Abenteuerliche Mondscheinwanderung auf Schneeschuhen in der Valepp

Seit ich hier lebe, wollte ich immer schon mal das Schneeschuhwandern ausprobieren. Dabei bin ich auf den Wildnispädagogen Horst Jenicek der Firma „Wildpfade Erlebniswerkstatt“ gestoßen. Die Tour „Nachtwandeln auf Schneeschuhen“ weckt mein Interesse, und ein paar Nächte nach unserem Telefonat geht es bereits los …

Wir treffen uns im Arabella Alpenhotel in Spitzingsee. Stefanie und ich werden kurz in die Nutzung von Schneeschuhen eingewiesen, und dann laufen wir auch schon los Richtung Valepp ‒ ein Gebirgstal südlich des Spitzingsees. Sobald wir den Weg verlassen, schnallen wir die Schneeschuhe an und wandern zwischen den vereinzelten Almhütten hindurch. Es ist fast Vollmond, und so wie er durch die Wolken scheint, befinden wir uns in einem glitzernden Winter Wonderland. Man hört nur das Knirschen der Schneeschuhe auf der gefrorenen Schneedecke und das Rufen zweier Käuze. Wer weiß, was sie sich zu erzählen haben?

Horst ist sehr naturverbunden und teilt sein Wissen gerne mit uns. Im Mondlicht stoßen wir auf verschiedene Fährten und versuchen uns mithilfe der Stirnlampen als Fährtenleser. Welches Wild hat hier und dort die Lichtung überquert? In welche Richtung war es unterwegs, und lief es eher gemächlich oder schnell? Es ist spannend, und wir erfahren, woran man beispielsweise die Spuren von Rotwild, Dachsen und Füchsen unterscheiden kann. Alle drei Abdrücke sind uns auf unserem Weg begegnet. Horst ist es ein Anliegen, anderen Menschen die Natur durch intensive Erlebnisse wieder nahezubringen und deren Wahrnehmung bewusst auf das momentane Erleben zu richten. Wir bleiben immer wieder stehen, um die Geräusche wie das Rauschen des Wassers, das Knacken von Zweigen oder auch das vollständige Fehlen von Geräuschen auf uns wirken zu lassen. Ein Gefühl von Entschleunigung und Entspannung stellt sich bei uns ein, worüber wir sogar die Zeit vergessen und insgesamt fast vier Stunden unterwegs sind.

Stefanie und ich lernen in dieser Zeit viel über wichtige Techniken beim Bergauf- und Bergabgehen sowie beim Überqueren von Wasserläufen, welche durch Tauwasser entstehen und immer wieder unseren Weg kreuzen. Letzteres ist abenteuerlich, denn keiner von uns möchte sich auf einmal 50 cm tiefer im knöcheltiefen Wasser wiederfinden. Vorsichtig tasten wir uns mit den Schneeschuhen an die Ränder heran und treten sie fest, um an einer nicht zu breiten Stelle den Schritt über den Spalt im Schnee zu wagen.

Mitten im Nirgendwo auf einer Lichtung machen wir Rast, und uns offenbart sich ein atemberaubender Blick auf das Sonnwendjoch. Ein heißer Tee mit Ingwer stärkt uns für den Weg zurück. Beeindruckt von der Schönheit dieser Mondnacht, sind wir innerlich aufgewühlt von den vielfältigen Eindrücken und trotzdem gleichzeitig ruhig und entspannt. Wir laufen über eine im Sommer nicht begehbare Feuchtwiese zwischen Wald und Bachläufen vorbei an der Albert-Link-Hütte wieder zurück bis nach Spitzingsee. Kurz bevor wir das Hotel erreichen, sehen wir noch einen Fuchs den zugefrorenen See überqueren.

Für mich und Stefanie war es ein unvergessliches Erlebnis. Und obwohl es für mich zugegebenermaßen auch anstrengend war, habe ich sowohl einen neuen Sport als auch eine neue Leidenschaft entdeckt. Es war also sicher nicht das letzte Mal, dass ich auf Schneeschuhen unsere wunderbare Natur hier im Spitzingseegebiet erkundet habe.

„Schaffen wir es, bewusst mit der Natur zu leben, werden wir spüren, welchen Einfluss sie auf unser Leben und Wohlbefinden hat.“ Diesen Satz habe ich auf der Homepage von Horst Jenicek gefunden. Und ich finde, er hat durchaus seine Berechtigung.

Wildpfade Erlebniswerkstatt
Horst Jenicek
Tratberg 19
83734 Hausham

Tel.: +49 (0) 8026 92889 45 oder +49 (0) 172 600 5358
E-Mail info@wildpfade.eu.
Homepage: http://www.wildpfade.eu

 

Termine 2019:

am 19.01., 23.01., 16.02., 20.02., 20.03., 23.03., 17.04., 19.04., 20.04. ab 20:00 Uhr – Schneeschuh-Mondscheinrunde. Außerdem findet jeden Mittwoch bis Ende März eine Schneeschuh-Nachtrunde von 20:00-22:30 Uhr statt, Wildpfade Erlebniswerkstatt +49 (0) 8026 928 8945 oder +49 (0) 172 600 5358.

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Fotosafari zur Burgruine Hohenwaldeck

Fotosafari zur Burgruine Hohenwaldeck in Schliersee –
eine Wanderung für Geschichtsbegeisterte, Naturliebhaber und ein Erlebniswanderpfad für Kinder

Der Schnee ist auf dieser Seite schon geschmolzen, die Wiese weitgehend trocken, es scheint die Sonne ‒ ein perfekter Tag für eine Wanderung zur Burgruine Hohenwaldeck. Die Ruine thront auf einem Felsvorsprung, der aus dem Wald hervorlugt. Sie befindet sich auf 986 m. ü. NHN, was für mich eine Überwindung von 209 Höhenmetern bedeutet. Das klingt zwar nicht nach viel, ist aber von Fischhausen aus ein relativ steiler Aufstieg, welcher hinter dem Parkplatz vom Schnapperwirt zunächst über eine Kuhweide führt und sich dann in Schlangenlinien, zum Teil über Felsstufen, durch den Wald windet.

Unterschiedlichste Mythen ranken sich um die ehemalige Burg Hohenwaldeck. Eine davon besagt, dass die Burg bereits gegen Ende des 4. Jahrhunderts in der Römerzeit erbaut worden ist. Andere Historiker bezeichnen sie als Fliehburg der Waldecker. Geschichtlich belegt ist, dass die Burg 1140 im Besitz des Chorherrenstifts Schliersee war, dessen Vögte die Grafen von Waldeck waren. Georg von Wallenberg war wahrscheinlich einer der letzten Bewohner der Burg, bevor sie 1480 durch einen gewaltigen Felssturz zerstört wurde. Im 16. Jahrhundert gelangte das Gemäuer dann in den Besitz der Herren von Maxlrain (frei nach dem Buch von Schliersee – 1200 Jahre Natur und Kultur im Schlierseer Winkel von M. Gasteiger sowie Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Hohenwaldeck).

Im Laufe der Jahrhunderte gab es einige Schatzsucher, wie es auch auf einer der vielen Tafeln entlang des Weges beschrieben ist: „Im Jahre 1841 wurde zu Hohen walld Egg Schatz gegraben schon im Frühjahr. Als ich ging hinauf den 29sten August sihe da, da lag ein Geldtrüchlein vor dem Loch heraust und aufgesprengt, und es war das ansehen und betrachten werth. Ob ein Geld noch drin war, weis man nicht, und wer es gethan hat kann man auch nicht sagen. Ich habe es selbst gesehen und noch 4 mit mir den 29sten August 1841.“ (Aus alten persönlichen Aufzeichnungen, Fremdenverkehrsverein Schliersee und Markt Schliersee – 2009)

Gefunden wurde bisher nachweislich tatsächlich nur ein einziger gotischer Dolch.

 

Während des Aufstiegs durch den lichtdurchfluteten Mischwald komme ich an den verschiedensten Tafeln vorbei, welche die Anatomie des Baumes und Baumarten wie die Bergulme und den Bergahorn sowie die einheimischen Tiere erläutern. Und natürlich kommt auch die Geschichte der Burg nicht zu kurz. Es ist sowohl für Erwachsene als auch für Kinder ein erlebnispädagogischer Lehrpfad. Wichtig sind trittfeste Wanderschuhe und natürlich ein wachsames Auge auf die Kinder, vor allem in der Ruine selbst. Diese ist nicht befestigt und lädt zum Klettern ein. Entlang des Weges zeugen mit Moos bewachsene Felsbrocken vom Felssturz 1480. Das mittelalterliche Gemäuer wurde im Laufe der Jahrhunderte von der Natur zurückerobert, und dicke Wurzeln durchziehen das Gestein. Es ist in naher Zukunft geplant, die Burgruine von den besitzergreifenden Bäumen zu befreien. Wer sie also noch in einem verwilderten, wildromantischen Zustand erleben möchte, sollte sich bald auf den Weg machen. Es gibt auch eine Liebesbuche, welche daran zu erkennen ist, dass die ältere Buche von einer jüngeren quasi umschlungen wird. Zahlreiche eingeritzte Herzen zeugen vom Aufstieg einer Vielzahl von Liebespärchen. Auf dem Feldvorsprung kurz nach der Ruine stehen ein Kreuz und mehrere Bänke. Von hier aus eröffnet sich einem ein atemberaubender Blick auf den See, den Ort Schliersee und die Bootshütten in Fischhausen. Der Ort lädt zum Verweilen bei einem kleinen Picknick ein.

Wer sich den steilen Aufstieg sparen möchte, beginnt die Wanderung in Schliersee und biegt am kleinen Bach kurz vor dem Strandbad nach links in die Straße „Unterleiten“ ab. Hier beginnt der Wanderweg „W6 Oberleiten/Ruine Hohenwaldeck/Fischhausen“, was ein schöner Rundweg ist.

Schnapperwirt
Neuhausersraße 4
83727 Schliersee
Telefon: 08026/6613
Mobil: 017639289850

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Romantische Pferdeschlittenfahrt rund um den Spitzingsee

Wunderbares Kaiserwetter im Bayerischen Oberland: Der Spitzingsee ist noch mit einer Eisschicht bedeckt und leuchtet strahlend weiß in der Februarsonne.

Außer Skifahren, Langlaufen, Schneeschuhwandern, Eislaufen und Winterwandern gibt es noch eine ganz besonders romantische Möglichkeit, seine Freizeit in der frischen Bergluft zu genießen: eine Pferdeschlittenfahrt!

Ich habe einen Abend vorher mit Herrn Rötzer telefoniert (Kutschfahrten Rötzer Schliersee/Spitzingsee) und von ihm ganz kurzfristig einen Termin gleich am nächsten Nachmittag bekommen. Als wir am vereinbarten Treffpunkt, dem Kiosk vor dem Arabella Alpenhotel direkt am Seeufer, ankommen, werden wir von einem sehr freundlichen Kutscher begrüßt. Kurz darauf verraten die Glöckchen am Geschirr der Pferde das Nähern des Pferdeschlittens.

Wir haben Glück und sind an diesem sonnigen Freitagnachmittag die einzigen Passagiere. Normalerweise können 8-9 Personen im überdachten Pferdeschlitten Platz nehmen. Wir machen es uns auf der erhöhten hinteren Sitzbank gemütlich und wickeln uns in die vorhandenen Decken ein. Der Pferdeschlitten ist gleichzeitig Schlitten und Kutsche. Je nach Witterungs- und Schneeverhältnissen kann das Gefährt auf Kufen oder auf Rädern fahren. Es ist also nicht unbedingt notwendig, dass der Weg schneebedeckt ist. Romantisch ist eine Pferdeschlitten-/Kutschfahrt in jedem Fall.

Zunächst geht es am Wirtshaus historische Wurzhütte vorbei in ein Waldstück in Richtung Kurvenlift. Der mit Schnee bedeckte, im Sonnenlicht glitzernde See liegt zu unserer Rechten. Wir kommen auf unserer Fahrt an den verschiedensten urigen Berghütten vorbei. Im Hintergrund des Spitzingsattels sind die Spuren von Tourenskifahrern deutlich zu erkennen. Über dem See hat sich inzwischen ein leichter Nebel gebildet, welcher die Szenerie fast mystisch erscheinen lässt. Sonnenstrahlen brechen sich durch die Nebelschicht und lassen einen Strahlenkranz erscheinen.

Schade, dass die Pferdeschlittenfahrt schon nach etwa einer Stunde vorbei ist. Das andauernde Klingeln der Glöckchen, das Schnauben der zwei Pferde und das Traben der Hufe wirken meditativ, und wir fühlen uns herrlich entspannt. Wäre es nach uns gegangen, hätte es ruhig noch mal so lange dauern dürfen … Aber die Kutsche ist heißbegehrt, und die nächsten Passagiere warten bereits auf ihre Abholung.

Den alteingesessenen Lohnkutschereibetrieb gibt es bereits seit den 1860er-Jahren, und die Kutscher können allerlei Gschichterl und Hintergrundwissen über die Menschen und das Leben in unserer Region erzählen. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Fahrten mit und ohne Einkehr in einer der idyllischen Almgaststätten. Auch ein Abstecher zur Wildfütterung ist von Dezember bis Februar möglich. Herr Gottfried Rötzer ist aus eigener Erfahrung heraus am besten abends und telefonisch erreichbar. Pferdeschlitten- oder Kutschfahrten sollte man möglichst mindestens eine Woche vorher vereinbaren, um auch wirklich den Wunschtermin realisieren zu können.

Eine Pferdeschlittenfahrt am Spitzingsee ist in jedem Fall ein erholsames Erlebnis in einer traumhaften Berglandschaft.

Kutschfahrten Rötzer Schliersee/Spitzingsee

Gottfried Rötzer
Seestr. 25
83727 Schliersee
Tel.: +49 (0)8026-4924
Mobil: +49 (0)152-08479769
Fax: +49 (0)8026-4924

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Faschingsgaudi in Schliersee

Wenn keine Narren auf der Welt wären, was wäre dann die Welt?
(Johann Wolfgang von Goethe, 1749‒1832)

Für die Gesundheit und ein langes Leben ohne großen Kummer weiß ich kein besseres Mittel als die Narrheit.
(Michelangelo, 1475‒1564)

Schon vor mehreren Jahrhunderten gab es die sogenannte 5. Jahreszeit – die Faschingszeit!

Auch hier am Schliersee wird Fasching oder, wie er andernorts genannt wird, Karneval gefeiert.

Die bayerische Faschingshochburg befindet sich mitten im Mangfallgebirge. Zum traditionellen Firstalm-Fasching strömen seit Jahrzehnten jedes Jahr Tausende fantasievoll verkleidete, faschingsnärrische Besucher. Viele davon überlegen bereits lange im Voraus, welche Verkleidung sie wählen möchten, und gestalten teilweise in ganzen Gruppen schier unglaubliche Kostüme, wie z. B. die Simpsons, Tiere der Arche Noah, die Panzerknacker und vieles mehr. Aufsichtserregend sind auch die vielen selbst gebauten Gefährte, die einem herkömmlichen Schlitten nicht mehr im Entferntesten ähnlich sehen. Auf der Unteren Firstalm kann nämlich herrlich gerodelt werden, und auch maskierte Skifahrer können sich am Hang austoben. Bei Livemusik und ausgelassener Stimmung lässt sich‘s hier am 26.02.2017, sobald die Skilifte in Betrieb sind, bis in den Abend hinein wunderbar feiern. Kurz nach dem Spitzingsattel geht es nach rechts zum Kurvenlift. Und von dort aus kann man zur Unteren Firstalm laufen oder mit dem Skilift und per Ski/Snowboard fahren.

Auch unsere Zwergerl im Kindergarten- und Grundschulalter samt Mamas und Papas kommen an Fasching nicht zu kurz. Im alten Schulhaus in der Lauterer Straße in Schliersee wird am 19.02.2017 von 14:00-17:00 Uhr Kinderfasching mit dem Motto „Tierisch cool“ gefeiert. Es gibt einen Gardeauftritt sowie viele organisierte Spiele und natürlich die Gelegenheit, ausgiebig zu tanzen und zu springen. Für die Eltern gibt es eine Dschungel-Bar mit Kaffee und Cocktails. Auch Kuchen und Würstl soll‘s geben – da ist sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei!

Im Rahmen des allmonatlich stattfindenden Seniorennachmittags, dem Neuhauser Nachmittags Treff, findet am 22.02.2017 ab 14:30 Uhr eine Faschingsveranstaltung mit Musik und Maskenprämierung statt. Es gibt sogar einen Abholservice, den man unter der Nummer 08026/1821 in Anspruch nehmen kann. Das Pfarrzentrum St. Josef in der Josefstaler Straße 2 in Neuhaus freut sich über zahlreiche Gäste.

Ebenfalls im Pfarrzentrum Neuhaus wird am 18.02.2017 ab 20:00 Uhr der Pfarrfasching mit Andi‘s Garagenband (AGB – Rockmusik von heute bis in die 60er-Jahre des letzten Jahrtausends), DJ Hanson und den Cheerleadern des Cross-Over-Teams veranstaltet. Hier rockt die junge Generation und macht die Nacht zum Tag!

Ich wünsche Euch allen eine herrliche, närrische Zeit tief im Bayerischen Oberland!

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Schifoan am Spitzing

Wer kennt ihn nicht, den Après-Ski-Hit von Wolfang Ambros: Schifoan …

„Und wann der Schnee staubt und wann die Sunn’ scheint,
dann hob’ i ollas Glück in mir vereint.
I steh’ am Gipfel schau’ obe ins Tal.
A jeder is glücklich, a jeder fühlt sich wohl.

Weil i wü’, Schifoan, Schifoan, wow wow wow, Schifoan,
weil Schifoan is des leiwaundste,
wos ma sich nur vurstelln kann.“

Beste Schneeverhältnisse ‒ 64 km südlich von München liegt unser zwar nicht riesengroßes, aber umso feineres Skigebiet Spitzingsee-Tegernsee inmitten der Oberbayerischen Alpen. Atemberaubendes Bergpanorama nach allen Seiten inklusive. Das Spitzingsee-Gebiet und das Tegernseer Tal werden durch die Stümpfling-4er-Sesselbahn und den Kurvenlift von Spitzingsee aus sowie die Sutten-4er-Sessel­bahn von Enterrottach aus miteinander verbunden.

Insgesamt stehen zehn Bahnen und Lifte zur Verfügung, und auch für geübte Skifahrer stellen die Roßkopf- oder Grünseeabfahrt anspruchsvolle Pisten dar. Snowboarder kommen im Snowpark am Nordhanglift auf ihre Kosten. Dieser gilt als einer der besten Snowparks in Deutschland und ist in der Snowboard-Szene bekannt. Auch als „Nicht-Boarder“ ist es spannend, von der Unteren Firstalm aus den gewagten Sprüngen zuzusehen.

Egal, ob bei sonnigem Wetter oder auch mit kleineren Nebelfeldern ‒ die Berglandschaft strahlt immer einen ganz besonderen Reiz aus. Und auch für den perfekten Einkehrschwung ist mit der Vielzahl an Hütten und Berggasthöfen gesorgt. Mit einer heißen Schokolade, einem Jagatee und der obligatorischen Gulaschsuppe oder einem süßen Germknödel ist man wieder gestärkt für die nächsten Abfahrten.

Die Stümpfling- und Suttenbahn sind bei Skibetrieb und entsprechenden Witterungsverhältnissen täglich von 08:30 bis 16:20 Uhr geöffnet. Und wer mag, kann am Donnerstag und Freitag zwischen 18:30 und 21:30 Uhr an der Stümpflingabfahrt bei Flutlicht das Nachtskifahren genießen.

http://www.alpenbahnen-spitzingsee.de

Skipassgemeinschaft Spitzingsee GbR

Spitzingseestraße 12
83727 Schliersee-Spitzingsee
Tel.: +49 8026/9292230
info@alpenbahnen-spitzingsee.de

Schneetelefon: +49 8026/7099

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

„Volle Punktzahl“: Insidertipp Osthangalm – hier trifft sich die Schlierseer Society

Fährt man als Wintersportler von der Stümpfling-Bergstation direkt hinab zu deren Basis am Spitzingsee, kommt man unausweichlich an ihr vorbei. Nur wenige Meter zwischen der Bergstation des Kurvenlifts und der Basis des Osthanglifts liegt sie quasi im Zentrum der Stümpfling-Piste. Die vielen schmackhaften Gerichte und Brotzeiten, die Lutz mit seinen markigen und erheiternden Sprüchen (die im Übrigen auch Norddeutsche oder zuagroaste Nichtbayern verstehen!) und seiner extrem dynamischen Art und Weise seinen Gästen aus dem Servierfenster reicht, sind sicher Grund genug, hier seine verdiente(n) Erholungspause(n) einzulegen. Man hört gelegentlich, dass Besucher – ziemlich oft sind es einheimische Gäste (!) ‒ hier „zufällig“ auf gute Bekannte oder Freunde aus ihrer Umgebung treffen und somit den sportlichen Teil ihres Skitages in einer windgeschützten Ecke der Terrasse vorzeitig beendet haben sollen …

Von außen wirkt die urige, 1999 vom Inhaber neu erbaute Skihütte fast unscheinbar, doch dieser erste Eindruck täuscht gehörig! Die Inneneinrichtung vermittelt Almhüttenatmosphäre und wirkt rustikal und deswegen sehr gemütlich, jedoch keinesfalls künstlich oder kitschig. Mit einem unvergleichlichen, schier unerschöpflichen Engagement bewirten hier die beiden Chefs Christian (nahezu alle Einheimischen nennen ihn mit englischem Akzent „Simon“) und sein Geschäftspartner Lutz sowie ihr auffallend freundliches Personal drinnen wie draußen mit einer mustergültigen gastronomischen Logistik ihre Gäste. „Simon“ ist Chef im wichtigen Getränkebereich (Eingang geradeaus!), Lutz und sein super eingespieltes Küchenteam sind für die Vielfalt der appetitlichen Speisen (rechts vor dem Eingang!) verantwortlich. Selbst während der Mittagszeit, wenn der Andrang meist größer wird und sich bei der Essensausgabe leichte Staus bilden, gibt‘s keine langen Wartezeiten. Allerdings nur dann, wenn der hungrige Wintersportler sich während des Anstehens seine Essensauswahl gut überlegt hat und möglichst nicht beim Bestellvorgang Zutaten erfragt oder die Zusammensetzung der Garnitur oder das Dressing beim „Caesar Salad“ infrage stellt. Meine 14‑jährige Tochter – sie fährt hier während der Skisaison jeden Samstag mit ihrer Neuhauser Skigruppe – bevorzugt in der Pause die hervorragenden Pommes, oftmals zu zweit (!) die vorzüglichen Kässpatz’n, und sie schwärmt fast andächtig von der spitzenmäßigen „Osthang“-Currywurst.

Nach der Mittagspause könnte der direkte Weg zu einem der bereitstehenden roten „Osthangalm“-Liegestühle führen – wärmende Frühlingssonne vorausgesetzt. Für die Schlierseer Wintersportfans ist die Osthangalm jedenfalls ein echter Publikumsmagnet. Möge sie mit ihrer freundlichen und sympathischen Bewirtung und allen zuvor erwähnten Vorzügen noch sehr lange Bestand haben …

Die Osthangalm im Überblick

Charakter und Besonderheiten: eine gemütliche Skihütte vom Feinsten mit extrem freundlichem Service, sehr schmackhaftem Essen und einem auffallend guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Adresse: 83727 Schliersee-Spitzingsee, Seeweg 1

Lage: oberhalb von Spitzingsee auf 1.336 m Höhe im Zentrum der Stümpfling-Abfahrt nur wenige Meter zwischen der Bergstation des Kurvenlifts und der Basis des Osthanglifts

Öffnungszeiten: bei Skibetrieb im Winter von 9.00 bis 16.00 Uhr geöffnet, warme Küche bis 15.30 Uhr

Speisen: Brotzeiten, Suppen, Rostbratwürstl, Pommes, Grillfleisch, Wiener Schnitzel, diverse Burger, Kässpatz‘n, verschiedene Salatteller, einige „sündhafte“ Süßspeisen wie z. B. Germknödel, Kaiserschmarrn, verschiedene Strudel, Kuchen und vieles mehr

Außenbereich: großer Außenbereich vorhanden, einige Liegestühle sowie Sitzsäcke laden zum Entspannen ein; keine „pseudo-alpenländische“ Musikuntermalung!

Besonderer Service: Beim Betreten der Terrasse findet man verschiedene Werkzeuge für eventuelle Neueinstellungen oder Reparaturen, z. B. der Skibindung.

Kontakt: Telefon: 08026/9768710, Mobil: 0171/3280881, simon-spitzingsee@t-online.de, http://www.osthangalm.de

Gäste-Information Schliersee: Perfallstraße 4, 83727 Schliersee, Tel: 08026/6065-0, (http://www.schliersee.de)

 

 

Eckehard Radehose Eckehard Radehose

Eckehard Radehose In Schliersee zuhause, extrem berg- und reisesüchtig seit seinem 6. Lebensjahr. Dipl. Kartograph, Journalist und langjähriger Trekking- und Expeditionsleiter mit Vorliebe für besonders hohe Gipfelziele. An die 2.500 Gipfelbesteigungen weltweit und weit über 1.000 Skitouren. Mein bevorzugter Ort: Gipfel der Baumgartenschneid bei Sonnenuntergang mit einem Glas Rotwein.

 

 

 

Ein Stück Schlierseer Musikkultur: Timm Tzschaschel und die „Plauderei am Klavier“

Klaviermusik ist leise zu hören, als ich vor der Haustür von Timm Tzschaschel stehe und mehrfach vergeblich auf den Klingelknopf drücke. Eigentlich sind wir ja zu einem Gespräch verabredet an diesem sonnigen Wintertag in Schliersee, aber über die Musik scheint der Dirigent mich vergessen zu haben. Und dann öffnet sich plötzlich die Tür, und Timm Tzschaschel begrüßt mich strahlend. Ich werde ins Musikzimmer geführt und darf mich direkt neben dem stattlichen Flügel auf der Couch niederlassen. Die Bücherregale an den Wänden reichen bis zur Decke und sind gefüllt mit Literatur über seinen Lieblingskomponisten: Wolfgang Amadeus Mozart. „Mozarts Musik ist geistreich“, erklärt er mir voller Begeisterung. „Seine Kompositionen bestechen durch unfassbare Vollkommenheit.“

Der studierte Musiker lebt seit 31 Jahren am Schliersee. Seit über 20 Jahren lädt er rund siebenmal pro Jahr ins Bauerntheater zu seiner „Plauderei am Klavier“ ein. Je nach Lust und Laune referiert er über verschiedene Komponisten, Opern und andere Themen rund um die Musik. Zwischendurch spielt er immer wieder ein paar Takte am Klavier und lässt seinen Gedanken freien Lauf. Manchmal greift er aber auch ganz handfeste Aspekte aus dem Alltag auf. Blitz und Donner zum Beispiel, oder Naturkatastrophen, immer begleitet von passenden Tönen und Akkorden. Im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen sitzen die Besucher an diesen Abenden auf der Bühne und dürfen den Pianisten und sein Instrument aus unmittelbarer Nähe erleben. Das ist „Musik zum Anfassen“ sozusagen. „Die Leute schätzen diesen besonderen privaten Rahmen“, erzählt Tzschaschel denn auch. Meist kämen etwa 50 Personen, darunter viele Stammgäste, aber auch regelmäßig Gäste von außerhalb.

Freilich ist das nicht sein einziges Standbein. Seit zwölf Jahren leitet der 74-jährige Vollblutmusiker den Schlierseer Alpenchor und seit Kurzem auch den Tegernseer Männerchor. Vor allem die Arbeit mit den Sängern vom Alpenchor macht ihm großen Spaß, weil „die wirklich gut singen“. Er sei immer wieder begeistert vom Talent seiner Schützlinge, die ihr Können bei zahlreichen Auftritten mehrmals pro Jahr unter Beweis stellen.

Hin und wieder übernimmt Tzschaschel auch die Aufgabe des Dirigenten bei Konzerten in seiner Heimatgemeinde. Jedes Jahr Anfang Januar organisiert er ein großes klassisches Neujahrskonzert im Schlierseer Bauerntheater. „Die Musiker leihe ich mir dann gerne vom Salonorchester Bad Wiessee aus.“

Geboren in Berlin und aufgewachsen im Rheinland, studierte Timm Tzschaschel in Köln an der Musikhochschule. Schon damals wollte er unbedingt ins Dirigentenfach. Sein erstes berufliches Engagement führte ihn nach Lübeck. Stationen in Stuttgart und Wien folgten. Als er mit seiner Frau Bettina, einer Sopranistin, und seinen zwei Kindern schließlich nach einem vierjährigen beruflichen Aufenthalt in Thailand nach München kam, entschloss sich die Familie für einen Umzug aufs Land. Die Wahl fiel auf Schliersee, und das hat er nie bereut: „Meine Schlierseer Heimat bedeutet für mich weites Land“, sagt Tzschaschel und kann nicht verstehen, warum sich manche „Norddeutsche“ in den Bergen „eingesperrt“ fühlen. Wenn Besuch kommt, unternimmt das Ehepaar Tzschaschel gern einen Spaziergang zu ihrem Lieblingsplatz: einer Bank oberhalb ihres Hauses an der Schlierseer „Oberleiten“.

Für Timm Tzschaschel bedeutet Musik alles. Ohne sie geht es nicht. Das versucht er auch seinen Schülern, denen er privat Klavierunterricht erteilt, nahezubringen. „Musik soll einfach Freude machen, auch wenn man später beruflich etwas ganz anderes macht.“

Ans Aufhören denkt der „Musikspinner“, wie er schon mal liebevoll von Kollegen und Mitstreitern genannt wird, noch lange nicht. „Manchmal, wenn ich zur Probe nach Tegernsee aufbreche, sage ich schon zu meiner Frau, dass es jetzt auch gemütlich wäre, auf dem Sofa zu sitzen und einen Krimi anzuschauen. Aber dann macht‘s doch wieder Spaß zu musizieren“, gibt er lächelnd zu.

Zum Glück, denn ohne Timm Tzschaschel und sein musikalisches Engagement wäre Schliersee auf jeden Fall um ein Stückchen Kultur ärmer.

Aktuelle Termine der „Plauderei am Klavier“ mit Timm Tzschaschel im Schlierseer Bauerntheater sind unter www.schliersee.de zu finden.

 

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

 

 

 

Die Rotwand Reib’n ‒ ein oberbayerischer Skitourenklassiker über dem Spitzingsee

Unzählige Male war ich in den zurückliegenden Jahrzehnten auf dieser Skitour rund um den Gipfel der Rotwand unterwegs. Oftmals allein bei einer konditionsfördernden sonntäglichen Nachmittagsunternehmung, mit der Frau oder Partnerin, mit Freund, mit Gruppen ‒ im Hochwinter bei Sturm, Kälte und starkem Schneefall, im Frühjahr bei Firnbedingungen – frühmorgens oder am Spätnachmittag kurz vor Einbruch der Dunkelheit. Der Erlebniswert „Rotwand Reib‘n“ war jedes Mal ein vollkommen anderer. Die Tour ist über die vielen Jahre zu einer heimlichen Liebesbeziehung geworden, und die Vermutung liegt nahe: nicht nur für mich …

Zur Skitourenzeit ab etwa Mitte Dezember zählen der Aufstieg auf die Rotwand und die dazugehörige Umrundung (in Oberbayern allgemein als „Reib‘n“ bezeichnet) zu den beliebtesten Skitouren der Bayerischen Alpen zwischen Allgäu und Berchtesgaden und sind daher bei einigermaßen günstigen Verhältnissen fast immer begangen bzw. gespurt. Unterwegs besteht die Möglichkeit, im Rotwand- und/oder Taubensteinhaus (beide Unterkunftshütten des Deutschen Alpenvereins) einzukehren. Ab dem Taubensteinsattel führt die „Freeride-Abfahrt“ über den neuerdings naturbelassenen (sprich: unpräparierten) Lochgraben hinunter zum Ausgangspunkt bei der Talstation der Taubensteinbahn. Die Verschiedenartigkeit der Routenführung, die landschaftlichen Eindrücke und Ausblicke unterwegs sind imposant und der daraus resultierende Erlebniswert ein ganz besonderer. Es gibt viele, die im Winter wenigstens einmal die Rotwand-Reib‘n unter ihre Felle nehmen! Ausdauernde Tourengeher haben die Möglichkeit, während der Tour insgesamt drei Gipfel, Rotwand (1.884 m), Auerspitz (1.811 m) und Hochmiesing (1.883 m), zu besteigen und somit insgesamt bemerkenswerte 1.500 Höhenmeter im Aufstieg und in der Abfahrt zu bewältigen.

Charakter und Besonderheiten: Die Rotwand Reib‘n ist eine Rundtour mit intervallartigen Aufstiegen und Abfahrten. Sie erfordert somit ‒ insbesondere bei der Besteigung der drei möglichen Gipfel ‒ eine gute Kondition. Verschiedene Hangausrichtungen: Süd, Südost, Nord, West. Achtung ‒ nach ergiebigen Neuschneefällen ist die Tour an einigen Passagen nicht lawinensicher! Die Umrundung bietet verschiedene Hangausrichtungen (Süd, Südost, Nord, West). Sie ist auch für weniger erfahrene Skitourengeher mit entsprechender Ausrüstung und guter Kondition geeignet.

Talort: Spitzingsee (Ortsteil von Schliersee, 1.090 m), von Schliersee über den Ortsteil Neuhaus und die Spitzingstraße erreichbar (Achtung: Nach starken Neuschneefällen hier oftmals Kettenpflicht!)

Öffentliche Verkehrsmittel: BOB von München nach Fischhausen-Neuhaus, dann mit dem RVO-Bus hinauf zum Spitzingsee (http://www.alpenbahnen-spitzingsee.de)

Anforderungen/Schwierigkeit: bei günstigen Bedingungen mäßig schwierige Skitour ohne Orientierungsproblematik, auch für konditionsstarke Anfänger und für Kinder mit guter Kondition ab ca. 14 Jahren geeignet. Die Durchführung der Tour geschieht auf eigene Gefahr – es kann keine Haftung übernommen werden !

Höhenunterschiede: bei Besteigung aller drei angegebenen Gipfel insgesamt etwa 1.500 m, ohne die erwähnten Gipfel etwa 1.150 m

Ausgangspunkt: gebührenpflichtige Parkplätze an der Kirche in Spitzingsee oder an der Talstation der Taubensteinbahn

Gesamtdauer: etwa mit allen drei Gipfeln 7-8 Stunden, ohne diese etwa 4-6 Stunden

Beste Jahreszeit: Mitte Dezember bis Anfang April

Ausrüstung: normale Skitourenausrüstung mit VS-Gerät, Schaufel, Sonde. Achtung: Durch das mehrmalige Auf- und Abfellen – insbesondere an sehr kalten Wintertagen ‒ sind gut klebende Steigfelle wichtig!

Einkehrmöglichkeiten: Rotwandhaus, 1.765 m (http://www.rotwandhaus.de.), Taubensteinhaus, 1.567 m (http://www.taubensteinhaus.de)

Karte: AV-Karte 1:25.000, Blatt BY15 „Mangfallgebirge Mitte, Spitzingsee, Rotwand“

Information: Gäste-Information Schliersee, Perfallstraße 4, 83727 Schliersee, Tel.: +49(0)8026/6065-0 (http://www.schliersee.de)

Bergführer: Alexander Römer (staatl. gepr. Berg- u. Skiführer, http://www.alpinwerkstatt.de)

Die Route: Vom gebührenpflichtigen Parkplatz in Spitzingsee oder an der Talstation der Taubensteinbahn zunächst zum Südende des Sees. Vorbei an einer Schranke auf dem kleinen Sträßchen in Richtung Valepp. Nach wenigen Metern wird diese Straße auf einem schmalen, meist geräumten Fahrweg nach links verlassen (Hinweisschilder). Man folgt diesem etwa 2 km um den Schwarzenkopf herum aufwärts bis zu einer Bergwachthütte. Kurz danach zweigt man rechts ab und steigt auf einem Almweg durch den Wald bis zur Wildfeldalm. In östlicher Richtung weiter aufwärts bis zu einer unbedeutenden Schulter. (Hier werden zum ersten Mal der Rotwandgipfel und das Rotwandhaus sichtbar.) Nun ziemlich sanft ansteigend, bis man von der Route zum Rotwandhaus nach links in die Gipfelflanke der Rotwand abzweigen kann. In einigen Serpentinen aufwärts bis zu einer Schulter. In wenigen Minuten am Gratrücken zum Skidepot und wenige Meter (meist zu Fuß) zum höchsten Punkt (vom Spitzingsee 810 Höhenmeter Aufstieg). Die Abfahrt erfolgt zunächst gut 100 Höhenmeter über die Südflanke in Richtung zum Rotwandhaus (1.765 m, DAV). Vor der Hütte östlich steil hinab in eine Mulde. Danach wieder die Klebefelle aufziehen. Über einen kurzen, ziemlich steilen Hang gelangt man in einigen Kehren zur Kümpfelscharte. In südöstlicher Richtung über einen latschenbewachsenen Rücken wenige Höhenmeter zum kleinen Gipfelkreuz der Auerspitz, 1.811 m (aus der Mulde unter dem Rotwandhaus ca. 130 Hm Aufstieg.) Nun beginnt die 300 Höhenmeter-Abfahrt über den beliebten Auerspitzhang zur Großtiefenthalalm, ca. 1.500 m. (Diese nordseitige Passage weist meist den besten Pulverschnee der ganzen Rotwandtour auf!) Von den Almhütten wird nordwestlich in Richtung zum Tiefenthalsattel (1.705 m, auch Miesingsattel) aufgestiegen. Kurz vor dem Sattel schwenkt man nach rechts und steigt in einigen Spitzkehren zum breiten Gipfelplateau des Hochmiesing auf (von der Großtiefenthalalm ca. 380 m Aufstieg). Die steile Westabfahrt über gut 450 Höhenmeter hinunter ins Kleintiefenthal bildet bei genügend Schnee ein weiteres Highlight der Rotwand-Reib‘n. Einige Höhenmeter in Richtung zum Taubensteinhaus können meist noch abgerutscht werden, dann benötigt man ein letztes Mal die Steigfelle. Vorbei am Taubensteinhaus (1.567 m, DAV) führt die Aufstiegsspur nochmals etwa 180 Höhenmeter hinauf zum Taubensteinsattel (1.590 m). Vom oftmals aperen (vom Wind freigewehten) Sattel führt nun die Abfahrt über den neuerdings nicht präparierten (!) steilen oberen Lochgraben zu einem längeren Flachstück, danach durch den unteren Lochgraben ziemlich steil hinunter zur Talstation der Taubensteinbahn an der Spitzingstraße. Hat man sich für den Parkplatz im Ort Spitzingsee entschieden, ist noch etwa ein Kilometer an der Straße (Straßentunnel) zurückzulegen, bis man nach 15 Minuten im Zentrum von Spitzingsee diese wirklich lohnende Skitour abschließen kann.

 

Eckehard Radehose Eckehard Radehose

Eckehard Radehose In Schliersee zuhause, extrem berg- und reisesüchtig seit seinem 6. Lebensjahr. Dipl. Kartograph, Journalist und langjähriger Trekking- und Expeditionsleiter mit Vorliebe für besonders hohe Gipfelziele. An die 2.500 Gipfelbesteigungen weltweit und weit über 1.000 Skitouren. Mein bevorzugter Ort: Gipfel der Baumgartenschneid bei Sonnenuntergang mit einem Glas Rotwein.

 

 

 

10 Jahre Lawinencamp Bayern – eine Erfolgsgeschichte

Tiefschneeabfahrten ohne Ende durch unverspurten Pulverschnee, einsame Skispuren auf dem Gletscher zwischen mächtigen Eistürmen, darüber vom tiefblauen Himmel im Gegenlicht die allgegenwärtige Frühjahrssonne. So oder ähnlich werben die meisten Winterprospekte. Und genau so erwarten wir die lang ersehnten Urlaubstage im Schnee. Die Realität sieht freilich anders aus: Kaum ist der Autobahnstau vergessen, beginnt der Freizeitstress auf der Piste. Wen wundert‘s, dass immer mehr Wintersportler das Skifahren, Snowboarden und neuerdings auch Schneeschuhwandern abseits gesicherter Pisten bevorzugen. Ob Variantenfahren, neuerdings Freeriding genannt, oder Skitourengehen ‒ der moderne Wintersportler sehnt sich nach der Faszination und der erhabenen Einsamkeit des Hochgebirges. Doch Vorsicht: Ohne genaue Kenntnisse über die Gefahren, ohne Begleitung eines ortskundigen Guides oder eines anderen erfahrenen Tourenbegleiters kann der Ausflug in die Tourengebiete abseits gesicherter Pisten sehr schnell problematisch und auch lebensgefährlich werden! Der Grundsatz, die richtige Unternehmung zur richtigen Zeit am richtigen Ort auszuwählen, muss stets Gültigkeit besitzen. Einige größere Lawinenkatastrophen der vergangenen Jahre gaben immer wieder Anlass für umfassende Berichterstattungen. Lawinen und deren verheerende Wirkung sind wieder vermehrt Inhalt lebhafter Diskussionen und intensiver Aufklärungskampagnen. Es kann nicht oft genug betont werden, dass präventive Maßnahmen in diesem Zusammenhang immer höchste Priorität haben.

Lawinen bedeuten Lebensgefahr

Gefährlich ist vor allem die tückische, weil nicht sichtbare Lawinengefahr, deren Einschätzung auch heute noch ein sehr hohes Maß an Bergerfahrung, großen Respekt vor der Natur und spezielles Wissen erfordert. Alle Hinweise von Anbietern, spezielles Zubehör ‒ meist als Sicherheitsausrüstung bezeichnet ‒ diene der Lawinensicherheit, sind zweifellos nur teilweise richtig und könnten zu dem gefährlichen Irrglauben führen, Lawinen würden dadurch ihre Gefährlichkeit verlieren. Über 60 Prozent der von einer Lawine verschütteten Wintersportler können nach ca. 30 Minuten Verschüttungsdauer leider nur noch tot geborgen werden. Etwa 80 bis 90 Prozent der Lawinenverschütteten leben noch kurzfristig (bis ca. 15 Minuten!) nach Stillstand der Lawine. Natürlich liegt es auf der Hand, dass bei einer statistisch durchschnittlichen Verschüttungstiefe von etwa einem Meter für jene Verunglückten, die noch am Leben sind, nur mehr eine sehr kurze Zeitspanne des Hoffens auf eine eventuelle Bergung beginnen kann. Erfolgte der Lawinenabgang in einem sehr abgelegenen oder schlecht erreichbaren Tourengebiet – im ungünstigsten Fall spätnachmittags und in Begleitung von nur einem Gefährten ‒, sind die Überlebenschancen von verschütteten Personen äußerst gering. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von sehr guten und erprobten Ausrüstungsgegenständen, die alle helfen, die Lawinengefahr zu minimieren bzw. das allgegenwärtige Restrisiko zu reduzieren. So elementar wichtig diese Ausrüstung auch sein mag, oberste Zielsetzung muss die Vermeidung von Lawinenabgängen sein! Generell ist die Rangfolge der folgenden drei Punkte stets elementar:

  • Lawinen vermeiden (= Sensibilisieren!)
  • Verschüttung verhindern (= Verstehen!)
  • Schnellstmögliche Bergung (Ausschaufeln) des Verschütteten (= Handeln!)

Tourengehen, Freeriden und Schneeschuhwandern haben in den zurückliegenden Jahren enorme Zuwachsraten erfahren. Mittlerweile sind glücklicherweise die meisten Wintersportler abseits der gesicherten Pisten im Besitz der notwendigen Sicherheitsausrüstung (Verschütteten-Suchgerät, Lawinenschaufel und Sonde) und haben sie auch einsatzbereit dabei. Doch wie viele von ihnen sind wirklich befähigt, eine schnelle und effiziente Ortung sowie Bergung eines Verschütteten durchzuführen? Genau hier beginnt die Sensibilisierung. Und hier beginnen auch die Kurse und Schulungen im „Lawinencamp Bayern“ am Spitzingsee, 2007 gegründet von Alexander Römer, staatlich gepr. Berg- und Skiführer (UIAA).

Um schnell und effizient nach verschütteten Lawinenopfern suchen zu können, bedarf es einer sehr schnellen und genauen Strategie im Umgang mit VS-Geräten. Nur durch exakte Kenntnisse der Vorgehensweise und regelmäßiges Üben wird der Wintersportler in der Lage sein, innerhalb von 15 Minuten einen oder gar mehrere Verschüttete orten und bergen zu können. Mittlerweile haben unzählige Teilnehmer/-innen seine Schulungen besucht.

Lawinencamp Bayern im Überblick

Charakter und Besonderheiten: Das Lawinencamp Bayern vermittelt je nach Kenntnisstand der Teilnehmer/-innen Basiswissen, Materialkunde, Theorie und Praxis. Es werden insgesamt neun verschiedene Kurse angeboten, die neben dem Tourengebiet um den Spitzingsee auch in den Tuxer und Zillertaler Alpen durchgeführt werden.

Zeitpunkt: bei Schneelage während der Wintermonate

Kosten:

Camp 1:      Lawinenkurs LVS Training intensiv für 69,00€,

Camp 2:      Lawinenkurs Theorieabend intensiv für 15,00€,

Camp 3/4:  Lawinenkurs Entscheidungstraining für Ski- und Schneeschuhwanderer für 85,00€,
dreitägiger Kurs in den Tuxer oder Zillertaler Alpen (Euro 230,-)

Spezialität: Sicherheitsausrüstung (VS-Gerat, Schaufel und Sonde) können ausgeliehen werden, exklusiver Lawinenkurs für zwei Personen

Kontakt und Buchung: 0171/606 879 0, http://www.lawinenkurse.de, http://www.alpinwerkstatt.de

Ausrüstung: warme Kleidung, am besten (falls vorhanden) komplette Tourenausrüstung

Information: Gäste-Information Schliersee, Perfallstraße 4, 83727 Schliersee, Tel: 08026/6065-0 (http://www.schliersee.de)

 

Eckehard Radehose Eckehard Radehose

Eckehard Radehose In Schliersee zuhause, extrem berg- und reisesüchtig seit seinem 6. Lebensjahr. Dipl. Kartograph, Journalist und langjähriger Trekking- und Expeditionsleiter mit Vorliebe für besonders hohe Gipfelziele. An die 2.500 Gipfelbesteigungen weltweit und weit über 1.000 Skitouren. Mein bevorzugter Ort: Gipfel der Baumgartenschneid bei Sonnenuntergang mit einem Glas Rotwein.

 

 

 

Skating am Schliersee – ein überaus sportliches Wintervergnügen

Endlich herrscht Winter am Schliersee. Der Schnee liegt hoch, und die Wintersportbedingungen sind optimal. Das ist die Gelegenheit, um in einen Sport hineinzuschnuppern, der mich schon seit Längerem interessiert: das Skating. Bei dieser Art des Skilanglaufs fährt man nicht diagonal, sondern gleitet wie beim Schlittschuhlaufen über eine gewalzte Bahn.

An diesem sonnigen Januartag habe ich mich mit Jürgen Koschyk, der Kurse im Langlaufen und Skating am Schliersee anbietet, an der Fischhausener Loipe am südlichen Ende des Schliersees verabredet. Der Rundkurs neben dem „Pfanni-Skilift“ ist etwa zwei Kilometer lang und an diesem frischen Morgen noch menschenleer. Gott sei Dank, denn bei meinen ersten Versuchen in der ungewohnten Technik möchte ich mich ungern blamieren!

Zum Skating braucht man eine spezielle Ausrüstung. Die Skier sind zwar auf den ersten Blick kaum von klassischen Langlaufskiern zu unterscheiden, sollten aber etwas kürzer sein. Da sie vollständig auf das Gleiten ausgelegt sind, tut man sich mit kürzeren Skiern einfach leichter. Die Schuhe sind etwas höher geschnitten, und die Sohle ist relativ hart. Mittlerweile findet man aber auch Kombischuhe auf dem Markt, die für beide Langlauftechniken geeignet sind. Die Stöcke sind ebenfalls etwas kürzer als bei der diagonalen Technik. Als Faustregel für die optimale Stocklänge gilt: etwa bis Achselhöhe.

Jürgen Koschyk erklärt mir kurz den Bewegungsablauf ‒ und schon kann es losgehen. Die ersten Meter geht es etwas bergab, was mich schon vor die erste Herausforderung stellt: Bremsen! „Im Pflug wie beim Ski alpin“, ruft mir Jürgen zu. Der Tipp funktioniert, und ich gleite unbeschadet den kleinen Abhang hinunter. So, und jetzt auf ebener Fläche weiter im Schlittschuhschritt. „2:1“ nennt sich die Bewegungstechnik auf ebener Fläche. Das heißt, die Stöcke werden gleichzeitig nach jedem zweiten Schritt in den Schnee gesetzt. Somit stößt man sich ab und bekommt den richtigen Schwung, um den restlichen Körper folgen zu lassen. Klingt kompliziert? Ist es auch. Man benötigt definitiv ein bisschen Übung, um Beine, Arme und Körper richtig zu koordinieren.

Wir sind kaum fünf Minuten unterwegs, und schon beginnen meine Arme zu schmerzen. Skating ist anstrengend und kraftaufwendig. Vor allem, wenn die Strecke bergauf führt. Hier empfiehlt Jürgen mir die sogenannte Pendeltechnik. Dabei sollten die Stöcke nicht symmetrisch, sondern abwechselnd bei jedem Schritt eingesetzt werden. Ich stelle mir eine watschelnde Ente mit Stöcken vor.

Nach rund einer Stunde bin ich außer Atem und nassgeschwitzt. Der Fitnesseffekt ist beim Skating auf jeden Fall vorhanden, und wenn man es gut beherrscht, macht es sicherlich großen Spaß, über die Loipen zu gleiten und dabei richtig elegant auszusehen.

Aber man muss sich nicht gleich eine eigene Ausrüstung zulegen, um Skating auszuprobieren. Bei Ingos Skiverleih und der Ski- und Snowboardschule Martina Loch am Spitzingsee können Interessierte sich Ski, Schuhe und Stöcke ausleihen.

Skating ist auf allen Loipen rund um den Schliersee und am Spitzingsee möglich. In der Regel steht neben der klassischen Loipenspur eine gewalzte Bahn zur Verfügung.

Wer Lust an der Bewegung in der herrlichen Winterlandschaft rund um den Schliersee hat, sollte diese Alternative zum klassischen Langlaufen unbedingt ausprobieren!

Verleihservice

Skiverleih Spitzingsee
Seeweg 1, 08026-7721
www.skiverleih-spitzingsee.de

Schnee-Aktivitäten Martina Loch
Lyraweg 6, 0802-928908
www.snowcamp-martina-loch.de

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!