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Schliersee und Barberino Val d’Elsa – eine deutsch-italienische Freundschaft (Barberino-Verein Teil 2)

Schliersee und Barberino Val d’Elsa – eine deutsch-italienische Freundschaft (Barberino-Verein Teil 2)

Schliersee e Barberino Val d’Elsa – un’amicizia italo-tedesca (Barberino-Verein, parte 2)

 

Die letzten Sonnenstrahlen des Tages glitzern golden auf den sanften Wellen des Sees. Es ist heiß an diesem Abend, selbst der leichte Wind ändert kaum etwas daran, weht mir aber einen unwiderstehlichen Duft von Gegrilltem in die Nase. Francesco und Alberto, zwei junge, sympathische Italiener, stehen am Grill und grinsen gut gelaunt in meine Kamera. Um mich herum ein fröhliches Stimmengewirr aus Deutsch und Italienisch. Ich fühle mich tatsächlich ein bisschen wie in Italien, aber ich bin bei uns am Schliersee, genauer gesagt im Turnerbad, wo an diesem Abend ein vom Barberino-Verein organisiertes Grillfest für die etwa 20 Jugendlichen und ihre Betreuer aus Barberino Val d’Elsa sattfindet, die für eine Woche zu Gast am Schliersee sind. Nachdem alle Köstlichkeiten verspeist sind, erklären sich die beiden Grillmeister, die zu den Betreuern der Jugendlichen gehören, bereit, mit mir über den Schüleraustausch zu sprechen.

Gli ultimi raggi di sole della giornata proiettano riflessi dorati sulle increspature dell’acqua del lago. Fa molto caldo questa sera, neppure la brezza leggera può cambiare qualcosa, però riesce a portare fino al mio naso il profumo irresistibile di carne grigliata. Francesco ed Alberto, due giovani e simpatici italiani, sono davanti alla griglia e sorridono, di buon umore, alla mia macchina fotografica. Intorno a me, un allegro brusio di voci tedesche ed italiane. Mi sembra di essere in Italia, ma sono a Schliersee, più precisamente alla spiaggia della Turnerbad, dove questa sera, si svolge una grigliata, organizzata dalla “Barberino-Verein”, per una ventina di ragazzi ed i loro accompagnatori di Barberino Val d’Elsa, che sono venuti a Schliersee per una settimana. Dopo che tutte le prelibatezze sono state mangiate, i due re della griglia, nonché due degli accompagnatori dei ragazzi, si sono resi disponibili a parlare con me dello scambio.

 

 

Der jährliche Schüleraustausch zwischen den Partnergemeinden Schliersee und Barberino Val d’Elsa hat eine lange Tradition. Schon 1979 ist die erste Schülergruppe aus Barberino nach Schliersee gekommen und im Jahr darauf die Abschlussklasse der Volksschule Schliersee in die Toskana gereist. Gerd Müller, damals Klassenlehrer dieser neunten Klasse, Kulturreferent der Gemeinde Schliersee und später Vorstand des Barberino-Vereins, erzählt: „Das waren damals alte, langsame Busse, da hat die Fahrt oft zwölf bis 14 Stunden gedauert.“ Und trotzdem wurden die gegenseitigen Besuche auch bei den Erwachsenen immer beliebter. „Oft waren wir 30, 40 Leute, und die Barberinesen sind über viele Jahre mit bis zu drei Bussen zum Oktoberfest gekommen“, erinnert sich Müller.

Lo scambio di ragazzi annuale tra le città gemellate Schliersee e Barberino Val d’Elsa ha una lunga tradizione. Già nel 1979 il primo gruppo di ragazzi di Barberino è venuto a Schliersee e l’anno successivo la classe dell’ultimo anno della scuola di Schliersee è andata in Toscana. Gerd Müller, allora insegnante di quella classe del nono anno, incaricato culturale del comune di Schliersee ed in seguito presidente della “Barberino-Verein”, racconta: “Allora gli autobus erano vecchi e lenti, e così il viaggio durava spesso 12-14 ore.” Ciononostante gli scambi di visite diventavano sempre più popolari, anche tra gli adulti. “Spesso eravamo 30, 40 persone ed i barberinesi venivano per molti anni all’Oktoberfest, addirittura con ben tre autobus”, ricorda Müller.

Das Besondere an der Partnerschaft zwischen Schliersee und Barberino ist, dass die gegenseitigen Aktivitäten schon viele Jahre vor der offiziellen Partnerschaftsgründung 1986 begonnen haben und längst enge Freundschaften entstanden waren, die bis heute halten. Den ersten persönlichen Kontakt im Jahr 1977 anlässlich der Teilnahme der Schlierseer an der Fernsehshow „Spiel ohne Grenzen“, die damals in Marina di Carrara, unweit von Barberino Val d’Elsa, aufgezeichnet wurde, vermittelte der Schlierseer Dr. Arminio Gericke, der seinerzeit freundschaftliche Kontakte zum Konsulat in Florenz unterhielt und ein Weingut in der Nähe von Barberino betrieb.

La particolarità del gemellaggio tra Schliersee e Barberino sta nel fatto che le attività di scambio iniziavano già molti anni prima della fondazione ufficiale del gemellaggio nel 1986 e che erano già nate delle amicizie, che durano fino ad oggi. In occasione della partecipazione dei cittadini di Schliersee al programma televisivo “Spiel ohne Grenzen”, girato nel 1977 a Marina di Carrara, non lontano da Barberino Val d’Elsa, c’era il primo contatto grazie al Dott. Arminio Gericke di Schliersee, che allora ha avuto dei contatti amichevoli col consolato a Firenze e gestiva un’azienda vinicola vicino a Barberino.

Zusätzlich zum Schüleraustausch organisieren die beiden Partnerschaftsvereine „Barberino-Verein“ und „Barberino and friends“ zahlreiche weitere Aktivitäten, vor allem im sportlichen und kulturellen Bereich, wie zum Beispiel Tennis- und Fußballturniere, Fahrradtouren, Kunstaustellungen und Musikkonzerte. Der Pianist Timm Tzschaschel und seine Frau Bettina, die beide in Schliersee sehr bekannt sind, sind seit vielen Jahren Barberino-Freunde. Deshalb hat der Musiker 2016 zum 30-jährigen Partnerschaftsjubiläum das Lied „Sehnsucht nach Barberino“ komponiert, dessen italienische Textzeilen genau das aussprechen, was die Vereinsmitglieder fühlen: „Tu sei lontano, troppo lontano, ma nel mio cuore tu sei vicino …“ – „Du bist weit weg, viel zu weit weg, aber in meinem Herzen bist du nah …“

Oltre allo scambio le associazioni “Barberino-Verein” a Schliersee e “Barberino and friends” a Barberino organizzano tante altre attività, soprattutto in campo sportivo e culturale, come ad esempio tornei di tennis e calcio, gite in bicicletta, mostre d’arte e concerti. Il pianista Timm Tzschaschel e sua moglie Bettina, che sono molto conosciuti a Schliersee, sono in rapporti amichevoli con Barberino già da anni. E per questo motivo nel 2016 in occasione del trentesimo anniversario del gemellaggio, il musicista ha scritto la canzone “Sehnsucht nach Barberino”, il cui testo esprime proprio i sentimenti provati dai membri dell’associazione: “Tu sei lontano, troppo lontano, ma nel mio cuore tu sei vicino…”

 

Über die Vereinsgrenzen hinaus bekannt sind der Weinstand des „Barberino-Vereins“ auf dem Schlierseer Seefest (https://magazin.schliersee.de/salute-wo-der-wein-fuer-das-schlierseer-seefest-herkommt-barberino-verein-teil-1/) und das dreitägige Fest „Septembier“ des Vereins „Barberino and friends“, das immer Anfang September in Barberino stattfindet. Elena Rossi vom Verein „Barberino and friends“ sagt: „Die Würstel und das Bier sind sicher die beiden typischen Gerichte, die am besten ankommen, auch weil es hier in Italien genau diese guten Produkte nicht gibt. Man denke nur daran, dass wir seit fünf Jahren ein Fest, „Septembier“, veranstalten, mit Bier und Würstel aus eurer Gegend, und dass die Zahl der Besucher, die vorbeikommen und eure typischen Produkte probieren, jedes Jahr steigt.“

Molto conosciuti, oltre i confini delle associazioni, sono la stand della “Barberino-Verein” alla festa del lago di Schliersee (https://magazin.schliersee.de/salute-wo-der-wein-fuer-das-schlierseer-seefest-herkommt-barberino-verein-teil-1/) e la festa della durata di tre giorni “Septembier” dell’associazione “Barberino and friends” che si svolge ogni anno all’inizio di settembre a Barberino. Elena Rossi di quell’associazione dice: “Sicuramente i wurstel e la birra sono i due piatti tipici che piacciono di più anche perché qui in Italia non si trovano quei prodotti così buoni. Basta pensare che da cinque anni portiamo avanti una festa, “Septembier”, con la birra ed i vostri wurstel e ogni anni aumentano le persone che passano a visitarci e che provano i vostri prodotti tipici.”

Zum Verweilen lädt der kleine Toskana-Garten im Kurpark Schliersee ein, der vom „Barberino-Verein“ gestiftet wurde und mit seiner Natursteinmauer und der bunten Blütenpracht ein Stückchen Toskana an den Schliersee bringt. Wer dagegen zu Besuch in Barberino Val d’Elsa ist, sollte sich auf eine der Parkbänke auf dem Platz vor der Porta Senese setzen und seinen Blick über die schier endlosen Hügel des Chianti schweifen lassen – begleitet vom sanften Plätschern des Brunnens, der von einem metallenen Entenpärchen geschmückt wird. Dieses Entenpärchen, das der „Barberino-Verein“ der Gemeinde Barberino Val d’Elsa zum zehnjährigen Jubiläum schenkte, sowie den Barberino-Taler, den die Vereinsmitglieder überreicht bekamen, hat der bekannte, aus Schliersee stammende Bildhauer Quirin Roth entworfen und angefertigt. Gerd Müller, ein guter Freund von Quirin Roth, betont: „Der Quirin, unser vereinseigener Bildhauer, hat sich immer sehr engagiert und sich in all den Jahren um den Verein sehr verdient gemacht.“ So auf der Parkbank sitzend, bleibt der Blick auch unweigerlich an der lebensgroßen Statue des Dichters Francesco da Barberino (1264‒1348) hängen, der von seinem Sockel, Feder und Papier in der Hand haltend, in die Ferne blickt – auch er stammt aus der Hand von Quirin Roth.

Il giardino toscano al Kurpark Schliersee, che è stato donato dalla “Barberino-Verein”, invita a soffermarsi e porta con il suo muro di pietra e lo splendore dei fiori colorati un pezzetto di Toscana al lago di Schliersee. Invece, chi visita Barberino Val d’Elsa, dovrebbe sedersi su una panchina del parco alla piazza davanti a Porta Senese e lasciar scorrere lo sguardo sulle colline interminabili del Chianti – accompagnato dal leggero gorgoglio della fontana, decorata con una coppia di anatre di metallo. Quella coppia di anatre, che la “Barberino-Verein” ha regalato al comune di Barberino Val d’Elsa in occasione del decimo anniversario, ed i “Barberino-Taler” che i membri dell’associazione hanno ricevuto, sono stati progettati e fatti a mano dal famoso scultore Quirin Roth, originario Schliersee. Gerd Müller, un buono amico di Quirin Roth, sottolinea: “Quirin, il nostro scultore dell’associazione, si è sempre molto impegnato e si è reso meritevole dell’associazione in tutti questi anni.” Sedendo così sulla panchina del parco, lo sguardo si ferma inevitabilmente alla statua a grandezza naturale del poeta Francesco da Barberino (1264-1348), che, sulla sua base, guarda in lontananza con in mano una penna d’oca ed un pezzo di carta – anche lui opera fatta della mano di Quirin Roth.

 

Was die Partnerschaft mit Schliersee für die Barberinesen bedeutet, beschreibt Elena Rossi so: „Die Partnerschaft ist eine Aktivität, an der sich im Laufe dieser 30 Jahre die Barberinesen immer begeistert beteiligt haben. Diese Lust und Aufgeschlossenheit gegenüber den bayerischen Freunden haben feste und dauerhafte Freundschaften entstehen lassen, die dazu beigetragen haben, die Bande zwischen den beiden Orten zu knüpfen. Dafür ist auch der Schüleraustausch von entscheidender Bedeutung gewesen, der noch immer ein sehr großer Erfolg ist. Somit dient die Partnerschaft mit Schliersee nicht nur dem kulturellen Austausch, sondern bietet auch die Möglichkeit, neue Freundschaften zu knüpfen, feste Bindungen zu schaffen und letztendlich damit auch persönlich zu wachsen, unabhängig vom Alter. Es gab schon immer enge Bindungen zwischen den Bürgern beider Gemeinden, und es war immer die Aufgabe der Partnerschaftsvereine, diese zu erhalten. Mir ist aufgefallen, dass die Einbeziehung der jungen Generation schwieriger geworden ist, aber ich hoffe und denke, dass die Arbeit, die wir sowohl in Barberino als auch in Schliersee leisten, die Entstehung neuer Verbindungen und Freundschaften fördern kann. Außerdem hoffen wir, dass wir mit unseren Bemühungen die Leute immer mehr einbeziehen können und auf diese Weise unsere wunderbaren Aktivitäten auch denen bekannt machen können, die sie bisher noch nicht kannten.“

Auch Lorenz Knabel, der Vorstand des Schlierseer „Barberino-Vereins“, bestätigt, dass man sich immer wieder der Zeit anpassen müsse, zeigt sich aber grundsätzlich zufrieden mit der Situation des Vereins.

Ciò che il gemellaggio con Schliersee significa per i barberinesi, lo descrive Elena Rossi così: “Il gemellaggio è un’attività che nel corso di questi 30 anni ha sempre visto la partecipazione entusiasta dei cittadini barberinesi. Questa voglia ed apertura nei confronti degli amici bavaresi ha fatto sì che si creassero delle amicizie salde e durature che hanno contribuito a stringere i legami tra i due paesi. Per realizzare questo, è stato di fondamentale importanza anche lo scambio fra i ragazzi che continua ad andare avanti con grandissimo successo. Pertanto il gemellaggio con Schliersee non solo rappresenta un momento di scambio culturale, ma è anche un’occasione per stringere nuove amicizie, creare forti legami ed infine un momento di crescita personale che è indipendente dall’età. Ci sono sempre stati legami stretti fra i cittadini dei due paesi ed è sempre stato compito delle associazioni di gemellaggio mantenerli saldi. Con le nuove generazioni mi sono accorta che è più difficile il coinvolgimento, ma spero e penso che il lavoro che stiamo portando avanti sia a Barberino che a Schliersee possa favorire la creazione di nuovi legami ed amicizie. Inoltre speriamo con le nostre iniziative di coinvolgere sempre di più la popolazione e far conoscere anche a chi non ne era a conoscenza della bellissima attività che portiamo avanti.”

Anche il presidente della “Barberino-Verein Schliersee”, Lorenz Knabel, conferma che è sempre necessario adeguarsi ai tempi, ma fondamentalmente è soddisfatto della situazione dell’associazione.

Um schon dem Vereinsnachwuchs die italienische Sprache und Kultur näherzubringen, wurde dieses Jahr zum ersten Mal ein Sprachkurs für Kinder ab zehn Jahren angeboten, der auch begeistert angenommen wurde. Und so bleibt zu hoffen, dass auch unter den jungen Leuten wieder so wunderbare Freundschaften entstehen wie damals vor über 30 Jahren – denn sie sind das Elixier, das diese einzigartige Partnerschaft lebendig hält.

Wer Lust hat, die Vereine bei ihrer Arbeit zu unterstützen, kann sich beim „Barberino-Verein“ oder beim Verein „Barberino and friends“ melden. Neue Mitglieder, sowohl aktive als auch passive, sind jederzeit herzlich willkommen!

Per avvicinare i ragazzi dell’associazione alla lingua ed alla cultura italiana, quest’anno, per la prima volta, è stato offerto un corso d’italiano che è stato accolto con grande entusiasmo. C’è da sperare che anche tra i ragazzi nascano meravigliose amicizie come quelle di 30 anni fa – perché proprio quelle amicizie sono l’elisir che tiene vivo questo gemellaggio unico.

Chi ha voglia di sostenere il lavoro delle due associazioni, può contattare la “Barberino-Verein” oppure l’associazione “Barberino and friends”. Nuovi membri, sia passivi che attivi, sono sempre i benvenuti!

 

Barberino-Verein Schliersee https://barberino-verein.de/

Verein „Barberino and friends“ https://de-de.facebook.com/barberinoandfriends/

Weingut der Familie Gericke http://www.rignana.it/

Werner Bochmann – der Filmkomponist, der sein Zuhause am Schliersee fand

Kennen Sie ihn, den Schwarzweiß-Filmklassiker Die Feuerzangenbowle mit Heinz Rühmann aus dem Jahr 1944? Höchstwahrscheinlich! Denn auch heute noch ist diese Filmkomödie fast jedermann ein Begriff. Weniger bekannt dagegen dürfte sein, dass die Musik zu diesem Film aus der Feder von Werner Bochmann stammt, der über 50 Jahre in Schliersee lebte und arbeitete.

Werner Bochmann wurde am 17. Mai 1900 in Meerane, Sachsen, geboren und lernte bereits zu Schulzeiten Klavierspielen. Nach dem Abschluss der Oberrealschule begann er, der Vernunft halber, zunächst ein Chemie- und Mathematikstudium in Dresden. Doch die Liebe zur Musik war letztlich stärker. Bochmann brach sein Studium ab und widmete sich ganz der Musik. Das Kompositionsstudium bei Joseph Gustav Mraczek und Franz Schreker finanzierte er sich durch das Erteilen von Nachhilfestunden in Mathematik.

Nach dem Studium verdiente er sich sein Geld zunächst als Korrepetitor an der Oper in Dresden und dann als Pianist beim Orchester von José Soler, mit dem er durch Europa tourte. Bochmann erzählt darüber: „Jahre, bevor mir der ,Einstieg‘ in die UFA-Karriere glückte, fiel die Entscheidung für die Unterhaltungsmusik, als ich unversehens in das argentinische ,Orchestra tipukta‘[1] des großen José Soler engagiert wurde. Dort war der Pianist ausgefallen. Zunächst in einem Münchener Konzertcafé, dann in vielen Großstädten lernte ich in dieser interessanten Position alles kennen, was das Repertoire spanisch-argentinisch-brasilianischer Folkloremusik zu bieten hatte. Kein Wunder, dass ich mich eines Tages auch als Komponist auf diesem Spezialgebiet versuchte, und als ich das erste Dutzend UFA-Filme komponiert hatte, machte ich meine ersten Aufnahmen mit dem ,Tango-Orchester Werner Bochmann‘ bei COLUMBIA.“[2]

Sein erster großer Kompositionserfolg gelang ihm 1929 mit dem Slowfox I Called to Say Good Night, der nach längerer, erfolgloser Suche nach einem Verlag schließlich in Amerika von Irving Berlin verlegt wurde und zum internationalen Erfolg wurde. Ab 1933 arbeitete Bochmann dann für die Filmgesellschaft UFA und komponierte im Laufe seiner langen Karriere unzählige Lieder, Bühnenstücke sowie Filmmusiken, mit denen er die Zeit des Tonfilmschlagers prägte. Zu seinen bekanntesten Liedern zählen sicherlich Der Theodor im Fußballtor, das in der Interpretation von Theo Lingen im gleichnamigen Film zum Evergreen wurde, sowie Heimat deine Sterne aus dem Film Quax, der Bruchpilot. Durchweg von Erfolg gekrönt waren auch seine Kompositionen für Ilse Werner, deren Talent zum Singen und Pfeifen Werner Bochmann durch einen Zufall entdeckte. 1967 wurde Bochmann mit dem Bundesfilmpreis in Gold, 1984 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse sowie 1985 mit dem Paul-Lincke-Ring ausgezeichnet.

Im Artikel des SPIEGEL-Verlags Eine „Spiegel“-Seite für Werner Bochmann (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44435584.html) aus dem Jahr 1949 berichtet Werner Bochmann in überaus erheiternder Weise über sein Leben als Filmkomponist, das nicht immer so angenehm war, wie man es sich vielleicht vorstellt. Als Bochmann diese Zeilen niederschrieb, lebte er bereits in Schliersee, das er noch während des Zweiten Weltkrieges zu seiner Wahlheimat auserkoren hatte und wo er die Ruhe fand, die er für seine Arbeit brauchte. In seinem Haus am Schliersberg wohnte er bis zu seinem Tod am 3. Juni 1993. Werner Bochmann wurde auf dem Friedhof St. Sixtus in Schliersee beigesetzt.

Die Schlierseer schätzen ihren „Hauskomponisten“[3], wie er auf der Internetseite des Schlierseer Singkreises liebevoll genannt wird, sehr. Karl B. Kögl, der Leiter des Schlierseer Singkreises, erzählt: „Er war ein sehr liebenswürdiger und bescheidener Mann.“ Zum 100. Geburtstag Werner Bochmanns wurden ihm zu Ehren im Schlierseer Bauerntheater unter Leitung von Timm Tzschaschel zwei sehr erfolgreiche Konzerte gegeben. Mit dem Lied Vom Schliersee bis zum Spitzingsee hinterließ Bochmann auch eine Hommage an seine Wahlheimat Schliersee. „Ich selbst singe dieses Lied bei den Kurkonzerten Klingendes Schliersee – Tausend Takte gute Laune, begleitet von den Unterleiten-Musikanten“, berichtet Karl B. Kögl. Außerdem erinnern die Werner-Bochmann-Straße östlich des Schlierseer Bahnhofs sowie eine vom Fremdenverkehrsverein Schliersee gestiftete Gedenktafel auf der Hochburg an den berühmten Komponisten.

 

 

Quellen:

https://www.meerane.de/beruehmte-meeraner-werner-bochmann.html

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44435584.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Bochmann

https://www.singkreis-schliersee.de/schlierseer-komponisten/werner-bochmann/

UFA Autorenporträts – Werner Bochmann, Thema: Mit Musik geht alles besser, Manuskript und Moderation: Helmuth M. Backhaus (Gesamtdauer 65:05), UFA-Musik- und Bühnenverlage, München

[1] Druckfehler? Vermutlich „Orchester Typica“ oder „Orquesta tipica“.

[2] Quelle: https://www.meerane.de/beruehmte-meeraner-werner-bochmann.html.

[3] Quelle: https://www.singkreis-schliersee.de/schlierseer-komponisten/werner-bochmann/.

 

 

Kathrin Zott Kathrin Zott

Aufgewachsen und noch immer wohnhaft in Neuhaus am Schliersee, zweifache Mama, studierte Germanistin und Musikpädagogin, freiberufliche Lektorin und Korrektorin – mit anderen Worten: heimatverbundene, musikbegeisterte, kreative, tierliebe und vor allem komplett italienverrückte Leseratte.

 

 

 

Margot Wolf – unsere gute Seele vom Schliersee

Es gibt nur wenige hier in Schliersee, welche die Margot Wolf nicht kennen. Sie hat Ausstrahlung, Charme und das Talent, Menschen miteinander zu verbinden. Die Margot ist eigentlich gar keine „echte“ Schlierseerin, sondern in Kempten im Allgäu geboren, was man durchaus noch ein bisschen hören kann.

Seit 1996 ist sie in Schliersee, wobei sie zunächst nur im Sommer dort war, weil sie in Gersthofen noch ihr eigenes Restaurant „Essen & Trinken“ führte. 2010 ist sie dann nach Schliersee gezogen, wo sie in ihrem Haus, dem „Seehäusl“, eine liebevoll eingerichtete, gemütliche Ferienwohnung betreibt. Sie sei schon immer gerne eine Gastgeberin gewesen, erzählt mir Margot. Das war auch der Grund dafür, warum sie sich nach über 30 Jahren als Chefsekretärin und rechte Hand ihres Vorgesetzten zunächst im Gastgewerbe und später mit einer Ferienwohnung selbstständig gemacht hat. Organisieren liegt ihr im Blut. Das hatte sie, bevor sie mit 55 Jahren in den Vorruhestand ging, bereits bewiesen, indem sie Events mit über 1.000 Personen bei der chemischen Fabrik Pfersee GmbH geplant und durchgeführt hatte.

Die Margot ist mehr Schlierseerin als viele der Einheimischen, obwohl sie eigentlich eine „Zuagroaste“ (dt. Zugezogene) ist. Sie liebt die Gegend hier und beteiligt sich äußerst engagiert am Gemeindeleben.

So ist sie beispielsweise 2. Vorsitzende der NachbarschaftsHilfe Schliersee e. V. und organisiert hier vor allem Ausflüge und Benefizveranstaltungen. Letztere finden im Schlierseer Bauerntheater statt, und Margot gelingt es, den ganzen Saal mit Zuschauern und Spendern für einen wohltätigen Zweck zu füllen. Dazu gewinnt sie Künstler, wie z. B. Karl Kögl, Bettina Schoeller, Carlo Schraml und Timm Tzschaschel.

Außerdem engagiert sich Margot im Katholischen Frauenbund, wo für einen guten Zweck gebastelt, gebacken oder Marmelade eingekocht wird. Die selbst hergestellten Produkte werden dann auf dem Oster- und Weihnachtsmarkt in Schliersee verkauft. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Die Platzerl sind Weltklasse!

Außerdem organisiert die Margot Lesungen, welche sie alleine oder auch gemeinsam mit Christl Fitz durchführt. Besonders heimelig sind ihre Wohnzimmerlesungen, wozu sie ein paar Frauen zu sich nach Hause in ihr gemütliches Wohnzimmer einlädt. Etwaige Spenden gehen wieder an die NachbarschaftsHilfe.

Nicht zu vergessen: ihr Seehäusl, in dem sie viele Stammgäste beherbergt und mit ihrem wunderbaren Frühstück verwöhnt. Margot beweist Einfallsreichtum und bietet ihren Gästen je nach Jahreszeit Programme mit ausgesuchten Ausflügen in die nähere Umgebung an. Außerdem nimmt sie für einen Unkostenbeitrag jedes Jahr als Gastmutter mehrere Schülerinnen und Schüler aus dem Ausland bei sich auf. In diesem Jahr hat sie erstmals chinesische Schüler/-innen zu Besuch am Schliersee.

 

 

Margots Lieblingsplatz am Schliersee:
Runter zum See laufen und sich im Kurpark auf eine Bank setzen – am liebsten abends ab 21:00 Uhr, wenn nicht mehr so viel los ist und sie die Ruhe genießen und auf den See schauen kann.

Margots Empfehlungen an Gäste und Besucher:

  • um den Schliersee oder Spitzingsee spazieren gehen oder
  • am Westufer abseits der Straße bis Fischhausen am Schliersee entlangwandern und dann mit dem Schiff zurückfahren,
  • das Markus Wasmeier Freilichtmuseum besuchen,
  • auf den Weinberghügel und die Schliersbergalm laufen, um die Aussicht auf den See zu genießen,
  • die Werteproduzenten besuchen, beispielsweise die Destillerie Slyrs und die Vitalwelt Schliersee sowie noch einige Betriebe mehr in der Alpenregion Tegernsee Schliersee,
  • im monte mare zum Schwimmen oder in die Sauna gehen.

 

Margot Wolf
Seehäusl Schliersee
Gartenstraße 13
83727 Schliersee

Tel.: 08026/9293647

Website: http://www.margot-wolf-schliersee.de/

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Neighbors Helping Neighbors…Truly a Benefit

There is nothing good, unless you do it!” or in the original German “Es gibt nichts Gutes, außer man tut es” this is the motto of NachbarschaftsHilfe Schliersee. They truly represent this quote by supporting the people of Schliersee.

For the past three years, the Bauerntheater with its beautiful and traditionally painted wooden interior has been the backdrop for this talent packed benefit concert. The goal of this talent packed event each year is to gather enough funds to help them offer the supportive programs to those who might need them in the community. To encourage more participants in their very needed group as well as draw attention to their many causes as well as to just bring everyone out to have a great time.

Just a sampling of a few of the much needed programs that NachbarschaftsHilfe Schliersee offers are Dementia help and support, Parkinson’s support and help for the hearing impaired. Something that I know from my own experience which is incredibly important is 24 hour Dementia help. After the first benefit concert the group was able to purchase a car to provide rides to doctors appointments and other necessary excursions. These programs are made possible by the donations of others and are incredibly needed and necessary.

This past Sunday was this years benefit concert. Side by side the residents of Schliersee gather to sit and enjoy local talent. This year we were treated to a culture packed afternoon provided by the operatic trio of Bettina Schoeller, Carlo Schraml and Timm Tzschaschel, the composer on piano. They sang many classic songs to which the audience were encouraged to sing along as well. A table covered with delicious homemade cakes and pastries, donated by local bakeries,  line the walls giving fragrance to the air. Voices lifted in song and hearts lifted in laughter, there is no better way to bring a community together.

If you are visiting Schliersee or are a resident, this annual event is not to be missed. For more information about what this integral organization does for the community, please visit their webpage and consider contributing to this very important program.

 

NachbarschaftsHilfe
https://www.nbh-schliersee.de/über-uns/erfolgreiche-benefiz-veranstaltung/

 

 

 

 

 

Laura Boston-Thek Laura Boston-Thek

American artist, photographer and professional wanderer who, after 20 years of roaming, put down roots in a 100 year old Bavarian farmhouse and fell in love with the Alpine village and its residents (both 2-legged and 4-legged).

 

 

 

Kultur schafft Verbindungen Start der Kulturkooperation Holzkirchen – Miesbach – Schliersee

Vor einmalig schöner Kulisse – am Weinberg mit zauberhaftem Blick auf den Schliersee – wurde am 18. Juli 2017 eine neue Kulturkooperation begründet.

 

Eingeflochten haben diese Allianz Ingrid Huber und Alexander Harlander (Kultur im Oberbräu Holzkirchen), Isabella Krobisch und Max Kalup (Waitzinger Keller – Kulturzentrum Miesbach) sowie Marion Riedl und Mathias Schrön (Gäste-Information Schliersee). Die Stärken der drei Kulturveranstalter liegen insbesondere im Theaterbereich. Holzkirchen verfügt alleine über 8 Theaterensembles. Im Freigelände, im Foolstheater und im Oberbräusaal finden jährlich etwa 170 Veranstaltungen statt. Schliersee kann mit 25 Aufführungen des Bauerntheater-Ensembles aufwarten und ebenfalls mit einer Vielzahl von Gastspielen, sowie im Oktober mit seinem Kultur-Herbst. Das Kulturzentrum Waitzinger Keller in Miesbach glänzt mit dem Stammsitz des renommierten Freien Landestheaters Bayern und hat ebenfalls einen regen Gastspielbetrieb.
Gegenseitige Werbung, gegenseitiger Kartenverkauf

 

Sichtbar wird diese Allianz erstmals anlässlich des Kulturherbstes Schliersee. Diese Veranstaltungen sind in einem Programmheft zusammengefasst, werden aber ebenso in der Kulturzeitung von „Kultur im Oberbräu Holzkirchen“ und im Programmheft des Waitzinger Kellers beworben. Gleichzeitig werden im Schlierseer Programm die Highlights von Holzkirchen und Miesbach angekündigt. Alle drei Spielorte sind auch Verkaufsstellen von München Ticket und können daher Kartenwünsche für sämtliche Kulturveranstaltungen erfüllen.

 

Wichtigste Voraussetzung für eine tragfähige Kooperation sind freilich die menschlichen Verbindungen. Weil die Chemie zwischen den Kulturakteuren stimmt und die Ideen bei den regelmäßigen Treffen nur so sprudeln, können sich die Kulturfreunde auf weitere gemeinsame Aktion freuen.

 

Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer ließ es sich nicht nehmen, zur Vorstellung des Schlierseer Kulturherbstprogrammes auch die Partner aus Holzkirchen und Miesbach einzuladen. „Wir sind zwar Tourismusort, möchten aber neben klassischen Brauchtumsveranstaltungen auch Kultur für die einheimische Bevölkerung bieten. Gleichzeitig ist uns an Kooperationen sehr gelegen.“

 

RZ.Kultur-Herbst-2017_Plakat_A1-06-7-17

 

www.kulturherbst-schliersee.de

www.kultur-im-oberbraeu.de

www.waitzinger-keller.de

www.schliersee.de

 

Text: Marion Riedl

Fotos: Alexander Harlander

Bildunterschrift, von links: Franz Schnitzenbaumer (Bürgermeister Schliersee), Johannes Wegmann, Marion Riedl, Timm Tzschaschel (Organisatoren und Mitwirkende des Schlierseer Kulturherbstes), Isabella Krobisch (Leiterin des Kulturzentrums Waitzinger Keller), Paul Fertl (2. Bürgermeister Miesbach) Ingrid Huber (Leiterin Kultur im Oberbräu Holzkirchen), Olaf von Löwis (Bürgermeister Holzkirchen)

 

 

Marion Riedl Marion Riedl

Heimatverliebte Original Schlierseerin, Dipl. Eventmanagerin bei der Gäste-Information Schliersee, war als Musical Journalistin weltweit unterwegs - Tourismus und Kultur mit bodenständiger Leidenschaft und mit dem gewissen Blick über den Tellerrand.

 

 

 

 

Ein Stück Schlierseer Musikkultur: Timm Tzschaschel und die „Plauderei am Klavier“

Klaviermusik ist leise zu hören, als ich vor der Haustür von Timm Tzschaschel stehe und mehrfach vergeblich auf den Klingelknopf drücke. Eigentlich sind wir ja zu einem Gespräch verabredet an diesem sonnigen Wintertag in Schliersee, aber über die Musik scheint der Dirigent mich vergessen zu haben. Und dann öffnet sich plötzlich die Tür, und Timm Tzschaschel begrüßt mich strahlend. Ich werde ins Musikzimmer geführt und darf mich direkt neben dem stattlichen Flügel auf der Couch niederlassen. Die Bücherregale an den Wänden reichen bis zur Decke und sind gefüllt mit Literatur über seinen Lieblingskomponisten: Wolfgang Amadeus Mozart. „Mozarts Musik ist geistreich“, erklärt er mir voller Begeisterung. „Seine Kompositionen bestechen durch unfassbare Vollkommenheit.“

Der studierte Musiker lebt seit 31 Jahren am Schliersee. Seit über 20 Jahren lädt er rund siebenmal pro Jahr ins Bauerntheater zu seiner „Plauderei am Klavier“ ein. Je nach Lust und Laune referiert er über verschiedene Komponisten, Opern und andere Themen rund um die Musik. Zwischendurch spielt er immer wieder ein paar Takte am Klavier und lässt seinen Gedanken freien Lauf. Manchmal greift er aber auch ganz handfeste Aspekte aus dem Alltag auf. Blitz und Donner zum Beispiel, oder Naturkatastrophen, immer begleitet von passenden Tönen und Akkorden. Im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen sitzen die Besucher an diesen Abenden auf der Bühne und dürfen den Pianisten und sein Instrument aus unmittelbarer Nähe erleben. Das ist „Musik zum Anfassen“ sozusagen. „Die Leute schätzen diesen besonderen privaten Rahmen“, erzählt Tzschaschel denn auch. Meist kämen etwa 50 Personen, darunter viele Stammgäste, aber auch regelmäßig Gäste von außerhalb.

Freilich ist das nicht sein einziges Standbein. Seit zwölf Jahren leitet der 74-jährige Vollblutmusiker den Schlierseer Alpenchor und seit Kurzem auch den Tegernseer Männerchor. Vor allem die Arbeit mit den Sängern vom Alpenchor macht ihm großen Spaß, weil „die wirklich gut singen“. Er sei immer wieder begeistert vom Talent seiner Schützlinge, die ihr Können bei zahlreichen Auftritten mehrmals pro Jahr unter Beweis stellen.

Hin und wieder übernimmt Tzschaschel auch die Aufgabe des Dirigenten bei Konzerten in seiner Heimatgemeinde. Jedes Jahr Anfang Januar organisiert er ein großes klassisches Neujahrskonzert im Schlierseer Bauerntheater. „Die Musiker leihe ich mir dann gerne vom Salonorchester Bad Wiessee aus.“

Geboren in Berlin und aufgewachsen im Rheinland, studierte Timm Tzschaschel in Köln an der Musikhochschule. Schon damals wollte er unbedingt ins Dirigentenfach. Sein erstes berufliches Engagement führte ihn nach Lübeck. Stationen in Stuttgart und Wien folgten. Als er mit seiner Frau Bettina, einer Sopranistin, und seinen zwei Kindern schließlich nach einem vierjährigen beruflichen Aufenthalt in Thailand nach München kam, entschloss sich die Familie für einen Umzug aufs Land. Die Wahl fiel auf Schliersee, und das hat er nie bereut: „Meine Schlierseer Heimat bedeutet für mich weites Land“, sagt Tzschaschel und kann nicht verstehen, warum sich manche „Norddeutsche“ in den Bergen „eingesperrt“ fühlen. Wenn Besuch kommt, unternimmt das Ehepaar Tzschaschel gern einen Spaziergang zu ihrem Lieblingsplatz: einer Bank oberhalb ihres Hauses an der Schlierseer „Oberleiten“.

Für Timm Tzschaschel bedeutet Musik alles. Ohne sie geht es nicht. Das versucht er auch seinen Schülern, denen er privat Klavierunterricht erteilt, nahezubringen. „Musik soll einfach Freude machen, auch wenn man später beruflich etwas ganz anderes macht.“

Ans Aufhören denkt der „Musikspinner“, wie er schon mal liebevoll von Kollegen und Mitstreitern genannt wird, noch lange nicht. „Manchmal, wenn ich zur Probe nach Tegernsee aufbreche, sage ich schon zu meiner Frau, dass es jetzt auch gemütlich wäre, auf dem Sofa zu sitzen und einen Krimi anzuschauen. Aber dann macht‘s doch wieder Spaß zu musizieren“, gibt er lächelnd zu.

Zum Glück, denn ohne Timm Tzschaschel und sein musikalisches Engagement wäre Schliersee auf jeden Fall um ein Stückchen Kultur ärmer.

Aktuelle Termine der „Plauderei am Klavier“ mit Timm Tzschaschel im Schlierseer Bauerntheater sind unter www.schliersee.de zu finden.

 

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!