Einfach magisch: Nebelstimmung am Spitzingsee

Schon tausendmal gesehen, aber plötzlich ganz neu wahrgenommen. Kenn ihr das? Nebel gibt altbekannten Orten ein ganz neues Gesicht. Dieser weiße Schleier, der die Natur einhüllt, verleiht ihr einen ganz besonderen Zauber. So geschehen neulich am Spitzingsee. Warum die Spitzingseerunde unterhalb von Brecherspitz, Rotwand und Stümpfling auch bei Nebel einen Spaziergang wert ist, zeige ich euch in dieser magischen Momentaufnahme.

 

 

Wir folgen den Hinweisschildern in Richtung Stümpflingbahn – und parken das Auto in einer der ausgewiesenen Haltebuchten entlang des Lyrawegs am Südufer des Sees. Von dort aus führen verschieden Pfade direkt runter zum Seeufer. Wir starten am Bootsverleih Spitzing und genießen den nebelverhangenen Ausblick in Richtung Nordspitze sowie die bunten Farbkleckse der Tretboote. Für herbstlich nasse Regentage empfehlen sich in jedem Fall Gummistiefel, damit ihr trockenen Fußes um den Spitzingsee kommt.

 

Genau hinsehen, die Natur entdecken

 

Weiter geht’s auf Waldpfaden entlang der Uferpromenade. Wer kleine Entdecker dabei hat, genießt die Ein- und Ausblicke in den herbstlichen Wald. Entlang der sumpfigen Kuhweiden im Nordwesten des Sees wächst im Spätsommer pinkes und hellrosafarbenes Springkraut. Wer auf die prallen, geschlossenen Blütenköpfe drückt, kann miterleben, wie kraftvoll diese Pflanze ihre Samen wegschleudert ‒ ein Effekt, den meine Kinder lieben. Auch Insekten, Schnecken und andere Kleintiere lassen sich am Wegesrand bestaunen.

 

Begegnung mit Kuhglocken und Weidetieren

 

Unter dem Geläut der Kuhglocken quert ihr die Almwiese im Nordwesten des Sees. Mein Tipp für eine Mini-Meditation im Alltag: Einfach mal die Augen schließen und dem sanften Kling-Klong der Kuhglocken lauschen. Übrigens: Wenn ihr unsicher seid, wie ihr euch den Weidetieren gegenüber verhalten sollt, findet ihr hier die wichtigsten Verhaltensregeln auf der Alm – auf den Punkt gebracht von meiner Kollegin Angelika Prem: https://magazin.schliersee.de/verhaltensregeln-auf-der-alm/

 

Einen herrlichen Ausblick auf den nebelverhangenen See genießt ihr vom Nordufer aus. Dunkel und ein wenig mystisch liegt der Spitzingsee da. Der dichte, weiße Dunst über Wasser und Boden verleiht der Szenerie etwas Märchenhaftes, Unwirkliches. Zeit, um tagzuträumen und euren Gedanken nachzuhängen.

 

Faszinierende Zuflüsse für kleine Entdecker

 

Besonders schön für Kinder sind die zahlreichen kleinen Zuflüsse zum See. Hier immer mal stehen bleiben und staunen, wie alles im Fluss ist, sich Berg- und Seewasser vermischen. Auch die Pflanzen und Gewächse am Ufer des Sees sind faszinierend zu beobachten. Die magische Nebelkulisse verleiht den kunstvollen Naturgebilden ihren ganz eigenen Charme.

 

Nach eurem Rundweg um den Spitzingsee dürft ihr euch natürlich noch ein wenig ausruhen und entspannen. Einfach an der Seepromenade am Ostufer Platz nehmen und den Ausblick in die nebelverhangene Landschaft genießen. Tief einatmen und die unzähligen kleinen Wassertropfen in der feuchten Luft spüren.

 

Zu guter Letzt: einkehren und austoben

 

Wer mag, kehrt auf ein Jausenbrettl oder eine Portion Kaiserschmarrn in der Spitzing Alm des Arabella Alpenhotels ein. Kleine Abenteurer, die noch genug Power haben, können sich unterdessen auf dem Seespielplatz austoben.

 

Dauer

Der Rundweg um den Spitzingsee ist etwa 3,5 Kilometer lang. Für eine gemütliche Wanderung mit einigen Panorama-Pausen benötigt ihr ca. 60‒90 Minuten.

 

 

Spitzing Alm am See

Seeweg 7a
83727 Schliersee

Tel.: 08026/79 88 13
Web: https://www.spitzing-alm.de

 

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Familienwanderung zum Roßkopf

Der Herbst nähert sich mit großen Schritten ‒ und damit auch die beliebteste Jahreszeit zum Wandern. Ich möchte euch heute eine Wanderung vorstellen, die auch für Familien mit kleinen Kindern und ungeübte Wanderer sehr gut geeignet und leicht zu bewältigen ist, und zwar von der Stümpflingbahn-Bergstation zum Roßkopf.

 

 

Gegen 9:00 Uhr kommen wir – mein Mann, meine beiden Kinder und ich – am Parkplatz der Stümpflingbahn am Spitzingsee an. Noch ist der Parkplatz so gut wie leer, außer uns sind nur wenige andere Wanderer unterwegs. Wir kaufen das Familienticket für die Berg- und Talfahrt und können ohne Wartezeit in den 4er-Sessellift einsteigen. In weniger als zehn Minuten bringt uns die Bahn bequem zur Bergstation auf etwa 1480 m. Von hier aus können wir das Gipfelkreuz des Roßkopfs schon sehen. Das ist toll, gerade auch für kleine oder wenig lauffreudige Kinder ‒ das Ziel immer im Blick, ist die Motivation doch gleich viel höher. Der Höhenunterschied bis zum Gipfel beträgt nur knappe 100 m, und die Steigung ist wirklich moderat. Obwohl der Weg breit und gut begehbar ist, ist er nicht für den Kinderwagen geeignet. Wer trotzdem schon die ganz Kleinen mit auf den Berg nehmen möchte, dem empfehle ich eine sogenannte Kraxe oder eine andere Tragehilfe. Außerdem sollte man auf jeden Fall festes Schuhwerk tragen. Zusätzlich sind bei schönem Wetter ein Sonnenschutz und Sonnencreme empfehlenswert, denn der Weg liegt dann komplett im Sonnenschein.

 

Am Wegrand entdecken meine Kinder, beide im Grundschulalter, sofort interessante Alpenpflanzen, zum Beispiel das schmalblättrige Weidenröschen, die Silberdistel oder auch die Alpendistel. Und wo bunte Blumen blühen, sind auch die Krabbeltiere nicht weit. Jede Menge Kreuzspinnen haben zwischen den Pflanzen große Netze gespannt und warten regungslos auf ihre Beute. Man kann die Tiere aus nächster Nähe wunderbar beobachten und die filigrane Zeichnung auf ihren Körpern bestaunen. (Eine wichtige Bitte an dieser Stelle: Bitte keine Blumen pflücken, und seien sie auch noch so hübsch, und die Tiere nicht stören.) So macht der Aufstieg auch den Kindern großen Spaß, und die kleinen Forscher-Pausen inbegriffen, sind wir nach nur 30 Minuten schon am Ziel.

 

Die letzten paar Meter müssen wir den breiten Weg verlassen und über einen Wiesenpfad zum Gipfelkreuz hinaufsteigen. Die Freude der Kinder ist riesig, als sie die Pferde entdecken, die dort oben gemütlich auf der Wiese grasen. Am Gipfel thront ein beachtliches hölzernes Gipfelkreuz mit Herrgott. Außerdem bietet sich uns ein spektakulärer Ausblick – auf der einen Seite bis nach München, auf der anderen Seite bis weit nach Österreich hinein.

 

Nach einer kurzen Rast auf der Bank unter dem Gipfelkreuz ‒ die Kinder haben jetzt vor allem Durst ‒ machen wir uns langsam auf den Rückweg. Zurück an der Stümpflingbahn-Bergstation, spielen die Kinder erst noch ein bisschen auf dem kleinen Spielplatz mit Rutsche, Schaukel, Tarzanbahn und Klettergerüst. Im Anschluss kehren wir zum Mittagessen in die Jagahütt’n ein. Nach einem Wiener Schnitzel und Pommes frites sind die Kinder satt und zufrieden, und wir können mit der Sesselbahn zurück zur Talstation fahren. Für uns war es ein wirklich gelungener Halbtagesausflug, bei strahlendem Sonnenschein und mit viel Spaß für die Kinder!

 

Der Schwierigkeitsgrad lässt sich je nach Fitnessgrad und eigenem Zutrauen beliebig steigern, erfordert dann aber, sich über die jeweiligen Anforderungen weiter zu informieren. Denkbar wäre zum Beispiel, den Auf- und den Abstieg anstatt mit der Sesselbahn zu Fuß zu bewältigen oder die Tour vom Roßkopf-Gipfel zunächst bis zum Rotkopf und weiter bis zum Stolzenberg auszudehnen. Für Action-Freunde wäre von der Stümpflingbahn-Bergstation aus auch die Abfahrt zur Talstation mit Mountaincarts denkbar.

 

Zu guter Letzt wünsche ich uns allen einen sonnigen, goldenen Herbst – für viele schöne Wanderungen in den Schlierseer Bergen!

 

Stümpflingbahn

Lyraweg 6

83727 Schliersee

https://www.alpenbahnen-spitzingsee.de/sommer/sommer/

 

Parken für Wanderer und Tourengeher: Tagesticket 5 € (reduziert beim Kauf eines Bahntickets)

Familienticket Stümpflingbahn (Kinder bis einschließlich 15 Jahre) für Berg- und Talfahrt: 38 €

 

(In Betrieb bis 11. Oktober 2020)

 

 

 

Jagahütt’n am Stümpfling

Am Stümpfling

83727 Schliersee-Spitzingsee

www.jagahuettn.de

 

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Open-Air-Kino am Campingplatz Schliersee – das BOFF mit neuem Programm!

Einen Kinoabend der besonderen Art dürfen Cineasten und Kinofreunde am kommenden Samstag, den 19. September, in Schliersee erleben. Das Bayerische Outdoor Filmfestival – kurz: BOFF – gastiert mit seinem aktuellen Programm 2020 am Campingplatz Schliersee.

 

 

 

Eine feine Auswahl niveauvoller Abenteuer- und Naturfilme

Die beiden Bestseller-Autoren, Journalisten und Alpinisten Tom Dauer und Sandra Freudenberg sowie der Haushamer Abenteurer und Filmemacher Andi Prielmaier präsentieren sechs ausgewählte Abenteuer- und Naturfilme aus allen Genres des Outdoor-Sports. „Wir haben eine feine Auswahl niveauvoller Filme dabei, die vor Freude am Leben nur so strotzen, aber gleichzeitig voller Respekt vor der Natur sind“, versprechen die BOFF-Organisatoren. Die Filme variieren nicht nur in der Themenauswahl, sondern sind auch unterschiedlich lang. „In der Regel zeigen wir Kurzfilme, die zwischen fünf und 30 Minuten dauern. Damit liegt die Gesamtlänge des Programms bei rund 90 Minuten“, so Prielmaier. Das Gastspiel am Schlierseer Campingplatz mit dessen direkter Uferlage und dem grandiosen Bergpanorama ist auch für die BOFF-Macher ein Highlight. „Für mich ist das ein richtiger Wohlfühlort“, verrät Andi Prielmaier lächelnd.

 

Filme von und aus Bayern

Bereits in vierter Auflage findet das BOFF heuer statt. Seit seiner Gründung hat sich das Festival zu einem erfolgreichen Outdoor-Filmfestival entwickelt. Das liegt vor allem an dem unermüdlichen Einsatz und der Leidenschaft der drei BOFF-Macher. Mit dem richtigen Gespür für spannende Geschichten, bewegenden Bildern und interessanten Protagonisten wählen Andi Prielmaier, Tom Dauer und Sandra Freudenberg jedes Jahr geeignete Filmbeiträge aus.

Rund 60 Stationen in Bayern, Österreich, Südtirol und der Schweiz stehen pro Saison von Anfang März bis Mitte Dezember mittlerweile auf ihrem Tour-Programm. Die Veranstaltungsorte reichen von ausgewählten Programmkinos über Kletterhallen und Berghütten bis hin zu Kino-Open-Airs. In der Moderation wechseln sich die BOFF-Organisatoren ab, am kommenden Samstag übernimmt Andi Prielmaier die Präsentation der Filme.

 

Die Filmvorführung des „BOFF – Bayerisches Outdoor Filmfestival“ beginnt am 19. September um 19:30 Uhr am Campingplatz Schliersee (Einlass bereits ab 19:00 Uhr). Ab 17:00 Uhr stellen das VW-Autohaus Pusl und der Ausrüster VanEssa Mobilcamping ihre neuen Fahrzeuge auf dem Campingplatz aus. Dabei haben die Besucher die Möglichkeit, durchdachte Wohnmobil-Ausbaukonzepte vor Ort live zu erleben. Die Beachbar ist ebenfalls geöffnet.

Karten zu je 12 Euro sind im Vorverkauf und an der Abendkasse direkt beim Campingplatz Schliersee (Westerbergstraße 27, 83727 Schliersee, Tel.: 08026/9298998) erhältlich. Selbstverständlich wird  auch beim BOFF auf die Einhaltung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln geachtet.

Das aktuelle Kinoprogramm, die Stationen sowie Hintergrundinfos der BOFF Tour 2020 findet ihr unter www.boff-film.de.

 

 

Fotonachweis: www.boff-film.de, Katharina Fitz

 

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Es duftet nach frischem Schlierseer Bauernbrot – Hennerer Hof Schliersee

Ich backe gerne Brot. Sogar am Campingplatz auf dem Grill liebe ich es, frische Semmeln zu machen. Ein Sauerteigbrot habe ich aber bisher nie gebacken. Angelika vom Hennerer Hof bietet Brotback-Seminare an und hat mich gefragt, ob ich nicht mal Lust hätte, teilzunehmen. Unser IT-Karl vom Schliersee Magazin ist auch dabei ‒ das verspricht ein informativer und dabei lustiger Nachmittag zu werden.

 

 

 

Sauerteig und Brotgewürze

Angelika hat in ihrer Stube alles liebevoll hergerichtet. Hennerer-Schürze umbinden, und los geht’s. Zuerst machen wir einen Vorteig. Das vorbereitete Mehl muss gesiebt, die Buttermilch und das Wasser abgemessen werden. Karl hat echtes Schliersee-Wasser dabei. Seine persönliche Geheimzutat für gutes Gelingen. Angelika betont, dass das Brot auch mit Hennerer-Wasser perfekt wird. Sie zeigt uns genau, wie man einen Vorteig macht, und auch, dass man fürs Brotbacken Zeit braucht, damit es am Ende gut wird. Sie weiht uns in die Geheimnisse des perfekten Sauerteigs ein und erzählt, welche Brotgewürze für sie in ein echtes Schlierseer Bauernbrot gehören. Zu viel will ich dir an dieser Stelle nicht verraten, du kannst ja selbst einen Kurs bei Angelika belegen, und ich will nicht alles vorwegnehmen.

Nur so viel: Ich bin seit dem Kurs bei Angelika Fan von Schabzigerklee geworden. Den kennt man hauptsächlich aus den Südalpen, er gibt beispielsweise dem Vinschgerl seinen besonderen Geschmack. Der Schabzigerklee wächst aber auch beim Hennerer, blüht blau und kommt als grünes Pulver ins Brot. Unbedingt probieren!

 

Das Brot braucht Zeit zum Gehen

Nach dem Kneten muss der Teig „gehen“. Zeit für uns, einen Cappuccino mit Zwetschgendatschi auf der Terrasse zu genießen. Brotbacken beim Hennerer ist tatsächlich entspannend. Nach einer Weile ist der Teig gewachsen und wird noch mal mit einer bestimmten Technik geknetet, damit ein wunderbares Krustenbrot entsteht. Das Brot kommt, bis der Ofen die richtige Temperatur hat, noch in einen klassischen Gärkorb, bekommt auf seiner Unterseite einen Brotstempel und verschwindet dann im Ofen. Der ihs-Stempel (ihs: Kurzform des Namens Jesus) verziert das Brot traditionell, um Gott zu danken.

Das Brot ist knusprig, duftet und schmeckt – mhhhhmmmmm ‒ sauguad!

Danke, Angelika, für den tollen Nachmittag, ich kann ein Brotback-Seminar bei dir wirklich empfehlen. Das ist für Gruppen genauso interessant wie für Einzelpersonen. Außerdem ist es ein richtig schönes Geschenk für eine liebe Person.

 

 

Hennerer Hof

https://www.hennerer.com/kulinarisches/brot-backen/

Du bekommst im Hennerer Hof eine Einführung in die Brotbackkunst der Bäuerin Angelika, lernst, verschiedene Brotarten zu backen, bekommst Rezepte und ein Sauerteigbaby und darfst natürlich deine Backwaren mit nach Hause nehmen. Viel Spaß und gutes Gelingen!

 

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Ein Almsommer auf der Oberen First

Heute besuche ich Margreth (20) auf der Oberen First. Sie verbringt dort ihren zweiten Almsommer, und sie kann sich auch nichts Schöneres vorstellen.

 

 

Eine Fahrt ins Tal unternimmt sie nur, wenn es unbedingt notwendig ist. Margreth redet von Luxus, als sie mir erzählt, dass sie Strom hat. Die Obere First gehört zum Unterleitenhof in Schliersee. Margreth kümmert sich um 43 Jungrinder, zehn Kälber, Hühner und um die Milchkuh Hanni. Sie ist ein Murnau-Werdenfelser-Rind und schaut so ganz anders aus als die meisten Kühe bei uns in Schliersee. Hanni fällt gleich auf. „Urlauber meinen deshalb manchmal, auch wegen ihrer Hörndl, dass Hanni ein Stier ist“, lacht Margreth. Dabei sieht man am Euter natürlich sofort, dass sie ein „Madl“ ist. Zweimal am Tag kommt Hanni in den Stall zum Melken. Mit einer automatischen Melkmaschine ist das schnell erledigt. Auch die drei kleinsten Kälber bekommen abends Heu und dürfen die Nacht im Stall verbringen, falls das Wetter ungemütlich ist. Der kleine Sohn von Hanni bekommt zusätzlich Milch.

 

Viel Verantwortung

Margreth ist auf einem Bauernhof aufgewachsen und wollte unbedingt mal den Sommer auf einer Alm verbringen. Mit der landwirtschaftlichen Arbeit ist sie groß geworden. Was ein Leben auf der Alm bedeutet, hat sie erst erfahren, als ihr Traum Wirklichkeit wurde. Besonders schön ist für sie der Zusammenhalt der Almbauern untereinander, dass man sich aufeinander verlassen kann und dass niemals infrage gestellt wird, ob man hilft. Ist beim Nachbarn ein Tier ausgebüchst, sind sofort alle zur Stelle. Auch die täglichen Routinen auf der Alm machen ihr nichts aus. Einmal hat eine Urlauberin von der Berggaststätte „Obere Firstalm“ zu ihr gesagt, dass sie beeindruckt sei, dass Margreth schon vor sechs Uhr der täglichen Arbeit mit viel Freude nachgehe. Tatsächlich ist Almbäuerin eine Tätigkeit mit sehr viel Verantwortung. „Aber auch mit viel Selbstständigkeit. Mein Bauer vertraut mir und lässt mit sehr viele Freiheiten“, erzählt mir Margreth. Auch beispielsweise dahin gehend, was sie mit der Milch macht. „Wenn die Kälber versorgt sind, dann mache ich aus dem Rest Käse und Butter – für Freunde, Verwandte und umliegende Almbauern“, berichtet sie. Heute ist ihre Freundin Leoni zu Besuch. Das genießt sie sehr. „Manchmal ist man schon bisserl allein“, sagt sie. Vor allem, wenn es viel regnet und weniger Freunde vorbeischauen. Aber sie würde es immer wieder machen. Doch im Herbst möchte die gelernte Arzthelferin erst mal ihr Abitur nachmachen und strebt ein Studium zur Hebamme an.

 

 

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Sixtus Lauf Schliersee 2020 ‒ eine Special Edition mit Hygienekonzept & Co.

Der Streckencheck

Der Sixtus Lauf Schliersee 2020 findet statt! Wir sind überglücklich, dass das erste Breitensport-Event in der Region dieses Jahr am Schliersee stattfindet. Zwar nicht wie gewohnt mit einer geballten Menschenmasse, sondern nach einem bis ins Detail ausgearbeiteten Hygienekonzept unter Einhaltung der zur Corona-Pandemie geltenden Richtlinien in einer Art Special Edition.

 

 

Am Samstag, den 12. September 2020, schnüren sich die Läufer bei der neunten Auflage des beliebten Sixtus Laufs in Schliersee die Turnschuhe. Die Teilnehmerzahl ist dieses Jahr begrenzt auf 1.200 Starter auf den bekannten, drei landschaftlich reizvollen Strecken zwischen See und den umliegenden Bergen von 7,5 km, 10 km und 21,1 km. Die Kinder- und Jugendläufe müssen leider entfallen.

 

 

Um die geltenden Abstandsregeln während der kompletten Durchführung der Veranstaltung einzuhalten, werden die Läufer zu je zehn Personen in ca. 120 Startblöcken auf die Strecke geschickt. Von 10:00‒16:00 Uhr wird fortlaufend gestartet, eine Straßensperre ist deshalb nicht nötig, weil sich die Läufer voraussichtlich gut auf der Strecke verteilen und den Gehweg nutzen können. Start- und Zielbereich befinden sich am Gelände der Vitalwelt Schliersee, sind aber räumlich getrennt.

Die Akkreditierung sowie Nachmeldung vor Ort sind dieses Jahr nicht möglich. Deshalb unbedingt rechtzeitig anmelden, dann bekommst du deine Startunterlagen nach Hause geschickt. Die Anmeldung ist nur noch bis zum 30. August möglich.

Am besten kommst du schon umgezogen ‒ „ready to go“ ‒ zum Start, denn es gibt keine Umkleiden und Duschmöglichkeiten.

Für alle, die sich schon fragen, wieso ich das tolle Finisher-Shirt bereits anhabe: Es ist das Shirt vom letzten Jahr. Aber auch dieses Jahr kannst du dich auf ein stylisches Finisher-T-Shirt freuen. Neben dem T-Shirt gibt es im Ziel für jeden Teilnehmer ein Schmankerl-Paket mit regionalen Produkten und Goodies von den Partnern.

 

Impressionen von der Strecke:

 

 

Weitere Informationen gibt es auf www.schliersee-lauf.de.

Dort kannst du dich auch anmelden.

Und jetzt viel Spaß beim Trainieren für das Wettkampf-Highlight dieses Jahr ‒ den Sixtus Lauf 2020 in Schliersee.

 

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Walter’s am See – Neueröffnung See-Lounge

Du suchst einen exklusiven Platz direkt am Schliersee? Am Donnerstag 27.08.2020 eröffnet das „Walter’s am See“ im Schlierseer Hof.

 

 

Der neue Hoteldirektor Arian Röhrle und sein Team haben die neue Lounge am See liebevoll nach dem Vornamen des Besitzers Walter de Alwis „Walter’s“ getauft. Entstanden ist die Idee in der Corona-Zeit. „Wenn man in so einer Situation ist, kommt man auf verrückte Ideen, und eine davon war eben das Walter’s“, lacht Arian Röhrle und freut sich auf die Eröffnung. Er sieht die neue Seelounge als Ergänzung des Angebots. Auf der einen Seite ist der Biergarten des Schlierseer Hofs und auf der anderen Seite die Seeterrasse für die Hotelgäste. Das Walter’s soll ein Ort für besondere Anlässe sein, der bis 17:00 Uhr den Hotelgästen vorbehalten bleibt.

Von 17:00 bis 22:00 Uhr kann jeder das Walter’s besuchen ‒ im Sommer und bei schönem Wetter, denn es spielt sich ja alles draußen an der frischen Luft ab.

Leichte und moderne Speisen

Die Speisekarte ist leicht und modern ‒ von der Schliersee Bowl mit verschiedenen Toppings über eine Tapas-Auswahl bis hin zum Flammkuchen. Alles kommt frisch zubereitet aus der Küche des Schlierseer Hofs. Ich habe Lachs-Sashimi probiert, und das kann ich sehr empfehlen. „Das Bier wird hier im Weinglas serviert“, sagt Arian Röhrle. Wer es klassischer mag, der setzt sich einfach in den Biergarten.

Traumplätze am See

Die neuen Netze direkt über dem Wasser und der Stegbereich laden zu einem gemütlichen Abend direkt am See ein. Ein Traumplatz für einen Sonnenuntergang im Sommer. Sich bei chilliger Lounge-Musik verwöhnen und bedienen lassen. Wenn du etwas ganz Besonderes suchst, empfehle ich dir das Baumhaus. Über eine steile Holztreppe kommst du auf eine kleine Terrasse mit einem atemberaubenden Blick über den See in die Berge. Der Geheimtipp für einen Heiratsantrag, zur Verlobung oder für einen speziellen Geburtstag.

 

 

Seehotel Schlierseer Hof

Seestraße 21

83727 Schliersee

+49 (0)8026 92 92 00

 

info@schlierseerhof.de

www.schlierseehof.de

 

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Ein Wochenende am Schliersee

Ja, ich habe es mal wieder geschafft und mir ein wunderbares Wochenende am Schliersee gegönnt.

 

 

Samstagmorgen, es ist 7:00 Uhr, und es regnet. Das hält mich nicht ab, in meine Joggingschuhe zu springen und mich auf den Weg zum See zu machen. Husch über die Straße, und schon hört es zum Regnen auf.

 

Los geht’s Richtung Neuhaus … die Luft ist herrlich frisch, und am See machen sich die ersten Fischer ans Angeln. An den Bootshäusern vorbei, treffe ich schon auf die ersten Jogger und Spaziergänger.

Kurz durch den Fitnessparcours und schwupps rauf auf den Weg weiter Richtung Campingplatz, wo die ersten Camper zum Frühstück erwachen. Ein freundliches „Gmorgn“, und weiter geht’s.

 

Am Kurpark treffe ich die ersten Wanderer, die gerade vom Zug kommen und sich aufmachen Richtung Berge. Ein kurzer netter Smalltalk mit einer Schlierseerin mit Hund, und es geht weiter nach Hause … der Kaffee und die Dusche warten.

 

Nachmittags geht’s mit dem Fahrrad Richtung See. Am Lauber Beach sitze ich gerne, genieße einen Aperol und die schöne Aussicht dazu. Dort am Bootsverleih sind sie heute ziemlich beschäftigt … ein Traumtag eben.

Ich mag das Leben am See, die Menschen, die Touristen und die unterschiedlichen Gespräche dazu.

 

 

Auf dem Heimweg setze ich mich noch auf eine Bank beim Strandbad, wo ich nicht lange allein bin. Ein paar Schlierseer kommen zum Baden ‒ wie jeden Tag im Sommer trifft man sich hier … hier kennt man sich, und auch ich bin sofort im Gespräch über Menschen, Touristen, Baden, Autos und was noch so einfällt.

 

In der Ferne hört man es grummeln, die ersten Gewitterwolken ziehen auf, und ich ziehe mich in meine Wohnung zurück. Kurz darauf gibt es einen kurzen und sonnenuntermalten Schauer, der eine wunderbare Luft und eine atemberaubende Wolkenstimmung bringt, sodass es mich wieder zum See zieht.

 

 

 

 

Ich fotografiere gerne einfach alles hier, vor allem liebe ich Sonnenuntergänge.

 

Am Sonntagmorgen geht’s mit dem Rad auf Frühstückssuche. Die ersten Cafés sind um kurz nach 9:00 Uhr schon voll und mit Leben gefüllt. Ich lande dann wieder am Lauber Beach. Dort habe ich ein schönes Plätzchen entdeckt und genieße die Morgensonne.

 

Kurz darauf begebe ich mich in den Kurpark, wo die Stadtkapelle Miesbach spielt, der ich und einige andere gerne lauschen.

 

Ein herrlich sonniger Tag zieht mich nachmittags zu Fuß rund um den See.

Und da ist sie wieder, meine Kuchenlust. Beim Seegarterl gibt es heute frischen Datschi mit Streusel ‒ da kann ich nicht widerstehen. Danach geht’s barfuß weiter am See, es ist herrlich warm.

 

 

Der Rundweg ist einfach wunderbar. Man ist zügig rum und befindet sich mitten in der Natur.

 

Im Kurpark verweile ich gerne noch und beobachte das Leben.

 

Danach steht noch Gartenarbeit an ‒ von allein macht die sich nicht.

Man merkt langsam, aber sicher, dass die Tage kürzer werden. Abends, wenn alles still ist, ist es auch sehr schön, am See zu verweilen.

 

Und immer wenn es heimwärts geht, muss ich zum Café Jennerwein und Kuchen/Torten mitnehmen. Das ist schon ein Ritual ‒ ohne geht es nicht.

 

So ein paar Tage am See sind immer traumhaft, auch wenn sie mit etwas Garten- und Wohnungsarbeit verbunden sind … aber es ist es auf alle Fälle wert, hier zu verweilen und zu genießen.

 

Ich wünsche euch allen auch schöne Tage am See!

 

Bis zum nächsten Mal

 

 

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Almbutter von der Oberen First

Mittwoch ist immer mein regulärer „Buttertag“, schreibt mir Margreth. „Komm doch rauf auf die Alm!“ Ich freue mich, ich darf dabei sein.

 

 

Wir treffen uns am Nachmittag auf der Oberen First. Zuerst wird Kuh Hanni gemolken. Sie gibt etwa sieben Liter Milch. „Das ist gar nicht so schlecht für eine Kuh, die den ganzen Tag auf der Weide ist und nicht mit Kraftfutter ernährt wird“, erklärt sie mir. Butter macht sie aus acht „Mahlzeiten“. Hanni wird zweimal am Tag gemolken. Da Margreth in ihrer Alm Stroh hat, kann sie die Milch der letzten Tage wunderbar kühl halten. Die Milch kommt als Erstes in eine Zentrifuge, die den Rahm und die Magermilch trennt. Einen Teil von der Magermilch bekommt der Kleinste, der Sohn von Hanni. Der freut sich sichtlich über die Milch. Das hölzerne Butterfass mit Kurbel wird zuerst in heißes Wasser eingeweicht, damit es dicht wird, und dann mit eiskaltem Wasser ausgespült, damit es der Butter nicht zu warm wird. Sowieso eine Herausforderung bei den heutigen hochsommerlichen Temperaturen. Dann füllt Margreth den Rahm ins wassergekühlte Butterfass und kurbelt so lange, bis die Butter fest ist. Dabei wechselt sie sich mit ihrer Freundin Leoni ab, die zu Besuch ist. Leoni würde auch gerne einen Sommer auf einer Alm verbringen. Indem sie Margreth immer wieder über die Schulter schaut und mithilft, kann sie wunderbar erste Erfahrungen sammeln.

 

Die Buttermilch schmeckt himmlisch

Die Buttermilch, die sich durch das Schleudern von der Butter getrennt hat, gießt sie ab. „Das verlängert auch die Haltbarkeit der Butter“, sagt sie. Um sicherzustellen, dass keine Buttermilch mehr in der Butter ist, wird sie mit kaltem Wasser gewaschen.

TIPP: Buttermilch von Süßrahmbutter schmeckt süß und ganz anders als die Buttermilch, die du aus dem Supermarkt kennst. Wer die Gelegenheit bekommt, diese auf einer Alm probieren zu können, sollte sich unbedingt ein Glas bestellen. Allerdings fällt beim Buttern viel weniger Buttermilch ab, als ich dachte. Frische Buttermilch auf einer Alm zu bekommen, ist also etwas ganz Besonderes.

 

Jede Butter ein kleines Kunstwerk

Jetzt wird das restliche Wasser aus der Butter herausgeschlagen, dann wird die Butter geknetet. Gekonnt schleudert Margreth die Butter von der einen Hand in die andere, und das Wasser spritzt über die Terrasse. Es ist ein wenig zu heiß heute und die Butter sehr weich. „Die ist viel weicher als sonst“, sagt Margreth ein wenig besorgt. Sie füllt sie in ein wunderschönes Holzmodel (eine oft kunstvoll verzierte Holzform, um Butter nach ihrer Herstellung eine kompakte, ansehnliche Form zu geben). Dann streift sie die überflüssige Butter ab und klopft das Holzmodel auf den Tisch, um die Butter in Form zu bringen. Dann landet die Butter mit dem schönen Vogelmotiv auf einem Pergamentpapier. Fertig! Am Ende kommen elf Butterstücke mit 180 Gramm heraus. Bei einer anschließenden Brotzeit mit selbst gemachtem Käse, Speck, Gurken, Radieserl und Tomaten darf ich die Butter probieren. Sie schmeckt kurz gesagt: „Sauguad“!

 

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Vom Oimvirus infiziert

Heid bin i auf der Suche, um rauszufinden, was es bedeutet, „vom Oimvirus infiziert“ zu sein. Des hört sich a bissal wild an, aber es ist ganz harmlos. Es sind Menschen, die so begeistert sind vom Oimleben (Almleben), dass sie beschlossen haben, einen ganzen Almsommer mit den Tieren auf der Alm zu leben.

 

 

Vor über 30 Jahren war ich selbst vom Oimvirus infiziert und verbrachte zwei Sommer auf der Rettenbäckalm auf der Bodenschneid. Eine wunderschöne Zeit, die ich nicht missen möchte. So führt mich der erste Weg heut wieder Richtung Bodenschneid zur Rettenbäckalm.

Hier treffe ich Robert vom Landkreis Aichach-Friedberg, von Affing. Er ist heuer der Oimara (Senner) von der Rettenbäckalm. Früher war er Metzgermeister und stammt selbst von einem Hof. In der Direktvermarktung mit heimischem Fleisch und Spezialitäten von den Rindern seines Bruders hat er Jahre in der Metzgerei gearbeitet. Anschließend war er 30 Jahre bei der Firma Zott als Schichtführer, bis er in Rente ging. Sein Wunsch wuchs sehr stark, mal auf die Alm zu gehen. Runterkommen, Nachdenken und die Liebe zu den Tieren ‒ das alles gefällt Robert sehr gut. „Du musst abschließen, du bist hier oben, kein Handy, kein Fernseher, des muss man mögen“, so die Worte von Robert. Dann gibt er mir schöne Führung rund um die Alm und seinen Hühnerstall. Im Stall erholen sich derweil die kleinen Rinder, da es über 30 °C warm ist.

 

Mein Weg führt mich weiter zur Freudenreichalm zur Oimarin (Sennerin) Agnes. Die Agnes ist für die Viecher, die Alm sowie die Bewirtung zuständig und hat große Freude dabei.

Auf meine Frage, ob sie denn keine Angst vor Gewitter habe, antwortet sie: „Nein, aber ich bin dann schon froh, wenn ich in der Hütte bin und nicht drauß auf dem Feld.“

Meist ist Agnes allein auf der Alm ‒ außer bei schönem Wetter, wenn die Wanderer und Radlfahrer unterwegs sind und bei ihr einkehren.

Agnes kümmert sich heuer um 46 Jungrinder, die tags und nachts auf der Almweide sind. Somit hat sie keine Stallarbeit.

Zu Hause ist Agnes in Murnau. Sie hat in Gmund gearbeitet und dabei die Gegend um Schliersee lieben gelernt. Mittlerweile sind es schon vier Almsommer, die Agnes in den Schlierseer Bergen verbringt. Sie ist also ganz klar vom „Oimfieber infiziert“.

Urlauber und einheimische Gäste sind auf den Almen rund um Schliersee herzlich willkommen. Die Almzeiten dauern meist bis ca. Ende September. Hier trefft man auf sehr interessante Menschen und ihre Geschichten.

 

 

[tourim-redakteur]