Beiträge

Schlierseer Geschichte erleben | Ausstellung 100 Jahre Bockerlbahn in der Vitalwelt Schliersee

Am Samstag eröffneten Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer und Kuramtsleiter Mathias Schrön die Ausstellung „100 Jahre Bockerlbahn“ in der Vitalwelt Schliersee.

Ab Montag, 28. Oktober 2019, ist diese Ausstellung bei freiem Eintritt täglich zu besichtigen.

 

 

Vor hundert Jahren fegte im Januar ein Föhnsturm über das Spitzingseegebiet, und nach zwei weiteren Stürmen im März und Juli lagen schließlich etwa 300.000 Bäume entwurzelt oder umgeknickt am Boden. Es musste schon nach dem ersten Sturm schnell Abhilfe geschaffen werden, um Schädlingsbefall und Fäulnis zu verhindern. Bereits im Februar, nur sechs Wochen nach dem Jahrhundertsturm, lag ein Plan für den Bau einer Schmalspurbahn vor. Bestehen blieb sie nur bis 1922. Als das Holz abtransportiert war, wurde die Bahn wieder demontiert. Vom Bahnhof in Neuhaus (Zuganbindung nach Schliersee und Bayrischzell) ging die Waldbahn über die Stockeralm, den Spitzingsattel, die Wurzhütte, das Blecksteinhaus bis zur Waitzinger Alm. Heute befindet sich auf der 12 km langen Strecke der Schmalspurbahn ein Wanderweg – der Bockerlbahnweg. Auf zahlreichen Tafeln entlang des Weges könnt ihr viel über die Geschichte der Neuhauser Bockerlbahn lernen. Den Flyer hierzu bekommt ihr bei uns in der Gäste-Information Schliersee.

Es mussten damals sogar Felsen weggesprengt werden, um die Gleise zu verlegen.

Vor der „Neuen Wurzhütte“ geht unser Weg bei der Tafel 10 nach rechts in Richtung „Rosskopfhaus“, auf der alten Trasse oberhalb der Valepper Almen am Almboden vorbei und einige Zeit später durch einen aus dem Felsen gesprengten Trassendurchbruch. Eine Tafel (Nr. 11) zeigt die ehemalige Dampflok bei der Fahrt durch diesen Felsdurchbruch.“

(Freunde der Bockerlbahn)

TIPP: Ein ganz besonderes Highlight ist der Originalwaggon, der auf dem Wanderweg als Anschauungsobjekt steht und echtes Bockerlbahn-Feeling vermittelt. Diesen haben die Freunde der Bockerlbahn 2014 in Norddeutschland ausfindig gemacht und aufgestellt.

Gearbeitet wurde damals mit den einfachsten Mitteln, wie etwa der Wiegsäge, Sapie oder Axt. Diese Gegenstände könnt ihr in der Ausstellung in der Vitalwelt Schliersee besichtigen. Lasst euch zurückversetzen in das Jahr 1919: Die vielen großen Schwarzweiß-Bilder vermitteln einen echten Eindruck wie hart diese Arbeit damals gewesen sein muss.

Die Ausstellung widmet sich auch Dr. Jörg von Hertlein (1927 – 2014), einem großen Förderer der Bockerlbahn. Seine täglichen Spaziergänge hatten ihn inspiriert, die Bockerlbahn wieder in Erinnerung zu rufen. Er begann nach alten Fundamenten der Brücken und nach Gleisresten zu suchen und machte schon bald Vorträge über die Neuhauser Bockerlbahn. Ihm ist es zu verdanken, dass die Bahn nicht in Vergessenheit geraten ist.

Zusätzlich läuft in der Ausstellung eine Bildschirmpräsentation und ein Film über die Bockerlbahn, den das Bayerische Fernsehen bei uns im Frühjahr gedreht hat.

Diesen Film könnt ihr auch hier gleich online anschauen: https://www.br.de/mediathek/video/wandern-am-spitzingsee-auf-den-spuren-der-bockerlbahn-av:5cf92faac6ded500133bd32b

Ich war beim Drehtag dabei: https://magazin.schliersee.de/tag/bockerlbahn/

Die Ausstellung 100 Jahre Bockerlbahn Schliersee ist meiner Meinung nach sehr gelungen. Nachhaltig aus Holz und mit vielen großen Bildern wurde sie von Kuramtsleiter Mathias Schrön konzeptioniert, grafisch perfekt umgesetzt von Renate Holzmeier und bei der Umsetzung unterstützt von Reiner Pertl.

 

 

Bis Weihnachten täglich in der Vitalwelt Schliersee zu besichtigen. Nicht verpassen!

Vitalwelt Schliersee

Perfallstraße 4

83727 Schliersee

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Das Bayerische Fernsehen zu Gast in Schliersee: Auf den Spuren der Bockerlbahn

Dieses Jahr feiern wir in Schliersee das hundertjährige Jubiläum der Bockerlbahn.

Vor genau hundert Jahren fegte ein Föhnsturm mit Orkanstärke über den Alpenkamm und richtete großen Schaden im Gebiet rund um den Spitzingsee an. Schon sechs Wochen nach dem Sturm stand der Plan für die Neuhauser Bockerlbahn für den Abtransport des Holzes. Mehr als 300.000 Holzstämme wurden mit ihr ins Tal befördert.

 

 

Das interessiert auch das Bayerische Fernsehen. Gedreht wurde ein kurzer Film für die BR Abendschau zusammen mit unserem Schlierseer Wanderleiter Jürgen Koschyk und einer kleinen Wandergruppe. Ich durfte mitgehen. Zuerst fuhren wir mit zwei Kleinbussen zur Waitzinger Alm. Schnell wurde den fernsehunerfahrenen Teilnehmern klar: Mit Wandern hat das überhaupt nichts zu tun. Dreimal um die gleiche Ecke biegen, wieder zurück und noch mal vor. Warten auf das richtige Licht, wann kommt die Sonne wieder hinter den Wolken hervor? Moment, da kommen Radlfahrer, lasst die mal noch durch! Dann weiter mit dem Kleinbus, gefüllt mit Equipment, zur nächsten Szene. Schnell gehen vier Stunden ins Land. Unser Schlierseer Bockerlbahn-Experte Günter Maier-Schmotz wurde interviewt, und auch Jürgen Koschyk erklärte Wissenswertes zur historische Bahntrasse. Nach getaner Arbeit ließen wir den Tag im La Stazione am Neuhauser Bahnhof, der ehemaligen Verladestation des Holzes, ausklingen.

Den fertigen Film vom Bayerischen Fernsehen könnt ihr hier sehen. (BR Mediathek)

 

 

Mein Tipp: Geführte Wanderungen mit Jürgen Koschyk finden im Sommer jede Woche dienstags und donnerstags statt. Bitte in der Gäste-Information anmelden. Gäste mit Gästekarte kostenfrei, sonst 5 Euro je Wanderung. Maximal 10 Personen.

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Wir freuen uns über eure Hilfe: Wer kann etwas zur Neuhauser Bockerlbahn erzählen?

Wer kann etwas zur Neuhauser Bockerlbahn erzählen? Gesucht werden Zeitzeugen, Gegenstände und Fotos für die Ausstellung in der historischen Holzerhütte im Markus Wasmeier Freilichtmuseum „Wege des Holzes – Kulturgeschichte und natürliche Vielfalt“ im Jahr 2019. Vor genau hundert Jahren fegte ein Föhnsturm mit Orkanstärke über den Alpenkamm und richtete großen Schaden im Gebiet rund um den Spitzingsee an. Schon sechs Wochen nach dem Sturm stand der Plan für die Neuhauser Bockerlbahn für den Abtransport des Holzes. Mehr als 300.000 Holzstämme wurden mit ihr ins Tal befördert.

Das Projekt „Wege des Holzes ‒ Kulturgeschichte und natürliche Vielfalt“ hat bereits mit dem Abbau einer Holzerhütte im Bayerischen Staatsforst begonnen. Diese Hütte wurde schon 2017 im Markus Wasmeier Freilichtmuseum aufgebaut und steht nun für den Einbau der Ausstellung zur Verfügung. Wenn der Termin für die Eröffnung der Ausstellung feststeht, dann informieren wir euch natürlich hier im Schliersee Magazin. Begleitend wird es dann auch geführte Wanderungen auf dem Bockerlbahnweg durch die Gäste-Information Schliersee geben.

Zusätzlich wird 2019 der historische Roman „Holztod – Wie eine Naturkatastrophe vor 100 Jahren Mensch und Natur am Schliersee veränderte“ von Autor Peter Augustin im Bauer-Verlag erscheinen. „ Auf den Spuren der einstigen Waldbahn schlängelt sich heute ein wunderbarer Wanderweg dahin, an dem Schautafeln über das – leider den meisten Menschen unbekannte – Geschehen aufklären. Dieser Weg und die Tafeln haben mich an einem schönen Wandertag im Frühsommer zum Schreiben des Buches inspiriert“, sagt Autor Peter Augustin. Der Roman spielt zur Zeit des Holzabtransports.

Unter allen, die etwas zur Ausstellung beitragen können, verlosen wir zehn dieser Romane.

Bitte schickt eine E-Mail an office@wasmeier.de oder meldet euch telefonisch unter 08026/929 22, wenn ihr alte Gegenstände oder Fotos zum Thema „Neuhauser Bockerlbahn“ habt oder Zeitzeugen kennt, die etwas zu erzählen haben.

 

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Wanderung auf den Hausberg der Schlierseer ‒ die Brecherspitz (1.683 m)

Der wie ich finde schönste Weg führt von Neuhaus über die Nordseite hinauf. Da habt Ihr auch beim Raufgehen schon immer wieder tolle Ausblicke auf unseren Schliersee. Bei der letzten Wanderung habe ich diesen kleinen Film für Euch gemacht. 

 

Start:  am Bahnhof von Neuhaus. Den erreicht Ihr mit der BOB, dem Bus und habt die Möglichkeit dort Euer Auto zu parken.

Dauer: Aussage laut Wegweiser: „Brecherspitz 3 ½  Std.“. Wie lange Ihr dann wirklich braucht, ist natürlich von Eurer Fitness abhängig.

Wegbeschreibung: Vom Parkplatz aus folgt Ihr erst der Waldschmidtstraße und biegt an der zweiten Straßenkreuzung links in die Grünseestraße und folgt immer den gelben Wanderschildern. Nach ein paar Minuten folgt Ihr den Schilden nach rechts und kommt nach wenigen Metern auf einen Forstweg, der gleichzeitig auch der Bockerlbahn-Weg ist. Nach ca. 15 Min. verlasst Ihr den Bockerlbahn-Weg und folgt der Beschilderung „Brecherspitz 2 ½ Std.“.

Von nun an geht es bergauf! Laut Wegweiser folgt Ihr dieser Forststraße für 1 ½ Std. bis zur Ankelalm (aktuell nicht bewirtschaftet). In diesem Bereich ist der Weg weitestgehend im Schatten. Ab dem Almgebiet der Ankelalm habt Ihr die ersten richtig schönen Ausblicke runter ins Tal, auf den Schliersee und rüber bis zum Wendelstein. Bei guter Sicht sogar bis München.

Jetzt beginnt für mich der schönere Teil der Wanderung. Wir haben den Gipfel schon im Blick und folgen dem Pfad linker Hand erst über die Almwiesen und dann weiter durch die Latschen nach oben bis zum Gipfel.

Herrlich, geschafft! Von hier oben erstreckt sich ein grandioses Panorama: der Blick zurück auf die Ankelalm, nach Schliersee; weiter links haben wir dann den Tegernsee, den Wallberg, im Vordergrund noch die Freudenreichkapelle und bei guter Sicht auch noch die Zugspitze. Richtung Süden sieht man den Spitzingsee und das Skigebiet, weiter links die Rotwand, den Taubenstein und die Taubensteinbahn. Blickt Ihr weiter nach links, seht Ihr die Jägerkamp und im Hintergrund wieder den Wendelstein ‒ das ist der mit der Antenne.

Für den Gipfel packt Ihr Euch am besten eine schöne Brotzeit ein. Die schmeckt nach dem Aufstieg und dem herrlichen Panorama hervorragend.

BITTE denke daran, ausreichend Getränke mitzunehmen.
Empfehlung vom BergMadl: 1 ½ Liter pro Person. Ideal sind dünne Saftschorlen.
An sonnigen Tagen bitte auch an eine Kopfbedeckung denken.

Wichtig: Der Berg ist erst geschafft, wenn Ihr wieder unten seid. Deshalb oben Pause machen und die Energiespeicher wieder etwas füllen. Das dient auch Eurer Konzentration und somit Trittsicherheit.

 

Rückweg: den gleichen Weg zurück, wie Ihr gekommen seid, oder alternativ über die Firstalmen. Die Untere Firstalm ist bewirtschaftet. Die Obere Firstalm ist voraussichtlich bis Ende August wegen Umbaus geschlossen.

Von der Unteren Firstalm wandert Ihr zum Spitzingsee. Vom Ort Spitzingsee oder auch vom Spitzingsattel bringt Euch der Bus auch wieder zurück zum Bahnhof nach Neuhaus

Alternativer Aufstieg oder auch Abstieg und mit dem Bus wieder zurück zum Bahnhof Neuhaus:

http://www.schliersee.de/sommer/schliersee-erleben/wandern-und-berge/

 

 

Das BergMadl wünscht Euch einen schönen Tag und viele schöne Momente bei dieser Tour.

 

 

BergMadl Julia Zilken BergMadl Julia Zilken

Bergwander- und Schneeschuhwanderführerin, Verkaufstrainerin Sporttextil und -Hardware, aus Schliersee. Ich liebe die Berge! Bei meinen Touren die Faszination Berg mit allen Sinnen erleben! Freude mit anderen Menschen teilen. www.bergmadl-schliersee.de

 

 

 

Erfrischender Rundweg für heiße Sommertage in Schliersee

Die Wasserfall-Runde ist angenehm schattig, und Ihr habt immer wieder die Möglichkeit, Euch mit dem kalten Wasser des Hachlbachs zu erfrischen. Das ist optimal für einen heißen Sommertag in Schliersee. Der Hachlbach braust kühl und frisch vom Spitzingsee ins Josefstal. Manchmal schlängelt er sich über Almwiesen, dann rast er wie ein temperamentvoller Sturzbach durch die Felsen und bremst in den Gumpen, bevor er sich am Ende als imposanter Wasserfall hinabstürzt.

Parken: Die Parksituation im Josefstal ist schwierig. Am einfachsten reist Ihr mit der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) an und lauft die etwa 1,5 km vom Bahnhof über die Neuhauser und Josefstaler Straße bis zum Ende des Josefstals. Wenn Ihr mit dem Auto unterwegs seid, könnt ihr ebenfalls vom Bahnhof Neuhaus starten (dort gibt es kostenpflichtige Parkplätze), oder Ihr versucht, einen Parkplatz in der Aurachstraße oder im Buchenweg zu finden. Direkt am Ende der Josefstalerstraße gibt es nur ein paar wenige Parkplätze, vor allem am Wochenende. Bitte nehmt Rücksicht auf die Anwohner!

Der Wasserfall ist am Ende der Josefstaler Straße gleich gut ausgeschildert. Folgt einfach dem Wegweiser: „Wasserfall-Rundweg“. Kaum biegt man in den Wald, spürt man schon die Erfrischung. Der Weg führt entlang des Hachlbachs zum größten Wasserfall des Rundwegs. Tosendes Rauschen und feiner Sprühnebel kündigen den Wasserfall frühzeitig an. Vorsichtig kann man ganz nah an den Wasserfall hingehen und sich anspritzen lassen. Wer ganz mutig ist, stellt sich drunter – eine Freiluftdusche für den wagemutigen Wanderer. Empfehlen kann ich es allerdings nicht, es ist einfach zu kalt. Von hier schlängelt sich der Bergpfad neben dem Hachlbach hoch zu weiteren Kaskaden. Auch in der Gumpe weiter oben kann man sich erfrischen. Ein kurzes Fußbad reicht. Nach dem nächsten Wasserfall sieht man wieder Sonnenlicht. Der Weg führt zu einem sanften Wiesengrund, der sich wunderbar als Picknickplatz eignet. Kinder können hier im flachen, murmelnden und eiskalten Bach spielen. Weiter geht der Weg übers Brückerl und zum Bockerlbahn-Weg, der im Schatten des Waldes entlang der ehemaligen Bahntrasse bergab verläuft. Die Bockerlbahn war eine Schmalspurbahn zum Holzabtransport nach einem Windbruch im Spitzinggebiet von 1919‒1927. Auch an einem alten Zugwagon der Bockerlbahn kommt man vorbei. An der Abzweige „Wasserfall-Rundweg“ könnt Ihr wieder in Richtung Wasserfall über den Buchenweg abbiegen, oder Ihr folgt der Beschilderung nach Neuhaus – je nachdem, wo das Auto steht oder ob Ihr mit dem Zug unterwegs seid.

 

 

Mein Tipp: Viel Zeit und eine Brotzeit mitbringen! Für das Erfrischen im Hachlbach, zahlreiche Fotostopps und ein Picknick auf der Almwiese sollte man sich ganz viel Zeit lassen. Einfach mal die Seele baumeln lassen!

 

 

Der Rundweg vom Bahnhof Neuhaus ist etwa 7 km lang. Normalerweise braucht man etwa zwei Stunden. Ich würde mehr Zeit einplanen, um die Natur entspannt genießen zu können.

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Kinder, wir fahren an den Schliersee!

Die bayerischen Sommerferien sind in vollem Gange. Wenn es heiß ist, freuen sich Kinder über einen Besuch im Schwimmbad oder über einen Badetag am See. Doch was kann man eigentlich am Schliersee unternehmen, wenn die Temperaturen nicht badetauglich sind?

Josefsthaler Wasserfälle

Am Ende der Straße, die zum Schlierseer Ortsteil Josefsthal führt, zweigt ein kleiner Pfad zu den Josefsthaler Wasserfällen ab. Nach etwa zehn Minuten Fußweg erreichen die Wanderer den Hachlbach. Der Weg führt den kleinen Bach flussaufwärts entlang durch den schattigen Wald, bis an seinem Ende ein großer Wasserfall auftaucht. Rund zwölf Meter ergießt sich das Wasser über einen Felssturz in die Tiefe. Wenn die Sonne durch das Laubwerk der Bäume leuchtet, glitzern die Wassertropfen wie tausend funkelnde Edelsteine. Besonders Wagemutige nehmen auch gerne mal eine spontane Dusche unter dem Wasserfall – ein Vergnügen, das nur an sehr heißen Tagen zu empfehlen ist, denn das Wasser ist eisig kalt. Für Kinder ist es auf jeden Fall ein ungefährliches Abenteuer, über die Flusssteine zu balancieren oder im Hachlbach unterhalb der Kaskade zu planschen.

Ein kurzer steiler Aufstieg führt seitwärts zum zweiten, etwas kleineren Wasserfall, der sich in eine kleine Gumpe ergießt. Oberhalb liegt die sonnige Picknickwiese der Stockeralm. Der Hachlbach verläuft hier als friedlicher und flacher Wiesenbach. Hier ist der ideale Ort, um es sich auf Decken mit einer Brotzeit gemütlich zu machen. Auch kleinere Kinder können hier gefahrlos herumtoben, während die Eltern sich eine Verschnaufpause gönnen.

Vom Picknickplatz aus gibt es verschiedene Möglichkeiten zu weiteren Wanderungen. Einige Wege führen bis hinauf zum Spitzingsattel oder weiter zur Brecherspitz. Folgt man dem Wegweiser „Rundweg Josefsthaler Wasserfälle“, geleitet einen der Weg ein Stück der alten Spitzingstraße und einem Teil des „Bockerlbahnweges“ hinab, bis man nach gut einer Stunde wieder am Ausgangspunkt angelangt ist ‒ eine leichte Wanderung, die keine besondere Wanderausrüstung verlangt. Ein paar Wechselsocken für die Kleinen sollte man vielleicht dabeihaben, falls ein Fußbad im Hachlbach doch allzu verlockend war!

 

Spielplatz an der Vitalwelt

Im Spielplatz-Himmel fühlen sich Kinder auf dem Spielplatz an der Vitalwelt direkt am Seeufer. Hier werden fast alle Kinderträume erfüllt. Nicht umsonst trägt er das Prädikat „schönster Spielplatz Oberbayerns“. Eine Besonderheit sind die Wasserspielgeräte am kleinen Bach. Ihre Kletterkünste können die Kleinen auf einem Multifunktions-Spieleturm ausprobieren. Eine Seilrutsche, eine Drehscheibe, ein Tampenschwinger, ein Drehbandlbaum, ein Stelzenparcours und verschiedene Schaukeln sorgen für Gaudi und Bewegung. Die meisten Geräte sind aus Holz und daher besonders kinderfreundlich. Auf der Kleinkinderanlage kann man nach Herzenslust Sandburgen bauen. Die Erwachsenen können derweil auf den zahlreichen Bänken und Sitzplätze, die rund um die Anlage aufgestellt wurden, ihren Nachwuchs entspannt im Auge behalten. Erfrischungen und kleine Snacks bietet der Kiosk nebenan, und wenn die Blase drückt, sind die kostenlosen Sanitäranlagen in der Vitalwelt nicht weit.

 

Tretbootfahren

160 Kalorien strampelt sich ein Erwachsener in einer halben Stunde Tretbootfahren ab, sagt zumindest das Internet. Kalorien hin oder her – eine Tretbootfahrt auf dem Schliersee ist ein sehr lustiges Familienvergnügen, das man auch an kühleren Tagen ausprobieren kann. Vom Bootsverleih am Milchhäusl aus – der 82-jährige Bootsverleiher Nik Gumberger ist übrigens ein echtes Schlierseer Unikum – kostet beispielsweise eine Stunde mit dem Tretboot zwölf Euro, unabhängig von der Teilnehmerzahl. Der Wellengang auf dem Schliersee ist meist nicht allzu stark, deshalb ist das Treten nicht sehr anstrengend und für etwas ältere Kinder problemlos machbar. Fährt man zur Insel Wörth hinüber, kann man mit dem Tretboot dort sogar am Ufer anlegen. An sonnigen Sommertagen kann man vom Tretboot aus einen Sprung ins kühle Nass wagen. Über eine kleine Leiter am Heck des Bootes kann man danach ohne Mühe wieder an Deck klettern.

Egal, für welches Vergnügen man sich entscheidet – der Schliersee ist immer eine Reise wert, auch – oder vor allem! – mit Kindern.

 

Josefsthaler Wasserfälle
Josefsthaler Straße
83727 Schliersee

 

Spielplatz an der Vitalwelt
83727 Schliersee

 

Bootsverleih am Milchhäusl
Kurweg 4
83727 Schliersee

 

Weitere Infos unter www.schliersee.de

 

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

 

 

 

Winterwanderung über den Bockerlbahnweg zu den Josefstaler Wasserfällen

An einem schönen Winternachmittag Anfang Februar habe ich mich auf den Weg von Neuhaus-Josefstal über einen Teil des Bockerlbahnweges zu den Josefstaler Wasserfällen gemacht.

In Neuhaus biege ich in die Josefstaler Straße ein und parke am Beginn des Buchenwegs, um dann zu Fuß die ansteigende Straße nach oben zu gehen. Dort steht auch bereits ein Wegweiser zu den Wasserfällen, der mir eine Gehzeit von 50 Minuten voraussagt. Weit gefehlt, bei den winterlichen Schneeverhältnissen benötige ich für die Strecke – inklusive einiger Fotopausen – fast doppelt so lange.

Ich laufe zunächst einige Zeit eine leichte Steigung durch den Wald den Berg hinauf und halte mich dann links auf dem Bockerlbahnweg. Der zuvor tiefe Schnee ist durch einige Tage Tauwetter in sich zusammengesunken und dadurch schwer geworden. Beim Laufen sinke ich immer wieder 10-20 cm ein, was meine Geschwindigkeit reduziert und etwas Kondition benötigt. Bei Neuschnee empfehle ich, den Weg mit Schneeschuhen zu begehen, was die Wanderung durchaus erleichtert. Schneeschuhe können im Sportgeschäft, beim Skiverleih geliehen werden.

Auf meiner Wanderung sehe ich immer links von mir im Tal die Häuser des Josefstals durch die Bäume blitzen. Außerdem komme ich an einem Originalwaggon der Bockerlbahn vorbei.

Was hat es eigentlich mit der Bockerlbahn auf sich?

„Die Neuhauser Bockerlbahn war eine schmalspurige bayerische Waldbahn. Sie verband von 1919 bis 1922 den Bahnhof Fischhausen-Neuhaus an der Bahnstrecke Schliersee–Bayrischzell mit den ausgedehnten Waldgebieten in den Hochlagen beiderseits des Spitzingsattels.

Die Strecke wurde ausschließlich im Güterverkehr genutzt. Einziger Zweck der kurzlebigen Bahn war der Abtransport des durch schwere FöhnStürme am 5. und 6. Januar 1919 sowie am 16. März und 8. Juli verursachten 290.000 Festmeter Sturmholzes. Besonderheit der 600 mm-Bahn war der Bau in topografisch schwierigem Gelände, was unter anderem zur Anlage von insgesamt drei Bremsbergen, zwei Spitzkehren und einer Schienenseilbahn führte.“

(Quelle: Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Neuhauser_Bockerlbahn)

Im Winter würde ich diese Wanderung nicht für Kinder empfehlen. Außerdem ist trittsicheres, schneefestes Schuhwerk unbedingt erforderlich, vor allem dann, wenn es im späteren Verlauf an den Wasserfällen entlang bergab geht. Es kann glatt und rutschig werden, und man muss, verursacht durch das Tauwetter, einige durchaus auch mal breitere Rinnsale überqueren. An einer Stelle im Wald geht jedes Jahr eine kleinere Lawine nieder, was unbedingt berücksichtigt werden sollte. Gegebenenfalls muss man an dieser Stelle umkehren. Eine Überquerung des Lawinenfeldes sollte nur von kundigen Personen angedacht werden und erfolgt auf eigene Gefahr.

Als ich den Wald verlasse und auf der schneebedeckten Almwiese stehe, ist es bereits später Nachmittag, und das etwas diffuse Licht offenbart eine weiße Landschaft mit einem kleineren Fluss, der sich unterhalb meines Standorts über die Wiese schlängelt. Hier beginnt der Abstieg durch den Wald an der Seite mehrerer größerer und kleinerer Wasserfälle, die sich ihren Weg ins Tal bahnen. Die Wanderung hierher hat sich auf jeden Fall gelohnt! Rauschend stürzt das Wasser in die Schlucht, und ein paar letzte vereinzelte Eiszapfen verschönern noch den Anblick.

Im Tal angekommen, sehe ich noch eine Dame im Schwimmanzug, die sich in die kalten Fluten stürzen will, und einen Zwerg, der vom Balkon aus in die schöne Berglandschaft blickt. Eigentümliche Einwohner hat es hier im Ort 🙂

Meine Winterwanderung war anstrengend, aber wunderschön. Mir sind nur vier weitere Wanderer begegnet, und ich kann sagen, dass diese Tour (noch) ein Geheimtipp und auch im Sommer sehr empfehlenswert ist.

Intersport Berauer
Rathausstraße 17
83727 Schliersee

Ingo’s Skiverleih Spitzingsee
Seeweg 1 ‒ neben der Kirche
83727 Spitzingsee
Tel.: 08026-7721
Mobil: 0160-94692832
info@skiverleih-spitzingsee.de

Beni’s Skischule
Harry Kaiser
Spitzingstr. 4
83727 Spitzingsee
Tel.: +49 (8026) 71224
Fax: +49 (8026) 925007
info@skischule-beni.de

MARTINA LOCH SCHNEE-AKTIVITÄTEN
Ski- & Snowboardschule · Verleih & Service
Lyraweg 6
83727 Spitzingsee
direkt am 4er-Sessel-Lift der Stümpfling-Bahn
Tel.: +49. (0) 171 825 07 35
http://www.snowcamp-martina-loch.de

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Tipp: Geführte Wanderungen mit Jürgen Koschyk – „Frauenschuhwanderung“

Eine spontane, kleine Wandergruppe versammelt sich am vorgesehenen Treffpunkt in der Nähe der Steinkirche am Spitzingsee, direkt an der Bushaltestelle. Auch ich bin diesmal dabei. Mit verschmitztem Lächeln begrüßt Jürgen uns Teilnehmer, seine gute Laune ist einfach sofort ansteckend. Wir steigen in den Bus und fahren die Valepp entlang zum Startpunkt der Wanderung.
Wir sind eine bunt gemischte Wandergruppe, drei Frauen, fünf Männer, sowohl Gäste als auch Einheimische, und noch während der kurzen Fahrt macht uns Jürgen so nett untereinander bekannt, dass ich das Gefühl bekomme, als machte ich einen Ausflug mit guten, alten Freunden. Wir steigen aus.
Frauenschuhwanderung SchlierseeJürgen Koschyk ist DAV-Wanderleiter, ein Schlierseer Unikat, und organisiert jede Woche zwei Wanderungen, immer dienstags und donnerstags geht’s los. Seine Wandertouren gibt er der Gästeinformation Schliersee immer kurzfristig eine Woche vorher bekannt. Entsprechend gutes Schuhwerk ist Voraussetzung für die Teilnahme. Da Jürgen nur maximal 10 Teilnehmer mitnimmt, müssen sich Interessenten unbedingt vorher in der Gästeinformation in Schliersee anmelden. Die Touren sind vielfältig, zum Beispiel gibt es eine Murmeltierwanderung, Ritterwanderung, Panoramawanderung, Premiumwanderwege. Für Gäste mit Gästekarte ist die Teilnahme kostenlos, ohne Gästekarte kostet sie pro Person 5,- Euro. Heute ist die Frauenschuhwanderung dran, und Jürgen erklärt uns zunächst den Ablauf. Wir gehen los – und schon nach wenigen Minuten hat einer aus unserer Gruppe den ersten Gelben Frauenschuh entdeckt. Informativ und humorvoll erfahren wir von Jürgen die wichtigsten Erkenntnisse über diese seltene Pflanze.

Geführte Wanderungen in Schliersee

Im weiteren Verlauf der Wanderung entdecken wir immer wieder seltene Orchideen und Alpenpflanzen. Jürgen beantwortet uns jede Frage, kennt jeden Berg, erzählt von der alten Bockerlbahn und von einem 100 Jahre alten Elektrizitätswerk an der Valepp. Die Stimmung in der Gruppe ist entspannt und lustig, man tauscht sich aus, spricht über die Natur und die Welt.

Wandern in Schliersee

(c)HelmutJenneSen-Die Albert-Link-HütteÜber die herrliche Landschaft der Valepper Almen gelangen wir zum geplanten Rastpunkt an der Albert-Link-Hütte. Man sagt, hier gibt es den besten Kaiserschmarrn weit und breit. Ich habe ihn probiert und kann sagen: es stimmt, und die Portionen können sich wirklich sehen lassen. Das selbst gebackene Brot schmeckt fantastisch und ist weit bekannt. Zu unserer Freude kommt nach dem Essen der Hüttenwirt Uwe Gruber auf einen kurzen Ratsch vorbei.

 

Geführte Wanderungen Alpenregion Tegernsee-Schliersee

Frisch gestärkt geht’s weiter mit einer Runde um die Valepper Almen zurück zur Steinkirche am Spitzingsee. Wir alle sind begeistert und sicher, dass das nicht die letzte Wanderung mit unserem Bergführer war: „Jürgen, wann und wo gehen wir das nächste Mal wieder zusammen wandern …?“

Vielen Dank, liebe neu gewonnene Bergfreunde, ich freue mich schon darauf, den ein oder anderen von euch bei der nächsten Wanderung wiederzutreffen.

Und ich danke Dir, lieber Jürgen Koschyk, denn Du vermittelst auf ganz „wanderbare“ Weise „für einen Moment das Glück Schliersee“.
Übrigens, die Wandertermine für kommende Woche stehen bereits fest!

Hier die aktuellen Termine:
Dienstag, 14. Juni 2016 – Geführte Bergwanderung „Fotosafari in den Pfanngraben“
Donnerstag, 16. Juni 2016 – Geführte Bergtour Rainerkopf 1436 m „Die Almtour“

Weitere Infos bei der Gästeinformation Schliersee, Tel. 08026-60650
http://www.schliersee.de

Albert-Link-Hütte des DAV Sektion München
https://www.davplus.de/albert-link-huette

Helmut Jenne Helmut Jenne

Auf seinen Streifzügen durch die Natur ist sein Fotoapparat ein ständiger Begleiter. Helmut Jenne, wohnhaft in Schliersee, ist Musiker und EDV-Fachmann, Fotokünstler und Naturliebhaber. Mit seinen Fotos dokumentiert er seine Erlebnisse auf sehr natur- und heimatverbundene Weise, und so entstehen - trotzdem weltoffen - tief empfundene Momente und Blicke auf Landschaften, Pflanzen und Tiere der Berg- und Seenwelt rund um Schliersee.