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Leonhardifahrt 2019 in Schliersee | Mit viel Stolz alte Tradition leben!

Mit Liebe und Stolz präsentierten sich die Schlierseer bei der gestrigen Leonhardifahrt von der Ortsmitte in Schlierseer zur Wallfahrtskirche St. Leonhard in Fischhausen. Auch das Herbstwetter zeigte sich von seiner schönsten Seite. Der warme Föhnwind wehte die bunten Blätter von den Bäumen, und auch die Sonne zeigte sich immer wieder. 54 Gespanne waren aus dem ganzen Landkreis gekommen, um sich den Segen für ihre Rösser abzuholen. Das Klappern der Hufe auf der Teerstraße, das Bimmeln der Glocken am Pferdegeschirr und auch die Blasmusik kündigte die Prozession schon von Weitem an. Hin und wieder kamen auch die Goaßlschnalzer zum Einsatz. Zahlreiche Besucher säumten den Weg und bewunderten die festlich gekleideten Trachtengruppen, Gebirgsschützen, Schalkfrauen, die geschmückten Truhen- und Motivwägen sowie die gestriegelten und herausgeputzten Rösser.

 

 

Nachgefragt: Was sind denn eigentlich Schalkfrauen?

https://magazin.schliersee.de/tag/schalkfrauen/

Rund eine Dreiviertelstunde dauerte die Fahrt entlang des Sees bis nach Fischhausen. Gleich bei der Ankunft an der Kirche St. Leonhard segneten Pfarrer Hans Sinseder und Diakon Alois Winderl die Pferde. Im Anschluss wurde auf der Wiese hinter der Kirche ein feierlicher Gottesdienst abgehalten. Zum Abschluss zog die Prozession noch mal um die Wallfahrtskirche, die Pferde wurden erneut gesegnet, und der Zug teilte sich dann, je nach Heimatort, in Richtung Bayrischzell und Fischbachau oder Schliersee. Im Schlierseer Bauerntheater trafen sich dann viele der Trachtengruppen, um gemeinsam den Tag ausklingen zu lassen. Es wurde gelacht, gefeiert und getanzt – für den richtigen Takt, sorgte die Schlierseer Blasmusik.

 

 

Vielen lieben Dank an alle Mitwirkenden, dass ihr dieses Erbe „Leonhardi“ seit Generationen bewahrt und weiterleben lasst. Es war ein schöner Tag für uns alle. Für alle Einheimischen, „Zugroasten“, Urlauber, Tagestouristen und auch für mich als „rasende Reporterin“ vom Schliersee Magazin.

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Leonhardi – eines der schönsten Feste des Jahres in Schliersee

„Leonhardi ist eines der schönsten Feste des Jahres hier in Schliersee“, sagt Leonhard Markhauser. Eigentlich kein Wunder bei dem Vornamen: „Leonhard“. Tatsächlich ist Hartl mit Leonhardi aufgewachsen, und er war immer schon, auch als Kind, mit dabei. In seiner Familie lebt diese Tradition seit vielen, vielen Generationen. Die Pflege des Brauchtums ist auch Hartl sehr wichtig, und die Traditionen an seine Kinder weiterzugeben steht für ihn im Vordergrund. Natürlich sind seine Kinder genauso beim Leonhardi-Ritt dabei, wie auch sein Vater.

 

 

Heute hat Hartl den Pferden probeweise das Geschirr angelegt. „Die Pferde müssen sich an das Geschirr und auch an das Bimmeln der Glocken gewöhnen“, sagt er. Das Pferdegeschirr stammt aus dem Jahre 1895, dazu besitzt Hartl noch die Urkunde und den Kaufvertrag. Damals hatten seine Vorfahren einen guten Ochsen nach Ungarn verkaufen können, und von diesem Geld haben sie sich dann ein Leonhardi-Festtagsgeschirr geleistet. Das war schon damals etwas ganz Besonderes. Normalerweise haben die Bauern für Leonhardi ihre gebrauchten Alltags-Pferdegeschirre geputzt und hergerichtet. Das Festtagsgeschirr der Familie Markhauser ist eine echte Rarität.

Grundsätzlich wurden die Geschirre aus Leder hergestellt, um es den Pferden so angenehm wie möglich zu machen. Bbeim Festtagsgeschirr findet man neben viel Messing, auch Symbole.

 

Das rote Schweißtuch „Wenn das Pferd geschwitzt hat, wurde es abgerieben, damit es sich nicht erkältete.“

Der Dachs „Das Dachsfell war ein Symbol für gewonnenes Dachsfett, für die Lederpflege und zum Hufe einschmieren.“

Der Pferdekamm „Der Messingkamm wurde zum Frisieren benutzt.“

 

Die drei Symbole gehören unbedingt zu einem Festtagsgeschirr. Das Geschirr setzt sich aus Spitzkummet und Strängen zusammen. Das Kummet muss dem Pferd richtig passen. Es ist gepolstert und darf nirgends drücken oder scheuern. Es verteilt die Zugkraft sinnvoll auf Brustkorb, Schultern und Widerrist (das ist der erhöhte Übergang vom Hals zum Rücken). Dadurch wird die volle Zugkraft des Pferdes nutzbar. Das Hintergeschirr ist heute eigentlich nicht mehr üblich, da die Fahrwege besser sind und die Wägen gute Bremsen haben. Früher, wenn es leicht bergab ging, hat man das Pferd mit den Zügeln zurückgenommen, und das Pferd hat den Wagen praktisch mit dem Hinterteil gebremst. Wenn ihr bei uns am Sonntag zur Leonhardi-Fahrt geht, schaut euch doch die verschiedenen Geschirre einmal an und vergleicht.

Leonhardi ist eine Leidenschaft für Hartl. Ihr findet ihn nicht nur bei der Schlierseer Leonhardifahrt. Er ist auch über die Landkreisgrenzen hinweg unterwegs. Aber am schönsten ist es für ihn natürlich in seiner Heimat Schliersee.

 

 

Nachgefragt: Kann jede Gemeinde eine Leonhardi-Fahrt ausrichten? Nein, eine Gemeinde muss eine Leonhardi-Kirche oder Leonhardi-Kapelle besitzen, um einen Leonhardi-Ritt zu veranstalten.

Leonhardi-Ritt Schliersee am 03. November 2019 ab 9:00 Uhr mit Start am Schlierseer Bahnhof

Bundesstraße B307 im Bereich Schliersee von 8:00 – 13:00 Uhr gesperrt

 

Der Anderlbauer am See

Familie Markhauser

Fischhauser Straße 5

83727 Schliersee

https://www.anderlbauer-am-see.de/

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Musikalische Grüße aus Schliersee

Ein musikalischer Gruß aus dem bayerischen Paradies – was will man mehr.

Jedes Jahr im Frühjahr, beim Jahreskonzert der Schlierseer Blasmusik, dürfen wir ein musikalisches Erlebnis vom Feinsten genießen. Ja, es hat sich wieder mal gelohnt, dabei zu sein.

Nachdem die Blasmusik aus Schliersee letztes Jahr das 25-jährige Jubiläum gefeiert hat, geht es im Jahr 2019 weiter mit vielen musikalischen Höhepunkten. Wir freuen uns sehr, solche Musiker bei uns zu haben. Sie spielen mit ganzem Herzen und begeistern das Publikum immer wieder auf´s Neue.

 

 

Termine: Hier könnt ihr sie erleben

Jahresprogramm 2019

01. Mai Mittwoch Frühschoppen Ratskeller Zwölf Mann-Besetzung 10:00 -15:00 Uhr
19. Mai Sonntag Gulder Rainer 70. Geb. / Standerl
24. Mai Freitag Igl Lisi 80. Geb. / Standerl
07. Juni Freitag Pfingstfest Eisclub ab 18:30 Uhr, Kurze ohne Hut
16. Juni Sonntag Fronleichnam Neuhaus 10:15 – 12:00
20. Juni Donnerstag Fronleichnam Schliersee 8:45 – 12:00
22. Juni Samstag Kirche Waxensteiner 18:00 Uhr
23. Juni Sonntag Fronleichnam Neuhaus 10:15 – 12:00 Uhr
23. Juni Sonntag Haag Hans 70. Geb. / Standerl
29. Juni Samstag Straßenfest Schliersee BdS ab 16:00 Uhr
30. Juni Sonntag Ersatztermin Straßenfest Schliersee
04. Juli Donnerstag Standkonzert Spitzingsee 19:00 Uhr
07. Juli Sonntag Trachtenjahrtag 9:00 -15:00 Uhr
12. Juli Freitag Grillfest Altersheim ab 15:00 Uhr
14. Juli Sonntag Heimatabend 19:30 – 21:30 Uhr
20. Juli Samstag Jubiläum Schützen ab 19:00 Uhr
21. Juli Sonntag Habererfest Miesbach 18:00 – 23:00 Uhr
22. Juli Montag Dietmannsberger Christian 80. Geb. / Standerl
27. Juli Samstag Seefest Heimatabend 19.30 bis 22.00 Uhr
28. Juli Sonntag Gaufest Waakirchen ab 9:00 Uhr
03. August Samstag Brunnenfest
08. August Donnerstag Heimatabend
11. August Sonntag Standkonzert Neuhaus 11:00 Uhr
15. August Donnerstag Waldfest Skiclub, Kurze mit Hut ab 17:00 Uhr
02. September Montag Lobinger Heinz 70. Geb. / Standerl
14. September Samstag Jubiläum Bergwacht ab 19:00 Uhr, Kleine Besetzung (13)
15. September Sonntag Kurkonzert Vitalwelt 11:00 Uhr
21. September Samstag Geburtstag Oechnser im Bauerntheater ab 19:00 Uhr, Quartett
22. September Sonntag Alte Wiesn München
01. November Freitag Allerheiligen, Lange mit Hut
03. November Sonntag Leonhardifahrt, Bundhose mit Hut
10. November Sonntag Weismann Lisi 70. Geb.
17. November Sonntag Volkstrauertag, 10:30 Uhr, Lange mit Hut
23. November Samstag Jahresgottesdienst und Essen

 

 

Siehe auch: http://www.schlierseer-blasmusik.de

 

 

 

Angelika Prem Angelika Prem

Naturverliebte Schlierseerin, Kräuterpädagogin, Referentin und Seminarleiterin, Senior-Hennererwirtin, BBV Ortsbäuerin, liebt gutes regionales hausgemachtes Essen und entspannt beim Kuchen backen

 

 

 

Veranstaltungsvorschau 2019 – ausgewählte Höhepunkte über das Jahr verteilt

Der Markt Schliersee und seine rührigen Vereine blicken auf eine lange Tradition mit verschiedenen Festen, Sportveranstaltungen, Konzerten, Theateraufführungen, kirchlichen Festtagen, Märkten und, und, und.

Die Veranstalter freuen sich über viele Besucher aus Nah und Fern. Gäste und Einheimische sind herzlich willkommen, mitzufeiern und zu erleben, wie lebendig und abwechslungsreich Schliersee ist.

3. und 04. März (Faschingssonntag und Rosenmontag) Wir feiern Fasching!

Am 03.03. findet ab 11:00 Uhr der traditionelle Firstalmfasching auf der Unteren First statt. Entgegen allen anders lautenden Gerüchten ist die Hochburg des Karnevals keinesfalls im Rheinland, sondern hier in den Oberbayerischen Bergen im Skigebiet Spitzingsee.

Und am Rosenmontag, 04.03., findet im Kurpark am Pavillon ein buntes Faschingstreiben, eine Benefizveranstaltung zugunsten vom Sportheim des TSV Schliersee, statt: Ab 14:00 Uhr gibt es Faschingsgaudi pur ‒ mit Musik und guter Laune, Essen und Trinken. Barbetrieb! Das Motto der Faschingsfeiernden lautet: TIERPARK.

 

21. April (Ostersonntag) und PREMIERE Bauerntheater

Derzeit wird gerade im Bauerntheater Schliersee die Saison 2019 vorbereitet. Am Ostersonntag, 21. April, wird die Theatersaison mit dem Stück „2 Bauern im ¾ Takt unter der Regie von Girgl Floßmann eröffnet. Kartenvorverkauf für alle Vorstellungen vom Bauerntheater Schliersee in 2019 voraussichtlich ab Mitte Februar bei der Gäste-Information Schliersee oder unter muenchenticket.de. Weitere Informationen finden Sie zu gegebener Zeit unter https://www.schlierseer-bauerntheater.de/.

 

18. Mai (Samstag) Sixtus Lauf und Walk Laufen kann jeder!

Der Sixtus Lauf Schliersee geht in die nächste Runde! Die achte Auflage des beliebten Breitensport-Events findet am Samstag, 18. Mai 2019, statt. Drei Strecken stehen den Erwachsenen zur Wahl:

Die Halbmarathon-Distanz (21.1 km) führt von der vitalwelt schliersee auf der gesperrten Bundesstraße von Schliersee nach Neuhaus, durch das Markus Wasmeier Freilicht Museum und weiter in die ,Auracher Fuizn‘. Von Aurach aus geht es zurück durch Neuhaus, Fischhausen, am Westufer des Schliersees entlang Richtung Hausham und von dort zurück ins Ziel an der vitalwelt schliersee.

Der 10 km Lauf & Walk führt ebenfalls durch das Markus Wasmeier Freilicht Museum, weiter durch Fischhausen und am Westufer des Schliersees entlang zurück ins Ziel an der vitalwelt schliersee.

Der 7.5 km Lauf & Walk führt einmal rund um den Schliersee. Auch hier liegen Start und Ziel an der vitalwelt schliersee.

Zusätzlich finden noch Zwergerl-, Kinder- und Jugendläufe mit einer Länge von 500 m, 1.000 m und 2.000 m direkt an der vitalwelt schliersee statt.

https://www.schliersee-lauf.de/

 

29. Juni (Samstag) Schlierseer Straßenfest in der Lautererstraße

Nach einigen Jahren Pause findet heuer an diesem Tag ab 14:00 Uhr wieder ein bunter, abwechslungsreicher Nachmittag mit vielen Verkaufsständen, Livemusik, Kinderland und Genussmeile im Herzen Schliersees statt. Das beliebte Straßenfest geht bis spät in den Abend ‒ so lässt sich der Sommer in Schliersee genießen!

 

26. bis 28. Juli (Freitag bis Sonntag) Schlierseer Seefest, Kurpark und Seefestwiese

Ganze drei Tage dauert das große Schlierseer Seefest. Es findet fast immer am letzten Wochenende im Juli statt. Dieses Fest sollten Sie auf keinen Fall verpassen! Schuhplatteln, Goaßlschnalzen, Trachten und das traditionelle Fischerstechen gehören zu den Highlights des Schlierseer Seefestes. Krönung der Feierlichkeiten ist das große, musiksynchronisierte Brillant-Feuerwerk; dieses beginnt samstags um 22:00 Uhr und zieht viele Seefestbesucher jedes Jahr aufs Neue in seinen Bann (Ausweichtermin für das Feuerwerk ist der Sonntag).

 

4. August (Sonntag) Alt-Schlierseer Kirchtag

Der Alt-Schlierseer Kirchtag ist ein ganz besonderes Fest, das jedes Jahr Anfang August gefeiert wird. Fast wäre die jahrhundertealte Tradition, die am Kirchtag der Pfarrkirche St. Sixtus in Schliersee veranstaltet wurde, verloren gegangen. Doch seit vielen Jahren lassen die Mitglieder der Alt-Schlierseer Trachtengruppe diesen Brauch wieder aufleben. Um 10:00 Uhr werden die Plätten, die die prachtvoll angezogenen Trachtler von Fischhausen über den See nach Schliersee rudern, im Kurpark bei Blasmusik erwartet. Gegen 10:30 Uhr beginnt der Festzug zur Pfarrkirche St. Sixtus. Hier findet um 11:00 Uhr der Patroziniumsgottesdienst statt. Die anschließende Prozession geht über Lautererstraße, Bahnhofstraße und zum Bauerntheater am Terofalplatz. Hier beginnt dann das Kirchweihfest mit bayerischer Tanzmusik, das bis in den späten Nachmittag gefeiert wird.

 

03.–27. Oktober                   

12. Kulturherbst Schliersee, verschiedene Veranstaltungsorte

 

Auszug aus dem Grußwort zum 10. Kulturherbst: „Als die Idee geboren wurde, hätten wir nicht geglaubt, eines Tages den zehnten Geburtstag unseres Festivals feiern zu können. Und wenn wir zurückblicken, erleben wir die ungebrochene Freude an der Vielfalt des Programms, der Attraktivität unserer Spielstätten und das wachsende Netzwerk aus Künstlern und Freunden, die das Festival prägen und fördern. Und schließlich freut uns die steigende Zahl an Besuchern, die das Kulturschaffen in Schliersee interessiert begleiten.

So gilt es auch dieses Jahr, all diese bestimmenden Elemente weiter zu pflegen und wieder der bildenden Kunst, der Musik in vielen Facetten, dem Kabarett und der Rede, dem Theater und der Lesung Raum zu geben.“

http://www.kulturherbst-schliersee.de/

3. November (Sonntag) Leonhardifahrt Fischhausen

Jedes Jahr am ersten Sonntag im November findet eine der schönsten Pferdewallfahrten der Region statt – die Leonhardifahrt von Schliersee nach Fischhausen. Es handelt sich hierbei um einen der ältesten traditionellen christlichen Bräuche Bayerns. Hierfür reisen nicht nur Reiter und Gespanne aus der naheliegenden Umgebung mit ihren Pferden an, sondern auch Besucher aus dem Großraum München. Sie alle wollen am Feldgottesdienst an der Leonhardikirche teilnehmen. An diesem Tag werden die Pferde besonders herausgeputzt, die Gespanne geschmückt, und die Menschen sind in Festtagstracht gekleidet. Der Festzug zum Gedenken des Heiligen Leonhard, dem Beschützer des Viehs und der Patron von Ross und Reiter, startet um 9:00 Uhr. Die Strecke verläuft am See entlang bis zur Kirche St. Leonhard in Fischhausen. Im Anschluss an die Leonhardifahrt beginnt der Gottesdienst. Die spätherbstliche Wallfahrt endet mit der Segnung der Pferde, Fuhrleute und Reiter.

01. – 31. Dezember                

Schlierseer Weihnachtszauber, verschiedene Veranstaltungsorte

Auch 2019 lädt die Marktgemeinde Schliersee zum Schlierseer Weihnachtszauber herzlich ein. Genießen Sie unbeschwerte Stunden mit Freunden und der Familie auf einem der Schlierseer Weihnachtsmärkte an den vier Adventswochenenden. Auch nach den Weihnachtsfeiertagen freuen wir uns auf viele Besucher bei der Wintersonnwende auf der Seefestwiese am 30.12., beim traditionellen Silvesterblasen um 18:00 Uhr am Heimatmuseum und bei der Silvesterparty am Kurpavillon am 31.12. (jeweils freier Eintritt).

http://www.schlierseer-weihnachtszauber.de/

 

Sie finden alle unsere Veranstaltungen aktuell und informativ auf unserer Homepage: http://www.schliersee.de/winter/service-information/veranstaltungen/

 

 

Ursula Höllerl Ursula Höllerl

Mitarbeiterin in der Gäste-Information Schliersee, aufgewachsen in Neuhaus und Miesbach. Mein Motto: "Ein Tag am Berg ist wie eine Woche Urlaub – egal ob im Sommer zum Wandern oder im Winter beim Schneewandern, Skifahren und Rodeln."

 

 

 

Leonhardifahrt von Schliersee nach Fischhausen – Impressionen einer Wallfahrt mit Pferdeweihe

Seit dem 11. Jahrhundert wird der hl. Leonhard besonders in den Alpenländern verehrt. Hier gilt er als Helfer in der Not und Schutzpatron für das landwirtschaftliche Vieh und dabei insbesondere für die Pferde.

Die Leonhardifahrt ist eine traditionelle Veranstaltung, welche alljährlich im November zelebriert wird. Der Festzug besteht aus in liebevoller Kleinarbeit mit Almrausch, Erika, Daxen und vielen weiteren Almpflanzen geschmückten Tafelwagen, aufwändig bemalten Truhenwagen und Reitern, deren Rösser, vom Pony bis zum Kaltblüter, mit kunstvollen Bändern und Gebinden verziert sind. Die teilnehmenden Bäuerinnen, Bauern und Vereine feiern die Pferdeweihe im traditionellen Festtagsgewand.

Die Wallfahrt beginnt am Sonntag, 4. November 2018 um 9:00 Uhr in der Ortsmitte von Schliersee und verläuft am See entlang bis zum Wallfahrtskircherl St. Leonhard in Fischhausen. In diesem Jahr werden 56 Gespanne teilnehmen. Nach der ersten Umrundung der Wallfahrtskirche findet eine feierliche Feldmesse unter freiem Himmel statt. Währenddessen können die Zuschauer die Gefährte aus der Nähe bestaunen.

Für die teilnehmenden Frauen, Männer und Kinder ist der Festakt auch ein gemeinschaftliches Ereignis, auf dem man sich austauscht, das von den Frauen mitgebrachte, selbst gebackene Gebäck genießt und das eine oder andere Schnapserl miteinander trinkt. Auch mit in ihrer Tracht hübsch zurechtgemachten Mädels und flirtende junge Männer können beobachtet werden. Nach der Pferdeweihe und dem gemeinsamen Miteinander machen sich die Wagen und Reiter dann wieder auf ihren Weg nach Hause.

 

 

 

Die Bundesstraße 307 ist übrigens am Tag der Leonhardifahrt zwischen Schliersee und Neuhaus von 9:00 Uhr bis 13:00 Uhr gesperrt.

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Vom Schmücken des Tafelwagens für die Leonhardifahrt

Eine Woche vor der Leonhardifahrt zur Wallfahrtskirche St. Leonhard in Fischhausen schmücken die Schlierseer Schalkfrauen ihren Tafelwagen. Dem Verein der Schlierseer Schalkfrauen gehören zwanzig Frauen an, für welche die Teilnahme an der Leonhardifahrt eine langjährige Tradition ist. Der Schalk ist im Übrigen das Festtagsgewand verheirateter Frauen aus dem bayerischen Oberland. Er wird oft von Müttern an Töchter und Schwiegertöchter vererbt und damit innerhalb der Familie weitergegeben.

Der Tafelwagen stand früher in landwirtschaftlichem Gebrauch. Er gehört seit vielen Jahren den Schlierseer Schalkfrauen und hat seinen Standplatz das ganze Jahr über auf dem Anderl-Bauernhof in Fischhausen. Dort wird er von den Schalkfrauen alljährlich kunstvoll verziert.

Geschmückt werden zwei sogenannte Leitern, welche auf Holzböcken liegen. Des Weiteren gibt es ein Rückteil mit integrierter Türe sowie ein Vorderteil mit Kreuz. Schon Wochen bevor sich die Schalkfrauen treffen, gehen sie auf die Brecherspitz oder den Jägerkamp, um dort den benötigten Almrausch sowie Latschenzweige zu holen. Die Daxen (Fichtenzweige) steuern Sepp und Leonhard Markhauser bei. Die beiden fahren die Schalkfrauen übrigens seit 1974 jedes Jahr – zuerst der Vater und später der Sohn. Zum Schmücken des Wagens werden zusätzlich noch folgende Pflanzen genutzt: Ilex (Stechpalmenblätter), Spindelstrauch, Currykraut, Erika, Isländisch Moos, Judenstrick und Hagebutten. Die Frauen haben sich bereits um 10:00 Uhr auf dem Anderl-Bauernhof getroffen und werden die nächsten acht Stunden mit dem Schmücken beschäftigt sein. Zwischendurch sorgt Agnes mit einer deftigen Linsensuppe und Kaffee mit selbstgebackenem Kuchen für Stärkung.

Die Schalkfrauen sind ein eingeschworenes Team, das wird mir sehr schnell bewusst. Sie arbeiten Hand in Hand. Eine schneidet die schön gewachsenen Spitzen der Daxen ab, die anderen haben sich in kleineren Grüppchen um die Holzgestänge der Leitern und des Vorder- und Rückteils versammelt. Jede macht einen anderen Handgriff: einige reichen zu, andere schnipseln, wieder andere binden die Pflanzen mit Draht oder Schnur am Gestänge fest. Das Isländische Moos muss immer mit Wasser bespritzt und feucht gehalten werden, damit es aufquillt. Die Ilex-Blätter werden mit Reißzwecken befestigt… Dabei werden Witze und Anekdoten erzählt. Und angestoßen wird mit Prosecco.

Ein paar Tage vor der Leonhardifahrt werden die fertig geschmückten Leitern sowie das Vorder- und Rückteil auf der Hinterseite mit rotem Stoff bespannt und dann am Tafelwagen befestigt. Die Frauen besteigen den Wagen kurz vor der Fahrt mit Hilfe einer angelegten Leiter durch die kleine Türe an der Rückseite. Sie sitzen nebeneinander entlang der Seitenwände. Daher finden in diesen Wagen mehr Leute Platz als in einem bemalten Truhenwagen, in welchem die Personen in Fahrtrichtung sitzen. Jede der Schalkfrauen hat selbstgebackene Kekse dabei. Ein Schluck Prosecco hilft gegen die Novemberfrische und Schnaps wird an Freunde und Bekannte ausgeschenkt. So wird es seit jeher gehandhabt.

Wer sich den Schalkfrauen anschließen möchte, sollte traditionsbewusst und einem geselligen Beisammensein nicht abgeneigt sein. Auch der bayerischen Sprache sollte sie mächtig sein. Oft werden freie Plätze auf dem Tafelwagen innerhalb der Familien weitergegeben.

 

Schauen Sie sich den aufwändig geschmückten Wagen der Schalkfrauen genau an. Jeder einzelne Zweig wurde von den fleißigen Damen in die Hand genommen, gedreht und gewendet, um dann liebevoll festgesteckt zu werden. Und das zur Feier eines einzigen Tages: für die Leonhardifahrt von Schliersee am See entlang zum Leonhardikircherl in Fischhausen. Meine Hochachtung und ein großes Lob an die wundervollen Schlierseer Schalkfrauen und auch an alle anderen Teilnehmer des Festzuges.

 

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Göttlicher Segen für Ross und Reiter – die traditionelle Leonhardifahrt in Schliersee

Prachtvoll ist sie anzuschauen, die Leonhardifahrt am schönen Schliersee. Über 50 Pferdefuhrwerke und Reiter aus der Gemeinde sowie aus der näheren Umgebung nehmen jedes Jahr am ersten Sonntag im November an dem Festzug zu Ehren des Heiligen Leonhard teil. Er ist einer der meistverehrten Heiligen Bayerns und gilt unter anderem als Schutzpatron der Bauern, Fuhrleute und Pferde.

Um die Organisation dieser traditionsreichen Veranstaltung kümmert sich neben der Gemeinde Schliersee und dem katholischen Pfarramt der vor rund zehn Jahren gegründete Leonhardi-Verein. „Die Fahrt bedeutet jedes Jahr einen enormen logistischen Aufwand“, berichtet Vereinsvorsitzender Leonhard Markhauser. Die Aufgaben reichen über die Koordination der teilnehmenden Gespanne und Kutschen über die Ausweisung von ausreichend Parkflächen bis hin zur Regelung des Verkehrs zwischen Schliersee und Fischhausen.

Standarte, Geistlichkeit und „d’Musi“

Die Reihenfolge des Zuges aus Fuhrleuten und Reitern folgt jedes Jahr ein und demselben Muster: Ein Reiter trägt die Standarte aus dem Jahr 1780 und führt damit den Zug an. Danach folgt der Wagen mit der Geistlichkeit, denn schließlich muss der Pfarrer ja den Segen spenden und den Gottesdienst abhalten. Anschließend kommt die „Musi“, dahinter die Honoratioren wie Gemeinderat und etwaige Prominente. „Nach dem Gemeinderat dürfen sich in der Regel die auswärtigen Fuhrleute einreihen“, erzählt Leonhard Markhauser. „Wenn’s schon so a weite Anfahrt haben, dann derfan’s a vorn dabei sei“, fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu.

Zur Aufstellung sammeln sich die Teilnehmer am Bahnhof im Schlierseer Ortszentrum. Hier besteigen die Schalkfrauen, Trachtler und Gebirgsschützen ihre Wägen, dort wird noch letzte Hand an die aufwendig verzierten und geschmückten Gefährte angelegt, das eine oder andere Ross getätschelt und die Nerven der Beteiligten mit einem sogenannten Kittelschnaps beruhigt – ein Flachmann mit Hochprozentigem, den die Schalkfrauen in der Rocktasche tragen.

Von Schliersee nach Fischhausen

Gegen 09:00 Uhr setzt sich der Zug dann langsam in Bewegung. Die Strecke führt am Schliersee entlang bis zur Kirche St. Leonhard in Fischhausen. Nach der ersten Umrundung halten die Teilnehmer inne und feiern die traditionelle Feldmesse unter freiem Himmel. Im Anschluss wird die Kirche noch zweimal umrundet, und die Fuhrwerke werden gesegnet. Danach begeben sich die Gespanne auf den Weg zurück nach Schliersee. Die Rösser dürfen sich dann ausruhen, die Fuhrleut feiern.

Die Familie Markhauser vom Anderlbauern in Schliersee pflegt die Tradition der Leonhardi-Wallfahrten schon seit mehreren Generationen. „Seit 1945 fahren wir jedes Jahr mit“, erzählt Senior Josef. Die Wallfahrt findet übrigens bei jeder Witterung statt. „Nur oamoi is ausgfalln“, erinnert sich der Opa, „da sind über Nacht zwanzig Zentimeter Schnee gefallen.“

Der Herrgott scheint es wohl gut zu meinen mit den Schlierseer Fuhrleuten ‒ und der heilige Leonhard sowieso.

 

 

Die Leonhardifahrt in Schliersee findet in diesem Jahr am Sonntag, den 4. November, statt.

Mehr Infos unter www.schliersee.de

 

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

 

 

 

Schliersee – ein Teil von „Wald, Gebirg und Königstraum ‒ Mythos Bayern“

Und was ist der „Mythos Bayern“? Eine Landschaft, ihre Menschen und eine besondere Art zu leben; ein König und seine Schlösser, und schließlich seit 1918 der „Freistaat Bayern“, der dem Mythos die Volkskrone aufsetzt. Im Kloster Ettal findet noch bis 4. November 2018 die Bayerische Landesausstellung 2018 „Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern“ statt, und selbstverständlich ist auch Schliersee dort vertreten.

Als Leihgabe vom Schlierseer Heimatmuseum findet Ihr in der Ausstellung das Wirtshaus-Schild von der „Fischer Lisl – Ala Donna del Lago“. Die fesche Fischerstochter war wegen ihres Aussehens und ihres frechen Mundwerks im ganzen Land bekannt. Zwei Münchner Verehrer, Nepomuk Ott und Dietrich Montenhab, denen die Fischer Lisl den Kopf verdrehte, hatten ihr dieses Gemälde Anfang des 19. Jahrhundert geschenkt. „Das Regiment der Fischer Lisl war übrigens sehr patriarchalisch zu Wasser wie zu Lande […]“, hatte Karl Stieler 1875 gesagt. Jetzt hängt das Schild nicht mehr im Gasthof zur Post, sondern ist normalerweise im Schlierseer Heimatmuseum zu bewundern. Damals übernachtete sogar König Ludwig II in der Fischer Lisl – der Märchenkönig war vom 29. bis 31. Mai 1865 zu einer Schlierseer Hochzeit geladen. Außerdem findet Ihr in der Ausstellung in Ettal das Mieder von der Fischer Lisl um 1805, ebenfalls eine Leihgabe des Heimatmuseums in Schliersee.

Das Gemälde „Sankt Leonhardsfahrt in Fischhausen“ hängt normalerweise in der Nationalgalerie in Berlin. Peter von Heß hat es 1825 gemalt. „In Wallfahrt, Bittgang und Prozession verbinden sich Glaube, Tracht und die oberbayerische Landschaft zu malerischen Bildern.“

Immer wieder taucht Maximilian Schmidt, der „Waldschmidt“, in der Ausstellung auf. Dieser hatte im Jahr 1890 zur Förderung des bis dahin unbedeutenden Tourismus in Bayern den Bayerischen Fremdenverkehrsverband gegründet. Er war ein sehr wichtiger Wegbereiter des Tourismus in Bayern. Da er eine kurze Zeit in Neuhaus gelebt hat, wurde in Schliersee eine Straße nach ihm benannt.

Natürlich darf in einer Ausstellung, die sich Mythos Bayern nennt, auch der Wilderer „Jennerwein“ nicht fehlen. Das Grab Jennerweins befindet sich auf dem Westenhofener Friedhof der Kirche St. Martin in Schliersee. Ausgestellt ist eine Schützenscheibe, die den toten Wildschütz im Hochgebirge zeigt. Die Schützenscheibe, gemalt von Adolf Eberle, ist eine Leihgabe vom Jagd- und Fischereimuseum in München.

Schliersee taucht bei einem Rundgang durch die Ausstellung immer wieder auf. Das Schlierseer Bauerntheater wird erwähnt, oder man kann eine Porzellantasse mit einem Bild vom Schliersee finden. Geht doch mal selber auf Entdeckungsreise. Es ist eine kleine Ausstellung anlässlich des hundertjährigen Jubiläums des Freistaats Bayern, die viele Themen in der Entwicklung Bayerns nur anreißen kann, aber eins ist sicher: Wer Schliersee sucht, wird Schliersee finden.

 

 

Bayerische Landesausstellung 2018

„Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern“

Kloster Ettal

Kaiser-Ludwig-Platz 1, 82488 Ettal

  1. Mai bis 4. November 2018

Täglich von 9:00‒18:00 Uhr

Veranstalter: Haus der Bayerischen Geschichte, Kloster Ettal und Landkreis Garmisch-Partenkirchen in Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten und der Bayerischen Forstverwaltung

Eintrittspreis

Erwachsene 12,00 €

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Leonhardifahrt mit Leonhard Markhauser und den Schalkfrauen aus Schliersee

Ich durfte dabei sein, beim Schmücken und Aufzäumen der Pferde, der Fahrt von Schliersee zum St. Leonhards-Kirchlein in Fischhausen und der Pferdeweihe.

Der 6. November ist der Gedenktag des heiligen Leonhard, dem Schutzpatron des landwirtschaftlichen Viehs. Seit Jahrhunderten finden jedes Jahr Anfang November Leonhardiritte oder Leonhardifahrten in Oberbayern und Österreich statt. Die feierliche Prozession beginnt hier bei uns im Ortsmittelpunkt von Schliersee und endet in Fischhausen an der Leonhardikapelle mit einem Gottesdienst und der Pferdesegnung.

Was eine schöne Gemeinsamkeit mit dem bayerischen Bauernheiligen ist: Auch Leonhard Markhauser hat am 6. November Namenstag und nimmt sogar an mehreren Leonhardifahrten in der näheren Umgebung teil.

Angefangen hat alles sehr früh am Sonntagmorgen. Als ich den Bauernhof der Familie Markhauser erreiche, ist es noch dunkel, aber es herrscht bereits geschäftiges Treiben auf dem Hof. Das Schmücken und Aufzäumen hat schon begonnen. Im Stall werden die Pferde noch gestriegelt, und Agnes kümmert sich um das Flechten und Verzieren der Schweife mit Blumensträußchen und Bändern. Das Binden der Blumen und das Schmücken des Tafelwagens sind bereits in den letzten Tagen geschehen. Der Wagen gehört den Schalkfrauen aus Schliersee. 20 Frauen benötigen einen ganzen Tag, um ihn festlich zu verzieren. Der Schalk ist übrigens das traditionelle bayerische Festtagsgwand der verheirateten Frauen und ist wunderschön anzusehen. Überhaupt erinnert der feierliche Umzug an frühere Zeiten und entführt die Zuschauer in die Welt von einst. 47 Wagen und viele Reiter sind daran beteiligt. Ehrfürchtig ziehen sie an der Tribüne vorbei und erhalten die Segnung. Natürlich wird auch gemeinsam gefeiert und das eine oder andere Schnapserl getrunken.

 

 

Lassen Sie sich von den Bildern mitreißen, und vielleicht sind Sie im nächsten Jahr wieder oder sogar zum ersten Mal als Zuschauer mit dabei.

 

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Leonhardifahrt von Schliersee nach Fischhausen – eine der ältesten christlichen Traditionen in Bayern

„Leonhardi is a Wallfahrt zu Ehren vom Heiligen Leonhard. In de meist‘n Fälle werd g‘rittn oder auf Pferdl-Fuhrwerk g‘fahrn. Des hod damit z’doa, dass da Leonhard als Schutzheiliga fia d‘ Viacha verehrt werd. Einglich fia alle bäuerlich g‘nutztn Viacha, aber fia‘d Pferdl besonders.“

 

https://bar.wikipedia.org/wiki/Leonhardi

 

Am 6. November ist der Namenstag des Heiligen Leonhard, dem Schutzpatron der Nutztiere. Ihm zu Ehren gibt es auch in Schliersee alljährlich eine Leonhardifahrt. Diese findet dieses Jahr am Sonntag, den 05.11. 2017, statt. Sie beginnt in Schliersee am Bahnhof. Eine Prozession von liebevoll bemalten und geschmückten Truhenwägen mit herausgeputzten Rössern rollt entlang des Seeufers nach Fischhausen zur Leonhardikirche. Dort findet um 10:00 Uhr ein Feldgottesdienst auf der Wiese hinter dem Kircherl statt. Danach werden die Rösser in ihrer Funktion als Last- und Arbeitstiere gesegnet. Musiker, Trachtler und Gebirgsschützen begleiten die Wallfahrt. Wunderschön anzusehen sind die in tagelanger Arbeit fantasievoll geschmückten Wägen. Zum Beispiel fährt die Wallfahrtskirche Birkenstein als Nachbildung mit.

 

Wer die Prozession miterleben möchte, sollte rechtzeitig vor Ort sein, weil die Durchfahrt Schliersee-Fischhausen zwischen 9:00 und 13:00 Uhr gesperrt ist.

 

Mein Tipp: Nutzen Sie die BOB (Bayerische Oberlandbahn), um von Schliersee nach Fischhausen zu fahren. Und lassen Sie sich mitreißen von dieser alten bayerischen Tradition und der Farbenpracht der traditionellen Trachtengewänder sowie den Pferden mit kunstvoll geflochtenen und mit Blumen geschmückten Mähnen. Es fühlt sich an wie ein Eintauchen in eine andere Welt.

 

 

Wallfahrtskirche St. Leonhard

Neuhauser Straße 30

83734 Schliersee-Fischhausen

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.