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Die Kelten kommen!

Vom 20. bis 23. Juni ist die keltisch-rätische Handwerkersippe „Touta Nanto En“ gemeinsam mit befreundeten Sippen zu Gast im altbayerischen Dorf in Schliersee-Neuhaus.

 

 

Das Lager der Kelten befindet sich unterhalb des Museumsdorfs und fügt sich mit seinen hellen, fast weißen Zelten in die bayerische Voralpenlandschaft ein, als wäre  es immer schon an dieser Stelle gewesen.

Die Besucher können das Leben und die verschiedenen Handwerke der Menschen der älteren Eiszeit im gesamten Inntal hautnah erleben. Die Kelten freuen sich über reges Interesse und sind gerne bereit, jegliche Fragen zu beantworten.

Die Sippen stellen jeweils einen Familienverbund dar, der das Inntal bewohnt und mit den Stämmen entlang des Inns Handel treibt.

Im Markus Wasmeier Freilichtmuseum können Sie Händlern, Handwerkern und Salzsiedern bei ihren Tätigkeiten über die Schulter schauen. Kinder haben die Möglichkeit, sich auch aktiv einzubringen und beispielsweise beim Weben von Teppichen zu helfen oder mit den keltischen Kindern im Lager zu spielen. An der großen Tafel darf gerne Platz genommen werden, um mit den Kelten gemeinsame Zeit zu verbringen und Wissenswertes über die damalige Zeit zu erfahren. Da es nur wenige Schriftrelikte aus der Zeit der Kelten gibt, können deren Lebensweise und Wirken nur aus Interpretationen von Funden und Überlieferungen nachvollzogen werden.

„Gehandelt wird hauptsächlich mit Salz, mit Eisen- und Bronzeerzeugnissen sowie mit Eisenerz, Kupfererz und Produkten aus der Region. Das können so unterschiedliche Produkte wie Bienenwachs und Honigmet, Edelsteine wie Granate und Bergkristalle, Gold und Silber, seltene Kräuter und auch Pferde gewesen sein.

Als wichtigstes Handelserzeugnis im Alpenraum ist das Salz zu nennen, das den Grundstock unseres Reichtums bildet und sich aus dem Leben der Menschen in unserer Region und weit darüber hinaus nicht mehr wegdenken lässt. Wir verwenden es für unsere Ernährung, zur Konservierung von Fleisch und Fisch, zum Gerben von Fellen und zum Trennen des Goldes vom Silber. Doch nicht nur die Lebenden profitieren vom Salz, auch die Verstorbenen werden bis zu ihrer Bestattung, damit und mit anderen geheimen Rezepten, “haltbar“ gemacht.“

Zitat der Sippe Touta Nanto En, http://www.touta-nanto-en.de/ueber-uns/

Das Eintauchen in eine Welt wie vor mehreren tausend Jahren ist in jedem Fall ein Erlebnis für Groß und Klein.

 

 

Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee
Brunnbichl 5
83727 Schliersee/Neuhaus
Tel.: +49 (0) 8026 – 92922-0
Fax: +49 (0) 8026 – 92922-29
E-Mail: office@wasmeier.de

Internet: https://www.wasmeier.de/

 

20. Juni (Do.) 10:00 bis 23. Juni (So.) 17:00 Uhr

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Time Traveling in Schliersee at the Markus Wasmeier Freilichtmuseum with Irmi Baumann

Raus aus dem Alltag – rein in das Landleben, wie es einst war or Step back in time to experience country life as it use to be. This is the motto of the Markus Wasmeier Freilichtmuseum.

It was with this in mind, Irmi Baumann, museum guide invited myself and some close friends on a private tour in the final days before the season’s closing. Irmi is one of the museums guides who can speak english so for me it was a real treat.

On the day of our tour the village was blanketed in thick Autumn fog making it feel very much that the veil of time was thin and we could easily step through into the Bavarian farming past.   Irmi explained to us that the historic village, which is composed of 12 buildings painstakingly disassembled and then reassembled, was the life long passion of two time olympic gold medalist Markus Wasmeier. He and his family work tirelessly to preserve traditions and customs of this beautiful valley and the local way of life.

Irmi shares this passion and from a very early age, always clung to the stories her grandparents told about life as it use to be. When things were more simple and unplugged. Each fact she shares with the visitor about the structures at the museum are peppered with mystical folklore and farming practicality.

On our tour we met a lovely local craftsman in the dying art of shingle making. He was covered in wood shavings and fragrant with the scent of tree sap as he busied himself at his work. He kindly paused a moment and explained to us about the “Schindel Dach” or Shingle roof. He explained it is traditional that all roofs are covered with 3 layers of shingles made of lark wood.

Each roof will last about 60 years. The long poles and large stones on the roves of typical alpine farmhouses are there to hold down the shingles and in winter when the snow is on the roof, this also serves as insulation.

Inside one of the cosy historic sitting rooms or Stube, we gathered around the Kachelofen or wood fired, tiled oven, which heats the house. On the day of our tour, light was in short supply and it was explained to us how beeswax candles were too expensive for every day use. In the 18 hundreds, the period of these buildings, a Kienspan was used. The Kienspan was a long shiv of resinous pine that would be clamped in a tall holder and lit, this would burn for hours.

There are endless stories to discover and exciting lessons to learn from the past.

For example, why are the thresholds are unusually high? Was it because people back then believed that evil spirits could not pass over them? Where did the four-poster beds come from and why didn’t people sleep lying down in their beds? Why the hearth fires were never allowed to die out?

 

 

You can learn so much and more like this, just give the museum a call and see if you can arrange and english tour for your next visit when the museum opens once more in spring 2019.

 

The Museum
https://www.wasmeier.de

The Guide
https://www.irmibaumann.de

 

 

 

Laura Boston-Thek Laura Boston-Thek

American artist, photographer and professional wanderer who, after 20 years of roaming, put down roots in a 100 year old Bavarian farmhouse and fell in love with the Alpine village and its residents (both 2-legged and 4-legged).

 

 

Salute – wo der Wein für das Schlierseer Seefest herkommt (Barberino-Verein Teil 1)

Wer kennt es nicht, das „Chianti-Lied“, komponiert von Gerhard Winkler, der viele Jahre in Fischhausen am Schliersee gewohnt hat. Es weckt Erinnerungen an unser Sehnsuchtsland Italien, an die Toskana und laue Sommerabende in netter Gesellschaft – gemeinsam lachend und ein Gläschen Wein trinkend …

Gut gelaunt, voller Vorfreude und laut die italienische Musik im Autoradio mitträllernd, fahre ich auf dem raccordo autostradale 3 von Florenz aus in Richtung Siena. Meine Fahrt führt mich durch die typisch toskanische Landschaft: sanfte, grüne Hügel, so weit das Auge reicht, Zypressenalleen, die zu idyllisch gelegenen Bauernhöfen, den fattorie, führen, malerisch umgeben von Weinbergen und Olivenhainen. Auf etwa halber Strecke liegt mein heutiges Ziel: die Gemeinde Barberino Val d’Elsa, mit ihrem mittelalterlichen centro storico, geprägt von engen Gassen und steingemauerten Häusern.

Salute – da dove viene il vino per la festa del lago di Schliersee (Barberino-Verein parte 1)

Chi non conosce la “Chianti-Lied”, composta da Gerhard Winkler, il quale ha vissuto diversi anni a Fischhausen sul lago di Schliersee. Tale canzone risveglia il nostro ricordo dell’Italia, il paese dei nostri desideri, in particolar modo della Toscana e le tiepide serate estive trascorse in buona compagnia – ridendo e bevendo un bicchiere di vino insieme…

Di buon umore, piena di gioia dell’attesa e canticchiando ad alta voce la musica italiana dell’autoradio, percorro il raccordo autostradale 3, che da Firenze conduce verso Siena. Il mio viaggio passa lungo il tipico paesaggio toscano: dolci colline verdi, infinite, al punto da perdersi alla mia vista, i viali con i cipressi che portano ad idilliache fattorie circondate da un pittoresco paesaggio, caratterizzato dalla presenza di numerosi vigneti ed oliveti. Circa a metà strada si trova la mia destinazione: il Comune di Barberino Val d’Elsa, con il suo magnifico centro storico, nel quale si possono ammirare i tipici vicoli stretti e le case in pietra risalenti all’epoca medievale.

 

 

Seit 1986 sind Schliersee und Barberino Val d’Elsa offiziell Partnerstädte. Der Schlierseer „Verein zur Förderung der Partnerschaft der Gemeinden Barberino Val d’Elsa und Schliersee e. V.“, kurz Barberino-Verein, kümmert sich seither in enger Zusammenarbeit mit dem italienischen Partnerverein „Barberino and friends“ um die Pflege der langjährigen Freundschaft. Alles über die Anfänge der Partnerschaft und die regelmäßigen Aktivitäten der beiden Vereine können Sie in Kürze unter „Schliersee und Barberino Val d’Elsa – eine deutsch-italienische Freundschaft (Barberino-Verein Teil 2)“ hier im Schliersee Magazin nachlesen.

Seit vielen Jahren betreibt der Barberino-Verein einen Stand mit Spezialitäten aus der Toskana am Schlierseer Seefest, das dieses Jahr vom 27. bis 29. Juli 2018 stattfindet. Jedes Jahr im Frühling reist deshalb eine kleine Gruppe des Vereins nach Barberino Val d’Elsa, um dort den Wein für das Seefest zu holen. Heuer durfte ich mich der Gruppe anschließen und mir die beiden traditionsreichen Weingüter anschauen.

Schliersee e Barberino Val d’Elsa sono città gemellate dal 1986. Da allora l’associazione “zur Förderung der Partnerschaft der Gemeinden Barberino Val d’Elsa und Schliersee e.V.”, sita a Schliersee e nota come “Barberino-Verein”, si occupa, in stretta collaborazione con l’associazione italiana “Barberino and friends”, della conservazione di questa lunga amicizia. A breve, nella parte “Schliersee e Barberino Val d’Elsa – un’amicizia tedesca-italiana (Barberino-Verein parte 2)” potrete scoprire molte più cose riguardo l’origine del gemellaggio e le attività abituali svolte da ambedue le associazioni.

Da tanti anni, in occasione della festa del lago di Schliersee, la “Barberino-Verein” gestisce una bancarella di specialità provenienti direttamente dalla Toscana. Tale festa, quest’anno, si svolgerà dal 27 al 29 luglio. Ogni anno, in primavera, un piccolo gruppo dell’associazione si reca a Barberino Val d’Elsa per prendere del buon vino proprio per questa festa. Quest’anno ho avuto l’opportunità di accompagnare il gruppo e visitare un paio di cantine dalle ricche di tradizioni.

 

 

Unsere erste Station ist die Fattoria Villa Spoiano in Tavarnelle Val di Pesa, einem kleinen Ort nur wenige Kilometer vor Barberino, der zusammen mit Barberino Val d’Elsa eine Verwaltungsgemeinschaft bildet. Das Bio-Weingut liegt malerisch auf einer Anhöhe und ist umgeben von 68 Hektar Land, von dem 25 Hektar für den Olivenanbau und 17 Hektar für den Weinanbau genutzt werden. Die Familie Wäspi bietet auf ihrem Anwesen agriturismo an und produziert neben Wein und Olivenöl extra vergine auch Schinken, Salami und finocchiona aus dem Fleisch der eigenen Dexter-Rinder und der seit der Antike bekannten Schweinerasse Cinta senese – alle Produkte aus biologischer Erzeugung. Frau Wäspi lädt uns zunächst auf die Aussichtsterrasse ein, von der aus man einen herrlichen Blick über die umliegenden Weinberge und hinüber nach Barberino Val d’Elsa hat. Danach geht es in den Weinkeller, das kleine private Museum, die Hauskapelle und anschließend zur Wein- und Olivenölverkostung. Im Museum, das sich in einer angrenzenden Scheune befindet, kann man eine Zeitreise in die Anfangszeit der Villa Spoiano unternehmen, deren Tradition zurückgeht bis ins 17. Jahrhundert. In diesem Raum direkt unter dem Dach werden auch die Fässer für die Reifung des Vin Santo gelagert, die dort über mindestens drei Jahre der Sommerwärme ausgesetzt werden, um dem Dessertwein seine typische Note zu verleihen. Im Weinkeller vereinen sich dagegen Tradition und Moderne. Neben klassischen Holzfässern und alten Werkzeugen befinden sich große, glänzende Edelstahltanks. Hier wird auch der Wein produziert, den Sie auf dem Seefest genießen können: ein Rotwein mit fruchtiger Note, hergestellt aus der Sangiovese-Traube.

La nostra prima tappa è la Fattoria Villa Spoiano, a Tavarnelle Val di Pesa, un piccolo paesino situato a pochi chilometri da Barberino, che, insieme a Barberino stesso, ha avviato una collaborazione tra i due comuni. Questa particolare cantina biologica si trova in una splendida zona collinare, circondata da 68 ettari di terra di cui 25 ettari destinati all’olivocoltura e 17 ettari coltivati a vigneti. Oltre alla cantina, la famiglia Wäspi gestisce un agriturismo e produce una vasta gamma di prodotti che va dall’olio extra vergine di oliva ad insaccati vari, tra i quali prosciutti, salami e la famosa finocchiona, fatti con la carne dei propri bovini di razza Dexter e dei maiali appartenenti all’antica razza della cinta senese – tutti prodotti di provenienza biologica. Come benvenuto la Signora Wäspi ci invita nella terrazza, dalla quale si può ammirare un panorama meraviglioso sui vigneti circostanti e su Barberino Val d’Elsa. Poi ci accompagna a vedere la cantina, il piccolo museo privato, la cappella della casa ed alla fine ci offre una degustazione di vino e di olio d’oliva. Il museo, che si trova in un fienile, accompagna i suoi visitatori in un viaggio nel passato fino alle origini della fattoria Villa Spoiano, risalente al 17esimo secolo. Lì sono conservate anche delle botti per l’invecchiamento del Vin Santo, il quale viene esposto al calore dell’estate per un periodo minimo di 3 anni per dargli il suo gusto tipico. Nella cantina invece si uniscono tradizione e modernità. Oltre alle classiche botti di legno ed ai vecchi strumenti, ci sono anche dei grandi serbatoi di acciaio scintillante nei quali vengono prodotti diversi vini. Tra questi il vino rosso ricavato dalle uve del Sangiovese, con la sua nota fruttuosa, che viene degustato in occasione della nostra festa del lago.

 

 

Im Anschluss geht es weiter nach Barberino Val d’Elsa zur Fattoria Pasolini dall’Onda Borghese, die sich gleich neben dem südlichen Stadttor, der Porta Senese, befindet. Massimo Castagnozzi führt unsere Gruppe hinein in die kühlen, unterirdischen Gewölbe direkt unter den Gassen Barberinos. Dort befinden sich die Weinkeller mit riesigen Holzfässern und ein kleines, dafür aber umso beeindruckenderes Gewölbe, in dem viele jahrzehntealte Weinflaschen lagern. Die Weinproduktion der Fattoria Pasolini dall’Onda geht nachweislich zurück bis ins Jahr 1573. Durch die Heirat zwischen dem Conte Guido Pasolini dall’Onda und Caterina dei Principi Borghese vergrößerten sich die Ländereien auf etwa 270 Hektar, von denen über 40 Hektar für den Anbau der Weinreben zur Verfügung stehen. Neben der Weinproduktion hat sich die Fattoria Pasolini dall’Onda auch einen Namen mit ihrem Olivenöl extra vergine gemacht. Im Anschluss an die Kellerführung dürfen wir sowohl den Wein als auch das Olivenöl verkosten. Es macht Spaß, Massimo dabei zuzusehen, wie er den Wein im Glas zunächst ausführlich beschreibt, ihn dann leicht schwenkt, mit geschlossenen Augen daran riecht und schließlich einen Schluck davon nimmt. Tun Sie es ihm gleich, wenn Sie am Seefest den Weißwein der Fattoria Pasolini dall’Onda trinken.

Il viaggio continua verso Barberino Val d’Elsa. La nostra seconda meta è la Fattoria Pasolini dall’Onda Borghese che si trova proprio accanto alla porta Senese, nel sud della città. È Massimo Castagnozzi a guidare il nostro gruppo nei freschi sotterranei dei vicoli di Barberino. Lì si trovano le cantine con le loro botti di legno giganti ed un piccolo sotterraneo, molto suggestivo, in cui sono stoccate delle bottiglie di vino decennali. La produzione di vino della fattoria Pasolini dall’Onda risale al 1573. A seguito del matrimonio tra il Conte Guido Pasolini dall’Onda e Caterina dei Principi Borghese, la proprietà ha raggiunto un’estensione di 270 ettari di cui più di 40 ettari destinati alla coltivazione delle viti. Oltre al vino, la fattoria Pasolini è nota per il suo delizioso olio extra vergine d’oliva. Dopo la visita dei sotterranei, ci vengono offerti sia del vino che dell’olio d’oliva. È un piacere guardare Massimo descrivere nei dettagli il vino nel bicchiere, facendolo saltare leggermente, fiutandone l’odore ad occhi chiusi ed infine assaggiandone un sorso. Vi consiglio di fare lo stesso quando bevete il vino bianco della fattoria Pasolini dall’Onda alla festa del lago di Schliersee.

 

 

Gemeinsam mit der Vorstandschaft des Partnervereins „Barberino and friends“ lassen wir den Tag bei einem typisch toskanischen Abendessen ausklingen. Wir treffen uns in der urigen Osteria La sosta del Papa, die ihren Namen Papst Pius VII zu verdanken hat, der dort am 2. Juni 1815 für ein „dringendes Bedürfnis“ Halt gemacht haben soll. Die Barberinesen nehmen mich gleich herzlich in ihrer Mitte auf, und so verbringen wir einen wundervollen Abend mit netten Gesprächen, genießen landestypische Antipasti, Pasta mit Wildschweinragout, Grillspezialitäten und trinken einige Gläschen Chianti. Zum Dessert gibt es köstliche cantuccini, ein typisch toskanisches Mandelgebäck, zu denen ganz klassisch Vin Santo gereicht wird. Erst gegen Mitternacht, nach einem sehr interessanten Tag voller wunderbarer Erfahrungen und geprägt von der typischen Herzlichkeit der Italiener, falle ich müde, aber glücklich ins Bett.

Insieme al comitato dell’associazione “Barberino and friends” chiudiamo la giornata con una tipica cena toscana. Ci incontriamo all’Osteria La sosta del papa che ha preso il suo nome da Papa Pio VII il quale, secondo la leggenda, si sarebbe fermato lì per un “bisogno pressante” il 2 giugno 1815. I barberinesi mi accolgono con un caloroso benvenuto e così trascorriamo una serata meravigliosa conversando, gustando antipasti tipici, pasta al ragù di cinghiale, specialità alla griglia e bevendo qualche bicchiere di delizioso Chianti. E non può di certo mancare il Vin Santo ad accompagnare il nostro dessert, i tipici e squisiti cantuccini. Solo verso mezzanotte, dopo una giornata molto interessante e piena di splendide esperienze vado a letto – stanca ma felice e ripagata dalla cordialità degli italiani.

 

 

Schade, dass für den nächsten Tag bereits die Rückreise ansteht – aber eines ist sicher: Ich komme sehr gerne wieder und kann es jedem ans Herz legen, unsere wunderbare Partnerstadt Barberino Val d‘Elsa zu besuchen. Allen, die nicht so lange auf das Toskana-Feeling warten wollen, empfehle ich einen Besuch am Stand des Barberino-Vereins auf dem Seefest. Dort können Sie Ihren Gaumen mit Rot- und Weißwein, Grappa, Espresso und porchetta, der italienischen Version des Schweinerollbratens, verwöhnen. Der Erlös kommt den Partnerschaftsaktivitäten des Vereins zugute. Bis bald auf dem Seefest! Die Mitglieder des Barberino-Vereins freuen sich auf Sie …

Peccato dover rientrare il giorno successivo – ma una cosa è certa… tornerò molto volentieri a Barberino e raccomando vivamente a tutti una visita in questa stupenda località. E per quelli non possono aspettare il “Toscana-Feeling” così a lungo, consiglio una visita alla bancarella della “Barberino-Verein”, alla festa del lago di Schliersee. Lì potrete rinfrancare il palato assaporando il vino rosso e bianco, la grappa, il caffè espresso e la porchetta. Il ricavato va all’associazione per rendere possibili le sue iniziative anche in futuro. A presto – i membri della “Barberino-Verein” vi aspettano alla festa del lago…

 

 

https://barberino-verein.de/

https://www.facebook.com/barberinoandfriends/

http://www.barberinovaldelsa.net/

http://www.villaspoiano.com/de/

http://www.pasolinidallonda.com/barberinovaldelsa/

http://www.osterialasostadipiovii.it/

 

 

Kathrin Zott Kathrin Zott

Aufgewachsen und noch immer wohnhaft in Neuhaus am Schliersee, zweifache Mama, studierte Germanistin und Musikpädagogin, freiberufliche Lektorin und Korrektorin – mit anderen Worten: heimatverbundene, musikbegeisterte, kreative, tierliebe und vor allem komplett italienverrückte Leseratte.

 

 

 

Markus Wasmeier Freilichtmuseum – Saisoneröffnung am 24.03.2018

Unter dem Motto „Raus aus dem Alltag – rein in das Landleben, wie es einst war“ öffnet das Markus Wasmeier Freilichtmuseum wieder sein Tor zum altbayrischen Dorf. Hier können Sie erleben, wie das Leben in einem Bergdorf vor 300 Jahren ausgesehen hat. Die Besucher werden auf ihrer Zeitreise an einen besonders idyllischen Ort entführt. Doch Vorsicht, die Schönheit der Landschaft und die urigen Gemäuer erwecken ein trügerisches Bild. Das Leben der Bäuerinnen und Bauern war alles andere als einfach. Es war geprägt von harter Arbeit und Entbehrungen, aber auch von Zusammenhalt, Familiensinn und Traditionen. All dies wird Ihnen hier nahegebracht. Für die Kinder ist das Freilichtmuseum ein wahres Paradies: Hügel zum Erklimmen und Runterrollen, Kegeln auf einer Holzkegelbahn wie anno dazumal, auf Stelzen laufen, im Brunnen angeln und vieles mehr. Gänse, Enten, Hühner, Schafe, Kühe, Schweine und Bergziegen bevölkern die Wiesen und Weiden.

 

Wenn Sie ein besonderes Event erleben wollen, dann nutzen Sie den Veranstaltungskalender und planen Sie entsprechend Ihren Besuch im altbayrischen Dorf. Es finden zahlreiche spannende Veranstaltungen, wie z. B. das altbayrische Schafkopfturnier, das Maibaumfest mit selbst gebrautem Maibock, das Seifenkisten-Gaudi-Rennen am Vatertag, ein frühmittelalterliches Heerlager, der Edelweißschnitzerwettbewerb, die Highlandgames, der Rosstag und vieles mehr statt. Sogar die Kelten kommen dieses Jahr mit den Salzsiedern zu Besuch. An vielen Tagen können Sie den Handwerkern über die Schulter schauen und sich immer bei den Bäuerinnen und Bauern, die das Dorf beleben, vom Landleben, wie es einst war, erzählen lassen.

Im Laufe des Jahres wird die Winterstube aus dem 19. Jahrhundert eröffnet. Sie stammt aus dem Karwendel-Gebiet und wurde früher von Holz-/Waldarbeitern genutzt. Momentan befindet sie sich noch im Aufbau. Das Projekt heißt „Wege des Holzes“.

Selbstverständlich gibt es auch Museums- und Kräuterführungen. Bitte informieren Sie sich hierfür im Vorhinein im Veranstaltungskalender. Für Kinder werden in den Ferien besondere Kinderspiele aus der guten alten Zeit angeboten.

Nutzen Sie ggf. die angebotenen Kombi-Tickets: www.tages-erlebnisticket.de. Tageserlebnis-Tickets gibt es in Kooperation mit Slyrs, Schliersbergalm und Wendelsteinbahnen. Hier können Sie einiges sparen und gleichzeitig einen tollen Erlebnistag in vollen Zügen genießen.

 

 

Sie sind herzlich willkommen. Das altbayrische Dorf erwartet Sie …

 

 

 

Markus Wasmeier Freilichtmuseum
Brunnbichl 5
83727 Schliersee/Neuhaus

Telefon:                     08026 92922 0

E-Mail:                       office@wasmeier.de

Öffnungszeiten:         Di.‒So. von 10:00‒17:00 Uhr

Mo. Ruhetag (außer an Brücken- und Feiertagen)

Saison 2018: 24. März bis zum 4. November

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Christls Trachtenstrickereien – echte Handarbeit aus dem boarischen Oberland

Die Christl ist eine Institution in den Höfen des Markus Wasmeier Freilichtmuseums. Bis Ende letzten Jahres hat sie dort im Brotverkauf gearbeitet und nebenher Trachtenstrümpfe und Kinderwesten gestrickt. Das altbayerische Dorf ist ein belebtes Dorf, sodass die Besucher dort verschiedene Handwerke sowie das Landleben, wie es einst war, kennenlernen können. Christl hatte im Museum ein breites Publikum, das ihre Strickkunst bewunderte. Selbstverständlich strickt sie auch heute noch und bietet ihre Kinderstrickwesten und Trachtenstrümpfe für Männer, wie in den Jahren zuvor auch, weiterhin auf den verschiedenen Märkten sowie natürlich auf dem Weihnachtsmarktl im Freilichtmuseum an.

Das Handarbeiten hat die Christl in ihrer Schulzeit in Birkenstein von den Schwestern gelernt und ihre Mama hat ihr dann den Musterstrick für Trachten beigebracht.

Zur kurzen Lederhosn gehören übrigens Trachtenstrümpfe mit Umschlag und für Bundhosen gibtʼs extra Bundhosenstrümpfe, die bis unter den Bund der Bundhose gesteckt gehören. Auf Trachtenstrümpfe für Männer hat sich Christl spezialisiert, weil ihr Mann Musikant war und viele seiner Musikerkollegen Strümpfe von ihr „ergattern“ wollten, die nicht so teuer waren wie im Geschäft. Selbst für einzelne Mitarbeiter des „Spaten–Bräu“ in München hat Christl Strümpfe gestrickt.

Im Oberland trägt man übrigens i. d. R. graue Umschlagstrümpfe, weil hier auch die Joppen traditionell grau sind.

Auf die Frage, wie viel Zeit Christl für das Stricken von einem Paar Strümpfen benötigt, klärt sie mich darüber auf, dass das natürlich vom Muster und der Größe abhängt. Im Durchschnitt benötigt sie bei drei Stunden Stricken am Tag etwa 14 Tage bis drei Wochen. Der Preis hängt von der Fußgröße ab. Im Schnitt kostet ein Paar Trachtenstrümpfe mit Umschlag 125,- Euro. Die Westen für die Buben und Mädels gibtʼs ab null bis etwa zehn Jahren. Sie kosten zwischen 15,- und 45,- Euro. Christl verwendet dafür Schafwolle, Schurwolle und gemischte Wolle.

Selbst Tusnelda, mein Schaf, war begeistert von der Strickweste und wollte sie gar nicht mehr hergeben 😉 … Aber die Weste ist bereits reserviert für ein kleines Mädl, das nächste Woche das Licht der Welt erblicken wird.

Ein Tipp von Christl: Waschen Sie nicht jedes Mal den Strumpf im Ganzen, tauchen Sie den Teil mit dem Muster relativ selten in die Seifenlauge. Waschen Sie stattdessen nur den Fuß. So haben Sie länger Freude an den gestrickten Kunstwerken.

Sie können gern persönlich Kontakt zu Christl Sterr aufnehmen, indem Sie sie auf den Märkten (siehe Veranstaltungskalender) im Markus Wasmeier Freilichtmuseum besuchen oder sich an ulrike.mccarthy@schliersee.de wenden. Der nächste historische Handwerkermarkt findet übrigens am 14. und 15. Oktober 2017 im Markus Wasmeier Freilichtmuseum statt.

 

 

Markus Wasmeier Freilichtmuseum
Brunnbichl 5
83727 Schliersee-Neuhaus

Öffnungszeiten: Dienstag–Sonntag 10:00–17:00 Uhr

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

„Brückentage“ im Markus Wasmeier Freilichtmuseum – Landleben, wie es einst war …

Am Montag, den 02.10.2017, ist es so weit: Das Markus Wasmeier Freilichtmuseum öffnet erstmalig zum Brückentag!

Und damit möglichst viele Besucher das altbayerische Dorf erleben können, wird das Museum auch am zweiten Brückentag im Oktober, am Montag, den 30.10.2017, geöffnet.

An beiden Tagen erwartet Inhaber der Schlierseer Gästekarte mit etwas Glück eine Museumsführung von ca. 60 Minuten. Frei nach dem Motto „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ erhalten die ersten 25 Gäste sowohl am Vormittag als auch am Nachmittag die Führung kostenlos.

Mein Tipp: Gönnen Sie sich ein frühes, aber gutes Frühstück. Nehmen Sie Ihre Schlierseer Gästekarte mit (!) und kommen Sie rechtzeitig ab 10:00 Uhr ins Markus Wasmeier Freilichtmuseum.

Es gibt zwei Führungszeiten: 10:00 Uhr + 14:30 Uhr. Die maximale Belegung der Führung sind 25 Gäste – die jeweils ersten 25 Gäste kommen also in den Genuss einer kostenlosen Führung.

Ferner besteht eine Eintrittsreduzierung mit der Schlierseer Gästekarte und der Tegernsee Card.

Weiterhin gibt es natürlich köstliche bayerische Schmankerln im Wirtshaus „Zum Wofen“.

Sie können dem einen oder anderen Handwerker über die Schulter schauen und sehen, wie früher gearbeitet wurde und wie lebensnotwendige Dinge produziert wurden.

Ein ganz besonderes Erlebnis sind Bier- oder Schnapsverkostungen, Filzen, Buttern, Bedrucken von Kräutersackerln oder Taschen, Brotbackkurse und der Wuiderer-Vierkampf. Diese Erlebnisse sind für Gruppen gedacht und müssen rechtzeitig gebucht werden.

Das altbayerische Dorf ist von den sogenannten Hauserinnen und Bauern belebt, und auch diverse Tiere laufen frei herum und freuen sich über die Brösel, welche manchmal ungewollt von den Tischen im Biergarten fallen …

Es kann u. a. gekegelt und auf Stelzen gelaufen werden, sodass kleine und große Kinder ihre Freude haben.

 

 

Das Markus Wasmeier Freilichtmuseum ist an den zwei Brückentagen von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet.

 

 

Markus Wasmeier Freilichtmuseum
Brunnbichl 5
83727 Schliersee-Neuhaus

Telefon: 08026 92922 0

E-Mail: office@wasmeier.de
https://de-de.facebook.com/wasmeier/
http://www.wasmeier.de/

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Saisonstart im Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee

Am 01.04.2017 ist es wieder so weit: Das Markus Wasmeier Freilichtmuseum öffnet seine Pforten!

Heutzutage spricht man überall von Achtsamkeit und Entschleunigung. Im Zeitalter von Handys, Pokemon und Co. ist es ein ganz ungewohntes Gefühl, in eine Welt wie vor mehreren Jahrhunderten einzutreten. Kaum lasse ich den Kassenbereich hinter mir, öffnet sich mir die Pforte zu einem Landleben, wie es vor ca. 300 Jahren einmal war. Damals war nicht alles besser, beileibe nicht, viele der alltäglichen Verrichtungen waren mit großen Mühen verbunden. Der Bauer mähte die Wiesen mit der Sense, das Heu wurde von Hand mit dem Rechen zusammengetragen und gewendet oder auf Heumanderln zum Trockenen aufgehängt. Die geschorene Wolle wurde gesäubert, gewaschen, kardiert und am Schluss zu Garn gesponnen, mit welchem die Leiberln gestrickt werden konnten. Das war eine Aufgabe der Frauen und Kinder. Man konnte nicht einfach in den nächsten Supermarkt gehen und sich, worauf man auch immer man gerade Appetit hat, kaufen. Es gab nur das, was angebaut wurde, und das Fleisch der Tiere, welche sich der Bauer hielt. Die Männer arbeiteten hart auf dem Feld und im Holz, während die Frauen sich um den Haushalt und Gemüsegarten kümmerten und viel Zeit in der Rauchkuchl verbrachten, da sie das offene Feuer, auf dem in großen Kesseln gekocht wurde, nicht ausgehen lassen durften. All dies und noch viel mehr kann im altbayerischen Dorf entdeckt werden.

In der historischen Schöpfbrauerei wird unter der Aufsicht von Olaf Bier wie vor 500 Jahren gebraut. Wenn Sie einen der Bierbraukurse besuchen, können Sie sich selbst zum „Braugehilfen“ ausbilden lassen. Es ist anstrengend, aber es macht in der Gruppe einen Riesenspaß, und am Schluss dürfen Sie Ihrem Bier einen Namen geben.

Außerdem kann man den Hofbetreuern bei den täglich anfallenden Arbeiten zusehen, wie z. B. dem Schüren von Feuer, Filzen, Buttern, Ausmisten des Stalls. Ja, natürlich gibt es auch einen Stall für die Enten, Gänse, Hühner und Schafe, welche frei zwischen den Häusern oder auf den umliegenden Wiesen herumlaufen. Je nach Jahreszeit gibt es auch Kühe und Bergziegen und nicht zu vergessen die Bienen in einem wunderschön von Günther Wasmeier angemalten Bienenhaus.

Alte Handwerksberufe wie das Schreinerhandwerk, das Schnapsbrennen, die Schusterei, das Schindelmachen oder das Weben werden gezeigt. Bitte schauen Sie hierzu im Veranstaltungsprogramm nach, an welchen Tagen es welche Veranstaltungen gibt.

 

Ein paar der vielen Highlights möchte ich ganz besonders hervorheben:

Außerdem gibt es natürlich Museums- und Kräuterführungen sowie jeden 1. Sonntag im Monat das unvergleichliche Develey-Weißwurstfrühstück.

Um noch mal aufs Entschleunigen zurückzukommen: Nutzen Sie die Zeit und setzen sich auf eine der vielen behaglichen Bänke rund um die Höfe oder auf die Wiese und genießen einfach mal den Ausblick auf die Berge und die Ruhe ohne Verkehrslärm, Handy, Radio etc. Für mich ist die Zeit hier immer wie „Balsam für die Seele“.

Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee
Brunnbichl 5
D-83727 Schliersee/Neuhaus
Telefon: +49 (0) 8026 – 92922-0
Telefax: +49 (0) 8026 – 92922-29
E-Mail: office@wasmeier.de

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag
von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Montag Ruhetag (außer an Feiertagen)
1. April bis zum ersten Sonntag im November

Übrigens: Mit der neuen elektronischen Gästekarte haben sie im April und Mai 2017 freien Eintritt ins Markus Wasmeier Freilichtmuseum. 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Sensation! Eines der ältesten Blockhäuser Bayerns steht in Schliersee

Das am besten erhaltene Blockhaus Bayerns und auch die älteste bekannte Blockwand Bayerns stehen in Schliersee!

Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege informiert, dass das sogenannte Schredlhaus, in dem sich seit gut 100 Jahren das Schlierseer Heimatmuseum befindet, schon sehr lange als bauhistorisch besonderes Gebäude bekannt ist.

Aktuelle Untersuchungsergebnisse weisen nun eindeutig nach, dass das Schlierseer Heimatmuseum eines der ältesten Häuser am oberbayerischen Alpenrand ist.
Die Planungen seitens des Marktes Schliersee, das Museum durch einen Anbau zu erweitern, waren der Anlass, das denkmalgeschützte Haus näher zu untersuchen. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege führte dabei eine dendrochronologische Untersuchung durch. Die Dendrochronologie ist eine Untersuchungsmethode, die die Jahrringmuster im Holz untersucht. Sie ermöglicht eine aufs Jahr genaue Bestimmung des Fälldatums. Das Ergebnis zeigt, dass der gesamte erhaltene Wohnteil im 15. Jahrhundert entstanden ist.

Gegenwärtig ist kein anderes so gut erhaltenes Blockhaus aus dem ausgehenden Mittelalter in Bayern bekannt. Die Bedeutung dieses Denkmals mit seiner nahezu unverändert erhaltenen Rauchküche kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Das Anwesen besteht aus vier Gebäudeteilen:
• Dem als Wohnteil bestimmten Blockbau im Süden,
• einem weiteren Blockbau im Westen, von dem nur noch eine Wand erhalten ist,
• dem Bruchsteinbau im Norden sowie
• dem alles überdeckenden Dachwerk.

Verschiedene Proben, die aus den Blockbauwänden entnommen wurden, lassen den Nachweis zu, dass das hier verbaute Holz im Winter 1446/47 gefällt wurde. Bauholz wurde früher unmittelbar nach dem Fällen verbaut, weil eine lange Lagerung und die damit verbundene Austrocknung die Bearbeitung erschwert hätten. Es ist daher davon auszugehen, dass der Blockbau im Jahr 1447 erbaut wurde.

Untersuchungen am Steinbau legen nahe, dass dieser zwischen 1410 und 1447 entstanden sein muss. Doch die Bauforscher hoffen noch auf weitere spannende Erkenntnisse: Denn die Westwand des Wohnteils ist noch einmal gut 40 Jahre älter. Das hier verbaute Holz konnte in das Jahr 1406 datiert werden. Dieses Bauteil wäre damit die älteste bekannte sowie sicher datierte Blockwand in Bayern. Ob es sich hier um Reste eines weiteren Wohnhauses handelt, oder ob sich im Mittelalter hier ein Wirtschaftsteil anschloss, müssen künftige Untersuchungen zeigen. Ebenfalls ungeklärt ist noch die ursprüngliche Nutzung des aus Stein erbauten Gebäudeteils.

Die Dimension dieser Ergebnisse wird vor allem im Vergleich mit anderen historischen Ereignissen greifbar: Das „Schredlhaus“ stand schon, als der Buchdruck in Europa Einzug hielt, und es war schon fast 50 Jahre alt, als Kolumbus Amerika entdeckte. Mit seinem hohen Alter und seinem guten Erhaltungszustand erweist sich dieses Denkmal als einmaliges Zeugnis für die mittelalterliche Lebenswelt auf dem Lande.

Schliersee ist sehr stolz darauf, ein solches Heimatmuseum zu besitzen, und bedankt sich bei dieser Gelegenheit bei allen, die für den Erhalt mit beitragen, und wünscht den Gästen viel Freude beim Besuch dieser kulturhistorisch überaus wertvollen Einrichtung.

 

www.schliersee.de

Mathias Schrön Mathias Schrön

C. Mathias Schrön, Dipl.-Betriebswirt, Vater von 4 Kindern, geb. am 12.03.1966 in Tegernsee. Aufgewachsen in Neuhaus und Miesbach. Abitur am Gymnasium Miesbach. Abgeschlossenes Studium in BWL sowie in Politikwissenschaften in München. Während und nach dem Studium selbständige Tätigkeit hauptsächlich als Begleiter ausländischer Gäste der Bundesregierung im Auftrag der Bayerischen Staatskanzlei. Seit 15.03.2001 Kuramtsleiter beim Markt Schliersee. In der Freizeit engagierter Fußballtrainer im Jugend- und Seniorenbereich. Mitglied in diversen Vereinen. Freude am Reisen und Sport.