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Der Funslope im Skigebiet Spitzingsee-Tegernsee ‒  eine Attraktion für Junge und Junggebliebene auf einem oder zwei Brettern

In diesem Winter hat der Funslope an der Unteren Firstalm Premiere. Er ersetzt den Snowpark der vergangenen Jahre, ist zwar ein bisschen kleiner, dafür aber auch für weniger geübte Freestyler geeignet.

Ulli: Beni, du bist verantwortlich für den neuen Funslope. Was genau ist deine Aufgabe, und wie dürfen wir uns den Funslope vorstellen?   

Beni: Das ist richtig. Meine Aufgabe ist es, zunächst den Park zu planen und dann gemeinsam mit Martin Poschenrieder aufzubauen und ihn fürs Wochenende zu präparieren.

Den Funslope kann man sich wie eine Bahn mit verschiedenen Hindernissen (den sogenannten Obstacles) vorstellen. Im oberen Teil befindet sich als Erstes ein Anfänger-Sprung mit einer Weite von drei bis vier Metern, danach folgen eine Box mit Knick und eine gerade Box „Rübersliden“ und danach ein Rail, eine sogenannte Street Barrier. Anschließend folgt eine Wellenbahn bis zum Lift.

Ulli: Was ist anders geworden?

Beni: In den letzten Jahren hatten wir einen Park mit verschiedenen „Lines“, die für verschiedene Könnerstufen gedacht waren. Darunter auch sehr große Sprünge und schwierige Rails. Dieses Jahr ist es eine einzige Strecke, die in eine Wellenbahn mit kleinen Steilkurven übergeht.

Ulli: Für welche Fahrer ist der Funslope geeignet? Bisher war der Snowpark vor allem bei geübten Freestylern weithin bekannt. Wird der Funslope weiterhin deren Anspruch gerecht?

Beni: Ich würde sagen, wir können jetzt mit dem Funslope eine breitere Könnerstufe ansprechen. Das fängt an bei kleinen Kindern, die oft mit Elternteil oder Skilehrer vorbeischauen, bis hin zu recht guten Fahrern, die schon einige Tricks an den Hindernissen und Sprüngen zeigen können.

Für die wirklich guten Freestyler war es für uns zuvor schon sehr schwierig und aufwendig, in dem Hang oder dem vorliegendem Gelände einen Park auf die Beine zu stellen, der den heutigen Erwartungen gerecht wird.

Ulli: Ich bin Skifahrerin, habe mich aber noch nie auf diese präparierten Bahnen gewagt. Kann man das einfach mal ausprobieren, oder gibt es eine Einführung bzw. vielleicht sogar einen Kurs dazu?

Beni: Im Grunde kann jeder, der schon sicher eine Piste runterkommt und bisschen Mut mitbringt, im Funslope Spaß haben. Neben dem Tragen eines Helms und, wenn möglich, eines Rückenprotektors würde ich jedem empfehlen, anderen zunächst zuzuschauen und auch die Hindernisse genau anzuschauen (ohne dabei die anderen Fahrer zu behindern). Danach kann man sich aufgewärmt selbst einigen Obstacles stellen.

Und ja, es gibt am Spitzing Schulen, die Freestyle-Kurse anbieten. Ich habe selbst lange bei der Ski- und Snowboardschule Martina Loch unterrichtet.

Ulli: Den Funslope gibt es seit einigen Wochen. Wie wird er denn von den Skifahrern und Snowboardern angenommen? 

Beni: Ich würde sagen, sehr gut. Klar fragen immer wieder welche nach dem Snowpark mit den größeren Sprüngen, aber in Summe haben wir gefühlt mehr begeisterte Nutzer.

Es gibt auch immer wieder Momente, in denen ich gerade am Shapen bin und mich Fahrer ansprechen, die den Funslope loben, sich für unseren Einsatz bedanken und sich freuen, dass wir am Spitzing so etwas anbieten.

Mich selbst freut es vor allem, wenn Nachwuchsfahrer Tricks an den Hindernissen üben, oder wenn ich Christophe Schmidt (Profi-Freestyle-Snowboarder aus Schliersee) beim Üben mit seinem fünfjährigen Sohn antreffe.

Ulli: Beni, du hast uns jetzt einiges über den Funslope an sich erzählt. Das Präparieren der Piste ist sicherlich mit einem großen Aufwand verbunden. Wie viele Helfer hast du in deinem Team, und was sind für euch optimale Bedingungen? Wie lange dauert der Aufbau des Funslope, und wie hoch ist der tägliche Arbeitsaufwand?

Beni: Die meiste Arbeit ist der Aufbau, den wir dieses Jahr zu zweit meisterten. Sobald es genügend Naturschnee hat, bauen wir die ersten Schneehaufen mithilfe der Pistenraupe. Bis die Boxen und Rails dazu noch aufgebaut sind, dauert es ca. zwei bis vier Tage/Nächte, bis der Funslope so dasteht wie heute.

Die wöchentliche Pflege der Bahn hängt stark von der Nutzung, der Temperatur und vom Schneefall ab. Wir versuchen, den Funslope immer fürs Wochenende frisch zu präparieren. Wenn es geschneit hat, müssen wir in der Nacht vorm Wochenende den ganzen Schnee erst mal verteilen und die Hindernisse freiräumen. Im besten Fall müssen aber nur die Bahn, die Landungen und die Flächen neben den Obstacles mit dem Pistenbully planiert werden. Die darauffolgende Handarbeit mit Schaufel und Handwerkszeug dauert im Regelfall zwei bis drei Stunden.

Ulli: Vielen Dank, Beni, für das informative Gespräch und deinen Einsatz auf der Piste. Gibt es noch etwas, das du den Freestylern gerne mitgeben möchtest?

Beni: Nutzt den Funslope mit Verstand und achtet auch auf die anderen, dann hat jeder Spaß.

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Der Pfannilift oder: Was haben Knödel und ein Skilift gemeinsam?

Ja, was haben Knödel und ein Skilift denn jetzt gemeinsam? – Den Namen! Aber wie kommt’s?

Der Schlepplift am Heukreuth-Hang in Fischhausen, der 1977 im Auftrag der Gemeinde Schliersee gebaut wurde, ist nach den Pfanni-Werken der Familie Eckart benannt, die in unserer Gemeinde sehr engagiert war und vor allem den Musikbegeisterten im Ort ein Begriff sein dürfte.

Seit der Inbetriebnahme Weihnachten 1977/78 kümmert sich das Pächter-Ehepaar Johanna und Günther Maier, das gleich nebenan das Gästehaus Maier-Schmotz betreibt, mit Herzblut um die Liftanlage und den Liftbetrieb.

Sobald genug Schnee liegt, steht Günther Maier zwischen vier und fünf Uhr in der Früh auf, um den Hang mit der hauseigenen Pistenraupe zu präparieren – so lange, bis die Piste perfekt ist für die kleinen und großen Skifahrer – und das kann je nach Schneelage auch mal drei Stunden dauern. Danach wird nur noch schnell ein Kaffee getrunken und der Hof des Gästehauses geräumt, bevor es zurück an die Liftanlage geht. „Oft amoi is er siebeneinhalb Stunden draußn gstanden, bei bis zu minus dreißg Grod. Mit sieben Schichten Gwand überanand – wia a Zwiebel“[1], erzählt Johanna Maier über ihren Mann und lacht. Und wie viel Arbeit tatsächlich dahintersteckt, ist vielen wahrscheinlich gar nicht bewusst …

Günther Maier betont: „Bei uns ko ma oft no bis in April nei Skifahrn, zum Teil länger wia am Spitzing. Mia ham a super Schneelage!“[2] Das hat der Skihang seiner Nord-Ost-Lage zu verdanken. Die etwa 300 Meter lange und relativ flache Piste eignet sich vor allem für Skianfänger, Kinder und Genussfahrer. Nicht umsonst haben hier unzählige Kinder ihre ersten Versuche auf Brettln[3] gewagt, denn bis vor wenigen Jahren wurden auf dem „Knödel-Hang“ in Zusammenarbeit mit der Skischule Spitzingsee Kindergarten-Skikurse angeboten. Und vor allem bei den Kindern sind Johanna und Günther Maier wegen ihrer herzlichen und lustigen Art sehr beliebt – das zeigen auch die Bastelarbeiten und Briefe im „Aufwärm-Stüberl“ ihres Gästehauses.

Seit etwa zehn Jahren kommen auch die Schlittenfahrer voll auf ihre Kosten. Damit sich die Rodler und die Ski-Zwerge nicht in die Quere kommen, wurde extra auf der anderen Seite des Hangs eine Schlittenbahn ausgewiesen.

Am kommenden Samstag, den 19.01.2019, findet am Pfannilift auch wieder der alljährliche Gemeinde-Kinderskitag statt. Kinder bis einschließlich Jahrgang 2008 können um den Wasmeier-Pokal wetteifern. Die Anmeldung ist bis 9:30 Uhr möglich, gestartet wird das Rennen um 10:00 Uhr. Weitere Informationen gibt es hier:

Mit dem Pfannilift zeigt sich eindrucksvoll, dass man auch im Tal ganz wunderbar und entspannt Skifahren kann – und noch dazu mit einem herrlichen Ausblick auf den Schliersee. Ein herzliches Dankeschön an die Familie Maier, die uns diesen Spaß mit ihrem unermüdlichen Einsatz ermöglicht!

Anfahrt, Preise und Betriebszeiten unter:

https://www.maier-schmotz.de/skilift.php

[1] Oftmals ist er siebeneinhalb Stunden draußen gestanden, bei bis minus 30 Grad. Mit sieben Schichten Kleidung übereinander – wie eine Zwiebel.

[2] Bei uns kann man oft noch bis in den April hinein Ski fahren, zum Teil länger als am Spitzing. Wir haben eine super Schneelage.

[3] Ski.

 

 

Kathrin Zott Kathrin Zott

Aufgewachsen und noch immer wohnhaft in Neuhaus am Schliersee, zweifache Mama, studierte Germanistin und Musikpädagogin, freiberufliche Lektorin und Korrektorin – mit anderen Worten: heimatverbundene, musikbegeisterte, kreative, tierliebe und vor allem komplett italienverrückte Leseratte.

 

 

 

Mit der Schneefräse durch Schliersee

Ich bin ein bisschen aufgeregt. Jürgen Höltschl hat mir angeboten, mich auf seiner Schneefräsen-Tour durch Schliersee mitzunehmen. In einer Schneefräse mitfahren ‒ das kommt für mich gleich hinter Pistenraupen-Fahren: Spaß!

Natürlich ist es in erster Linie eine sehr wichtige Aufgabe. Und man braucht, wie ich ganz schnell merke, Konzentration und Ausdauer. Der Schnee wird nicht wie mit einem normalen Schneepflug einfach zur Seite geschoben, sondern gefräst, aufgenommen und seitlich in einem Bogen wieder ausgestoßen. Langsam in Schrittgeschwindigkeit fräsen wir uns erst einmal die Perfallstraße entlang. Jürgen arbeitet schon seit 19 Jahren bei der Gemeinde Schliersee. Mit der großen Schneefräse ist er seit zwölf Jahren unterwegs. Ein echter Profi, er kennt sich aus in seinem Gebiet. So nah, wie er an den Zäunen, Hecken und Autos vorbeifährt, muss er das auch. Ständig stellt sich die Frage, wohin der Schnee gefräst werden darf. Dort, wo Jürgen keine Möglichkeit hat, den Schnee irgendwo hinzublasen, kommt ein Kollege mit einem Lkw, fängt den Schnee auf und bringt den Schnee zur Sammelstelle am Waldfestplatz. Eine sehr zeitintensive Mehrarbeit, die natürlich nicht in ganz Schliersee möglich ist. Also fräst Jürgen den Schnee geschickt entlang der Zäune, auf Freiflächen oder in große Gärten. Wir treffen auf Schlierseer, die kopfschüttelnd auf dem Balkon stehen, sogar einen, der für eventuelle spätere Beschwerden alles mit seinem Fotoapparat festhält, und auch einige, die mit der Schneeschaufel in der Hand etwas zweifelnd oder auch ein wenig ängstlich zuschauen und genau beobachten, wohin der Schnee geblasen wird. Aber die meisten Schlierseer lächeln, winken und freuen sich, dass Jürgen kommt und die Straße verbreitert. Ein freundlicher Gruß, ein Lächeln ‒ so macht Arbeiten Spaß. Wir fahren sogar in die entlegenen Ecken von Schliersee, bis nach hinten zum Hennerer Hof. Eine traumhafte Winterlandschaft erwartet uns dort. Und die Straße ist hinterher perfekt geräumt. Die Jungs in Schliersee machen einen tollen Job. Wenn der Schneefall ganz frisch ist, können sie natürlich nicht überall gleichzeitig sein. Aber an solchen Tagen fangen sie sogar schon um drei Uhr nachts an, um die Wege für alle freizumachen.

 

Eines hab ich gelernt: Wenn ihr einen Schneeräumer seht, schenkt ihnen ein Lächeln oder sagt danke – das erleichtert jedem die Arbeit.

 

 

Danke, liebe Schlierseer Bauhof-Mitarbeiter! Ihr seid super!

 

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee