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Gartenexperte Andreas Modery verkürzt die Zeit bis zum Schlierseer Gartenzauber mit Gartentipps

Es ist noch Winter in Schliersee, aber wenn die Sonne scheint, kommen im Kurpark die ersten Frühlingsgefühle auf. Genau der richtige Moment, um einen Blick in Richtung Juni zu werfen. Am ersten Juniwochenende wird der Schlierseer Kurpark wieder in ein Eldorado für Gärtner und Gartenliebhaber verzaubert. Von Pflanzen aller Art über Gartengeräte, Grills, Dekorationstipps bis hin zu Fachbüchern und Fachvorträgen: Du kannst dich jetzt schon freuen!

Letzte Woche habe ich mich mit dem TV- und Radio-Gartenexperten Andreas Modery und Gemeindegärtner Reiner Pertl im Schlierseer Kurpark getroffen. Andreas Modery hat schon vor zwei Jahren den Schlierseer Gartenzauber moderiert und ist auch dieses Jahr gerne wieder mit dabei.

 

 

Tipps von Gartenexperte Andreas Modery:

Auch im Winter kann man im Garten etwas tun – Bäume setzen etwa. Einen eigenen Apfelbaum zu pflanzen, ist der Traum vieler Gartenbesitzer. „Warum Apfelbäume? Obst ist gesund und macht Spaß!“, sagt Andreas Modery. Obstbäume sind nicht nur beim Heranwachsen interessant, sondern auch, wenn man die Früchte ernten und genießen kann. Andreas Modery empfiehlt „alte Sorten“ zu wählen, weil die am besten schmecken. Mit einem Spaten solltest du das Pflanzloch doppelt so groß ausheben, wie der Wurzelstock beim Einpflanzen ist. Da Wurzeln sehr beliebt sind bei Nagetieren wie etwa Mäusen, solltest du den Wurzelstock mit einem Mäusegitter schützen. Vor dem Einpflanzen die Wurzeln kurz anschneiden, damit sie besser wachsen. Achte darauf, dass sich die Veredelungsstelle mindestens zehn Zentimeter oberhalb der Erde befindet. Damit der frisch gepflanzte Apfelbaum nicht gleich durch den Wind umkippt, ist es sinnvoll, zwei Pfähle zu setzen und ihn anzubinden.

Wenn du noch Fragen zum Pflanzen von Obstbäumen hast, dann komm vom 5. bis 7. Juni 2020 nach Schliersee zum Schlierseer Gartenzauber. Andreas Modery wird vor Ort sein und hat ein offenes Ohr für deine Fragen. Zusätzlich werden wieder verschiedene Fachvorträge von Gartenexperten angeboten, und auch die Mitglieder des Gartenbauvereins stehen mit Rat und Tat zur Seite. Eine breit gefächerte Auswahl an Gartenausstellern wird hochwertigen Produkte rund um das Thema Garten und Natur vor der traumhaften Kulisse des Schlierseer Kurparks präsentieren.

 

Nicht verpassen: Andreas Modery wird dir die Zeit bis zum Gartenzauber immer wieder mit Tipps aus Schliersee verkürzen – hier im Schliersee Magazin!

www.schlierseer-gartenzauber.de

Der Schlierseer Gartenzauber findet dieses Jahr bereits zum dritten Mal statt. Die Idee stammt von Reiner Pertl, Gemeindegärtner in Schliersee, der sich auf einer Reise nach England bei der größten Gartenmesse der Welt, der Londoner Royal Hospital Chelsea Flower Show, inspirieren ließ.

 

 

„Aber hier in Schliersee haben wir im Vergleich zu London natürlich die schönere Location – mitten in den Bergen“, schmunzelte Reiner Pertl.

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Schlierseer Frühling für zu Hause – ein Gartenbesuch bei Marille Neu

„Den perfekten Garten?“ – „Gibt es nicht“, sagt Marille Neu, langjährige Vorsitzende des Schlierseer Gartenbauvereins. Ganz im Gegenteil, gerade das Unperfekte, das organische Wachstum, seine Wildheit machten einen Garten liebenswert. Die beiden Enkel der 71-Jährigen sehen das genauso: Während unseres Besuchs tollen die beiden Kleinkinder durch das frische Grün, bestaunen die vier Laufenten im Garten und genießen kichernd vor Glück das Auf und Ab der Schaukel.

 

 

Frühlingsboten in Gelb, Weiß und Lila

Hausbesuch in einem der schönsten Gärten von Schliersee-Neuhaus: Während die Frühlingssonne in der einen Ecke noch die letzten Reste des Winterschnees zum Schmelzen bringt, hat sie in den Beeten schon die ersten farbigen Frühlingsboten aus dem Boden gelockt: gelbe Winterlinge, weiße Schneeglöckchen und Schneerosen, blasslila Krokusse, gelbe Narzissen und das erste Grün der Tulpen zaubern Farbe in die noch junge Frühlingslandschaft. Marille Neu geht durch ihren Garten, zupft hier einen abgeknickten Zweig ab, lockert dort Erde und Laub auf.

 

Schon als Kind hat die gebürtige Schlierseerin ihren Eltern im Garten geholfen. Ihr Vater kehrte verletzt aus dem Krieg zurück nach Hause. So brauchte Marille Neus Mutter jede helfende Hand im Garten – zum Obst ernten und Setzlinge pflanzen, Schnecken einsammeln und Rasen kürzen. „Ein Garten bedeutet sehr viel Handarbeit“, sagt Marille Neu. „Und ich hatte irgendwie schon immer einen grünen Daumen.“

 

Gartenpflege intuitiv erlernt

Die Aufgaben sind geblieben, der Garten auch. Bis heute bewirtschaftet Marille Neu den Garten ihrer Kindheit – und nicht nur das. Im Team von Schliersees Gemeindegärtner Reiner Pertl pflegt sie öffentliche Grünflächen wie etwa den Bauerngarten am Schlierseer Dorfanger – direkt neben der Sankt-Sixtus-Kirche. Wässern, schneiden, jäten – ihr Gartenwissen hat sich Marille Neu ganz intuitiv angeeignet. „Und ein paar Kurse rund um Schnitt und Gartenpflege habe ich auch besucht“, erzählt sie in der ihr typischen Bescheidenheit.

 

Neben klassischen Zierblumen pflegt Marille Neu auch Jahr für Jahr ihr eigenes Gemüsebeet: „Tomaten und Gurken pflanze ich aber erst nach den Eisheiligen im Mai“, sagt sie. „Außerdem gibt’s Salat, Porree, gelbe Rüben und Zucchini bei mir.“

 

Reiche Obsternte

Auch zahlreiche Obstbäume und -sträucher fühlen sich im Garten der 71-Jährigen wohl: Es gibt Apfel- und Birnbäume, Zwetschgenbäume und Johannisbeersträucher, die reichlich Ertrag abwerfen. „Meine Äpfel bringe ich größtenteils zur Obstpresse nach Gotzing. Im vergangenen Jahr haben wir mehr als 300 Liter Apfelsaft von vier Bäumen erhalten“, verrät Marille Neu. „Das konnten wir gar nicht alles selbst trinken.“

 

Eine besondere Faszination übt die Pflanzenwelt der Berge auf Marille Neu aus: „Die Freunde, die mit mir zum Wandern gehen, sind oft schon ganz ungeduldig“, erzählt die Schlierseerin. „Denn ich schaue mir total gerne die Wildblumen an, die rechts und links vom Weg so wachsen. Wenn jemand da raufhetzt mit Pulsuhr und Zeitmesser – das kann ich nicht verstehen. Eine Bergtour ist doch kein Wettrennen.“

 

Mit dem Fluss der Natur gehen

Statt an Tempovorgaben hält Marille Neu sich lieber an den Rhythmus der Natur: „Kaum ist der Schnee weg, fängt auch schon das Blühen an bei uns – meist bis in den November hinein. Das ist ein ständiges Wachsen und wieder Vergehen. Wenn die Schneerosen verblühen, gucken schon die grünen Blätter der Tulpen aus dem Boden raus. Das ist alles im Fluss.“

 

Für die Leser des Schliersee Magazins hat Marille Neu ihre besten Gartenpflegetipps verraten.

 

 

Hier sind Marilles zehn Schlierseer Gartenregeln:

 

#1 Einen Überblick verschaffen

„Viele Menschen pflanzen ihre Frühblüher schon im Herbst. Ich lege meine Blumenzwiebeln erst im Frühjahr in die Erde. Dann kann ich genau sehen, wo schon was blüht und wo vielleicht noch ein paar Farbtupfer fehlen im Garten.“

 

#2 Mit Gartenabfällen düngen

„Bei mir kommen eigentlich nur Unkraut und (überschüssige) Samen in die Biotonne. Alles andere – Äste, Zweige, Laub – geht zurück auf die Erde. Im Herbst und im Frühjahr gibt’s jeweils eine große Häckselaktion. Dann streue ich die zerkleinerten Gartenabfälle auf die Beete zurück. Das ist der beste Dünger.“

 

#3 Perfektionismus verabschieden

„Ein Garten muss nicht perfekt sein. Ich habe keine gerade abgezirkelten Beete. Ich sammle nicht einzelne Laubblätter vom Boden auf. Im Gegenteil: Ich streue Laub in meine Beete ein. Durch das gute ‚Futter‘ von oben bekommen meine Blumen reichlich Nahrung.“

 

#4 Gelassen bleiben und auf die Natur vertrauen

„Im Garten geht auch manchmal was kaputt – so wie heuer im Winter. Mein weißer Seidelbast war so groß, und jetzt ist alles abgebrochen durch den vielen Schnee. Ich versuche dann, gelassen zu bleiben. Der beste Gartentrick ist doch: Geht eine Pflanze kaputt oder verwelkt, wächst gleich die nächste wieder nach.“

 

#5 Hecken meiden

„Hecken sind tödlich fürs Ortsbild. Die Schneebeerenhecke, die noch aus der Zeit meiner Eltern stammte, habe ich irgendwann rausgenommen. Die sah die Hälfte des Jahres einfach nur dürr und kahl aus. Dass andere unseren Garten ohne Hecke einsehen können? “Ja mei, mia san ja ned so schiach, dass ma uns ned oschaugn lassen kenna.“

 

#6 Die Jahreszeiten auskosten

„Mit Freunden habe ich mal Madeira besucht, eine ausgesprochene Blumeninsel. Die meinten dann zu mir: ‚Das wäre doch was für dich, Marille, hier könntest du leben.‘ – Könnte ich eben nicht! Ich möchte unsere vier Jahreszeiten miterleben, jede Saison mit ihren eigenen Reizen.“

 

#7 Pflanzen schneiden – zum richtigen Zeitpunkt

„Obstbäume müssen nicht jedes Jahr beschnitten werden, alle zwei bis drei Jahre reicht aus. Denn ‚Schnitt‘ bedeutet auch immer ‚Trieb‘, also Wachstum. Und das soll ja nicht unbegrenzt stattfinden. Beim Schneiden darauf achten, dass es tagsüber schon frostfrei ist. Dieses Jahr hatten wir übrigens so viel Schnee, dass ich von den Schneebergen aus in die Äste meiner Obstbäume reichen konnte.“

 

„Bei Beetrosen entferne ich im Frühjahr alles, was erfroren und abgebrochen ist.  Ziersträucher immer nach der Blüte schneiden. Johannisbeeren schneide ich direkt beim Pflücken. Dann ist das ein Arbeitsgang. Narzissen sollte man übrigens erst dann abschneiden, wenn sie richtig vertrocknet und unansehnlich sind. Die Blumenzwiebeln brauchen das wohl.“

 

#8 Schädlinge natürlich bekämpfen

„Vor einigen Jahren hatte ich eine echte Schneckenplage in meinen Garten. Jeden Tag habe ich Schnecken aufgelesen in dem Sommer – bei 5.000 Stück habe ich aufgehört zu zählen. Danach habe ich mir Laufenten angeschafft. Die übernehmen die Arbeit jetzt für mich, indem sie die Schnecken fressen.“

 

#9 Mit Augenmaß gießen

„Balkonpflanzen müssen täglich gewässert werden, die haben ja viel zu wenig Erde. Bei meinen Gartenpflanzen vertraue ich – auch im Sommer – immer erst einmal auf die Natur. Gartenpflanzen wurzeln tief und kommen so in der Regel an Wasser. Und wenn es doch nicht ausreicht, sieht man es sofort und kann wässern. Mein Gießwasser sammle ich in Regenwassertonnen, die ich rundum in meinem Garten aufgestellt habe.“

 

#10 Schlechtwetter fürs Anpflanzen nutzen   

„Auch wenn ich neu pflanze, nutze ich die Ressourcen der Natur. Mein Tipp: Am besten eine Schlechtwetterperiode abwarten. Und kurz vorm Regenwetter auspflanzen. Dann haben Blumen und Sträucher eine gute Möglichkeit zu wurzeln.“

 

 

Sandra Leu Sandra Leu

Rheinländerin in Oberbayern. Ist der Liebe gefolgt und hat den Schliersee als Herzensort entdeckt. Freie Redakteurin, PR-Frau und Mama von Zweien. Berät beruflich Heldinnen und bloggt unter countrykruemel.de über Familienleben und Freizeittipps am See.