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Fischers Fritz fischt frische Fische – Ferienprogramm am Schliersee

In den Sommerferien bietet der Fischereiverein Schliersee vom 30.7.2018 bis 27.08.2018 jeweils montags von 9:00‑11:30 Uhr am Bootsplatz an der Schlierach Fischen für Kinder an.

Und ich durfte sie im letzten Jahr dabei begleiten … Kurz vor 9:00 Uhr wartet bereits Hermann Engel zusammen mit Marinus auf die Kinder. Zunächst erläutert Hermann Wissenswertes über die Fischerei, wie z. B. die bayerischen Namen für die Fische, welche Fische es überhaupt im Schliersee gibt und wie man mit ihnen umgehen muss. Der Hecht ist beispielsweise die „Gesundheitspolizei“ im Schliersee und ihm darf außerdem auf keinen Fall ins Maul gegriffen werden. Der Zander ist recht rar und hat scharfe Stacheln, weshalb ihm nie auf die Flosse gefasst werden darf. Der beste Köder für den Aal ist der Wurmköder. Außerdem ist Aalblut giftig und darf nicht in offene Wunden geraten. Der schwerste Karpfen, den einmal ein Fischerkönig gefangen hat, war 16 kg schwer. Jeder Fisch muss einmal im Leben Nachwuchs zeugen können. Und genau deshalb gibt es ein sogenanntes Schonmaß. Ist der Fisch zu klein, darf er wieder in die Fluten zurück. Hermann hat viele Tipps für die kleinen und großen Zuhörer. Ja, auch die großen … denn auch die Eltern sind interessiert und stellen viele Fragen. „Der Fisch ist ein Lebewesen und mit ihm hat man sorgsam umzugehen“, erläutert Hermann und stellt damit den Leitsatz auf.

Und dann geht‘s auch schon los. Marinus und Hermann gehen mit den Kindern und den Angeln zum Steg, von dem aus gefischt wird. Die Kinder bekommen eine Einweisung, wie sie den Köder bzw. Mais am Angelhaken befestigen, wie man mit der Rute umgeht und die Angel auswirft. Es ist spannend und ein Heidenspaß. Dabei kann es schon mal geschehen, dass sich der eine oder andere Haken im Baum verfängt. Und dann ist es tatsächlich passiert: Marinus hat eine Rotfeder gefangen und holt sie mit dem Kescher aus dem Wasser. Die Kinder sind mit Feuereifer dabei und zeigen sich als kleine Talente. Die zwei Stunden sind viel zu schnell vorbei. Auch mir hat es einen Riesenspaß mit den zwölf Kindern und Hermann und Marinus gemacht. Und: Ich habe einiges dazugelernt.

Der Jugendfischereischein kann übrigens ab zehn Jahren bei der Gemeinde beantragt werden. Dann können die kleinen Angler mit einem erfahrenen Fischer angeln.

Mein Ferientipp: Liebe Eltern, bringt eure Kinder zur Veranstaltung „Fischers Fritz fischt frische Fische“. Gönnt euch zwei geruhsame Stunden, die Kinder sind bestens betreut, oder geht’s einfach selbst mit. Es lohnt sich auf jeden Fall ‒ und die Kids sind happy!

 

Location:

Bootsplatz an der Schlierach
83727 Schliersee

(großer Parkplatz, Perfallstraße bis zum Ende und dann links)

Fischereiverein Schliersee
Huberbergstraße 5
83734 Hausham

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Der fliegende Edelstein vom Schliersee

Langsam nähere ich mich meinem Beobachtungspunkt auf dem Brückerl über die Schlierach. Tarngrün und in ruhigen Bewegungen blicke ich durch ein handliches Fernglas ‒ und da sitzt er, regungslos, in voller Farbenpracht, zwischen den frisch verschneiten Ästen, ungefähr zwei Meter über dem Wasser ‒ ein Eisvogel.

helmutjennesen-eisvogel-05100_v4Wie in Zeitlupe greife ich zu meiner Kamera, nur ein einziges Foto gelingt, dann schießt er blitzartig ins Wasser, taucht mit einem Fischchen im Schnabel wieder auf und verschwindet im Bruchteil einer Sekunde hinter einem Busch.

Seit einigen Jahren ist der Eisvogel wieder häufiger am Schliersee und in der Schlierach zu beobachten ‒ ein gutes Zeichen dafür, dass Wasserqualität und natürliche Wildnis diesem beeindruckenden Vogel in Schliersee ein Zuhause bieten können, und welch eine Bereicherung für die Artenvielfalt in unserer Heimat, denn zu Recht wird er auch „der fliegende Edelstein“ unter den Vögeln genannt und ziert das Wappen des Landesbundes für Vogelschutz (LBV).

Trotz seiner bescheidenen Körpergröße lassen mich seine Geschwindigkeit, Wendigkeit und Farbenpracht als Mensch ganz schön klein erscheinen.

Im Herbst wird es still, denn die meisten Zugvögel sind dann längst in wärmere Gefilde entflohen.

Neben dem Eisvogel sind in Wassernähe ganzjährig auch noch besondere Vogelarten, wie z. B. Wasseramsel, Zaunkönig, Rotkehlchen, Amsel und vereinzelt Graureiher zu sehen.

Der Schliersee gefriert im Winter in den meisten Jahren vollständig zu, und so bildet die eisfreie Schlierach für diese seltenen Vogelarten besonders dann ein überlebenswichtiges Zuhause. Wir in Schliersee sollten deshalb gut auf unser kleines Bächlein achten.

Nicht alle Eisvögel überwintern bei uns in Bayern, viele kommen erst ab Februar in ihre Brutgebiete zurück. Doch bei uns in Schliersee machte ich die meisten Beobachtungen in den kühleren Herbst- und Wintermonaten, vermutlich, weil dann Jungtiere oder vorwiegend Männchen auf ständiger Suche nach neuen Revieren oder ergiebigen Nahrungsplätzen unterwegs sind.

Ein naturbewusster Spaziergang zum Freibad auf der Westseite des Schliersees oder vom Auslauf des Schliersees entlang der Schlierach bis zum Brückerl an der alten Mühle bietet Naturfreunden  zahlreiche Beobachtungsstellen, an denen man dem Eisvogel – ohne ihn zu stören ‒ begegnen kann (siehe Hinweiskarte). Zumeist fliegt er pfeilschnell knapp über der Wasseroberfläche dem Bach entlang an einem vorbei ‒ und das war es dann auch schon. Nur mit ruhigem Verhalten, Ausdauer, viel Geduld, einem Fernglas und stets immer wieder das Wasser im Blick, ergibt sich manchmal eine zufällige Gelegenheit, ihn sitzen zu sehen, und es näher und länger beobachten zu können,

„für einen Moment das Glück Schliersee“.

Text + Fotos: 07.11.2016 Helmut Jenne Sen.

Vogelbeobachtungen im Landkreis Miesbach auf der Internetseite des LBV Miesbach
http://www.lbv-miesbach.de/vogelbeobachtungen/bemerkenswerte-nachweise.html

 

Helmut Jenne Helmut Jenne

Auf seinen Streifzügen durch die Natur ist sein Fotoapparat ein ständiger Begleiter. Helmut Jenne, wohnhaft in Schliersee, ist Musiker und EDV-Fachmann, Fotokünstler und Naturliebhaber. Mit seinen Fotos dokumentiert er seine Erlebnisse auf sehr natur- und heimatverbundene Weise, und so entstehen - trotzdem weltoffen - tief empfundene Momente und Blicke auf Landschaften, Pflanzen und Tiere der Berg- und Seenwelt rund um Schliersee.