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Vorbereitung zum politischen Gipfeltreffen in Schliersee

Am 01. August 2018 findet in Schliersee die Hauptalmbegehung des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern statt.

Ministerpräsident Markus Söder und stellvertretende Ministerpräsidentin Ilse Aigner haben ihre Teilnahme zugesagt.

Heute mache ich, Prem Angelika vom Schliersee Magazin, meine persönliche Vorbegehung zur Hauptalmbegehung. Um fünf Uhr beginne ich am Ausgangspunkt ‒ dem Hennererhof.

Herrlich, diese Ruhe am Morgen, die Waldbewohner wachen langsam auf, die ersten Vögal zwitschern, und ich mittendrin. Bepackt mit Frühstück und Kamera geht’s los.

Ich bin voller Vorfreude, was mich heut so alles erwartet. Der Weg führt mich auf dem Prinzenweg in Richtung erste Station. Nach der Steigung bieg ich die zweite Weggabelung nach links ab zum Lahner Höhenweg. Nach etwa 200 m geht’s dann rechts ab zur Oberen Krainsberger Alm.

Das Gatter zeigt mir, dass ich ab jetzt auf dem Almgelände bin. Bei herrlichem Sonnenaufgang, mit Wolken durchzogen, erreiche ich das Almgebäude. Hund Seppi schlägt Alarm, und die Oimarin (Sennerin) Monika streckt sich in der aufgehenden Sonne und zieht sich an, um sich ums Vieh zu kümmern.

Ein kurzer Ratsch, und weiter geht’s in Richtung Baumgartenalm. Der Weg führt mich durch den Wald, vorbei an der Standlhütte. Ein schmaler Steig, mit Steinen und Holzscheiben von den Almbauern hergerichtet, ist momentan sehr schön zu gehen.

Allerdings sind richtiges Schuhwerk und eine gute Kondition sehr wichtig.

Durch die Waldlichtung höre ich jetzt das Geläut von den Kälbern der Almerin Monika, und auch ihre Kalbinnen fangen an zu grasen. Im Hintergrund beginnt der Berufsverkehr im Tal.

Ich bin so angetan von der himmlischen Ruhe am Morgen und gönne mir eine kleine Pause. Ein kleines Frühstück mit Butterzopf und Frühstücksei … mmmmhhhh

Jetzt spitzt auch die Sonne hinter den Wolken hervor, und meine Wanderung geht weiter.

Nach ca. 30 Minuten erreiche ich den Gipfel der Baumgartenschneid, dem höchsten Punkt der Hauptalmbegehung. Herrlich, dieser Ausblick.

 

 

Ein „Rundblick“ von Kreuth über den Tegernsee, dann weiter über das Albachtal, die Baumgartenalmen. Im Hintergrund die Kreuzbergalm und ein Blick Richtung Miesbach und Rosenheim. Friedlich unten im Tal der Hennererhof, Breitenbach und der wunderschöne Schliersee ‒ ein bayerisches Paradies.

Mein Blick geht weiter … der Attenberg, die Riesbauern, weiter zur Schliersbergalm und zum Oberleiten. Rechts daneben das Auracher Köpferl, Breitenstein und Wendelstein.

Ich kann dem Wildschütz Jennerwein sehr gut nachempfinden, warum er so gerne auf der Baumgartenschneid und in den Schlierseer Bergen unterwegs war …

Vorbei mit Träumen, jetzt geht’s weiter hinunter zu den Baumgartenalmen. Über den Parcours erreiche ich die Hütten, keiner da, also gehe ich weiter.

Am Ende der Almfläche überquere ich den Übersteig und marschiere über den Wald und den Wurzel-parcours runter zum Sogfleck.

Am Unterstand links vorbei den Steig zur Kreuzbergalm. Am Viehgatter angelangt, biege ich rechts auf die Forststraße und die breite Almstraße, die mich direkt zur Kreuzbergalm führt. Ab jetzt kommt der angenehme Teil der Begehung.

An der Kreuzbergalm angelangt, genieße ich wieder den wunderbaren Ausblick in die umliegende Bergwelt. Weiter geht’s bergab und dann über die Weidefläche wieder bergauf. Die Wanderwege hat die Schlierseer Gemeinde hervorragend erneuert.

Über den Überstieg, der ein wenig sportliche Aktivität fordert, dann angelangt an der Gindelalm, schau ich noch einmal zurück, bevor ich weitergeh.

Jetzt befinde ich mich schon auf den Gindelalmen. Auch hier ist der Weg sehr schön von den Gemeindemitarbeitern von Schliersee bestens hergerichtet worden. Der Weg führt mich entlang der Gindelalmschneid zum Gipfelkreuz. Wieder ein herrlicher Blick in Richtung München und ins flache Oberland. Begleitet vom Glockengeläut der Almtiere, gehe ich beschwingt bergab Richtung Almgebäude.

Hier wird fleißig vorbereitet für die Tageswanderer und natürlich für den großen Tag am 01. August.

Nach einer kleinen Pause geht es weiter Richtung Hennerer ins Tal. Die Forststraße ist neu aufgekiest und sehr gut zu gehen.

Nach fünf Stunden bin ich wieder zurück am Ausgangspunkt, und es erwartet mich ein wunderbares Frühstück vom Hennererwirt Hans, das bereits am Tisch steht. Köstlich!

 

 

Eckdaten zu den Almen:

Obere Krainsberger Alm

Die Obere Krainsberger Alm von Manhart Sepp und Monika, zum Hinterköck, in Westenhofen hat eine Lichtweidefläche von 31,9 ha. Die Weideflächen liegen zwischen 1100 m und 1400 m in einem Kessel nach Nordwesten und reichen im Osten bis auf den Lahnerkopf. In der Weidezeit vom 01. Juni bis Ende September werden 46 Stück Jungvieh aufgetrieben. Das Almgebäude liegt auf 1131 m und wurde 2009 neu erbaut. Die Alm wird von festem Almpersonal betreut.

 

Baumgartenschneid

Die Baumgartenalm, direkt unter der Baumgartenschneid, von Eham Josef, zum Pfleger, Hausham, ist nicht erschlossen. Sie hat eine Lichtweidefläche von 17,9 ha und wird mit 33 Stück Pensionsvieh bestoßen. Die Weideflächen liegen zwischen 1000 m und 1444 m bis hinauf zur Baumgartenschneid. Die Alm wurde vor einigen Jahren renoviert und wird von ständigem Personal behirtet.

 

Kreuzbergalm

Die Kreuzberalm von Eham Josef und Andrea, zum Köpfer, Miesbach. Sie hat eine Lichtweidefläche von 19 ha, liegt zwischen 1200 m und 1376 m auf dem Rücken des Kreuzbergs. Die Alm wird ab Mitte Mai mit 38 Stück eigenem Jungvieh und Pensionsvieh bestoßen. Ein Ehepaar kümmert sich liebevoll ums Vieh.

 

Gindelalm

Die Gindelalm wird von Grimm Annelies, zum Lex, Hausham und Leitner Johanna, zum Braun, Hausham bewirtschaftet. Der Anteil von Georg Fritzmeier wird von Annelies Grimm in Pacht mitbewirtschaftet. Die Weideflächen liegen auf 1240 m bis 1340 m. Die gesamte Lichtweidefläche beträgt 24,7 ha, und es werden insgesamt 37 Stück Jungvieh aufgetrieben (Eigen- und Pensionsvieh).  Im anliegenden Staatswald besteht ein Waldweiderecht auf 276 ha. Das Almgebäude von Fritzmeier ist verpachtet. An allen drei Almhütten erfolgt eine Bewirtung. Die Almdauer ist vom 01. Mai bis zum Kirchweihmontag (3. Wochenende im Oktober).

 

Hinweis:

13. und 14. Oktober 2018 großer Almbauerntag in Schliersee

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Alloa in de Berg* ‒ Wieso, weshalb, warum?

Letztens wurde ich gefragt, warum ich alleine auf den Berg gehe und ob ich dabei Angst habe. Es ist nicht so, dass ich immer alleine auf den Berg gehe, im Gegenteil: Das Bergwandern in einer Gruppe oder zu zweit mit Freunden und Familie ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Zwei der schönsten Bergerlebnisse, die ich hatte, waren die beiden Male, als ich die Almer Wallfahrt von Maria Alm im Pinzgau über das Steinerne Meer nach St. Bartholomä am Königssee mitgegangen bin. Das war anstrengend, lang, und es waren jeweils mehr als 1.200 Wallfahrer dabei.

 

Von Zeit zu Zeit aber gehe ich sehr gerne alleine auf den Berg. Und Angst habe ich keine, stattdessen einen großen Respekt, vor allem vor einem plötzlichen Wetterumschwung mit Gewitter oder rasch aufziehendem Nebel. Regen, Schneefall und ein Kälteeinbruch sind nicht so schlimm, dafür habe ich immer zusätzliche passende Kleidung dabei, aber ein Gewitter oder dichter Nebel am Berg – das ist lebensgefährlich.

Passieren kann immer was, ein blöder Sturz, Straucheln und dabei umknicken. Alle, die mich kennen, wissen: Das kommt bei mir auch im Flachland vor. Deshalb nicht in die Berge gehen? Dad bei mir ned ge*…

Und wie jeder weiß, der draußen in der Natur unterwegs ist: Alles geschieht auf eigenes Risiko und eigene Gefahr.

 

Für mich ist wichtig, dass ich mein eigenes Tempo gehen kann, stehen bleibe, um zu fotografieren – Blumen, fliegendes Getier oder meine Lieblingsmotive: Koima* auf der Alm ‒, oder ein paar Minuten einem Specht, direkt neben dem Weg, beim Zerhacken eines morschen Stammes auf der Suche nach Käferlarven zuzuschauen.

Einmal wäre ich fast gegen einen Baum gelaufen, weil ich einem Oachkatzl* zugeschaut habe, wie es gekonnt von Ast zu Ast und von Baum zu Baum gesprungen ist, mich dabei immer im Blick habend und keckernd schimpfend. Ich hab’s dann leider aus den Augen verloren, als ich wieder auf den Weg schauen musste.

 

 

 

Faszinierend für mich sind auch die Lichtspiele der Sonnenstrahlen, die durch den dichten Bergmischwald blitzen und mich erahnen lassen, wie strahlend und heiß es sein wird, wenn ich die Baumgrenze hinter mir gelassen habe. Komme ich zu den blumenbunten Almwiesen mit den glockenläutenden Jungrindern darauf, dann stelle ich mir gerne vor, dass so das Paradies ausschaut: herrliches Wetter, blauweißer Himmel, a laus Lüfterl*, wunderbares Bergpanorama, es summt und brummt vor lauter Bienen, Hummeln, Fliegen und Käfern, Schmetterlinge fliegen vor mir vom Boden auf, Grillen zirpen, Vögel zwitschern, der Greifvogel stößt seinen schrillen Schrei aus – oder war das doch der Warnpfiff von einem Mankei*?

Es gibt so viel zu sehen ‒ dort ein ausladender Wachholderstrauch übersät mit Hunderten von kleinen, noch grünen Wachholderbeeren, hier eine intensiv rot leuchtende Walderdbeere, von der ein süßlicher Duft ausgeht ‒, aber am meisten staune ich über die vielfarbige, üppige Bergblumen- und -gräserpracht von unzähligen Margeriten, gelbem und weißem Hahnenfuß, Ochsenauge, Vergissmeinnicht, Schusternagerl und Schwalbenwurz-Enzian, Silberdistel und Oimarausch*, die verschiedensten Kleesorten, Kugelblume, Akelei und so vieles mehr.

 

 

 

Ich kann nicht sagen, welche Jahreszeit ich in den Bergen am schönsten finde, da jede Saison etwas Besonderes an sich hat.

 

Der Frühling ist eine spannende Zeit: Im Tal grünt und blüht es, doch oben am Berg herrscht noch die weiße Pracht des Winters vor. Wann beginnt die Schneeschmelze, dauert es noch lange, bis ich ohne zusätzliche Ausrüstung für Passagen im Schnee auf den Berg kann? Sind die Latschen* noch recht eingeschneit? Werde ich tief einbrechen? Wieder bis zu den Oberschenkeln, wie beim letzten Mal? Wie gut trägt der Schnee noch? Spitzt schon irgendwo ein Krokus oder ein Leberbleame* hervor? Schlagen die Laubbäume schon aus?

 

 

 

Im Sommer finde ich es wunderschön, dass so viel Leben in den Bergen ist, allem voran das aufgetriebene Vieh (Rind, Pferd, Schaf und Ziege) und das Läuten der Kuhglocken. Dieses Geräusch und den dazugehörigen Duft, der von den Tieren und ihren Ausscheidungen ausgeht, verbinde ich mit meiner Kindheit in Neuhaus: An jedem schönen Tag, den Gott gegeben hat, sind unsere Eltern mit Hund und uns Kindern auf den Berg gegangen: Brecherspitz, Jägerkamp, Bodenschneid, Wasser- und Rinnerspitz, Dürnbachmauern, Valepp und Schinder, Rotwand, Aiplspitz, Stolzenberg, Roß- und Rauhkopf – des is mei Gei*. Die Luft im Sommer ist erfüllt von einer Reihe ganz eigener Düfte: Geht man an einem abgestorbenen, silbrig verwitterten Baumstamm, der in der gleißenden Sonne daliegt, vorbei, dann kann man die metallene Trockenheit des Holzes förmlich riechen. Überall steigt einem der intensive Blumenduft oder im Wald und bei den Latschen eine wohltuende harzige Würze in die Nase.

 

 

 

Kommt dann der Herbst, doudelt* es: kein Kuhglockenläuten mehr, viele Insekten sind verstummt, und es sind unter der Woche auch weniger Menschen beim Bergwandern unterwegs. Nach ein paar kalten Tagen mit Regen sprießen die Schwammerl, und der Waldboden ist wieder mit einem federnden Laubteppich bedeckt. Eine ganz besondere Stimmung herrscht jetzt: Unten im Tal wabert der kalte Nebel, der sich tagelang nicht auflöst, am Berg dagegen scheint die noch Wärme spendende Sonne vom stahlblauen Herbsthimmel auf die leuchtenden Blätter der bunt verfärbten Laubbäume: Bergahorn, Buche, Grünerle, aber auch Sträucher und Büsche wie Holler* sowie Schwarz- und Weißdorn und als Nadelbaum die Lärche, die jetzt satte Gelb- und Orangetöne trägt. Und die Herbstzeitlose lässt einen schon wieder den Frühling erahnen.

 

 

 

Mit zu den beeindruckendsten Erlebnissen, die ich am Berg habe, ist der Sonnenaufgang ‒ nach einer einsamen Nacht unterm Sternenzelt auf einem Gipfel übernachtend.

Allein am Gipfel den Sonnenuntergang betrachten, ist schon beeindruckend. Ist die Sonne dann weg, wird es noch mal stiller, die Sterne leuchten intensiver, und stetig streicht nun der Wind über den Berg. Da ist es gut, dass ich auch in einer Hochsommernacht warme Kleidung, Handschuhe und Mütze trage und mein Schlafsack hervorragend isoliert. Die Isomatte, auf der ich liege, hält die Kälte, die vom felsigen Steinboden aufsteigt, von mir fern. Jeder Laut, jedes Geräusch das jetzt zu hören ist, kommt mir wesentlich lauter vor als während des üblichen Tageslärms.

Lange spannende und gleichzeitig entspannende kurzweilige Stunden mit unruhigem Schlaf später: Der fast unwirkliche Farbschimmer im nachtblauen Himmel verrät, wo die Sonne am Horizont erscheinen wird. Das erste Vogelgezwitscher, bevor noch die Morgendämmerung kommt, nehme ich viel intensiver wahr als das letzte Vogelgezwitscher in der Abenddämmerung, kurz bevor die Nacht anbrach. Zuerst wagt sich nur ein einzelner Vogel ans Zwitschern, doch seine Beharrlichkeit zahlt sich aus, und nach einiger Zeit bekommt er eine Antwort. Bald darauf ist aus den Solostimmen ein vielstimmiger, klangvoller Chor verschiedenster Vogelgesänge geworden. Bis der Tag anbricht und Bienen, Mücken, Fliegen und Käfer zu fliegen anfangen, dauert es noch eine Weile. Die Farbe des Himmels und der Lichtstreif, den die aufgehende Sonne erzeugt, wechseln von satten, dunklen Farben bis hin zu pastelligen Rosa- und Blautönen, die schließlich in das gleißende Licht der aufgegangenen und strahlenden Sonne übergehen. Die Luft wird schlagartig warm und ist voller Düfte. Rundherum pulst wieder das Leben ‒ ein neuer Tag hat begonnen.

 

 

 

Frühzeitig am Abend auf den Gipfel gestiegen, Mond und unzählige Sterne betrachtet und lange am Morgen den malerischen Sonnenaufgang genossen. Diese Stunden allein mit mir und nur Natur um mich herum sind eine richtige Auszeit aus dem Alltag: Ein Tag beziehungsweise eine Nacht am Berg ist wie eine Woche Urlaub.

 

 

Textbeschreibung *:

Alloa in de Berg = Alleine am Berg unterwegs

Dad bei mir ned ge = das würde für mich nicht infrage kommen

a laus Lüfterl = eine leichte Brise

Koim/Koima = Kalbin/Kalbinnen (ein- und zweijährige weibliche Rinder, die noch kein Kalb haben), nicht verwechseln mit Kaiwe = Kalb/Kälbchen

Oachkatzl = Eichhörnchen

Mankei = Murmeltier

Oimarausch = Alpenrose

Latschen = Bergkiefer

Leberbleame = Leberblümchen

des is mei Gei = das ist meine Heimat

doudelt = sehr still, leise, leblos

Holler = Holunder

 

Bildbeschreibung x:

Oimarausch = Alpenrose

Koim und Ox = Kalbin und Ochse

do schaugst, Spezi = Was gibt es da zu sehen, Freund?

Broz = Kröte

Dostn = Rossminze

Mankei = Murmeltier

Aufbaggld zum Gipfebiwak = schwer bepackt für das Gipfelbiwak

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

„Ich geh mal schnell auf den Berg“ – ein sommerlicher Kurztrip auf die Gindelalm

Donnerstagmorgen, 8:30 Uhr. Wetter: sonnig und warm. Spontaner Plan: Bergtour auf die Gindelalm. Rückkehr: spätestens um 12:00 Uhr. Geht nicht? Geht doch!

Das Wort „Bergtour“ mögen einige Zeitgenossen, die noch nicht so recht vertraut mit dem Erklimmen von Erhebungen jenseits der 300-Meter-Marke sind, mit stundenlangen, schweißtreibenden Fußwegen auf weit entfernte Almen assoziieren. Doch rund um den Schliersee gibt es zahlreiche kurze Touren, die auch für ungeübte Wanderer an einem Vormittag locker zu bewältigen sind.

Eine dieser Wanderungen führt auf die 1.254 Meter hoch gelegene Gindelalm. Startpunkt ist der Parkplatz am Gasthaus Hennerer-Hof in Schliersee. Rechts am Gasthaus vorbei schlängelt sich der gut ausgebaute und beschilderte Schotterweg durch lichten Hochwald rund 390 Höhenmeter zu den bewirtschafteten „Gindelalmen“ hinauf. Zwischen den Nadel- und Laubbäumen erhascht man beim Aufstieg immer wieder schöne Ausblicke auf die umliegenden Berggipfel. Bei flottem Tempo ist der Aufstieg in 45 Minuten zu schaffen, geht man es etwas gemächlicher an, erreicht man in etwa einer Stunde den Gipfel.

Gleich drei Almhütten thronen auf dem sonnigen Almplateau und begrüßen ihre Gäste mit urig-bayerischer Gastlichkeit und hausgemachten Schmankerln aus der Region. Für welche Hütte man sich auch immer entscheidet ‒ der Ausblick ist an klaren Tagen überall atemberaubend. Aneinandergereiht wie die Glieder einer Kette präsentieren sich die Gipfel der Schlierseer Berge in ihrer ganzen Pracht. Lohnenswert ist auch der kurze Aufstieg zur Kuppe der Gindelalmschneid mit ihrem Gipfelkreuz. Von hier aus öffnet sich der Blick gen Norden bis in die Münchener Tiefebene.

Ein gut verzweigtes Wegenetz führt von der Gindelalmschneid zu zahlreichen anderen Gipfeln, Tälern und Almen. Etwas anspruchsvoller und zudem landschaftlich reizvoll sind die Touren über Neureuth oder Galaun bis hinunter ins benachbarte Tegernseer Tal. Aber auch Hausham, Agatharied und sogar Miesbach sind von der Gindelalm aus in wenigen Stunden zu erreichen.

 

 

Am schönsten ist es freilich, einfach den Weg zurück nach Schliersee zu wandern. Denn hier warten noch eine Menge anderer, spannender Aktivitäten und Erlebnisse auf große und kleine Besucher!

 

 

Tipp: Da die Gindelalm ein sehr beliebtes und stark frequentiertes Ausflugsziel ist, empfiehlt sich ein Besuch an Wochentagen oder zu früher Morgenstunde. Den berühmten Kaiserschmarrn von Wirtin Anneliese auf Hütte Nr. 3 gibt’s allerdings erst ab 11:00 Uhr!

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Sheep Shearing Time in Schliersee

We arrived bright and early on the mountain. Its surface, still dotted about with the last of Winter’s heavy snow with golden spring blossoms carpeting all the sunny patches. The air was fragrant with alpine herbs carried about on the breeze. The only sounds that greeted us was a lone Cuckoo bird calling out the hour.

It is still early in the season for the cows to make their long climb up and no animals except a few high climbing mountain goats were visible with the naked eye. We stood intently scanning the mountain and trees, looking for the guests of honor for our visit today. We had made the trip up to Firstalm on Spitzingsee with our local farmer, Hartl Markhauser of Anderl bauerhof. We were invited to watch an itinerant sheep shearer work his magic on Hartl’s small herd.

Armed with nothing other than a pail of molasses scented sweet mash and his particular cattle call, he brought out from the shady tree cover up near the craggy peaks, his herd of 20 sheep. What a sight for sore eyes they were, prancing about both young and old. A brilliant flash of white, (and a particularly special speckled brown and white called “Spot” of course), on the pale green and yellow flower dotted meadow. The Bavarian White Mountain Sheep or Bayerische Weißes Bergschaf are a local breed. The rams weigh about 80 to 100 kg and the ewes weigh 65 to 75 kg. The breed was developed by breeding local sheep with Bergamasca and Tyrol Mountain breeds. They are a dual-purpose sheep meaning they can be bred for both their wool as well as for eating.

In what seemed like a timeless manner, one by one the sheep bounded happily behind Hartl, right down the mountain and directly into his beautiful newly constructed Alm. On this day, Hartl had hired a young professional sheep shearer to give his herd a spa day, or at least that was my own personal interpretation of events.

The Sheep Shearer, or Schafschärer in German, trained in New Zealand, exuded confidence. He deftly began setting up his shearing station outside of Hartl’s barn. The nervously excited sheep could be heard “discussing” what was possibly going on outside. The Shearer’s equipment had a purpose for everything, from his clipper blades which he described as “Bone Sharp” to the lanolin impregnated leather moccasins he wore on his feet. Being just one of only twenty Sheep Shearers in Bavaria he has gained a lot of experience in the past 6 years he has been doing this as a part time job. Even though Hartl knew his flock was in great hands he kept a watchful eye on each and every sheep, whispering soothing words, like a proud papa.

Inside the cozy stall, the little herd huddled together completely aware as animals always are that something big was about to happen. Animals, just like people, generally don’t enjoy being interfered. Just like with children though, there are times when you must step in and do what is best for their heath and general wellbeing. It is during these grooming sessions that old, worn, or lost bells are replaced, ear tags checked and hooves trimmed. All is accomplished quickly with great efficiency.

A professional sheep shearer, who has honed his skills and has a silent confidence, can make all the difference. The sheep could just relax and submit to the process. I am not saying every animal was happy about the experience but again this is where having a professional comes in handy.  Each sheep was quickly relieved of their wooly coat and tucked safely back into the herd inside the barn. It seemed like each sheep took only minutes and then suddenly Hartl, bucket of food in hand once more was leading them back up to the peace of the blooming alpine meadow.

As a footnote, I would like to say a warm thank you to my friend and colleague Ulrike McCarthy for extending and invitation to me to join her and Hartl on this amazing experience.

 

 

To visit Anderl Bauerhof for yourself:
http://anderlbauer.schliersee.de

 

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Iglu bauen mit Blick auf den Taubenstein – ein Heidenspaß!

Letztes Wochenende war es so weit: Ich durfte beim Iglu-Bauen mit dabei sein. Acht Freundinnen aus dem Landkreis Ebersberg sind extra zu uns rausgefahren mit dem Ziel, gemeinsam ein Iglu zu bauen.

„Schon seit 4000 Jahren beherrschen die Eskimos die Kunst, einen Iglu zu bauen. Die in kleinen Gruppen zerstreut lebenden Indianer bewohnten entgegen der allgemeinen Meinung nur während der Jagd und auf Reisen Iglu genannte Schneehütten.“

Wiktionary

Horst Jenicek, der Inhaber der Erlebniswerkstatt WILDPFADE, betreut den Event und führt die Mädels in die hohe Kunst des Iglu-Bauens ein. Und dass den Erbauern tatsächlich einiges an Können, aber auch an Kraft und Ausdauer abverlangt wird, kann ich im Laufe des Tages miterleben.

Zunächst muss durch Feststampfen der nötige Untergrund geschaffen werden, um überhaupt daraus Schneeblöcke sägen zu können – jawohl, es wird mit Schneesägen gesägt! Um sie komprimieren zu können, muss die Schneedecke mindestens einen Meter hoch sein. Je mehr Luft in den Kristallen und damit den Blöcken eingeschlossen ist, desto wärmer ist es später im fertigen Iglu, lerne ich heute. Und je mehr Eis durch beispielsweise Regen entstanden ist, desto schwerer werden die Blöcke. In unserem Fall wiegen sie je nach Größe im Durchschnitt 25 kg. Damit das kuppelförmige „Schneezelt“ tatsächlich rund wird und die notwendige Wölbung nach innen erhält, wird bei jedem Block mit einer in der Mitte des Baus an einem Stab befestigten Schnur ein gleichmäßiger Abstand sichergestellt. Weiterhin wichtig ist das Drei-Punkte-System, nach welchem die Schneeblöcke jeweils an drei Punkten miteinander verbunden sein müssen. Und los geht‘s: Stein für Stein bzw. Block für Block wächst der Iglu. Oder ist es das Iglu? Darüber ist sich selbst der Rechtschreibduden nicht einig …

Wir haben sozusagen „Steinbrucharbeiterinnen“, welche mit dem Abbau der Blöcke beschäftigt sind, Architektinnen, die auch die Ästhetik des Gebildes im Blick haben, einen Statiker, der auf die Stabilität achtet, und „Maurerinnen“, die Stein für Stein den Iglu in einer geneigten Spirale aufbauen, bis sich am Ende eine Kuppel bildet. „Einer für alle und alle für einen“, hieß der Schlachtruf zu Beginn, und tatsächlich geht es nicht ohne Teamwork. Dafür ist die Arbeit zu anstrengend. Zwischendurch werden wir alle von Lisa mit Schokolade gestärkt, und schon geht‘s wieder mit neuen Kräften voran. Durch das lange Stehen und Laufen im Schnee werden die Füße kalt, und es werden mehrere Paare Handschuhe pro Person benötigt, um trockene Finger zu bewahren. Aber es ist eine Riesengaudi, und das Lachen der Freundinnen unterstreicht die gute Laune und Freude daran, gemeinsam etwas zu erschaffen. Der Eingang muss unterhalb der Liegefläche liegen, damit die warme Luft nicht entweichen kann. Daher wird unterhalb der Schneemauern ein Loch als Einstieg gegraben, und alle acht Frauen samt Horst finden Platz im Inneren des Iglus.

 

 

Nach einem Abendessen auf der Alm und einem nächtlichen Abstieg mit Schneeschuhen durch vor Kälte knirschenden Schnee und die dunkle, inzwischen schlafende Berglandschaft sind sich alle einig: Das Iglu-Bauen war eine tolle Erfahrung und ein Riesenspaß.

 

 

WILDPFADE
Horst Jenicek
Tratberg 19
83734 Hausham

Telefon: 08026 9288945

E-Mail: info@wildpfade.eu

Internet: http://wildpfade.eu/

 

Termine 2019:

am 19.01., 10.02., 24.02., 05.03., und 17.03. statt (Wildpfade Erlebniswerkstatt +49 (0) 8026 928 8945 oder +49 (0) 172 600 5358).

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Närrische Tage in Schliersee – Faschingspartys für Kinder und Erwachsene

Dieses Jahr ist der Fasching nur kurz, am 14. Februar ist bereits alles wieder vorbei. Daher heißt es jetzt kräftig feiern auf einer oder sogar mehreren der vielen verschiedenen Faschingsfeiern in Schliersee und Spitzingsee. Da ist sicherlich für jeden etwas dabei.

Faschingstermine in Schliersee:

31.01.2018 14:30 Uhr – offen Seniorennachmittag Kaffeekranzl im Pfarrheim Schliersee, Lautererstraße 1 mit einem Auftritt der Crachia Hausham. Wenn Sie abgeholt werden wollen, melden Sie sich bitte im Pfarrbüro unter 08026 6578.

04.02.2018 14:00 Uhr – 17:00 Uhr Kinderfasching mit dem Motto „Auf in den Dschungel“ im Forum der Vitalwelt Schliersee mit einem Auftritt der Prinzengarde und der Tanzgruppe Butterflies.
Es gibt Kaffee und Kuchen sowie kunterbunte Cocktails. Der Eintritt beträgt für Kinder 1 € und für Erwachsene 2 €.

07.02.2018 14:30 Uhr – offen Faschingskranzl „A narrische Zeit“ im Pfarrzentrum St. Josef in Neuhaus, Josefstalerstraße 2 mit musikalischer Begleitung von Peter Dopfer. Der Eintritt beträgt 3 € inklusive Kaffee und Kuchen. Bitte melden Sie sich telefonisch unter 08026 1821 an.

11.02.2018 10:00 Uhr – 17:00 Uhr  Faschingsgaudi auf der Unteren Firstalm im Skigebiet Spitzingsee. Ein lustiges, buntes Faschingstreiben mit fantasievollen Kostümen rund um die Alm.

12.02.2018 14:30 Uhr – 17:00 Uhr  Kinderfasching St. Sixtus Schliersee in der Lautererstraße 1 mit den Gardemäusen der Crachia Hausham und tollen Überraschungen. Der Eintritt beträgt 1 € für Groß und Klein.

12.02.2018 Rosenmontag Party im Karma Bavaria in Schliersee, Kirchbichlweg 18 Ab 17 Uhr mit Kinderschminken und DJ Johnny aus Rosenheim. Kommen Sie während der Faschingszeit verkleidet in die Wolpertinger Bar und Sie erhalten einen Shot auf´s Haus.

13.02.2018 15:00 Uhr – offen Faschingskranzl des Katholischen Frauenbundes im Café Jennerwein in Schliersee, Bahnhofstraße 11a.

 

 

Ich wünsche Ihnen eine tolle närrische Zeit im bayerischen Oberland. Genießen Sie einfach ein paar unbeschwerte Tage!

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Harte Tage, gute Jahre – Live-Stream aus Schliersee

Ich hatte Patrick Edler von Hoessle schon im Januar bei seiner Eröffnung kennengelernt. Heute sitzt er mit einem Cappuccino vor seiner Bücheroase in der Oktobersonne. Er scheint angekommen zu sein. Fröhlich grüßt er vorbeigehende Schlierseer, immer mit einem netten Spruch auf den Lippen. „Ich fühle mich inzwischen sehr wohl in Schliersee“, verrät er mir. Inspiriert von seiner Frau, hatte er Anfang des Jahres den Laden übernommen. Eines seiner Ziele waren damals Lesungen und kleinere Veranstaltungen gewesen.

„Am 3. November findet sogar eine richtig große Veranstaltung statt – über das Buch ‚Harte Tage, gute Jahreʻ“, berichtet er stolz. In der Gschwandbachalm Schliersee hat er eine Lesung für 100 Teilnehmer organisiert. Diese war nach kurzer Zeit ausverkauft.

Die gute Nachricht: Es gibt einen Live-Stream von der machwerk Film- und TV-Produktion Stephan Guntli.

 

Am 03.11.2017 ab 19.30 Uhr auf der Facebook-Seite der Bücheroase

 

Patrick Edler von Hoessle freut sich riesig, dass er durch den Live-Stream praktisch alle einladen kann, an der Lesung teilzunehmen. Ganz bequem von zu Hause aus.

 

Christiane Tramitz – wohnhaft in Schliersee – stellt Ihr Buch „Harte Tage, gute Jahre“ über die Sennerin vom Geigelstein zusammen mit Helmfried von Lüttichau (bekannt aus „Hubert und Staller“) vor. Als musikalische Begleitung spielt die Zitherhex, und es wird ein Kurzfilm gezeigt.

70 Jahre auf einer Alm in den bayerischen Bergen – die außergewöhnliche Lebensgeschichte einer bemerkenswerten Frau. Es ist eine Geschichte vom einfachen Leben im Gleichmaß der Jahreszeiten und in Achtsamkeit vor der Natur und von der Geborgenheit inmitten einer vertrauten Heimat, spannend und unterhaltsam erzählt von Christiane Tramitz.

„Christiane Tramitz hat gerade ihr erstes Dirndl gekauft und freut sich riesig auf die Buchvorstellung über eine Alm auf einer Alm“, sagt Patrick Edler von Hoessle.

 

 

 

 

Weitere Lesungen:

Birgit Lutz – Heute gehen wir Wale fangen

Wie mich die Grönländer mit in ihre Welt nahmen. Eine Reise zum entlegensten Ort der Welt. Eine Reise in eine vergessene Welt. Auch Birgit Lutz wohnt am Schliersee.

  1. November ab 19:30 UhrOrt: SLYRS – Caffee & Lunchery

Bayrischzeller Straße 13, 83727 Schliersee
(Einlass ab 19:00 Uhr)

 

Mein Tipp für Urlauber: Wer in Schliersee Urlaub macht, kann im Online-Shop der Bücheroase Bücher vorbestellen und diese dann nach Ankunft im Buchladen abholen. Bequemer geht es nicht!

 

Bücheroase

Lautererstraße 10

83727 Schliersee

08026 6904

 

Die Bücheroase bietet eine große Auswahl aktueller Belletristik als Taschenbuch und in gebundener Form und zudem eine sehr umfangreiche Kinder- und Jugendbuchabteilung, Reiseführer mit Schwerpunkt auf Wanderkarten und -führer rund um den Schliersee und das Oberland. Garten- und Kochbücher, Bildbände und Sachbücher aus den Themenfeldern Politik und Geschichte sowie Ratgeber verschiedenster Bereiche kommen ebenfalls nicht zu kurz.

Für jeden Anlass runden ausgesuchte Postkarten, Gruß- und Glückwunschkarten, Papeterieartikel und ein kleines Sortiment an Gesellschaftsspielen das Bild ab.

Einfach alles, was Sie von einer guten Buchhandlung erwarten dürfen.

Vor dem Geschäft befindet sich eine kleine Ruheoase mit einem freien WiFi-Hotspot. Hier können Sie direkt in der Lektüre schmökern oder Ihr eBook im Webshop der Bücheroase selbst auftanken.

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

Aufbuschen auf der Unteren Firstalm – und vom Leben einer Sennerin

Bei meiner Ankunft auf der Unteren Firstalm werde ich von Anna-Lena, der jungen Sennerin, begrüßt. Sie ist von Beruf her eigentlich Schreinerin, kommt ursprünglich aus einer Landwirtschaft vom Irschenberg und hat diesen Sommer mit 56 Jungviechern, 2 Stuten und einem Fohlen, 24 Schafen, 2 Schweinen, 3 Hühnern und einem Gockel auf der Alm verbracht. Es war schon immer ihr Traum Almerin zu sein, erzählt sie mir, den sie sich durch eine Freistellung von der Arbeit heuer verwirklichen konnte. Besonders gereizt hat sie der enge Kontakt mit den Tieren, mal raus aus dem Alltag zu kommen und in der Natur zu sein.

So ein Sennerinnen-Leben ist gar nicht so leicht, erfahre ich. Ihr Arbeitstag ist angefüllt mit:

Im Stall die kleinen Kälber füttern und waschen.

Die Säue versorgen.

Nach den Kälbern auf der Weide schauen, ob alle gesund und ruhig sind.

Im schweren Rucksack Mineralfutter und Salz sowie Flickzeug für die Zäune mit sich führen.

Zäune kontrollieren und ausbessern.

Tränken säubern und vieles mehr.

Seit Mitte August bindet Anna-Lena außerdem Papierröschen zum Schmücken der Buschen für den Almabtrieb.

Außerdem hat sie in den letzten 14 Tagen Almrausch gepflückt und gebunden.

Auch die Buschen zum Schmücken der Tiere hat sie gebunden und mit bunten Reserln (dt. Röschen) geschmückt.

Zu ihren schönsten Erlebnissen gehören die Geburten der 7 Lamperl (dt. Lämmer). Aber Anna-Lena wurde auch vom Schafbock umgeworfen, ein Jungvieh hatte sich vertreten, ein Kalb hatte eine Kolik und der Gockel wurde böse von einem frei laufenden Hund gebissen. „Die Hunde sind tatsächlich ein Problem“, erzählt mir die Sennerin, bzw. eher die Hundehalter, welche die Tiere nicht anleinen und es dadurch immer wieder zu einer Jagd auf Schafe und Hühner kommt.

Die Kälber kennen einen mit der Zeit, erfahre ich. „Angst muss man nicht vor den Tieren haben, aber Respekt sollte man schon haben“, sagt die Almerin.

Sie musste sich erst daran gewöhnen sich allein zum Essen zu setzen, erzählt sie mir. Aber wenn dann am Abend die Ruhe auf der Alm einkehrt, die Wanderer wieder im Tal sind und man besonders im August noch lange draußen sitzen bleiben kann, ist es ein Traum.

Für den Almabtrieb werden die Kühe mit Buschen, Kreuzen, einer Krone, Stirnkranzl sowie sogenannten Fotzenkranzl, welche um Maul und Hörner drapiert werden, geschmückt. 40 Blumen werden etwa pro Buschen benötigt. Außerdem kommen hier die wunderschönen Glocken zum Einsatz, welche zum Teil seit Generationen in der Familie weitergegeben werden. Hartl Markhauser, welcher die Alm bewirtschaftet, zeigt mir die Glocken, welche er und sein Vater zu ihrer Hochzeit und besonderen Geburtstagen geschenkt bekommen haben. Er sitzt neben mir auf der Bank und poliert sie, damit sie am kommenden Samstag wunderschön glänzen. Im normalen Almbetrieb tragen die Kühe übrigens kleine Glocken, welche den Sinn haben, sie wiederzufinden, falls sie sich verirrt haben. Die großen Glocken sind dem Almabtrieb vorbehalten. „Die Kühe stehen übrigens auf ihre „Alltags“-Glocken und verteidigen sie sogar“, verrät mir Hartl.

 

 

Morgen (30. September 2017) findet der Almabtrieb von der Unteren Firstalm über die alte Spitzingseestraße bis nach Fischhausen zum Anderl-Bauernhof der Familie Markhauser statt. 7-8 Erwachsene und 5-6 Kinder sind daran beteiligt. Besonders die Kinder sind schon ganz aufgeregt und freuen sich darauf. Je nach Dauer des Schmückens geht es kurz vor 11 Uhr los mit dem Abtrieb ins Tal und damit dem Einläuten der Herbstsaison.

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Freundliche Übernahme – Sepp und Jackl haben die Rixner Alm übernommen

Viel ändern soll sich nicht. „Wir müssen das Radl ja nicht neu erfinden!“, lacht Sepp. „Die Mädels haben das bisher super gemacht, und so soll es auch weitergehen. Und es war ja eine freundliche Übernahme.“

Ein Blick auf die Angebotstafeln im Gastraum lässt mich doch ein wenig Veränderung erkennen. Neben den gewohnten leckeren Brotzeiten gibt es jetzt im Sommer zusätzlich noch verschiedene Salate. Als besonderes Schmankerl empfiehlt mir Sepp das saure Rindfleisch mit Zwiebeln und Schnittlauchbrot. Ich setze mich nach draußen auf die Sonnenterasse mit Blick auf Berge und Schliersee mitten im Paradies ‒ im Herzen der Natur. Denn hier ist kein Verkehr. Autos dürfen hier keine fahren. Das saure Rindfleisch passt optimal zu einem heißen Sommertag.

Als Nachtisch muss ich unbedingt einen Kuchen probieren. Der schmeckt superlecker – wie immer. Sepp lacht: „Liesi kommt jeden Tag her und macht weiterhin die Kuchen für uns. Die sind einfach unschlagbar!“ Da hat er tatsächlich recht. Für einen großen Ansturm sind Sepp und Jackl mit langer Erfahrung in der Gastronomie und insgesamt sechs Töchtern, vier im unterstützungsfähigen Alter, sehr gut aufgestellt. „Die stehen an starken Tagen mit an der Front“, strahlt Jackl zufrieden.

Man merkt gleich, dass die beiden sich schon nach ein paar Monaten richtig wohlfühlen in ihrer Alm. „Wir freuen uns jeden Tag, wenn wir herfahren – es ist einfach unsere Seeperle!“ Das Lächeln in den Gesichtern der Gäste lässt sie die viele Arbeit vergessen. „Zufriedene Gäste brauchen wir ‒ dann ist unsere Mission erfüllt!“ Zum Abschluss empfiehlt mir Sepp noch den Rixner-Spritz – nicht so süß, sondern genau richtig für den Sommer. „Frizzante auf Eis mit frischer Zitronenmelisse und einem Spritzer Wasser.“ Das probiere ich das nächste Mal aus.

Eine Pause in der Rixner Alm ist für mich bei jeder Seeumrundung obligatorisch. Mein persönlicher Logenplatz bei einem Cappuccino für Aus- und Weitblicke auf den Schliersee.

 

Öffnungszeiten:
10-17 Uhr
Montag und Dienstag Ruhetag

Rixner Alm
Westerbergstraße 40
83727 Schliersee

Die bewirtschaftete Alm liegt direkt am Westufer des Schliersees und ist bequem in 20 Minuten zu Fuß erreichbar.

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Urlaub auf dem Bauernhof – ein abwechslungsreiches Erlebnis für Familien, aber auch für Ruhesuchende

In Schliersee gibt es viele Möglichkeiten, Urlaub auf dem Bauernhof zu machen.

Ich möchte Ihnen zwei Biohöfe vorstellen, die jeder für sich wunderschöne Erholungsorte darstellen und trotzdem sehr gegensätzlich sind.

Beim Sonnenstatter der Familie Hirtreiter lädt ein bunt blühender Bauerngarten direkt vor der Tür zum Eintreten ins Haus Schlierseeblick ein. Und der Name hält, was er verspricht! Hier findet sich ein Paradies für Familien mit Kindern, die einen Spielplatz mit Rutsche gleich im Garten vor dem Haus vorfinden und dort sowie im extra eingerichteten Spielzimmer oder der Spielscheune mit Kletterwand und Trampolin nach Lust und Laune toben können. Auf dem Hof werden neben vielen anderen Tieren u. a. seit über 30 Jahren süddeutsche Kaltblutpferde gezüchtet. Das sind schwere, bäuerliche Arbeitspferde unserer Region, die im Herbst an der Leonhardifahrt teilnehmen und dort gesegnet werden. Der Hof wird erstmals 1473 erwähnt. Hier wird Gemütlichkeit, aber auch Abenteuer und Erlebnis großgeschrieben. Urlaub ist auch im Berghäusl oder auf der eigenen Alm möglich.

Wer Ruhe und Erholung fernab von jeglichem Trubel sucht, ist auf dem Biohof Schwaig genau richtig. Auf dem Weg zum Hof kommt einem eine Katze geruhsam entgegengeschlendert, und hinter dem Haus grasen zahme, neugierige Kälber einer alten bayerischen Rasse, die hier zurückgezüchtet wird. Es gibt eine weitläufige Liegewiese mit schattenspendenden Bäumen, einer kleinen Kapelle, duftenden Rosen und einem wunderschönen Grillplatz. Die Einrichtung der Räumlichkeiten ist maßgeschreinert und besteht aus eigenen Hölzern. Hinter einem alten, knorrigen Apfelbaum findet man ein uriges Saunahaus. Seit 1822 ist die Schwaige aus dem Jahre 1200 in Familienbesitz. Ruhe und Erholung sowie Achtung vor allen Lebewesen werden hier gelebt. Mir kommt es vor wie ein Stück Garten Eden, und würde ich nicht bereits in dieser Region leben, würde ich hier meine Auszeit verbringen wollen.

Bio-Hof Schwaig, Markus und Notburga Hofberger
Schwaig 2
83727 Schliersee
Telefon: 08026 2118
E-Mail: info@biohof-schwaig.de

Internet: http://www.biohof-schwaig.de

 

Beim Sonnenstatter

Familie Hirtreiter
Schießstättstraße 7
83727 Schliersee
Telefon: 08026 20011
E-Mail: info@gaestehaus-sonnenstatter.de

Internet: http://gaestehaus-sonnenstatter.de

 

 

 

[tourim-redakteur]