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100 Jahre Bergrettungsdienst in den Schlierseer Bergen: Die Tipps der Alpin-Experten.

„Bergsteigerinnen“ auf High Heels, eBiker am Steilhang und Wanderer, die bei einem Wadenkrampf die Rettung rufen: Quirin Loher und Sebastian Weidenthaler von der Bergwacht Schliersee haben schon so manches Abenteuer am Berg zu einem glücklichen Ende gebracht. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Bergrettungsdiensts Schliersee im Roten Kreuz verraten uns die beiden ihre besten Tipps, um sicher und mit viel Spaß in den Schlierseer/Spitzingseer Bergen unterwegs zu sein.

 

 

Tag der Offenen Tür am Sonntag, 15. September

Übrigens: Wer die Arbeit der beiden und ihrer Bergwachtkollegen einmal live erleben will, ohne in einer Notsituation zu sein, der kommt am Sonntag ab 11.00 Uhr zur Bergrettungswache Schliersee in der Bahnhofstraße 15. Beim Tag der offenen Tür führen die Bergwachtler ihre Rettungsgeräte vor, zeigen ihre Wache und stellen Spezial- sowie Bergrettungsfahrzeuge aus. Für Essen, Getränke und musikalischen Unterhaltung ist gesorgt!

 

250 Notfälle im Jahr

42 aktive Bergwachtfrauen und -männer engagieren sich derzeit für die Sicherheit in den Schlierseer/Spitzingseer Bergen. Von der Brecherspitz über den Jägerkamp und die Rotwand bis hin zur Landesgrenze Österreich reicht das Einsatzgebiet der Schlierseer Bergwacht. Zu durchschnittlich 250 Notfällen im Jahr rücken die Schlierseer Bergretter aus. Im Winter sind sie außerdem von den Bergwachthütten Schönfeldalm und Stümpfling aus im Skigebiet Spitzingsee im Einsatz.

 

Notfall am Brecherspitz-Westgrat

„Im Grunde genommen sind die Schlierseer/Spitzingseer Berge ja Hügel – vergleicht man sie mal mit Gebieten wie der Watzmann-Ostwand“, sagt Quirin Loher, Ausbildungs- und Einsatzleiter. „Aber auch vermeintliche Hügel, können es in sich haben.“ Gerade am Westgrat der Brechspitz, so Quirin Loher, seien sie mehrmals pro Saison im Einsatz: „Hier gibt es einige Kletterstellen mit Stahlseil in alpinem Gelände. Dort ist Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und festes Schuhwerk gefordert.“ Erst Ende August war es am Brecherspitz-Westgrat zu einem tragischen Unfall gekommen.

 

Spezialisiertes Team: Von Canyoning bis Krisenintervention

Zu solchen Gelegenheiten sind dann auch die Spezialisten der Bergwacht Schliersee im Einsatz, etwa die Notärzte oder die Mitarbeiter des Kriseninterventionsdiensts Berg (KID). Darüber hinaus gibt es Experten für Canyoning- und Höhlenrettung, einen Rettungs- und Vorsorgedienst im Skigebiet sowie die Helfer auf vier Pfoten von der Lawinenhundestaffel. „Die Menschen sind alle sehr dankbar, wenn wir kommen“, sagt Einsatzleiter Sebastian Weidenthaler. „Wir haben schon oft im Nachgang einen Brief erhalten, eine Brotzeit ausgegeben bekommen oder auch eine Geldspende.“

 

Anspruchsvolle Ausbildung für Nachwuchs-Bergretter

Damit im Notfall am Berg alles glatt läuft, absolviert der Bergrettungs-Nachwuchs eine anspruchsvolle Ausbildung über zwei Jahre lang: „In unsere sogenannte ‚Anwärtergruppe‘ nehmen wir interessierte Jugendlich ab 16 Jahren auf“, erzählt Ausbildungsleiter Quirin Loher. „Die haben dann einiges zu tun: Konditionstests im Sommer wie im Winter, einen Eignungstest – das ist ganz schön viel, was den jungen Leuten abverlangt wird.“

 

Rettungsanspruch steigt, Zahl der Einsätze ebenso

Während die sogenannte „bergferne“ Bereitschaft, etwa in der Landeshauptstadt München, einen großen Zuwachs erlebe, „darf’s bei uns in Schliersee ruhig noch etwas mehr sein“, so Quirin Loher. Denn: „Der Rettungsanspruch steigt!“, wissen die beiden Bergwachtler. So hätten etwa Einsätze mit eBike-Fahrern zugenommen: „Mit Akku bewältigt man Strecken, die man früher vielleicht nicht gefahren wäre, weil sie zu steil sind. Ungeübte kommen dann zum Teil nicht mehr runter vom Berg oder bleiben hängen.“ Auch mit schlecht ausgerüsteten Wanderern haben die beiden Bergretter schon ihre Erfahrungen gemacht: „High Heels am Berg – das glaubt man nicht, aber das gibt’s wirklich!“, so Quirin Loher.

 

„Wir freuen uns total, dass diese Bergfaszination da ist“, sagt Sebastian Weidenthaler. Aber: Im Zeitalter der Mobiltelefone sei „die Alarmierungsschwelle viel geringer“: „Wir hatten schon Anrufer, die uns wegen zittriger Knie am Rotwandhaus alarmiert haben.“ Grundsätzlich könne man jedoch sagen: „Die meisten sind vernünftig und bereiten sich gut auf die Berge vor.“

 

9 Tipps für eine sichere Tour in den Schlierseer/Spitzingseer Bergen

Wie man sicher und mit viel Spaß in den Schlierseer/Spitzingseer Bergen unterwegs ist, verraten uns Quirin Loher und Sebastian Weidenthaler in ihren Profi-Empfehlungen:

 

# 1: Gute Vorbereitung

„Bevor ich eine Bergtour angehen, mache ich mir Gedanken: Wo will ich hin? War ich in dem Gebiet schon einmal? Wie komme ich in diese Bergregion? Und habe ich eventuell geeignetes Kartenmaterial dabei, um mich auf die Strecke vorzubereiten?“

 

# 2: Angemessene Schuhe & Kleidung

„Das A und O für eine sichere Wanderung in den Bergen ist geeignetes Schuhwerk. Das heißt: überknöchelhohe Bergschuhe mit einem ordentlichen Profil, in denen ich mich wohlfühle und die optimal eingelaufen sind. Zudem empfehle ich je nach Witterung eine Kopfbedeckung, um einen Sonnenstich zu vermeiden. Im Sommer bei Gewitterneigung bitte Regenjacke nicht vergessen! Vielleicht Wechselklamotten oder ein Wechsel-T-shirt mitnehmen, um Verschwitztes abzulegen.“

 

# 3: Nahrhafte Brotzeit

„Immer eine kleine, ausgewogene Brotzeit mitnehmen: eine belegte Semmel, ein Stück Käse oder Schinken – je nach Länge der Route. Und vielleicht auch etwas Zuckerhaltiges für die Stärkung zwischendurch dabeihaben – Schokolade oder ein süßes Getränk. Außerdem ausreichend Wasser zum Trinken mitnehmen – bei heißen Temperaturen natürlich entsprechend mehr als an einem kühlen Herbsttag.“

 

# 4: Sichere Wetterlage

„Prüft die Wetterdaten, bevor ihr losgeht. Es gibt verschiedene Anbieter, die einem das Wetter relativ genau vorhersagen können. Bitte beachtet, dass das Wetter im Gebirge schnell umschlagen kann. Gerade, wenn es sehr warm ist und wir eine gewisse Gewitterneigung haben, darauf achten, dass ihr bei einem aufziehenden Gewitter möglichst schnell vom Berg absteigt, Bäume meidet und – falls möglich – in einer Hütte Unterschlupf findet.“

 

# 5: Individuelles Tempo

Passt das Tempo an euren eigenen Leistungs- und Trainingsstand an. Und natürlich daran, wie steil das Gelände ist. Legt regelmäßig Pausen ein und achtet darauf, ein möglichst gleichmäßiges Tempo zu gehen. Am Berg hat man Zeit oder sollte sich Zeit nehmen, damit man die Natur genießen kann.“

 

# 6: Markierte Wege

„Bleibt auf den markierten Wegen! Dabei geht es auch um das Thema Sicherheit, damit ihr nicht in einen Steinschlag geratet. Ein markierter Weg ist immer so gestaltet, dass er – auch mit Blick auf den Naturschutz – keine Erosionsschäden hervorruft. Außerdem findet man euch auf den gekennzeichneten Wegen im Notfall und ihr habt Angaben zu eurem Standort.“

 

# 7: Hilfreiche Stöcke

„Wanderstöcke unterstützen euch beim Aufstieg und helfen euch beim Abstieg, Gelenke und Knie zu schonen. Ihr erhaltet zusätzliche Stabilität auf eurem Weg.“

 

# 8: Hunde mit Leine

„Hunde am Berg unbedingt anleinen! Am besten Wasser für den Hund dabeihaben, damit er nicht durstig ist. Das Geschäft eures Vierbeiners bitte in einer Hundekot-Tüte wieder mitnehmen und entsorgen.“

 

# 9: Im Notfall

„Die wichtigsten Grundregeln bei einem Notfall am Berg lauten: Ruhe bewahren, erste Hilfe leisten und ggf. einen Notruf absetzen. Zusätzlich empfiehlt es sich, ein Erste-Hilfe-Paket mitzunehmen mit Pflastern, Verbänden, Desinfektionsspray und – unabdingbar! – mit einer Rettungsdecke. Wichtig ist, dass ihr Handyempfang habt. Falls nicht, geht dorthin, wo der Empfang besteht. Wenn ihr die Notrufnummer 112 wählt, bitte die wichtigen 5-W-Fragen zuerst beantworten:

  • Wo ist der Unfall passiert bzw. wo befindet ihr euch?
  • Wer ruft an?
  • Was ist geschehen?
  • Wie viele Menschen sind betroffen?
  • Warten auf Rückfragen, falls die Mitarbeiter der Leitstelle mehr Infos benötigen!

Die Leitstelle fordert dann umgehend die passende Hilfe für euch an.

 

 

Tag der Offenen Tür der Bergrettungswache Schliersee

am Sonntag, 15. September 2019

in der Bahnhofstraße 15 in 83727 Schliersee

um 10.00 Uhr Gottesdienst in der Pfarrkirche Sankt Sixtus

ab 11.00 Uhr Rahmenprogramm mit Vorführungen, Essen, Getränken und Musik

 

Notrufnummer Bergwacht

Die Bergwacht Schliersee ist jederzeit über die Notrufnummer 112 erreichbar.

 

Bergwacht Schliersee
Bahnhofstr. 15
83727 Schliersee

E-Mail: info@bergwacht-schliersee.org

Web: https://www.bergwacht-schliersee.org

 

 

Sandra Leu Sandra Leu

Rheinländerin in Oberbayern. Ist der Liebe gefolgt und hat den Schliersee als Herzensort entdeckt. Freie Redakteurin, PR-Frau und Mama von Zweien. Berät beruflich Heldinnen und bloggt unter countrykruemel.de über Familienleben und Freizeittipps am See.

 

 

 

Musikalische Grüße aus Schliersee

Ein musikalischer Gruß aus dem bayerischen Paradies – was will man mehr.

Jedes Jahr im Frühjahr, beim Jahreskonzert der Schlierseer Blasmusik, dürfen wir ein musikalisches Erlebnis vom Feinsten genießen. Ja, es hat sich wieder mal gelohnt, dabei zu sein.

Nachdem die Blasmusik aus Schliersee letztes Jahr das 25-jährige Jubiläum gefeiert hat, geht es im Jahr 2019 weiter mit vielen musikalischen Höhepunkten. Wir freuen uns sehr, solche Musiker bei uns zu haben. Sie spielen mit ganzem Herzen und begeistern das Publikum immer wieder auf´s Neue.

 

 

Termine: Hier könnt ihr sie erleben

Jahresprogramm 2019

01. Mai Mittwoch Frühschoppen Ratskeller Zwölf Mann-Besetzung 10:00 -15:00 Uhr
19. Mai Sonntag Gulder Rainer 70. Geb. / Standerl
24. Mai Freitag Igl Lisi 80. Geb. / Standerl
07. Juni Freitag Pfingstfest Eisclub ab 18:30 Uhr, Kurze ohne Hut
16. Juni Sonntag Fronleichnam Neuhaus 10:15 – 12:00
20. Juni Donnerstag Fronleichnam Schliersee 8:45 – 12:00
22. Juni Samstag Kirche Waxensteiner 18:00 Uhr
23. Juni Sonntag Fronleichnam Neuhaus 10:15 – 12:00 Uhr
23. Juni Sonntag Haag Hans 70. Geb. / Standerl
29. Juni Samstag Straßenfest Schliersee BdS ab 16:00 Uhr
30. Juni Sonntag Ersatztermin Straßenfest Schliersee
04. Juli Donnerstag Standkonzert Spitzingsee 19:00 Uhr
07. Juli Sonntag Trachtenjahrtag 9:00 -15:00 Uhr
12. Juli Freitag Grillfest Altersheim ab 15:00 Uhr
14. Juli Sonntag Heimatabend 19:30 – 21:30 Uhr
20. Juli Samstag Jubiläum Schützen ab 19:00 Uhr
21. Juli Sonntag Habererfest Miesbach 18:00 – 23:00 Uhr
22. Juli Montag Dietmannsberger Christian 80. Geb. / Standerl
27. Juli Samstag Seefest Heimatabend 19.30 bis 22.00 Uhr
28. Juli Sonntag Gaufest Waakirchen ab 9:00 Uhr
03. August Samstag Brunnenfest
08. August Donnerstag Heimatabend
11. August Sonntag Standkonzert Neuhaus 11:00 Uhr
15. August Donnerstag Waldfest Skiclub, Kurze mit Hut ab 17:00 Uhr
02. September Montag Lobinger Heinz 70. Geb. / Standerl
14. September Samstag Jubiläum Bergwacht ab 19:00 Uhr, Kleine Besetzung (13)
15. September Sonntag Kurkonzert Vitalwelt 11:00 Uhr
21. September Samstag Geburtstag Oechnser im Bauerntheater ab 19:00 Uhr, Quartett
22. September Sonntag Alte Wiesn München
01. November Freitag Allerheiligen, Lange mit Hut
03. November Sonntag Leonhardifahrt, Bundhose mit Hut
10. November Sonntag Weismann Lisi 70. Geb.
17. November Sonntag Volkstrauertag, 10:30 Uhr, Lange mit Hut
23. November Samstag Jahresgottesdienst und Essen

 

 

Siehe auch: http://www.schlierseer-blasmusik.de

 

 

 

Angelika Prem Angelika Prem

Naturverliebte Schlierseerin, Kräuterpädagogin, Referentin und Seminarleiterin, Senior-Hennererwirtin, BBV Ortsbäuerin, liebt gutes regionales hausgemachtes Essen und entspannt beim Kuchen backen

 

 

 

An Empowering Collaboration…Gipfelgwand Schliersee

I have been a true fan of the many beautiful handmade products that Corinna Hofmann is selling through her company, Gipfelgwand Schliersee, for a couple years. So, imagine my surprise when she approached me to help her bring her vision for her latest collection to light. Aloha Schliersee is inspired by sunny summer’s days spent at the local Strandbad, the cool tranquil turquoise waters of our lake as well as the flowing landscape.

When I met Corinna she explained to me that Gipfelgwand was a dream 10 years in the making. Aloha Schliersee breathes new life into the traditional styling and clothing of this area. It is a fun and funky, Bavarian Bohemian Treat. Corinna came from the Bodensee area about 3 years ago and she brings a sort of German version of the California surfer girl feel to the designs. Yoga, Stand Up Paddle and the outdoors all blended together in a powerful yet feminine charm.

Last Friday afternoon, we met at Hennererhof in the Westenhofen district of Schliersee. This was the culmination of a lot of networking and friend making. As a small group we embarked upon the steep journey up a path that was nothing more than a deer trail to the famous Baumgartenschneid. This location is truly magnificent and very much worth schlepping up camera gear and props to obtain the view.

Waiting for us at the tipity top was a troop of mountain goddesses. There really is no other way to describe the collection of woman gathered for this shoot. Each one bringing their own particular strength and beauty. From Sports model and Bergwacht members to florist and Yoga instructors. The power and the softness combined. Pure inspiration and we were blessed to have such a company of women.

Working quickly so as not to loose a moment of the magnificent light we quickly shared our vision for the shoot and prepared the simple, natural styling. Flowers were festooned in braided hair and the iconic Gipfelrock were presented to many smiling faces. Shoes were optional and quickly forgotten.

This was the culmination of Corinna’s vision and planning. The even was a designers dream. It was pretty special to this photographer as well. It is incredible what she has been able to achieve in such a short time living in Schliersee. I was so impressed by the support and encouragement she has received from other female entrepreneurs in and around Schliersee. Powerful and empowered creative women all coming together to bring to life another woman’s vision was absolutely inspiring.  The women in these photos have all met through the Female Mountain Power Summit and their names are, Sabrina Tamara Regina Steinberger Irmi Baumann Miriam Stannecker Anna-Maria Wimmer.

 

 

You can find out more about Corinna Hofmann and Gipfelgwand at:

https://www.gipfelgwand.de

 

Aloha Schliersee
https://www.instagram.com/aloha_schliersee/

Facebook
https://www.facebook.com/gipfelgwand/

Instagram
https://www.instagram.com/gipfelgwand_schliersee/

 

The women in these photos have all met through the Female Mountain Power Summit and their names are, Sabrina Tamara Regina Steinberger Irmi Baumann Miriam Stannecker Anna-Maria Wimmer.  http://www.fmps.mindfulnez.de

 

 

Laura Boston-Thek Laura Boston-Thek

American artist, photographer and professional wanderer who, after 20 years of roaming, put down roots in a 100 year old Bavarian farmhouse and fell in love with the Alpine village and its residents (both 2-legged and 4-legged).

 

 

 

Seefestzeit ist die schönste Zeit in Schliersee

Das Schlierseer Seefest ist legendär. Drei Tage lang feiern Schliersee und seine Gäste vom 27. bis 29. Juli 2018 auf der Seefestwiese und im Kurpark an der Vitalwelt direkt am Schlierseeufer.

Tradition und Vereine

Gelebte und ehrliche Tradition liegt Schliersee sehr am Herzen, deshalb treten auch die weit über die Landkreisgrenzen bekannten Schlierseer Goaßlschnalzer sowie Trachtlerinnen und Trachtler immer wieder gerne hier auf. Ein weiteres Highlight ist das jährliche, traditionelle Schlierseer Fischerstechen. Auf dem Seefest sind viele Vereine und Schlierseer Gastronomen vertreten.

Kulinarisch sind Sie bestens versorgt: Egal, ob Sie den frischen Steckerlfisch vom TSV Schliersee Fußball, den saftigen Ochsen vom Grill vom Ratskeller-Team, die knusprigen Hendl vom TSV Schliersee Eishockey, die Currywurst von der Wasserwacht, die Almsemmel von der Bergwacht, Paella vom Skiclub Schliersee oder den Döner von einem neuen Mitglied der Schliersee Gastronomen „Sivas Kebap“ probieren – Sie werden sicher etwas Leckeres finden. Ein paar Markstände mit Textil- und Keramikdruck, Holzdekoration, Sirup und Gewürzen, Taschen aus Filz runden das Angebot ab.

Schlierseer feiern zusammen

Deshalb ist es auch so schön auf dem Seefest ‒ es treffen sich einfach viele Freunde und Bekannte. Feiern Sie mit! Besonderes Highlight ist dieses Jahr die Bayern-1-Band. Sie wird am Freitag ab 20 Uhr mit den größten Hits der 70er- und 80er-Jahre auftreten. Am Samstag beim Schlierseer Abend zeigt Schliersee sich traditionell – mit der Schlierseer Blasmusik, den Schlierseer Alphornbläsern, Goaßlschnalzern und den Schlierseer Plattlern. Um 22 Uhr findet das beliebte „Brillant-Feuerwerk“ über dem See statt. Vor dem Bergpanorama spiegelt sich das Feuerwerk bunt leuchtend im See – das sollten Sie nicht verpassen. Am Sonntag dürfen sich am Nachmittag die Vereine auf der Bühne präsentieren. Cheerleader, Tanzgruppen, Turner, die Jungblaskapelle, das Cross-Over-Team ‒ alle finden Raum, ihr Können zu zeigen. Für die Kinder gibt es eine Hüpfburg, eine Eisenbahn und eine historische Schiffschaukel.

Ein Besuch auf dem Schlierseer Seefest gehört zum „Schliersee Jahr“ einfach dazu. Ganz egal, ob Sie gemütlich mit der Familie über den Platz schlendern, Kaffee und Kuchen oder eine Brotzeit genießen und das Treiben beobachten, oder ob Sie an einer der Bars so richtig feiern: Sie werden sich wohlfühlen bei uns.

Achtung: Bei schlechter Witterung wird das Feuerwerk von Samstag auf Sonntag verschoben.

 

 

Mein Tipp:

Bergseefest – das höchste Seefest in Bayern

Wem es auf dem Seefest so richtig gefallen hat, der sollte das Bergseefest (den „kleinen Bruder“ des Schlierseer Seefests) am 11. August am Spitzingsee auf keinen Fall verpassen.

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Rutscherl-Rennats im Brecherspitzkar

Dem „Gung“, seines Zeichens Mechaniker beim damaligen Autohaus Kürbisch in Fischhausen, hatten die Skizunftler ein ganz besonderes Vergnügen zu verdanken, das seither den Abschluss der Wintersaison bildet: das Rutscherl-Rennats (Firngleiter-Rennen) im Brecherspitzkar. Denn er war es, der Anfang der 60er-Jahre die Firngleiter, die er aus seiner Heimat Berchtesgaden mitgebracht hatte, einer kleinen Gruppe des Vereins bekannt machte.

Diese Firngleiter, auch „Rutscherl“ genannt, sind eine Art Kurzski, etwas breiter als normale Ski und mit 50 bis maximal 65 cm Länge vor allem deutlich kürzer. Die verschiedenen Bindungen, die je nach Ausführung auch mit festen Winterschuhen oder steigeisenfesten Bergschuhen benutzt werden können, werden am Ende der Ski montiert, sodass durch eine Rückwärtsverlagerung des Gewichts zügig abgebremst werden kann. Durch die besondere Bauweise sind die Firngleiter speziell für den Einsatz in steilem Gelände und auf Firn geeignet. Mit Firn ist in diesem Fall der Frühjahrsschnee gemeint, der durch mehrmaliges Auftauen und Wiedergefrieren körnig wird und eine tragfähige Deckschicht entwickelt. Circa seit den 80er-Jahren gibt es Firngleiter auch im Großhandel zu erwerben. Handwerklich Begabte können sich ihre Rutscherl aber auch selbst bauen, indem sie gebrauchte, möglichst breite Ski auf die gewünschte Länge kürzen und eine neue Bindung anbringen. Anleitungen dazu findet man im Internet.

 

 

Zunächst war das Firngleiterfahren für die Skizunftler lediglich ein sonntägliches Frühlingsvergnügen – bis dem damaligen Vorstand des Vereins, Josef Käser, die Idee kam, ein Rennen zu veranstalten. Und so wurde Anfang Mai 1967 das erste Rutscherl-Rennats mit etwas mehr als 20 Teilnehmern ausgetragen. Ab diesem Zeitpunkt war das Rennen fester Bestandteil der jährlichen Vereinsplanung und erfreute sich im Laufe der Jahre immer größerer Beliebtheit. Bis zu 80 Leute kamen jedes Jahr angereist, zum Teil auch aus weiter entfernten Landkreisen, um am Rennen teilzunehmen.

Gestatten, Ignaz Rutscherl

Karl-Heinz Lobinger, bekannt auch durch seine Kapelle Lobinger, war nicht nur für die musikalische Untermalung der feuchtfröhlichen Siegerehrung zuständig, sondern entwarf als Grafiker auch die auf Bayerisch verfassten „Uhrkunden“ sowie das Maskottchen der Veranstaltung ‒ Ignaz Rutscherl. Der arme Kerl sieht ziemlich zugerichtet aus, mit nur noch einem Rutscherl am linken und Gips am rechten Bein, Krücke statt zweitem Skistock und eingebundenem Kopf. Er muss wohl einen gewaltigen Sturz hingelegt haben, was bei den Rutscherl-Rennats auch gar nicht so selten war. Bei diesen unfreiwilligen Einlagen machten die Fahrer oftmals nicht die beste Figur, dafür gab es aber umso mehr zu lachen. Die Bedingungen wurden immer schwieriger, je mehr Teilnehmer bereits im Ziel waren. Tiefe, ausgefahrene Gruben machten die Abfahrt noch anspruchsvoller, als sie ohnehin schon war. Zum Glück kam es in den ganzen Jahren nie zu wirklich ernsthaften Verletzungen. Sicherheitshalber waren jedoch immer einige Mitglieder der Bergwacht vor Ort, um im Ernstfall Erste Hilfe zu leisten sowie um die Lawinengefahr zu beurteilen.

 

 

Wie muss man sich ein solches Rutscherl-Rennats nun genau vorstellen?

Zunächst machten sich die Teilnehmer auf den Weg zur Ankelalm, dem Ausgangstreffpunkt des ganzen Treibens, wo sie gegen eine kleine Startgebühr ihre Startnummer und einige auch eine Torlaufstange entgegennehmen konnten. So wurde das Schleppen der notwendigen Ausrüstung auf mehrere Freiwillige verteilt. Anschließend machten sich alle gemeinsam an den Aufstieg ins steile Brecherspitzkar, wo der Lauf schließlich gesteckt wurde. Die Rennen wurden in zwei offiziellen, nach Skilänge über und unter 65 cm eingeteilten Klassen gestartet und auch getrennt bewertet. Die sogenannte Verweigerer-Klasse bildete eine dritte, inoffizielle Kategorie. Wie der Name schon sagt, war diese für all jene, die sich letztendlich doch nicht hinuntergetraut haben.

Zünftig mit Rutscherl-Segen und Latschenmaß

Mit leeren Händen ging jedoch niemand nach Hause. Bei der Siegerehrung gab es nämlich für alle Teilnehmer eine Urkunde, einen Scherz-Sachpreis und einen nicht ganz ernst zu nehmenden Gutschein, denn dieser enthielt meist Aufgaben eher zu Ungunsten des Beschenkten, wie zum Beispiel 1 x Rasenmähen beim Vereinsvorstand, 5 Liegestütze absolvieren oder 3 x „Halleluja“ rufen. Außerdem spendete „da Stoa“ jedem den Rutscherl-Segen, indem er den zu Ehrenden mit einem Rutscherl, das an einer langen Stange baumelte, vorsichtig am Rücken auf und ab strich. Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein wurde geratscht, gelacht, Musik gemacht und vor allem auch mehr oder weniger viel getrunken. Ganz nüchtern kam wohl kaum jemand nach Hause, sicherlich auch bedingt durch die Latschenmaß, in Maßkrüge gefüllter Rotwein, in den ein Latschenkiefer-Zweig getunkt wird, der dem Wein einen etwas harzigen Geschmack verleiht. In diesem Sinne – Prost und Ski Heil!

 

 

Im Mai 2017 feierte das Rutscherl-Rennats sein 50-jähriges Jubiläum. Zugleich war es aber auch das vorerst letzte Rennen seiner Art. Eigentlich schade, denn wenn es eines immer gab, dann war das eine Mordsgaudi.

 

 

 

Kathrin Zott Kathrin Zott

Aufgewachsen und noch immer wohnhaft in Neuhaus am Schliersee, zweifache Mama, studierte Germanistin und Musikpädagogin, freiberufliche Lektorin und Korrektorin – mit anderen Worten: heimatverbundene, musikbegeisterte, kreative, tierliebe und vor allem komplett italienverrückte Leseratte.

 

 

 

Schutzengel der winterlichen Bergwelt – unsere Bergretter der Bergwacht Schliersee

„Was wir tun, tun wir als ehrenamtliches Team!

365 Tage im Jahr, 24 Stunden, bei jedem Wetter!“

https://www.bergwacht-schliersee.org/bergwacht-schliersee/

 

Die Bergwacht Bayern ist dem Bayerischen Roten Kreuz zugeordnet. Das Dienstgebiet der Bergwacht Bereitschaft Schliersee unter der Leitung von Marcus Taubenberger erstreckt sich über das gesamte Gemeindegebiet der Marktgemeinde Schliersee. Herr Taubenberger hat dem Schliersee Magazin sämtliche abgebildeten Fotos für die Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Hierauf ist sehr gut erkennbar, dass nicht nur die Bergretter Höchstleistungen erbringen, sondern dass auch die Lawinenhunde ‒ egal, bei welchem Wetter ‒ vollsten Einsatz zeigen.

Inzwischen sind die letzten Wochen der diesjährigen Skisaison angebrochen, und auch jetzt, wenn der Schnee aufgrund des Tauwetters schwerer wird, muss auf mögliche Lawinengefahren geachtet werden. Besonders dann, wenn ich als Tourenskifahrer, Snowboardfahrer oder Schneeschuhwanderer den sicheren Skiraum verlasse, sollte ich mögliche Anzeichen, wie z. B. Schneeverfrachtungen, Föhnlage oder Regenwetter, erkennen und bei meinen Touren berücksichtigen. „Sobald Schnee liegt, muss mit Lawinen gerechnet werden. Im freien Gelände ist jeder für die Einschätzung der Lawinengefahr selbst verantwortlich“, erläutert mir Martin Zauner. Um Gefahren besser einschätzen zu können, werden verschiedene Lawinenkurse angeboten. Diese sind sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene gedacht.

http://www.lawinenkurse.de/konzepte/lvs-kurse/lawinenkurse/

An Lawineneinsätzen sind die Bergwacht, Rettungshubschrauber und die Polizei beteiligt. Die Bergretter unterliegen der Schweigepflicht und dürfen keine Aussagen zum Unfallhergang oder Zustand des Patienten treffen.

Aber es gibt nicht nur Lawineneinsätze im Winter, die Bergretter sind auch bei Skiunfällen auf der Piste zur Stelle und leisten Erste Hilfe. In einer Wintersaison gibt es zwischen 280 und 350 Einsätze für die ehrenamtlichen Mitglieder, welche sowohl ihre Freizeit als auch ihre Kräfte der Allgemeinheit zur Verfügung stellen.

Zum Schluss noch ein paar wertvolle Tipps vom Martin, um verantwortungsbewusst mit der Lawinengefahr umzugehen:

  • Lest vor eurer Tour aufmerksam den Lawinenlagebericht: https://www.lawinenwarndienst-bayern.de/
  • Gleicht den Lawinenlagebericht mit den Gegebenheiten vor Ort ab.
  • Eine vernünftige Selbsteinschätzung ist unabdingbar. Dreht rechtzeitig um und behaltet eure Kraftreserven im Blick.
  • Achtet auf ein vernünftiges Zeitmanagement und ausreichende Lichtverhältnisse.
  • Bedenkt, dass nicht überall ein Handynetz verfügbar ist.
  • Ein Lawinenverschüttgerät, Schaufel und Sonde sind als Mindestausrüstung mitzuführen.
  • Ein Tourenhelm sowie ein Airbag werden empfohlen.

 

 

An dieser Stelle möchten wir unseren ehrenamtlichen Bergrettern und ihren Vierbeinern für ihren unermüdlichen Einsatz auch bei Wetterlagen, die keinen Hubschraubereinsatz mehr möglich machen, ein herzliches Dankeschön sagen!

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

OSTERMÄRKTE IN NEUHAUS UND IN SCHLIERSEE am ersten Osterferienwochenende

Heute bin ich nach Neuhaus zum Pfarrzentrum St. Josef gefahren und habe mich zu den Damen vom NNT (Neuhauser Nachmittag Treff) während ihrer Bastelstunde für den Neuhauser Ostermarkt gesellt.

In vielen kleinen, zum Teil sehr mühevollen Schritten entstehen handgemachte, entzückende Dekorationsartikel für einen bunten, fröhlichen Osterstrauch. Filigrane Frühlingsblumenmädchen, Osterhäschen und Hennen/Bieberl aus Filz und kunstvoll verzierte Ostereier zum Aufhängen, schön gebundene Osterkränze zur Türdekoration, witzig bemalte Laubsägefiguren auf langen Stecken und ausgefallene Kerzenständer/Windlichter für den Garten. All diese Dinge und noch viele weitere Kleinigkeiten, die sich auch sehr gut zum Verschenken z. B. im Osterkörberl machen, können Sie während des zweitägigen Ostermarktes im Katholischen Pfarrzentrum St. Josef, Josefstaler Str. 2, Neuhaus, käuflich erwerben.

Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: Frühlingshaft eingedeckte Tische laden zum Verweilen ein. Angeboten werden eine köstliche Kartoffelsuppe, Würstel und selbstgemachte Kuchen zu einer Tasse Kaffee. Der Neuhauser Ostermarkt findet am Samstag, 8. April, von 10–18 Uhr und am Palmsonntag, 9. April, von 10–13 Uhr statt.

Falls Sie sich beim NNT engagieren möchten: In Neuhaus St. Josef gibt es den Neuhauser Nachmittags Treff (NNT). Senioren, Interessierte und vor allem junggebliebene Senioren sind herzlich eingeladen. Der NNT trifft sich einmal im Monat am Mittwoch im Pfarrzentrum St. Josef Neuhaus. Beginn ist um 14.30 Uhr.

Haufenweise Bastelmaterial liegt auf den Tischen bei Frau Huber vom Katholischen Frauenbund Schliersee: bunte Zierbänder in unterschiedlichen Breiten und Materialien, auf die richtige Länge zugeschnittene Palmzweige, verschiedenfarbige Wachsplatten, ausgeschnittene runde Stofftücherl für die Verzierung von Marmeladegläsern und Zellophan zum Einpacken der kunstvoll dekorierten Osterkerzen.

Zum mittlerweile dritten Mal haben sich die fleißigen Damen vom KFB für ein paar Stunden am Nachmittag zum Basteln und Zusammenrichten der vielen schon fertigen, kunstvollen Handarbeiten getroffen. Der Ostermarkt im Forum in der Vitalwelt am Samstag, 8. April, und Sonntag, 9. April, jeweils von 11–18 Uhr rückt immer näher, und die Körbe und Kisten füllen sich unter anderem mit Gläsern selbstgemachter Marmelade, wunderschön bestickten Salzgläschen, nett bemalten Häschen und mit Stoff umwickelten Herzen aus Holz zum Dekorieren von Haus und Garten. Aufwendig gestaltete Palmgestecke für einen festlichen Osterstrauch oder für den Herrgottswinkel runden das vielfältige Angebot ab.

Beim Ostermarkt in der Vitalwelt, bei dem die vhs Schliersee der Veranstalter ist, dreht sich „Alles rund um Ostern“ … Kunsthandwerk, Aktion für Kinder, heimische Aussteller, regionale Spezialitäten u. v. m.

Bei beiden Ostermärkten werden die Reinerlöse zum großen Teil an lokale Vereine gespendet, so zum Beispiel an die Freiwillige Feuerwehr und die Bergwacht Schliersee, Haus St. Stephanus, an die „blauen Schwestern“ vom Altenheim St. Elisabeth, an das Haus Bambi und/oder an die Nachbarschaftshilfe.

Die Veranstalter freuen sich auf zahlreiche Besucher!

 

 

Ursula Höllerl Ursula Höllerl

Mitarbeiterin in der Gäste-Information Schliersee, aufgewachsen in Neuhaus und Miesbach. Mein Motto: "Ein Tag am Berg ist wie eine Woche Urlaub – egal ob im Sommer zum Wandern oder im Winter beim Schneewandern, Skifahren und Rodeln."

 

 

 

Walter Alkofer – fast 5 Jahrzehnte Einsatz für die Lawinenkommission Schliersee

Oft hatte ich zuvor seinen Namen gehört oder gelesen, heute darf ich ihn endlich persönlich kennenlernen: Walter Alkofer, der 74-jährige Schlierseer, sitzt neben mir am Tisch und erzählt von seinem erlebnisreichen Leben und seiner langjährigen Tätigkeit als ehrenamtlicher Leiter der Lawinenkommission Schliersee. Walter Alkofer erklärt mir zunächst die Aufgaben der Lawinenkommission. Sie sei ein ortskundiges und besonders bergerfahrenes Expertenteam, welches den jeweiligen bayerischen Gemeinden und Landratsämtern in Bezug auf Sicherung der lokalen Verkehrswege vor Lawinenabgängen beratend zur Seite steht und ggf. Sperrungen von Straßen und sonstigen öffentlichen Verkehrswegen empfiehlt. Hört sich sehr interessant an.

Als gebürtiger Niederbayer kommt er als junger Polizeibeamter in den Landkreis Miesbach und wird wenig später „Sachbearbeiter und Beauftragter für gebietsbezogene Bergunfälle“. Als Ehemann und Vater von drei Söhnen und mit erheblich eingeschränkter Freizeit für seine Bergleidenschaft wirkt er 23 Jahre als Verkehrserzieher für Kinder und Jugendliche im Landkreis. Nicht selten untersucht er – oftmals sogar in seiner Freizeit ‒ Schulwege auf ihre Verkehrssicherheit, gibt den Kommunen Empfehlungen zur Verbesserung derselben und veranstaltet auch entsprechende Fortbildungen für Erwachsene.

Bei einem Motorradausflug zum Spitzingsee kommt er im August 1969 nach dem Absturz eines jungen Bergwanderers an der Brecherspitz durch Zufall als Erster zum Unfallopfer. Spontan, ohne angemessenes Schuhwerk und sonstige Bergausrüstung leistet er im sehr steilen Absturzgelände des Brechspitzkars erste Hilfe und benachrichtigt umgehend die Schlierseer Bergwacht, die wenig später nur noch eine Totenbergung durchführen kann. Die Schlierseer Bergretter überreden Walter, Mitglied in ihrer Bergwachtbereitschaft zu werden. Ein Jahr später gehört er zur Lawinenkommission Schliersee, die bereits 1966, also drei Jahre zuvor, gegründet wurde ‒ sicherlich als Folge der furchtbaren Lawinenkatastrophe im Mai 1965 am Schneefernerhaus unterhalb der Zugspitze, bei der damals zehn Menschen starben und 21 unter meterhohen Schneemassen schwer verletzt wurden. Im Jahr 1967 wird in München der Lawinenwarndienst Bayern gegründet, der bis zum heutigen Tag während der Wintersaison täglich sehr detaillierte Informationen über die aktuelle Lawinensituation veröffentlicht (http://www.lawinenwarndienst-bayern.de).

Walter Alkofer wirkt jetzt etwas nachdenklich; er erzählt mir von Problemen, die verordnete Straßensperrungen aufgrund akuter Lawinengefahr nach sich ziehen. Im Besonderen sind hier die Sperrungen der Spitzingstraße zu erwähnen. Auf die Menschen und speziell die Gastronomie des Schlierseer Ortsteils Spitzingsee stießen sie damals auf gar kein oder nur sehr wenig Verständnis. So muss Alkofer nicht selten auch vor seiner Ernennung zum Obmann der Lawinenkommission Schliersee ‒ quasi vertretend für andere ‒ gegenüber der Marktgemeinde diese ziemlich unbeliebte Empfehlung aussprechen, die ihm oft viel Kritik, Ablehnung oder gar Anfeindungen einbringt. Alkofer: „Straßensperrungen sind bis zum heutigen Tag sehr unpopulär und daher problematisch.“ Anfang der 1980er-Jahre kommt endlich die angeforderte stabile Schrankensicherung zur Spitzingstraße, die erhebliche Proteste der Anwohner im Ortsteil Spitzingsee nach sich zieht.

Während der vielen Jahre als Obmann der Kommission wird die Sicherung der Verkehrswege kontinuierlich verbessert. Mittlerweile verfügt die Straße hinauf zum Spitzingsee über mehrere Sprengvorrichtungen, die als die modernsten Lawinensprenganlagen Bayerns gelten. In manchen speziellen Veröffentlichungen werden sie sogar als die fortschrittlichsten Europas bezeichnet, sodass lawinenbedingte Sperrungen dieser Straße in aller Regel der Vergangenheit angehören. Neben der regelmäßigen Beobachtung der Schnee- und Wettersituation, neben Geländebegehungen, dem Graben von Schneeprofilen zur Überprüfung des Schneedeckenaufbaus und sonstigen notwendigen Arbeiten draußen gibt Walter Alkofer auch Lawinenkurse in Theorie und Praxis. Sein Arbeitsgebiet ist ziemlich groß: Neben der erwähnten Spitzingstraße liegen neben weiteren Verkehrswegen wie z. B. der Trautweinweg hinauf zur Oberen Firstalm und auch die Straße entlang der Valepp bis zur Gemeindegrenze Rottach-Egern sowie das gesamte Schlierseer Pistengebiet einschließlich Roßkopf und Grünseeabfahrt in der Zuständigkeit der Lawinenkommission Schliersee.

Seine langjährigen Erfahrungen in den Bereichen „Lawinenschutz und Schutzwaldsanierungsmaßnahmen“ vermittelt er gelegentlich auch an Geografiestudenten für ihre bevorstehenden Studienabschlüsse. Fast ein wenig stolz erklärt er, dass die Münchner Zentrale des Lawinenwarndienstes für Versuche und Tests von innovativen Verbesserungen ihn bzw. seine winterlichen Schlierseer Berge bevorzugt. Auch für die Gäste-Information Schliersee ist er einige Jahre bis zum Herbst 2010 als Wanderführer im Einsatz.

Mit etwas Wehmut beobachtet er gegenwärtig nicht nur den extremen Skitourenboom und die Entwicklung des winterlichen Tourengehens allgemein, sondern auch das Verhalten der dazugehörigen Protagonisten. „Mir scheint, als sei der notwendige Respekt vor den Gefahren der winterlichen Natur den Menschen ein wenig verloren gegangen. Sie schalten Pulsuhr und GPS ein, danach den Ohrhörer ihres Handys, und dann geht‘s schnellstmöglich in Richtung Gipfel.“ Alkofer weiter: „Auch in unserer dreizehnköpfigen Lawinenkommission Schliersee wird es allmählich etwas schwieriger. Nur noch wenige haben bei dieser ehrenamtlichen Tätigkeit genügend Zeit und auch die Fitness, regelmäßig zum Check ins Gelände zu gehen. Eigentlich ist dieses Ehrenamt nur für rüstige Rentner/Pensionäre oder Angestellte/Beamte des öffentlichen Dienstes geeignet.“

Kurz vor Weihnachten, im Dezember 2011, erhält Walter Alkofer als Leiter der Lawinenkommission Schliersee im Innenministerium der Bayerischen Staatskanzlei das „Bundesverdienstkreuz am Bande“ – eine besondere Auszeichnung des Bundespräsidenten. Ich denke, der Schlierseer Walter Alkofer hat sich diese großartige Auszeichnung ganz besonders verdient!

 

Eckehard Radehose Eckehard Radehose

Eckehard Radehose In Schliersee zuhause, extrem berg- und reisesüchtig seit seinem 6. Lebensjahr. Dipl. Kartograph, Journalist und langjähriger Trekking- und Expeditionsleiter mit Vorliebe für besonders hohe Gipfelziele. An die 2.500 Gipfelbesteigungen weltweit und weit über 1.000 Skitouren. Mein bevorzugter Ort: Gipfel der Baumgartenschneid bei Sonnenuntergang mit einem Glas Rotwein.