„Nikolaustratzen“ in Schliersee

Ein rechter Lausbub muss er in seiner Kindheit schon gewesen sein, der Karl Wiedemann aus Schliersee. In seinem Buch „Nikolaustratzen“ hat er seine Kindheitserinnerungen niedergeschrieben.

Karl Wiedemann ist ein echtes Schlierseer „Gwachs“. Als Dritter von acht Geschwistern ist er mitten im historischen Ortskern aufgewachsen und heckte als kleiner Bub dort einige Streiche aus. In den kargen Nachkriegsjahren gab es kaum Spielzeug für die Kinder zu Weihnachten, geschweige denn elektronische Amusements. Die Familie stand im Vordergrund, und davon weiß Karl Wiedemann in seinem Buch anschaulich und unprätentiös zu berichten. Vor allem die Adventszeit war geprägt von Bräuchen und Riten, die heute zum Teil in Vergessenheit geraten sind. Damals trat der Nikolaus noch als Bischof und nicht als Weihnachtsmann auf und flößte den Kindern einen gehörigen Respekt ein. Doch wer ein rechter Lausbub war, der konnte der Verlockung, dem heiligen Mann einen Streich zu spielen, wenn sich die Gelegenheit bot, trotzdem nicht widerstehen.

Karl Wiedemann ist eine allseits bekannte Schlierseer Persönlichkeit. Viele Jahre lang trug er seine Geschichten mit großem Erfolg beim „Schlierseer Advent“ vor. Mittlerweile gastiert er zusammen mit seinen Schlierseer Hirtenkindern und einem von ihm jährlich verfassten und einstudierten Krippenspiel an renommierten Veranstaltungsorten in München wie der Blutenburg oder dem Löwenbräukeller. Zudem singt er seit vielen Jahren die Baritonstimme im bekannten „Schlierseer Viergesang“. Als Mitbegründer des Altschlierseer Trachtenvereins, Vorsitzender der „Vereinigung Historische Trachten in Altbayern“ und Präsidiumsmitglied des Münchner Festrings darf er jedes Jahr Ende September den großen Oktoberfest-Trachtenzug durch München mitgestalten.

Wer den umtriebigen Rentner und sein umfassendes Wissen über seine Heimatgemeinde Schliersee einmal kennenlernen möchte, hat dazu jede Woche bei einer historischen Führung durch den Ort Gelegenheit. Karl Wiedemann kennt jeden Steig und jedes Haus und weiß zahlreiche interessante Geschichten über seine Heimat zu erzählen.

Seit rund 20 Jahren lebt er zwar in Miesbach, doch im Herzen ist und bleibt er Schlierseer.

Das Buch „Nikolaustratzen ‒ Wie ein bayerischer Bub einst die Adventszeit erlebte“ ist illustriert mit eigenen Ölgemälden des Autors. Die Schlierseer Landschafts- und Ortsansichten machen das Buch zu etwas Besonderem. Erschienen ist es im Verlag von Dr. Alexander Bronisch, Con-Text, und unter anderem in der Schlierseer Buchhandlung „Bücher-Oase“ erhältlich.

 

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

 

 

 

Warum es in Schliersee keinen Weihnachtsmann gibt …

Da kaut der kleine Loisl schon eine ganze Weile an seinem Stift herum. Vor ihm ein Blatt Papier, das vom vielen Überlegen, was man so zu Weihnachten gebrauchen könnte, schon Eselsohren bekommen hat. Ist aber auch wirklich schwer. Naja, viele Wünsche hätte er schon, aber diesmal, diesmal zu Weihnachten, soll‘s ein ganz besonderer Wunsch werden. Etwas Großes – das ist schon mal sicher! Aber nicht zu groß – schließlich muss das Christkind es ja besorgen, tragen und heimlich in die gute Stube legen können.

Keine Frage, irgendwann wird er schon herausbekommen, wann genau das Christkind kommt. Jedenfalls muss das ziemlich im letzten Moment vor Weihnachten, also an dem Tag vor Weihnachten, an dem die gute Stube abgeschlossen wird, passieren. Man sieht aber auch wirklich schlecht durchs Schlüsselloch – das weiß er noch vom letzten Jahr –, und man sollte sich dabei nicht erwischen lassen!

Ja klar bringt das Christkind dann das Geschenk. Er hat es zwar noch nie gesehen, aber kein seriöser Bub behauptet, der Weihnachtsmann sei der Postbote der Geschenke. Der Weihnachtsmann ist ja eigentlich der Nikolaus, nur in der Vorweihnachtszeit dicker geworden, und er trägt eine andere Mütze. Der soll ja am Nordpol wohnen und arbeiten und bei Coca-Cola unter Vertrag stehen, und ab und zu sieht man ihn in Plastik von innen beleuchtet irgendwo am Balkon hängen … so a Schmarrn!

Wenn das stimmen würde, dass der Weihnachtsmann durch den Kamin ins Haus kommt, hätte er beim kleinen Loisl eh Pech und würde wohl hoffnungslos im Kachelofen stecken bleiben.

Ja, die Preußen und die Amerikaner, die glauben halt an den Weihnachtsmann – sollen Sie doch, der Loisl ist da tolerant, und schließlich könnte der Weihnachtsmann ja als Ablenkungsmanöver gedacht sein, dass man dem Christkind, wenn es die Geschenke bringt, nicht auflauert.

Egal, seit er denken kann, und der kleine Loisl denkt viel, kommt bei ihm daheim das Christkind, und das war bei seiner Mama, seinem Papa, Opas und Omas auch schon immer so. Ist ja auch so festlich, wenn das kleine Glöckchen bimmelt und man in die gute Stube tritt, wo es nach dem Parfum des Christkinds, nach Weihnacht, riecht und sich der kleine Loisl mit neugierig funkelnden Augen aufgeregt darüber freut, dass heute das Christkind Geburtstag hat.

 

Karl Bergkemper Karl Bergkemper

Begeisterter Schlierseer, Musiker und Internet-Schraubenzieher. Der technisch orientierte "Beutebayer" der Redaktion - immer für Ideen zu haben, die Schliersee weiterbringen

 

 

Winterizing your Ride

On the day we moved to Schiersee, as the moving company was unloading our truck to the back drop of the wintery Brecherspitz mountain, I kept hearing one word in German mumbled under their breath…” Schneeloch”, simply translated to English as “Snow Hole”. I think they thought we were absolutely crazy to move from the historic downtown of a city to an old alpine farm house surrounded by trees and mountains. That is not how we saw it at all. We envisioned snowy mornings, sipping coffee by the heat of wood stove and jumping into winter boots to make the first foot prints in the fresh snow.  We are two years into our alpine adventure and Schliersee has not disappointed. Call me crazy, but most days I feel like Alice in a Wonderland.

Our first snow since becoming Schliersee residents, one of our neighbors called us and told us to grab our sleds and come over he would show us the best local sledding spots. Mind you it was a blizzard out and our sleds were ones I had found on a trash pile that I used for decoration but that was not going to stop us from joining in on the winter fun. We did take some mocking from our friend who had what I can only describe as the Ferrari of sleds. It was all sleek and sturdy and he swore you were able to actually steer it. So began our search to find the perfect winter sports car…I mean sled.

On the advice of many locals we were told to go make a visit to the Schliersee Radhaus and talk with it’s very knowledgeable owner Felix Wolf. He was amazing. He took my husband out back to an extra warehouse absolutely full of sleds. He explained to us that the Gasser sled made in Tirol was really a lifetime purchase. Most German families will have a range of sleds from sleds for the baby on to adult sleds. It was a big investment but for us it was an easy decision. We love winter sports but with both of us having joint issues this was a great way for us to have a fun winter sport we could do together.

I felt very much like Goldilocks trying to choose my sled. My husband’s was too big and heavy and others just didn’t fit me right but Felix brought out a young boys sled that was “just right”.  He took our sleds in the back and sharpened our rails and explained to us how to properly store them so we could enjoy them for many seasons to come. Another thing I really appreciated about Felix from Schliersee Radhaus was his emphasis on sledding safety. He didn’t just sell us our sleds he explained to us basic courtesy while sledding and important gear we would need.  He asked us to make sure to always wear a proper skiing helmet. Having enjoyed two wonderful sledding seasons, we have been witness to several accidents where sledders were ill prepared and we are grateful to Felix who prepared us correctly.

Felix shared some of his tips about buying and storing your sled:

  • Store the sled standing up in dry place
  • If you see rust starting on the rails, which is natural, give the rails a good wipe down with course (50 – 80 grit) sand paper and then apply a very light coating of oil
  • To keep rust from forming on the rails during storage cover the metal rails with packing tape
  • ALWAYS wear a helmet
  • Have as much fun as possible!

If you are coming to Schliersee or Spitzingsee for sledding and are ready to commit to your sled. Drop by the Schliersee Radhaus and talk with Felix. Don’t hesitate…Winter is just around the corner. For more information on Felix Wolf and the Schliersee Radhaus:

http://schlierseer-radhaus.de

https://www.facebook.com/SchlierseerRadhaus

 

 

Laura Boston-Thek Laura Boston-Thek

American artist, photographer and professional wanderer who, after 20 years of roaming, put down roots in a 100 year old Bavarian farmhouse and fell in love with the Alpine village and its residents (both 2-legged and 4-legged).

 

 

 

Frauenbund & Santa’s Workshop

In my search of Santa’s helpers in Schliersee, I stopped by Gasthaus Seewinkle on a windy afternoon right before first Advent and the opening of Schliersee’s Seeweihnachts I had an insider tip that a group of Santa’s helpers from the Frauenbund in Schliersee would be gathered and busily preparing their items for their Christmas market stand.

The very talented women of the Frauenbund, a group of 15 women and one very handy man, used their many skills to help earn some money for their many social causes to which they contribute. The Frauenbund in Schliersee is a Catholic organization with 115 female members.

These wonderful women take the work out of Christmas preparations through their delicious hard work. They have lovingly and traditionally made various Christmas cookies as well as hand sewn pillows and decorative hand crafted, delightful poinsettias. Many vintage style of religious ornaments so delicately created with an obviously skilled hand.

If that isn’t enough of a choice, deep in Santa’s workshop Martin Huber, also known as head elf, has been hard at work cutting decorative holiday items from wood to give your Christmas that warm natural touch. I saw rustic birch wood hand painted Santa figures and various wooden festive votive holders.

I highly recommend a visit to Schliersee’s Seeweihnachts with it’s festive lights reflecting on the lake. Grab your first fragrant Glühwein of the season and drop by to see all the friendly ladies from the Frauenbund and their many hand crafted decorations. These items are all very unique gift ideas. You won’t find anything similar on Amazon and the money you spend will go to help many great causes they support.

Having just come from taking photos of the ladies in their Santa’s workshop while they were packaging up an incredible array of beautifully decorated Christmas cookies.  As a kind gesture they gave me a tasting of their cookies for me to bring home to my husband.  He said they were absolutely amazing.  Poor man lives with a gluten free wife so it was a real treat for him.

Schliersee Seeweihachts will be held 26-27 November at the Schliersee Kurpark directly on the banks of the Schliersee.  The times the market will be open is from 2 pm to 8 pm on Saturday and 12 pm to 8 pm Sunday.

For more information:
www.schlierseer-weihnachtszauber.de/seeweihnacht

Laura Boston-Thek Laura Boston-Thek

American artist, photographer and professional wanderer who, after 20 years of roaming, put down roots in a 100 year old Bavarian farmhouse and fell in love with the Alpine village and its residents (both 2-legged and 4-legged).

 

 

Lieber stürmisch als windig

Schliersee bei stürmisch-schönem Wetter ist ein ganz besonderes Erlebnis. Der Klang der Wellen erinnert dann an die Brandung des Meeres, und es findet sich immer ein besonderes Plätzchen direkt am See, um es zu genießen.

 

drachensteigen-am-kirchbichl-schliersee-3-helmut-jenne-senEine andere Stelle beim „Kirchbichl“, einem kleinen Bergerl kurz vor dem  Ortsanfang Schliersee, nutzen einige Familien sogar jetzt noch im November dazu, um ihre Drachen in den Wind zu schicken ‒ eine Riesengaudi für Groß und Klein und „für einen Moment das Glück Schliersee“.

 

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Helmut Jenne Helmut Jenne

Auf seinen Streifzügen durch die Natur ist sein Fotoapparat ein ständiger Begleiter. Helmut Jenne, wohnhaft in Schliersee, ist Musiker und EDV-Fachmann, Fotokünstler und Naturliebhaber. Mit seinen Fotos dokumentiert er seine Erlebnisse auf sehr natur- und heimatverbundene Weise, und so entstehen - trotzdem weltoffen - tief empfundene Momente und Blicke auf Landschaften, Pflanzen und Tiere der Berg- und Seenwelt rund um Schliersee.

 

 

Der „Wichtelpunsch“ aus Schliersee

Beim Hennererhof in Schliersee sind wieder die Wichtel unterwegs. Sie sollen in der Vorweihnachtszeit Freude in die Herzen der Menschen bringen. Und weil die Wichtel recht lebensfrohe kleine Gestalten sind, laben sie sich gerne am Schlierseer „Wichtelpunsch“ von Kräuterpädagogin Angelika Prem. Alle Zutaten dieses aromatischen Getränks sind hausgemacht und garantiert ohne künstliche Zusätze. Die kreative Wirtin des Hennererhofs hat bei der Kreation ihres Punsches auch bewusst auf den Zusatz von Alkohol verzichtet. Schließlich sollen auch die Kinder unbesorgt ein Haferl davon trinken dürfen.

Selbstgemachte Platzerl schmecken besonders gut zum „Wichtelpunsch“, und auch sonst findet man in dem urigen Bauernhof-Café so manche Zutat für fast vergessene Weihnachtsbräuche. Das Räuchern beispielsweise soll böse Geister vertreiben und positive Energie ins Haus bringen. Allerlei Kräuter aus dem Garten wurden dafür getrocknet. Auf einem Sieb über einer Feuerquelle beginnen sie zu glimmen und entfalten dabei ihren angenehmen Duft.

Am Wochenende vom 3. bis 4. Dezember 2016 lädt die Familie Prem zur stimmungsvollen „Woidweihnacht“ auf den Hennererhof ein. Spezialitäten aus der Kräuterküche werden ebenso angeboten wie ausgesuchtes Kunsthandwerk und weihnachtlicher Schmuck.

Den berühmten „Wichtelpunsch“ durfte ich vorab schon mal kosten:

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

 

 

 

Schlierseer Weihnachtszauber 2016

Liebe Schlierseer Weihnachtsmarkt Besucher,

auch in diesem Jahr lädt die Marktgemeinde Schliersee zum Schlierseer Weihnachtszauber vom 26. November bis 31. Dezember 2016 herzlich ein.

Genießen Sie unbeschwerte Stunden mit Freunden und der Familie auf einen der Schlierseer Weihnachtsmärkten. Hier finden Sie eine Übersicht über das Programm vom Schlierseer Weihnachtszauber 2016:

26.11. bis 27.11.2016 | Seeweihnacht im Kurpark Schliersee

03.12. bis 04.12.2016 | Woidweihnacht am Hennerer

09.12. bis 11.12.2016 | Historischer Weihnachtsmarkt im Markus Wasmeier Freilichtmuseum

17.12. bis 18.12.2016 | Romantische Weihnacht beim Terofal

Besonders darf ich Ihnen unsere Weihnachtsveranstaltungen im Schlierseer Bauerntheater empfehlen: Am Freitag, 16. Dezember 2016, freuen wir uns auf Günther Maria Halmer und sein Programm „Christabend „und die „Heilige Nacht“ von Ludwig Thoma im Schlierseer Bauerntheater. Am 26. Dezember 2016 erzählt die bekannte deutsche Volksschauspielerin Monika Baumgartner im Schlierseer Bauerntheater wunderschöne Weihnachtsgeschichten bei einem besinnlichen Weihnachtskonzert.

Auch zum Jahreswechsel ist in Schliersee einiges geboten, schauen Sie doch mal vorbei bei der Wintersonnwendfeier am 30. Dezember 2016 auf der Seewiese oder feiern Sie den Jahreswechsel bei einem spektakulären Feuerwerk am 31. Dezember 2016 im Schlierseer Kurpark.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Vorweihnachtszeit und freue mich auf Ihren Besuch beim Schlierseer Weihnachtszauber 2016.

Wenn Sie möchten informiere ich Sie einfach und bequem per E-Mail über unser Weihnachtszauber-Programm 2016.

Ihr Mathias Schrön

P.S. Weitere Informationen zum Schlierseer Weihnachtszauber finden Sie hier.

Mathias Schrön Mathias Schrön

C. Mathias Schrön, Dipl.-Betriebswirt, Vater von 4 Kindern, geb. am 12.03.1966 in Tegernsee. Aufgewachsen in Neuhaus und Miesbach. Abitur am Gymnasium Miesbach. Abgeschlossenes Studium in BWL sowie in Politikwissenschaften in München. Während und nach dem Studium selbständige Tätigkeit hauptsächlich als Begleiter ausländischer Gäste der Bundesregierung im Auftrag der Bayerischen Staatskanzlei. Seit 15.03.2001 Kuramtsleiter beim Markt Schliersee. In der Freizeit engagierter Fußballtrainer im Jugend- und Seniorenbereich. Mitglied in diversen Vereinen. Freude am Reisen und Sport.

Nur 356.000 Kilometer von Schliersee zum Mond

Als wäre es erst gestern gewesen, so erinnere ich mich gerne zurück an den Montag, den 14. November im Jahre 2016, da berichteten die Medien von einem „Supermond“, denn an diesem Tag sei der Mond „wieder einmal“ der Erde am nächsten. Ich dachte noch darüber nach, dass der Mond der Erde vermutlich erst wieder in 18 Jahren so nah kommen würde, und wer weiß, ob ich da überhaupt noch lebe.

Doch ausgerechnet an diesem Tag überzog Deutschland eine dichte Wolkendecke, und so blieb uns in Schliersee zunächst jede Sicht verwehrt, wenn da nicht noch spät nachts unser Hund Riggi hätte Gassi gehen müssen.

Für einen kurzen Augenblick öffnete sich ausgerechnet dann die Wolkendecke über Schliersee. Ich schnappte mir schnellstmöglich meine Fotoausrüstung und rannte nach draußen, und so entstanden doch noch Fotos vom „Supermond 2016“ ‒ betrachtet von Schliersee aus.

 

Und so waren wir uns ‒ trotz der riesigen Weiten des Weltalls ‒ noch nie so nah, Schliersee, der Mond, ich und „für einen Moment das Glück Schliersee“.

 

Text+Fotos 14.11.2016:  Helmut Jenne sen.

 

 

Helmut Jenne Helmut Jenne

Auf seinen Streifzügen durch die Natur ist sein Fotoapparat ein ständiger Begleiter. Helmut Jenne, wohnhaft in Schliersee, ist Musiker und EDV-Fachmann, Fotokünstler und Naturliebhaber. Mit seinen Fotos dokumentiert er seine Erlebnisse auf sehr natur- und heimatverbundene Weise, und so entstehen - trotzdem weltoffen - tief empfundene Momente und Blicke auf Landschaften, Pflanzen und Tiere der Berg- und Seenwelt rund um Schliersee.

 

 

1.12.2016 in der Vitalwelt Schliersee – Der Charakterleser – Wer du bist und wie du mehr aus dir machst

Tipps vom „Charakterleser“ – Lesung mit Walter Rotter in der Vitalwelt Schliersee

charakterleser12Mit „Bayerns außergewöhnlichstem Liebesexperiment“ hat Charakterforscher Walter Rotter bereits im September für Furore in Schliersee gesorgt. Er wählte unter zahlreichen Bewerbern zehn Singles für eine Bergtour aus, die bei einer Nacht unter freiem Sternenhimmel ihr Liebesglück finden sollten. Der Mentaltrainer, zu dessen Kunden auch Promis, Profisportler und Politiker zählen, kommt nun im Zuge einer Lesereise wieder nach Schliersee.

Am 1. Dezember liest Rotter im Forum der Vitalwelt aus seinem neuen Buch „Der Charakterleser – Wer du bist und wie du mehr aus dir machst“. Darin schildert er seine Methode, mit der er allein auf der Grundlage von Geburtsdatum und Geburtsstunde den Charakter jedes Menschen erfassen will. Rotter hat dazu eine eigene Typologie entwickelt. Er will seinen Zuhörern und Lesern dabei helfen, ihre wahren Bedürfnisse klar zu erkennen und das Verhalten anderer besser zu verstehen. In dem Buch gibt er Tipps, wie wir unsere mentale Einstellung so gestalten, dass wir sicherer auftreten, um unsere Potenziale voll auszuschöpfen.

Wer möchte, kann am Ende des Abends Rotter auch darum bitten, seinen Charakter zu „lesen“. Bereits bei einer ersten Vortragsveranstaltung in Schliersee haben sich laut Marion Riedl, Leiterin der Gäste-Information, viele Zuhörer getraut – mit aufwühlenden Ergebnissen. „Da waren unglaubliche Emotionen dabei, vom blanken Staunen bis zu plötzlichen Tränen.“

Lesung mit Walter Rotter im Forum Vitalwelt Schliersee am Donnerstag, 1. Dezember, 19 Uhr
Karten gibt es ab sofort bei der Gäste-Information Schliersee, an allen München-Ticket Vorverkaufsstellen oder hier online!

Buchtipp: Walter Rotter „Der Charakterleser“, Paperback, Klappenbroschur, ca. 200 Seiten, 13,5 x 20,6 cm, Goldmann Verlag, 12,99 Euro, erscheint am 21.11.2016

Der fliegende Edelstein vom Schliersee

Langsam nähere ich mich meinem Beobachtungspunkt auf dem Brückerl über die Schlierach. Tarngrün und in ruhigen Bewegungen blicke ich durch ein handliches Fernglas ‒ und da sitzt er, regungslos, in voller Farbenpracht, zwischen den frisch verschneiten Ästen, ungefähr zwei Meter über dem Wasser ‒ ein Eisvogel.

helmutjennesen-eisvogel-05100_v4Wie in Zeitlupe greife ich zu meiner Kamera, nur ein einziges Foto gelingt, dann schießt er blitzartig ins Wasser, taucht mit einem Fischchen im Schnabel wieder auf und verschwindet im Bruchteil einer Sekunde hinter einem Busch.

Seit einigen Jahren ist der Eisvogel wieder häufiger am Schliersee und in der Schlierach zu beobachten ‒ ein gutes Zeichen dafür, dass Wasserqualität und natürliche Wildnis diesem beeindruckenden Vogel in Schliersee ein Zuhause bieten können, und welch eine Bereicherung für die Artenvielfalt in unserer Heimat, denn zu Recht wird er auch „der fliegende Edelstein“ unter den Vögeln genannt und ziert das Wappen des Landesbundes für Vogelschutz (LBV).

Trotz seiner bescheidenen Körpergröße lassen mich seine Geschwindigkeit, Wendigkeit und Farbenpracht als Mensch ganz schön klein erscheinen.

Im Herbst wird es still, denn die meisten Zugvögel sind dann längst in wärmere Gefilde entflohen.

Neben dem Eisvogel sind in Wassernähe ganzjährig auch noch besondere Vogelarten, wie z. B. Wasseramsel, Zaunkönig, Rotkehlchen, Amsel und vereinzelt Graureiher zu sehen.

Der Schliersee gefriert im Winter in den meisten Jahren vollständig zu, und so bildet die eisfreie Schlierach für diese seltenen Vogelarten besonders dann ein überlebenswichtiges Zuhause. Wir in Schliersee sollten deshalb gut auf unser kleines Bächlein achten.

Nicht alle Eisvögel überwintern bei uns in Bayern, viele kommen erst ab Februar in ihre Brutgebiete zurück. Doch bei uns in Schliersee machte ich die meisten Beobachtungen in den kühleren Herbst- und Wintermonaten, vermutlich, weil dann Jungtiere oder vorwiegend Männchen auf ständiger Suche nach neuen Revieren oder ergiebigen Nahrungsplätzen unterwegs sind.

Ein naturbewusster Spaziergang zum Freibad auf der Westseite des Schliersees oder vom Auslauf des Schliersees entlang der Schlierach bis zum Brückerl an der alten Mühle bietet Naturfreunden  zahlreiche Beobachtungsstellen, an denen man dem Eisvogel – ohne ihn zu stören ‒ begegnen kann (siehe Hinweiskarte). Zumeist fliegt er pfeilschnell knapp über der Wasseroberfläche dem Bach entlang an einem vorbei ‒ und das war es dann auch schon. Nur mit ruhigem Verhalten, Ausdauer, viel Geduld, einem Fernglas und stets immer wieder das Wasser im Blick, ergibt sich manchmal eine zufällige Gelegenheit, ihn sitzen zu sehen, und es näher und länger beobachten zu können,

„für einen Moment das Glück Schliersee“.

Text + Fotos: 07.11.2016 Helmut Jenne Sen.

Vogelbeobachtungen im Landkreis Miesbach auf der Internetseite des LBV Miesbach
http://www.lbv-miesbach.de/vogelbeobachtungen/bemerkenswerte-nachweise.html

 

Helmut Jenne Helmut Jenne

Auf seinen Streifzügen durch die Natur ist sein Fotoapparat ein ständiger Begleiter. Helmut Jenne, wohnhaft in Schliersee, ist Musiker und EDV-Fachmann, Fotokünstler und Naturliebhaber. Mit seinen Fotos dokumentiert er seine Erlebnisse auf sehr natur- und heimatverbundene Weise, und so entstehen - trotzdem weltoffen - tief empfundene Momente und Blicke auf Landschaften, Pflanzen und Tiere der Berg- und Seenwelt rund um Schliersee.