Wandern im Herbst // Neun Tipps von Outdoor-Expertin Susanne Viehweger

Bunte Blätter, goldene Farben, raschelndes Laub: Der Herbst ist eine der schönsten Jahreszeiten, um zu wandern. Besonders bei uns am Schliersee. Aber natürlich auch bei euch daheim während des zweiten Lockdowns. Noch mehr als im Sommer zählt im Herbst: Vorbereitung ist alles. Denn das Wetter kann zu dieser Jahreszeit schnell umschlagen. Und wenn die Sonne untergeht, wird es auf deinem Wanderpfad schon mal empfindlich kalt.

 

 

Meine Kollegin Susanne Viehweger, Diplom-Sportwissenschaftlerin und Personal Trainerin, bietet mit Happy Moving Outdoors (https://happymovingoutdoors.de) geführte Wanderungen in Schliersee und Umgebung an. Ich wollte von ihr wissen, was die MUST HAVES für eine sichere und genussvolle Herbstwanderung sind. Hier kommen die neun besten Tipps von Susi für euch:

 

#1 Halte Kopf und Hände warm: „Ganz wichtig, auch wenn es mittags noch warm ist: Zur Herbstzeit gehören Handschuhe und eine Mütze in deinen Rucksack. Gerade beim Abstieg, wenn du schon ein bisschen erschöpft bist und schnell auskühlst, sind Hand- und Ohrwärmer super. Oder natürlich auch für den Fall, dass etwas passieren sollte – und du länger am Berg bleiben musst als geplant.“

 

#2 Lass dir ein Licht aufgehen: „Es wird inzwischen ziemlich früh dunkel. Deswegen gehört eine Stirnlampe in den Rucksack. Denn du willst am Berg ja sehen, wohin du trittst.“

 

#3 Rock it: „Kein Muss, aber ‚nice to have‘ für uns Damen: Es gibt schöne Isolationsröcke, die Becken und Taille schützen. Gerade wenn du oben am Gipfel sitzt und eine Pause machst, schadet es nicht, dich auf diese Weise warm zu halten.“

 

#4 Bleib warm von innen: „Ich hab sehr gerne eine Thermoskanne mit einem warmen Getränk dabei. Auch wenn tagsüber noch mal 18 Grad angesagt sind. Der Wind kann frisch sein im Herbst – und es ist einfach angenehm, etwas Warmes zu trinken zu haben, wenn du draußen an der frischen Luft unterwegs bist.“

 

#5 Mach’s wie die Zwiebel: „Wenn gegen Abend die Herbstsonne tiefer steht, kann es schon richtig zapfig werden. Deswegen ist das Zwiebelprinzip in dieser Jahreszeit das A und O. Damit kannst du flexibel auf die wechselnden Temperaturen reagieren. Unbedingt in deinen Rucksack gehören eine Regenjacke und, wer mag, eine Regenhose. Außerdem einpacken: eine warme Jacke, damit du nicht auskühlst, z. B. eine Isolationsjacke, eine leichte Daunenjacke oder eine Primaloft-Jacke mit synthetischer Daune.“

 

#6 Geh leichtfüßig, aber gut geschützt: „Am Berg benötigst du wasserdichte Schuhe im Herbst, denn es kann sein, dass wir schon Schnee oder Matsch haben. Wer nicht die schweren Stiefel anziehen möchte, sondern gerne leichtfüßig unterwegs ist, kann auch die Sommerwanderschuhe mit wasserdichten Mini-Gamaschen kombinieren. Das ist eine Art kleine Stulpe, die du über deinen Schuh drüberziehst, sodass kein Schnee oder Nässe von oben eindringt.“

 

#7 Setz Stock vor Stock: „Ich geh nie mehr ohne Stöcke raus. Gerade im Herbst, wenn es ein bisschen rutschiger wird auf nassem Laub, habe ich mit Stöcken sicheren Halt. Und fühle mich vor allem bergab einfach wohler, wenn ich die Stöcke zur Unterstützung habe.“

 

#8 Krieg Halt mit Grödel: „Wenn es noch ein bisschen eisiger und rutschiger wird am Berg, empfehle ich, Grödel mitzunehmen. Das sind leichte Steigeisen oder Spikes, die sich ganz einfach unter jeden Wanderschuh clippen lassen. Damit kommst du sicher durch ein kleines Schneefeld.“

 

#9 Geh auf Nummer sicher: „Nicht nur im Herbst ganz wichtig ist ein Erste-Hilfe-Set. Das bekommt ihr schon fertig gepackt in jedem guten Bergsportladen. Ich nehme außerdem Blasenpflaster, eine Rettungsdecke und Taschentücher mit. Und natürlich – in der aktuellen Situation – ein kleines Desinfektionsmittel.“

 

 

Vom Dürnbach zur Ankelalm – Susis herbstlicher Tourentipp

 

Und zu guter Letzt hat Susi noch einen wunderbaren Wandertipp für euch im Gepäck: „Eine richtig schöne Herbsttour ist die Route vom Dürnbach-Parkplatz aus entlang des Bockerlbahn-Wegs in Schliersee-Neuhaus rauf bis zur Ankelalm in Richtung Brecherspitz. Die Tour ist für jeden zu empfehlen, es geht herrlich durch den Laubwald. Mit der Ankelalm erreicht ihr das Almgebiet – und habt das Bergpanorama vor euch mit Blick auf die Brecherspitz. Die Ambitionierteren unter euch können dann noch bis zum Brecherspitz-Gipfel weitergehen. Dazu sind allerdings Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich.“ Wichtig: Im Herbst und Winter solltet ihr eure Brotzeit selbst mit auf die Ankelalm bringen. Die Hütte dort ist ausschließlich zur Almsaison bewirtschaftet – also vorab Öffnungszeiten erfragen!

 

 

 

Individuelle Wanderungen für Anfänger und Ambitionierte

 

Ob im Freundeskreis oder mit der Familie, ob genussvoll wandern oder sportlich aufsteigen: Als Wanderführerin gestaltet Susi euer individuelles Bergerlebnis – und nimmt euch mit in die Schlierseer und Spitzingseer Berge. Für die Zeit des zweiten Lockdowns könnt ihr euch schon einmal auf Susis Website inspirieren lassen: https://happymovingoutdoors.de

 

Ein P. S. für die fortgeschrittenen Bergfexe unter euch: Susis absolute Leidenschaft ist das Trailrunning, also der Lauf durchs hüglige oder bergige Gelände: Einen Überblick über ihre aktuellen Angebote findet ihr hier: https://happymovingoutdoors.de/home/events-trailrunning-kurse/

 

Happy Moving Outdoors

Susanne Viehweger

Diplom-Sportwissenschaftlerin

Tel.: 0157/71 91 54 76

E-Mail: info@happymovingoutdoors.de

Web: https://happymovingoutdoors.de

 

 

Achtung: Touren auf eigene Gefahr – Haftung ausgeschlossen!

 

 

 

Sandra Leu Sandra Leu

Rheinländerin in Oberbayern. Ist der Liebe gefolgt und hat den Schliersee als Herzensort entdeckt. Freie Redakteurin, PR-Frau und Mama von Zweien. Berät beruflich Heldinnen und bloggt unter countrykruemel.de über Familienleben und Freizeittipps am See.

 

 

 

Momentaufnahme: Abenddämmerung am Schliersee

So ein Winterabend am Schliersee ist einfach magisch. Wenn der Nebel sich über dem Wasser ausbreitet. Wenn das hektische Treiben des Tages zur Ruhe kommt. Die letzten Jogger ihre Runden ziehen, die Pferde von der Weide gehen und die Enten auf der Suche nach Futter ans Ufer schwimmen. Wenn es still wird am See.

 

 

Abenddämmerung ist der Moment, wenn der Tag in die Nacht übergeht, das Licht nach und nach von der Dunkelheit verschluckt wird. Die Sonne hinter den Hügeln im Westen des Schliersees verschwindet. Gerade jetzt, zu Beginn des Winters, kannst du diese besondere Abendstimmung am See ganz unkompliziert genießen. Schließlich beginnt es schon nachmittags gegen 16:00 Uhr zu dämmern. Und gegen 16:30 Uhr geht jetzt, zur Winterzeit, die Sonne unter.

 

 

Blaue Stunde am Seeufer

 

Kurz vor und nach Sonnenuntergang ist die beste Zeit, die besondere Atmosphäre am Seeufer zu genießen: Das Rotgold der letzten Sonnenstrahlen am Horizont. Die dramatischen Schatten der Wolken am ansonsten klaren Himmel. Das tiefe Blau, das kurz nach Sonnenuntergang den Himmel färbt – bevor uns die Dunkelheit in ihr Nachtschwarz einhüllt. Die tanzenden Lichter der vorbeifahrenden Autos, die hell erleuchteten Fenster der Schlierseer Häuser.

 

 

Zu Gast bei einem besonderen Naturschauspiel

 

Für mich hat dieser Moment zwischen Tag und Nacht, zwischen Wachen und Träumen, einen ganz eigenen Zauber: Und dieses besondere Naturschauspiel ist so einfach zu genießen: Anziehen, raus, zack – Sonnenuntergang! Hier kommen fünf Tipps für deine Abenddämmerung am Schliersee:

 

 

#1 Pack Handschuhe und Mütze ein

 

Jep, es wird Winter. Und durch die Nähe zum Wasser steigt abends schnell eine klamme Kälte auf. Damit dir also nicht nur warm ums Herz wird, sondern auch Hände und Kopf gut geschützt sind, zieh Handschuhe, Mütze, Schal und eine dicke Jacke an. Warme Schuhe nicht vergessen!

 

 

#2 Finde deinen Dämmerungs-Spot

 

Wenn das Schauspiel „Abenddämmerung“ aufgeführt wird, sitzt du am Schliersee in der ersten Reihe – logisch. Besonders gut lässt sich die Abenddämmerung vom Ostufer des Sees aus beobachten. Nimm zum Beispiel auf einer der Bänke Platz, die auf der kleinen Landzunge vor dem Strandbad stehen. Oder nutze eine der vielen Sitzgelegenheiten an der Uferpromenade neben dem Seehotel Schlierseer Hof.

 

 

#3 Leg das Smartphone weg

 

Im Moment bleiben ‒ das gelingt dir am besten, wenn du ungestört bist. Wenn du nicht nur körperlich anwesend bist, sondern dich auch geistig vollkommen auf diesen besonderen Moment am See einlässt. Na klar kannst du noch schnell einen romantischen Schnappschuss für deinen Instagram-Account schießen. Aber wer den Horizont im Blick behält und nicht das Smartphone-Display, kann so viel mehr sehen.

 

 

#4 Atme tief ein

 

Die frische, kalte Luft, das Wasser, der Nebel. Seezeit ist Auftankzeit. Und das darfst du nutzen: Lass deinen Atem ruhig werden – und in seinem natürlichen Rhythmus fließen. Fülle deine Lungen mit Sauerstoff und spüre, wie sich Brustkorb und Bauch dabei heben und wieder senken. Ein Abend am See wirkt wie ein Kurzausflug ins Spa, versprochen!

 

 

#5 Nimm deine Lieben mit

 

Die guten Dinge im Leben, die dürfen wir teilen – gerade in diesen anstrengenden Lockdown-Zeiten. So eine Abenddämmerung am See macht nicht nur allein Spaß. Sondern hat auch unseren Lieben viel zu geben: einen romantischen Moment für Paare, ein Mikro-Abenteuer für Kinder, ein verbindendes Erlebnis für Freunde. Und wen nimmst du mit zum See?

 

 

Ich wünsche dir magische Momente in der Abenddämmerung am Schliersee.

 

 

 

Sandra Leu Sandra Leu

Rheinländerin in Oberbayern. Ist der Liebe gefolgt und hat den Schliersee als Herzensort entdeckt. Freie Redakteurin, PR-Frau und Mama von Zweien. Berät beruflich Heldinnen und bloggt unter countrykruemel.de über Familienleben und Freizeittipps am See.

 

 

 

Familienfreundliche Herbstwanderung zum Rotwandhaus

Ja, wir haben schon wieder einen Lockdown, und ja, es nervt …

Ich möchte heute alle mit auf eine Wanderung nehmen, denen es verwehrt ist, momentan zu uns an den Schliersee zu kommen und die Herbstzeit zu genießen.

 

 

Der Herbst ist eine herrliche Zeit zum Wandern. Die Temperaturen sind nicht mehr so heiß wie im Sommer, und die Natur bekommt ein farbenprächtiges Antlitz, wie man es sonst nicht im Jahr zu sehen bekommt.

Wir gehen auf eine anspruchsvolle Tagestour für die ganze Familie.

Von der Waitzinger Alm in der Valepp am Spitzing aus gehen wir zuerst am Pfanngraben entlang bis zum Rotwandhaus. Hier bekommen wir Ausblicke auf eine spektakuläre Schlucht, flanieren durch bunten Laubwald, überqueren Almwiesen und steigen felsig bis zur Hütte.

Lehnt euch zurück und taucht ein in den Wanderherbst in Schliersee.

 

 

 

 

Susanne Viehweger Susanne Viehweger

Dipl. Sportwissenschaftlerin & Outdoor Enthusiast. Arbeitet als Community Managerin & Outdoorguide. Mit ihrem eigenen Unternehmen 'Happy Moving Outdoors' (www.happymovingoutdoors.de) vermittelt sie Leidenschaft für den Sport an der frischen Luft.

 

 

 

STOCK-NARRISCH | Unikate aus Lärchenholz

Ich treffe mich mit Yvonne in ihrem Garten. Sie möchte mir heute zeigen, wie ihr Wanderstock „STOCK-NARRISCH“ entsteht. Der Name „STOCK-NARRISCH“ ist schnell erklärt: Yvonne ist einfach verrückt nach Wanderstöcken. Du vielleicht auch bald?

 

 

Jeder Wanderstock ein Unikat

Das Lärchenholz kommt vom Schreiner und aus Bayern. Liebevoll hat Yvonne ihr Werkzeug im Garten aufgebaut. Sie hobelt aus Leidenschaft. „Mit Holz zu arbeiten, ist für mich auch ein bisschen Meditation“, erklärt sie. Das Naturprodukt Lärche hat seine Ecken und Kanten. „Fast ein wenig zickig“, lacht Yvonne. So muss sie etwa um störrische Astlöcher herumarbeiten. Deshalb wird am Ende auch jeder Stock ein Unikat. Die Astlöcher geben vor, wie Yvonne das Holz bearbeiten muss. „Da ist echt jeder Stock anders“, erklärt sie. Die Wanderstöcke haben auch unterschiedliche Längen, denn auch jeder Mensch ist anders. So fertigt Yvonne gerne einen individuellen Stock für dich.

 

Ziehen, hobeln und schleifen

Als Erstes zeichnet sich Yvonne die Größe der Kupfermuffe vor, die später auf das Ende gesteckt wird, um das Holz vor feuchter Witterung zu schützen. Dann spannt sie das Holz in ihre Schnitzbank und beginnt mit der groben Arbeit. Mit einem Ziehmesser zieht sie die Grundform des Wanderstocks. Immer muss sie aufpassen, dass das Holz nicht splittert. Astlöcher sind eine Herausforderung. Im nächsten Schritt benötigt Yvonne einen Schweifhobel. Er wird besonders zum Bearbeiten stark geschwungener Formen verwendet. Optimal also für den Wanderstock. Der Schweifhobel kann von grob bis fein eingestellt werden ‒ und auch in verschiedenen Winkeln. Ist die Hobelarbeit beendet, geht es mit Schleifen weiter. Auch hier kommen verschiedene Schleifpapiere zum Einsatz – von grob bis fein. So fühlt sich der Wanderstock am Ende ganz wunderbar an. Jetzt kommt mithilfe eines Hammers die Kupfermuffe drauf. Zusätzlich hämmert Yvonne zum Schutz einen Kupfernagel ins Holz. Aber der Stock ist noch nicht fertig. „Jetzt bekommt der Daumen noch eine Raststation“, sagt Yvonne. Mit viel Gefühl schnitzt sie am oberen Ende eine Vertiefung, in der dein Daumen gemütlich Platz findet.

Es war beeindruckend, den Prozess zu sehen, mit wie viel Leidenschaft, Liebe und Geduld der Wanderstock entsteht. Danke, Yvonne.

 

 

Kaufen kannst du den Wanderstock im HoamatGfui Schliersee.

Ich hoffe, du bist jetzt auch stocknarrisch.

 

 

HoamatGfui

Lautererstr. 4

83727 Schliersee

https://www.hoamatgfui.de/de

 

Öffnungszeiten

Mo.‒Fr.: 9:30‒12:30 Uhr und 14:00‒18:00 Uhr

Sa.: 9:30‒13:00 Uhr

 

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

„Auf Bergspaziergängen sind mir sehr viele wichtige Ideen gekommen“ – Im Gespräch mit Krimi-Autor Andreas Föhr

Andreas Föhr ist einer der bekanntesten deutschen Krimiautoren. Schauplatz seiner preisgekrönten Kriminalromane rund um das gegensätzliche Ermittlerduo Clemens Wallner und Leonhard Kreuthner ist die Gegend rund um Schliersee, Spitzingsee, Tegernsee. Im kommenden Sommer erscheint Band neun der Bestseller-Reihe. Grund genug, sich mit dem gelernten Juristen über das Unheimliche unter der idyllischen Oberfläche, seinen schwarzen Humor und seinen Lieblingsplatz am Schliersee zu unterhalten.

 

 

Herr Föhr, Sie schreiben seit mehr als zehn Jahren Krimis aus der Region Schliersee/Tegernsee. Was macht die Faszination dieser Gegend für Sie aus?

 

Andreas Föhr: Der Grund, warum ich aus dieser Region schreibe, ist, weil ich dort aufgewachsen bin und meine gesamte Schulzeit dort verbracht habe. Die Landschaft, die Traditionen, das Brauchtum, die Barockkirchen und Klöster: Es gibt wenig reizvollere Gegenden in Deutschland. Das zu kontrastieren mit Mordgeschichten, macht natürlich einen großen Reiz aus.

 

Sie spielen also mit dem Gegensatz zwischen der idyllischen Landschaft und dem Furchtbaren, was sich unter dieser schönen Oberfläche verbirgt?

 

Andreas Föhr: Ich glaube, das macht wahrscheinlich die Faszination von fast allen Regionalkrimis aus: Dass man einerseits das Vertraute und Übersichtliche hat. Man kennt sich, selbst in einem Landkreis mit 100.000 Einwohnern. Das Tegernseer Tal, und Schliersee noch viel mehr, sind ja eigentlich kleine Dörfer. Wo jeder jeden kennt und man auch weiß, was da an wichtigen Dingen passiert. Es gibt wenig Geheimnisse. Aber eben einige doch …

 

Manche Ihrer Dialoge klingen, als hätten Sie diese tatsächlich in einer Dorfkneipe überhört. Schreiben Sie aus der Erinnerung – oder sind Sie für Recherchen vor Ort?

 

Andreas Föhr: Das ist unterschiedlich, je nachdem, was ich recherchiere. Die Dialoge muss ich nicht noch mal recherchieren. Ich bin immer mal wieder in bayerischen Wirtshäusern, auch da, wo ich wohne, in Wasserburg am Inn. Tatsächlich passiert es immer wieder, dass mir Leser schreiben: „Diese Typen, die Sie da beschreiben: Ich kenne die!“ (lacht)

 

Was ich aber durchaus mache: Ich fahre an die Schauplätze und sehe mir die an. Denn man glaubt ja nicht, wie die Erinnerung einen manchmal trügt. Obwohl ich zum Teil schon zehnmal auf diesem Berg oben war, in meiner Kindheit und Jugend: Irgendwie sieht’s dann doch ganz anders aus, als ich dies in Erinnerung hatte.

 

Das kommt fast einer kleinen „Tatort-Begehung“ nahe …

 

Andreas Föhr: Das kann man durchaus so sagen. Was ich auch jedes Mal mache, ist, dass ich bei der Polizei in Miesbach vorbeischaue. Johann Schweiger hat bis vor Kurzem dort die Kripo Miesbach geleitet. Den habe ich jedes Jahr besucht – und mich mit ihm ausgetauscht, Fragen gestellt zu den polizeilichen Abläufen und mir auch ein paar Geschichten angehört.

 

Aber es ist nicht so, dass Sie in Ihren Büchern mal einen Fall aus der Gegend rekonstruiert hätten – dazu passiert zu wenig, oder?

 

Andreas Föhr: Nein, die Wirklichkeit schreibt zwar spannende Fälle. Die eignen sich aber in der Regel nicht für Krimis. Im Krimi will man ja doch hier und da noch eine Wendung haben, etwas Überraschendes. Und so sind wirkliche Fälle in der Regel nicht konstruiert. Aber manchmal kann man sich die eine oder andere Anregung holen.

 

Sie haben erzählt, dass Sie gerne spazieren gehen, um in den Schreibflow zu kommen. Gibt es Ideen, die während eines Spaziergangs am Schliersee oder Spitzingsee entstanden sind?

 

Wenn ich mich von zu Hause wegbewege, dann muss es etwas sein, wo es bergauf geht. In diesem Sommer war ich zum Beispiel auf dem Schinder. Insgesamt sind mir auf Bergspaziergängen schon sehr, sehr viele, zum Teil auch sehr wichtige Ideen gekommen.

 

Sie bringen Ihre Charaktere immer wieder in völlig absurde oder auch morbide Situationen. Zu Beginn Ihres aktuellen Krimis gibt es beispielsweise eine Begräbniszeremonie für eine amputierte Hand. Wie kommen Sie auf solche Ideen?

 

Andreas Föhr: Das weiß ich nicht, wahrscheinlich ist mein Gehirn so verdrahtet. Mir macht so was einfach Spaß – und die Ideen kommen natürlich auch aus der Figur des Leonhard Kreuthner raus. Wobei, in diesem Fall kam die konkrete Anregung tatsächlich von meiner Frau: Sie hat ein Seminar zum Thema Traumaverarbeitung besucht. Einer der Teilnehmer war Arzt im Krankenhaus – und hat die Frage gestellt: „Wie ist das bei Patienten nach einer Amputation? Das ist ja auch ein Trauma. Müssen die nicht ebenfalls Abschied nehmen?“ Meine Frau kam nach Hause und sagte: „Das ist eine Geschichte für Leonhard Kreuthner.“

 

Es gibt auch viele Szenen, die sehr gruselig sind in Ihren Büchern. Gibt es etwas, das Sie selbst noch gruselt?

 

Andreas Föhr: Es ist immer eine Frage, wie man sich drauf einlässt. Ich finde selbst ‚Nosferatu‘ immer noch gruselig, wenn ich mir den Film nachts alleine anschaue. Aber das lässt natürlich nach im Laufe der Zeit. (lacht)

 

Seit einigen Jahren gibt es die Wallner-und-Kreuthner-Krimis auch als Audiobook. Michael Schwarzmaier heißt der Erzähler, der auch den oberbayerischen Dialekt sehr gut mit einbringt. Was macht das Besondere der Hörbücher aus?

 

Andreas Föhr: Das Besondere ist natürlich, dass man das Geschriebene sozusagen interpretiert bekommt. Mir passiert es auch öfter bei Lesungen, dass Leute zu mir kommen und sagen: „Ich habe den Krimi zwar schon gelesen, aber dass die Figur so spricht, ist einfach noch mal ein anderes Erlebnis.“ Und es hat natürlich auch Vorteile: Viele Leute hören das Audiobuch im Auto. So können sie längere Fahrten sinnvoll ausfüllen. Viele lassen es sich auch bei der Hausarbeit vorlesen, beim Bügeln hauptsächlich.

 

Ich habe gehört, dass der neunte Teil der Krimireihe schon fertig ist.

 

Andreas Föhr: Sagt man, ja! (schmunzelt)

 

Können Sie uns denn schon verraten, ob der Spitzingsee oder der Schliersee darin wieder eine Rolle spielen werden?

 

Andreas Föhr: Sagen wir mal so: Die weitere Gegend wird eine Rolle spielen. Nicht direkt Spitzingsee und Schliersee, aber die Berge außenrum.

 

Haben Sie einen Lieblingsplatz an Schliersee oder Spitzingsee?

 

Andreas Föhr: Ich war früher öfter auf der Bodenschneid. Von dort aus hat man einen schönen Blick auf alle drei Seen ‒ Tegernsee, Schliersee und Spitzingsee. Ich bin zwar direkt am Tegernsee aufgewachsen – und mag das auch wirklich. Aber was ich noch mehr liebe, sind Berge und von oben runterzuschauen.

 

 

Andreas Föhr

Alle Bücher von Andreas Föhr, auch seine jüngste Krimi-Reihe um die Münchner Anwältin Rachel Eisenberg, finden Sie hier im Überblick: https://www.droemer-knaur.de/autor/andreas-foehr-3000707

 

 

Erhältlich und bestellbar sind die Kriminalromane und Hörbücher von Andreas Föhr in jedem gut sortierten Buchhandel oder online – in Schliersee zum Beispiel in der Bücheroase:

 

Vor Ort

Bücheroase Schliersee

Lautererstraße 10
83727 Schliersee
Tel.: 08026/6904

 

Online

https://www.genialokal.de/buchhandlung/schliersee/buecheroase-schliersee/

 

 

Autorenfoto Andreas Föhr © Jana Kay

 

 

 

Sandra Leu Sandra Leu

Rheinländerin in Oberbayern. Ist der Liebe gefolgt und hat den Schliersee als Herzensort entdeckt. Freie Redakteurin, PR-Frau und Mama von Zweien. Berät beruflich Heldinnen und bloggt unter countrykruemel.de über Familienleben und Freizeittipps am See.

 

 

 

Waldbaden in Schliersee – ein Vormittag mit Natur-Coach Irmi Baumann

Ein bisschen Esoterik im Grünen. Menschen, die Bäume umarmen. Und eine große Portion Hokuspokus. So oder so ähnlich habe ich mir lange Zeit Waldbaden vorgestellt. Weit gefehlt, weiß Irmi Baumann. Als Natur-Coach und Resilienztrainerin begleitet sie Menschen, die durch die Begegnung mit der Natur zur Ruhe kommen, sich entspannen und nachhaltig ihre Gesundheit fördern möchten. Ich war einen magischen Morgen lang mit ihr im Wald in Schliersee unterwegs – und habe dabei jede Menge gelernt. Über das Waldbaden. Aber auch über mich selbst.

 

 

 

Beginnen wir von vorne, liebe Irmi: Was ist eigentlich Waldbaden?

 

In Japan spricht man von „Shinrin-Yoku“, also dem Eintauchen in die Waldatmosphäre. Frei übersetzt: Waldbaden. „Shinrin-Yoku“ ist dort schon seit Jahren fester Bestandteil der staatlichen Gesundheitsvorsorge. Weltweit haben viele Wissenschaftler dazu geforscht – und unabhängig voneinander herausgefunden: Ein Aufenthalt im Wald senkt nachweislich den Blutdruck, reguliert den Puls, reduziert auf natürliche Weise Stresshormone und stärkt so unsere Abwehrkräfte. Gerade in unserer westlichen Gesellschaft ist Waldbaden also eine sehr effektive Methode, um Stress abzubauen, gelassener zu werden und über die Begegnung mit der Natur wieder zu sich selbst zu finden. Der Wald hat ganzheitliche positive Auswirkungen auf Körper, Geist und Seele.

 

Was nehme ich mit, wenn ich zum Waldbaden gehe?

 

Das Schöne am Waldbaden ist, dass wir gar keine große Ausstattung brauchen. Wir benötigen einfach nur den Wald und bequeme, wetterfeste Kleidung – gerade in der kalten Jahreszeit, damit du nicht auskühlst. Vielleicht einfach ein Stirnband mitnehmen und Handschuhe. Und dann kann’s schon losgehen.

 

Wie läuft das ab, wenn ich mit dir zum Waldbaden gehe?

 

Wir treffen uns zum Waldbaden an einem schönen Waldstück – und laufen erst einmal los. Viele verwechseln Waldbaden mit einem Spaziergang, aber es ist viel mehr als das. Es geht darum, unsere Sinne zu aktivieren, achtsam zu sein – und die Stille zu genießen. Wann hören wir denn mal wirklich richtig zu oder nehmen Geräusche wahr? Während wir so durch den Wald schlendern, erleben wir uns und unsere Sinne in ganz anderen, neuen Dimensionen. Und kommen dabei zur Ruhe.

 

Wichtig ist, dass Waldbaden frei von Bewertungen und festgesteckten Zielen ist. Es geht nicht darum, wie beim Joggen ein messbares und wenn möglich steigerungsfähiges Ergebnis zu erzielen. Vielmehr ist es ein Training – mit Übungen aus dem Natur-Coaching sowie aus der Natur- und Wildnispädagogik, die die Wirkung des Waldes auf unsere Gesundheit unterstützen sollen.

 

Was für Übungen kann ich ganz konkret beim Waldbaden machen?

 

Du kannst zum Beispiel mal eine Handvoll Blätter, Zweige, Nadeln vom Waldboden aufnehmen und daran riechen. Wann nimmt man sich sonst die Zeit, diesen herrlichen erdigen Gerüchen nachzugehen? Oder du schnupperst das frische Harz, das an der Baumrinde hinunterläuft. Du kannst ein Stück Borke berühren und dich fragen: Von welchem Baum stammt das eigentlich? Du fährst mit der Hand durch eine dicke, weiche Schicht Moos. Oder du tauchst einmal ganz bewusst ein in die Geräuschkulisse des Waldes. Am Anfang nehmen wir nur die lauten Töne wahr, die ganz nah an uns dran sind. Aber mit der Zeit können wir dann sogar das Rauschen des Windes in den Baumwipfeln wahrnehmen. Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, den Wald mit allen Sinnen zu erfahren.

 

Barfuß durchs Laub oder lieber in Wanderschuhen – was empfiehlst du?

 

Das Barfußlaufen gehört auf alle Fälle zum Waldbaden dazu. Toll ist es, den Waldboden wirklich an den Fußsohlen zu spüren, unsere Basis und Balance zu trainieren. Ein bisschen ermöglicht uns das, wieder Kind zu sein. Da sind wir so viel barfuß gelaufen. Wann machen wir das heute noch?

 

Wo kann man denn rund um Schliersee am besten Waldbaden – hast du Tipps für unsere Leser?

 

Waldbaden ist total unkompliziert und funktioniert im Prinzip in jedem Wald, auch in ganz kleinen Waldstücken. Hier in Schliersee empfehle ich gerne den Rhonberg oberhalb der Schliersbergalm. Da kann man ganz schön reingehen, da gibt es überall verwunschene, kleine, stille Pfade. Oder beim Hennerer loslaufen durch den Wald in Richtung Baumgartenschneid. Am Spitzingsee findet ihr sehr viele Möglichkeiten zum Waldbaden. Und von Neuhaus aus könnt ihr in Richtung Aurach loslaufen, das ist auch ganz zauberhaft.

 

 

Vielen Dank für die vielen Anregungen, liebe Irmi!

 

Mein Tipp: Wer Lust bekommen hat, selbst einmal das Waldbaden auszuprobieren, ist bei Irmi Baumann an der richtigen Adresse. In Schliersee bietet sie auf Nachfrage Gruppen- oder Privatkurse an. Ihr erreicht sie und ihr Angebot als Natur-Coach und Resilienztrainerin über ihre Website unter www.irmibaumann.de.

 

Ich kann das Waldbaden in Schliersee unbedingt empfehlen. Gerade im Herbst ist dies ein wunderbar erdendes Naturerlebnis.

 

Natur-Coach Irmi Baumann

Website: https://www.irmibaumann.de

Tel.: 0172/1009571

E-Mail: hallo@irmibaumann.de

 

 

 

Sandra Leu Sandra Leu

Rheinländerin in Oberbayern. Ist der Liebe gefolgt und hat den Schliersee als Herzensort entdeckt. Freie Redakteurin, PR-Frau und Mama von Zweien. Berät beruflich Heldinnen und bloggt unter countrykruemel.de über Familienleben und Freizeittipps am See.

 

 

 

Trailrunning – Seven Summits Projekt

Am Schliersee haben wir fantastische Wanderwege, die auch von Trailrunnern genutzt werden. Trailrunning ist das Laufen abseits asphaltierter Straßen auf flachen Forststraßen bis hin zu schmalen Gratpfaden. Bergauf wird aber selten wirklich gelaufen. Da geht es meistens gehend in möglichst hohem individuellen Tempo bergauf. Dann gibt es noch das sogenannte Speed Hiking ‒ die athletische Form des Wanderns. Bei dieser neuen Wanderdisziplin geht es nicht um die Bestzeit, vielmehr steht der Fitnessgedanke im Vordergrund. Das Gewicht der Ausrüstung ist wie beim Trailrunning auf das Minimum reduziert. Speed Hiking ist also eigentlich das, was wir Trailrunner sowieso ständig machen, wenn es uns zu steil wird.

 

 

Unser Projekt heißt Seven Summits. Das klingt spektakulär ‒ und das ist es auch. Sieben Gipfel stehen auf dem Tagesplan, und das größtenteils laufend bzw. schnell marschierend.

Lediglich mit einer Regenjacke für alle Fälle, einem Erste-Hilfe-Set, etwas zu trinken und ein paar Snacks ausgestattet, geht es am Dürnbach in Neuhaus los Richtung Brecherspitz ‒ unserem ersten Zielgipfel. Bereits vom Parkplatz weg bewegt man sich hier in atemberaubender Herbstkulisse. An der Ankelalm angekommen, wird es unwegsam und der Weg etwas matschig aufgrund des liegen gebliebenen Schnees, der vor einigen Tagen gefallen ist. Am ersten Gipfel haben wir bereits einige Höhenmeter geschafft und sind bereit für die erste Trinkpause. Ohne langes Verweilen laufen wir weiter über einen alpinen Weg unserem zweiten Gipfel entgegen. Durch abwechslungsreiche Landschaft mit herrlichem Ausblick erreichen wir Gipfel Nr. 2, die Bodenschneid. Ab hier wird der Weg abenteuerlicher mit etwas Kletterei. Hier sind absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt. Am dritten Gipfel, der Rinnerspitz, angekommen, haben wir einen tollen Blick in den Westen auf den in der Abendsonne schimmernden Tegernsee. Der Weg zum vierten Gipfel, der Wasserspitz, verläuft weiter am Grat. Hier gibt es noch mal ein schönes Gipfelkreuz, das natürlich für ein Foto herhalten muss.

Nachdem wir viel zu spät gestartet sind, steht die Sonne inzwischen sehr tief. Wir entscheiden uns für den direkten Rückweg zum Auto, um nicht in die Dunkelheit zu geraten.  Bergab lassen wir es locker runterlaufen und werden noch einmal mit bunten Laubwäldern belohnt. Am Parkplatz angekommen, blicken wir auf einen traumhaften goldenen Herbsttag zurück, der Lust macht auf weitere Trailrunning-Abenteuer am Schliersee.

 

 

 

Susanne Viehweger Susanne Viehweger

Dipl. Sportwissenschaftlerin & Outdoor Enthusiast. Arbeitet als Community Managerin & Outdoorguide. Mit ihrem eigenen Unternehmen 'Happy Moving Outdoors' (www.happymovingoutdoors.de) vermittelt sie Leidenschaft für den Sport an der frischen Luft.

 

 

 

Schliersee leuchtet | Lichterglanz 2020

Schliersee wird im Dezember weihnachtlich in Szene gesetzt

Leider kann aufgrund der Corona-Pandemie der beliebte Schlierseer Weihnachtszauber nicht stattfinden. Trotzdem will die Gemeinde Schliersee ihre Bürger und Gäste in der Adventszeit in eine schöne weihnachtliche Stimmung versetzen. „Die Zeiten sind dunkel, deshalb wollen wir etwas Helligkeit und Licht nach Schliersee bringen“, erklärt Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer.

 

 

Den ganzen Dezember wird Schliersee an verschiedenen Stellen illuminiert. Schliersee leuchtet. Es wird ein Weihnachtsbaum am Ortseingang auf dem Kirchbichl erstrahlen. Darauf freue ich mich besonders. Das Rathaus, die Sixtus-Kirche, die Ludwigsbüste auf dem Weinberg und das Bauerntheater werden angestrahlt, und es werden auch Weihnachtsbäume aufgestellt. In Neuhaus wird der Kurpark beleuchtet und am Spitzingsee die Kirche Sankt Bernhard im Lichterglanz erstrahlen. Aber keine Angst, wir wollen keine kitschige amerikanische Weihnachtslandschaft, sondern eine dezente Beleuchtung. Von Einbruch der Dunkelheit an bis 22:00 Uhr wird es im Dezember ein bisschen heller in Schliersee.

 

Aufruf an die Schlierseer

„Wir wünschen uns, dass Sie mitmachen!“, sagt Franz Schnitzenbaumer und ruft somit seine Bürger dazu auf, ebenfalls etwas zur weihnachtlichen Stimmung in Schliersee beizutragen. Es wäre schön, wenn möglichst viele Schlierseer ihre Häuser, Balkone oder Gärten sanft beleuchten.

Vielleicht haben wir das Glück, dass es im Dezember schon schneit und alle unsere Lichter den Schnee festlich glitzern lassen.

 

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Herbstzeit ist Bastelzeit – lustige Wesen und herbstliche Deko aus Fundstücken rund um den Schliersee

Die Tage werden kürzer, doch dafür zeigt sich die Natur in ihren schönsten Gelb-, Orange- und Rottönen.

 

 

Die tiefstehende Sonne beschert uns noch angenehme warme Nachmittage, und da gibt es nichts Schöneres, als mit Kind und Hund rauszugehen und durch unser herbstliches Schliersee zu spazieren.

 

 

Meiner Tochter macht es eine unbändige Freude, bei diesen Spaziergängen durch das raschelnde Laub zu waten, die trockenen Blätter hoch in die Luft zu werfen und alles einzusammeln, was sich zum Basteln eignet: Kastanien, bunte Blätter, Bucheckern, kleine und große Zapfen, Rinde, Eichelhütchen oder auch die Früchte des Ahornbaums, die sogenannten Nasenzwicker. Jedes „Mamaaaaaa, ich hab was gefunden!“ bringt mich zum Schmunzeln, und in Gedanken überlege ich mir bereits, was wir dann daheim Schönes daraus kreieren könnten. Am besten nimmt man auf solchen Spaziergängen ein Körbchen oder eine Tüte mit, um all die kostbaren Bastelschätze bequem nach Hause tragen zu können.

 

 

Wieder daheim, macht es sich meine Tochter erst mal gemütlich und sortiert ihre Fundstücke. Ich bereite indes alles vor, was man für einen gemütlichen Bastelnachmittag so braucht: Schere, Klebestift und Flüssigkleber, Bleistift, Filzstift, Schaschlik-Spieße aus Holz, Bast, buntes Tonpapier, einen Handbohrer für die Kastanien und alles, was sich sonst noch so an Deko im Haus findet, etwa lustige Wackelaugen. Und natürlich dürfen auch ein Becher heiße Schokolade und ein paar Kekse nicht fehlen.

Wir setzen uns an den großen Esstisch, sammeln kurz Ideen und legen dann einfach los! Es wird geschnitten, geklebt und gemalt – unterbrochen nur von begeisterten „Mama, schau mal, was ich Tolles gebastelt habe“-Rufen. Ich helfe beim Vorzeichnen, auch mal beim Bohren oder Kleben. Wenn ich gerade nicht gebraucht werde, nutze ich die Zeit, um aus einem einfachen Glas, ein paar bunten Blättern und etwas Bast ein einfaches, aber schönes Windlicht zu gestalten, das ein wunderbar warmes Licht für gemütliche Herbstabende zaubert.

 

 

Am Ende des Bastelnachmittags ist mein Mädchen sichtlich zufrieden und präsentiert voller Stolz ihre fantasievollen Kreationen. Ihr Lieblingsstück ist ein Wolpertinger, ein bayerisches Fabelwesen – „eine Mischung aus Pferd, Fledermaus und Hirsch“, wie die Kleine mir lachend erklärt.

 

 

Mein Fazit: Gemeinsam basteln ist ein toller Zeitvertreib, auch oder vor allem jetzt im Herbst! Also, raus in die Schlierseer Natur, solange das Wetter es noch zulässt, und alles an Material einsammeln, was den Kindern Freude bereitet ‒ und dann viel Spaß beim Basteln!

 

 

Kathrin Zott Kathrin Zott

Aufgewachsen und noch immer wohnhaft in Neuhaus am Schliersee, zweifache Mama, studierte Germanistin und Musikpädagogin, freiberufliche Lektorin und Korrektorin – mit anderen Worten: heimatverbundene, musikbegeisterte, kreative, tierliebe und vor allem komplett italienverrückte Leseratte.

 

 

 

Eisschwimmen im Schliersee

Auch wenn im Tal noch kein Schnee liegt und es noch keine Schollen auf dem See gibt, ist das Wasser doch schon ziemlich kalt, und wer ab Ende Oktober ein Bad im schönen Schliersee nimmt, darf sich zu Recht Eisschwimmer nennen.

 

 

Als ich erfahren habe, dass sich ein paar Leute regelmäßig am Schliersee treffen, um gemeinsam ins kühle Nass zu springen, war ich sofort hellhörig. Eisbaden oder auch Eisschwimmen ist zu dieser Jahreszeit genial, um das Immunsystem zu stärken und sich auf den Wintereinbruch vorzubereiten. Durch die plötzlich eintretende Kälte ist man einem starken Temperaturreiz ausgesetzt, der Körper reagiert, indem er schnellstmöglich Wärme produziert. Dabei weiten sich die Gefäße, die sich nach dem Temperatursturz kurzfristig zusammengezogen hatten. Das Blut kann schneller zirkulieren, der Kreislauf stabilisiert sich. Die verbesserte Durchblutung nach dem Bad im kalten Wasser, die für ein verstärktes Wärmegefühl sorgt, empfinden viele als sehr angenehm. Zudem schüttet der Körper wertvolle Stoffe wie Adrenalin, Endorphine sowie entzündungshemmende Kortikoide aus. Nach einer körperlichen Anstrengung kann der Körper so schneller regenerieren. Nicht umsonst sind Eisbäder nach dem Training insbesondere bei Leistungssportlern fast schon zur Routine geworden.

Aber das Eintauchen ins kühle Nass ist nicht nur für Sportler zur Regeneration sinnvoll. Gerade in der jetzigen Pandemie ist ein starkes Immunsystem viel wert, und jeder sollte sich überlegen, am Dienstagabend um 18:00 Uhr am Ostufer Schliersee (beim Surfverleih) vorbeizuschauen und zusammen mit Evi Hering von Fresh and Fit aus Miesbach und ihrer Crew im Schliersee schwimmen zu gehen.

Jeder kann natürlich selbst entscheiden, wie lange er im Wasser bleiben möchte. Wer mit Neo hineingeht, wird es wohl etwas länger aushalten und kann vielleicht sogar ein paar „Bahnen“ schwimmen. Aber auch nur einmal Eindippen ist vollkommen legitim und bewirkt schon viel. Selbst wenn es im Moment extrem ist ‒ danach fühlst du dich wunderbar, und wie Evi sagt, sogar „20 Jahre jünger!“.

 

 

Du solltest ein Handtuch mitbringen und warme gemütliche Kleidung für danach. Am besten vorher kurz bei Evi Bescheid geben unter 0176/64246981.

Probier’s doch auch einfach mal aus!

 

 

Susanne Viehweger Susanne Viehweger

Dipl. Sportwissenschaftlerin & Outdoor Enthusiast. Arbeitet als Community Managerin & Outdoorguide. Mit ihrem eigenen Unternehmen 'Happy Moving Outdoors' (www.happymovingoutdoors.de) vermittelt sie Leidenschaft für den Sport an der frischen Luft.