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Schliersee Magazin – ein Jahresrückblick 2018

Nach drei Jahren Schliersee Magazin habe ich die ehrenvolle Aufgabe den ersten Jahresrückblick zu schreiben. Was hat uns im Schliersee Magazin 2018 mit fast 200 Artikeln bewegt? Unser Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer hat bei der Eröffnung der Ausstellung „Sport ohne Grenzen“ gesagt, dass man schnell dazu neigt zu sagen, dass es die Berge und die Landschaft sind, die Schliersee ausmachen. „Aber eigentlich sind es die Menschen, die in Schliersee leben“, berichtigte er.

Wenn ich darüber nachdenke, ist es bei uns genauso. Wir im Schliersee Magazin sind ein bunt gemischter Haufen. Wir treffen uns alle zwei Wochen zu Redaktionsmeetings und da entstehen ernste Themen, verrückte Ideen und auch Ansätze, die sich nicht immer umsetzen lassen. Es ist unser Kreativ-Raum. Alles ist erlaubt.

Wer konnte schon wissen, ob unser Kuramtsleiter Mathias Schrön wirklich im April in den kalten Schliersee springen würde, um offiziell anzubaden, als unser Redaktionsleiter Daniel Wagner es in den Raum warf?

Alles, nur nicht wasserscheu

Natürlich ist Mathias Schrön ohne zu zögern in dem 14 Grad kalten Schliersee zum Schwimmen gegangen. Ich selber bin nicht weniger verrückt und habe mich im Sommer kurz unter den Josefstaler Wasserfall gestellt und den ultimativen Pool-Test in luftiger Höhe auf der Schliersbergalm gemacht. Wir haben unseren Wasserrettern – der Schlierseer Wasserwacht – einen Besuch abgestattet, ein Portrait über unsere Kapitänin auf dem Schliersee gemacht und SUP’N’YOGA ausprobiert. Ohne Wasser geht es bei uns in Schliersee nicht, deshalb fand im Herbst auch die erste Luftmatratzen Weltmeisterschaft in der Vitalwelt statt.

Immer gleich dabei und nah dran

Egal ob Gastronomie Neueröffnungen, wie etwa die Bar Schliersee, La Stazione in Neuhaus am Bahnhof, die Spitzing Alm am See, The Culinary Art Café oder ein Pächterwechsel auf der Insel Wörth, wir waren dabei. Manchmal durften wir auch schon vor der offiziellen Eröffnung einen Blick ins Innere werfen, das war dann besonders spannend. So hat mich Architekt Johannes Wegmann noch während des Umbaus mit in den Anbau des Heimatmuseums genommen und Sandra Leu traf sich mit Julia Zilken, die seit Dezember ihren Laden „Hoamat Gfui“ in Schliersee hat, zum Interview beim Einräumen der Regale. Wir trafen uns mit dem Schlierseer Förster, den Machern des Kulturherbstes, Schlierseer Autoren und Prominenten. Unser „Kultur-Profi“ Katharina Fitz hat sich unter anderem mit der Schlierseer Schauspielerin und Kabarettistin Christine Eixenberger getroffen. Wir haben Projekte der Gemeinde begleitet, wie die QR-Code-Beschilderung für Schlierseer Straßen, den Schlierseer Gartenzauber, die Luftmatratzen Weltmeisterschaft, 10 Jahre Vitalwelt und die Ausstellung „Sport ohne Grenzen“. Beim ersten Schnee war Ulrike Mc Carthy, diesen Winter als erste  mit dem Fotoapparat draußen unterwegs, um euch das Schlierseer Wintergefühl direkt ins Wohnzimmer zu bringen. Ich war eine der ersten im Skilift, um für euch den Schnee zum Saisonstart im Skigebiet Spitzingsee zu testen.

Feste feiern wie sie fallen

Egal ob, Pfingstfest, Seefest, Bergseefest, Inselfest, Altschlierseer Kirchtag, Highland Games, Leonhardi-Ritt, Kulturherbst oder Adventszauber – wir waren dabei. Wir haben den Maibaum-Diebstahl verfolgt und waren beim Leonhardi-Ritt schon beim Schmücken der Wägen dabei. Besonders gut mit Schlierseer Tradition und den passenden Rezepten zur Jahreszeit kennt sich unsere Redakteurin Angelika Prem vom Hennerer Hof aus.

Sportlich und sportbegeistert

Bei uns muss auch der Kuramtsleiter Mathias Schrön auf den Berg. Dieses Jahr ging es zur Hauptalmbegehung mit Ministerpräsident Markus Söder. Julia Zilken lief die 24H Trophy, die dieses Jahr anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Vitalwelt in unserem Kurpark startete, im Selbst-Test. Ursula Höllerl probierte eine Tennis-Trainerstunde, an der ihr alle mit der Gästekarte kostenlos teilnehmen könnt. Natürlich haben wir die großen Sportveranstaltungen in Schliersee, wie den Sixtus-Lauf und den Alpentriathlon begleitet und uns mit den Olympiateilnehmerinnen Vanessa Hinz und Elisabeth Schicho getroffen. Unser Kuramtsleiter Mathias Schrön war sogar privat im Februar vor Ort bei Olympia in Pyeongchang/Südkorea und konnte direkt über die Schlierseer Sportler berichten.

Mit mehreren Sprachen Schliersee in die Welt getragen

Als Urlaubsmagazin der Marktgemeinde Schliersee sprechen wir natürlich nicht nur bayrisch. Unsere Italienliebhaberin Kathrin Zott ist im Sommer in die Partnergemeinde Barberino Val d’Elsa gefahren, hat sich mit den Austauschschülern aus Italien in Schliersee getroffen und war mit Patrizio vom Lago Maggiore beim Weißwurstfrühstück im SLYRS. Diese Artikel wurden von Kathrin sogar ins Italienische übersetzt. Unsere Redakteurin Laura Boston-Thek, die in New Jersey / USA geboren und jetzt in Neuhaus zuhause ist, hat eine eigene Rubrik: Lauras Welt. Sie entdeckt die Schlierseer Traditionen, trifft sich mit Bauern zum Heumachen und Schafscheren. Ihre Artikel, die ganz neue Blickwinkel auf unser Schliersee eröffnen, sind alle in ihrer Muttersprache Englisch geschrieben. Unverkennbar sind auch Lauras tolle Fotos.

Last but not least erzählt auch die kleine Hündin Lilly ihre Erlebnisse auf vier Pfoten in Schliersee.

 

 

Lesen müsst ihr jetzt selber. Stöbert doch einfach mal durch unsere Artikel des letzten Jahres. Viel Spaß! https://magazin.schliersee.de/

Wir freuen uns schon auf das neue Jahr mit euch!

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Eine Bootsfahrt, die ist lustig, eine Bootsfahrt, die ist schön!

Der Schliersee und seine Kapitänin

Die Sonne glitzert wie ein Meer aus Diamanten auf dem blitzblauen Wasser. Vor der Kulisse von Jägerkamp und Brecherspitz pflügt das prächtige Motorschiff „Schliersee“ durch die sanften Wellen des gleichnamigen Sees. Am Steuer: Jasmin Lauber. Die 27-Jährige ist Kapitänin im eigenen Betrieb. Ungewöhnlich? Für die junge Frau ganz und gar nicht. Das Steuern eines Schiffs ist für sie ganz normal.

Lebensaufgabe „Schifferl fahren“

„Ich stand schon mit drei Jahren auf dem Schoß von meinem Papa und hab das Schiff gelenkt“, erzählt die dunkelhaarige Schlierseerin lachend. Die Motorschifffahrt auf dem Schliersee hat eine lange Tradition. Schon im Jahr 1897 wurden Besucher und Gäste rund um den bayerischen See geschippert. 1956 gründete Sepp Mayr den Bootsverleih in Schliersee am Ufer direkt neben der heutigen Vitalwelt. Seine Tochter Michaela Lauber übernahm den kleinen Familienbetrieb 2008 und führt ihn zusammen mit ihren Kindern Jasmin und Michael. Der Verleih von Ruder, Tret- und Elektrobooten ist zur Lebensaufgabe der Familie Lauber geworden. Legendär ist mittlerweile auch der dazugehörige Kiosk mit kleinem Biergarten. Am „Lauber Beach“ fühlt man sich an heißen Tagen wie am Mittelmeer.

Vom Haareschneiden zum Bootsführerschein

Jasmin Lauber ist also mit Wasser, Wind und Booten aufgewachsen. Sie weiß genau, wie sie ihr Schiff steuern muss, wenn der Wind von Steuerbord kommt oder der Schliersee mal einen unruhigen Tag hat. Als sie ihre Schulausbildung beendet hatte, ergriff sie allerdings zunächst einen anderen Beruf. Sie lernte das Friseurhandwerk und arbeitete zusätzlich nebenberuflich im Familienbetrieb. Während ihrer Ausbildung legte sie ihre Schiffsführerscheinprüfung ab und übernahm bereits mit 19 Jahren das Steuer der „Schliersee III“, dem Prachtstück des privaten Schifffahrtsunternehmens. Nach einigen Jahren kehrte sie dann vollständig zurück in das Familienunternehmen.

Das weißblaue Schiff mit dem verschnörkelten Namenszug am Oberdeck hat einen 135 PS starken Dieselmotor, ist 19,5 Meter lang, vier Meter breit und wiegt 26,5 Tonnen. Gebaut wurde es 1983 in Holland. Von Mai bis September legt es an schönen Tagen stündlich an der Vitalwelt ab und bringt Touristen, Besuchergruppen, Hochzeitsgesellschaften, Prominente und andere Wasserliebhaber bis nach Fischhausen und wieder zurück. Eine Rundfahrt dauert etwa 45 Minuten. Die Fahrten um kurz nach 13 Uhr und um kurz nach 14 Uhr finden bei jeder Witterung statt. Für alle weiteren Rundfahrten zwischen 11 und 17 Uhr sollten sich mindestens zehn Passagiere an Bord befinden.

Kapitänin, Kassiererin und Fremdenführerin

Jasmin Lauber ist an Bord Kapitänin, Kassiererin und Fremdenführerin in einer Person. 120 Personen finden auf dem großen Schiff mit dem sonnigen Oberdeck Platz. Da kann man schon mal in Schwitzen kommen, wenn der Steg kurz vor der Abfahrt mit Wartenden voll besetzt ist oder sich eine angekündigte Gruppe von 30 Personen zu sehr verspätet. Doch Jasmin lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Sie flitzt vom Bug ins Heck, vom Schiff auf den Steg und hat für jeden ein freundliches Wort und ein Lächeln. Auf Kommentare wie „Oh, eine Kapitänin! Dürfen wir da überhaupt mitfahren?“ reagiert sie mit Gelassenheit, und wenn‘s passt, kontert sie auch mal mit einem frechen Spruch. „Schlagfertigkeit gehört dazu“, sagt sie und lächelt.

„Das ist was anderes als Banker oder Arzthelferin“

Ihre Kapitänsmütze setzt sie nur auf Wunsch zu besonderen Gelegenheiten auf. Im Alltag trägt sie Jeans, T-Shirt und Turnschuhe. An den Fingernägeln glitzert flippiger Nagellack. Das passt irgendwie nicht so ganz zum Image einer „würdigen“ Schiffsführerin. Aber da steht Jasmin drüber. Beim Schließen neuer Bekanntschaften erntet sie so manchen überraschten Blick, wenn sie nach ihrem Beruf gefragt wird. „Mei, ist halt was anderes als Banker oder Arzthelferin“, sagt sie stolz. Sie liebt ihre Arbeit und genießt die Fahrt übers Wasser jeden Tag aufs Neue. Kompetent und gelassen meistert sie auch schwierige Situationen. Einmal hat sich ein Seil in ihre Schiffsschraube verheddert. „Da wurde mir schon mulmig“, gibt sie zu. In der Regel ist der Schliersee aber ein harmloses Gewässer. Die einzigen Gefahren sind einige Untiefen und eine Sandbank rund um die Insel Wörth. Doch die kennt Jasmin, und auch mit den Wassersportlern, die sich im Sommer auf dem See tummeln, kommt sie gut klar. „Da muss man halt aufpassen.“

Bootsreparaturen im Winter

Und was macht eine Kapitänin im Winter? „Boote reparieren und waschen, Büroarbeit, Ausbesserungen und so weiter“, berichtet Jasmin ohne zu zögern. In ihrem Job gibt es das ganze Jahr über etwas zu tun, für Urlaub bleibt da kaum Zeit. Doch den braucht Jasmin auch nicht unbedingt. „Wenn ich vom Schiff aus das großartige Panorama mit den Bergen und dem See vor mir habe, dann bin ich rundum glücklich.“

 

 

Schliersee Schifffahrt Mayr GbR
Michaela, Jasmin und Michael Lauber
Telefon und Fax: +49(0)8026/922786
Telefon am See: +49(0)8026/9255658
Mobil: +49(0)173/8818487

E-Mail: info@schlierseeschifffahrt.de

 

 

 

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!