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Almauftrieb vom Anderlbauernhof in Fischhausen auf die Untere First im Spitzingseegebiet

Heute Morgen klingelt mein Wecker früh. „Um 5 Uhr ist der Kaffee fertig, und dann geht es los!“, steht in der Nachricht von Hartl Markhauser vom Anderlbauernhof. Die Eisheiligen sind gerade vorbei, die Wiesen sogar oben am Spitzing sattgrün ‒ Zeit, die Tiere auf die Alm zu bringen. Von der Weide in Fischhausen werden die Kälber durch Neuhaus die Spitzingstraße hinauf getrieben und vom Sattel weiter zur Unteren Firstalm.

 

 

Für Hartl, aber auch für seine Sennerin Irmi, die mit ihrer Familie den Sommer über oben auf der Alm lebt und die Tiere versorgt, ist der Almauftrieb ein besonderer Tag im Jahr. Nach einem langen Winter geht es jetzt wieder hinauf. Für Irmi ist es der zweite Almsommer. Spontan war sie vor drei Jahren eingesprungen, nachdem eine Sennerin ausgefallen war. Jetzt freut sich die ganze Familie auf einen weiteren Almsommer.

 

Endlich wieder Kuhglocken auf der Weide

Manchmal bin ich mir nicht sicher, wer wen treibt. Die Kälber legen ein enormes Tempo vor. „Die wollen unbedingt rauf auf die Alm, weil es dort so schön ist“, lacht Hartl. Da es noch sehr früh ist, sind kaum Autos unterwegs. Nur das Läuten der Glocken durchbricht die Stille. Etwa zehn Kilometer und etwas mehr als 500 Höhenmeter müssen zurückgelegt werden – von Mensch und Tier. Ausgestattet mit Stöcken, leiten die Helfer die Kälber in die richtige Richtung. Geschickt springen die Kinder dem Almvieh hinterher, wenn eines ausbüchsen will. Nach knapp zwei Stunden kommen wir oben an. Die Kälber kommen zuerst für zwei Wochen zum Eingewöhnen in eine eingezäunte Weide. Dann dürfen sie zusammen mit dem Milchvieh vom Nachbarbauern die große, weite Weide entdecken. Alle sind froh, die Kälber sicher auf ihre Almwiese gebracht zu haben. Die Sennerin Irmi und Hartl laden alle Helfer noch zu einer Brotzeit in die Alm ein. Von der Terrasse können wir die ersten Wanderer beobachten. Es ist Wanderwetter, und alle zieht es in die Berge. Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen müde und freue mich auf einen Nachmittag auf dem Balkon in meiner Hängematte.

 

 

Tipp: Urlaub auf dem Bauernhof | Ein Urlaub auf dem Anderlbauernhof ist etwas ganz Besonderes. Hier lernst du das unverfälschte Bauernhofleben kennen. Große Traktoren, landwirtschaftliche Geräte, ein Ausflug zur Alm oder der tägliche Umgang mit den Tieren. Du kannst sogar im Stall dabei sein und mithelfen. Bitte informiere dich vor der Buchung über eventuelle Einschränkungen durch die Corona-Pandemie.

https://anderlbauer-am-see.de/

 

Danke, Agnes und Hartl Markhauser, für die Verpflegung und den Einblick in eure Arbeit als Almbauern.

 

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Urlaub auf dem Bauernhof – ein abwechslungsreiches Erlebnis für Familien, aber auch für Ruhesuchende

In Schliersee gibt es viele Möglichkeiten, Urlaub auf dem Bauernhof zu machen.

Ich möchte Ihnen zwei Biohöfe vorstellen, die jeder für sich wunderschöne Erholungsorte darstellen und trotzdem sehr gegensätzlich sind.

Beim Sonnenstatter der Familie Hirtreiter lädt ein bunt blühender Bauerngarten direkt vor der Tür zum Eintreten ins Haus Schlierseeblick ein. Und der Name hält, was er verspricht! Hier findet sich ein Paradies für Familien mit Kindern, die einen Spielplatz mit Rutsche gleich im Garten vor dem Haus vorfinden und dort sowie im extra eingerichteten Spielzimmer oder der Spielscheune mit Kletterwand und Trampolin nach Lust und Laune toben können. Auf dem Hof werden neben vielen anderen Tieren u. a. seit über 30 Jahren süddeutsche Kaltblutpferde gezüchtet. Das sind schwere, bäuerliche Arbeitspferde unserer Region, die im Herbst an der Leonhardifahrt teilnehmen und dort gesegnet werden. Der Hof wird erstmals 1473 erwähnt. Hier wird Gemütlichkeit, aber auch Abenteuer und Erlebnis großgeschrieben. Urlaub ist auch im Berghäusl oder auf der eigenen Alm möglich.

Wer Ruhe und Erholung fernab von jeglichem Trubel sucht, ist auf dem Biohof Schwaig genau richtig. Auf dem Weg zum Hof kommt einem eine Katze geruhsam entgegengeschlendert, und hinter dem Haus grasen zahme, neugierige Kälber einer alten bayerischen Rasse, die hier zurückgezüchtet wird. Es gibt eine weitläufige Liegewiese mit schattenspendenden Bäumen, einer kleinen Kapelle, duftenden Rosen und einem wunderschönen Grillplatz. Die Einrichtung der Räumlichkeiten ist maßgeschreinert und besteht aus eigenen Hölzern. Hinter einem alten, knorrigen Apfelbaum findet man ein uriges Saunahaus. Seit 1822 ist die Schwaige aus dem Jahre 1200 in Familienbesitz. Ruhe und Erholung sowie Achtung vor allen Lebewesen werden hier gelebt. Mir kommt es vor wie ein Stück Garten Eden, und würde ich nicht bereits in dieser Region leben, würde ich hier meine Auszeit verbringen wollen.

Bio-Hof Schwaig, Markus und Notburga Hofberger
Schwaig 2
83727 Schliersee
Telefon: 08026 2118
E-Mail: info@biohof-schwaig.de

Internet: http://www.biohof-schwaig.de

 

Beim Sonnenstatter

Familie Hirtreiter
Schießstättstraße 7
83727 Schliersee
Telefon: 08026 20011
E-Mail: info@gaestehaus-sonnenstatter.de

Internet: http://gaestehaus-sonnenstatter.de

 

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.