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Schliersee Magazin – ein Jahresrückblick 2018

Nach drei Jahren Schliersee Magazin habe ich die ehrenvolle Aufgabe den ersten Jahresrückblick zu schreiben. Was hat uns im Schliersee Magazin 2018 mit fast 200 Artikeln bewegt? Unser Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer hat bei der Eröffnung der Ausstellung „Sport ohne Grenzen“ gesagt, dass man schnell dazu neigt zu sagen, dass es die Berge und die Landschaft sind, die Schliersee ausmachen. „Aber eigentlich sind es die Menschen, die in Schliersee leben“, berichtigte er.

Wenn ich darüber nachdenke, ist es bei uns genauso. Wir im Schliersee Magazin sind ein bunt gemischter Haufen. Wir treffen uns alle zwei Wochen zu Redaktionsmeetings und da entstehen ernste Themen, verrückte Ideen und auch Ansätze, die sich nicht immer umsetzen lassen. Es ist unser Kreativ-Raum. Alles ist erlaubt.

Wer konnte schon wissen, ob unser Kuramtsleiter Mathias Schrön wirklich im April in den kalten Schliersee springen würde, um offiziell anzubaden, als unser Redaktionsleiter Daniel Wagner es in den Raum warf?

Alles, nur nicht wasserscheu

Natürlich ist Mathias Schrön ohne zu zögern in dem 14 Grad kalten Schliersee zum Schwimmen gegangen. Ich selber bin nicht weniger verrückt und habe mich im Sommer kurz unter den Josefstaler Wasserfall gestellt und den ultimativen Pool-Test in luftiger Höhe auf der Schliersbergalm gemacht. Wir haben unseren Wasserrettern – der Schlierseer Wasserwacht – einen Besuch abgestattet, ein Portrait über unsere Kapitänin auf dem Schliersee gemacht und SUP’N’YOGA ausprobiert. Ohne Wasser geht es bei uns in Schliersee nicht, deshalb fand im Herbst auch die erste Luftmatratzen Weltmeisterschaft in der Vitalwelt statt.

Immer gleich dabei und nah dran

Egal ob Gastronomie Neueröffnungen, wie etwa die Bar Schliersee, La Stazione in Neuhaus am Bahnhof, die Spitzing Alm am See, The Culinary Art Café oder ein Pächterwechsel auf der Insel Wörth, wir waren dabei. Manchmal durften wir auch schon vor der offiziellen Eröffnung einen Blick ins Innere werfen, das war dann besonders spannend. So hat mich Architekt Johannes Wegmann noch während des Umbaus mit in den Anbau des Heimatmuseums genommen und Sandra Leu traf sich mit Julia Zilken, die seit Dezember ihren Laden „Hoamat Gfui“ in Schliersee hat, zum Interview beim Einräumen der Regale. Wir trafen uns mit dem Schlierseer Förster, den Machern des Kulturherbstes, Schlierseer Autoren und Prominenten. Unser „Kultur-Profi“ Katharina Fitz hat sich unter anderem mit der Schlierseer Schauspielerin und Kabarettistin Christine Eixenberger getroffen. Wir haben Projekte der Gemeinde begleitet, wie die QR-Code-Beschilderung für Schlierseer Straßen, den Schlierseer Gartenzauber, die Luftmatratzen Weltmeisterschaft, 10 Jahre Vitalwelt und die Ausstellung „Sport ohne Grenzen“. Beim ersten Schnee war Ulrike Mc Carthy, diesen Winter als erste  mit dem Fotoapparat draußen unterwegs, um euch das Schlierseer Wintergefühl direkt ins Wohnzimmer zu bringen. Ich war eine der ersten im Skilift, um für euch den Schnee zum Saisonstart im Skigebiet Spitzingsee zu testen.

Feste feiern wie sie fallen

Egal ob, Pfingstfest, Seefest, Bergseefest, Inselfest, Altschlierseer Kirchtag, Highland Games, Leonhardi-Ritt, Kulturherbst oder Adventszauber – wir waren dabei. Wir haben den Maibaum-Diebstahl verfolgt und waren beim Leonhardi-Ritt schon beim Schmücken der Wägen dabei. Besonders gut mit Schlierseer Tradition und den passenden Rezepten zur Jahreszeit kennt sich unsere Redakteurin Angelika Prem vom Hennerer Hof aus.

Sportlich und sportbegeistert

Bei uns muss auch der Kuramtsleiter Mathias Schrön auf den Berg. Dieses Jahr ging es zur Hauptalmbegehung mit Ministerpräsident Markus Söder. Julia Zilken lief die 24H Trophy, die dieses Jahr anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Vitalwelt in unserem Kurpark startete, im Selbst-Test. Ursula Höllerl probierte eine Tennis-Trainerstunde, an der ihr alle mit der Gästekarte kostenlos teilnehmen könnt. Natürlich haben wir die großen Sportveranstaltungen in Schliersee, wie den Sixtus-Lauf und den Alpentriathlon begleitet und uns mit den Olympiateilnehmerinnen Vanessa Hinz und Elisabeth Schicho getroffen. Unser Kuramtsleiter Mathias Schrön war sogar privat im Februar vor Ort bei Olympia in Pyeongchang/Südkorea und konnte direkt über die Schlierseer Sportler berichten.

Mit mehreren Sprachen Schliersee in die Welt getragen

Als Urlaubsmagazin der Marktgemeinde Schliersee sprechen wir natürlich nicht nur bayrisch. Unsere Italienliebhaberin Kathrin Zott ist im Sommer in die Partnergemeinde Barberino Val d’Elsa gefahren, hat sich mit den Austauschschülern aus Italien in Schliersee getroffen und war mit Patrizio vom Lago Maggiore beim Weißwurstfrühstück im SLYRS. Diese Artikel wurden von Kathrin sogar ins Italienische übersetzt. Unsere Redakteurin Laura Boston-Thek, die in New Jersey / USA geboren und jetzt in Neuhaus zuhause ist, hat eine eigene Rubrik: Lauras Welt. Sie entdeckt die Schlierseer Traditionen, trifft sich mit Bauern zum Heumachen und Schafscheren. Ihre Artikel, die ganz neue Blickwinkel auf unser Schliersee eröffnen, sind alle in ihrer Muttersprache Englisch geschrieben. Unverkennbar sind auch Lauras tolle Fotos.

Last but not least erzählt auch die kleine Hündin Lilly ihre Erlebnisse auf vier Pfoten in Schliersee.

 

 

Lesen müsst ihr jetzt selber. Stöbert doch einfach mal durch unsere Artikel des letzten Jahres. Viel Spaß! https://magazin.schliersee.de/

Wir freuen uns schon auf das neue Jahr mit euch!

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Ich wünsch euch entspannte Weihnachten

Liebe Frauchen, liebe Herrchen, liebe Menschenwelpen,

ich bin’s mal wieder, Eure superliebnette Lilly, überwältigende Weisheit auf 4 Pfoten und wie immer von Zurückhaltung, Respekt und Etikette inspiriert … (Herrchen lacht an dieser Stelle eigentlich immer – wahrscheinlich weiß nur er, warum).

Aber zur Sache! Tadaaaaaah, es weihnachtet sehr!

Endlich wieder. Der Hund von Welt wartet ja eigentlich das ganze Jahr darauf, weil’s da nach empirischen hochwissenschaftlichen Untersuchungen eine gravierend erhöhte Leckerchendichte gibt.

Der Schnee knirscht, Weihnachtsdeko in Schliersee soweit das Auge reicht, nach dem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt Glühwein-Duftpfoten, lange staade Nächte mit Träumen von Laufen, Wuffen und Schlemmen. Frauchen und Herrchen haben einen Baum von draußen reingeholt, den ich allerdings nicht benutzen darf. Und sie tuscheln, überlegen und machen Weihnachtseinkäufe, kaufen Dinge, die mir wichtig sind. Ja genau, sie verstecken etwas vor mir. Ich bin ja nicht blöd und nasentaub!

Schon als sie mit Einkäufen heimkamen, war’s leider nicht der größte Geschenk-Karton aber schön blau mit weißem Schleiferl und – randvoll mit wohlriechendem Pansen, aromatischem Ochsenziemer und und und … ich denke, alles Dinge, die sie eigentlich so gern selbst gar nicht essen mögen, also wird diese Leckerchen-Orgie wohl wieder an mir hängenbleiben. Ja, ich hab’s echt schwer. Vor allem, weil das alles jetzt hinter der verschlossenen Kellertüre lagert, die ich auf gar keinen Fall aufmachen darf. Selbst dann nicht, wenn ich vor lauter Appetit mit dem Magenknurren ringe.

Liebe Menschenwelpen, ich verstehe euch voll!

Die letzten Tage vor Weihnachten, endlos warten, die Zeiger der Uhr scheinen eingefroren, im Radio schreit eine dicke Frau ständig nach ihrem “Grissmess” und ewig schaust auf Deine Leute, wann die sich endlich gut anziehen, das Glöckchen rausholen und verlockend rufen “Lilly komm rein, der Baum brennt”! Aber bis dahin ist ja noch ein Weilchen hin.

Man kann sich die Zeit bissl damit vertreiben, neue Schlafstellungen und daraus folgende Verspannungen auszuprobieren, Herrchen und Frauchen bei den jämmerlichen Versuchen, den reingeholten Baum mit Glitzerwerk und tonnenweise Lichterketten zu verschandeln, zuzuschauen. Es scheint auch ganz besonderes Menschenfutter zu geben. Es brutzelt, zischt und blubbert in der Küche und es riecht gewaltig danach, dass auch ich das – in einem unbeobachtetem Moment – probieren sollte.

In mich gekehrt, in stoischer Ruhe (passend zur staaden Zeit), liege ich vor mich hin und male mir aus, was das alles soll. Dabei weiss ich doch längst, daß ein supergutes großes Fest kommt – sie wollen Geburtstag feiern von einem kleinen Schreihals in einer Krippe, der ganz berühmt geworden ist. Das ist so seriös und überaus wichtig, daß ich mich da lieber nicht einmische. Ich weiss nur, daß ich den Typen, wenn ich mal in den Hundehimmel komme, von da aus wahrscheinlich mal sehen werden kann – es sei denn, Herrchens Prophezeihung, daß ein Himmel keine artgerechte Haltung für mich wäre, erfüllt sich wider Erwarten doch noch.

Jedenfalls haben sie ein kleines, bissl armseelig wirkendes Häuschen aufgestellt und beleuchtet. Davor eine Krippe für ein Kleinkind, Maria und Sepp schaun da rein. Hirten und Mädels mit Vogel-Ärmchen. Ein Esel, der mich wenig interessiert, und einen Ochsen, den ich – wie ihr ja wisst – bereits in Ziemer-Form oder als Rinderkopfhaut zu schätzen gelernt habe.

Dann – liebe Menschenwelpen – bitte niemals nachmachen! – habe ich in einem heimlichen Moment – ich konnte wirklich vor lauter Fresschen-Sehnsucht nicht mehr widerstehen – den Ochsen überwältigt und, nachdem der nun wirklich überhaupt nicht schmeckte (nur eine stark holzige Note im Abgang), draußen pfotentief verbuddelt.

Herrchen hat das natürlich mal wieder bemerkt und nun muß ich höchstpersönlich die Konsequenzen tragen – wir haben wieder einen Ochsen …

O du fröhliche …

Weihnachten wird wohl heuer für mich etwas anders, als erwartet.
Dennoch wünsch ich euch von ganzem großen Hundeherzen ein friedliches, harmonisches, geruhsames Weihnachtsfest mit tollen Wohlfühlmomenten.

 

Eure Lilly

https://www.facebook.com/Lilly-471576856376817/

 

 

Karl Bergkemper Karl Bergkemper

Begeisterter Schlierseer, Musiker und Internet-Schraubenzieher. Der technisch orientierte "Beutebayer" der Redaktion - immer für Ideen zu haben, die Schliersee weiterbringen

 

 

 

Lillys Schneeschule – Teil 2

Nun ist es geschehen, trotz Warnung, ich bin wieder da – Eure immer superliebe Lilly!

Schneeschule – Teil 2 – Wahnsinn!

Ich muss mich zuerst mal bedanken für Euer reges Interesse an der Schneeschule – Teil 1 (hier der Link für Wiederholungsleser). Es hat wieder geschneit – jucheee! Und solange Herrchen mir die Schnauze nicht verbietet, habe ich auch wieder etwas zu sagen.

Schnee soll Spaß machen!

  1. Gott sei Dank hat’s im Schlierseer Winter meistens supergeilen Ein Genuss, wenn man Spuren nicht nur riechen, sondern oft sogar noch sehen kann. So richtig etwas zum Auspowern, Fetzen, Springen, Schnüffeln, Tauchen. Darf man überall machen, wo es andere nicht stört.
  2. Auf Loipen, die aufwendig von Menschen gespurt werden, geht es sich eh hundsmiserabel, und ewig kommen Langläufer vorbei, die nicht einmal gejagt werden dürfen. Geht lieber mit Euren Leuten in die Natur – wenn die Zweibeiner jammern, dass das zu anstrengend sei, empfehlt ihnen Schneeschuhe. Aber auch mit Schneeschuhen bitte nicht überall rumlaufen, besonders nicht da, wo Tiere gestört werden können, die das ganze Jahr im Freien leben und sich im Winter um ausreichend Futter kümmern müssen.
  3. Skipisten sind eintönig und gefährlich – da gibt’s bisweilen sogar genmanipulierten Schnee. Solange ihr des Liftfahrens und Skilaufens nicht mächtig seid, besser Pfoten weg.
  4. Feste Geschäfte bilden mit dem Schnee einen wunderbaren Kontrast, sodass sie für Herrchen und Frauchen wesentlich besser zu entdecken sind. Wie und wo und von wem das dann in Beutelchen zu entsorgen ist, da muss ich mich ja wohl nicht mehr einmischen, das habt Ihr im Griff, gell?
  5. Rotlicht, das die Krankenkasse nicht zahlt, Blaulicht, ohne ein Polizeihund zu sein? Für Spaziergänge, wenn das Licht schon wieder heimgegangen ist, hat der Hund von Welt Gadgets, um auf sich aufmerksam zu machen. Ja, nachts sind nicht nur die Katzen grau, sondern auch wir – mit funktionell schicker Illumination beugen wir Gefahren und Schrecksekunden vor.

Boah – ehrlich! Wenn ich das alles noch mal nachlese, da hat mein Besserwisser-Gen wieder voll zugeschlagen. Das wollte ich eigentlich gar nicht. Will nur, dass Ihr im Winter in Schliersee genauso viel Spaß haben könnt wie ich.

Also los, raus mit Euch! Genießt es, genießt es auch mit den Menschen, die Euch am Herzen liegen!

Herrlich! Wenn es diesen Schnee nicht gäbe, müsste man ihn glatt erfinden, auch wenn er süchtig macht …

 

Stets unglaublich 🙂

 

Eure Lilly

 

 

Karl Bergkemper Karl Bergkemper

Begeisterter Schlierseer, Musiker und Internet-Schraubenzieher. Der technisch orientierte "Beutebayer" der Redaktion - immer für Ideen zu haben, die Schliersee weiterbringen

 

 

Lillys Schneeschule – Teil 1

Servus, Ihr Lieben – ich bin’s mal wieder, Eure extrem artige Lilly!

Nun ist es wieder so weit: Überall liegt dieses weiße Zeugs rum. Schmeckt wie Wasser, wie ganz kaltes Wasser, wo man auch noch reinbeißen kann. Herrchen meint: Das ist Schnee!

Egal, wie es nun heißt, leise fallen schöne dicke, weiße Flocken auf die Erde, es wird ganz still, und Hunde und Kinder bekommen große Augen. Herrchen meint, ich bin nicht wiederzuerkennen, wenn Schnee liegt, ich würde mich ausgesprochen „durchgedreht“ verhalten. Das ist überhaupt nicht wahr! *hihi*

Nur weil ich total auf taub schalte, meine gute Erziehung komplett vergesse, übermütig Schneeflocken fange, gelegentlich koste, wie dieser Schnee denn schmeckt … ja, was erwartet der denn, schließlich bin ich ein junger Hüpfer!

Ein junger Hüpfer – allerdings mit Erfahrung. Naseweis, meint Herrchen. Egal. Ich muss Euch unbedingt ein paar Dinge über diesen Schnee erzählen, damit auch Ihr gut durch den Winter kommt:

  1. Ihr kennt ja sicher diesen uralten Witz über gelben Schnee, gell? Dass man den nicht essen soll, steht auf einem ganz anderen Blatt. Aber, liebe Freunde, unabhängig von der Farbe, solltet Ihr Schnee nicht für Nahrung halten! Ich habe zwar einen Stahlmagen, wo alles reingeht, sogar Menschenfutter, aber Schneefressen kann zu Durchfall bis zu schmerzhaften Magen-Darm-Erkrankungen und zu Mandelentzündung führen (zu Risiken und Nebenwirkungen fragt bitte Euren Tierarzt).
  2. Pediküre! Die Zweibeiner in meinem Rudel müssen dafür in ein Nagelstudio, wobei sie eh andauernd ihre Pfotenschoner tragen – „Memmen“ darf ich aber nicht mehr sagen. Ich persönlich mag dieses weiche, coole Pfoten-Feeling, wenn der Schnee weich ist, und den Grip meiner Krallen selbst bei eisigen Verhältnissen. Schlimm ist es allerdings, wenn die Menschen anfangen, den Schnee zu würzen. Ja, Ihr habt richtig gehört – sie würzen den Schnee, kippen da Salz drauf! Ich weiß nicht, ob sie ihn dann irgendwann essen, jedenfalls hab ich das noch nicht gesehen. Und wie wir gelernt haben, wird wahrscheinlich auch gewürzter Schnee zu Durchfall führen können. Also, liebe Freunde, Pfoten weg von gewürztem Schnee!
    Und wenn Euer Rudel Euch nicht um diesen gewürzten Schnee herumführen kann, dann lasst sie bitte nach jedem Spaziergang Eure Pfoten mit lauwarmem Wasser abwaschen. Das erspart Euch auch Probleme im Verdauungstrakt nach Ablecken von Salz.
  3. Haare auf den Zähnen, von denen Herrchen Geschichten zu erzählen weiß, unterscheiden sich offensichtlich von Haaren zwischen den Zehen, die ich habe. Im Schnee können sich da Eisklumpen bilden! Das ist voll sch… echt! Ihr verliert dadurch total Speed und Grip, Euer sonst betörender Laufstil wird stümperhaft, und zudem tut’s mit der Zeit auch weh. Ich habe schon viele von Euch gesehen, die deswegen das Pfotenkauen anfangen, nur um dem Eis und dem damit verbundenen Unbill den Garaus zu machen. Das muss nicht sein, wenn die Zweibeiner in Eurem Rudel die Haare zwischen Euren Zehen gekürzt haben – das kitzelt zwar ein wenig, macht aber eine schlanke Pfote und optimiert Eure Laufeleganz.
  4. Rissige, raue Ballen, die ja schon mal vorkommen können (Stichwort Salz), pflegt der Hund mit Stil und Weitsicht mit Vaseline, Hirschtalg, Melkfett oder Olivenöl. Aber bitte vor dem Spaziergang, weil sich durch das Fett weniger Schnee, Eis oder Salz zwischen die Zehen setzen können und wir das Zeugs nicht unter Gefährdung unseres Wohlbefindens abschlecken oder in der Wohnung verteilen müssen.
  5. Kommen wir zu meinem Lieblingsthema: Fressen!
    Bei Kälte braucht der Lilly-Organismus mehr Energie als üblich, um den Temperaturhaushalt aufrechtzuerhalten. Nun hab ich ein ziemlich dickes Fell, aber es gibt ja auch Kollegen aus „wärmeren“ Gegenden, denen man, wenn sie arg frieren, sogar mit einem Mäntelchen helfen kann. Das ist okay, wenn’s um die Funktion und nicht um die Mode geht – Kostümierungen finde ich eher lächerlich. Aber in Bezug auf Fressen (nicht zu verwechseln mit Appetit), da darf man meine Tagesration ruhig ein wenig erhöhen, damit ich nicht zum frierenden Klappergestell degradiere. Fett füttern ist aber auch keine Lösung – der Hund von Welt achtet also besser auch darauf, dass die Waage im Normalbereich

Das soll mal reichen für heut. Ich hab aber noch mehr dazu zu sagen … *droh*. Also freut Euch auf Lillys Schneeschule – Teil 2 – demnächst in diesem Magazin.

 

Eure brave Lilly 🙂

 

 

Karl Bergkemper Karl Bergkemper

Begeisterter Schlierseer, Musiker und Internet-Schraubenzieher. Der technisch orientierte "Beutebayer" der Redaktion - immer für Ideen zu haben, die Schliersee weiterbringen

 

 

 

Popoaugen für gute Rücksicht

Servus beianand – ich bin’s schon wieder, die Lilly!
Na gut, ich nerve langsam, aber eine Sache muss ich euch unbedingt erzählen: Habt ihr gewusst, dass Hunde und Menschen früher auch hinten Augen gehabt haben? Hunde an den Pobacken und Herrchen am Hinterkopf ‒ da, wo jetzt noch die freie, haarlose Stelle ist – jaha!

Zu den Menschen, also Herrchen und Frauchen, wisst ihr ja, dass die extrem gehandicapt sind, praktisch nichts riechen, nur lappriges Fresschen runterbekommen, schlecht hören und, statt sich auf die Umgebung zu konzentrieren, ewig und andauernd rumquatschen. Zu mir wisst ihr, dass Spazierengehen für mich extrem harte Arbeit ist, muss ja alles riechen und einordnen, wer da langgelaufen ist, ob die Hunde in mein sexuelles Beuteschema passen oder ob Karnickel, Wühlmäuse usw. das Verfallsdatum noch nicht überschritten haben. Als Hundedame von Welt muss man da Prioritäten setzen und sich auf die wichtigen Dinge konzentrieren.

Ach herrlich – ich komm schon wieder ins Plaudern, aber zurück zu den Popoaugen …

Gaaaaaaaaanz früher, also vor eeeewigen Zeiten, damals, in den frühen Zeiten der Evolution, als die Menschen noch nicht mit komischen Blechkartons oder mobilen Hochsitzen herumfuhren, da war die Welt noch in Ordnung, da brauchten wir nur vorne Augen, weil von hinten konnte kaum etwas oder jemand unvermittelt auftauchen und uns nach dem Leben trachten. Ja klar, bis auf Raubtiere und so, aber das ist eine andere Geschichte.

Dann hat der Mensch oder wer auch immer das Rad erfunden. So ein komisches rundes Ding, das mit ständiger Drehung richtig Tempo machen kann – sogar schneller, als ich laufen könnt. Diese Dinger haben sie an Blechkartons und Hochsitze montiert und damit das risikoreichste Zeitalter ever, ever, ever eingeläutet. Die Blechkartons bekamen zur Warnung einen gut hörbaren Motor und eine Hupe, die zum Beispiel heute noch konsequent von Feuerwehr- und Polizei-Blechkartons benutzt wird. Mit den Hochsitzen – ich glaub, die heißen heut Bikes oder Mountainbikes – war das schon schwieriger: kein Motor, kein Martinshorn und leise wie’d Sau.

In dieser finsteren Zeit schenkte die Evolution den Hunden und Menschen wohl weitere Augen, die nach hinten ausgerichtet waren. *hihi. Ich würde euch ja jetzt gern Bilder zeigen, wie das wohl ausgesehen hat, aber ihr seid dafür zu anständig: Wer schaut schon einer Hundedame so aufdringlich auf den Po?

So – wir fassen das mal zusammen: Poaugen waren unsagbar wichtig, weil man sonst garnienicht bemerkt hätte, wenn sich von rückwärts so ein Rad-Automat ranpirscht und mit atemberaubendem Tempo an einem vorbeirauscht. Das blieb so über viele Generationen. Dann wurde die Fahrradklingel erfunden oder die Fahrradhupe, also ein Ding, was koordiniert Krach machen konnte, wenn man als Fahrer die Poaugen von jemand anderem sah. Auf einmal waren die Popoaugen nicht mehr nötig, und da der Hund von Welt und auch Herrchen und Frauchen gern mal „Sitz“ machen, wurden sie zurückgebildet – nu sind sie weg. *seufz*

Warum erzähl ich das alles? Nun ja, ich weiß ja um die Aufsichtspflicht, die unsereins als Hund hat, auf Herrchen und Frauchen aufpassen … die sind ja so schreckhaft und fallen leicht um, wenn sie nur auf den Hinterpfoten stehen. Und in letzter Zeit kommt es immer mal wieder vor, dass jemand, der beradelt von hinten auf uns zufliegt, entweder keine Klingel hat oder zu schüchtern ist, sie zu benutzen. Voll gefährlich, finde ich!

Darum eine Bitte an die Radfahrer: Bitte klingeln, wenn ihr euch von hinten ranpirscht, oder von mir aus auch laut „Blaulicht“ oder „Tatü-Tataa“ rufen, wenn ihr euch keine Klingel leisten könnt. Zumindest so lange, bis wir unsere Popoaugen wieder komplett ausgebildet haben.

Total lieb von euch!

Eure Lilly

 

 

Karl Bergkemper Karl Bergkemper

Begeisterter Schlierseer, Musiker und Internet-Schraubenzieher. Der technisch orientierte "Beutebayer" der Redaktion - immer für Ideen zu haben, die Schliersee weiterbringen

 

 

 

Barfuß durch Schliersee

Juchuuuu, da bin ich 🙂 . Wie? Ihr kennt mich nicht? Okay, dann mal ganz langsam und von vorn:

Ich bin die Lilly, habe vier Pfoten, immer Appetit, meine Rasse ist „reinrassiger Rüpel“, Leergewicht 19 kg, 49 cm Schulterhöhe. Und ich habe es mir angetan, auf zwei Menschen aufzupassen, die ohne mich ganz sicher nicht zurechtkämen – Herrchen und Frauchen!

Was ich hier im Schliersee-Magazin suche? – Nun ja, als Hundedame von Welt muss man sich ja für irgendetwas engagieren, und außerdem ist’s immer gut, wenn man sich selbst ein paar Leckerli verdient, falls die „Bedienung“ sich mal wieder weigert, die Kühlschranktür zu öffnen.

Aber erst mal muss ich euch etwas total Supertolles erzählen: „Ich habe ein neues Halsband!“ *YEAH*

Ich finde es schick, es drückt nicht, ist atmungsaktiv, wasserabweisend, knalliballi-rot, und es steht mir gut, oder? Es hat unten ein Papperl dran, was entfernt an einen Knochen erinnert, den man allerdings bedauerlicherweise nicht essen kann – viel zu hart! Da ist mein Name eingraviert: „Lilly“, und die Telefonnummer von Herrchen, falls er sich einmal verläuft (glaub ich), damit er selbstständig daheim anrufen kann. Und das Tollste ist – na? Ja klar, unten hat’s einen Metallring dran – rostfrei!

Den brauche ich unbedingt, weil … jetzt seid ihr dran! Wofür mag dieser Ring sein?

Jawoll! Da kann Herrchen sich mit der Leine, mit der er so gern rumläuft, einklinken. Dann fällt es mir leichter, auf ihn aufzupassen. Er scheint mir nämlich ziemlich behindert zu sein – er riecht so gut wie nichts, ein Weichei ohne Fell, er kann nicht mal barfuß gehen, ohne zu jammern, besonders schnell ist er auch nicht, und last but not least ‒ er kann sich nicht mal mit der Hinterpfote am Ohr kratzen! Beim Laufen benutzt er die Vorderpfoten nicht, und er trinkt komische, widerwärtige Sachen.

Na egal, man kann sich sein Herrchen nicht aussuchen. Aber wo er nun schon mal da ist, nehme ich ihn halt zum Gassi- und Spazierengehen mit. Und da, wo viel Verkehr ist, wo ne Menge anderer Menschen und Hunde rumlaufen, wo Miezekatzen ihm unbeaufsichtigt gefährlich werden könnten, wo er sich im Wald verlaufen könnte, weil er den Rückweg nicht riecht, ist es mir sicherer, wenn er an der Leine hängt.

Klar bin ich ein wenig gehandicapt dadurch, aber auch verantwortungsvoll und unendlich stolz, neben ihm herzutraben, und ich habe ihn inzwischen so weit, dass er auf den Verkehr achtet und die Fußgängerampel für mich drückt. Herrchen ist übrigens auch ganz praktisch für die kleinen Snacks zwischendurch. *hihi*.

Neulich war ich mit ihm im Rathaus – wollte wissen, ob es so etwas wie einen Menschen-Führerschein gibt und worauf ich bei Herrchen besonders achten sollte. Und siehe da – es gibt bei uns in Schliersee ganz genau dafür eine Verordnung für freies Umherlaufen von Hundebesitzern oder so.

Könnt ihr hier nachlesen, falls es euch interessiert. Jede Menge Amtsdeutsch, das versteht kein Hund. Also fasse ich das Wichtigste mal zusammen:

  1. Es gibt in Schliersee Bereiche, die in einem Plan rot eingezeichnet sind, wo man aufpassen muss. Schade, dass ich diese Bereiche nicht riechen kann, aber Menschen scheint der Geruch nicht wichtig, also wird Herrchen sich merken müssen, wo genau diese Bereiche sind – das sollte er schaffen!
  2. Es gibt große Hunde, kleine Hunde, Hunde mit Maulkorb (finde ich für mich affig!), Blindenführhunde, Polizeihunde, Rettungshunde, Zollhunde, Jagdhunde, Hütehunde, Wachhunde usw. Alle in vielen möglichen Rassen.
  3. Eigentlich können alle diese Hunde mit ihren Halsbändern tun und lassen, was sie wollen (nicht zu verwechseln mit Geschäften aus dem Po), bis auf – ja, bis auf die großen Große Hunde, ja, was ist das denn? Okay – zum Mitschreiben: Große Hunde sind Hunde mit einer Schulterhöhe von mindestens 50 cm. Also etwas größer, als ich das bin!
  4. Jetzt kommt‘s: Große Hunde – wir wiederholen: ab 50 cm – müssen ihr Herrchen oder Frauchen oder wen auch immer in den markierten Bereichen an einer reißfesten Leine führen. Einfach, gell, wenn man’s weiß?!
  5. Auch solltet ihr darauf achten, dass – und das gilt für alle Hunde-Menschen-Gespanne – in öffentlichen Anlagen, Garten- und Parkanlagen, Kinderspielplätzen und Freibadeplätzen euer Mensch nicht unangeleint rumläuft.
  6. Lest oder fühlt mit Knigge: Die meisten Restaurants, Geschäfte etc. haben Probleme mit freilaufenden Menschen in Hundebegleitung – dafür habe ich Verständnis und nehme ihn artig an die Leine.
  7. Auf Wiesen und Weiden wohnen Kühe – geht da nicht hin, wenn es nicht unbedingt sein muss – man geht nicht einfach in fremder Leut‘s Wohnungen! Und – auch wenn ihr die Wohnungsbesitzer nicht leiden könnt, bitte stubenrein bleiben! Achtet darauf, dass Herrchen und Frauchen nicht unbetütet – ja unbeTÜTEt – mit euch unterwegs sind, und, wenn das Malheur nun mal passiert, dass sie eure wohlriechende „Essensrückgabe“ eintüten und dann nicht achtlos einfach wegwerfen, sondern sachgemäß entsorgen. Wie und wo das geht, wo ihr baden könnt und vieles mehr, das schreib ich euch bald mal auf – so lange seid ihr noch auf eure Intuition und gesunden Hundeverstand angewiesen. *kicher*.
  8. Manche Menschen, alleinlaufend oder auch unter Aufsicht, fürchten sich vor beaufsichtigten Herrchen und Frauchen. Auch das löst der Hund von Welt mit seinem Menschen am besten, indem er seinen Schutzbefohlenen einklinken lässt.

Boah, das war ja jetzt eine Menge, aber einfach zu merken.

Ein Hund mit Niveau nimmt Rücksicht und ist lieber einmal mehr vorsichtig als einmal zu wenig!

Manche Leute halte mich ja für altklug, dabei bin ich nur naseweis, und es ist mir halt sozialethisch nicht egal, was um mich herum passiert und wie man die Welt, nun ja, wie man Schliersee ein wenig besser machen könnte – schließlich zahlt man als Hund ja auch Steuern.

So – das g‘langt mal für heute – bleibt mir gewogen – kommt bald wieder, wenn es wieder heißt:
Lilly weiß nicht nur alles, sie weiß sogar alles besser. *hihi*

So – ich glaub, Herrchen muss jetzt raus – ich hoffe, er begreift‘s …

Viele freundliche Wuffs
Eure Lilly

 

 

Karl Bergkemper Karl Bergkemper

Begeisterter Schlierseer, Musiker und Internet-Schraubenzieher. Der technisch orientierte "Beutebayer" der Redaktion - immer für Ideen zu haben, die Schliersee weiterbringen