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An Empowering Collaboration…Gipfelgwand Schliersee

I have been a true fan of the many beautiful handmade products that Corinna Hofmann is selling through her company, Gipfelgwand Schliersee, for a couple years. So, imagine my surprise when she approached me to help her bring her vision for her latest collection to light. Aloha Schliersee is inspired by sunny summer’s days spent at the local Strandbad, the cool tranquil turquoise waters of our lake as well as the flowing landscape.

When I met Corinna she explained to me that Gipfelgwand was a dream 10 years in the making. Aloha Schliersee breathes new life into the traditional styling and clothing of this area. It is a fun and funky, Bavarian Bohemian Treat. Corinna came from the Bodensee area about 3 years ago and she brings a sort of German version of the California surfer girl feel to the designs. Yoga, Stand Up Paddle and the outdoors all blended together in a powerful yet feminine charm.

Last Friday afternoon, we met at Hennererhof in the Westenhofen district of Schliersee. This was the culmination of a lot of networking and friend making. As a small group we embarked upon the steep journey up a path that was nothing more than a deer trail to the famous Baumgartenschneid. This location is truly magnificent and very much worth schlepping up camera gear and props to obtain the view.

Waiting for us at the tipity top was a troop of mountain goddesses. There really is no other way to describe the collection of woman gathered for this shoot. Each one bringing their own particular strength and beauty. From Sports model and Bergwacht members to florist and Yoga instructors. The power and the softness combined. Pure inspiration and we were blessed to have such a company of women.

Working quickly so as not to loose a moment of the magnificent light we quickly shared our vision for the shoot and prepared the simple, natural styling. Flowers were festooned in braided hair and the iconic Gipfelrock were presented to many smiling faces. Shoes were optional and quickly forgotten.

This was the culmination of Corinna’s vision and planning. The even was a designers dream. It was pretty special to this photographer as well. It is incredible what she has been able to achieve in such a short time living in Schliersee. I was so impressed by the support and encouragement she has received from other female entrepreneurs in and around Schliersee. Powerful and empowered creative women all coming together to bring to life another woman’s vision was absolutely inspiring.  The women in these photos have all met through the Female Mountain Power Summit and their names are, Sabrina Tamara Regina Steinberger Irmi Baumann Miriam Stannecker Anna-Maria Wimmer.

 

 

You can find out more about Corinna Hofmann and Gipfelgwand at:

https://www.gipfelgwand.de

 

Aloha Schliersee
https://www.instagram.com/aloha_schliersee/

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The women in these photos have all met through the Female Mountain Power Summit and their names are, Sabrina Tamara Regina Steinberger Irmi Baumann Miriam Stannecker Anna-Maria Wimmer.  http://www.fmps.mindfulnez.de

 

 

Laura Boston-Thek Laura Boston-Thek

American artist, photographer and professional wanderer who, after 20 years of roaming, put down roots in a 100 year old Bavarian farmhouse and fell in love with the Alpine village and its residents (both 2-legged and 4-legged).

 

 

 

Franz Schmid Straße: Franz Schmid – berühmter Bergsteiger und Alpinist

Franz Schmid wurde 1905 in Garmisch geboren und fand, zusammen mit seinem vier Jahre jüngeren Bruder Toni, schon in jungen Jahren großen Gefallen an den Bergen und der Kletterei. Die Brüder erhielten für die 1931 durchgeführte Erstbesteigung der Matterhorn-Nordwand 1932 vom IOC die Olympische Goldmedaille verliehen.

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Schmid_(Bergsteiger)

Später wurde Franz Schmid Polizist und wohnte viele Jahrzehnte in Neuhaus am Schliersee. Das Grab von ihm und seiner Frau Inge befindet sich auf dem Friedhof in Schliersee-Westenhofen.

Onkel Franz, nicht blutsverwandt mit uns, aber wir Kinder haben ihn so genannt, war einer der besten Freunde meines Vaters und ist oft mit ihm in die Berge zum Wandern und Bergsteigen gegangen. In den 1960er- und 1970er-Jahren sind sie zusammen mit ihren Bergwanderfreunden, dem Neuhauser Friseur Sepp Käser (der unser Nachbar in der Brecherspitzstraße war) und dem damaligen Neuhauser Pfarrer Hanns Zollbrecht regelmäßig für ein paar Tage nach Österreich oder Südtirol in die Berge zum Bergsteigen gefahren.

Oft haben wir Tante Inge und Onkel Franz in ihrer Wohnung in der Zieglerstraße in Neuhaus besucht. Wir sind dann zu acht – meine Eltern und sechs Kinder – um den Bauerstubentisch gesessen, und für uns Kinder war das immer etwas Besonderes, da Tante Inge und Onkel Franz eine Katze hatten, die NIE aus der Wohnung rauskam und immer auf dem gleichen Platz ihr Schläfchen abhielt: Das war für uns jedes Mal aufs Neue faszinierend.

Nachdem Tante Inge aus Fulpmes in Tirol stammte, bekamen wir bei ihr immer „Gudzl“ statt „Guadl“, und wir wurden mit einem herzhaften „Grias enk“ und „Pfiat enk“ begrüßt und verabschiedet.

Die Marktgemeinde Schliersee hat ihrem berühmten Bürger 2006 posthum ein Denkmal gesetzt und eine Straße im Ortsteil Neuhaus-Josefstal nach ihm benannt.

 

 

Bei meiner Internetrecherche zu Franz Schmid bin ich noch auf diesen interessanten Artikel über die Matterhorn-Nordwand Erstbesteigung gestoßen:

http://www.general-anzeiger-bonn.de/themenarchiv/importfallback/ecealtsystem/Vermischtes-Schlaflos-auf-der-eisigen-Felsnadel-article255816.html

 

 

 

Ursula Höllerl Ursula Höllerl

Mitarbeiterin in der Gäste-Information Schliersee, aufgewachsen in Neuhaus und Miesbach. Mein Motto: "Ein Tag am Berg ist wie eine Woche Urlaub – egal ob im Sommer zum Wandern oder im Winter beim Schneewandern, Skifahren und Rodeln."

 

 

 

Wildschütz, Frauenschwarm und Volksheld – der Mythos des Girgl Jennerwein

Es war wohl einer der spektakulärsten Kriminalfälle des ausgehenden 19. Jahrhunderts: der Mord am Wildschütz Georg Jennerwein. Auf dem Friedhof der Kirche St. Martin im Schlierseer Ortsteil Westenhofen hat der umstrittene Wilderer, Abenteurer und Frauenheld seine letzte Ruhestätte gefunden – wenn man der Inschrift auf dem schmiedeeisernen Grabkreuz Glauben schenkt.

Bis heute bleiben Leben und Sterben des legendären Volkshelden ein geheimnisvolles Mysterium. Zahlreiche Geschichten und Legenden ranken sich um sein jähes Lebensende auf dem „Peißenberg am Rinnerspitz“ in den Schlierseer Bergen.

Die beiden Hobbyhistoriker Schorsch Kirner und Hias Krinner haben sich nun erneut mit dem Leben des Georg Jennerwein beschäftigt und die Broschüre „Girgl Jennerwein – wie es wirklich war“ herausgebracht. Kirner und Krinner ackerten unzählige alte Akten durch, hörten sich Anekdoten von Jennerwein-Ahnen an und rollten anlässlich des 140. Todestages des Wildschütz im vergangenen Jahr den Fall neu auf.

Das geheime Versteck

Im Besitz Schorsch Kirners befindet sich nämlich schon seit Jahrzehnten ein ganz besonderer Gegenstand: das Gewehr des Girgl Jennerwein. Kirners Taufpatin Anni Jennerwein pflegte zu ihren Lebzeiten Kontakte zum Wirtshaus „Hennerer“ in Schliersee, wo die Wildschützen damals ein- und ausgingen. Eines Tages überreichte sie ihrem damals noch jungen Patensohn einen vergilbten Zettel, auf dem ein alter Heustadl im Leitzachtal eingezeichnet war sowie der Hinweis auf einen dort vom Wildschütz Jennerwein versteckten Gegenstand auf einem Sims. Und tatsächlich: Kirner fand ein altes Gewehr. Nähere Details verschwieg die Taufpatin jedoch. Sie verriet lediglich, dass sie das Gewehr von der Hennerer Lisl bekommen habe.

Geboren wurde Georg Jennerwein im Jahr 1848 in Haid bei Holzkirchen als Sohn einer armen Magd. Als junger Mann nahm er am Frankreich-Feldzug 1870/71 teil und kehrte zusammen mit seinem damaligen Freund und späteren Mörder Joseph Pföderl unversehrt in die Heimat zurück.

Der Pföderl ‒ ein Mörder?

Was war der Pföderl für ein Geselle? Schorsch Kirner und Hias Krinner zufolge war er ein mittelmäßiger Holzfuhrknecht aus Bad Tölz. Am Leonharditag, dem 6. November 1876, besuchte er ein Tölzer Wirtshaus, um sich dort mit seiner Angebeteten, dem „Agerl“ von der Sigrizalm, zu treffen und ihr einen Heiratsantrag zu machen. Dummerweise tauchte auch der schneidige Georg Jennerwein dort auf und machte dem „Agerl“ ebenfalls schöne Augen. Es kam, wie es kommen musste: Das Agerl entschied sich für den feurigen Wildschütz und ließ den armen Pföderl links liegen.

Ein Jahr später, Pföderl arbeitete inzwischen als Jagdgehilfe, erfuhr er, dass „sein Agerl“ ein Kind mit dem Erzfeind Jennerwein hatte und dieser immer noch als Wilderer in den heimischen Bergen sein Unwesen trieb. Pföderl schmiedete finstere Rachepläne und hoffte, den Girgl einmal auf frischer Tat zu ertappen. Die Wildschützen und Jäger trafen sich damals gern beim „Hennerer“ in Schliersee, der auch heute noch ein beliebtes Ausflugsziel am Fuße der Schlierseer Berge ist. Bei ihrem letzten Aufeinandertreffen provozierte Jennerwein den Pföderl auf unverschämte Art und gab damit dessen Wut neue Nahrung.

Einige Zeit nach diesem denkwürdigen Tag verschwand Georg Jennerwein spurlos.

Grausiger Fund am Peißenberg

Zwei Tage lang durchstreiften seine Kameraden die Berge rund um den Schliersee und gelangten schließlich in das Kühzagltal. Dort, am sogenannten Schwarzholzeck nahe der „Rinnerspitz“, fanden sie den toten Wildschütz. Die Verstümmelungen im Gesicht des Toten und seine seltsame Lage – er hielt sein Gewehr umklammert, und die rechte große Zehe klemmte am Abzugshahn – ließen zuerst einen Selbstmord vermuten. Doch den entscheidenden Hinweis auf einen heimtückischen Mord fand man rasch: ein Schussloch im Rücken. Man hatte Georg Jennerwein kaltblütig von hinten erschossen.

Kurze Zeit später gestand Joseph Pföderl den Mord an seinem einstigen Kameraden und wurde am 20. November 1978 rechtmäßig verurteilt. Allerdings „nur“ zu einer achtmonatigen Gefängnisstrafe wegen Körperverletzung. Warum das Urteil so milde ausfiel, lässt sich wohl nicht mehr genau nachvollziehen. Doch Pföderl bekam seine Strafe auch so: Er wurde in das Forstrevier Valepp versetzt, begann zu trinken und wurde am Ende wahnsinnig.

 

 

Ein Gamsbock zur Erinnerung

Vor dem Hintergrund dieses Schlierseer „Krimis“ um Georg Jennerwein lohnt sich ein Besuch seines Grabes auf dem Westenhofener Friedhof allemal. Mit viel Glück entdeckt man vielleicht sogar eine der manchmal sehr denkwürdigen Hinterlassenschaften, die treue Anhänger des Wildschütz auch heutzutage immer wieder auf sein Grab legen. Da finden sich dann Gamsböcke, Hirschläufe oder ähnliche Skurrilitäten. Kurioser Fund in jüngster Zeit: eine Patrone mit dem eingravierten Spruch „für Deinen Mörder“.

Jennerwein-Lied (1. Strophe, Verfasser unbekannt)

„Ein stolzer Schütz in seinen schönsten Jahren,

er wurde weggeputzt von dieser Erd.

Man fand ihn erst am neunten Tage

auf hohen Peißenberg bei Tegernsee.“

 

Eine Auflistung der Verkaufsstellen der Broschüre „Girgl Jennerwein – wie es wirklich war“ von Schorsch Kirner und Hias Krinner ist im Internet unter www.georgjennerwein.de erhältlich.

 

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

 

 

 

Das immerwährende Grün

Es gibt sie klein, mittelgroß, groß und sehr groß, schmal und schlank gewachsen oder mit ausladenden, dicht benadelten Zweigen, bunt und üppig geschmückt oder nur mit einfarbigen weißen oder gelben Lichtern verziert, für drinnen und draußen, unecht – zum Teil mit Kunstschnee und Glitter – und echt – harzig duftend. Manche sind gerade gewachsene Fichtenbäume, die meisten aber sind Tannen, die extra für diesen Zweck angebaut wurden: Blau- oder Nordmanntanne, Nobilis- oder Weißtanne, Sibirische oder Koreatanne – die Rede ist von den Christbäumen.

Das Aufstellen der Christbäume geht auf alte heidnische Bräuche zurück. Die immergrünen Zweige sollten böse Geister während der dunklen, kalten Jahreszeit davon abhalten, in die Häuser zu kommen.

Vor 500 Jahren wurde der Christbaum für die evangelische Kirche zum Symbol von Weihnachten – im Gegensatz zur Krippe bei den Katholiken. Erst spät kam das Aufstellen von Christbäumen auch in der katholischen Kirche als Weihnachtsbrauch an.

Heutzutage ist es in den meisten Familien Brauch, den Christbaum am Tag vor Heiligabend oder erst direkt am Heiligen Abend zu schmücken.

Die Bandbreite des Verziermaterials ist vielfältig: Kugeln und Christbaumschmuck in den verschiedensten Ausformungen, selbst gebastelt oder gekauft, aus Schokolade und Zuckerguss, Holz, Glas, Ton und Salzteig, Nüssen oder Porzellan, Engel, Strohsterne, Lametta, echte Kerzen oder elektrische Lichtergirlanden, mit Sternwerfern, Baumspitzen oder Perlschnüre.

Oft werden die Bäume von den Erwachsenen geschmückt, und die Kinder, die am 24.12. den ganzen Tag schon gespannt und aufgeregt aufs Christkind warten, dürfen erst zur Bescherung am Abend den festlich erleuchteten und schön geschmückten Baum sehen.

 

Christbäume werden in Schliersee von der Freiwilligen Feuerwehr Schliersee am 3. Adventswochenende (16.+17.12.) jeweils von 9:00 Uhr bis 16:00 Uhr verkauft.
Wo: Feuerwehrhaus, Bahnhofstr. 13, 83727 Schliersee – solange der Vorrat reicht.

Und am Freitag, den 22.12., bieten die Bayerischen Staatsforsten „Christbaum zum Selberschlagen“ an. Mit dem Förster Alfons Rauch geht es in den Wald. Treffpunkt ist um 14:00 Uhr am Parkplatz von St. Martin/Westenhofen. Zu dieser witterungsabhängigen Veranstaltung ist unbedingt eine telefonische Voranmeldung nötig, die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Tel.: 08026-7330 oder 0171-5395847.

Wir wünschen allen einen schönen Advent sowie eine große Vorfreude auf Weihnachten und den geschmückten, hell erleuchteten Christbaum.

 

 

Ursula Höllerl Ursula Höllerl

Mitarbeiterin in der Gäste-Information Schliersee, aufgewachsen in Neuhaus und Miesbach. Mein Motto: "Ein Tag am Berg ist wie eine Woche Urlaub – egal ob im Sommer zum Wandern oder im Winter beim Schneewandern, Skifahren und Rodeln."

 

 

 

Orte der Stille – ein romantischer Spaziergang über die Schlierseer Friedhöfe

Unser Alltag ist hektisch geworden. Es wird immer schwieriger, Orte der Stille zu finden, an denen man einfach mal abschalten und den Blick nach innen wenden kann. In Schliersee gibt es solche Orte. Zwei davon sind die beiden Friedhöfe der Gemeinde.

Durch ein schmiedeeisernes Tor gelangt man von der Ortsdurchgangsstraße in den kleinen Friedhof rund um die Pfarrkirche St. Sixtus im Zentrum der Gemeinde. Die Mitglieder alteingesessener Schlierseer Familien haben hier über Jahrhunderte hinweg ihre letzte Ruhestätte gefunden. Jetzt, im Frühherbst, leuchten die letzten Sommerblumen auf den liebevoll bepflanzten Gräbern. Kunstvoll geschmiedete Kreuze zieren so manche Grabstätte. Die Größe einiger Gräber lässt auf Familien schließen, die seit Generationen in Schliersee leben und eben auch sterben. Friedlich ist es hier, trotz des Verkehrslärms, der von der Hauptstraße zu hören ist. Einige berühmte Schlierseer Bürger liegen auf dem St.-Sixtus-Friedhof begraben. Ein roher Findling wacht beispielsweise über die Grabstätte von Xaver Terofal, dem Begründer des renommierten Schlierseer Bauerntheaters. Die verschnörkelten Schriftzeichen auf dem groben Felsbrocken verraten Geburts- und Sterbedatum des passionierten Liebhabers der schönen Künste. Zusammen mit dem Hofschauspieler Konrad Dreher, der einige Reihen weiter begraben liegt, gründete er 1892 die Schlierseer Laienbühne.

Weitere prominente Persönlichkeiten, die ihre letzte Ruhestätte auf dem Friedhof der Pfarrkirche gefunden haben, sind der Schlager- und Filmkomponist Werner Bochmann, der Volksschauspieler Willy Haibel und der Komponist des berühmten „Schlierseelieds“, Carl Schwarz. Werner Bochmann wurde vor allem durch das Lied „Heimat, deine Sterne“ aus dem Filmklassiker „Quax, der Bruchpilot“ mit Heinz Rühmann in der Titelrolle weltbekannt.

Ein paar Kilometer weiter, Richtung Ortsauseingang, befindet sich eine der beiden Filialkirchen von St. Sixtus: die Kirche St. Martin in Westenhofen mit umliegendem Friedhof. Die Ursprünge dieses Friedhofs reichen bis ins neunte Jahrhundert zurück. Auch hier führen akkurat angelegte Kieswege durch zahlreiche Gräberreihen, die den einen oder anderen kunsthandwerklichen Schatz offenbaren. Einfache Holzkreuze wechseln sich mit modern gestalteten Grabsteinen aus glänzendem Granit ab. Über ein Grab breitet ein mannshoher Engel schützend seine Hände, ein anderes ziert ein steinernes Marienbildnis. Neben bunten Astern und Begonien zeugen prächtige Rosenbüsche und Hortensien auf den Gräbern von der hingebungsvollen Grabpflege, die so manche Angehörige den Gräbern ihrer Lieben angedeihen lassen.

Mittendrin soll einer begraben liegen, der Schliersee ebenfalls zu Ruhm und Ehre gereicht hat, allerdings in eher zweifelhafter Manier: der berühmte Wildschütz Jennerwein. Leben und Sterben des legendären Soldaten, Holzarbeiters und späteren Wilderers gleichen einem Krimi und die Umstände seines Todes sind bis heute mysteriös. Es heißt, das Grab des „Girgl“ Jennerwein sei im vergangenen Jahrhundert innerhalb des Friedhofs an die heutige Stelle versetzt worden, ohne seine Gebeine! Man wird wohl nie herausfinden, wer oder was nun eigentlich in Grab Nr. 5, in der Reihe 8 der IV. Abteilung des weitläufigen Friedhofgeländes begraben liegt. Aber das ist vielleicht auch nicht so wichtig. Das Kreuz jedenfalls ist echt – schon seit 140 Jahren. Beim Betrachten der Grabstelle und Lesen der Inschrift darf jeder auf seine Art nach Lust und Laune über Leben und Tod des streitbaren Schlierseer Abenteurers spekulieren.

 

 

Die beiden Schlierseer Friedhöfe St. Sixtus und St. Martin sind auf jeden Fall einen Besuch wert, denn der Tod gehört nun mal zum Leben, ob wir wollen oder nicht – auch in Schliersee.

St. Sixtus
Mesnergasse 2
83727 Schliersee

St. Martin Westenhofen
Lautererstraße 1
83727 Schliersee

 

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

 

 

 

Wahre Kunstwerke auf dem Friedhof St. Martin Westenhofen

Auf diesem Friedhof kurz nach dem Ortseingang in Schliersee können Sie wahre Kunstwerke entdecken. Es klingt vielleicht makaber, aber bei einem Spaziergang über den wunderschönen, idyllischen Friedhof St. Martin Westenhofen können Sie echte Kunstwerke bestaunen. So etwas nennt man auch Grabmalkunst. Bildhauer und Kunstschlosser haben wirkliche Wunderwerke geschaffen. Genießen Sie doch einfach mal die Ruhe und Stille auf dem weitläufigen Gelände und lassen Sie dabei die Augen schweifen …

Hier ist übrigens auch das Grab des berühmtberüchtigten Wildschützen Georg Jennerwein zu sehen. Zwar ist es leider eher unwahrscheinlich, dass an dieser Stelle die echten Gebeine Jennerweins begraben sind, da angeblich im Rahmen einer Friedhofserweiterung vor mehr als 100 Jahren das übrigens echte Originalkreuz von 1877 ohne die Gebeine versetzt wurde. Vermuteter Grund der Grabversetzung war, dass ehemalige Gemeinderatsmitglieder ihre Angehörigen nicht neben einem „Taugenichts“ beerdigen wollten. Es gibt das Gerücht, dass das amputierte Bein eines anderen Wildschützen an dieser Stelle begraben wurde. Aber lassen wir Gerüchte sein … Das schmiedeeiserne Kreuz ist wunderschön gearbeitet und sehr gut erhalten. Und die Geschichte von Georg Jennerwein erinnert die älteren Jahrgänge von uns doch ein bisschen an die schaurig-romantischen Ganghofer-Verfilmungen …

Die Geschichte der Kirche St. Martin Westenhofen lässt sich bis ins 8. Jahrhundert zurückverfolgen. Sie ist die älteste Kirche Schliersees und wirklich sehenswert. In ihr sind verschiedene Stilepochen vereinigt. Besonders der Rokokostil des Kircheninneren ist beeindruckend und eine Besichtigung wert.

Kirche und Friedhof St. Martin Westenhofen
Lautererstraße 1
83727 Schliersee

http://www.pv-schliersee.de/?q=sixtus/kirchen/martin

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.