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Fütterung im Wildgatter am Spitzingsee | Was bekommt das Rotwild im Winter?

Normalerweise ist die Wildfütterung am Spitzingsee eine Schaufütterung. „Coronabedingt sind Zuschauer leider momentan nicht möglich“, bedauert Förster Engelbert Holzner.

 

 

Das Wintergatter am Spitzingsee ist eine eingezäunte Fütterung. Das Rotwild wird hier während des Winters gehalten und gefüttert. Die Wildtiere benötigen im Winter viel Ruhe, und gleichzeitig wird der wichtige Bergschutzwald so vor Verbiss geschützt. Gefüttert werden Heu und Heusilage aus der Region. Tatsächlich kommt das Heu von einem Lieferanten aus Neuhaus. „Das hat auf der einen Seite den Vorteil, dass wir kurze Wege haben“, sagt Engelbert. Auf der anderen Seite ist regionales Futter auch wichtig für die Wildtiere, da sie die Kräuter aus der Natur kennen und so das Heu gleich erkennen und gut annehmen. Am Ende des Winters im Februar und März wird zusätzlich Alleinfuttersilage (AFS-Silage) gefüttert. AFS-Silage ist eine Mischung aus Maissilage, Apfeltrester, Gärheu und Zuckerrüben. „Das ist geschmacklich sehr attraktiv, und so bleiben die Tiere dann doch ganz gerne hier“, erklärt Engelbert. In dieser Zeit ist es wichtig, die Wildtiere an der Fütterung zu halten, damit sie nicht die frischen Triebe der Bäume verbeißen. Wichtig ist dem Förster auch, biologische Futtermittel zu verwenden. „Wild ist ein Bio-Produkt“, betont er. Würde man die Wildtiere die Hälfte vom Jahr mit Soja oder genverändertem Mais füttern, könne man nicht mehr von einem Bio-Produkt sprechen. „Das sollte man schon bedenken, wenn man ein Wildtier so lange künstlich füttert“, erklärt er. Schließlich sind es 160 bis 180 Futtertage im Jahr. Vier Kilo nehmen die Tiere meistens noch Naturäsung auf, und etwa fünf bis sieben Kilo werden zugefüttert. „Bei der momentanen Schneelage wird die Naturäsung nicht mehr als zwei Kilo sein, die Hauptfütterung findet hier statt und fließt dementsprechend in den Organismus ein“, sagt er. Deshalb ist es auch ausschlaggebend, biologisches Futter füttern. Wenn Schnee liegt im Winter, geht Engelbert Holzner am Nachmittag jeden Tag zum Wintergatter, um die rund 50 Tiere zu versorgen.

 

Derzeit leider keine öffentliche Wildfütterung wegen Corona

Nachdem Engelbert Holzner die Futterstellen gefüllt hat, gehen wir in die Beobachtungshütte und warten. Etwa nach einer Stunde nähert sich das Rotwild ganz vorsichtig. Es macht Spaß, die Tiere zu beobachten. Hier kann man sie alle sehen: mächtige Hirsche, junge Kälber, erfahrene Alttiere und natürlich die männlichen Junghirsche, Spießer genannt. Erstaunlich, wie viel Rotwild sich bei uns in den Wäldern tummelt. Keine Frage, dass man das schützen muss. Schutzzonen darf man nicht betreten, damit die Wildtiere keinen zusätzlichen Stress in der ohnehin für sie sehr schweren Winterzeit bekommen. Ganz wichtig: Hier am Wintergatter nicht über den Zaun klettern und unbedingt den künstlich geschaffenen geschützten Lebensraum der Wildtiere respektieren.

 

 

Sobald die Wildfütterung wieder für die Öffentlichkeit zugänglich ist, informiere ich dich hier im Schliersee Magazin.

Bayerische Staatsforsten | Auf der Pirsch nach Hirsch: Schaufütterung von Rotwild am Spitzingsee (baysf.de)

 

 

 

Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Kaffeegenuss vom Feinsten – die Produkte der Kaffeerösterei „Rafaels“ sind auch in Schliersee erhältlich

Das würzige Aroma frisch gerösteter Kaffeebohnen liegt in der Luft, und der herzliche Empfang der beiden Inhaber Christian und Anna Schmid zaubert schon beim Betreten ein Lächeln auf die Gesichter der Besucher der Kaffeerösterei Rafaels in Hausham.

 

 

Den Schlierseern ist das Ehepaar bestens bekannt. 14 Jahre lang betrieben Christian und Anna Schmid das Fachgeschäft „allespresso“ am Ortseingang der Gemeinde. Vor einigen Jahren erweiterten sie ihr Angebot um die Kaffeerösterei Rafaels, bis sie ihren Geschäftssitz schließlich ins nahe Hausham verlegten. „Wir sind mit dem Ort Schliersee aber noch eng verbunden“, sagt Christian Schmid mit Nachdruck. Schließlich gibt es einige Schlierseer Betriebe, die Kaffeespezialitäten aus den exklusiven und vorzüglichen Kaffeemischungen der kleinen Rösterei anbieten: der Campingplatz Schliersee und das Almcafé im Hühnerhof Schliersee auf dem historischen Anwesen „Müller in der Mühl“.

 

Ausgesuchte Rohstoffe garantieren vollmundigen Geschmack

Das Besondere an den Produkten der Kaffeerösterei Rafaels ist vor allem die handwerklich schonende Langzeitröstung, die höchstmögliche Qualität garantiert. Und genau die habe ich mir von Anna Schmid mal genauer zeigen lassen:

Aber nicht nur bei der Zubereitung ihrer mit viel Liebe und Sachverstand kreierten Bohnenmischungen setzt die ausgebildete Kaffeeröstmeisterin Anna Schmid auf Qualität. Ihre Rohstoffe bezieht die Unternehmerin von ausgesuchten Kleinbauern und Kooperativen aus 18 Ländern entlang des Kaffeegürtels rund um den Äquator. „Transparenz und Nachhaltigkeit in Verbindung mit höchster Qualität sind unsere Grundlagen“, bekräftigt auch Christian Schmid. Zusätzlich zu den Kaffeebohnen aus konventionellen Betrieben bieten Christian und Anna Schmid auch Kaffeebohnen-Variationen aus zertifizierten Bio-Betrieben an.

 

Eine Goldmedaille für die „Götterdämmerung“

Besonders stolz ist das Ehepaar auf die Gold- und Silbermedaillen der Deutschen Röstergilde, die ihnen bei einem Blindverkostungswettbewerb für Espresso 2019 und 2020 verliehen worden sind. Die Mischungen mit den verheißungsvollen Namen „Götterdämmerung“ und „Schwarzes Gold“ überzeugten die Jury auf Anhieb. Im „Rafaels“ kann man eine ganze Bandbreite verschiedener Röstungen mit nach Hause nehmen. Für Liebhaber von Filterkaffee werden die Bohnen auf Wunsch auch direkt im Geschäft gemahlen.

Wer zum Kaffee noch die passende Kaffeemaschine sucht, ist in Christian Schmids „allespresso“ an der richtigen Adresse. Verschiedenste Geräte namhafter Hersteller vom Kaffee-Vollautomaten bis zur Siebträgermaschine für Gastronomie und Privathaushalte hat der Fachmann im Angebot.

 

Am besten probiert Ihr den „Rafaels“-Kaffee einfach selbst – entweder am Campingplatz Schliersee, im Almcafé am Hühnerhof Schliersee oder zu Hause!

 

 

allespresso/Kaffeerösterei Rafaels

Alte Tegernseer Str. 39

83734 Hausham

Tel.: 08026(976620

info@allespresso.de

info@rafaels.de

 

Öffnungszeiten Ladengeschäft

Mo.‒Fr. 9:30‒12:30 Uhr

Mo., Di., Do., Fr. 15:00‒18:00 Uhr

Sa. 9:30‒12:00 Uhr

Mi. Nachmittag geschlossen

 

Hier gibt’s Kaffee von der Kaffeerösterei Rafaels:

Campingplatz Schliersee

Westerbergstraße 27

83727 Schliersee

Tel.: 08026/9298998

 

Hühnerhof Schliersee

Mühlweg 1

83727 Schliersee

Tel.: 08026/20074

almcafe@huehnerhof-schliersee.de

huehnerhof-schliersee.de

 

 

 

Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

 

 

 

Die Schlierseer Waschnuss

Nachwachsende Waschmittel aus der Natur

Ja, in Schliersee gibt es die heimische Bio-Waschnuss, nämlich die Waschnuss aus der heimischen Rosskastanie, als ökologische Alternative. Die Nutzung hält die Haut gesund und entlastet die Umwelt. Ihre Verwendung als Naturwaschmittel steckt jedoch noch in den Kinderschuhen, und nicht selten landen diese hochwertigen Waschressourcen ungenutzt auf dem Komposthaufen. Paradoxerweise erfreut sich die weitgereiste indische Waschnuss zunehmender Beliebtheit und wird als natürliche Waschressource importiert. Sie ist eine gute Waschalternative, doch hinterlässt ihre Vermarktung einen tiefen ökologischen Fußabdruck. Deshalb lautet mein Lieblingsspruch bei den Kräuterführungen: „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so naheliegt.“

 

 

Der Schliersee hat eine einzigartige Kastanienallee rund um den See. Einfach nur den goldenen Herbst genießen und dabei unsere Waschmittel selbst sammeln. Das hört sich doch gut an.

Die Rosskastanie ist ein alter Kulturbaum und gehört zu den Seifengewächsen. Der Gehalt an 8-15 % Saponinen (8‒15 %) weist eine ähnliche Waschkraft wie die indische Waschnuss auf. Ein Kilogramm getrocknete und pulverisierte Rosskastanie deckt den Jahresbedarf einer Person an Waschmitteln und ersetzt acht Kilogramm an konventionellen Waschmitteln.

Saponine heißen die natürlichen Seifenstoffe in der Rosskastanie. Diese waschaktiven Naturtenside schäumen beim Kontakt mit Wasser, machen das Wasser weich und lösen Fette sowie Verschmutzungen. Allein die Rosskastanie konzentriert in sich um die 30 Saponin-Verbindungen. Charakteristisch für alle Saponine ist ihre reinigende, erweichende, schleimlösende und desinfizierende Wirkung. Jedes Saponin hat aber auch eine spezifische Heilwirkung: So stärken die Aescine (Hauptwirkstoff) in der Rosskastanie Venenwände und sind ganz besonders bei Neurodermitis, Allergien und sensibler Haut sehr gut verträglich.

Die natürlichen Seifenstoffe in der heimischen Waschnuss können universal als Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel verwendet werden. Sie lassen sich mehrmals zum Waschen verwenden und sind dadurch besonders sparsam im Gebrauch. Um die Saponine freizusetzen, müssen die Kastanien klein geschnitten oder pulverisiert werden. Je kleiner die Stücke, umso schneller und gründlicher können sich die Saponine auflösen, und umso besser ist das Waschergebnis.

Heute  möchte ich euch gerne zeigen, wie einfach es ist, mit unseren heimischen Schätzen zu waschen.

Man nehme fünf bis zehn frische Kastanien, schneide sie in kleine Stücke, fülle die heimische Waschnuss in kleine Leinensäckchen und gebe sie in die Waschmaschine. Die Temperatur sollte nicht höher als 50 °C sein. Nach dem Waschgang hänge ich das Säckchen zum Trocknen auf, denn es reicht für bis zu drei Waschgänge.

Geeignet ist diese Methode für alle Naturfasern wie Baumwolle, Leinen, Wolle oder Seide. Besonders die Buntwäsche erhält somit lange ihre Farben.

Um auch den Vorrat lagerfähig zu machen, gebe ich die frisch geernteten Rosskastanienfrüchte durch den Fleischwolf und nutze die Restwärme des Backofens zum Trocknen. Anschließend kann das Ganze mit einem Mixer zu Pulver verarbeitet werden. 50 Gramm getrocknetes Rosskastanienpulver mit einem Liter Wasser mischen und in ein Schraubglas geben. Gut schütteln und durch ein Feinsieb filtrieren. Die klare Flüssigkeit wie Flüssigwaschmittel verwenden.

 

 

Viel Erfolg und Spaß mit unserer heimischen Waschnuss wünscht euch das Schliersee Magazin!

 

 

Angelika Prem

Naturverliebte Schlierseerin, Kräuterpädagogin, Referentin und Seminarleiterin, Senior-Hennererwirtin, BBV Ortsbäuerin, liebt gutes regionales hausgemachtes Essen und entspannt beim Kuchen backen