Erste Blicke in das neue Schmuckstück von Schliersee

Das Ensemble Heimatmuseum und Kindergarten „Kleine Heimat“ nimmt Formen an. Ein Tag der offenen Tür wird folgen, damit sich jeder ein Bild machen kann. Architekt Johannes Wegmann hat sich die Zeit genommen, mir den Neubau an das Heimatmuseum in der Schlierseer Ortsmitte zu zeigen. Die Kombination aus modern und geschichtsträchtig ist sehr spannend und, wie ich finde, sehr gelungen. Der neue Kindergarten ist schon fast fertig, es ist hell und riecht nach Holz. Holz soll tatsächlich bei diesem Bau im Vordergrund stehen. „Auch draußen kommen bald die Lamellen, die dem Gebäude noch mehr ursprünglichen Charakter geben“, erklärt mir Johannes Wegmann. Schließlich stand an dieser Stelle vor 1930 eine alte Holztenne, die für das Schlierseer Postamt hatte weichen müssen. Im Zuge dessen wurde ein 7 m x 2,50 m großes Loch in der Wand (Ursache für das Loch bis heute unbekannt) mit Holzbohlen verkleidet und die (Holz-)Blockwand daneben durch eine etwas waghalsig gebaute, freistehende Mauer geschützt. Die schöne Blockwand kann nur vom Heimatmuseum aus bewundert werden – auf der Neubau-Seite wurde diese aus Brandschutzgründen verkleidet.

Im Obergeschoss des Neubaus entsteht ein toller Saal für Veranstaltungen aller Art. Der Blick durch die großen Fenster geht von der Sixtus-Kirche über den See bis hin zum Bahnhof. Hell, groß und im Herzen von Schliersee, bieten sich mit dem Saal für die Zukunft viele Möglichkeiten ‒ auch für Ausstellungen. Direkten Zugang zum Waldecker-Saal im Altbau Heimatmuseum hat man in Zukunft durch eine Glastür. Man soll auch vom neuen Gebäude aus die Geschichte von Schliersee spüren. Zwischen den beiden Häusern befindet sich das von Wegmann als „Fuge“ bezeichnete Zwischenstück. Früher war dies die Einfahrt in die Tenne gewesen. Heute dient es als Treppenhaus der besonderen Art. Ein Lichtsystem wird hier die Steinmauer, echte Schlierseer Geschichte, in Szene setzen. Eins steht fest: Bayerns besterhaltenes Blockhaus steht bei uns in Schliersee. Das Heimatmuseum wurde in den letzten Jahren durch den Anbau sehr genau unter die Lupe genommen. Die Blockwand stammt von 1406. Das restliche Haus wurde 1450 gebaut. Ob nun der Steinbau oder die Blockwand zuerst gebaut wurde, konnte bisher nicht belegt werden.

Es gibt noch viele spannende Fragen:

Was war im Steinbau?
Man vermutet, dass er als Gefängnis genutzt wurde.

Wofür wurde der Waldeckersaal verwendet?
Wahrscheinlich war er Versammlungssaal für die Chorherren des Stifts. Er besitzt noch heute die ursprüngliche gotische Decke und ist ein echtes Schmuckstück.

Nachgelesen: Seit 1916 wird das bauliche Denkmal als Heimatmuseum im “Herzen Schliersees” genutzt. Das Gebäude wurde im 14. Jahrhundert als sogenanntes „Schredl“-Haus erbaut. Die Fassade wurde aus Natursteinen angefertigt und gehörte zur damaligen Grafschaft “Hohen Waldeck”. Noch heute sind die Felder- und Balkendecken der einzelnen Räume, die sogenannte “Raachkuchä” (Rauchküche), mit ihren Gebrauchsgegenständen sowie das Tonnengewölbe (Waldeckerbau) im Originalzustand erhalten. Im 15. Jahrhundert errichtete man direkt am Ursprungsgebäude ein Bauernhaus. Das Museum wird vom Verein “Heimatfreunde e. V.” betreut. Quelle: Webseite der Tourist-Info Schliersee

Bei münchen.tv gibt es einen interessanten Beitrag von Christopher Griebel über das Heimatmuseum. Einfach mal reinschauen: http://www.muenchen.tv/mediathek/video/heimatmuseum-schliersee/

TIPP: Einen Ausflug ins Heimatmuseum machen und echte Schlierseer Geschichte erleben! Für Erwachsene kostet der Eintritt 2,- Euro, mit Gästekarte 1,50 Euro. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt, für Jugendliche bis 16 Jahre wird eine Gebühr von 1,- Euro erhoben.

 

Heimatmuseum Schliersee
Lautererstraße 8
83727 Schliersee
Tel.: +49(0)8026 7343

 

Öffnungszeiten in der Saison:
Di.‒Sa.: 14:00‒17:00 Uhr

 

Führungen ganzjährig nach Anmeldung, Hr. Berndt +49(0)8026 4397

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee