Schlagwortarchiv für: Reiner Pertl

Böllerschießen – wenn’s in Schliersee richtig kracht

Böllerschießen ist Tradition

Das Böllerschießen gehört in Schliersee zur Brauchtumspflege. Geschossen wird nur zu besonderen Anlässen, wie dem Altschlierseer Kirchtag, dem Trachtenjahrtag oder bei Beerdigungen von Veteranen oder Reservisten der Bundeswehr. Aber auch der Startschuss des beliebten Sixtus Alpentriathlon in Schliersee kommt aus der Salutkanone.

Heute am Morgen des Volkstrauertages habe ich mich mit Toni Krämer getroffen, einem der beiden Böllerschützen von Schliersee. Oben auf dem Weinberg ist der Blick auf Schliersee atemberaubend. Die Sonne kämpft sich gerade durch den Nebel. Es ist einer der ersten Tage unter null Grad bei uns. Toni Krämer ist konzentriert auf das Geschehen unten an der St.-Sixtus-Kirche, um seinen Einsatz nicht zu verpassen.

Nicht ganz ungefährlich

Seine Patronen sind mit 30 g Schwarzpulver vorbereitet. „Das ist nicht ganz ungefährlich“, erzählt mir Toni. Deshalb mussten auch er und sein Böllerschützen-Kollege Reiner Pertl einen Lehrgang mit Prüfung absolvieren. Die Patronen sind wiederbefüllbar und werden auch immer wieder verwendet. Die Kanone ist so schwer, dass sie immer auf dem Weinberg bleibt. Das Böllerschießen geht zurück bis ins 14. Jahrhundert. Heute am Volkstrauertag wird der Opfer und gefallenen Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkrieges gedacht.

Plötzlich geht es los. Jetzt muss es schnell gehen. Toni Krämer schießt mit seiner Böllerkanone, auch Salutkanone genannt. Er trägt einen Gehörschutz. Ich entferne mich schnell von der Kanone, aber ganz ruhig halten kann ich die Kamera nicht. Die lauten Schüsse, die über den Schliersee krachen, erschrecken mich, obwohl ich darauf vorbereitet bin. Ein tolles Erlebnis.

 

 

„Ich bin der Krämer Toni. Ich schieße jetzt mit dieser Salutkanone einen Salut für die Verstorbenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Heute ist ja Volkstrauertag. Das Ganze passiert so, dass während der Kirche ‒ während der Wandlung ‒ drei Schuss gemacht werden, und dann im Anschluss, wenn draußen in der Kriegerkapelle die Kriegerehrung gemacht wird, auch noch mal drei Schuss.“

 

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Vom „Garten der Sinne“ bis zur „Oase der Gedanken“ – ein romantischer Spaziergang durch den Schlierseer Kurpark

„Blumen sind voller Widersprüche“, sagt der Kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry. Wir erinnern uns: Dieser weise, kleine Mann hatte sich unsterblich in eine Rose verliebt, die ihm jedoch mit ihrer kapriziösen Art das Leben schwer macht. Verliebt in Rosen ist auch Reiner Pertl. Seit 24 Jahren kümmert er sich als Landschaftsgärtner um die Grünanlagen der Gemeinde Schliersee und den prächtigen Kurpark am Seeufer.

Schmale Wege mäandern durch sattgrüne Rasenflächen, an deren Rändern eine üppige Blütenpracht gedeiht. Alle paar Meter laden bequeme Parkbänke zum Verweilen und Betrachten der liebevoll angelegten Anlage ein.

Der Schlierseer Kurpark ist in verschiedene Themenbereiche unterteilt. Zu Beginn, gleich unterhalb der Vitalwelt, versteckt sich unter mächtigen Bäumen ein Alpinum. Hier wachsen Pflanzen aus der heimischen Bergwelt wie Akeleien und Prachtkerzen.

Ein paar Schritte weiter ziert ein mediterran anmutendes Mauerfragment den bayerischen Rasen. Rundherum sind dekorative Oliven- und Lorbeerbäumchen platziert. Üppige Rosen unterstreichen den südländischen Charakter des „Toskana-Gartens“.

In direkter Nachbarschaft umgibt ein traditioneller Staketenzaun einen kleinen, aber feinen Bauerngarten. Dieses Kleinod, in dem zahlreiche Heil- und Küchenkräuter wie Eibisch, Wermut oder die „Ewigkeits-Zwiebel“ gedeihen, wurde in Kooperation mit dem Markus Wasmeier Freilichtmuseum angelegt.

Kräuter wie Salbei und Majoran, Edelweiß und eine seltene Strauch-Pfingstrose dürfen die Besucher des „Gartens der Sinne“ erleben und ertasten. In Zusammenarbeit mit dem Schlierseer Blindenbund entstand ein Tastgarten, dessen Inschriften auf den Tafeln vor den Pflanzen auch in Blindenschrift angebracht wurden. Ein rares Gewächs ist die Tamariske, die sich mit ihren filigranen Nadeln an ihre Nachbarin, eine ebenfalls äußerst selten vorkommende Strauch-Kastanie, schmiegt.

Der Weg führt weiter unter die ausladenden Zweige einer Rotbuche sowie vorbei an einer Platane. „Mit diesen Bäumen haben sich meine Gärtner-Vorgänger hier verewigt“, erzählt mir Reiner Pertl während unseres Spaziergangs durch den Kurgarten. „Ich habe zwar noch ein paar Jahre im Berufsleben vor mir, aber ich werde wohl einen Ginkgo-Baum spenden“, fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu.

Nahe dem Seeufer leuchten die Prachtstaudenbeete in allen Farben des Regenbogens. Da wetteifern rote Rosen – die teilweise über 40 Jahre alt sind, wie mir Reiner Pertl verrät – mit blitzblauen Glockenblumen, buntem Phlox, violetter Echinacea und der purpurnen Indianernessel.

In der Mitte der weitläufigen Gartenanlage prangt der verspielte Rosenpavillon. Fast jedes Wochenende finden in diesem rosenumrankten, schmiedeeisernen Pavillon mitten im Grünen und vor der atemberaubenden Kulisse des Schliersees und seiner umliegenden Berge romantische Trauungen statt.

 

 

Der Schlierseer Kurpark umfasst rund 18.000 Quadratmeter Grund und befindet sich unterhalb der Tennisplätzen und der Vitalwelt, in der neben dem Hallenbad mit Sauna auch die Gäste-Information der Gemeinde untergebracht ist. Eine Hälfte des Geländes gehört der Gemeinde selbst, die andere Hälfte befindet sich im Besitz der Bayerischen Seen- und Schlösserverwaltung. Reiner Pertl zur Seite stehen zwei Hilfsgärtner, die das gesamte Areal zusätzlich zu den weiteren Grünflächen im Ort pflegen.

Den ganzen Sommer über sind der Gartenexperte und seine Helfer Tag für Tag im Einsatz, an jeder Ecke gibt es etwas zu tun. Doch der Landschaftsgärtner liebt seinen Beruf und möchte mit nichts und niemandem tauschen. „Ich bin als junger Mann fünf Jahre zur See gefahren und habe danach zwei Semester Maschinenbau studiert“, berichtet er. „Doch das war alles nichts für mich. Gärtner ist meine Berufung.“

Zum Abschluss unseres Rundgangs zeigt mir Reiner Pertl seinen Lieblingsplatz: die „Oase der Gedanken“. Versteckt unter einer mächtigen Trauerweide, steht eine hölzerne Himmelsliege; davor wurde ein trockener Bachlauf mit einer steinernen Brücke angelegt. Ein perfekter Ort zum Entspannen und Entschleunigen. Ein Ort, der sicherlich auch dem Kleinen Prinzen gut gefallen hätte.

 

 

Anfahrt und Parkplätze: Von der Hauptstraße aus ist der Kurpark gut ausgeschildert. Rund um das Gelände stehen kostenpflichtige Parkplätze zur Verfügung. Weitere Infos gibt’s im Internet unter www.schliersee.de

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Schlierseer Gartenzauber: Keinen Blumentopf, aber eine Gießkanne zu gewinnen!

Vom 1. bis 3. Juni 2018 dreht sich bei uns in der oberbayerischen Marktgemeinde Schliersee alles um das Thema Garten und Natur. Höhepunkt des diesjährigen Schlierseer Gartenzaubers ist der Wettbewerb „Meisterschaft der Gartengestaltung“. Vier Landschaftsgärtner präsentieren ihre Zunft und stellen sich einer Fachjury, zu der unter anderem die renommierte Gartendesignerin Birgit Bayer gehört. Die Bewertung kommt aber nicht allein von Fachleuten, auch die Besucher können ihre Stimme abgeben und voten. Der Gewinner erhält die erste Schlierseer Gartenzauber-Gießkanne.

 

Tolle Location im Schlierseer Kurpark
Die Idee vom Gartenzauber stammt von Reiner Pertl, Gemeindegärtner in Schliersee, der sich auf einer Reise nach England bei der größten Gartenmesse der Welt, der Londoner Royal Hospital Chelsea Flower Show, inspirieren ließ. „Aber hier in Schliersee haben wir im Vergleich zu London natürlich die schönere Location – mitten in den Bergen. Außerdem lassen wir Gärten bauen, die an jedes Haus passen – mit einer Kostenobergrenze“, erzählt mir Reiner Pertl.

 

Zahlreiche Aussteller
Neben zahlreichen Ausstellern und Gartenbauvereinen des Landkreises Miesbach bietet der Schlierseer Gartenzauber auch 2018 interessante Vorträge von Experten zu verschiedenen Schwerpunkten rund um Garten und Natur. Die Gäste erwartet das ganze Wochenende ein abwechslungsreiches Programm. Von Pflanzen aller Art über Gartengeräte, Grills, Dekorationstipps bis hin zu Fachbüchern und auch Fachvorträgen. Für Gartenliebhaber ein wahres Paradies. Die Gartenbauvereine widmen sich mit viel Liebe und Engagement ihren Ständen und werden dem Besucher mit Rat und Tat zur Seite stehen.

 

Präsentiert vom TV- und Radio-Gartenexperten
Präsentiert wird der Schlierseer Gartenzauber im Juni vom bekannten TV- und Radio-Gartenexperten Andreas Modery, der durch das abwechslungsreiche Programm führt.

 

 

Schlierseer Gartenzauber 2018 – vom Freitag, 1. Juni, bis Sonntag, 3. Juni 2018, im Kurpark und in der Vitalwelt Schliersee. Weitere Informationen: http://www.schlierseer-gartenzauber.de/

 

 

Liste Vorträge Samstag

Uhrzeit Dozent Thema
13:00 Uhr Michael Schick Was Sie über Tomaten wissen sollten oder schon immer wissen wollten
14:00 Uhr Rainer Berlinger Zeitgemäßer Pflanzenschutz im Garten
15:00 Uhr Birgit Bayer Chelsea Flower Show?
16:00 Uhr Thomas Böckl Obstgehölze im Garten

 

Liste Vorträge Sonntag

Uhrzeit Dozent Thema
13:00 Uhr Birgit Bayer Chelsea Flower Show
14:00 Uhr  N.N.  N.N
15:00 Uhr Michael Schick Was Sie über Tomaten wissen sollten oder schon immer wissen wollten
16:00 Uhr Thomas Pummerer Das Hochbeet – quadratisch, praktisch, gut

 

Wer vor oder nach dem Schlierseer Gartenzauber noch aktiv werden möchte, empfiehlt sich ein Besuch auf der Schliersbergalm, mit einem traumhaften Blick auf den Schliersee. Für Adrenalin sorgt eine Fahrt mit den Mountaincarts, eine Art Gokart für die Berge, mit denen man eine rund 3,5 km lange Strecke bergab fahren kann. Ein Spaß für die ganze Familie. Leihen kann man die Mountaincarts direkt an Bergstation der Stümpfling Sesselbahn.

 

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Schlierseer Apfelsaft – Apfelsaftpressen mit Schlierseer Kindern

22 Kinder der Nachmittagsbetreuung der Grund- und Mittelschule Schliersee wurden vergangene Woche vom Rathaus eingeladen, die Äpfel des Schlierseer Dorfangers zu pflücken und dann zusammen zur Presse nach Gotzing zu fahren, um zu sehen, wie aus dem Apfel letztendlich Apfelsaft wird. Reiner Pertl (Gemeindegärtner und Schlierseer Baumwart) erklärte den Kindern, dass diese Äpfel, auch wenn sie anders aussehen als im Supermarkt, genauso gut oder sogar besser schmecken. Sofort wurde fleißig probiert, geschmatzt und gekaut. Jürgen Höltschl (stellvertretender Vorsitzender des Gartenbauvereins Schliersee) kletterte mit der Leiter auf den Baum und schüttelte kräftig. Mit lautem Getöse und gleichzeitigem aufgeregten Kindergeschrei fielen die Äpfel vom Baum. Jetzt ging es ans Aufsammeln. Fleißig suchten die Kinder die Äpfel im Gras. Da Reiner darauf hingewiesen hatte, dass keine faulen Äpfel in den Korb dürften, damit der Saft auch gut schmecke, wurden diese genau begutachtet. Als alle Äpfel aufgesammelt waren, gab es für jedes Kind als Belohnung eine Birne – vom einzigen Birnbaum auf dem Dorfanger. Dann setzten sich die Kinder zu den Obstkisten. Reiner wollte nun wissen, ob die Kinder ein Gefühl dafür haben, wie viele Äpfel wie viel Saft ergeben. „Wie viel Saft wird denn nun aus unseren gesammelten Äpfeln?“, fragte er in die Runde. Die Schätzungen lagen bei 20 bis 130 Litern. Mit dem Bus ging es zur Saftpresse in Gotzing. Sepp Killy erklärte den Kindern die Obstpresse. Zuerst wollte keines der Kinder die „braune Brühe“ (= naturtrüber Apfelsaft) probieren. Als die erste Scheu überwunden war, konnte man sie kaum mehr bremsen, diesen frischen, süßen und leckeren Schlierseer Apfelsaft zu genießen. Insgesamt waren es am Ende 75 Liter Saft für die Schule und die Schlierseer Landküche.

Ein toller Ausflug für alle.

Die Äpfel, aus dem der Schlierseer Apfelsaft gepresst wurde, hingen an Bäumen im Schlierseer Dorfanger.

Aber was ist ein Dorfanger? Das ist ein meist grasbewachsener Dorfplatz für alle Bewohner der Gemeinde. In Schliersee ist das die Pfarrwiese neben der Sixtus-Kirche, wo schon vor etwa 30 Jahren die ersten Obstbäume gepflanzt wurden. Letztes Jahr kamen acht neue Apfelbäume hinzu, ausgesucht wurde die jahrhundertealte Sorte Goldparmäne. Seit diesem Frühjahr gibt es dort auch ein Beet mit Kartoffeln, Karotten, Zucchini, Erdbeeren, Kopfsalat und Kräutern. Ergänzt wurde das Beet durch Ringelblumen, Lupinien und Rosen, wie es in einem alten Bauerngarten üblich ist. Genutzt wird dieses Beet von der Schlierseer Landküche (www.magazin.schliersee.de/schlierseer-landkueche/). Frischer und regionaler geht es nicht – direkt vom Beet auf den Tisch. Gepflegt wird dieser Bauerngarten liebevoll von Marille Neu.

Sie haben selber Obstbäume im Garten?

Beim Gartenbauverein Schliersee gibt es immer wieder Baumschnittkurse. Hier können Sie die Schnittkunst der vergangenen Generationen lernen, um beste Ergebnisse zu erzielen.

Gartenbauverein Schliersee

www.gartenbauverein-schliersee.de

 

 

Und wenn Sie dann im Herbst auch Saft pressen wollen – der Kreisverband für Obst- und Gartenbau Miesbach betreibt in Gotzing eine Obstpressanlage. Sie ist im alten Feuerwehrhaus untergebracht (Safthäusl). Dort können die selbst mitgebrachten Äpfel und Birnen entsaftet werden. So bekommen Sie garantiert den Saft aus Ihrem eigenen Obst mit nach Hause. Auf Wunsch wird der Saft erhitzt und in Tetrapack abgefüllt. Anmeldung bei Sepp Killy (0174/52 83 890).

 

 

[tourim-redakteur]