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Skiclub Schliersee: Leistungssportler-Schmiede

Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier, Olympia-Silbermedaillengewinner Peter Schlickenrieder (Langlauf) und Weltmeister Gustl Berauer (Nordische Kombination) ‒ sie alle stammen aus der Schmiede des SC Schliersee. Hier wird die Liebe zum Skisport vermittelt, und die erfolgreichen Sportler sind Vorbilder und vor allem Anreiz für den Nachwuchs, noch besser zu werden. Jedes Jahr werden die Clubmeisterschaften ausgetragen, und auch schon die ganz Kleinen kämpfen beim Pfanni-Lift-Rennen um den Markus-Wasmeier-Pokal. Unermüdlich wird trainiert. Vor etwa einem Monat fand die Siegerehrung der Clubmeisterschaft im Markus Wasmeier Freilichtmuseum statt. Die Spitzensportler des SC Schliersee sollten zusätzlich eine besondere Ehrung erhalten. So veranstaltete der Skiclub Schliersee zusammen mit der Gemeinde eine „Welcome Party“ in der Bar im Gasthof Terofal. Schon vor der Tür wiesen riesige Plakate und Fahnen auf die Sportgrößen hin. Viele Clubmitglieder und Gemeinderäte waren der Einladung von SC Schliersee und Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer gefolgt, um die herausragenden Wintersportler zu feiern.

 

 

Lukas Wasmeier | Ski Alpin

Lukas erreichte dieses Jahr den dritten Platz bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften in Garmisch-Partenkirchen und ist trotz einer etwas zu wenig konstanten Saison zufrieden mit den Ergebnissen.

Vanessa Hinz | Biathlon

Vanessa erreichte unter anderem den zweiten Platz bei der Mixed-Staffel bei der Weltmeisterschaft in Östersund, den ersten Platz in der Staffel beim Weltcup in Canmore und den dritten Platz im Massenstart beim Weltcup in Antholz.

Cheyenne Loch | Snowboard

Cheyenne erlebte dieses Jahr ein Comeback. Sie kam sieben Mal unter die Top Ten und erreichte dabei zweimal den dritten und zweimal den vierten Platz.

Elisabeth Schicho | Langlauf

Lisi hat sich entschieden, ihre Karriere zu beenden und in Oslo die Universität zu besuchen. Ihre größten Erfolge waren 2014 die Goldmedaille im Sprint und die Bronzemedaille über zehn Kilometer Langlauf bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Val di Fiemme.

Gerd Müller, der erste Langlauftrainer von Lisi, hielt eine Laudatio, schilderte ihren Werdegang und erzählte von der Liebe zum Langlauf schon vom Kindesalter an. Auch Vanessa Hinz, als Weggefährtin und Freundin, ließ es sich nicht nehmen, ein paar Worte an sie zu richten. Insgesamt haben sie miteinander 24 Jahre ‒ schon seit dem Kindergarten ‒ die Leidenschaft für den Sport geteilt. Sie haben zusammen mit Gerd Müller trainiert, sind zusammen im Kader gefahren und haben zusammen in Ruhpolding gewohnt und das Skigymnasium besucht. „Wir haben das Langlaufen beide geliebt, wir haben es geliebt, uns zu quälen, bis an die Grenzen zu gehen. Wir beide wissen, wie geil das Gefühl war und das Kribbeln, wenn man nach einem geilen Wettkampf ins Ziel kommt“, sagte Vanessa Hinz und bedankte sich bei Lisi für die tolle gemeinsame Zeit. „Du bist im Weltcup gestartet, bist bei Olympia dabei gewesen – jetzt ist es Zeit für den Kopf!“, lachte Vanessa Hinz Bezug nehmend auf Lisis neuen Wirkungskreis an der Uni in Oslo. Gerd Müller fasste zusammen:

„Herzlichen Dank, liebe Lisi, für die viele Freude, die du uns gemacht hast mit deinen Erfolgen, mit deinem positiven Auftreten, deiner liebenswürdigen Art – du bist eine begeisternde Vertreterin unserer Sportart!“, fasste ihr Trainer noch mal zusammen und sprach irgendwie für alle im Raum.

 

 

Schliersee kann wirklich stolz sein.

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Langlaufen mit Bergpanorama – die Valepp-Almen-Loipe am Spitzing

Die Sonne lacht vom winterblauen Himmel, der Schnee glitzert einladend, und die Temperaturen bewegen sich im angenehmen Plus-Bereich: Auf geht’s zu einer Langlauftour im Spitzinggebiet.

Einen anspruchsvollen Rundkurs bietet die Loipe im Bereich der Valepp-Almen. Für klassische Langläufer und sportliche Skater bestens geeignet, schlängelt sich die perfekt gespurte Loipe malerisch zwischen den pittoresken Almhütten  der Valepp entlang.

Fußmarsch zur Loipe

Der Weg zum Einstieg der Loipe ist nur zu Fuß möglich. Entweder über den Roßkopfweg, der kurz hinter der Gaststätte „Alte Wurzhütte“ abzweigt und gut ausgeschildert ist, oder über die Forststraße „Valepperstraße“ zur Albert-Link-Hütte.

Komfortabler marschiert es sich wohl auf der Forststraße, vom Roßkopfweg biegt nämlich nach etwa fünf Minuten ein steiler Trampelpfad ab, der über eine schneebedeckte Wiese zur Loipe führt.

Pittoreske Almen und verschneite Berggipfel

Aber die Anstrengung lohnt sich: Die Lage der Valepp-Almen-Loipe sucht ihresgleichen, und der Ausblick auf die umliegenden tief verschneiten Berggipfel ist grandios. Auf einer Länge von etwa fünf Kilometern können die Langläufer hier ihre Runden ziehen, einige Anstiege und Abfahren sind jedoch nur für Geübte empfehlenswert.

Einkehrschwung zur Albert-Link-Hütte

Wer nach der Loipentour eine Stärkung braucht, kann in der Albert-Link-Hütte einkehren. Auf der sonnigen Terrasse schmecken nach der sportlichen Betätigung ein erfrischendes Weißbier und ein selbst gemachtes Holzofenbrot mit Speck und Käse! Als Langlaufzentrum der Sektion München des Deutschen Alpenvereins bieten die Hüttenwirte auch einen Ski- und Wachsservice an. Dank der familienfreundlichen Umgebung können die kleinen Gäste hier unbesorgt toben und spielen.

Eine Langlauftour am Spitzingsee ist ein ganz besonderes Vergnügen und als Alternative zum Skifahren bestens geeignet!

 

Anfahrt zur Valepp-Almen-Loipe:

Der Straße durch den Ort Spitzingsee bis zur Gaststätte „Alte Wurzhütte“ folgen. Dort zweigen nach links die Forststraße zur Albert-Link-Hütte sowie der Fußweg „Roßkopfweg“ ab. Gehzeit jeweils etwa zehn Minuten.

 

Parkmöglichkeit:

Die Valepp-Almen-Loipe ist nur zu Fuß erreichbar. Die nächstgelegenen gebührenpflichtigen Parkplätze befinden sich am Stümpfling-Sessellift und entlang des Lyrawegs.

 

 

Albert-Link-Hütte

Ganzjährig geöffnet; Mo. Ruhetag (außer Feiertag)

Ute Werner & Uwe Gruber

Tel.: 08026/71264

 

 

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

 

 

 

Tipps Februar 2019: Nach der „Schneewalze“ folgt der Wintertraum

bestimmt haben Sie mitverfolgt, dass wir Anfang des Jahres von einer „Schneewalze“ getroffen wurden. In kurzer Zeit fiel in Schliersee sehr viel Schnee. Für Sie bedeutet das nun, dass wir hier traumhafte Wintersportverhältnisse haben und einem Urlaub im Schnee bei uns in Schliersee nichts mehr entgegensteht. Auch in unserem Schliersee Magazin haben wir uns mit dem Schneefall beschäftigt. Meine Redakteurin Judith Weber ist sogar mit der Schneefräse durch Schliersee mitgefahren, um Ihnen zu zeigen, wie unsere Bauhofmitarbeiter den Weg für Sie freimachen.

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Folgt den Spuren im Schnee: Vitalwelt Loipe – Langlaufen im Herzen von Schliersee

Neue VITALWELT Loipe auf der Seefestwiese mit Blick auf den See

Wir haben dieses Jahr einen Bilderbuchwinter in Schliersee. Es hat wieder frisch geschneit. Langlaufgenießer können jetzt ihre Runden durch die malerisch verschneite Landschaft drehen. Die Gemeinde hat gestern kurzerhand eine Loipe auf der Seefestwiese – die Vitalwelt Loipe – gespurt. Ich durfte auch mitfahren. Entstanden ist eine 400 m lange neue Loipe für euch. Direkt an der Vitalwelt, ist sie auch eine optimale Ergänzung zu einem Besuch in der Vitaltherme, vor einem Saunaabend oder als zusätzliche Ausdauereinheit zum Training im Medius.

Im Gespräch mit Kuramtsleiter Mathias Schrön erfahre ich, dass alle Schlierseer Loipen sowohl für Einheimische, als auch für alle Gäste kostenfrei zu benutzen sind. „Ich freue mich, dass wir unsere Loipen ohne Gebühr anbieten können“, sagt Mathias Schrön. Da rund um die Loipe an der Vitalwelt Laternen stehen, könnt ihr auch nach Feierabend eure Runden drehen. Wer eine längere Loipe in Schliersee sucht, die „Valepper-Almen“-Loipe und die „Heimatsau“-Loipe oben am Spitzingsee und die Kirchbichl Loipe, die Schliersee mit Hausham verbindet, sind für euch optimal gespurt.

Tipp: Ihr möchtet endlich richtig Langlaufen lernen?

Da habe ich ein ganz besonderes Angebot für euch. Der Schlierseer Trainer Gerd Müller, der schon Peter Schlickenrieder – Olympiasilbermedaillengewinner und heute Bundestrainer der deutschen Skilangläufer – und auch Vanessa Hinz – Weltmeisterschafts-Goldmedaillengewinnerin und Olympiateilnehmerin im Biathlon – trainierte, ist jetzt für euch da. Schliersee hat am  7., 21. und 28.2.2019 den Kurs „Skilanglauf klassisch für Einsteiger“ im Programm. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr bei Ingo’s Skiverleih am Spitzingsee – für Gäste mit Gästekarte ist der Kurs sogar kostenfrei. Bitte meldet euch in der Gäste-Information Schliersee an.

 

 

Auf geht’s: Die frisch gespurten Loipen warten auf Euch. Folgt den Spuren im Schnee.

 

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

August Finsterlin, der Pionier des Skisports in Schliersee

Der Münchener Verleger und Buchhändler August Finsterlin (1846‒1927) ist der maßgebende Wintersportpionier im Mangfallgebirge. Er entdeckte Ende des 19. Jahrhunderts, dass es in Finnland Skier gibt, mit denen sich die dortigen Einheimischen geschickt auf dem Schnee fortbewegen. Dieses Spektakel weckte sein Interesse, und so besorgte sich der Verleger ein Paar davon.

Die damaligen Skier sind jedoch nicht mit den heutigen vergleichbar. Sie waren vollständig aus Holz gearbeitet und stolze 3,20 m lang. Eine sturzsichere Bindung gab es damals noch nicht. Man fuhr mit strapazierfähigen Lederstiefeln, die mit Lederriemen an den „Brettern“ befestigt wurden. Die Fersen waren nicht fixiert, und so wurde der sogenannte Telemarkschwung geboren, wobei man bei jedem Schwung mit dem kurveninneren Bein in die Knie ging. Das wirkte elegant und spielerisch. Doch stellen Sie sich einfach mal vor, wie es Ihnen mit Skiern ginge, die etwa doppelt so lang wie unsere heutigen Skier sind …

August Finsterlin beschloss, seine neuen Skier 1888 am Monopteros im Englischen Garten in München auszuprobieren. Auch heute noch tummeln sich auf dem eher schmalen Hang an schneereichen Tagen zahlreiche jugendliche Rodler und Kinder, die auf ihren ersten kleinen Skiern stehen.

August Finsterlin versuchte seine ersten Schwünge in der Dunkelheit der Nacht und wurde dabei prompt von der Polizei erwischt, die das sportliche Treiben unterband. 1891 beschloss der Verleger und verhinderte Skisportler, nach Schliersee umzusiedeln. Er kaufte den damaligen „Högerhof“ in Fischhausen und verlegte seinen Wohnsitz samt Verlag und Buchhandlung ins Mangfallgebirge. Dort brachte er die „Schlierseer Nachrichten“ und 1895 die Fachzeitschrift „Der Schneeschuh“ heraus. Der Högerhof wurde zum „Café am See“ und später zum „Hotel Finsterlin“.  Heute steht auf dem Grund das Haus „St. Leonhard am See“.

Seine ersten Skifahrversuche in den Bayerischen Alpen startete August Finsterlin in Fischhausen am Südende des Schliersees. Und so begann die Erfolgsgeschichte des Wintersports. Im Laufe der Zeit gab es immer mehr Skisportbegeisterte. Vor allem Aristokraten und vermögende Bürger aus München kamen nach Schliersee, um im „Hotel Finsterlin“ zu nächtigen und tagsüber die umliegenden Berge mit Skiern zu befahren. Skilifte waren zur damaligen Zeit natürlich noch Zukunftsmusik. 1893 wurde der „Akademische Schneeschuhverein München“ gegründet, und 1895 wurde die Rotwand zum ersten Mal mit Skiern auf dem Rücken bestiegen. Das war mit den 3,20 m langen Skibrettern ein anstrengendes Unterfangen, und auch die Abfahrt stellte ein anspruchsvolles Vergnügen dar. 1897 fanden sich die ersten Skifahrer bereits auf dem Gipfel der Bodenschneid ein. Um einer breiteren Menge an Skifans das Skifahren nahezubringen, kam es 1902 zur Gründung des ersten Skikurses in Fischhausen. Bereits 1904 fand dann das erste Skirennen in Fischhausen statt, und 1907 wurden die ersten bayerischen Skimeisterschaften veranstaltet. Diese umfassten einen 25 km langen Langlauf von Fischhausen zum höher gelegenen Spitzingsee und zurück.

Mit der wachsenden Begeisterung der Bevölkerung für den Skisport ging ein wirtschaftlicher Aufschwung für die armen Gebirgstäler einher. Dieser führte dazu, dass sich im Laufe der folgenden Jahre Schliersee und auch Spitzingsee zu florierenden Ferienorten und einem beliebten Skigebiet entwickelten.

 

 

Die Bilder sind Fotos der ständigen Ausstellung über die Anfänge des Wintersports im Markus Wasmeier Freilichtmuseum.

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Olympiafieber: Elisabeth Schicho aus Schliersee fliegt nach Pyeongchang

Elisabeth Schicho (Langlauf) hat das Ticket nach Olympia gelöst und wird zusammen mit Biathletin Vanessa Hinz Schliersee in Südkorea gleich doppelt vertreten. Die Freude in Schliersee ist groß.

Elisabeth Schicho macht seit der zweiten Klasse die Langlaufloipen unsicher und freut sich riesig auf ihre Olympia-Teilnahme.

Die Einkleidung und Trainingsvorbereitung laufen auf Hochtouren, trotzdem hat Elisabeth Schicho Zeit gefunden, um unseren Kuramtsleiter Mathias Schrön zu besuchen.

 

 

Ganz Schliersee fiebert mit.

Wir drücken Dir die Daumen, Lisi – danke für den Besuch!

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Skating am Schliersee – ein überaus sportliches Wintervergnügen

Endlich herrscht Winter am Schliersee. Der Schnee liegt hoch, und die Wintersportbedingungen sind optimal. Das ist die Gelegenheit, um in einen Sport hineinzuschnuppern, der mich schon seit Längerem interessiert: das Skating. Bei dieser Art des Skilanglaufs fährt man nicht diagonal, sondern gleitet wie beim Schlittschuhlaufen über eine gewalzte Bahn.

An diesem sonnigen Januartag habe ich mich mit Jürgen Koschyk, der Kurse im Langlaufen und Skating am Schliersee anbietet, an der Fischhausener Loipe am südlichen Ende des Schliersees verabredet. Der Rundkurs neben dem „Pfanni-Skilift“ ist etwa zwei Kilometer lang und an diesem frischen Morgen noch menschenleer. Gott sei Dank, denn bei meinen ersten Versuchen in der ungewohnten Technik möchte ich mich ungern blamieren!

Zum Skating braucht man eine spezielle Ausrüstung. Die Skier sind zwar auf den ersten Blick kaum von klassischen Langlaufskiern zu unterscheiden, sollten aber etwas kürzer sein. Da sie vollständig auf das Gleiten ausgelegt sind, tut man sich mit kürzeren Skiern einfach leichter. Die Schuhe sind etwas höher geschnitten, und die Sohle ist relativ hart. Mittlerweile findet man aber auch Kombischuhe auf dem Markt, die für beide Langlauftechniken geeignet sind. Die Stöcke sind ebenfalls etwas kürzer als bei der diagonalen Technik. Als Faustregel für die optimale Stocklänge gilt: etwa bis Achselhöhe.

Jürgen Koschyk erklärt mir kurz den Bewegungsablauf ‒ und schon kann es losgehen. Die ersten Meter geht es etwas bergab, was mich schon vor die erste Herausforderung stellt: Bremsen! „Im Pflug wie beim Ski alpin“, ruft mir Jürgen zu. Der Tipp funktioniert, und ich gleite unbeschadet den kleinen Abhang hinunter. So, und jetzt auf ebener Fläche weiter im Schlittschuhschritt. „2:1“ nennt sich die Bewegungstechnik auf ebener Fläche. Das heißt, die Stöcke werden gleichzeitig nach jedem zweiten Schritt in den Schnee gesetzt. Somit stößt man sich ab und bekommt den richtigen Schwung, um den restlichen Körper folgen zu lassen. Klingt kompliziert? Ist es auch. Man benötigt definitiv ein bisschen Übung, um Beine, Arme und Körper richtig zu koordinieren.

Wir sind kaum fünf Minuten unterwegs, und schon beginnen meine Arme zu schmerzen. Skating ist anstrengend und kraftaufwendig. Vor allem, wenn die Strecke bergauf führt. Hier empfiehlt Jürgen mir die sogenannte Pendeltechnik. Dabei sollten die Stöcke nicht symmetrisch, sondern abwechselnd bei jedem Schritt eingesetzt werden. Ich stelle mir eine watschelnde Ente mit Stöcken vor.

Nach rund einer Stunde bin ich außer Atem und nassgeschwitzt. Der Fitnesseffekt ist beim Skating auf jeden Fall vorhanden, und wenn man es gut beherrscht, macht es sicherlich großen Spaß, über die Loipen zu gleiten und dabei richtig elegant auszusehen.

Aber man muss sich nicht gleich eine eigene Ausrüstung zulegen, um Skating auszuprobieren. Bei Ingos Skiverleih und der Ski- und Snowboardschule Martina Loch am Spitzingsee können Interessierte sich Ski, Schuhe und Stöcke ausleihen.

Skating ist auf allen Loipen rund um den Schliersee und am Spitzingsee möglich. In der Regel steht neben der klassischen Loipenspur eine gewalzte Bahn zur Verfügung.

Wer Lust an der Bewegung in der herrlichen Winterlandschaft rund um den Schliersee hat, sollte diese Alternative zum klassischen Langlaufen unbedingt ausprobieren!

Verleihservice

Skiverleih Spitzingsee
Seeweg 1, 08026-7721
www.skiverleih-spitzingsee.de

Schnee-Aktivitäten Martina Loch
Lyraweg 6, 0802-928908
www.snowcamp-martina-loch.de

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!