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Kultur näherbringen – Schlierseer Kulturherbst 2019

Bei einer Rundfahrt über den Schliersee präsentierten Johannes Wegmann (Mitorganisator des Schlierseer Kulturherbstes), Franz Schnitzenbaumer (Bürgermeister von Schliersee), Marion Riedl (Event-Managerin GI Schliersee) und Mathias Schrön (Leiter GI Schliersee) das aktuelle Programm für den Schlierseer Kulturherbst – dem Festival der Vielfalt im Oktober.

 

„Der Schlierseer Kulturherbst verlängert den Sommer und verschönert den Herbst“, erklärt Johannes Wegmann stolz. Das Programm ist gewohnt bunt und vielfältig. Wichtig ist ihm nach wie vor der Bezug der Künstler zu Schliersee. „Schliersee soll immer herausgestellt werden“, sagt er. Ein Highlight ist dieses Jahr die Veranstaltung „100 Jahre Markt Schliersee“, eine Wanderung durch zehn Jahrzehnte Schlierseer Geschichte anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Markterhebung“. Es soll kein Festakt sein, sondern ein sehr entspannter und heiterer Abend, der zusammen mit den Nostalphonikern, Gerhard Polt und Zeitzeugen auf die vergangenen hundert Jahre in Schliersee zurückblicken wird.

Eröffnung des Kulturherbstes ist am 3. Oktober 2019 in der Schlierseer Vitalwelt mit einer Vernissage der beiden Künstler Emil Sogor und Stefan v. Reiswitz. Emil Sogor (Malerei, Grafik, Design) ist in Schliersee aufgewachsen und erlebte hier seine erste Schaffensperiode. Seine Fassadenmalereien kann man noch heute in Schliersee – zum Beispiel am Schlierseer Hof – bewundern. Jetzt gehört Emil Sogor zu den größten Künstlern in Kapstadt. Stefan v Reiswitz war ein ganz besonderer Bildhauer, der in Spanien lebte, aber einen Zweitwohnsitz in Neuhaus hatte. Leider ist er vor Kurzem verstorben. Er gehörte zu den ganz großen Bildhauern Spaniens.

Neu ist dieses Jahr auch die Umsetzung eines Skulpturengartens im Kurpark. „Wir haben im letzten Jahr begonnen Skulpturen aufzustellen“, sagt Johannes Wegmann. Es stehen dort bereits zwei Steinfiguren von Tobel, die beiden Holzstehlen von Georg Brinkies und der Esel von Stefan v Reiswitz. Dank großzügiger Spenden können diese jetzt um das Helios von Otto Wesendonck erweitert werden – und ein richtiger Skulpturengarten entsteht. Eine Vision wird Wirklichkeit!

Das abwechslungsreiche Programm führt in über 20 Veranstaltungen durch Theater, Kabarett, Lesungen, politisches Gespräch und Musik in allen Facetten.

03. Oktober 2019 Eröffnung des 12. Schlierseer Kulturherbstes

04. Oktober 2019 MAMA Kinderzeichnungen in der Fuge

05. Oktober 2019 100 JAHRE MARKT SCHLIERSEE

06. Oktober 2019 Maxi Schafroth „Faszination Bayern“ – Kabarett

07. Oktober 2019 Mit Saitenklang und Nachtigalleng’sang musikalisch um den See

08. Oktober 2019 MULO FRANCEL (Sax) & CHRIS GALL (Piano) Mythos

10. Oktober 2019 AXEL HACKE LIEST UND ERZÄHLT

12. Oktober 2019 SINFONISCHES FESTKONZERT Mozart pur

13. Oktober 2019 HISTORISCHE KINDERSPIELE wie vor 100 Jahren

13. Oktober 2019 SUSI ODER SO – KAISERIN VON ÖSTERREICH Der Musical-Spaß

15. Oktober 2019 BAUERNTHEATER: ZWEI BAUERN IM 3/4-TAKT

16. Oktober 2019 JAZZ INTERNATIONAL Matthias Gmelin Sextett feat. Joe Chambers Enja-Release

17. Oktober 2019 PETER RÜHMKORF UND DIE GROSSEN VIER

18. Oktober 2019 VOLKSMUSIKABEND mit Musikanten aus Bayern, Österreich und Südtirol

19. Oktober 2019 KARNEVAL DER TIERE MIT MAUS UND MONSTER

20. Oktober 2019 ALEJANDRO CALDERÓN JAFFÉ VERNISSAGE

20. Oktober 2019 GERHARD POLT, MARKUS EDERER: „ACH EUROPA“

22. Oktober 2019 KLEZMOTION Klezmer und literarische Intermezzi

23. Oktober 2019 DIE KLANGWELT DES MITTELALTERS

24. Oktober 2019 RIESENBLÖDSINN Hommage an Karl Valentin & Liesl Karlstadt

25. Oktober 2019 KLAVIERABEND FABIAN MÜLLER „APPASSIONATA“

27. Oktober 2019 FESTLICHES KONZERT MIT BAVARIAN BRASS

27. Oktober 2019 LESUNG „DER SOHN DES SAUSCHNEIDERS“

Das komplette Programm findet ihr auf der Webseite des Kulturherbstes

www.kulturherbst-schliersee.de

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

„Der goldene Künstler“

Es gibt wohl kaum einen Künstler, der ihm an Farben, Formen und Kontrasten die Stirn bieten könnte. Der Oktober in Schliersee – er lässt mich jedes Mal aufs Neue in ein melancholisches Gefühl entträumen, im Gedanken an den werbenden Frühling, die Reife des vergangenen Sommers, nun labend in voller Erntekraft am gedeckten Tisch der Natur, den gnadenlos bevorstehenden Winter erahnend, und an die ihm trotzen wollenden Überlebensstrategien der Tiere und Pflanzen.

Die Sonne steht nun immer tiefer, die Tage werden kürzer, die Schatten länger, und das Wetter überrascht nun, gleich einer überwältigenden Theaterkulisse, mit ständig neuen Szenen.
Mal Feuchte und Nebel, schneegepuderte Berggipfel, sich in Seen spiegelnde Windstille, wilde Herbststürme, von klarer bis trüber Luft.

Doch am schönsten sind für mich die wenigen goldenen Sonnentage, erfüllt von diesem wohltuenden und wärmenden Licht, die Musik der raschelnden, farbenprächtigen Laubbäume, erfüllt voller Dankbarkeit für die letzten geschenkten Tage, bevor der eisige Winter die entlaubten  Bäume und Landschaften mit Frost und weißem Wintertuch zur stillen Ruhe bettet.

Seit Jahren versuche ich unermüdlich, dieses Gefühl „Herbst in Schliersee“ in Bildern festzuhalten, doch ich befürchte, es wird mir nie ganz gelingen. Er bleibt der unerreichbare Meister,
„der goldene Künstler“.

In seiner kurzen Zeit geschenkten Seins wünscht sich der Mensch bescheiden hoffend, ihn Jahr um Jahr – wenigstens nur einmal noch ‒ hautnah vor Ort erleben zu dürfen, denn nur so lässt er sich mit allen Sinnen ‒ im Jetzt ‒ befühlen, und nur so trägt er es einem immer wieder aufs Neue direkt ins Herz ‒ „für einen Moment das Glück Schliersee“.

Text+Fotos: 08.10.2016 Helmut Jenne

 

Helmut Jenne Helmut Jenne

Auf seinen Streifzügen durch die Natur ist sein Fotoapparat ein ständiger Begleiter. Helmut Jenne, wohnhaft in Schliersee, ist Musiker und EDV-Fachmann, Fotokünstler und Naturliebhaber. Mit seinen Fotos dokumentiert er seine Erlebnisse auf sehr natur- und heimatverbundene Weise, und so entstehen - trotzdem weltoffen - tief empfundene Momente und Blicke auf Landschaften, Pflanzen und Tiere der Berg- und Seenwelt rund um Schliersee.