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2. Teil vom Pistengeher zum Skitourengeher am Spitzingsee/Schliersee

2. Teil vom Pistengeher zum Skitourengeher am Spitzingsee/Schliersee im Taubenstein-Gebiet! Die zahlreichen Gipfel und Tourenvarianten machen das möglich!

Die Lifte am Taubenstein haben in der Saison 2015/16 den Winterbetrieb eingestellt und das Gebiet uneingeschränkt den Tourengehern überlassen. Dieses Angebot wird sehr gut angenommen. Der Parkplatz an der Taubensteinbahn ist immer gut gefüllt. Auch ohne Liftbetrieb, oder gerade deshalb? Über die ehemalige Skipiste geht es hinauf und am Ende wieder runter. Durch die Abfahrenden Tourengeher ist die Abfahrt fest eingefahren, allerdings mit Buckeln eine „wilde“ Piste. Nach dem ersten steilen Hang, der uns schon ein bisschen Technik abverlangt, trennen sich bereits das erste Mal die Wege. Oft sind in diesem Bereich Harscheisen sehr hilfreich.

→ Hier finden Sie Teil 1 für Einsteiger und Genießer (HIER KLICKEN)

Die Pistengeher bleiben am besten auf der ehemaligen Skipiste des Taubensteins. Diese Abfahrt ist auch nach ergiebigen Schneefällen meist schnell wieder eingefahren. Sie ist auch gleichzeitig die Abfahrt von zwei sehr gemütlichen Hütten. Das Taubensteinhaus, eine Alpenvereinshütte mit Übernachtungsmöglichkeit, oder direkt am Sattel in der Bergstation der Taubensteinbahn – das Taubensteingipfelstüberl.

Der Aufstieg bis dahin sind knapp 500 Höhenmeter. Wer also noch Kraft und Motivation hat, kann auf der südseitigen Abfahrt zur Oberen Maxlraineralm mal etwas üben, im freien Gelände zu fahren. Der Hang ist nicht so steil und meist nicht so zerfahren, ideal für erste Trainingseinheiten. Diesen Hang müsst Ihr dann natürlich auch wieder hochspuren. Wenn Ihr dort etwas Vertrauen gefasst habt, könnt Ihr auch bei der Talabfahrt, mal etwas weiter links oder rechts der Hauptspur, Abseitserfahrungen sammeln.

Dazu kann ich nur sagen – Üben, üben … Denn es ist so schön, seine eigene Spur in den frischen „Powder“ zuziehen.

Wenn Ihr Euch dabei sicher fühlt, steht einer „richtigen“ Skitour mit Abfahrt im freien Gelände fast nichts mehr entgegen.

 

BITTE! Wer den gesicherten Skiraum verlässt, sollte sich auf jeden Fall vorher über die Lawinensituation informieren und den Wetterbericht anschauen, seine LVS-Ausrüstung dabeihaben und eine Tourenplanung machen!

Lawinensituation – Wetter – Kondition aller Teilnehmer an der geplanten Tour

Den richtigen Umgang mit der LVS-Ausrüstung und was zu einer Tourenplanung gehört, lernt Ihr bei einem Lawinenkurs der zahlreichen Anbieter (z. B. Alpenverein, Bergschulen).

Das Lawinen-Camp Bayern bietet jedes Wochenende Kurse am Spitzingsee/Taubenstein an. Informiert Euch: http://www.lawinenkurse.de/konzepte/lvs-kurse/

Skitouren im Taubensteingebiet

Wenn Ihr nach dem ersten steilen Anstieg die „Piste“ verlasst und Richtung Schönfeldhütte weitergeht, habt Ihr einige Gipfel zur Auswahl: Jägerkamp, Benzingspitz, Tanzeck und Rauhkopf und nach einer Abfahrt weiter zur Aiplspitz. Ganz nach Tagesverfassung und Schneelage lassen sich auch einige Gipfel aneinanderreihen.

Eine der bekanntesten Touren in diesem Gebiet ist sicher die „Rotwand Reibn“ Die Einheimischen gehen diese Tour etwas anders als in den meisten Beschreibungen. Wir folgen vom Parkplatz der Taubensteinbahn der ehemaligen Piste bis zur Taubensteinbergstation. Bis dahin ist es eher noch eine Pistentour. Jetzt beginnt die „richtige“ Skitour. Meistens finden wir schon eine Aufstiegsspur zum Taubenstein, weiter über Lämpersberg und Kirchstein zum Rotwandhaus und natürlich zum Rotwandgipfel. Zeit für eine Pause und eine kleine Stärkung am Gipfel. Wem es dort zu windig ist, schnell die Felle runter, und nach ein paar Schwüngen seid Ihr am Rotwandhaus. Oder wer lieber seine eigene Brotzeit isst, dem empfehle ich, gleich noch weiter runterzufahren ‒ in die Senke zwischen Rotwandhaus und dem Aufstieg zur Auerspitz. Dort ist es schön windgeschützt. Mit neuer Energie seid Ihr auch gleich oben am Gipfel der Auerspitz. Jetzt kommt meine Lieblingsabfahrt auf der Tour. Der Hang vorbei an den Ruchenköpfen ist nordseitig und nicht so steil und breit genug. Heißt: guter Schnee und Platz für schöne Schwünge im Powder! Meistens! An oder besser etwas oberhalb der Großtiefentalalmen ziehen wir die Felle wieder auf. Aufstieg zum Miesingsattel. Wer jetzt noch Kraft und Zeit hat, kann den Hochmiesing noch besteigen. Vom Sattel geht es wieder runter. An den Kleintiefentalalmen vorbei und zum letzten Mal wieder rauf zum Taubensteinhaus. Da habt Ihr Euch dann eine Stärkung wirklich verdient. Hmm, Spinatknödel und ein Weißbier und hinterher noch ein Stück von Toms Kuchen.

Das letzte Stück leicht bergauf bis zum Sattel an der Taubensteinbahn schafft Ihr dann auch noch ganz leicht. Jetzt geht es die alte Piste, die wir morgens rauf kamen, wieder runter bis zum Ausgangspunkt ‒ der Taubensteinbahn. Eine schöne, aber lange Tour. Bitte früh starten! Die Tour hat ca. 1.200 Höhenmeter, und Ihr solltet mit 4 bis 4 ½ Stunden reiner Gehzeit rechnen.

 

 

Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit:

Schönfeldalm/DAV-Hütte: Der Kaiserschmarrn ist sensationell gut, wird immer frisch gemacht, das Warten lohnt sich. Auch die herzhaften Gerichte sind super abgeschmeckt! – Gruß an die Küche auf diesem Weg. Übernachtungsmöglichkeit: insgesamt 36 Betten in verschiedenen Zimmern aufgeteilt; weitere Infos und Reservierung: https://www.davplus.de/schoenfeldhuette

Das Taubensteinhaus/DAV-Hütte: Seit letztem Sommer ist ein neues Team auf der Hütte. Martina mit ihrem Mann Tom und Sohn Dennis erwarten Euch freudig. Übernachtungsmöglichkeit: 2 Mehrbettzimmer und 2 Bettenlager für gesamt knapp 50 Personen; weitere Informationen und Reservierung: http://www.taubensteinhaus.de/

Taubensteingipfelstüberl: der schönste Wintergarten, mit der besten Aussicht, die ich kenne. Wenn das Gebäude der Bergstation auch den geschmackvollen Scharm der 70er ausstrahlt, kann ich den Wintergarten wärmstens empfehlen ‒ bei sonnigem Wetter ein toller Platz, um das Bergpanorama zu genießen

Rotwandhaus/DAV-Hütte: ideale Rast auf der „Rotwand Reibm“ oder auch mal ein schönes Ziel für einen Rodl-Ausflug. Kulinarisch werdet Ihr mit bayerisch-tirolerischer Küche verwöhnt. Übernachtungsmöglichkeit; weitere Infos und Reservierungen: http://www.rotwandhaus.de/rotwandhaus/startseite/

Obere Maxlraineralm: Fr.–So. geöffnet, liegt die Hütte südseitig am Fuße des Taubsteingipfelfelsens. Bei klarer Sicht habt Ihr von der Terrasse aus einen ganz tollen Blick bis zum Alpenhauptkamm. Die Hütte wird oft für Feiern gebucht. Ob Geburtstag, Hochzeit, Firmen-Event ‒ informiert Euch einfach unter: http://obere-maxlraineralm.de/

 

Verleih:

Ingo‘s Skiverleih im Ort, direkt neben der Kirche, ist Dynafit Test Center: www.skiverleih-spitzingsee.de

 

 

BergMadl Julia Zilken BergMadl Julia Zilken

Bergwander- und Schneeschuhwanderführerin, Verkaufstrainerin Sporttextil und -Hardware, aus Schliersee. Ich liebe die Berge! Bei meinen Touren die Faszination Berg mit allen Sinnen erleben! Freude mit anderen Menschen teilen. www.bergmadl-schliersee.de

 

 

 

Margot Wolf – unsere gute Seele vom Schliersee

Es gibt nur wenige hier in Schliersee, welche die Margot Wolf nicht kennen. Sie hat Ausstrahlung, Charme und das Talent, Menschen miteinander zu verbinden. Die Margot ist eigentlich gar keine „echte“ Schlierseerin, sondern in Kempten im Allgäu geboren, was man durchaus noch ein bisschen hören kann.

Seit 1996 ist sie in Schliersee, wobei sie zunächst nur im Sommer dort war, weil sie in Gersthofen noch ihr eigenes Restaurant „Essen & Trinken“ führte. 2010 ist sie dann nach Schliersee gezogen, wo sie in ihrem Haus, dem „Seehäusl“, eine liebevoll eingerichtete, gemütliche Ferienwohnung betreibt. Sie sei schon immer gerne eine Gastgeberin gewesen, erzählt mir Margot. Das war auch der Grund dafür, warum sie sich nach über 30 Jahren als Chefsekretärin und rechte Hand ihres Vorgesetzten zunächst im Gastgewerbe und später mit einer Ferienwohnung selbstständig gemacht hat. Organisieren liegt ihr im Blut. Das hatte sie, bevor sie mit 55 Jahren in den Vorruhestand ging, bereits bewiesen, indem sie Events mit über 1.000 Personen bei der chemischen Fabrik Pfersee GmbH geplant und durchgeführt hatte.

Die Margot ist mehr Schlierseerin als viele der Einheimischen, obwohl sie eigentlich eine „Zuagroaste“ (dt. Zugezogene) ist. Sie liebt die Gegend hier und beteiligt sich äußerst engagiert am Gemeindeleben.

So ist sie beispielsweise 2. Vorsitzende der NachbarschaftsHilfe Schliersee e. V. und organisiert hier vor allem Ausflüge und Benefizveranstaltungen. Letztere finden im Schlierseer Bauerntheater statt, und Margot gelingt es, den ganzen Saal mit Zuschauern und Spendern für einen wohltätigen Zweck zu füllen. Dazu gewinnt sie Künstler, wie z. B. Karl Kögl, Bettina Schoeller, Carlo Schraml und Timm Tzschaschel.

Außerdem engagiert sich Margot im Katholischen Frauenbund, wo für einen guten Zweck gebastelt, gebacken oder Marmelade eingekocht wird. Die selbst hergestellten Produkte werden dann auf dem Oster- und Weihnachtsmarkt in Schliersee verkauft. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Die Platzerl sind Weltklasse!

Außerdem organisiert die Margot Lesungen, welche sie alleine oder auch gemeinsam mit Christl Fitz durchführt. Besonders heimelig sind ihre Wohnzimmerlesungen, wozu sie ein paar Frauen zu sich nach Hause in ihr gemütliches Wohnzimmer einlädt. Etwaige Spenden gehen wieder an die NachbarschaftsHilfe.

Nicht zu vergessen: ihr Seehäusl, in dem sie viele Stammgäste beherbergt und mit ihrem wunderbaren Frühstück verwöhnt. Margot beweist Einfallsreichtum und bietet ihren Gästen je nach Jahreszeit Programme mit ausgesuchten Ausflügen in die nähere Umgebung an. Außerdem nimmt sie für einen Unkostenbeitrag jedes Jahr als Gastmutter mehrere Schülerinnen und Schüler aus dem Ausland bei sich auf. In diesem Jahr hat sie erstmals chinesische Schüler/-innen zu Besuch am Schliersee.

 

 

Margots Lieblingsplatz am Schliersee:
Runter zum See laufen und sich im Kurpark auf eine Bank setzen – am liebsten abends ab 21:00 Uhr, wenn nicht mehr so viel los ist und sie die Ruhe genießen und auf den See schauen kann.

Margots Empfehlungen an Gäste und Besucher:

  • um den Schliersee oder Spitzingsee spazieren gehen oder
  • am Westufer abseits der Straße bis Fischhausen am Schliersee entlangwandern und dann mit dem Schiff zurückfahren,
  • das Markus Wasmeier Freilichtmuseum besuchen,
  • auf den Weinberghügel und die Schliersbergalm laufen, um die Aussicht auf den See zu genießen,
  • die Werteproduzenten besuchen, beispielsweise die Destillerie Slyrs und die Vitalwelt Schliersee sowie noch einige Betriebe mehr in der Alpenregion Tegernsee Schliersee,
  • im monte mare zum Schwimmen oder in die Sauna gehen.

 

Margot Wolf
Seehäusl Schliersee
Gartenstraße 13
83727 Schliersee

Tel.: 08026/9293647

Website: http://www.margot-wolf-schliersee.de/

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Der Schliersee von oben – ein unvergessliches Erlebnis

Der Traum vom Fliegen beschäftigt die Menschheit schon seit Anbeginn. Was muss es für ein Erlebnis sein, hoch über den Berggipfeln und Tälern sanft dem blauen Himmel entgegenzuschweben, unter sich den tiefblauen Schliersee. Karl Hiermeyer hat sich diesen Traum erfüllt: Er ist Gleitschirmflieger aus Leidenschaft. Wenn das Wetter es erlaubt, zieht es ihn mit seinem Gleitschirm in den Sommermonaten mindestens einmal pro Woche auf einen der Berge rund um den Schliersee.

Einer seiner Lieblingsstartplätze befindet sich kurz unterhalb des Jägerkamp-Gipfels. Der rund 1.700 Meter hohe Jägerkamp erhebt sich über dem westlichen Ufer des Sees. Zahlreiche Wanderpfade führen auf den landschaftlich eindrucksvollen Berg, manche länger, manche kürzer, aber dafür umso steiler.

Auf einem dieser kurzen und steilen Pfade, der auf halbem Weg zum Spitzingsattel abzweigt, darf ich Karl und seinen Freund und Gleitschirmkollegen Tilo Siebold nach oben begleiten, um den Abflug der beiden versierten Luftpiloten hautnah mitzuerleben.

Die Gleitschirme der beiden Männer sind in großen Rucksäcken verstaut, die jeweils zwischen 12 und 15 Kilogramm wiegen. Dennoch erreichen wir nach gut einer Stunde den markanten „Krater“ des Jägerkamp. Ein frischer Ostwind pfeift über die Bergkämme und saftig grünen Almwiesen ‒ die Aussicht ist grandios. Tief unten im Tal grüßt der Schliersee mit der Insel Wörth und seinen teilweise unverbauten Ufern, in der Ferne erahnt man die Münchner Schotterebene, über der an diesem Tag ein bläulicher Dunst liegt. Der Himmel über dem Jägerkamp dagegen präsentiert sich im schönsten Hellblau – ein idealer Flugtag, wie ich von den beiden Gleitschirmfliegern erfahre. Über dem Gipfel der Brecherspitz nebenan erspähen wir auch schon zwei Kollegen, die langsam ihre Runden drehen.

Der perfekte Startplatz ist schnell gefunden. Eine Familie mit zwei Kindern hat es sich dort bei einem Picknick gemütlich gemacht. Als Karl und Tilo ihre Ausrüstung auspacken, machen die Kinder große Augen. Da es in den oberen Luftschichten auch im Sommer empfindlich kalt werden kann, steigt Karl in einen Anzug, der ihn vor dem scharfen Wind schützen soll. Auch Handschuhe und Helm sind unerlässlich. „Aktives Fliegen“ nennt sich das. Im Prinzip folgt man der Windrichtung, doch Höhe und Kurven kann man mithilfe der verschiedenen Leinen, an denen der Schirm befestigt ist, gut beeinflussen. Bis über 3.000 Meter hoch fliegt der Gleitschirm an guten Tagen, in der Regel liegt die Flughöhe aber bei rund 1.000 Metern. „Gleitschirmflieger müssen die Thermik perfekt ausnutzen und einschätzen können“, erzählt Tilo Siebold. Auch er übt diesen Sport schon sein halbes Leben lang aus und bietet zahlenden Kunden Doppelsitzerflüge rund um den Schliersee an. Je nachdem, wo man hinfliegt, kann ein Flug schon mal sechs Stunden dauern.

Karl Hiermeyer hat sich kürzlich einen neuen Gleitschirm zugelegt, an den er sich erst noch gewöhnen muss. Deshalb dauert es ein bisschen, bis der Abflug klappt. Doch dann geht es plötzlich ganz schnell: Er läuft ein paar Meter den Hang hinunter, der Wind bauscht das ultraleichte Gewebe des Gleitschirms auf, und schon erheben sich Mann und Schirm in die Lüfte. Kurz darauf folgt Tilo. Sein Start gelingt auf Anhieb. Eine Weile folgt mein Blick den grünen und roten Schirmen meiner beiden Begleiter, bis sie sich im blauen Himmelsdunst verlieren. Ein festes Ziel hatten beide nicht, denn landen dürfen Gleitschirmflieger überall. Mir bleiben nur der Weg zurück ins Tal und der Wunsch, es den beiden irgendwann gleichzutun und den Schliersee und seine Umgebung aus der Luft zu erkunden.

 

Tilo Siebold
tilomann@gmail.com

 

Fotos: Karl Hiermeyer, Katharina Fitz

 

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

 

 

 

Ostergenuss in Schliersee: Osterbrunch und Osterfrühstück

„Ostern, Ostern, Auferstehn.
Lind und leis‘ die Lüfte wehn.
Hell und froh die Glocken schallen:
Osterglück den Menschen allen!“

 Volksgut

Ostern naht, und damit stellt sich bei vielen die Frage, wie man den Ostersonntag am schönsten verbringen kann. Ob mit der Familie, zu zweit, mit Freunden oder alleine ‒ in Schliersee bieten sich verschiedenste Möglichkeiten für einen entspannten, friedvollen oder erlebnisreichen Tag. Jeder so, wie er es am liebsten mag …

Wir sind hier mit sehr vielen sehr guten Gaststätten gesegnet, in denen man ein hervorragendes Osterlamm oder andere österliche Spezialitäten genießen kann.

Ich möchte in diesem Jahr etwas früher in der Tageszeit beginnen und habe mich auf die Suche nach einem guten Osterfrühstück oder Osterbrunch gemacht. Dabei bin ich auf mehrere Möglichkeiten gestoßen:

Das Karma Bavaria bietet am Ostersonntag eine Ostereiersuche im Hotelgarten mit anschließendem Brunch an. Nach der Eiersuche gibt es einen Frühlingsaperitif in der Hotellobby und danach im hellen, einladenden Karmasee Restaurant allerlei Köstlichkeiten vom gebratenen Lamm bis hin zu thailändischen und asiatischen Spezialitäten. Hier findet sicherlich jeder, egal ob groß oder klein, für sich genau das Richtige.

Im gemütlichen Café Wildschütz Jennerwein bekommen Sie zusätzlich zum „herzhaften Wilderer-Frühstück“ oder dem „Fitness-Frühstück für schneidige Berggamsen“ ein gschmackiges Osterfrühstück. Auch für Kinder, Kasliebhaber und Liebespaare gibt es besondere Angebote. Das frisch gebackene Brot kommt aus der eigenen Backstube der Bäckerei Gritscher. Alles hier ist liebevoll gestaltet und dekoriert, sodass man gar nicht anders kann, als sich wohlzufühlen.

Im Konditorei-Café Mesner wird außer süßen Köstlichkeiten vom Schliersee auch ein ausgezeichnetes Frühstück mit sehr freundlicher Bedienung angeboten. Und an Ostern gibt es dazu noch einen selbstgebackenen Osterfladen. Das Café ist sowohl von außen als auch von innen wunderschön österlich geschmückt und strahlt eine angenehme Atmosphäre aus. Bei schönem Wetter kann man auf der großen Terrasse mit Blick auf den See sitzen und die ersten warmen Sonnenstrahlen genießen.

Aber man kann auch hoch hinaus und mit der Gondel auf die Schliersbergalm fahren. Wer gerne wandert, hat nach einem ausgiebigen Osterbrunch mit Lammhaxn, Kaninchenkeule, Räucherlachs und vielem mehr die Wahl zwischen mehreren Wanderwegen. Auch für Kinder ist hier oben einiges geboten, wie z. B. ein Spielplatz, Trampolinspringen, die Fahrt mit dem „Alpenroller“ oder mit der Sommerrodelbahn. Und die Aussicht auf den See ist einfach grandios!

Osterbrunch Schliersbergalm

 

Auf der Insel im Schliersee gibt es am 16. und 17. April einen Osterspezialbrunch. Dies ist ein ganz besonderes Erlebnis, da um 11:00 Uhr mit dem Schiff zur Insel übergesetzt wird und im Anschluss an den Brunch kann man noch eine Seerundfahrt genießen, bevor es wieder an Land geht. In der urigen, gemütlichen Gastwirtschaft gibt es allerlei Leckereien, wie z.B. eine Lammkeule und Osterschinken. Ein besonderes Highlight für die Kinder wird sicherlich die spannende Ostereiersuche.

 

Im Charivari in der Vitalwelt am Schliersee gibt es am Ostersonntag einen Osterbrunch. Hier kann man sich u.a. mit mediterranem Gemüse, Florentiner Spinatkäsespätzle, einem gebratenen Forellenfilet, und zur Nachspeise mit einer Eierlikör-Mascarponecreme verwöhnen lassen. Zur Freude der Kinder bekommt jedes Kind eine Osterüberraschung. Bei schönem Wetter lässt es sich wunderbar auf der Terrasse sitzen, von wo aus man direkt auf den Schliersee und die ihn umgebende Bergwelt blickt.

 

Egal, wie Sie sich entscheiden, ich wünsche Ihnen allen ein ganz wundervolles Osterfest!

 

Karma Bavaria
Kirchbichlweg 18
83727 Schliersee
Telefon:+49 8026 6080
Internet: https://karmagroup.com/find-destination/karma-resorts/karma-bavaria/de/#9L2Ru9WIgFgjOwmx.97

 

Café Wildschütz Jennerwein
Bahnhofstr. 11 a
83727 Schliersee
Telefon:+49 8026 9769376
Internet: http://cafe-jennerwein.de

 

Konditorei-Café Mesner
Florian Guggenbichler
Lautererstraße 2
83727 Schliersee
Telefon:+49 8026 64 36
Telefax:+49 8026 922720
E-Mail: cafe.mesner@t-online.de
Internet: https://www.bergmuehle-fischbachau.de/deutsch/caf%C3%A9-konditorei-mesner-schliersee/

 

Schliersbergalm Hotel und Gastronomie GmbH
Schliersbergalm
83727 Schliersee
Telefon:+49 8026 6722
Telefax:+49 8026 6685
E-Mail: hotel@schliersbergalm.com
Internet: http://www.schliersbergalm.de

 

Insel im Schliersee
Insel Wörth 1
83727 Schliersee
Telefon:+49 8026 9299588
Telefax:+49 8026 9299587
Email: insel@bayerischerhof-online.de
Internet: http://www.dieinselimschliersee.de/de/schlierseeinsel/

 

Charivari
Perfallstraße 4
83727 Schliersee
Telefon:+49 8026 9209022
Telefax:+49 8026 9299587
Email: info@charivari-schliersee.de
Internet: http://www.monte-mare.de/de/schliersee_charivari.html

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Medius Medizinische Fitness – Schwitzen mit traumhaftem Blick auf den See

Es klingt vielleicht arrogant, zu sagen, dass das Medius das schönste Fitnessstudio der Welt ist, aber die Aussicht ist tatsächlich einzigartig. Egal, ob man nun auf dem Stepper auf der Stelle läuft oder auf dem Fahrrad kräftig in die Pedale tritt – der Blick auf See, Insel und Berge ist atemberaubend. Die zwei Fernseher an der Wand sind eigentlich überflüssig, da das Treiben im Kurpark viel unterhaltsamer ist, als es ein Fernseher je sein könnte.

Auch Sebastian Ranft, Geschäftsführer im Medius, schwärmt von der tollen Landschaft und den vielen sportlichen Möglichkeiten, die man bei uns in Schliersee hat. Er weiß, dass dies auch die Gäste zu schätzen wissen. Aus diesem Grund bietet das Medius – für Gäste mit der Gästekarte kostenlos ‒ einmal in der Woche „Yoga auf dem Dach über dem Schliersee“ (bei schlechtem Wetter im Übungsraum vom Medius) an. Schon für die Aussicht vom Dach lohnt sich das Mitmachen – einfach mal ausprobieren.

Für Gäste mit Gästekarte gibt es außerdem vergünstigte Tages-, Wochenend- und Wochenkarten. Man muss also auch im Urlaub nicht auf den gewohnten Fitnessstudiobesuch verzichten. Das Medius kann in vollem Umfang genutzt werden – Geräte genauso wie das abwechslungsreiche Kursangebot. Gerne können natürlich Bausteine, wie Leistungsdiagnostik oder die Erstellung eines individuellen Trainingsplans, kostenpflichtig dazugebucht werden. Die Nutzung der kleinen Sauna ist selbstverständlich inbegriffen und optimal nach dem Sport. Wer Wert auf verschiedene Saunen und Aufgüsse legt, sollte allerdings nach oben ins montemare (http://www.monte-mare.de/de/schliersee.html) wechseln.

Aber das Medius hat noch mehr zu bieten: Es werden auch komplette „Schliersee-Aktiv-Reisen“ angeboten. Gönnen Sie sich eine aktive Auszeit und nehmen Sie sich mal wieder Zeit für sich, Ihre Gesundheit und Ihre sportlichen Ziele. Hier kann man aus verschiedenen Bereichen wie speziellen Programmen für Rücken, für eine Abnehmwoche oder eine Vorbereitung auf z. B. einen Marathon auswählen.

Zusätzlich gibt es von den Krankenkassen bezuschusste Reisen, die sogenannten BKK-Aktivwochen (http://www.medius-fitness.de/bkk-aktivwoche/). Auch hier liegt der Fokus auf verschiedenen Bereichen, wie etwa Rücken, Herz-Kreislauf oder Gesundheitswandern. Ziel hierbei ist es, den Kunden wieder an die Bewegung heranzuführen und die Freude an der Bewegung zu wecken.

Ganz neu im Programm und sicher bald schon sehr beliebt ist der Kurs Gesundheitswandern. Alle Kurse finden draußen statt, es werden unterwegs Atemübungen und Kräftigungsübungen gemacht. Dazu gibt es auch Theorie. Der soziale Aspekt steht hier im Vordergrund, kombiniert mit Bewegung in freier Natur in unserer herrlichen Landschaft ‒ ein Traum für jeden!

Sebastian Ranft bekräftigt am Ende unseres Gesprächs noch einmal, wie viel Potenzial Schliersee für die Gäste hat ‒ mitten in den Bergen und trotzdem für jeden erlebbar! Eine Wanderung muss nicht zwingend zu einem hochalpinen Abenteuer werden, denn z. B. eine Wanderung um den Schliersee ist auch für unerfahrene Wanderer möglich und ein tolles Erlebnis.

 

Adresse:
medius-schliersee GmbH & Co. KG
Perfallstr. 4
83727 Schliersee
08026/9293841

Öffnungszeiten
Mo.-Fr.: 7:00-22:00 Uhr
Sa.: 9:00-20:00 Uhr
So.: 9:00-20:00 Uhr
Feiertag: 15:00-20:00 Uhr

Freitag
von 09:00-10:30 Uhr
Yoga auf dem Dach

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Schlittengaudi auf dem Kirchbichl

Früher stand auf dem Kirchbichl zwischen Schliersee-Westenhofen und Hausham das Kloster Schliersee (um 770 gegründet). Nachdem es, wie vermutet wird, in den Ungarnstürmen im 10. Jahrhundert untergegangen ist, wurde es 1141 neu gegründet und in den Ort Schliersee an die Stelle der heutigen Pfarrkirche St. Sixtus verlegt.

Den Kirchbichl gibt es heute immer noch, und er ist im Winter vor allem für Kinder ein beliebter Schlittenhügel. Aber auch Erwachsene haben ihre helle Freude am Rodeln.

Daher mache ich es so, wie in dem Spruch empfohlen: „Wenn der Winter endlich naht, ist es Zeit für eine Schlittenfahrt.“

Nach dem Aufstieg, bei dem ich bis zu den Oberschenkeln im Schnee versunken bin, bietet sich mir ein grandioser Ausblick über die Ortschaft Schliersee bis hin zum See. Die umliegende Bergwelt ist in Zwielicht getaucht, und dicke Schneewolken verkünden die nächsten Schneeflocken.

Die Kinder stürzen sich mit Freudengeheul über die verschneite Kante und rodeln übermütig den teilweise wirklich steil abfallenden Hang hinunter. Unten ist viel Platz, um den Rodel auslaufen zu lassen, und etwaige Stürze werden vom hohen Pulverschnee weich abgefangen. Gerötete Gesichter, Jubel und völlig von Schnee bedeckte Menschen in dicker Winterkleidung zeugen von wahrer Lebensfreude – eine Riesengaudi für die ganze Familie.

Nach anderthalb Stunden im Schnee und mehrfachem Auf und Ab mit dem Schlitten sind selbst die Haare eingefroren, und es wird Zeit, den Nachmittag bei einer heißen Schokolade in einem der Cafés in der Ortsmitte ausklingen zu lassen.

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Herbstspaziergang zur Burgruine Hohenwaldeck

Es ist ein warmer Spätsommertag. Ein laues Lüftchen streicht über den Schliersee, und die Morgensonne steht schon tief. Ein idealer Tag also, um einem geschichtsträchtigen Platzerl hoch über dem Schliersee einen Besuch abzustatten: der Burgruine Hohenwaldeck.

Ihre letzten Mauerreste thronen 209 Meter über dem Seespiegel auf einem Felsen. Der Weg hinauf ist kurz, aber steil. Anfangs führt der Pfad über einen Wiesenhang, auf dem in der schönen Jahreszeit Kühe weiden. Nach einem misstrauischen Blick auf die grasende Herde, unter der ich auch ein paar Jungstiere erkennen kann, beschleunigen sich meine Schritte, und ich überquere die Wiese rasch. Erleichtert lasse ich die freie Fläche hinter mir und tauche in die Kühle des Bergwaldes ein. Hier wird der Weg merklich steiler. Zur besseren Begehbarkeit wurden in den Untergrund hie und da Holzbalken verankert, sodass eine Art Treppe entstanden ist. Immer wieder mache ich kurz Halt, um die Informationen auf den zahlreichen Hinweistafeln zu studieren, die entlang des Weges aufgestellt wurden.

Hier finden sich interessante Fakten zu den heimischen Bergbäumen, wie beispielsweise die Vogelkirsche oder die Weißtanne. Ein paar Meter weiter stehen auch schon die ersten Schilder, die Details aus der Geschichte der Burgruine verraten.

Eine eigenartige Atmosphäre herrscht in dem Hochwald, der trotz der frühen Stunde und des schönen Sommertages düster wirkt. Es scheint, als ob mit dem Betreten des Weges zur Ruine auch die Epoche gewechselt hätte. Bilder von Edelmännern und Burgfräulein kommen mir in den Sinn, und einen kurzen Augenblick lang spüre ich die hoffnungsvolle Erwartung, statt verfallene Mauern der einstigen Festung eine prachtvolle Ritterburg auf dem Gipfel vorzufinden. Meine Vorfreude wird jedoch durch den Anblick der moosbewachsenen Felsbrocken, die sich plötzlich seitlich des Weges auftürmen, jäh zerstört.

Sie sind die letzten Zeugnisse eines verheerenden Felssturzes, der Ende des 15. Jahrhunderts große Teile der Burg zerstört und sie damit endgültig unbewohnbar gemacht hat. Angesichts der unglaublichen Kräfte, die hier gewirkt haben müssen, schaudere ich kurz und setze meinen Weg zügig fort. Nach circa einer dreiviertel Stunde bin ich am Ziel. Von der einstigen stattlichen Burg, die im Laufe der Jahrhunderte mehrfach den Besitzer wechselte, sind lediglich Teile der Umfassungsmauer und Reste des Turms übriggeblieben.

Eine schmale Holzbrücke führt an der Südmauer entlang in das ehemalige Innere der Burg. Die Natur hat sich freilich schon längst ihr Terrain zurückerobert, doch an manchen Stellen sind die Mauern erstaunlich gut erhalten.

Die Belohnung für den Aufstieg wartet auf einem Felsvorsprung: Unter dem mächtigen Gipfelkreuz laden zwei Bänke zum Verweilen ein und bieten einen grandiosen Ausblick auf den Schliersee, die Berge und das Umland. An klaren Tagen kann man weit ins Land hineinblicken und in der Ferne den einen oder anderen Kirchturm benachbarter Gemeinden erspähen. Die Ruine Hohenwaldeck lockt aufgrund ihrer wildromantischen Lage auch viele Verliebte auf den Berg. Unzählige Herzen, Liebesschwüre und Initialen sind in den Stamm der sogenannten Liebesbuche – eine Buche, die von einem dicht daneben stehenden kleineren Baum eng umschlungen wird –  für die Ewigkeit eingeritzt. Der prächtige Baum scheint es nicht übel zu nehmen.

Die Geschichte der Burgruine Hohenwaldeck ist wechselvoll: Über ihre Entstehung sind sich die Geschichtsschreiber uneins. Große Buckelquader an den Kanten des verfallenen Turms deuten auf eine Errichtung gegen Ende des 13. Jahrhunderts hin. Eine der Hinweistafeln berichtet gar von römischen Ursprüngen. Doch diese These ist in Historikerkreisen mittlerweile umstritten. Sicher ist jedenfalls, dass sich die Burg zur damaligen Zeit im Besitz der Grafen zu Waldeck befand. Sie fungierten als Vögte des Chorherrenstiftes Schliersee und residierten über 200 Jahre lang im Miesbacher Land.

Der letzte ritterliche Bewohner der Burg war wohl Georg von Waldeck. Nach seinem Tod 1380 blieb die Burg unbewohnt. 1516 erwarb Wolfgang von Maxlrain die Besitzrechte. Die Maxlrainer galten damals als eines der reichsten Adelshäuser Oberbayerns. Nachdem auch dieses Geschlecht ausstarb, wurde die Herrschaft über die Burg 1734 dem Kurfürstentum Bayern übergeben.

Für eine Wanderung zur Burgruine Hohenwaldeck sollte man eine gute Kondition haben. Außerdem ist festes Schuhwerk zu empfehlen, da der Weg an manchen Stellen ausgewaschen und rutschig ist.

Ausgangspunkt: Hinter der Gaststätte „Schnapperwirt“ in Fischhausen am südlichen Ende des Schliersees zweigt ein Weg nach links ab. Der Weg zur Burgruine ist ab dort ausgeschildert. Parkmöglichkeiten gibt es auf einer Wiese neben der B 307.

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

 

 

Wie lebt es sich als Zuagroaste (Zugezogene) in Schliersee? – Interview

Wir haben uns in der Redaktionssitzung überlegt, wie es sich als zugezogener Nichtbayer in unserem schönen oberbayerischen Dorf lebt.

Man sagt den Bayern ja einiges nach, und das Schlimmste davon ist nicht die ungewöhnliche, für manches Ohr schwer verständliche Sprache …

Als Fremder stellt einen der hier übliche Dialekt vor so manche Herausforderung – angefangen mit der doppelten Verneinung „Des war no nia ned anders“ („Das war noch nie anders“) bis hin zu für manchen Nicht-Bayern deftigem Fluchen „Zupf di, du Rindviech“ („Lass mich in Ruhe, du …“). Allerdings sollte man dazu wissen, dass „du damischer Depp“ durchaus liebevoll frotzelnd gemeint sein kann.

Und dann die Essensgewohnheiten: weiße, blasse Würste und süßer Senf – eine bayerische Tradition. Da die Weißwurst das Zwölfuhrläuten nicht hören darf, wird sie als spätes Frühstück verzehrt ‒ nein: ausgezuzelt (beim Zuzeln wird nicht abgebissen, die Wurst wird nur aus der Haut herausgesaugt). Als Nicht-Einheimischer darf man sie aber auch mit Messer und Gabel essen.

Ab wann ist man hier eigentlich Einheimischer?

Dazu habe ich Franco und Marion befragt. Franco stammt aus Sizilien, und Marion ist aus der Nähe von Köln. Franco ist schon ein bisschen länger hier im Bayerischen Oberland. Marion ist ihm nachgezogen.

„Am Anfang war es gar nicht so leicht, Anschluss zu bekommen“, erzählt sie, aber als rheinländische Frohnatur hat sie sich rasch von ihren Arbeitskollegen akzeptiert gefühlt und konnte so über diesen Weg erste Kontakte aufbauen. Franco bevorzugt den unkonventionellen Stil und liebt Biergartenbesuche, wo man sich einfach an einen Tisch dazusetzen und mitratschen kann. Er hält uns Obalandla für ungezwungen, manchmal ein bisserl grantelnd (übers Wetter, die Politik und das Leben schlechthin), aber durchaus für ein lustiges, geselliges Völkchen.

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Bei ihrem Lieblingsplatz sind sich beide einig: die Insel Wörth mitten im Schliersee. Ein idyllisches Platzerl, um seine Seele baumeln zu lassen oder an einem schönen Sonntagvormittag einen deftigen Brunch zu genießen. Auch die Rixner Alm hat es ihnen angetan: „Lauter gute Sachen haben die dort: Kaffee, selbst gebackenen Kuchen, Brotzeitplatten … Und eine spektakuläre Aussicht auf den See noch dazu!“

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„Fremd ist der Fremde nur in der Fremde“, sagte schon Karl Valentin (gespr.: Falentin).

„Man muss offen für die Menschen und Gebräuche in Schliersee und Umgebung sein“, erklärt Marion. „Ohne sich darauf einzulassen und die Menschen hier wirklich kennenlernen zu WOLLEN, wird eine Eingliederung nur schwer funktionieren. Man muss damit rechnen, zunächst kritisch betrachtet und genau studiert zu werden. Aber wenn man die Menschen hier so nimmt, wie sie wirklich sind ‒ ein durchaus friedliebendes, immer noch ziemlich urwüchsiges Volk ‒, dann kann man Freundschaften fürs Leben schließen. Und es wird immer Nachbarn geben, die einen zu einem spontanen Kaffee oder Feierabendbier einladen.“

„Wichtig ist auch, die Natur rundherum zu achten“, meint Franco. „Die meisten Einheimischen, die ich hier kennengelernt habe, sind unglaublich stolz auf ihre Berge, den See und die sie umgebende Natur überhaupt. Übrigens ist der Schliersee ein Paradies für Angler“, fügt er aus eigener Erfahrung sprechend an.

Franco lebt schon lange hier und fühlt sich „fast“ wie ein Einheimischer. Und auch für Marion ist die Fremde nicht mehr fremd, und daher ist sie laut der Weisheit Karl Valentins nicht mehr fremd hier in Schliersee. Das wiederum bedeutet, dass sie keine Fremde mehr ist und immer mehr zu einer („Quasi“-)Einheimischen wird.

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

Familienwanderung: Mit Kindern auf die Gindelalm

„Wie weit ist es noch?“ Diese von Kindern allzu oft gestellte Frage werden alle Eltern kennen, insbesondere jene, die mit ihren Sprösslingen nur gelegentlich auf Wanderungen in den Bergen unterwegs sind. Die übliche Antwort der Eltern „Ist nicht mehr weit“ hat beim kürzesten Anstieg vom Parkplatz am idyllisch gelegenen Hennererhof im Tal des Breitenbachs hinauf zur 1.242 m hoch gelegenen Gindelalm in jedem Fall Gültigkeit. Der Anstieg über 390 Höhenmeter ist tatsächlich nicht besonders weit, gut ausgeschildert und sogar für kleinere oder wenig motivierte Knirpse in 1 ½  Stunden machbar. Der im Jahr 2015 neu sanierte, ziemlich breite Hüttenweg ist völlig gefahrlos zu begehen und für etwas ältere Kinder unter Umständen fast ein wenig eintönig. Vergessen Sie bitte nicht, für Ihr Kind oder Ihre Kinder immer ein Getränk und eine Kleinigkeit zu essen griffbereit zu haben. Besonders fitte Väter oder Mütter könnten sogar mit einem geländeerprobten Kinderwagen unterwegs sein.

Bei allzu sehr quengelnden Kids könnten neben spannenden Erzählungen oder Erklärungen auch folgende Lockmittel wie Wunder wirken: Auf der Gindelalm gibt es:

  • fast alle gängigen kindgerechten Getränke,
  • leckere Pfannkuchen oder gar Kaiserschmarrn mit Preiselbeeren,
  • deftige Wiener Würstchen,
  • verschiedene hausgemachte Kuchen,
  • einen Sandkasten und eine Schaukel (bei Gindelalm Nr. 2),
  • einen „richtigen“ Gipfel mit großem Gipfelkreuz und toller Aussicht ins Alpenvorland und
  • nicht zuletzt eine großartige Umgebung zum Herumtollen.

Die drei Almhütten ‒ übrigens alle seit Generationen im Besitz von Haushamer Landwirten ‒ sind während der üblichen Zeit von etwa Mitte Mai bis etwa Ende Oktober oder gar Anfang November bewirtschaftet. Mehr Komfort, eine etwas umfangreichere Auswahl an Speisen und sogar Übernachtungen mit 36 Schlafplätzen bietet die mittlere Almwirtschaft (Haus Nr. 2), während die vordere Alm (Haus Nr. 1) ‒ sie existiert laut Aussage ihrer Besitzerin seit 450 Jahren(!) ‒ und die obere Alm (Haus Nr. 3) dem Gast ausdrücklich eher gelebte Genügsamkeit und glaubhafte Almtraditionen offerieren.

Es ist wirklich ein ruhiger und besonders idyllischer Platz hier oben. Wer eher Ruhe und Entspannung bevorzugt, sollte unbedingt sonnige Wochenenden oder Feiertage meiden und einen Tag unter der Woche wählen. Sehr vielen Ausflüglern und Bergwanderern ist die Gindelalm ans Herz gewachsen. Der freie Blick nach Osten über die Schlierseer Berge zum Wendelstein ist für uns Erwachsene beeindruckend. Wer sich noch etwa 15 bis 20 Minuten Zeit nimmt und die zusätzlichen knapp 100 Höhenmeter hinauf zur kreuzgeschmückten flachen Gipfelkuppe der Gindelalmschneid hinaufsteigt, könnte die Ausblicke erheblich erweitern und bei sehr guter Fernsicht von dem 1.335 Meter hohen Gipfel bis nach München schauen.

Sehr häufig ist die Gindelalm auch Zwischenstopp auf der lohnenden Traverse vom Schliersee zum Tegernsee oder umgekehrt. Es ist eine relativ bequeme Wanderung auf Almstraßen und gut ausgeschilderten Bergwegen von etwa vier bis fünf Stunden Dauer mit einer zweiten Einkehrmöglichkeit im Berggasthaus Neureuth (1.261 m), die auch für Kinder oder ältere Personen ideal geeignet ist. Für Besucher aus dem Raum München empfiehlt sich auf jeden Fall die stressfreie und umweltverträgliche An- und Rückreise mit der Bayerischen Oberlandbahn (BOB).

Charakter und Besonderheiten: Abwechslungsreiche und landschaftlich sehr lohnende Bergwanderung ohne jegliche Schwierigkeiten

Talort: Schliersee (784 m)

Öffentliche Verkehrsmittel: BOB von München nach Schliersee

Anforderungen/Schwierigkeit: leichte Halbtagestour ohne Orientierungsproblematik, für Kinder ab ca. 6 Jahren geeignet

Höhenunterschied: etwa 400 Hm, bei Besteigung der Gindelalmschneid ca. 100 Hm mehr

Ausgangspunkt: Großer Parkplatz am Hennererhof (850 m), zu erreichen mit Pkw oder zu Fuß von Schliersee über dem Ortsteil Breitenbach

Gesamtdauer: etwa 2,5 bis 3 Stunden (Aufstieg 1 bis 1 ½  Std./Abstieg 1 Std.)

Beste Jahreszeit: Mitte Mai bis Ende Oktober

Ausrüstung: einfache Wanderausrüstung mit Regenschutz

Einkehrmöglichkeiten: 3 verschiedene Almwirtschaften auf der Gindelalm (http://www.gindelalm.de, Tel. 0173/9439384)

Beste Karte: AV-Karte 1:25.000, Blatt BY15 „Mangfallgebirge Mitte, Spitzingsee, Rotwand“

Fremdenverkehrsamt: Gäste-Information Schliersee, Perfallstraße 4, 83727 Schliersee, Tel: 08026/6065-0, (http://www.schliersee.de)

Die Route:

  1. Für Bahnreisende: Vom Bahnhof Schliersee nördlich der Bahngleise auf einem Fußweg im ca. 10 Min. zum Schlierseer Ortsteil Westenhofen bis zu einer Bahnschranke. Über die Bahngleise in die Breitenbachstraße. Auf dieser teilweise etwas steiler zunächst zum Ortsteil Breitenbach und geradeaus weiter ins Breitenbachtal bis zum Hennererhof (vom Bhf. Schliersee etwa 3,2 km, ca. 50 Min., mit Kindern entsprechend länger). Weiter wie bei b).
  2. Für Gäste mit dem Pkw: Vom Wanderparkplatz bis zu einem Abzweig vor dem Hennererhof (Hinweisschild). Hier nach rechts abbiegen und auf sehr gut angelegter Wegführung – meist durch Wald – zur Gindelalm.

 

 

Eckehard Radehose Eckehard Radehose

Eckehard Radehose In Schliersee zuhause, extrem berg- und reisesüchtig seit seinem 6. Lebensjahr. Dipl. Kartograph, Journalist und langjähriger Trekking- und Expeditionsleiter mit Vorliebe für besonders hohe Gipfelziele. An die 2.500 Gipfelbesteigungen weltweit und weit über 1.000 Skitouren. Mein bevorzugter Ort: Gipfel der Baumgartenschneid bei Sonnenuntergang mit einem Glas Rotwein.

 

 

Ein Abenteuertag für Eltern und Kinder auf der Schliersbergalm

Auf geht‘s mit der Gondel zur Schliersbergalm auf 1.061 m Höhe. Die Fahrzeiten sind von 8:30 bis 22:00 Uhr. Auf der Alm angekommen, hat man einen herrlichen Blick auf den Schliersee und die umliegenden Berge. Es bieten sich vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung für Erwachsene und vor allem auch für Kinder. Wer länger bleiben will, kann hier natürlich auch übernachten und die himmlische Ruhe auf dem Berg erleben.

Was für ein Vergnügen: Trampolin springen bis in den Himmel! Ein Bällebad nehmen und anschließend ab ins Schwimmbad und eintauchen in die kühlen Fluten. Oder wie wäre es mit einer Partie Schach in traumhafter Kulisse? Oder einer Fahrt mit dem Alpenroller ‒ einer Schienenbahn zum Selbststeuern. Kleine Helden werden hier zu begeisterten Zugführern … Danach steht Minigolfspielen auf dem Programm. Auf der lauschigen 9-Loch-Anlage am Waldrand vergnügen sich Erwachsene genauso wie die Kinder. Wer mag, macht einen Abstecher zur Kapelle und genießt dabei den Blick auf den See. Die Kleinen lieben eine Fahrt mit dem Kinderkarussell und können nach Lust und Laune auf dem großen Robinienholz-Spielplatz toben, während die Eltern es sich auf den zur Verfügung stehenden Liegestühlen bequem machen und die Zeit nutzen, um sich zu entspannen.

 

 

Zur Stärkung geht‘s dann zur Brotzeit in den Biergarten oder ins Restaurant, wo es über einen frisch zubereiteten Kaiserschmarrn, einer gesunden Portion Bio-Heumilch-Bergkäse bis hin zu geschmorten Ochsenbacken vielerlei Schmankerln gibt.

Für frisch gestärkte große und kleine Wanderer empfehle ich eine Rundtour mit der ganzen Familie zum Schliersberggipfel auf 1.265 m (Schwierigkeitsgrad leicht, Länge 3,1 km). Auch für geübte Wanderer gibt es schöne Pfade entlang der Wiesen und durch den Wald bis nach Zielmoos und Taferlmoos und wieder zurück zur Alm.

 

 

Wer danach noch fit ist, nimmt den Weg nach unten bis nach Schliersee. Müde Abenteurer lassen sich mit der Gondel zurück ins Tal tragen und genießen dabei den Sonnenuntergang über dem See. Eine Alternative für Wagemutige ist die Fahrt mit der Sommerrodelbahn. Auf einer Länge von 950 m durch den Wald und unter einer Brücke hindurch geht‘s rasant zurück zur Talstation. Und so geht ein gelungener Tag zu Ende …

http://www.schliersbergalm.de/

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.