Schliersberg – Die Dinge von oben betrachten

Heute bringe ich dir den Ausblick von der Schliersbergalm direkt nach Hause in dein Wohnzimmer.

 

 

Ich brauche von mir zu Hause etwa eine Stunde zu Fuß hinauf auf die Schliersbergalm. Es ist sonnig, aber der eisige Ostwind bläst mir ins Gesicht. Die frische Luft tut mir gut. Die ungewohnte Ruhe fühlt sich seltsam an – schließlich herrscht sonst lebendiges und quirliges Treiben auf der Schliersbergalm. Ich atme tief durch, genieße aber dann den traumhaften Ausblick auf Schliersee. Die Vogelperspektive ist eine gute Methode, um Abstand zu gewinnen.

Ich stelle mir vor, wie der Biergarten normalerweise gefüllt ist, wie Bedienungen Schweinsbraten servieren, Gäste zur Belohnung für die geschaffte Bergtour ihr Weißbier genießen. Ich sehe Mountainbiker, die sich heraufgequält haben, Familien mit Kindern und Minigolfschlägern, die Oma im Schlepptau. Kinder, die ein Eis wollen, ein Pärchen macht ein Selfie und grinst in die Kamera, im Pool quietschen Kinder und spielen Ball. Ein älteres Ehepaar genießt die Aussicht …

Die absolute Stille holt mich zurück in die Realität des Frühjahrs 2020. Ich bin momentan allein hier oben, und ich wünsche mir, dass sich das bald wieder ändert. Ich wünsche mir das gewohnt lebendige Leben zurück.

Auf dem Weg nach unten realisiere ich, dass der Frühling bereits angekommen ist. Die Sumpfdotterblumen leuchten wunderbar gelb, und überall treiben die Bäume aus. Die Vögel zwitschern, und die Schneereste schmelzen in der Sonne. All das macht mich hoffnungsvoll.

 

 

Pass auf dich auf – und bis bald!

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee