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Nachhaltige und entspannte Anreise nach Schliersee mit dem E-Bike

Nachdem es in letzter Zeit immer wieder Ärger mit dem hohen Verkehrsaufkommen in Richtung Schliersee gegeben hat, haben wir vom Schliersee Magazin uns Gedanken gemacht, welche verschiedenen Möglichkeiten es denn gibt, ohne Auto anzureisen. Nachhaltiges Reisen liegt voll im Trend. Hier geht es um die Idee, bewusster und gleichzeitig erlebnisreicher zu verreisen.

Ich durfte heute eine zauberhafte, entspannte Anreise mit dem E-Bike ab dem Holzkirchener Bahnhof nach Schliersee unternehmen und bin total begeistert. Der Radlweg ist hervorragend ausgeschildert und ist mit Familien sehr gut zu fahren.

 

 

Die Tagesausflügler und reiselustigen Urlauber können mit der S-Bahn oder mit der Bayerischen Regiobahn von München nach Holzkirchen ganz entspannt starten. Nach meinen Recherchen können die Fahrräder für 6 Euro extra für eine Fahrradtageskarte dazugebucht werden. Fahrradanhänger werden nur mitgenommen, wenn sie zusammenklappbar sind. Die Beförderung von Fahrrädern von Kindern unter sechs Jahren erfolgt unentgeltlich.

Gut zu wissen: Eine Mitnahmegarantie für Fahrräder kann nicht gegeben werden, also plant bitte unbedingt den Berufsverkehr oder Stoßzeiten ein.

 

Gestartet bin ich am Bahnhof Holzkirchen. Dort gibt es schon sehr schöne Hinweistafeln  vom Münchner Wasserweg. Erst mal geht es Richtung Marktplatz Holzkirchen, von dort führt der Radlweg weiter in Richtung Oberlaindern und Darching. Ab Ortsende Holzkirchen bis Mitterdarching führt der Radlweg neben der Miesbacher Staatsstraße entlang. Links durch den Ort Mitterdarching bis zum Bahnhof Darching, bevor ich die Bahnhofstraße überquere und in Richtung Mühlthal fahre. Rechts an der berühmten Mangfallbrücke Weyarn führt der Weg weiter bergab zur Maxlmühle. Nach einem kurzen Stück neben der Staatsstraße biege ich rechts in Richtung Miesbach/Gotzing in den berühmten Münchner Wasserweg ab. Ab hier wird’s ruhiger und ich bin fast ganz allein unterwegs.

Der Radweg führt rechts neben der Mangfall entlang durch den Wald. Auch das Kloster Weyarn ist links sehr gut zu erkennen. An der kostenfreien Ladestation für E-Bikes gibt es die Möglichkeit, sich über die Geschichte des Münchner Wasserwegs zu informieren.  Verschiedene Teilstücke der alten Wasserleitungen sind dort zu sehen. Von dort bis unterhalb von Thalham ist der Radweg geteert. An der Kreuzung biege ich erst rechts und dann links in Richtung Miesbach in die Reisachstraße ab.

Neben dem Weg sind viele Informationstafeln über die Natur und das Wasser aufgestellt. Ganz besonders gut gefällt mir die Tafel „Kennst du die Aufgaben des Waldes“.  Immer wieder kleine Stationen zum Rastmachen für die ganze Familie.

Ein kleiner Abstecher zum Münchner Wasserschloss sollte bei der Tour unbedingt dabei sein. An einer weiteren Hinweistafel wird die Grundwasserfassung Reisach erklärt. Hier stehen auch viele Kunstwerke des Kunstkreises Kunstdünger, etwa eine riesige Weißwurst aus Stein und viele mehr. So ein schöner Platz. Eine kleine Pause bei herrlichem Sonnenschein.

Danach verlassen wir den Wasserweg und biegen links in Richtung Miesbach ab. Der Weg nach Miesbach ist nicht mehr weit. Dort decke ich mich am Wochenmarkt, der immer donnerstags von 6:00 bis 12:00 Uhr stattfindet, mit frischen heimischen Schmankerln ein. Meine Reise führt mich weiter Richtung Agatharied, Hausham und Schliersee.

Am Ende der Schlierachstraße biege ich rechts ab und fahre zum Hennererhof. Der Wanderparkplatz am Hennerer ist voll, ich habe den Autostau umfahren, komme ganz glücklich und voller Eindrücke an und freue mich auf einen frisch gebrühten Kaffee. Auch hier am Hennererhof kann das E-Bike während der Einkehr kostenlos geladen werden.

 

 

Anschließend führt der Weg zurück nach Schliersee. Hier genieße ich den See und fahre in Ruhe mit der Bayerischen Regiobahn zurück nach Holzkirchen.

Ich finde, es ist eine sehr gute Idee, mit dem E-Bike anzureisen und Schliersee autofrei zu erleben. Eine Landerlebnisreise nach Schliersee.

 

 

 

Angelika Prem Angelika Prem

Naturverliebte Schlierseerin, Kräuterpädagogin, Referentin und Seminarleiterin, Senior-Hennererwirtin, BBV Ortsbäuerin, liebt gutes regionales hausgemachtes Essen und entspannt beim Kuchen backen

 

 

 

Volksmusik als Familientradition – die Schlierseer Unterleiten-Musi

Volksmusik gehört zur bayerischen Tradition wie süßer Senf zur Weißwurst. Auch in Schliersee leben viele Volksmusikanten, die ihr Können und ihre Leidenschaft fürs Musizieren bei zahlreichen Veranstaltungen rund ums Jahr präsentieren. Die Familie Colautti-Denk ist so eine waschechte Musikantenfamilie. Bereits in vierter Generation musizieren die Familienmitglieder zusammen und treten als „Unterleiten-Musi“ auch bei Veranstaltungen und „Hoagaschten“ auf.

 

 

Der Großvater war „schuld“

Die Liebe zur Musik brachte einst Josef Colautti in die Familie. Inspiriert wurde dieser von seinem Vater, der bereits Zither spielte. Als begeisterter Akkordeonspieler versuchte er, seine Tochter Monika zum Erlernen eines Instruments zu bewegen. Zunächst vergeblich, wie die Schlierseerin mit einem Lächeln zugibt: „Ich hatte anfangs keine rechte Lust zum Musi-Machen. Aber mit der Zeit wuchs dann die Begeisterung, und mir macht es bis heute große Freude.“

Zusammen mit ihrem Vater und einem langjährigen Freund der Familie, Hans Brandl, absolvierte Monika als junge Frau ihre ersten Auftritte bei Privatfesten und spontanen Konzerten in Gasthöfen und Biergärten. Als das Akkordeon-Orchester in Hausham Nachwuchs suchte, lernte sie dort ihren späteren Ehemann Christian Denk kennen. „Ich war damals beim Akkordeon-Orchester dabei, und dann hat sich die Moni für unser Orchester interessiert“, erinnert sich der Familienvater. Das gemeinsame Musizieren schweißte das junge Paar zusammen, und nach ein paar Jahren heirateten die beiden.

Ihre Söhne Sepp und Florian bilden die vierte Generation der Musikerfamilie. Sie traten schon als kleine Buben in die Fußstapfen ihrer Eltern sowie ihres Großvaters und erlernten zunächst das Akkordeonspielen und später Zither und Gitarre. „Der Opa hat mir damals das Akkordeon umgehängt und mir ‚Auf der schwäbischen Eisenbahn‘ beigebracht“, erinnert sich einer von ihnen schmunzelnd.

Proben, Spielen und Komponieren

Seit zehn Jahren sind die Colautti-Denks zusammen mit Hans Brandl am Kontrabass als „Schlierseer Unterleiten-Musi“ aus der Schlierseer Musikszene nicht mehr wegzudenken. Als fester Programmpunkt einiger Veranstaltungen in der Gemeinde wie beispielsweise an verschiedenen Kurkonzerten begeistern sie Einheimische und Gäste. Mittlerweile hat das Volksmusik-Quintett auch bereits drei CDs veröffentlicht.

Im Vordergrund stehen für die musikbegeisterte Familie aber nicht der Ruhm und das Spielen vor Publikum, sondern schlicht und einfach der Spaß am gemeinsamen Musikmachen, am Improvisieren, am Üben und am Ausprobieren neuer Stücke und Lieder.

Jeden Dienstag treffen sich die fünf Musikanten im „Probenraum“ an der Schlierseer Unterleiten. Dort oben in dieser urigen Gartenhütte mit dem atemberaubenden Blick über See und Gemeinde wird das umfangreiche Repertoire von über 100 Musikstücken unermüdlich geprobt, erweitert und manchmal auch umgeschrieben. Denn viele Partituren müssen für die instrumentale Zusammensetzung aus Klarinette, Akkordeon, Gitarre, Zither und Kontrabass neu arrangiert werden. Zuständig dafür ist Sepp Denk. Den jungen Mann reizt es, neue Melodien zu kreieren. Im Laufe der Zeit hat er schon einige Stücke, zum Beispiel ‚Schliersee Boarischer‘ und ‚Abendrot am Schliersee‘ selbst komponiert. „Zum 50. Geburtstag meiner Mama habe ich den Unterleiten-Marsch komponiert“, erzählt er stolz. Ein schmissiger Ohrwurm, der die Mama damals zutiefst rührte: „Das war wirklich eine wunderschöne Geburtstagsüberraschung.“

Musik macht glücklich

Obwohl die Familie viel Zeit miteinander verbringt, gibt es kaum Unstimmigkeiten, da sind sich die vier absolut einig. Vielleicht liegt es an der Magie der Musik, denn: „In unserem Leben dreht sich eigentlich fast alles um die Musik“, sagt Mama Monika. Ein bestes Beispiel dafür, dass Musik einfach glücklich macht!

Gelegenheit, die Unterleiten-Musi in der Soatnmusi-Besetzung einmal live und in Farbe zu erleben, gibt es in diesem Jahr am Heiligen Abend. Am 24. Dezember untermalen die Musikanten die „Alpenländische Christmette mit Karl B. Kögl“ in der Schlierseer Sixtuskirche. Beginn ist um 22:00 Uhr.

Ein Highlight im kommenden Frühjahr ist das Jahreskonzert der Schlierseer Unterleitenmusi mit Hausl Brandhofer als Ansager und den Waakirchner Sängern am Freitag, den 03. April 2020, um 20:00 Uhr in Agatharied im Staudenhäusl.

 

 

Unterleiten-Musi
Christian Denk
Unterleiten 15
83727 Schliersee

E-Mail: denk.christian@t-online.de

 

Fotos: Katharina Fitz, privat

 

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

 

 

 

„Ich geh mal schnell auf den Berg“ – ein sommerlicher Kurztrip auf die Gindelalm

Donnerstagmorgen, 8:30 Uhr. Wetter: sonnig und warm. Spontaner Plan: Bergtour auf die Gindelalm. Rückkehr: spätestens um 12:00 Uhr. Geht nicht? Geht doch!

Das Wort „Bergtour“ mögen einige Zeitgenossen, die noch nicht so recht vertraut mit dem Erklimmen von Erhebungen jenseits der 300-Meter-Marke sind, mit stundenlangen, schweißtreibenden Fußwegen auf weit entfernte Almen assoziieren. Doch rund um den Schliersee gibt es zahlreiche kurze Touren, die auch für ungeübte Wanderer an einem Vormittag locker zu bewältigen sind.

Eine dieser Wanderungen führt auf die 1.254 Meter hoch gelegene Gindelalm. Startpunkt ist der Parkplatz am Gasthaus Hennerer-Hof in Schliersee. Rechts am Gasthaus vorbei schlängelt sich der gut ausgebaute und beschilderte Schotterweg durch lichten Hochwald rund 390 Höhenmeter zu den bewirtschafteten „Gindelalmen“ hinauf. Zwischen den Nadel- und Laubbäumen erhascht man beim Aufstieg immer wieder schöne Ausblicke auf die umliegenden Berggipfel. Bei flottem Tempo ist der Aufstieg in 45 Minuten zu schaffen, geht man es etwas gemächlicher an, erreicht man in etwa einer Stunde den Gipfel.

Gleich drei Almhütten thronen auf dem sonnigen Almplateau und begrüßen ihre Gäste mit urig-bayerischer Gastlichkeit und hausgemachten Schmankerln aus der Region. Für welche Hütte man sich auch immer entscheidet ‒ der Ausblick ist an klaren Tagen überall atemberaubend. Aneinandergereiht wie die Glieder einer Kette präsentieren sich die Gipfel der Schlierseer Berge in ihrer ganzen Pracht. Lohnenswert ist auch der kurze Aufstieg zur Kuppe der Gindelalmschneid mit ihrem Gipfelkreuz. Von hier aus öffnet sich der Blick gen Norden bis in die Münchener Tiefebene.

Ein gut verzweigtes Wegenetz führt von der Gindelalmschneid zu zahlreichen anderen Gipfeln, Tälern und Almen. Etwas anspruchsvoller und zudem landschaftlich reizvoll sind die Touren über Neureuth oder Galaun bis hinunter ins benachbarte Tegernseer Tal. Aber auch Hausham, Agatharied und sogar Miesbach sind von der Gindelalm aus in wenigen Stunden zu erreichen.

 

 

Am schönsten ist es freilich, einfach den Weg zurück nach Schliersee zu wandern. Denn hier warten noch eine Menge anderer, spannender Aktivitäten und Erlebnisse auf große und kleine Besucher!

 

 

Tipp: Da die Gindelalm ein sehr beliebtes und stark frequentiertes Ausflugsziel ist, empfiehlt sich ein Besuch an Wochentagen oder zu früher Morgenstunde. Den berühmten Kaiserschmarrn von Wirtin Anneliese auf Hütte Nr. 3 gibt’s allerdings erst ab 11:00 Uhr!

 

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!