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Schlierseer Weinberg – Ein Platz zum Durchatmen

Heute nehme ich dich mit auf den Schlierseer Weinberg. Du kannst dabei bequem auf dem Sofa sitzen bleiben.

 

 

Die einfachste Art, in Schliersee einen anderen Blickwinkel auf die Dinge zu bekommen, ist ein kurzer Spaziergang auf den Weinberg mitten im Ort. Gegenüber vom Rathausführt von der Hans-Miederer-Straße ein kleiner Pfad in Serpentinen hinauf. Zu jeder Jahreszeit einfach zu bewältigen und nur ein Katzensprung. Der Blick hinunter ist einmalig und fast kitschig. Oben auf dem Hügel befindet sich das kleine gotische Kirchlein St. Georg aus dem 14. Jahrhundert, das gerade im Sommer für Hochzeiten sehr beliebt ist. Du brauchst keine fünf Minuten, um Schliersee aus einer anderen Perspektive zu erleben.

 

Ein Kraftplatz

Gleich, wenn du oben bist, stehst du vor einer mindestens 200 Jahre alten Linde, die 1942 von einem Blitzschlag getroffen wurde. Die Gemeinde Schliersee bemüht sich sehr darum, diesen wunderbaren Baum zu erhalten.

Denn man sagt: Alle Monarchen des Königsreichs Bayern von 1806 – 1918 hat die Alte Linde am Weinberg schon gesehen. Selbst der Märchenkönig Ludwig II. lehnte an ihrem jahrhunderte alten Stamm.

Ich nehme auf einer der Bänke Platz und genieße den Ausblick hinüber zum Maibaum, auf die St.-Sixtus-Kirche, über den Schliersee und weiter in die Berge. Es ist ein Platz zum Durchatmen und Kraft tanken.

 

 

Ich wünsche dir auch viel Kraft – und bleib gesund. Bis bald!

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Vom Sofa rauf zum Spitzingsee

Man muss immer etwas haben, worauf man sich freut

Schöne Bilder helfen die Krise für eine Weile zu vergessen, geben ein gutes Gefühl, Hoffnung und Vorfreude. In den letzten Tagen habe ich immer wieder gelesen, dass sich Menschen über schöne Landschaftsbilder in den Social Media aufgeregt haben, und auch ich wurde aufgrund meines letzten Insel-Videos angegriffen. Es herrscht Angst, mit schönen Bildern Tagestouristen in die Region zu locken. Ich bin der Meinung, dass Schliersee-Magazin-Leser wissen, dass ein Ausflug an den Schliersee momentan keine Option ist. Inzwischen sollte jeder verstanden haben, dass „Bleibt’s dahaom“ keine Bitte mehr ist, sondern eine Auflage der Regierung. Wir haben alle ein Bedürfnis nach frischer Luft, aber der Spaziergang sollte am besten an der eigenen Haustüre beginnen. Das viele positive Feedback auf mein Video bestärkt mich, weiter zu machen. Ich möchte euch Schliersee nach Hause aufs Sofa bringen, solange ein Ausflug hierher nicht möglich ist.

 

Für alle, die nicht in Schliersee leben, biete ich auch heute wieder ein Video an

 

 

Heute nehme ich dich mit an den Spitzingsee. Ich bin diesmal ziemlich früh unterwegs. Der Spitzingsee ist größtenteils noch zugefroren, und während man in Schliersee schon immer wieder echte Frühlingsgefühle bekommt, ist es hier oben noch eiskalt. Ich bin froh über meine Handschuhe und der Schnee knirscht unter meinen Schuhen wie im tiefsten Winter. Es ist absolut still. Außer einem Spaziergänger mit Hund ist niemand unterwegs. Langsam kommt die Sonne hinter den Berggipfeln hervor und taucht den Spitzingsee in ein warmes Licht. Für einen Moment habe ich das Gefühl, alles ist wie immer. Leider ist es das nicht.

Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass bald wieder Normalität einkehrt und du uns wieder in Schliersee besuchen kannst.

 

 

Bleib gesund, ich melde mich bald wieder aus Schliersee.

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Vom Sofa zu den schönsten Plätzen in Schliersee: auf die Insel Wörth

Ich bringe euch vom Sofa zu den schönsten Plätzen in Schliersee. Der Aufruf, zu Hause zu bleiben, ist deutlich. Deshalb nehme ich euch jetzt in den nächsten Wochen immer wieder virtuell mit, um eure Vorfreude auf euren nächsten Besuch bei uns in Schliersee zu steigern und die Zeit bis dahin zu überbrücken.

 

 

Als Erstes fahre ich mit meinem Kajak auf die Insel Wörth. Die Insel im Schliersee ist schon immer ein Lieblingsplatz von mir, schließlich habe ich dort acht Jahre im damaligen Wirtshaus im See gearbeitet.

Den Wechsel der Jahreszeiten habe ich auf der Insel immer als ganz besonders empfunden. Wenn das Eis des Schliersees nach einem langen Winter endlich wieder verschwand, verwandelte sich die Insel in ein grünes Paradies mit kleinen bunten Blumen, Bienen und Schmetterlingen. Dann konnten wir wieder in die Saison starten – ein kleiner Neubeginn jedes Jahr, Frühlingserwachen eben.

Als ich mit dem Kajak an der Insel ankomme, genieße ich im Windschatten erst einmal die Sonne und denke zurück an die vielen schönen Tage, die ich dort verbracht habe. Meine Freunde „Breeze & Wilson“, ein Singer-Songwriter-Duo aus England, kommen mir in den Kopf. 2009 hatten wir sie eingeladen, ein Konzert auf der Insel zu spielen. Ich erinnere mich, wie sie von unserer atemberaubenden Landschaft beeindruckt waren und ihre Musik über die Insel hallte. Das war tatsächlich ein Glücksmoment für mich damals. Ein komisches Gefühl, dass sie mich momentan nicht besuchen können. Ich freue mich schon jetzt, sie so bald wie möglich wieder bei uns begrüßen zu können. Ausgemacht ist es schon.

Ich paddle mit meinem Kajak weiter am See entlang und sehe, dass auf dem Steg ein junger Bursche mit einer Gitarre sitzt und spielt. Ansonsten ist es absolut still. Nur ein paar Enten quaken. Die umliegenden Berge sind noch weiß, die Sonne trotzdem schon warm. Ich höre, dass er „Golden Leaves“ von Passenger spielt. Als großer Passenger-Fan trifft das mitten in mein Herz. Für einen Augenblick vergesse ich alles. Dieser Moment hätte schöner nicht sein können. Vielen Dank dafür.

Behaltet euch die schönen Momente im Herzen, und ich hoffe, wir sehen uns ganz bald bei uns in Schliersee.

 

 

Als Nächstes nehme ich euch virtuell mit hinauf an den Spitzingsee.

Passt auf euch auf!

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Schliersee für’s Sofa – der Krimiautor Andreas Föhr

An einem eisigen Januarmorgen wird im zugefrorenen Spitzingsee die Leiche eines 15-jährigen Mädchens gefunden. Kurioses Detail: Sie wurde durch einen Stich mitten ins Herz getötet und trägt ein goldenes Brokatkleid …

Bei diesen Worten läuft es einem kalt den Rücken herab. Ein Mord – am beschaulichen Spitzingsee? Zum Glück sind diese Sätze nicht der Realität entsprungen, sondern der Fantasie von Andreas Föhr. Er zählt zu den bekanntesten Krimi-Autoren Deutschlands.

Mit dem Fund der oben genannten, auf kuriose Weise getöteten und seltsam gekleideten Leiche beginnt Föhrs allererster Roman: „Der Prinzessinnenmörder“. Dass diese Geschichte in der Gemeinde Schliersee ihren Anfang findet, ist kein Zufall. Andreas Föhr ist am Tegernsee aufgewachsen und hat dort seine gesamte Schulzeit verbracht. „Im Winter sind wir oft zum Schliersee rübergefahren, weil der im Gegensatz zum Tegernsee an kalten Tagen zugefroren war. Dort konnten wir dann Schlittschuh laufen.“ Seine Romane über die beiden unkonventionellen polizeilichen Ermittler Kommissar Clemens Wallner und Polizeiobermeister Leonhard Kreuthner spielen fast ausschließlich im Landkreis Miesbach. Beide sind für die Kripo Miesbach im Einsatz – rein fiktiv, versteht sich. Dieser Leonhard Kreuthner ist nämlich ein ziemlicher Haudegen, der es mit dem Gesetz nicht immer ganz genau nimmt. „Aber schlau ist er“, sagt Föhr augenzwinkernd über seinen zweiten Protagonisten. Wer schon mal einen der mittlerweile acht Romane des Schriftstellers über das bajuwarische Ermittlergespann gelesen hat, weiß, dass ohne Kreuthner so mancher Fall nicht hätte gelöst werden können. Diese Tatsache muss auch sein Kollege Wallner des Öfteren zähneknirschend in Kauf nehmen. Mit Kommissar Wallner hat Föhr einen Gegenpart zu seinem aufmüpfigen Polizeibeamten Kreuthner geschaffen. Wallner bringt kaum etwas aus der Ruhe, außer sein agiler Großvater Manfred vielleicht, mit dem der Junggeselle in einer Art Wohngemeinschaft lebt. Schon irgendwie schräg, die Charaktere in Föhrs Büchern. Aber die Geschichten sind unheimlich spannend und dank des manchmal deftigen Humors und der Prise bayerischen Lokalkolorits nicht nur im Landkreis ein Verkaufsschlager. Bis nach Norddeutschland reist Andreas Föhr zu Lesungen, denn scheinbar sind Bayern und vor allem der Tegernsee und der Schliersee „da drobn“ äußerst beliebt.

Zum Schreiben kam Andreas Föhr durch einen Freund. „Mein Schulfreund Thomas Letocha hat mich Anfang der Neunzigerjahre gefragt, ob ich nicht Lust hätte, mit ihm zusammen Drehbücher zu schreiben. Ich hatte Lust, und so hat sich das entwickelt. 2009 hab ich mich dann hingesetzt und mit meinem ersten Roman begonnen, dem ‚Prinzessinnenmörder‘.“ Sein Erstlingswerk war auf Anhieb ein Erfolg und wurde sogar mit dem renommierten Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet.

Drehbücher schreibt Andreas Föhr mittlerweile fast gar keine mehr, die Schriftstellerei ist zu seiner Berufung geworden. 2016 hat er eine neue Romanfigur erschaffen, diesmal eine Frau: Rachel Eisenberg, eine clevere Rechtsanwältin mit interessanten charakterlichen Ecken und Kanten. Neben ihrem Job als Mitinhaberin einer Münchener Kanzlei ermittelt sie in Mordfällen und klärt diese auf ebenso ungewöhnliche Art und Weise auf wie ihre beiden „Kollegen“ der Miesbacher Kripo.

Doch zurück zu Wallner und Kreuthner. Ob und wie viele Fortsetzungen es von der beliebten Romanreihe noch geben wird, darauf will Andreas Föhr sich nicht festlegen. Bestimmt spielen jedoch in einigen davon auch wieder der Schliersee und seine Umgebung eine Rolle.

„Schwarzwasser“, der jüngste Band der Reihe, ist im Juli erschienen.

Wer mehr von Kreuthner und Wallner lesen möchte: Die Romane von Andreas Föhr sind auch in der „Schlierseer Bücheroase“ erhältlich.

 

 

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!