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Einen Hofrat-Dietzel-Weg gibt es in keinem anderen Ort außer in Schliersee

Den Straßennamen Hofrat-Dietzel-Weg gibt es außer in Schliersee in keinem anderen Ort bzw. keiner anderen Stadt in Deutschland.

Der Straßenname Hofrat-Dietzel-Weg in Schliersee ist somit einzigartig in der Bundesrepublik.

Die Lack- und Farbenfabrik Warnecke & Böhm wurde im Jahr 1882 von den Herren Warnecke und Böhm in Berlin-Weißensee gegründet und 1908 von Georg Dietzel übernommen. Aufgrund der Kriegsfolgen verlegte dann der Hofrat Georg Dietzel im Jahr 1946 den Betrieb nach Bayrischzell und 1949 einen Teilbetrieb nach Schliersee. 1955 folgte dann die Verlegung des gesamten Betriebes nach Schliersee, wo sich die Firma auf die Herstellung von Industrielacken spezialisiert hat.

Der Betrieb zählt heute 75 Beschäftigte und gehört zu den größten Arbeitgebern in der Gemeinde. Seit 1973 sind Dipl.-Kaufmann Hans Georg Dietzel und Dipl.-Chemiker Dr. Gerd Pomper Inhaber der Firma.

Aus Warnecke & Böhm wird WB coatings. Nach erfolgreichen 135 Betriebsjahren sind diese und weitere Veränderungen der Grundstein, um aus der klassischen Struktur-Lackfabrik ein Entwicklungszentrum für zukunftsorientierte Oberflächengestaltung zu machen. Das Konzept: Am Schliersee treffen Lack-Know-how, Entwicklungsstärke und Kreativität auf Industriebedarf, Wissenschaft und Forschung. Vom Firmenjubiläum soll aber auch die Region nachhaltig profitieren. Geplant sind ein Business Club und eine eigene Stiftung zur Unterstützung bedürftiger Mitmenschen.

Warnecke & Böhm GmbH
Dirk Mollenhauer
Westerbergstraße 12
83727 Schliersee
www.wb-coatings.de

Hofrat Dietzel war von 1919 bis 1938 Besitzer der Mühle am Waxenstein und

Besitzer der ehemaligen Glashütte, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet. Nach Ende des Ersten Weltkriegs versuchte Georg Dietzel, die Fabrik wieder ins Leben zu rufen. Dieser Versuch misslang ebenfalls aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse. Die Pläne konnte folglich nicht durchgeführt werden, und an dieser Stelle entstand eine Kistenfabrik, die 1933 abbrannte. Die Brandstelle erwarb dann Ambros Fichtner sen. und errichtete ein Sägewerk. Leider geht auch diese Ära im Jahr 2018 zu Ende. Das Sägewerk wurde 2018 abgerissen ‒ hier entstehen derzeit zahlreiche neue Wohneinheiten.

 

Die Hennerer-Lisl ließ sich von ihrem damaligen Mann Köpferl Florian von der Wies scheiden und verkaufte das ererbte Anwesen an Hofrat Dietzel. Dieser wurde somit Besitzer des Hennerer-Anwesens und des Krainsberger Hofs von 1920 bis 1939.

Der Krainsberger Hof wurde dann an die Stadt München verkauft (heute ein beliebtes Schullandheim).

Landeshauptstadt München

Städtisches Schullandheim Krainsberger Hof

Krainsberg 1

83727 Schliersee

 

Die Staatsforstverwaltung erwirbt den Besitz Hennerer um 11.000 Reichsmark. 1966 kam er in die Familienlinie Eckart/Prem durch die Trennung von Wald und Weide als Tauschwunsch der Hennerer-Oma Mari wieder zurück. Prem Maria war Nicht und Patenkind der Hennerer-Lisl, der damaligen Wirtin zu Jennerweins Zeiten, und ist am Hennerer geboren. Der heutige Besitzer Prem Alois ist ein Urenkel. Wie damals wird auch heute wieder eine Gastwirtschaft betrieben, um Wanderern, Jägern, Forstarbeitern und Erholungsuchenden eine Raststätte zu bieten. Die heutigen Rezepte der Tagesgerichte stammen zum Teil aus der damaligen Zeit.

Hennererhof

Familie Prem

83727 Schliersee

Tel.: 08026 / 922 99 64

E-Mail: info@hennerer.com

 

Hofrat Dietzel war ein leidenschaftlicher Jäger in der Hennerer-Gegend. Die Hirsche waren sein ganzer Stolz. Gerold Sepp und Fanny, die damals am Hennerer als Holzknecht (Forstarbeiter) und Pflanzweiberl (Frauen, die für das Forstamt junge Bäume gepflanzt haben) gearbeitet und gewohnt haben, fütterten für Hofrat Dietzel die Hirsche und das Wild. Fanny hat mir oft ganz stolz erzählt, wie schön es sei, wenn Hirsch „Hansl“ zu ihr gekommen ist und aus ihrer Hand gefressen hat. Gerold Sepp und Fanny haben sehr stark geschwärmt vom Hofrat Georg Dietzel ‒ er war mit seinen Leuten immer sehr großzügig und würdigte deren Arbeit in hohem Maße.

 

 

 

Hofrat Dietzels zweite Leidenschaft waren seine Fotografien. Beim Abriss des alten Hennerer-Anwesens kam ein wunderschönes Fotoalbum von ihm zum Vorschein mit sehr gut erhaltenen Aufnahmen in der Hofrat-Dietzel-Zeit (siehe oben).

 

 

Quellennachweis: Warnecke & Böhm (online unter https://www.wb-coatings.de/)

Markt Schliersee (Hrsg.), Schlierseer Chronik 779‒1979, November 1978,

Verschönerungsverein Schliersee (1921), Anton Dreselly’s Spezialführer für die nähere und weitere Umgebung von Schliersee, 8. Aufl.

Bildnachweis: Schlierseer Chronik 779‒1979 (Prem Angelika)

 

 

Angelika Prem Angelika Prem

Naturverliebte Schlierseerin, Kräuterpädagogin, Referentin und Seminarleiterin, Senior-Hennererwirtin, BBV Ortsbäuerin, liebt gutes regionales hausgemachtes Essen und entspannt beim Kuchen backen

 

 

 

Wildschütz, Frauenschwarm und Volksheld – der Mythos des Girgl Jennerwein

Es war wohl einer der spektakulärsten Kriminalfälle des ausgehenden 19. Jahrhunderts: der Mord am Wildschütz Georg Jennerwein. Auf dem Friedhof der Kirche St. Martin im Schlierseer Ortsteil Westenhofen hat der umstrittene Wilderer, Abenteurer und Frauenheld seine letzte Ruhestätte gefunden – wenn man der Inschrift auf dem schmiedeeisernen Grabkreuz Glauben schenkt.

Bis heute bleiben Leben und Sterben des legendären Volkshelden ein geheimnisvolles Mysterium. Zahlreiche Geschichten und Legenden ranken sich um sein jähes Lebensende auf dem „Peißenberg am Rinnerspitz“ in den Schlierseer Bergen.

Die beiden Hobbyhistoriker Schorsch Kirner und Hias Krinner haben sich nun erneut mit dem Leben des Georg Jennerwein beschäftigt und die Broschüre „Girgl Jennerwein – wie es wirklich war“ herausgebracht. Kirner und Krinner ackerten unzählige alte Akten durch, hörten sich Anekdoten von Jennerwein-Ahnen an und rollten anlässlich des 140. Todestages des Wildschütz im vergangenen Jahr den Fall neu auf.

Das geheime Versteck

Im Besitz Schorsch Kirners befindet sich nämlich schon seit Jahrzehnten ein ganz besonderer Gegenstand: das Gewehr des Girgl Jennerwein. Kirners Taufpatin Anni Jennerwein pflegte zu ihren Lebzeiten Kontakte zum Wirtshaus „Hennerer“ in Schliersee, wo die Wildschützen damals ein- und ausgingen. Eines Tages überreichte sie ihrem damals noch jungen Patensohn einen vergilbten Zettel, auf dem ein alter Heustadl im Leitzachtal eingezeichnet war sowie der Hinweis auf einen dort vom Wildschütz Jennerwein versteckten Gegenstand auf einem Sims. Und tatsächlich: Kirner fand ein altes Gewehr. Nähere Details verschwieg die Taufpatin jedoch. Sie verriet lediglich, dass sie das Gewehr von der Hennerer Lisl bekommen habe.

Geboren wurde Georg Jennerwein im Jahr 1848 in Haid bei Holzkirchen als Sohn einer armen Magd. Als junger Mann nahm er am Frankreich-Feldzug 1870/71 teil und kehrte zusammen mit seinem damaligen Freund und späteren Mörder Joseph Pföderl unversehrt in die Heimat zurück.

Der Pföderl ‒ ein Mörder?

Was war der Pföderl für ein Geselle? Schorsch Kirner und Hias Krinner zufolge war er ein mittelmäßiger Holzfuhrknecht aus Bad Tölz. Am Leonharditag, dem 6. November 1876, besuchte er ein Tölzer Wirtshaus, um sich dort mit seiner Angebeteten, dem „Agerl“ von der Sigrizalm, zu treffen und ihr einen Heiratsantrag zu machen. Dummerweise tauchte auch der schneidige Georg Jennerwein dort auf und machte dem „Agerl“ ebenfalls schöne Augen. Es kam, wie es kommen musste: Das Agerl entschied sich für den feurigen Wildschütz und ließ den armen Pföderl links liegen.

Ein Jahr später, Pföderl arbeitete inzwischen als Jagdgehilfe, erfuhr er, dass „sein Agerl“ ein Kind mit dem Erzfeind Jennerwein hatte und dieser immer noch als Wilderer in den heimischen Bergen sein Unwesen trieb. Pföderl schmiedete finstere Rachepläne und hoffte, den Girgl einmal auf frischer Tat zu ertappen. Die Wildschützen und Jäger trafen sich damals gern beim „Hennerer“ in Schliersee, der auch heute noch ein beliebtes Ausflugsziel am Fuße der Schlierseer Berge ist. Bei ihrem letzten Aufeinandertreffen provozierte Jennerwein den Pföderl auf unverschämte Art und gab damit dessen Wut neue Nahrung.

Einige Zeit nach diesem denkwürdigen Tag verschwand Georg Jennerwein spurlos.

Grausiger Fund am Peißenberg

Zwei Tage lang durchstreiften seine Kameraden die Berge rund um den Schliersee und gelangten schließlich in das Kühzagltal. Dort, am sogenannten Schwarzholzeck nahe der „Rinnerspitz“, fanden sie den toten Wildschütz. Die Verstümmelungen im Gesicht des Toten und seine seltsame Lage – er hielt sein Gewehr umklammert, und die rechte große Zehe klemmte am Abzugshahn – ließen zuerst einen Selbstmord vermuten. Doch den entscheidenden Hinweis auf einen heimtückischen Mord fand man rasch: ein Schussloch im Rücken. Man hatte Georg Jennerwein kaltblütig von hinten erschossen.

Kurze Zeit später gestand Joseph Pföderl den Mord an seinem einstigen Kameraden und wurde am 20. November 1978 rechtmäßig verurteilt. Allerdings „nur“ zu einer achtmonatigen Gefängnisstrafe wegen Körperverletzung. Warum das Urteil so milde ausfiel, lässt sich wohl nicht mehr genau nachvollziehen. Doch Pföderl bekam seine Strafe auch so: Er wurde in das Forstrevier Valepp versetzt, begann zu trinken und wurde am Ende wahnsinnig.

 

 

Ein Gamsbock zur Erinnerung

Vor dem Hintergrund dieses Schlierseer „Krimis“ um Georg Jennerwein lohnt sich ein Besuch seines Grabes auf dem Westenhofener Friedhof allemal. Mit viel Glück entdeckt man vielleicht sogar eine der manchmal sehr denkwürdigen Hinterlassenschaften, die treue Anhänger des Wildschütz auch heutzutage immer wieder auf sein Grab legen. Da finden sich dann Gamsböcke, Hirschläufe oder ähnliche Skurrilitäten. Kurioser Fund in jüngster Zeit: eine Patrone mit dem eingravierten Spruch „für Deinen Mörder“.

Jennerwein-Lied (1. Strophe, Verfasser unbekannt)

„Ein stolzer Schütz in seinen schönsten Jahren,

er wurde weggeputzt von dieser Erd.

Man fand ihn erst am neunten Tage

auf hohen Peißenberg bei Tegernsee.“

 

Eine Auflistung der Verkaufsstellen der Broschüre „Girgl Jennerwein – wie es wirklich war“ von Schorsch Kirner und Hias Krinner ist im Internet unter www.georgjennerwein.de erhältlich.

 

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

 

 

 

Christmas Market in the Woods

As the winter sun sets on a bitter December weekend, we began the walk back deep into the woods through the dusty blue hour to the remote location of Hennererhof. Each year they host a traditional rural Bavarian Christmas market in the woods.

Little rustic wooden huts showcase the many local handcrafted items for sale dot around the property of the Bavarian farm house. The warm fire light and Christmas smells fill the senses. Icy snow dusted every surface and frosty breath billow from every visitors gathered in cozy groups while sipping warm drinks.

Inside the historic wooden farm house filled with traditional acoustic alpine music chilly families gather in the snug rooms. You can purchase many local gourmet items in their hofladen or farm shop. From aromatherapy to eggs, there isn’t anything you can’t find to sooth your soul. This shop is worth a visit anytime throughout the year.

Twinkling lights sparkle in children excited eyes at the anticipation of a possible Nicolaus sighting, the atmosphere of a Christmas market deep in the forest is something quite special. The air fragrant with the earthy woodland scents blend with the delicious scent of melting cheese from the huge pans of fresh made Kase Spatezel a locally made macaroni and cheese.

Chain saw wood artists, natural bees wax candle makers, hand loomed carpets and fabrics, everything you can imagine all hand crafted from this region. If you haven’t found that perfect gift for those you love for Christmas this year, then chances are you will find that something special at the Woidweihnachtsmarkt am Hennerer.

This year on 9-10 December at 14:00 till 21:00 is the Woidweihnachtsmarkt am Hennerer in Schliersee. This is an event not to be missed. Parking near Hennererhof is very limited so prepare yourself for a long cold walk or grab a ride on one of the horse drawn carriages they have providing transportation. At 5 pm is the expected time for Nicolaus to arrive by horse drawn carriage. Dress warmly from head to toe and bring your hunger.

 

 

For more information about the Woidweihnachtsmarkt am Hennerer:
https://www.hennerer.com/aktuelles/

 

Familie Prem
Hennererstr. 36
83727 Schliersee/Westenhofen
Tel. + Fax: 08026 / 922 99 64

Email: info@hennerer.com

www.hennerer.com 

 

 

Laura Boston-Thek Laura Boston-Thek

American artist, photographer and professional wanderer who, after 20 years of roaming, put down roots in a 100 year old Bavarian farmhouse and fell in love with the Alpine village and its residents (both 2-legged and 4-legged).

 

 

 

Der „Wichtelpunsch“ aus Schliersee

Beim Hennererhof in Schliersee sind wieder die Wichtel unterwegs. Sie sollen in der Vorweihnachtszeit Freude in die Herzen der Menschen bringen. Und weil die Wichtel recht lebensfrohe kleine Gestalten sind, laben sie sich gerne am Schlierseer „Wichtelpunsch“ von Kräuterpädagogin Angelika Prem. Alle Zutaten dieses aromatischen Getränks sind hausgemacht und garantiert ohne künstliche Zusätze. Die kreative Wirtin des Hennererhofs hat bei der Kreation ihres Punsches auch bewusst auf den Zusatz von Alkohol verzichtet. Schließlich sollen auch die Kinder unbesorgt ein Haferl davon trinken dürfen.

Selbstgemachte Platzerl schmecken besonders gut zum „Wichtelpunsch“, und auch sonst findet man in dem urigen Bauernhof-Café so manche Zutat für fast vergessene Weihnachtsbräuche. Das Räuchern beispielsweise soll böse Geister vertreiben und positive Energie ins Haus bringen. Allerlei Kräuter aus dem Garten wurden dafür getrocknet. Auf einem Sieb über einer Feuerquelle beginnen sie zu glimmen und entfalten dabei ihren angenehmen Duft.

Am Wochenende vom 3. bis 4. Dezember 2016 lädt die Familie Prem zur stimmungsvollen „Woidweihnacht“ auf den Hennererhof ein. Spezialitäten aus der Kräuterküche werden ebenso angeboten wie ausgesuchtes Kunsthandwerk und weihnachtlicher Schmuck.

Den berühmten „Wichtelpunsch“ durfte ich vorab schon mal kosten:

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

 

 

 

Familienwanderung: Mit Kindern auf die Gindelalm

„Wie weit ist es noch?“ Diese von Kindern allzu oft gestellte Frage werden alle Eltern kennen, insbesondere jene, die mit ihren Sprösslingen nur gelegentlich auf Wanderungen in den Bergen unterwegs sind. Die übliche Antwort der Eltern „Ist nicht mehr weit“ hat beim kürzesten Anstieg vom Parkplatz am idyllisch gelegenen Hennererhof im Tal des Breitenbachs hinauf zur 1.242 m hoch gelegenen Gindelalm in jedem Fall Gültigkeit. Der Anstieg über 390 Höhenmeter ist tatsächlich nicht besonders weit, gut ausgeschildert und sogar für kleinere oder wenig motivierte Knirpse in 1 ½  Stunden machbar. Der im Jahr 2015 neu sanierte, ziemlich breite Hüttenweg ist völlig gefahrlos zu begehen und für etwas ältere Kinder unter Umständen fast ein wenig eintönig. Vergessen Sie bitte nicht, für Ihr Kind oder Ihre Kinder immer ein Getränk und eine Kleinigkeit zu essen griffbereit zu haben. Besonders fitte Väter oder Mütter könnten sogar mit einem geländeerprobten Kinderwagen unterwegs sein.

Bei allzu sehr quengelnden Kids könnten neben spannenden Erzählungen oder Erklärungen auch folgende Lockmittel wie Wunder wirken: Auf der Gindelalm gibt es:

  • fast alle gängigen kindgerechten Getränke,
  • leckere Pfannkuchen oder gar Kaiserschmarrn mit Preiselbeeren,
  • deftige Wiener Würstchen,
  • verschiedene hausgemachte Kuchen,
  • einen Sandkasten und eine Schaukel (bei Gindelalm Nr. 2),
  • einen „richtigen“ Gipfel mit großem Gipfelkreuz und toller Aussicht ins Alpenvorland und
  • nicht zuletzt eine großartige Umgebung zum Herumtollen.

Die drei Almhütten ‒ übrigens alle seit Generationen im Besitz von Haushamer Landwirten ‒ sind während der üblichen Zeit von etwa Mitte Mai bis etwa Ende Oktober oder gar Anfang November bewirtschaftet. Mehr Komfort, eine etwas umfangreichere Auswahl an Speisen und sogar Übernachtungen mit 36 Schlafplätzen bietet die mittlere Almwirtschaft (Haus Nr. 2), während die vordere Alm (Haus Nr. 1) ‒ sie existiert laut Aussage ihrer Besitzerin seit 450 Jahren(!) ‒ und die obere Alm (Haus Nr. 3) dem Gast ausdrücklich eher gelebte Genügsamkeit und glaubhafte Almtraditionen offerieren.

Es ist wirklich ein ruhiger und besonders idyllischer Platz hier oben. Wer eher Ruhe und Entspannung bevorzugt, sollte unbedingt sonnige Wochenenden oder Feiertage meiden und einen Tag unter der Woche wählen. Sehr vielen Ausflüglern und Bergwanderern ist die Gindelalm ans Herz gewachsen. Der freie Blick nach Osten über die Schlierseer Berge zum Wendelstein ist für uns Erwachsene beeindruckend. Wer sich noch etwa 15 bis 20 Minuten Zeit nimmt und die zusätzlichen knapp 100 Höhenmeter hinauf zur kreuzgeschmückten flachen Gipfelkuppe der Gindelalmschneid hinaufsteigt, könnte die Ausblicke erheblich erweitern und bei sehr guter Fernsicht von dem 1.335 Meter hohen Gipfel bis nach München schauen.

Sehr häufig ist die Gindelalm auch Zwischenstopp auf der lohnenden Traverse vom Schliersee zum Tegernsee oder umgekehrt. Es ist eine relativ bequeme Wanderung auf Almstraßen und gut ausgeschilderten Bergwegen von etwa vier bis fünf Stunden Dauer mit einer zweiten Einkehrmöglichkeit im Berggasthaus Neureuth (1.261 m), die auch für Kinder oder ältere Personen ideal geeignet ist. Für Besucher aus dem Raum München empfiehlt sich auf jeden Fall die stressfreie und umweltverträgliche An- und Rückreise mit der Bayerischen Oberlandbahn (BOB).

Charakter und Besonderheiten: Abwechslungsreiche und landschaftlich sehr lohnende Bergwanderung ohne jegliche Schwierigkeiten

Talort: Schliersee (784 m)

Öffentliche Verkehrsmittel: BOB von München nach Schliersee

Anforderungen/Schwierigkeit: leichte Halbtagestour ohne Orientierungsproblematik, für Kinder ab ca. 6 Jahren geeignet

Höhenunterschied: etwa 400 Hm, bei Besteigung der Gindelalmschneid ca. 100 Hm mehr

Ausgangspunkt: Großer Parkplatz am Hennererhof (850 m), zu erreichen mit Pkw oder zu Fuß von Schliersee über dem Ortsteil Breitenbach

Gesamtdauer: etwa 2,5 bis 3 Stunden (Aufstieg 1 bis 1 ½  Std./Abstieg 1 Std.)

Beste Jahreszeit: Mitte Mai bis Ende Oktober

Ausrüstung: einfache Wanderausrüstung mit Regenschutz

Einkehrmöglichkeiten: 3 verschiedene Almwirtschaften auf der Gindelalm (http://www.gindelalm.de, Tel. 0173/9439384)

Beste Karte: AV-Karte 1:25.000, Blatt BY15 „Mangfallgebirge Mitte, Spitzingsee, Rotwand“

Fremdenverkehrsamt: Gäste-Information Schliersee, Perfallstraße 4, 83727 Schliersee, Tel: 08026/6065-0, (http://www.schliersee.de)

Die Route:

  1. Für Bahnreisende: Vom Bahnhof Schliersee nördlich der Bahngleise auf einem Fußweg im ca. 10 Min. zum Schlierseer Ortsteil Westenhofen bis zu einer Bahnschranke. Über die Bahngleise in die Breitenbachstraße. Auf dieser teilweise etwas steiler zunächst zum Ortsteil Breitenbach und geradeaus weiter ins Breitenbachtal bis zum Hennererhof (vom Bhf. Schliersee etwa 3,2 km, ca. 50 Min., mit Kindern entsprechend länger). Weiter wie bei b).
  2. Für Gäste mit dem Pkw: Vom Wanderparkplatz bis zu einem Abzweig vor dem Hennererhof (Hinweisschild). Hier nach rechts abbiegen und auf sehr gut angelegter Wegführung – meist durch Wald – zur Gindelalm.

 

 

Eckehard Radehose Eckehard Radehose

Eckehard Radehose In Schliersee zuhause, extrem berg- und reisesüchtig seit seinem 6. Lebensjahr. Dipl. Kartograph, Journalist und langjähriger Trekking- und Expeditionsleiter mit Vorliebe für besonders hohe Gipfelziele. An die 2.500 Gipfelbesteigungen weltweit und weit über 1.000 Skitouren. Mein bevorzugter Ort: Gipfel der Baumgartenschneid bei Sonnenuntergang mit einem Glas Rotwein.

 

 

Für alles ist ein Kraut gewachsen – Heilkräuter die Sie in Schliersee finden!

„Für alles ist ein Kraut gewachsen“, sagt der Volksmund. Dass es zahlreiche Kräuter gibt, denen eine heilende oder belebende Wirkung nachgesagt wird, wissen die Menschen schon seit alters her. Auch rund um den Schliersee wachsen viele Pflanzen, die – oft mit Unkraut verwechselt – Beschwerden unterschiedlichster Art lindern können.

Man muss aber nicht gleich einen Kräutergarten anlegen, um Spitzwegerich und Co. ständig zur Hand zu haben. Bei einem Spaziergang rund um den Schliersee entpuppt sich so manches unscheinbares Gewächs am Wegesrand als wahres Heilwunder. Die Kräuterpädagogin Angelika Prem hat mir vier „Schlierseer“ Heilkräuter gezeigt:

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

Einfach nachmachen: Die Schlierseer-Maibowle vom Hennererhof

Fernab vom geschäftigen Trubel der Schlierseer Ortsmitte liegt eingebettet in die malerische Bergwelt ein besonderes Kleinod: der Hennererhof. Das urige Bauernhaus beherbergt neben einem Café auch ein „Hofladl“, in dem selbstgemachte Schmankerl zum Verkauf angeboten werden. Der Hennerer ist ein Familienbetrieb. Hier packen alle mit an, allen voran die fröhliche Wirtin Angelika Prem. In ihrem naturbelassenen Garten rund ums Haus wachsen allerlei Kräuter und Blumen, aus denen sie kulinarische Köstlichkeiten für das Café und den Hofladen zaubert.

Ein ganz besonderer Genuss ist die frische Maibowle. Jedes Jahr pünktlich zum ersten Mai – wenn der selbst gemachte Waldmeistersirup fertig ist und in Flaschen abgefüllt bereitsteht – wird das süffige Getränk zubereitet. Für mich Grund genug, dem Hennerer einen Besuch abzustatten – vielleicht gelingt es mir ja, der Angelika ein paar Geheimnisse in punkto Maibowle zu entlocken:

 

Die Zutaten für die Maibowle vom Hennererhof:

250 g Erdbeeren, 100 g Waldmeistersirup (selbst gemacht vom Hennerer), 1,5 l stilles Wasser, ½ l trockener Weißwein (Silvaner), 0,2 l Sekt, Eiswürfel nach Belieben. Für die alkoholfreie Variante einfach Wein und Sekt durch Mineralwasser oder Apfelsaft ersetzen.

Der Hennererhof liegt etwa 3 Kilometer vom Ortskern Schliersee entfernt im Ortsteil Westenhofen. Geöffnet ist er täglich von 12 bis 17 Uhr. Ein Biergarten und das gemütliche Café bieten Platz bei jedem Wetter. Zusätzlich zur Organisation von Kindergeburtstagen, Kochkursen zum Thema Wildkräuter, Brotbackseminaren und vielen anderen interessanten Veranstaltungen bietet Angelika Prem auch Führungen durch ihren Wildkräutergarten an. Um Anmeldung wird gebeten.

Hennererhof, Hennererstraße 36, Schliersee/Westenhofen, Tel.: 08026/9229964 oder im Internet unter www.hennerer.de

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

Schlierseer LandKüche – Wildkräuter lieben Nudeln

Frühlingssonne am Hennerer- der letzte Schnee wird von ihr geschmolzen, die Frühlingskräuter lassen sich nicht mehr aufhalten. Brunnenkresse, Bärlauch, Gänseblümchen usw. die ersten Kraftspender wurden heut gleich gesammelt- eine Wohltat- diese Frühlingskraft für alle Sinne. Was daraus entstand: mmmhhh

Unsere Schlierseer Nudeln, sie werden nur mit reinen Naturprodukten ohne chemische Zusatzstoffe in unserer kleinen Nudelmanufaktur am Hennerer zubereitet. Es gibt die Nudeln  in verschiedenen Formen (Herzal, Bauernhoftiere, unser Klassiker die Bandnudel usw) und Größen, sowie mit geschmacklich abgestimmten Zugaben wie Wildkräuter, z.Z. Bärlauch, Tomaten, eßbaren Blüten, rote Beete, ….

Hochwertige Inhaltsstoffe: Bester Gries von der Leitzachmühle und die frischen Eier vom Hennererhof, sowie die liebevolle Freude beim Zubereiten, geben unseren Nudeln den einzigartigen Geschmack.

Foto: Dinkelbandnudeln mit unserer Wildkräuterschaumsoße, garniert mit zusätzlichen Frühlingskräutern.  

Hennererhof
Angelika und Johann Prem
Hennererstr. 36
83727 Schliersee/Westenhofen
www.hennerer.de