder nennen sie sich „Bebraner“?) mögen mir verzeihen – in der Stadt Aufenthalt genommen und in ihr nach geheimen Köstlichkeiten gefahndet hätte.

Ein bißchen von diesem bebraischen Schicksal ist glücklicherweise meinem Schliersee zugeteilt. Es fahren nämlich unvergleichlich mehr Menschen während der alpenländischen Sommer- und Wintermonate durch den angenehmen Ort am gleichnamigen sechs Quadratkilometer großen, klaren, grünen Alpensee, als in ihm Quartier nehmen. Das kann in den beiden großen Saisonperioden manchmal dazu führen, daß die mitten durch den Ort verlaufende Seestraße stundenweise von Kraftfahrzeugen ähnlich verstopft ist wie der Münchner Stachus oder das Berliner Zooviertel. Doch welcher Autofahrer wäre geneigt, angesichts ungeduldig hupender Hintermänner einer Kirche in zartem Pastellrosa inmitten blumenbunter Grabhügel, einer anmutigen gotischen Bergkapelle unter mächtigen alten Bäumen oder einem uralten Bauernhaus mit einer lieblichen Madonna auf der weißen Hauswand Blicke verweilender Bewunderung zu schenken? Da mir aber eben dieses uralte Haus nun schon in allen wechselnden Jahreszeiten geliebtes Quartier geworden ist, will ich besagtes Schicksal preisen, welches Schliersees großartiges Skigebiet rund um den Spitzingsee – das im Firnglanz heißer Frühlingsschneetage mit weltberühmten Gefilden des Vorarlberg oder des Engadin durchaus konkurrieren kann – eine gehörige Kilometerzahl von dem Alpenstädtchen abrückte.

So vermag der Ort selbst noch immer sein Leben zu leben: Ein Leben durchaus in dieser Zeit, mit einem hellen, gewitzten Menschenschlag, weltoffen, selbstbewußt und eben deshalb noch nicht sklavisch abhängig von dem, was in einigen Monaten des Jahres an Fremdenverkehr hindurchstrudelt oder für wenige Wochen auch in der Gemeinde abgesetzt wird. Da gibt´s dann allerdings einmal auch so etwas wie eine Hochsaison, und es gehen Leute von Rhein und Elbe mit plakettengezierten Spazierstöcken zwischen Seepromenade und dem Strandbad hin und her und deuten mit ihren grimmigen Stockspitzen auf Berge, deren Namen sie während der ersten vierundzwanzig Stunden auswendig lernen.

Doch nicht nur auf den Bergen selbst bleibt es still, sondern schon in den allernächsten Wäldern löst sich der Ferienstrom in immer dünnere Rinnsale auf. Denn diese Wälder sind unsensationell. Sie bieten nicht eben das, was man von einer Alpenlandschaft gemeinhin erwartet. Da ist keine Klamm mit wilden Felsstürzen, sondern es gibt nur rasche, klare Wildwässer, sonnenüberglitzert und farnumstanden. Da sind keine Berghotels, in den bei „Dancing“ und „Five-o’clock-tea“ der Snobismus und die Manager-Unrast der Täler munter gepflegt werden, sondern das eine schöne, kultivierte Berghaus der Erholung hat im Gegenteil an einsamen Waldpfaden Mahnansprüche abendländischer und morgenländischer Weisheit anbringen lassen, die immer darauf hinauslaufen: still sein, still bleiben, still werden.

Und drunten am See findet sich wiederum etwas, was im Zeitalter der Grundstücks-Großwildjäger beinahe unglaublich ist: ein ganz und gar unbebautes, nicht aufgeteiltes und abgezäuntes Seeufer. Die Natur hat es nämlich so glücklich gefügt, daß sich da keine Menschen niederlassen können, weil die sonnenlose Vorgebirgswand mit einer sanften und doch abwehrenden Beharrlichkeit unmittelbar hinterm See aufwächst. Und so geht der Blick vom etwas verwilderten parkartigen Garten meines (nur in Gedanken mir gehörenden) Hauses auf ein Stück grüner Urlandschaft, die nur dann groß und hoch wirkt, wenn sie sich schwarz vom helleren Nachthimmel abzeichnet.

Es wäre einiges über diese Schlierseenächte zu sagen, von denen für mich die köstlichsten die sind, in den bunte elektrische Birnen in unserem Garten von Baum zu Baum gezogen sind, Glühwürmchen aus dem feuchten Rasen steigen und in der vollkommenen Stille die Wellchen des einsamen Sees an die Uferquader schlagen … Dann ist da aber auch die Mittsommernacht, wenn rundum die Bergfeuer aufflammen und Feuerschlänglein von Fackeln gewundene Wege bergauf nachzeichnen.

Und es ist wohl auch hier die Nacht der Nächte die Heilige Nacht. Im Winter 1960 lag viel Schnee, und es war sehr kalt am 24. Dezember. Schneewälle waren um die kleinen Weihnachtsbäume oder die dicken roten Adventskerzen, die um die Mitternachtsstunde auf den Gräbern brannten. Aus dem schönen barocken Kirchenraum, der im strahlenden Licht zahlloser Kerzen lag, wehten die ein wenig wehmütigen Zitherklänge und die gutturalen Töne der Andachtsjodler einer alpenländischen Christmette über die geschnitzten Grabkreuze aus heimatlichem Holz …

Noch geben die großen kirchlichen Feste die farbenfrohen Akzente des Jahres. Mag man sonst auch bäuerliche Bardots mit Wippröcken und offenen Haarsträhnen auf der Seestraße sehen und Burschen im welteinheitlichen Buschhemd – am Tag, an dem die goldenen Prunkbanner dem Allerheiligsten der Fronleichnamsprozession voranwehen, herrscht wieder allgemein und selbstverständlich die Tracht mit ihren Goldschnüren an den Frauenhüten und wahren Blumenanpflanzungen auf den enggeschnürten Samtmiedern der Mädchen. Und so gemäß ist diese Kleidung ihren Leibl-Gesichtern, daß man sie nicht als Kostümierung empfindet.

Einmal im Jahr nur triumphiert das Kostüm: am Faschingsdienstag, der an Fröhlichkeit und Phantasiekraft die organisierten Umzüge der Großstädte weit übertrifft. Da wird parodistisch die ritterliche Frühzeit jener Herren von der Burg Hohenwaldeck beschworen, die im Mittelalter über dieser früh christianisierten Kulturlandschaft wohnten, und man sieht blondbärtige Rittersmänner, mit allen Requisiten einer guten Küche – vom Sieb über den Topfkratzer bis zu Trichter und Teekessel – bekleidet und ausgerüstet, in oft waghalsigen Produktionen die Hänge des vormaligen Burgbergs auf Skiern hinunterbrausen. Und die Musik spielt dazu …

Musik ist am Schliersee immer mit dabei, im Ernsten wie im Heiteren. Der vitale siebzigjährige Schwarz Carl, hochgeehrt als Komponist des Schlierseer Heimatliedes, hat einst auf den großen Revuebühnen Europas zum „Weißen Rößl“ aufgespielt und schlägt noch immer als Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde eindrucksvoll die Zither. Und da das Komödienspielen in den Alpentälern der Musik sehr nahesteht, kann man in seiner Gesellschaft auch dem Fannerl Mittermayr-Terofal begegnen, der letzten Bauerntheaterdirektorin von Schliersee und Trägerin jenes in die Theatergeschichte eingegangenen Namens Terofal, der aus einer Umkehrung des französischen Laforêt entstanden ist.

Wenn die lebenslustige sechsundsiebzigjährige Prinzipalin von ihren Gastspielreisen zwischen Griechenland und der Eismeerküste anschaulich zu erzählen beginnt, ist so bald kein Aufhörens mehr, und die Erzählung endet unweigerlich mit jener einprägsamen Szene, in der Wilhelm II. durchs Brandenburger Tor reitet und „seinem lieben Terofal“ vom hohen Roß herunter die kaiserliche Hand reicht, um sich geneigtest nach dessen Befinden zu erkundigen. Eine goldene Brosche mit dem kaiserlichen Namenszug, die „das Fannerl“ noch heute trägt, erinnert an jene glanzvolle Epoche, in der „Die Schlierseer“ komödienspielende, singende und tanzende Botschafter ihres Heimattales wurden und so manchen Berliner dazu brachten, sich am Sitz ihrer Bühne, der sich noch heute eines schönen und stattlichen Theaterbaus erfreut, zeitlebens niederzulassen.

So mag denn das heutige Schliersee getrost sein Schicksal tragen, daß zahllose Menschen mit starrem Windschutzscheibenblick die Lieblichkeit seiner Landschaft durchrasen. Die Verweilenden und Immerwiederkehrenden werden um so mehr seine Freunde werden und so der von Grün bis zum föhnigen Violett und dem Winterweiß in vielen Nuancen leuchtenden Berge verfallen, daß sie sich auch in den stillsten Tagen des Vorfrühlings und des reinen Spätherbstes dem geruhsamen Rhythmus seines Lebens anvertrauen.

 

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Sophia Prinzessin von Hannover und Georg Wilhelm Prinz von Hannover – zwei königliche Hoheiten in Schliersee

Neuhaus, an einem sonnigen Tag in den frühen 60er-Jahren: Auf der Wiese beim heutigen Spielplatz hat sich ein Großaufgebot der Polizei versammelt. In Kürze landet dort ein Hubschrauber. An Bord: Prinz Philip, Duke of Edinburgh, der Ehemann von Königin Elisabeth II. Es ist ein privater Grund, der Prinz Philip an den Schliersee führt. Er besucht seine Schwester, Sophia Prinzessin von Hannover, die hier mit ihrem zweiten Ehemann, Georg Wilhelm Prinz von Hannover, lebt. – Meine Mama, damals noch ein junges Mädchen, kann sich an diesen besonderen Tag noch ganz genau erinnern. Dass sie mit ihrer eigenen Familie einige Jahre später in direkter Nachbarschaft wohnen würde, hatte sie damals noch nicht geahnt …

 

Urlaub am Schliersee

Georg Wilhelm Prinz von Hannover, geboren am 25. März 1915 in Braunschweig, liebte die Schlierseer Berge. Schon als Kind, in den frühen 20er-Jahren, kam er oft mit seinen Eltern, Ernst August von Hannover III., Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, sowie Viktoria Luise Prinzessin von Preußen, der Tochter des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., und seinen vier Geschwistern nach Josefstal und verbrachte in der Pension „Café Brunnhof“ seinen Urlaub. Im Sommer unternahm die Familie Wanderungen in die umliegenden Berge, wie zum Beispiel auf die Rotwand oder die Brecherspitze, und im Winter ging es zum Skifahren auf den Spitzing.

Diese Kindheitserinnerungen dürften der ausschlaggebende Grund dafür gewesen sein, dass Prinz Georg Wilhelm und seine Frau Sophia, geboren am 26. Juni 1914 auf Korfu als viertes von fünf Kindern des Prinzen Andreas von Griechenland und Dänemark und dessen Frau Alice von Battenberg, im Jahr 1958 in Neuhaus am Schliersee ein Haus kauften. Die Wahl fiel auf eine ehemalige Pension. Ein herrschaftliches Haus mit großem Anwesen, das genug Platz für die Besuche der zahlreichen Familienmitglieder bot. Denn Prinzessin Sophia brachte aus ihrer ersten Ehe mit Christoph Prinz von Hessen, der 1943 bei einem Flugzeugabsturz in Italien tödlich verunglückte, bereits fünf Kinder mit in die Beziehung. Aus der am 23. April 1946 geschlossenen Ehe mit Georg Wilhelm Prinz von Hannover gingen weitere zwei Söhne, Welf und Georg, sowie eine Tochter namens Friederike hervor. Die beiden jüngsten Kinder besuchten die Volksschule in Neuhaus und wechselten nach der Grundschulzeit auf das Internat Schloss Salem bei Überlingen am Bodensee, das Prinz Georg Wilhelm von 1947 bis 1958 leitete und selbst von 1930 bis 1934 als Schüler besucht hatte.

 

Pferde und Sport

Der promovierte Jurist war aber auch im sportlichen Bereich sehr aktiv. Als großer Pferdeliebhaber und passionierter Reiter gehörte er vor dem Zweiten Weltkrieg der deutschen Military-Mannschaft an und baute später die Reit-Akademie in München-Riem mit auf. Darüber hinaus engagierte er sich ganz allgemein für den Sport. Er war Präsident der Olympischen Akademie in Griechenland, Mitglied im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) sowie im Nationalen Olympischen Komitee (NOC) und war an der Organisation der Olympischen Spiele 1972 in München beteiligt. Aber auch die Belange der Schlierseer Bürgerinnen und Bürger lagen dem Prinzen sehr am Herzen. Er brachte sich unter anderem in der Wasserwacht und der evangelischen Kirchengemeinde ein und war mehrere Jahre parteiloses Mitglied im Schlierseer Gemeinderat. Anfang der 70er-Jahre stellte Prinz Georg Wilhelm einen Teil seines großen Grundstücks als Baugrund zum Verkauf, und so wurden meine Eltern 1971 zu Nachbarn.

 

Guten Morgen, Hoheit

Für mich war es etwas ganz Alltägliches, in der Nachbarschaft zweier königlicher Hoheiten aufzuwachsen, zumal der Prinz und die Prinzessin äußerst freundliche und kinderliebe Menschen waren. Prinz Georg Wilhelm war beruflich viel unterwegs. War er aber zu Hause, ging er jeden Morgen joggen. Wenn er uns sah, hob er die Hand zum Gruß, und wir grüßten mit einem „Guten Morgen, Hoheit“ zurück. Seine Frau drehte regelmäßig ihre Einkaufsrunde durch den Ort, unter anderem zum Lebensmittelgeschäft Albert (später Maier und heute Bäckerei Gritscher) und zum Blumenladen Leitner, gegenüber der katholischen Kirche St. Josef. Prinzessin Sophia war eine offene, herzliche Person, die Freude daran hatte, sich mit den Leuten aus dem Ort zu unterhalten. Deshalb blieb sie auch bei uns am Zaun gerne stehen, um mit meiner Oma oder meinen Eltern einen kurzen Plausch zu halten. Und wenn sie mit ihrem roten Golf an unserem Haus vorbeifuhr und meine Schwester und mich im Garten spielen sah, dann winkte sie uns stets freundlich lächelnd zu.

Ruhe und Entspannung fand sie in ihrem Garten, inmitten von duftenden Blumen und Sträuchern, um die sie sich gerne selbst kümmerte. Prinzessin Sophia war aber auch eine große Literatur- und Musikliebhaberin. Sie konnte Klavier spielen, hatte aber später nicht mehr die Zeit, um diesem Hobby nachzugehen. Sie lebte vor allem für ihre Familie, für ihre acht Kinder und ihre zahlreichen Enkel und Urenkel, von denen sie regelmäßig Besuch bekam. Des Öfteren flog sie nach England, um ihren Bruder Prinz Philip und dessen Frau Königin Elisabeth II. zu besuchen.

 

Die Susi ist eine Hoheit

Direkt neben dem Haus, über den separaten Garagen, befand sich eine kleine Wohnung, die der Prinz und die Prinzessin günstig an eine junge Familie vermietet hatten. Zu dieser Familie hatte vor allem Prinzessin Sophia ein enges, freundschaftliches Verhältnis. Man half sich gegenseitig und trank auch mal einen Kaffee zusammen. Die Mieter besaßen eine schneeweiße Katze namens Susi, die nach Belieben im Haus der königlichen Hoheiten ein und aus gehen durfte. Susi war eine extrem vorsichtige Katze, die nie etwas herunterwarf oder kaputt machte. Als Prinzessin Sophia Susi eines Tages dabei beobachtete, wie sie sich elegant an den wertvollen Karaffen auf dem Regal vorbeischlängelte, stellte sie fest: „Die Susi ist eine Hoheit.“ Als die Familie Zuwachs bekam und schweren Herzens in eine größere Wohnung umzog, blieb der Kontakt bestehen. Die Prinzessin stattete ihren ehemaligen Mietern auch nach deren Auszug immer mal wieder Besuche ab, um sich nach dem Wohlergehen der jungen Familie zu erkundigen. Susi hingegen durfte in ihrem angestammten Revier bleiben und zog zu uns. Ihre Angewohnheit, der Prinzessin einen Besuch abzustatten, behielt sie zeitlebens bei, und so war es gar nicht selten, dass wir unsere vermeintlich verschwundene Katze bei der Prinzessin wiederfanden.

 

Stete Hilfsbereitschaft

Sophia Prinzessin von Hannover und Georg Wilhelm Prinz von Hannover lebten die ganzen Jahre ein unauffälliges und bescheidenes Leben in der Gemeinde. Wenn jemand ihre Hilfe benötigte, dann ließen beide ihre Beziehungen spielen und taten ihr Möglichstes, um zu helfen – und das stets im Stillen und ohne großes Aufhebens. Im Laufe der Jahre war Neuhaus zu ihrer Heimat geworden, und so wurden beide auf eigenen Wunsch hin auf dem Friedhof in Westenhofen beigesetzt. Prinzessin Sophia starb am 24. November 2001. Ihre Beerdigung fand im engsten Familienkreis statt und wurde mit bayerischen Volksweisen musikalisch umrahmt. Die Trauerfeier für ihren Mann Prinz Georg Wilhelm, der am 8. Januar 2006 verstarb, wurde ebenfalls im kleinen Kreis abgehalten und vom Miesbacher Dreigesang begleitet. Die Inschrift auf der Grabplatte sowie ein ganz besonderes Steinkreuz mit keltischem Motiv, dessen Beschaffung einige Zeit in Anspruch nahm, schmücken die Grabstätte und erinnern an zwei im Ort sehr beliebte und hochgeschätzte Persönlichkeiten.

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Schweiß, Glück und Tränen in Schliersee – Sixtus Schliersee Alpentriathlon

Am 21.‒22. Juli ist es wieder so weit. Dann gilt es für knapp 1.000 Sportler/-innen, den „Sixtus Schliersee Alpentriathlon“ zu bezwingen. Triathleten, Triathletinnen, Triathlon-Größen und Hobbysportler kämpfen rund um den Schliersee seit Jahren vor schönster oberbayerischer Alpenkulisse gegen sich selbst, die Strecke und die Konkurrenz. Zuerst geht es 1,5 km durch den erfrischenden Schliersee. Der Start befindet sich vor der eindrucksvollen Bergkulisse des Schliersees neben dem Kurpark. Geschwommen wird auf einem Dreieckskurs im Uhrzeigersinn. Die traumhafte Radstrecke führt 40 km (und 853 Hm) durch das bayerische Voralpenland bis zum Spitzingsattel. Die anschließende Laufstrecke von 10 km verläuft über drei Schleifen und mit 176 Hm durch die fantastische Alpenwelt am Spitzingsee ‒ eine absolute Traumstrecke also.

Besonderes Schmankerl: Im Ziel gibt es für alle Teilnehmer/-innen frischen Kaiserschmarrn.

Auch für Zuschauer interessant: DIE EXPO ‒ Auf der Veranstaltungsfläche der Vitalwelt Schliersee, direkt neben der Wechselzone 1, bietet die Alpentriathlon Expo die Möglichkeit, sich bei verschiedenen Ausstellern über deren Produkte aus dem weitreichenden Triathlon- und Sportbereich zu informieren, zu testen und zu kaufen.

Zusätzlich auf dem Programm: Stand Up Paddling mit Chill-out-Area, gratis Tapen für alle Teilnehmer/‑innen, eine Bike-Service-Station von Bike Base, einen Neoprentest und -verleih bei Aquasphere.

 

 

Anmeldung
www.schliersee-alpentriathlon.com/index.php/anmeldung.html

 

Infos
www.schliersee-alpentriathlon.com

 

Zeitplan

Samstag, 21.07.2018

12:00‒19:00 Uhr Ausgabe Startunterlagen // Vitalwelt Schliersee

17:00‒19:00 Uhr Pasta-Party

19:00‒20:00 Wettkampfbesprechung

 

Sonntag, 22.07.2018

08:00‒10:00 Uhr Ausgabe Startunterlagen/Abgabe Wechselzonensack 2 und Straßenkleidung // Vitalwelt Schliersee

08:30‒10:30 Uhr Rad-Check-in // Kurpark

11:00 Uhr Start // Kurpark

13:45 Uhr Zeitlimit Auffahrt // Beginn Spitzingstraße

14:20 Uhr Zeitlimit für den 2. Wechsel // Spitzingsee

Ab 14:25 Uhr Rad-Check-out/Chip-Rückgabe // Wechselzone 2 Spitzingsee

Ab 14:40 Uhr Wechselzone 1 Check-out // Wechselzone 1 Schliersee

15:35 Uhr Zeitlimit Ziel // Seepromenade Spitzingsee

16:15 Uhr Ende Rad-Check-out // Wechselzone 2 Spitzingsee

17:00 Uhr Siegerehrung // Vitalwelt Schliersee

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Sommer in Schliersee Feste und Konzerte in lauen Juli-Sommernächten

Der Markt Schliersee und seine rührigen Vereine blicken auf eine lange Tradition mit verschiedenen Sommerfesten und -konzerten. Die Ausrichter freuen sich über zahlreiche Besucher ‒ Gäste und Einheimische sind herzlich willkommen.

Bei allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei.

Am Mittwoch, 4. Juli, findet um 20:00 Uhr ein Konzert mit dem Akkordeonorchester am Pavillon im Kurpark Schliersee statt. Bei schlechtem Wetter findet das Konzert ‒und alle anderen Konzerte bis auf das Standkonzert am Spitzingsee ‒ im Forum in der Vitalwelt statt.

Am Sonntag, 8. Juli, beginnt um 20:30 Uhr die stimmungsvolle Lichterserenade mit dem Alpenchor Schliersee, ebenfalls im Kurpark. Viele Hundert brennende Kerzen schmücken die Wege des Kurparks. Lassen Sie sich von einem bunten Glitzermeer zu beschwingten Melodien verzaubern und genießen Sie einen unvergesslichen Abend am See.

Der Abend vom Donnerstag, 12. Juli, steht ganz im Zeichen des „Schlierseer Abends“: ein bunter Reigen und eine gute Mischung aus Volksmusik – dargeboten von der Schlierseer Blasmusik und dem Schlierseer Alpenchor ‒, Plattler und Volkstänze mit dem Schlierseer Trachtenverein und Goaßlschnalzern. Durch den Abend führt Franz Weiß.

Am Mittwoch, 18. Juli, steht wieder ein Kurkonzert am Pavillon auf dem Programm: „Klingendes Schliersee“ mit der Unterleiten-Musik, moderiert von Karl B. Kögl und am Donnerstag, 19. Juli, findet ein Standkonzert mit der Schlierseer Blasmusik an der Strandpromenade Spitzingsee statt (entfällt bei schlechtem Wetter). Beide Konzerte beginnen jeweils um 20:00 Uhr.

Um 11:00 Uhr vormittags beginnt am Sonntag, 22. Juli, ein weiteres Kurkonzert am Pavillon. Der Schlierseer Alpenchor singt viele bekannte Melodien und erfreut so das Herz seiner Zuhörer.

Das sehr beliebte und weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannte Schlierseer Seefest findet, wie jedes Jahr, am letzten Wochenende im Juli statt. An drei Tagen, von Freitag, 27. Juli, bis Sonntag, 29. Juli, verwandeln sich die Seefestwiese und der Kurpark in eine bunte Gute-Laune-Meile mit vielen Ständen, die regionale und internationale Schmankerl anbieten sowie Alkoholisches und nichtalkoholische Getränke verkaufen. Das Ganze wird von einem vielfältigen Unterhaltungsprogramm abgerundet. So treten ebenso Turngruppen wie Goaßlschnalzer auf, es gibt ein Fischerstechen auf dem See und viel Live-Musik – gleich am Freitagabend spielt die BAYERN-1-BAND „simply the best“ auf. Den sehens- und hörenswerten Höhepunkt am Samstagabend bildet das musiksynchronisierte Brillantfeuerwerk über dem Schliersee (bei schlechtem Wetter wird das Feuerwerk auf den Sonntag verschoben).

 

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Kostüm Schliersee: Upcycling für den Kleiderschrank

Kleiderstangen an Kleiderstangen, schwere Barockkostüme neben zarten 20er-Jahre-Roben, ein fantasievoller Kopfputz aus getrockneten Pflanzen neben klassischen Zylindern: Der Kostümfundus von Angelika Hubner ist eine wahre Schatzkammer. In einem schmalen Dachzimmer hat die Schlierseerin zusammengetragen, was sie über Jahrzehnte als Kostümbildnerin gefertigt und als kreative Querdenkerin gesammelt hat. An die 10.000 Einzelteile, so schätzt Angelika Hubner, gehören zu ihrem Fundus. Weiterlesen

Unserem Schlierseer Lüftlmaler, Peter Wimmer, über die Schulter geschaut …

In meiner Nachbarschaft steht ein wunderschönes villenartiges Landhaus, das um 1900 im „barockisierenden Jugendstil“ erbaut wurde. Es ist mit filigranen Fassadenmalereien in Stil der Neurenaissance ‒ kombiniert mit barocken Elementen ‒ verziert. Das weist auf einen Urheber der Bemalungen mit städtisch-bürgerlichem Hintergrund hin. Für im Oberland ansässige Lüftlmaler waren eher Motive aus dem Rokoko und Barock charakteristisch. Umso einzigartiger ist die Gesamtwirkung des Hauses, es berührt einen ganz besonders.

Peter Wimmer ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Lüftlmaler in Bayern und lebt mit seiner Familie in Schliersee.

Für die Kunst des Lüftlmalens gibt es keinen Ausbildungsgang. Sie wird in der Regel vom Vater an den Sohn weitergegeben. Genauso war es bei Peter Wimmer. Sein Handwerk verfeinerte er durch seine Ausbildung als Kirchenmaler und Restaurator sowie diverse Zusatzausbildungen zu wesentlichen Themen wie Proportionslehre, Bildkomposition, Akt- und Porträtzeichnen und perspektivischem Zeichnen. Peter Wimmers künstlerische Arbeiten beschränken sich nicht nur auf die professionelle Fassadenmalerei. Er beschäftigt sich auch mit Illusionsmalerei, Artwork auf Leinwand und vielem anderen mehr. Bilder dazu können Sie auf seiner Website sehen: http://www.wandkunst-wimmer.de/. Auch unser großes rotes „K“, welches jeden Herbst als Monument auf dem Kirchbichl steht und den „Kulturherbst Schliersee“ mit vielen kulturellen Veranstaltungen ankündigt, stammt aus der Hand von Peter Wimmer.

So erhielt er nun im Zusammenhang mit der obengenannten Villa den Auftrag zur Restaurierung der alten Wandmalereien an diesem charmanten Landhaus. Allerdings  durfte er unter denkmalschützerischen Gesichtspunkten nur dort Retuschen machen, wo es unbedingt notwendig war, und ergänzen, was fehlte. Es ging ihm nicht darum, dem Objekt den eigenen Stempel aufzusetzen, sondern nicht zu viel an Originalsubstanz zu verändern.

Hier waren nun zusätzlich ergänzende Neumalereien notwendig, da die Fassade teilweise neu verputzt werden musste. Bei solchen Aufgabenstellungen liegt für Herrn Wimmer ein besonderes Augenmerk auf der Übereinstimmung seiner Malereien mit dem „Duktus“ ‒ also mit der Handschrift des Urhebers.

Neu verputzte und somit zu raue Wandflächen musste er vor der Bemalung absanden und bearbeiten. Die Farbtöne der Neumalereien passte er an verbliebene Originalmalereien präzise an. Auch mehrlagige Kombinationen aus Untermalung und lasierenden Oberflächen waren zur Erzielung einer authentischen Wirkung notwendig.

 

 

Bei der Lüftlmalerei ist vor allem eine ruhige Hand wichtig. Der Maler muss fit sein, weil es eine anstrengende Arbeit ist, bei der der gesamte Arm bis in die Fingerspitzen hinein kontrolliert werden muss. Obwohl so ein Pinsel kein schweres Arbeitsgerät ist, müssen Rücken- und Halswirbelmuskulatur eines Malers schwere  Stabilisierungsarbeit leisten. Außerdem erfordert der Malprozess höchste Konzentration, damit kein Strich danebengeht. Am besten für den Lüftlmaler und seine Farben: keine pralle Sonneneinstrahlung und ein geschützter Arbeitsplatz.

So bringt Peter Wimmer wunderschöne Fassadenmalereien zum Strahlen und schafft damit weitere Blickpunkte in unserem idyllischen Ort.

 

 

www.lueftlmaler.eu

Peter Wimmer
Seestraße 37
83727 Schliersee

Tel.: 08026/94844
Fax: 08026/94845

E-Mail: mail@wandkunst-wimmer.de

 

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Der perfekte Schlierseer Junggesellinnenabschied

Die sechs besten Ideen für einen perfekten Junggesellinnenabschied in Schliersee

Vor der Hochzeit noch mal mit den besten Freundinnen alleine feiern, erleben, genießen …

Kurz bevor es ernst wird, sollte man Abschied vom Single-Dasein feiern. Aber wie?

Kulinarische Genießertage in Schliersee ‒ wir zaubern mit Euch mit regionalen Produkten, dabei zeigen wir viele Tipps und Tricks in der Küchenwelt. Den Schliersee erleben mit den Schlierseer Kutschern, anschließend in „hohe See“ stechen mit der jüngsten Schiffskapitänin, tanzen bis in den Morgen und abschließend auf der Hütte übernachten.

1.Wildkräutererlebnisse

Beginn mit hausgemachtem Blütenzaubergetränk, anschließend erleben und erfahren wir bei den wilden Konsorten in den Schlierseer Bergen vieles über die Heilwirkung und die geschichtlichen Hintergründe der Pflanzen, sammeln dabei die Wildkräuter und verarbeiten sie mit essbaren Blüten zu kulinarischen Schmankerln.

 

 

Fesl Rita, Oimarin (Sennerin), Kräuterpädagogin, rita.fesl@t-online.de

Prem Angelika sen., Kräuterpädagogin, info@hennerer.de

 

2.Backkurs

Meine Hochzeitstorte selber backen

Der Schlierseer Tortenback-Kurs ist das perfekte Erlebnis für Hobbybäckerinnen und alle, die Lust auf ein großartiges zuckersüßes und besonderes Geschmackserlebnis haben möchten. Hier lernen die Mädels, wie aus guten regionalen Zutaten eine außergewöhnliche Torte entsteht ‒ mit essbaren Blüten aus dem Bauerngarten strahlt und schmeckt sie ganz besonders.

 

Hennererhof, Prem Angelika sen, info@hennerer.de

 

3.Kutschfahrt

Die Schlierseer Kutscher bieten ein ganz besonderes Erlebnis auf der Kutsche

Sebastian Holzer, Fischhauserstr. 6 , 83727 Schliersee, Tel.: 08026/6629

Kutschfahrten Sprenger, Kalkgraben 4, 83727 Schliersee, Tel.: 08026/2800

Kölbl Anton, Attenberg 19, 83727 Schliersee, Tel.: 08026/6162

Kutschfahrten Hirtreiter, Schießstättstr. 7, 83727 Schliersee, Tel.: 08026/20011

 

4.Bootsfahrt

Die jüngste Kapitänin Deutschlands nimmt Euch mit auf „hohe See“ ‒ „Schliersee“

 

Schliersee Schifffahrt Mayr GbR

Michaela, Jasmin und Michael Lauber
Tel. und Fax: 08026/922786
Tel. am See: 08026/9255658
Mobil: 0173/8818487
E-Mail: info@schlierseeschifffahrt.de

 

5.Hüttenübernachtung

Bayerische Staatsforsten, Tel.: 08026/9192140
Albert Link Hütte, 1053 m ü. NN, Ute Werner und Uwe Gruber, Reservierung: 08026/71264

 

Besonderes

Eigene Herstellung und Verkauf von Holzofenbrot, geräuchertem Käse und Speck; Langlaufzentrum mit Ski- und Wachsservice, Umkleideraum und Schließfächern; Schneeschuhverleih

 

 

6.Party ‒ Spinnradl

Tanzen bis in den Morgen, Partymäuse, „Die Nacht ist lang in den Bergen“

Neues Spinnradl, Spitzingsee,

Ansprechpartner: Bernhard Simon

Tel.: 08026/977939

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

„Am Schliersee sitzen und bläd schaun“ – die Schlierseer Kabarettistin und Schauspielerin Christine Eixenberger

Lustig, herzlich und „grad raus“ – so könnte man die Kabarettistin und Schauspielerin Christine Eixenberger auf Anhieb am besten beschreiben. Als ich mich mit ihr zum Interview am Bootsverleih Lauber in ihrer Heimatgemeinde Schliersee treffe, bietet sie mir als Erstes das „Du“ an. Weil man das so macht in Bayern, es ratscht sich nämlich leichter, wenn man „Du“ sagen kann.

Erste Hauptrolle als „Marie fängt Feuer“

Christine Eixenberger ist ein Mensch, den man sofort gern haben muss. Sie lacht viel, ist herrlich unverkrampft und wunderbar bayerisch-bodenständig. Dabei könnte sie sich ein bisschen Abgehobenheit durchaus herausnehmen, schließlich gilt sie als neuer „Shootingstar“ der bayerischen Schauspiel- und Kabarettszene. Dem bundesweiten Publikum dürfte sie spätestens seit der Verkörperung der Feuerwehrfrau „Marie“ in der ZDF-Herzkino-Reihe „Marie fängt Feuer“ bestens bekannt sein. Ursprünglich war sie für diese Rolle eigentlich gar nicht vorgesehen, erzählt sie freimütig. „Ich wurde am Anfang für eine der Nebenrollen gecastet. Für eine Hauptrolle war ich eigentlich zu unbekannt in der deutschen Fernsehwelt.“ Die Macher der Serie ließen sich aber dann doch von ihrem Talent und ihrer natürlichen Spielweise vor der Kamera überzeugen und gaben ihr die Hauptrolle. „Als ich Bescheid bekommen habe, hab ich erst mal geheult und gedacht, dass ist sicher ein Tippfehler“, erinnert sie sich mit einem Lachen. Nun ist sie „Marie“ ‒ und das mit Lust und Leidenschaft.

Erfolg im BR mit „München Grill“

Doch das ist nicht das einzige Fernsehformat, in dem Christine Eixenberger ihr schauspielerisches Können unter Beweis stellen darf. Ganz neu im Programm des Bayerischen Fernsehens ist die Serie „München Grill“ unter der Regie von Franz Xaver Bogner. Christine Eixenberger hat darin Monika Gruber mit deren „Monis Grill“ beerbt und leitet in ihrer Rolle als „Fanny“ ein Wirtshaus am Viktualienmarkt, das regelmäßig von der bayerischen Prominenz heimgesucht wird. An ihrer Seite spielen Fernsehgrößen wie Christine Neubauer und Sarah Camp. Auch um diese Rolle musste Christine nicht in zahllosen Castings mit anderen hoffnungsvollen Jungschauspielern kämpfen. Regisseur Franz Xaver Bogner entdeckte und besetzte sie. „Bei uns hat einfach die Chemie gestimmt“, berichtet sie von ihrem ersten Treffen mit dem berühmten Filmemacher.

„Auf der Bühne gebe ich die Pädagogin“

Die künstlerischen Wurzeln der studierten Grundschullehrerin liegen jedoch im Kabarett. Ihr bester Spezl und langjähriger Mentor hat sie schon während ihrer Schulzeit am Gymnasium zu diversen Musicals im Landkreis Miesbach geholt. Nach einem kurzen Ausflug in ein Jurastudium, das sie abbrach, „weil Baurecht vor der Tür stand. Das kann kein Mensch freiwillig wollen!“, fand sie sich plötzlich mit ihrem ersten Programm auf der Bühne wieder. Zuerst noch zusammen mit Tobias Öller und kurz darauf als Solokünstlerin eroberte Christine rasch die Kleinkunst- und Theaterbühnen der Republik. Auf „Ballkontakt“ folgte „Lernbelästigung“, und ganz aktuell tourt sie mit ihrem Programm „Fingerspitzenlösung“ durch die Lande. „Auf der Bühne gebe ich die Pädagogin“, erzählt die leidenschaftliche Künstlerin. „Als Lehrerin kann ich zum Beispiel das Publikum auf eine Art miteinbeziehen, die einem keiner krumm nimmt, weil diese Situationen jeder aus seiner Schulzeit kennt. Wenn da einer mit dem Handy rumspielt oder mit dem Banknachbarn zum Ratschen anfängt, muss er damit rechnen, dass ich das kommentiere. Ich liebe es, wenn mein Publikum anfängt zu schwitzen!“ Als Grundschullehrerin kennt sie sich nämlich aus mit frechen Schülern – auch wenn sie bereits erwachsen sind.

Familie und Heimat geben ihr Halt

Doch bei aller Gaudi und allem Erfolg gibt es auch stille Momente bei der quirligen Schlierseerin. „Das klingt bestimmt irgendwie komisch, aber wenn ich mir vorstelle, dass unser Leben endlich ist – da gruselt es mich ein bisserl“, sagt sie. Und damit meint sie vor allem den Verlust ihrer Familie, zu der sie ein inniges Verhältnis hat. Mama, Papa und ihr jüngerer Bruder geben ihr Halt und sorgen für die nötige „Erdung“ in ihrem turbulenten Leben. Urlaub in exotischen Ländern braucht Christine Eixenberger nicht zwingend: „Schliersee bedeutet für mich tatsächlich Freiheit. Da kann ich zu jeder Tageszeit auf den Berg gehen, am See sitzen oder Radlfahren. Oder einfach nur einen Cappuccino trinken und bläd schauen.“ Herzerfrischend, oder?

Wer Christine Eixenberger noch nicht live und in Farbe auf der Bühne erlebt hat, sollte das schleunigst nachholen. Ihre offene und sympathische Art bringt nämlich die kältesten Herzen zum Schmelzen. Und dafür muss man nicht mal „per Du“ mit ihr sein.

 

 

Mehr Infos zu Christine Eixenberger sowie ihre aktuellen Tourdaten findet man unter www.christine-eixenberger.de.

Am 29. Dezember 2018 ist sie mit ihrem Programm „Fingerspitzenlösung“ im Alpengasthof „Glück Auf“ in Hausham zu Gast.

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

WM 2018: Tooooooor! Public Viewing in Schliersee

Mein Tipp: In den Vorrundenspielen alle Locations ausprobieren und den persönlichen Lieblingsplatz herausfinden – dann kann das Finale mit deutscher Beteiligung kommen.

„Olé“ und „Schalalalala“

#1 Fankurve Schliersee – im Bauerntheater bei allen Deutschlandspielen mitfiebern

Echtes Stadion-Feeling bekommt Ihr im Bauertheater. Mit einer riesigen Leinwand (5 m x 2,80 m) wird Euch die WM direkt von Russland nach Schliersee geholt. An erster Stelle stehen hier Fußball und das Miteinander-Feiern. Es gibt Getränke und Leberkässemmeln. Für eine Stärkung vor oder nach dem Spiel sorgen die umliegenden Restaurants. Der Eintritt ist frei. Der Erlös aus dem Getränkeverkauf wird gespendet. Gute Stimmung ist bei der Fankurve Schliersee garantiert.

Einlass: 1 Stunde vor Spielbeginn

 

 

#2 Direkt am See mit wunderschöner Bergkulisse – im Schlierseer Hof

Im Schlierseer Hof wird im Biergarten bei schönem Wetter ‒ direkt am See ‒ ein großer Fernseher aufgestellt. So könnt Ihr alle Spiele zusätzlich mit See- und Bergblick verfolgen. Natürlich werdet Ihr dort bestens kulinarisch versorgt. Bei Regen wird in die Bar ausgewichen.

 

 

 

 

#3 In der Halbzeit im Schliersee erfrischen – Park-Strandbad Schliersee

Fußballschauen einmal anders. Im Strandbad. Ein Sprung ins kühle Nass in der Halbzeitpause – kein Problem. Im Strandbad ist das möglich. Außerdem könnt Ihr Euch von der gewohnt guten Küche verwöhnen lassen. Frisch vom Grill oder Asiatisches aus dem Wok. Dazu den berühmten eisgekühlten Gin Chilla. Gezeigt werden alle Deutschlandspiele.

 

 

 

#4 Jedes Spiel in der Seebar

Bei Gregor in der Seebar, direkt an der Seestraße gelegen, wird jedes Spiel auf dem Fernseher gezeigt. Gemütliche Bar-Atmosphäre.

 

 

 

 

#5 Live dabei! Die Bar im Herzen von Schliersee

Fußball-Fieber herrscht auch in der Bar Schliersee. Der Treffpunkt im Herzen von Schliersee empfängt Euch mit exzellenten Weinen, Bier vom Fass, feinen Spirituosen, spritzigen Cocktails, hervorragenden Kaffeespezialitäten und kleinen Schmankerln in gemütlich stilvollem Ambiente und mit ganz viel Fußball. Alle Tore, alle Spiele LIVE!

 

 

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Schafschur auf der Unteren Firstalm ‒ und was sonst noch wichtig ist zur Vorbereitung auf das Almleben …

Heute ist Schafschur beim Anderlbauer auf der Unteren Firstalm. Normalerweise werden die Schafe noch im Tal geschoren. Danach lässt man das Fell noch ein paar Tage wachsen, damit die Tiere draußen nicht frieren, und dann geht’s erst los auf die Alm. Dieses Jahr ist es ein bisserl anders, weil der bisherige Schafscherer verhindert ist. Dafür darf sich der eingesprungene Schafscherer freuen: Er hat eine wunderschöne Location zur Schafschur, bei bestem Wetter und mit einem atemberaubenden Blick aus der Höhe auf den Spitzingsee. Und da es außerdem ungewöhnlich warm ist, müssen die Schafe mit ihrem neuen Haarschnitt auch nicht frieren.

Als wir an der Alm ankommen, sind alle bereit, nur etwas fehlt: Der Schafscherer steckt im Stau fest, und die bayerischen weißen Bergschafe sind auf Entdeckungstour irgendwo auf den umliegenden Hängen oder in den Wäldern … Da hilft nur eines: Wir müssen sie suchen. Also machen wir uns auf über die blühende Bergwiese, auf der wir in der Ferne weit oben am Hang ein paar Bergziegen ausmachen können. Aber keine Schafe … Und dann kommt der Hartl, der Bauer vom Anderl-Bauernhof in Fischhausen. Und mit einem Eimer voller „Leckerlis“ für die Schafe und interessanten Lauten gelingt ihm, was uns zu dritt nicht gelungen ist: Die Schafe kommen mit ihren Lämmern im Schweinsgalopp den Hügel hinuntergerast und laufen ihm brav nach in den Stall. Aha, so geht das also!

Inzwischen ist der Schafscherer auf der Alm angekommen und baut seine Gerätschaften auf. Ein interessantes Gestell, das entfernt an einen Galgen erinnert. Du liebe Güte, was kommt da auf die Schafe zu … Aber so schlimm wird es nicht. Die Tiere sind relativ entspannt, und vor allem diejenigen, welche die Prozedur bereits kennen, lassen das Scheren ruhig über sich ergehen. Sie legen den Kopf auf den Boden und lassen sich von dem „Schafeflüsterer“ einlullen. Zweimal im Jahr werden die Bergschafe von ihrem schweren Fell befreit. „Beim Scheren geht es um das saubere Arbeiten am Tier. Das Lanolin (Wollwachs) ist das teuerste Nebenprodukt, welches beim Scheren anfällt: 25 €/kg. Aber das muss man erst mal zusammenbekommen“, erklärt mir der Schafscherer, welcher in seinem Gestell hängt und quasi bäuchlings über dem Schaf schwebt. Er übt diesen Beruf seit inzwischen sechs Jahren aus und hat zusätzlich zu einem Schafschurkurs in Deutschland eine Ausbildung in Neuseeland absolviert. Drei bis vier Kilogramm Fell fallen pro Schaf ab. „Dieses wird mit heißem Wasser gewaschen, über Nacht eingeweicht, ausgezupft und dann noch mal ausgewaschen“, klärt mich der Opa Sepp auf. Danach wird es zur Spinnerei gebracht. Wirklich viel verdienen kann man mit dem Fell nicht, aber ab und zu kommt ein neuer Strickjanker für den Opa dabei heraus.

Das Scheren der Schafe ist noch nicht alles, was zur Vorbereitung auf das sommerliche Almleben getan werden muss:

Grundsätzlich müssen alle Schafe spätestens im Alter von neun Monaten, aber unbedingt vor dem Verlassen des Bestandes, mit einer Ohrmarke gekennzeichnet werden. Dabei geht es darum, beim Auftreten der Maul- und Klauenseuche die betroffenen Tiere ausfindig machen zu können. Auch die Rinder müssen registriert sein. Kälber sind innerhalb von sieben Tagen nach der Geburt mit identischen Ohrmarken in beiden Ohren zu kennzeichnen. Sowohl den Rindern als auch den Schafen werden vor dem Almauftrieb die Klauen geschnitten, damit sie auf den teilweise unwegsamen Berghängen sicher unterwegs sind. Auch an das Entwurmen der Tiere muss gedacht werden, damit sie gesund bleiben.

 

 

Und wie wird man zur Sennerin? „Es ist nicht unbedingt Voraussetzung, dass eine Almerin aus einem Bauernhof heraus stammt“, erläutert mir Hartl. Sie darf keine Scheu vor den Tieren haben und sollte sich für deren Wohlergehen interessieren. Außerdem darf sie keine Angst vor wechselnden Wetterlagen und Gewittern haben. Sie sollte so gut zu Fuß sein, dass sie sich im Berggebiet bewegen kann, um die Tiere zu suchen und bei Bedarf auch Zäune auszubessern. Da die Untere Firstalm vom Anderlbauer nicht bewirtschaftet ist und hier Jungvieh auf die Weide kommt, sind Kenntnisse im Buttern oder Käsen nicht notwendig. „Alles, was man hier wissen und können muss, kann man recht schnell lernen“, sagt der Hartl. „Und was man nicht unterschätzen sollte, ist die Tatsache, dass man am Abend, sobald die Arbeit getan ist, alleine auf der Alm ist. Auch damit sollte man gut zurechtkommen.“

Ich kann mir nichts Aufregenderes und gleichzeitig innere Ruhe Bringendes vorstellen und hoffe, dass ich irgendwann die Möglichkeit habe, das Leben als Almerin selbst zu erleben.

 

 

Anderl-Bauernhof

Familie Markhauser
Fischhauser Straße 5
83727 Schliersee/Oberbayern
Telefon: 0 80 26 / 9 46 64
Telefax: 0 80 26 / 9 46 65
E-Mail: anderlbauer@gmx.de

Internet: http://anderlbauer.schliersee.de/unser_hof/unser_hof.php

 

 

[tourim-redakteur]