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Gela Allmann: „Die Schlierseer Berge sind mein Kraftplatz“

Berge sind Gela Allmanns Sehnsuchtsort. Ob Rauhkopf, Taubenstein, Jägerkamp, Bodenschneid oder Brecherspitz – auf den Gipfeln rund um Schliersee und Spitzingsee fühlt sich die 34-Jährige zu Hause. Auf ihrem Instagram-Account sieht man die Bilder einer jungen, strahlenden Frau beim Skitourengehen und Bergwandern. „Ich bin ein sehr empathischer Mensch. Ich lasse mich gerne auf andere ein“, sagt die Motivationsreferentin, die auch als Sportmodel gebucht wird. „Deshalb tut es mir so gut, in den Bergen mal nur für mich zu sein und zur Ruhe zu kommen.“

 

Sturz über 800 Meter in die Tiefe

Aber nicht nur als Kraftplatz haben die Berge das Leben von Gela Allmann beeinflusst. Sie sind auch ihr Schicksalsort: 2014 – die damalige Bergläuferin und Skibergsteigerin befindet sich auf dem Höhepunkt ihrer Karriere – stürzt sie während eines Fotoshootings in Island 800 Meter in die Tiefe. Auf dem vereisten Grat eines rund 1.000 Meter hohen Berggipfels rutscht die junge Frau ab und verliert den Halt.

 

Dramatische Rettungsaktion über dem Fjord

Auf dem Weg nach unten nimmt sie immer mehr Geschwindigkeit auf, schleudert über eine Felskante, prallt gegen den Berg. Knapp 100 Meter über dem Fjord kann sie ihren Sturz mit letzter Kraft und unbändigem Überlebenswillen abbremsen. Schwer verletzt und in höchster Lebensgefahr – die Oberschenkelarterie in ihrem rechten Bein ist abgerissen – bleibt Gela Allmann im Schnee liegen. Was dann folgt, ist ein kleines Wunder. Und ein körperlicher sowie mentaler Kraftakt für die junge Frau: Rettung via Hubschrauber, Notoperation in Islands Hauptstadt Reykjavík. Die Ärzte kämpfen um ihr Leben. Und um ihr rechtes Bein.

 

Mit Optimismus und mentaler Stärke zurück ins Leben

Dass sie diesen Kampf gewonnen haben, liegt nicht zuletzt an Gela Allmanns unbändigem Optimismus und ihrer mentalen Stärke: „Das Kämpfen ist mir nicht schwergefallen, denn ich bin ja vom Kämpfen im Sport gekommen“, sagt die 34-Jährige heute. „Ich habe sofort gewusst: Ich bin mir und meinem Körper das schuldig. Wenn ich in fünf oder zehn Jahren zurückblicke, dann will ich sicher sein: Ich habe alles getan!“

 

Operationen, Klinikaufenthalte, Rehabilitation, Physiotherapie, Coaching und immer wieder Training bis an die Grenzen ihrer Kraft. Heute ist der Kampf zurück in den Alltag zu Gela Allmanns Lebensmotto geworden: „Fight. Smile. Love“ lautet ihr Mantra, mit dem sie als Motivationsreferenten andere Menschen inspirieren möchte.

 

Rauhkopf – der erste Gipfel nach dem Sturz

Bereits vier Monate nach ihrem schweren Sturz zieht es die junge Frau wieder auf ihren ersten Gipfel: Mit der Seilbahn geht es auf den Taubenstein und von dort aus auf den 1.689 Meter hohen Rauhkopf in den Schlierseer Bergen. 80 Meter arbeitet sich Gela Allmann mit Krücken dem Gipfelkreuz entgegen. „Das war das ultimative Zwischenziel für mich. Einfach mega motivierend“, erinnert sich die junge Frau.

 

Das Mentaltraining, das einst ihren Weg als Sportlerin unterstützte, trägt sie auch jetzt zurück ins Leben: „Gefühle sind unser größter Motor. Im Wettbewerb habe ich mir immer den Moment vorgestellt, in dem ich im Ziel ankomme. Wie ich mich fühle, die Endorphine, die Freude. Das hat mich dann über die Strecke getragen.“

 

Zeit zum Schreiben – auf einer Spitzingseer Alm

Doch nicht nur dieser erste kleine Etappensieg verbindet Gela Allmann mit der Region. Auch ihr Buch – „Sturz in die Tiefe: Wie ich 800 Meter fiel und mich zurück ins Leben kämpfte“ – ist in großen Teilen in den Schlierseer Bergen entstanden: Im August 2015 zog sie sich eine Woche lang auf eine private Alm zurück, zum Nachdenken und Schreiben.

 

„Dort konnte ich zur Ruhe kommen, reflektieren und habe ganz viel von meinem Buch geschafft. Die Schlierseer Berge sind für mich ein mega Geschenk, mein ultimativer Kraftplatz“, sagt Gela Allmann und ergänzt: „Ich wünsche jedem Menschen, dass er so eine Begeisterung in seinem Leben hat.“

 

„Wenn ich das schaffe, schaffst du das auch!“

Auf fast 300 Buchseiten verarbeitet die 34-Jährige ihren Sturz, erzählt von ihrem Weg zurück ins Leben, den körperlichen Herausforderungen, Tränen und Schmerz, aber auch mentalen Entwicklungssprüngen: „Das alles aufzuschreiben, war wie eine Therapie für mich“, sagt Gela Allmann. „Die ersten zwei Wochen nach meinem Unfall war ich vollkommen bewegungslos. Danach habe ich sofort angefangen, auf dem Computer zu tippen ‒ mit dem einen Finger, den ich gerade bewegen konnte.“

 

Am meisten motiviert bei ihrem Buchprojekt habe sie der Gedanken, damit anderen Menschen zu helfen: „Ich wünsche mir immer, dass alles gut ist. Dass etwas Gutes daraus entsteht. Wenn ich das schaffe, schaffst du das auch – das ist die Einsicht, die ich mit meinen Lesern teilen möchte.“

 

Lebenseinstellung? – Fight. Smile. Love.

Ihre positive Energie gibt die 34-Jährige heute als Speakerin in Motivationsvorträgen weiter: „Die Leute hören mir vor allem zu, weil ich diese gigantische körperliche Entwicklung gemacht habe“, sagt Gela Allmann. „Viel wichtiger für mich ist aber meine seelische Entwicklung als Mensch.“ Fight. Smile. Love. – Mit diesem Motto bringt die 34-Jährige ihre Lebenshaltung auf den Punkt.

 

„Fight – das war schon vor meinem Unfall mein Motto: einfach mehr schaffen, über meine Grenzen hinaus. Smile – steht für eine freudige Gelassenheit, dafür, an sich selbst zu glauben, auch wenn es mal nicht so läuft, wie man sich das vorstellt. Love – ist dieses Mehr an Respekt und Liebe für sich selbst. Die Fähigkeit, ganz doll auf sich selbst zu schauen. Erst wenn das geschieht, können wir unsere Liebe überhaupt an andere weitergeben.“

 

Mit Orthese auf den Berg

Zum Thema „Love“ gehöre es für sie auch, sich selbst anzunehmen, sagt Gela Allmann: „Auch, wenn nichts mehr perfekt ist an diesem Körper.“ Bis heute trägt die 34-Jährige eine Orthese am rechten Bein, wenn sie am Berg unterwegs ist. Denn ihr rechtes Knie habe noch immer „kein einziges Band, keinen Meniskus, einen kaputten Knorpel, und mein Bewegungsnerv funktioniert zu zirka 50 Prozent.“

 

„Ich habe meinen persönlichen Wettkampf längst gewonnen.“

Höher, schneller, weiter – was früher im Wettkampf gezählt habe, sei heute unwichtig für sie, sagt Gela Allmann: „Im Training bin ich damals fünfmal hintereinander den Roßkopf hochgelaufen. Und habe 25 Wettkämpfe im Jahr bestritten. Heute habe ich meinen persönlichen Wettkampf längst gewonnen. Ich bin mein eigener Maßstab, nicht die anderen.“

 

In den Bergen zu Hause.  

Dazu beigetragen hat sicher auch die tolle Begleitung, die Gela Allmann heute auf ihren Touren in die Schlierseer Berge hat. Außer ihrem Freund, dem E-Bike-Profi Andi Wittmann, kommt seit dem vergangenen Jahr auch Söhnchen Felix (1) mit auf Taubenstein und Rotwandhaus. Natürlich noch nicht eigenfüßig, sondern in der Trage oder im Anhänger. „Ich wusste schon immer: Ich bin kein Stadtmädchen“, resümiert Gela Allmann. „Wir gehören in die Berge. Und wollen, dass unser Kind berg- und naturnah aufwächst.“

 

Die Schlierseer Berge – Gelas Empfehlungen

 

Gut vorbereitet und ausgerüstet.  

„Ich habe immer ein Handy dabei, um selbstständig einen Notruf absetzen zu können. Außerdem ein kleines Erste-Hilfe-Set und eine Rettungsdecke, sollte ich einmal von schlechtem Wetter überrascht werden. Und für Skitouren im Winter gehören unbedingt für mich dazu: Piepser (Lawinen-Verschütteten-Suchgerät), Lawinensonde und Schaufel.“

 

Respekt vor dem Berg.

 „Berge darf man nie unterschätzen: Auch, wenn man bei den Schlierseer Bergen immer liebevoll von den ‚Münchener Hausbergen’ spricht: Es geht dort echt alpin zu: Es sind Trittsicherheit und alpines Können gefragt. Denn das Wetter kann so ultraschnell umschlagen. Erst neulich sind Andi und ich auf einer Skitour im totalen Whiteout (https://de.wikipedia.org/wiki/Whiteout) gelandet. Dabei kannst du schnell die Orientierung verlieren, auch wenn du eigentlich jedes Eckchen kennst. Ich persönlich mag keine Gefahr mehr am Berg.“

 

Für trainierte Tourengeher: Die Rotwand-Reib’n.

Die Rotwand-Reib’n ist eine richtig coole Tour für geübte Bergsteiger. Sie lässt sich im Sommer zu Fuß wandern. Oder im Winter mit Tourenski fahren. Da ich selbst bergab Probleme mit meinem Knie habe, laufe ich in der Regel zu Fuß hoch zur Rotwand, nehme ein paar Gipfel mit und laufe dann rüber zum Taubensteinhaus. Dort kann man schön einkehren. Und anschließend wieder mit der Taubensteinbahn nach unten fahren. Im Winter ist man recht lange unterwegs. Das macht Spaß, aber man muss natürlich immer auf die aktuelle Lawinenlage aufpassen.“

Hier hat Eckehard Radehose die Skitour über die Rotwand-Reib’n im Detail beschrieben: https://magazin.schliersee.de/die-rotwand-reibn-‒-ein-oberbayerischer-skitourenklassiker-ueber-dem-spitzingsee/

 

Brecherspitz: Drei Seen auf einen Blick.

„Im Sommer ist für mich der Weg auf die Brecherspitz ein absolutes Highlight. Denn unterwegs gibt es einen Punkt, an dem man auf alle drei Seen blickt: den Schliersee, den Spitzingsee und den Tegernsee. Da hat man einen traumhaften Ausblick ziemlich weit oben. Man kann entweder vom Schlierseer Ortsteil Neuhaus aus losgehen. Oder vom Spitzingseesattel über die Obere Firstalm raufsteigen. Auch hier gilt: Alpine Trittsicherheit und Vorsicht sind gefragt!“

Hier stellt BergMadl Julia Zilken die Wanderung auf die Brecherspitz vor: https://magazin.schliersee.de/wanderung-auf-den-hausberg-der-schlierseer-die-brecherspitz/

 

Achtung: Alle Touren auf eigene Gefahr – Haftung ausgeschlossen!

 

 

Mehr zu Gela Allmann

Website: www.gelaallmann.de
Instagram: https://www.instagram.com/gelaallmann/
Facebook: https://www.facebook.com/gela.allmann/
Buch: Sturz in die Tiefe. Wie ich 800 Meter fiel und mich zurück ins Leben kämpfte.

 

 

Fotos 5‒10 © Gela Allmann

 

 

Sandra Leu Sandra Leu

Rheinländerin in Oberbayern. Ist der Liebe gefolgt und hat den Schliersee als Herzensort entdeckt. Freie Redakteurin, PR-Frau und Mama von Zweien. Berät beruflich Heldinnen und bloggt unter countrykruemel.de über Familienleben und Freizeittipps am See.

 

 

 

„Dahoam“ – ein ganz persönlicher Abend in der Tenne – Markus Wasmeier liest und erzählt aus seiner Biografie

„Dahoam“ heißt das neue Buch von unserem Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier. Vier Jahre lang hat er an seiner Biografie geschrieben, und im September dieses Jahres ist sie herausgekommen. Das Buch soll Denkanstöße geben und vermittelt unter anderem die große Verbundenheit von Markus mit der Natur sowie die Notwendigkeit von Werten in unserer heutigen Welt. Es erzählt auch vom gemeinsamen Leben der Familie Wasmeier mit mehreren Generationen und enthält überraschende Einzelheiten aus dem Leben des erfolgreichsten deutschen Skifahrers bis heute. Der gebürtige Schlierseer hat hier in der Nähe des gleichnamigen Sees ein Freilichtmuseum errichtet: das altbayerische Dorf, welches das bäuerliche Leben wie vor 300 Jahren widerspiegelt. Es ist ein idyllisches Fleckchen und strahlt gerade in unserem weiß verschneiten Winter eine ganz besondere Atmosphäre aus. Und genau hier in der Tenne des Wirtshauses „Zum Wofen“ findet die Lesung mit Talk statt.

 „Heimat ist etwas Positives. Wir müssen wissen, wo wir herkommen, um zu verstehen, wo wir hinwollen“, sagt Markus Wasmeier. Dies ist ein zentrales Thema in seinem Buch „Dahoam“, aus dem der Olympiasieger an diesem Abend in der urgemütlichen Tenne erzählen wird.
Es geht um die Kraft einer Familie. Um die Bedeutung der Natur, um persönliche Integrität und die Rückbesinnung auf das Wesentliche. „Dahoam“ ist eine Biografie mit 158 Stundenkilometern Abfahrtstempo, einem wilden Abenteuer auf den Fiji-Inseln, dem Ratschlag eines kanadischen Indianerhäuptlings und einem Adler, der für Wasmeier ein Zeichen setzte.

Nehmen Sie sich die Zeit und gönnen Sie sich einen interessanten, geruhsamen und gleichzeitig spannenden Abend in der urigen Atmosphäre im Markus Wasmeier Freilichtmuseum.

Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee
Brunnbichl 5
83727 Schliersee

 

Datum:                 Donnerstag, 07.12.17

Uhrzeit:                 19:00–21:00 Uhr

Einlass:                 ab 18:30 Uhr

Eintrittspreis:         15,- €

Reservierung:       Kartenreservierung: office@wasmeier.de oder Tel.: 08026/929 22 0

Keine Sitzplatzreservierung möglich

Gastronomie von 17:00–24:00 Uhr geöffnet

Bezahlung:           An der Abendkasse

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Harte Tage, gute Jahre – Live-Stream aus Schliersee

Ich hatte Patrick Edler von Hoessle schon im Januar bei seiner Eröffnung kennengelernt. Heute sitzt er mit einem Cappuccino vor seiner Bücheroase in der Oktobersonne. Er scheint angekommen zu sein. Fröhlich grüßt er vorbeigehende Schlierseer, immer mit einem netten Spruch auf den Lippen. „Ich fühle mich inzwischen sehr wohl in Schliersee“, verrät er mir. Inspiriert von seiner Frau, hatte er Anfang des Jahres den Laden übernommen. Eines seiner Ziele waren damals Lesungen und kleinere Veranstaltungen gewesen.

„Am 3. November findet sogar eine richtig große Veranstaltung statt – über das Buch ‚Harte Tage, gute Jahreʻ“, berichtet er stolz. In der Gschwandbachalm Schliersee hat er eine Lesung für 100 Teilnehmer organisiert. Diese war nach kurzer Zeit ausverkauft.

Die gute Nachricht: Es gibt einen Live-Stream von der machwerk Film- und TV-Produktion Stephan Guntli.

 

Am 03.11.2017 ab 19.30 Uhr auf der Facebook-Seite der Bücheroase

 

Patrick Edler von Hoessle freut sich riesig, dass er durch den Live-Stream praktisch alle einladen kann, an der Lesung teilzunehmen. Ganz bequem von zu Hause aus.

 

Christiane Tramitz – wohnhaft in Schliersee – stellt Ihr Buch „Harte Tage, gute Jahre“ über die Sennerin vom Geigelstein zusammen mit Helmfried von Lüttichau (bekannt aus „Hubert und Staller“) vor. Als musikalische Begleitung spielt die Zitherhex, und es wird ein Kurzfilm gezeigt.

70 Jahre auf einer Alm in den bayerischen Bergen – die außergewöhnliche Lebensgeschichte einer bemerkenswerten Frau. Es ist eine Geschichte vom einfachen Leben im Gleichmaß der Jahreszeiten und in Achtsamkeit vor der Natur und von der Geborgenheit inmitten einer vertrauten Heimat, spannend und unterhaltsam erzählt von Christiane Tramitz.

„Christiane Tramitz hat gerade ihr erstes Dirndl gekauft und freut sich riesig auf die Buchvorstellung über eine Alm auf einer Alm“, sagt Patrick Edler von Hoessle.

 

 

 

 

Weitere Lesungen:

Birgit Lutz – Heute gehen wir Wale fangen

Wie mich die Grönländer mit in ihre Welt nahmen. Eine Reise zum entlegensten Ort der Welt. Eine Reise in eine vergessene Welt. Auch Birgit Lutz wohnt am Schliersee.

  1. November ab 19:30 UhrOrt: SLYRS – Caffee & Lunchery

Bayrischzeller Straße 13, 83727 Schliersee
(Einlass ab 19:00 Uhr)

 

Mein Tipp für Urlauber: Wer in Schliersee Urlaub macht, kann im Online-Shop der Bücheroase Bücher vorbestellen und diese dann nach Ankunft im Buchladen abholen. Bequemer geht es nicht!

 

Bücheroase

Lautererstraße 10

83727 Schliersee

08026 6904

 

Die Bücheroase bietet eine große Auswahl aktueller Belletristik als Taschenbuch und in gebundener Form und zudem eine sehr umfangreiche Kinder- und Jugendbuchabteilung, Reiseführer mit Schwerpunkt auf Wanderkarten und -führer rund um den Schliersee und das Oberland. Garten- und Kochbücher, Bildbände und Sachbücher aus den Themenfeldern Politik und Geschichte sowie Ratgeber verschiedenster Bereiche kommen ebenfalls nicht zu kurz.

Für jeden Anlass runden ausgesuchte Postkarten, Gruß- und Glückwunschkarten, Papeterieartikel und ein kleines Sortiment an Gesellschaftsspielen das Bild ab.

Einfach alles, was Sie von einer guten Buchhandlung erwarten dürfen.

Vor dem Geschäft befindet sich eine kleine Ruheoase mit einem freien WiFi-Hotspot. Hier können Sie direkt in der Lektüre schmökern oder Ihr eBook im Webshop der Bücheroase selbst auftanken.

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

„Nikolaustratzen“ in Schliersee

Ein rechter Lausbub muss er in seiner Kindheit schon gewesen sein, der Karl Wiedemann aus Schliersee. In seinem Buch „Nikolaustratzen“ hat er seine Kindheitserinnerungen niedergeschrieben.

Karl Wiedemann ist ein echtes Schlierseer „Gwachs“. Als Dritter von acht Geschwistern ist er mitten im historischen Ortskern aufgewachsen und heckte als kleiner Bub dort einige Streiche aus. In den kargen Nachkriegsjahren gab es kaum Spielzeug für die Kinder zu Weihnachten, geschweige denn elektronische Amusements. Die Familie stand im Vordergrund, und davon weiß Karl Wiedemann in seinem Buch anschaulich und unprätentiös zu berichten. Vor allem die Adventszeit war geprägt von Bräuchen und Riten, die heute zum Teil in Vergessenheit geraten sind. Damals trat der Nikolaus noch als Bischof und nicht als Weihnachtsmann auf und flößte den Kindern einen gehörigen Respekt ein. Doch wer ein rechter Lausbub war, der konnte der Verlockung, dem heiligen Mann einen Streich zu spielen, wenn sich die Gelegenheit bot, trotzdem nicht widerstehen.

Karl Wiedemann ist eine allseits bekannte Schlierseer Persönlichkeit. Viele Jahre lang trug er seine Geschichten mit großem Erfolg beim „Schlierseer Advent“ vor. Mittlerweile gastiert er zusammen mit seinen Schlierseer Hirtenkindern und einem von ihm jährlich verfassten und einstudierten Krippenspiel an renommierten Veranstaltungsorten in München wie der Blutenburg oder dem Löwenbräukeller. Zudem singt er seit vielen Jahren die Baritonstimme im bekannten „Schlierseer Viergesang“. Als Mitbegründer des Altschlierseer Trachtenvereins, Vorsitzender der „Vereinigung Historische Trachten in Altbayern“ und Präsidiumsmitglied des Münchner Festrings darf er jedes Jahr Ende September den großen Oktoberfest-Trachtenzug durch München mitgestalten.

Wer den umtriebigen Rentner und sein umfassendes Wissen über seine Heimatgemeinde Schliersee einmal kennenlernen möchte, hat dazu jede Woche bei einer historischen Führung durch den Ort Gelegenheit. Karl Wiedemann kennt jeden Steig und jedes Haus und weiß zahlreiche interessante Geschichten über seine Heimat zu erzählen.

Seit rund 20 Jahren lebt er zwar in Miesbach, doch im Herzen ist und bleibt er Schlierseer.

Das Buch „Nikolaustratzen ‒ Wie ein bayerischer Bub einst die Adventszeit erlebte“ ist illustriert mit eigenen Ölgemälden des Autors. Die Schlierseer Landschafts- und Ortsansichten machen das Buch zu etwas Besonderem. Erschienen ist es im Verlag von Dr. Alexander Bronisch, Con-Text, und unter anderem in der Schlierseer Buchhandlung „Bücher-Oase“ erhältlich.

 

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!