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Zusammenhalt auf Schlierseer Art

Das sogenannte „Bodenpersonal“ hatte dazu aufgerufen, fehlende Stühle im Schlierseer Bauerntheater zu ersetzen und der Förderkreis des Schlierseer Bauerntheaters spendet neue Tischplatten.

Wer das Bodenpersonal des Schlierseer Bauerntheaters kennt, weiß: Das ist keine offizielle Berufsbezeichnung, sondern ein liebevoller Spitzname für die, die bei jeder Vorstellung mit einem Lächeln für das Publikum da sind. Unsere freundlichen Herren in Tracht vom Bodenpersonal sorgen für einen reibungslosen Ablauf beim Einlass, helfen gerne weiter und weisen den Gästen den richtigen Platz zu. Sie begrüßen die Besucher, rollen den roten Teppich aus und sorgen für gute Stimmung.

Neue Stühle für das Bauerntheater

Reiner Pertl, Leiter dieses engagierten Teams, startete einen Aufruf, um fehlende Stühle zu ersetzen und hatte damit großen Erfolg. „Uns ist aufgefallen, dass einfach ein paar Stühle fehlten. Also habe ich herumgefragt und innerhalb kürzester Zeit hatten sich zwölf Leute gefunden, die neue Stühle finanziert haben“, erzählt Reiner Pertl. Unterstützung kam auch vom Schlierseer Trachtenverein mit Vorstand Toni Kölbl, der sich ebenfalls an der Aktion beteiligte. Die Namen der jeweiligen Sponsoren sind übrigens in die Stühle eingeschnitzt. Wenn du das nächste Mal im Schlierseer Bauerntheater zu Gast bist, lohnt sich also ein genauer Blick. Der Förderkreis des Schlierseer Bauerntheaters stieg ebenfalls in die Aktion mit ein und finanzierte neue Tischplatten. Florian Reinthaler, Vorstand des Schlierseer Bauerntheaters, zeigt sich dankbar: „Dass so viele an einem Strang ziehen, ist einfach großartig. Man spürt, dass das Bauerntheater nicht nur ein Gebäude ist, sondern ein Stück Heimat.“

Langjährige Tradition

Seit über 130 Jahren steht das Bauerntheater für gelebte Tradition, Humor und Zusammenhalt. Generationen von Schauspielern sind hier auf der Bühne gestanden. Beim 130-jährigen Jubiläum vor drei Jahren brachte es Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer auf den Punkt: „Es ist das Herz und die Seele der Kunst und Kultur Schliersees“, sagte er damals stolz. Das Bauerntheater ist längst mehr als eine Bühne. Wenn die Vorhänge auf- und die Lichter angehen, dann steckt in jeder Vorstellung auch ein Stück Schlierseer Herzblut.

Bei deinem nächsten Urlaub in Schliersee solltest du unbedingt eine Vorstellung des Schlierseer Bauerntheaters besuchen. Und wenn du schon Bauerntheater-Fan bist, empfehle ich eine Mitgliedschaft im Förderkreis. Damit unterstützt du beispielsweise den Kauf neuer Tischplatten.

Mehr Informationen zum Spielplan und zur Geschichte findest du auf www.schlierseer-bauerntheater.de

Judith Musterfrau

Judith Weber

Heimatverliebt und reiselustig. Ich liebe Schliersee zu jeder Jahreszeit und bin immer auf der Suche nach neuen Blickwinkeln und Inspirationen. Mit einem Auge für das aktuelle Geschehen interessiere ich mich für alles, was in Schliersee los ist.

5 Dinge, die du in Schliersee machen kannst, wenn das Wetter nicht so mitspielt

Manchmal hüllt Regen den Schliersee in ein sanftes Grau. Doch anstatt dir die Stimmung verderben zu lassen, kannst du gerade dann die besonderen Seiten bei uns entdecken. Von Genussmomenten bis Kultur: Diese fünf Tipps machen deinen Aufenthalt unvergesslich, ganz unabhängig vom Wetter.

#SLYRSWhisky

Genussmomente warten in Neuhaus bei Schliersee auf dich. Die SLYRS Whisky-Destillerie lädt dich ein, die Welt des bayerischen Whiskys zu erkunden. Du kannst die Destillerie täglich auf eigene Faust entdecken und am Ende natürlich auch Whisky probieren. Mit der Schlierseer Gästekarte erhältst du 20 Prozent Ermäßigung auf die Besichtigung mit Verkostung. Besonders interessant sind die Führungen, die dir einen tiefen Einblick in die Kunst der Whiskyherstellung geben.

SLYRS Whisky Destillerie – Allgemeine Führung

So wird ein grauer Tag zu einem besonderen Erlebnis und vielleicht entdeckst du dabei sogar deinen neuen Lieblingswhisky.

#VitalweltSchliersee

Wenn es draußen regnet, kannst du dir in der Vitalwelt Schliersee eine richtige Auszeit nehmen. Lass dich im warmen Wasser treiben, entspanne in der Sauna oder genieße den Blick auf die Berge durch die großen Panoramafenster. In der kleinen Bücherecke in der Schlierseer Vitalwelt findest du außerdem spannende Lektüre für gemütliche Stunden. Im medius Schliersee kannst du zusätzlich ein vielfältiges Gesundheitsprogramm buchen, bis hin zu individuellem Personal Training. So wird selbst ein Regentag zum kleinen Wohlfühltag.

https://www.schliersee.de/sommer/schliersee-erleben/vitalwelt/

#HeimatmuseumSchliersee

Ein Regentag ist die perfekte Gelegenheit, das Heimatmuseum Schliersee zu entdecken. Hier kannst du die Geschichte und das traditionelle Leben rund um Schliersee entdecken. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag, von 14:00 und 16:00 Uhr.

Hinweis: Führungen finden derzeit nicht statt; das Heimatmuseum kann individuell erkundet werden.

Heimatmuseum Schliersee – Schliersee Magazin

#SchlierseerBauerntheater

Lust auf Kultur mit Tradition? Dann schau dir eine Vorstellung im Schlierseer Bauerntheater an. Seit über 125 Jahren wird hier gespielt und du spürst sofort, wie viel Herzblut auf der Bühne steckt. Ob Volksstücke mit Humor oder modernere Interpretationen, die Atmosphäre in diesem traditionsreichen Theater ist einzigartig. Ein Abend hier gehört definitiv zu den Erlebnissen, die du dir nicht entgehen lassen solltest.

Schlierseer Bauerntheater e.V. – vormals Terofal Bühne

#GemütlicheEinkehr

Und manchmal ist das Schönste bei Regen ganz einfach: es sich drinnen gemütlich machen. In Schliersee findest du zahlreiche Cafés und Gasthäuser, in denen du regionale Schmankerl oder hausgemachte Kuchen genießen kannst. Während die Regentropfen an die Fenster klopfen, lehnst du dich zurück, wärmst dich an einer Tasse Kaffee oder einem guten Essen und lässt die Zeit einfach stillstehen.

 

Judith Musterfrau

Judith Weber

Heimatverliebt und reiselustig. Ich liebe Schliersee zu jeder Jahreszeit und bin immer auf der Suche nach neuen Blickwinkeln und Inspirationen. Mit einem Auge für das aktuelle Geschehen interessiere ich mich für alles, was in Schliersee los ist.

Gelungener Premierenabend im Schlierseer Bauerntheater: „Die Töchter Josefs“

Schon beim Eintreffen vor dem Schlierseer Bauerntheater lag Spannung in der Luft. Besucherinnen und Besucher standen plaudernd beisammen, ich spürte die Vorfreude auf einen besonderen Abend. Zur Premiere des neuen Stücks „Die Töchter Josefs“ von Franz Gischel war das Bauerntheater fast bis auf den letzten Platz gefüllt.

Der erste Vorstand des Schlierseer Bauerntheaters, Florian Reinthaler, begrüßte das Publikum herzlich. Besonders freute er sich über den Besuch von Bürgermeister und Hausherr Franz Schnitzenbaumer, Diakon Alois Winderl sowie über die anwesenden Sponsoren, die mit ihrem Engagement das Schlierseer Bauerntheater tatkräftig unterstützen.

Dann hob sich der Vorhang. Girgl Floßmann überzeugte nicht nur in der Regie, sondern auch als Altbauer Thomas, der mit ruhiger Präsenz und verschmitztem Humor alle Fäden in der Hand behielt.

Im Stück geht es um den Bauern Sixtus, der keinen Erben hat. Seine Schwägerin Agath und ihr Mann Josef wittern ihre Chance und behaupten, Josef habe eine uneheliche Tochter, um an das Erbe zu kommen. Josef verstrickt sich dabei in allerlei Geschichten. Doch der pfiffige Altbauer durchschaut das Spiel längst und weiß genau, was es mit der angeblichen Tochter auf sich hat.

Gitti Engelhard überzeugte als temperamentvolle Agath, die das Geschehen bestimmt in die Hand nahm. Rupp Gerold als Josef verhedderte sich herrlich glaubhaft in seinen eigenen Lügengeschichten. Hans Schrädler als Sixtus, Franz Manhart als frecher Michl, Conny Floßmann als schlagfertige Zenz und Antonia Fürst als frische Vroni machten das Ensemble komplett. Ein nicht enden wollender Applaus war die beste Bestätigung: Es war grandios. Wer einen amüsanten Abend mit klassischem, traditionellem Bauerntheater erleben möchte, sollte das Stück nicht verpassen.

Und wer die Premiere verpasst hat, kann sich auf weitere Vorstellungen freuen. Ein Besuch im Bauerntheater gehört für mich zum Sommer in Schliersee einfach dazu. Für alle Urlauber empfehle ich: Den Theaterabend unbedingt einplanen. Vor der Vorstellung im Restaurant Xaver im Hotel Terofal essen gehen oder danach noch ein gemütlicher Absacker in der Bar – so wird der Abend perfekt.

Karten sind online bei München Ticket erhältlich oder direkt bei der Gäste-Information Schliersee in der Vitalwelt. Und nicht vergessen: Auch im Rahmen des Schlierseer Kulturherbstes ist das Bauerntheater wieder mit dabei. Diese Veranstaltungen sind besonders schön. Ich freue mich schon auf die nächste Vorstellung.

Schlierseer Bauerntheater: Veranstaltungen & Tickets | München Ticket

Judith Musterfrau

Judith Weber

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Gelungene Premiere von „Schlüsselfertig“ im Schlierseer Bauerntheater am Ostersonntag

Ich durfte gestern bei der Premiere des neuen Theaterstücks „Schlüsselfertig“ von Reinhard Seibold (Mundart Verlag Aßling) im Schlierseer Bauerntheater dabei sein und hatte einen wunderbar unterhaltsamen Abend. Vor fast ausverkauftem Haus zeigte das Ensemble eine Realsatire, die näher am echten Leben ist, als man vielleicht denkt.

Peter Funk (Florian Reinthaler) lässt sein Haus umbauen, weil er selbst zwei linke Hände hat. Während er mit Ehefrau Stupsi (Gitti Knott) in der Toskana urlaubt, übernimmt Bauträger Friedl Scherz (Marcel Schmid) das Kommando – und stellt ein Handwerkerteam zusammen, das es in sich hat. Was die beiden bei ihrer Rückkehr erwartet, ist ein bunter Mix aus Pfusch, Pannen und Pointen. Jeder, der schon einmal Handwerker im Haus hatte, weiß: Ganz so weit hergeholt ist das alles gar nicht. Aber mehr möchte ich nicht verraten, damit auch du einen amüsanten Abend hast, wenn du eine der Vorstellungen besuchst.

Vorstand Florian Reinthaler betonte nach der Vorstellung:
„Sie haben vielleicht erkannt, dass der ein oder andere Handwerker im richtigen Leben auch Handwerker ist, der da mitspielt. Das darf ich auch sagen: Das hat mit dem richtigen Leben absolut nichts zu tun!“ Und setzte mit einem Augenzwinkern nach: „Die sind im wahren Leben noch viel schlimmer!“

Das Stück spart nicht mit derbem bayerischem Humor, inklusive deftiger Sprüche und typischer Bauerntheater-Übertreibung. Wer das mag, kommt voll auf seine Kosten.

Besonders erwähnenswert: Marcel Schmid übernahm die Rolle des Bauträgers Friedl Scherz relativ kurzfristig und mit viel Engagement. Ursprünglich war dafür das langjährige Mitglied der Bauerntheater-Familie Johannes Wegmann vorgesehen, der aufgrund eines tragischen Skiunfalls verletzungsbedingt nicht mitwirken konnte. Auch von dieser Stelle aus: Alles Gute für deine Genesung, lieber Johannes!

Eine grandiose Premiere

Viel Lob gab es auch für Regisseur Hans Schrädler, der mit „Schlüsselfertig“ bewusst einmal vom traditionellen Spielplan abweicht. Statt eines klassischen Bauerntheater-Stücks zeigt das Ensemble diesmal eine moderne (bayerische) Realsatire – nicht nur für alle „Häuslebauer“ ein Vergnügen.

Mit liebevollen Details, viel Spielfreude, musikalischer Begleitung durch die Schlierachtaler Musikanten, sowie der Bewirtung durch das Team vom Restaurant Xaver/Terofal (Selbstbedienung mit Drinks und Snacks) wurde der Premierenabend zu einem echten Erlebnis.

Ein großes Dankeschön geht auch an alle, die hinter den Kulissen zum Gelingen beigetragen haben – von der Souffleuse über die Technik bis hin zum „Bodenpersonal“ rund um Reiner Pertl.

Die nächste Vorstellung ist am Freitag, 25. April.
Karten bekommst du in der Gäste-Information Schliersee, online über München Ticket sowie an der Abendkasse ab 19:00 Uhr.

Und für alle, die es lieber traditionell mögen: Im Sommer, am 16. Juli 2025, folgt die nächste Premiere – ein echtes Bauerntheater-Stück: „Die Töchter Josefs“.

Alle Termine und Karteninfos findest du unter:

www.schlierseer-bauerntheater.de/spielplan

 

 

Judith Weber

Judith Weber

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Vorhang auf: Der Vorverkauf für das Schlierseer Bauerntheater 2025 beginnt!

Vorverkauf für das Schlierseer Bauerntheater startet in der Gäste-Information Schliersee

Heute am 05. Februar 2025 um 8:30 Uhr beginnt der Vorverkauf für die neuen Vorstellungen des Schlierseer Bauerntheaters in der Gäste-Information Schliersee. Hinweis: Diese Tickets im exklusiven Sonder-Vorverkauf sind ausschließlich persönlich erhältlich und können weder telefonisch reserviert noch per Post versendet werden. Einheimische und Gäste haben hier die Möglichkeit, sich ihre Tickets vor allen anderen zu sichern. Der reguläre Vorverkauf über München Ticket startet am 12. Februar 2025.

Die kommende Spielzeit bietet ein abwechslungsreiches Programm mit zwei neuen Stücken sowie zwei bewährten Publikumslieblingen.

Neu auf der Bühne: Schlüsselfertig und Josefs Töchter
Schlüsselfertig“ ist ein moderneres Theaterstück als gewohnt. Die Real-Satire handelt von einer Haus-Sanierung, bei der die beauftragten Handwerker überhaupt nichts auf die Reihe bringen – dafür aber die Familie an den Rand der Verzweiflung. Premiere ist am Ostersonntag.

Im traditionellen Bauerntheater-Stück „Josefs Töchter“ dreht sich ab Samstag, 19. Juli 2025, alles um den verwitweten Bauern Sixtus und seinen angeheirateten Schwager Josef. Als es um die Erbfolge am Hof geht, behauptet Josef plötzlich, eine uneheliche Tochter zu haben. Nach diesem Geständnis muss er sich einiges von seiner erbosten Frau anhören. Doch die wahre Familiengeschichte kennt nur der Altbauer Thomas. Kann er helfen?

Zurück auf der Bühne: Der Boandlkramerblues und Der ewige Spitzbua

„Der Boandlkramerblues“: Der witzige und liebenswerte Schlierseer Boandlkramer (Florian Reinthaler) erobert sofort die Herzen der Zuschauer. Isidor Birnbacher (Hans Schrädler), der nach dem Tod seines besten Freundes keinen Grund mehr zum Leben sieht, hofft, der Boandlkramer könne ihm helfen, die Welt schnell zu verlassen. Doch statt ihn zu erlösen, zieht der Boandlkramer eine überraschende Wendung ein – er holt die Frau von Isidor. Mit humorvollem Charme bereitet sich Isidor auf seinen erhofften Tod vor, stellt sogar einen Sarg zum Probeliegen auf. Doch der Boandlkramer gewährt ihm einen Blick in den „Himmel“ – ein unerwartetes Abenteuer wartet!

„Der ewige Spitzbua“: Eine Komödie mit Kabarettistin Monika Gruber als Gastschauspielerin. In diesem Stück hat sich der Hanslbauer bereits zu Lebzeiten eine letzte Spitzbüberei ausgedacht. Nach seinem Tod erhalten drei frühere Liebschaften einen Brief, der sie zur Testamentseröffnung einlädt. Jede von ihnen ist überzeugt, Hoferbin zu sein, und so müssen sie drei Wochen gemeinsam mit dem schlitzohrigen Wirtschafter Bartl, der Magd Maral und dem Knecht Flori unter einem Dach leben. Die Eifersüchteleien nehmen überhand, bis Flori eine List ersinnt: Er erzählt den Frauen, dass Bartl den Hof nur erbt, wenn er eine von ihnen heiratet. Plötzlich überschlagen sich die Liebesbeweise und Heiratsanträge. Doch als Flori den drei Damen mit Bartls Schlafkammer noch einen Streich spielt, schwören sie Rache.

Wer sich die besten Plätze sichern möchte, sollte direkt diese Woche in der Gäste-Information vorbeischauen. Weitere Informationen zu Terminen und Verfügbarkeiten gibt es in der Gäste-Information Schliersee oder bald online unter München Ticket.

www.schlierseer-bauerntheater.de

NachbarschaftsHilfe Marktgemeinde Schliersee e. V.: Helfen macht Freude! Gemeinsam geht’s leichter!

Das Motto der NachbarschaftsHilfe lautet: „miteinander – füreinander“, und besser lässt sich der ehrenamtliche Einsatz der ca. 20 Frauen und Männer nicht beschreiben. Der Verein wurde 2011 gegründet, um vor allem den älteren Bürgern und Bürgerinnen der Marktgemeinde Schliersee, die niemanden haben, der sie in den alltäglichen Angelegenheiten unterstützt, nachbarschaftliche Hilfe zukommen zu lassen.

Es geht darum, Mitmenschen in Notsituationen zu helfen, sei es als helfende Hand beim Aufräumen, beim Einkauf von Lebensmitteln, beim Versorgen vonTieren, beim Schneeräumen und was sonst noch so alles anfällt in einem eigenen Haushalt. Unseren Senioren soll ermöglicht werden, so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung leben zu können. Manchmal geht es auch einfach darum, bei der Korrespondenz zu helfen. Die ältere Generation hat oft nicht mehr gelernt, die neuen Möglichkeiten der Kommunikation wie E-Mail zu nutzen und dabei braucht es nur ein paar Tastenschläge, um großen Nutzen zu spenden. Auch ist es bisweilen schwierig, sich im Alter um den Schriftverkehr mit Versicherungen oder um steuerliche Angelegenheiten zu kümmern. Und manchmal sind auch einfach die Augen zu schlecht, oder die Hand zittert zu sehr, so dass Unterstützung Wunder wirken kann. Behördengänge, der Weg zum Arzt oder zu Veranstaltungen stellen bisweilen große Hürden dar, die durch Fahrdienste umgangen werden können.

Nicht vergessen oder gar unterschätzen sollte man die Einsamkeit mancher Menschen, die keine Angehörigen mehr haben oder deren Verwandte zu weit weg wohnen. Und manchmal verhindern körperliche und auch seelische Beschwerden den Kontakt zur Außenwelt und fesseln Personen ans Haus. Hier bereiten Besuche, kleine Spaziergänge, zwischenmenschliche Gespräche, Vorlesen oder Spielen Freude und bringen Abwechslung ins Leben unserer Senioren.

Helfen macht Freude! Und auch Spaß! Einmal jährlich wird eine große Benefizveranstaltung im Schlierseer Bauerntheater organisiert. Es gibt Ausflugsfahrten und die neuen Räumlichkeiten in der Rathausstraße 8 laden zu den Öffnungszeiten am Montag von 10:00 – 12:00 Uhr zur Beratung und am Donnerstag von 16:00 – 19:00 Uhr zum gemütlichen Austausch bei Kaffee, Tee und selbstgebackenem Kuchen ein. Jeder ist willkommen. Jeder kann kommen, ob Mitglied oder nicht, ob alt oder jung. Wer einen Rat sucht, findet hier ein offenes, freundliches Ohr. Und wer sich einfach nur Gesellschaft wünscht, darf sich gerne anschließen.

 

Die Schlierseer NachbarschaftsHilfe hat in relativ kurzer Zeit eine große Resonanz sowohl bei Hilfebedürftigen, Helfern als auch Unterstützern gefunden.

Die Bitte an alle Schlierseer: Macht einfach ein bisserl mit. Ob als Helfer vor Ort oder als Mitglied und Unterstützer mit eurem Jahresbeitrag. Auch Spender sind natürlich immer herzlich willkommen.

 

Jährliche Mitgliedsbeiträge: Einzelperson 24 €, Ehepaare 40 €, ermäßigter Beitrag für Azubis, Studenten und bei sozialer Indikation 12 €.

 

Spenden bitte auf das Konto: NachbarschaftsHilfe Schliersee, KSK Miesbach-Tegernsee, IBAN: DE 17 7115 2570 0012 1006 24, SWIFT-BIC: BYLADEM1MIB

Eine voll abzugsfähige Spendenbescheinigung ist selbstverständlich.

 

 

NachbarschaftsHilfe Marktgemeinde Schliersee e. V.
Rathausstraße 8
83727 Schliersee
Tel: 08026 / 9292339
E-Mail: info@nbh-schliersee.de
Internet: https://www.nbh-schliersee.de/

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Was ist „typisch bayerisch“? Andi Greipl verschickt weiß-blaues Lebensgefühl in die ganze Welt.

Brezn und Brotzeitbrettl? Weißbier, Wolpertinger und Weiß-Blau? – Auf der Suche nach der Essenz des „Bayerischen“ treffe ich Andi Greipl, Inhaber und kreativer Kopf hinter www.bavarishop.de. Mit dem 1998 gegründeten Online-Business exportiert der Schlierseer bayerische Produkte in die ganze Welt. Und ist damit nicht nur Vorreiter in Sachen eCommerce, sondern entscheidet auch über bayerische Stilfragen.

Das erste verkaufte Produkt? – „War natürlich eine Lederhosn“, erinnert sich Andi Greipl an die Anfangstage des einst von seinem Bruder Wolfgang gegründeten Bavariashops. Und nein, die Hose sei nicht nach Italien, Australien oder in die USA gegangen – dorthin, wo heute die meisten internationalen Kunden seines Online-Business sitzen. Sondern ganz in die Nähe nach Holzkirchen: „Unser Käufer wollte aber nicht vorbeikommen, um die Lederhosn anzuprobieren. Der meinte: ‚Wenn schon Online-Shop, dann bitte auch mit Versand‘“, erinnert sich Andi Greipl schmunzelnd.

 

Vom einzelnen Päckchen zu mehreren Post-Containern am Tag

Heute verschickt die Firma, die aus einer Weißbierlaune auf einer Terrasse in Schliersee entstand, keine Einzelpäckchen mehr. Zu Hochzeiten verlassen sieben bis acht Post-Container pro Tag den Firmensitz, erzählt Andi Greipl. So zum Beispiel kurz vor Weihnachten 2018, als die Nachfrage nach dem bayerischen Bier-Adventskalender im Shop ungeahnte Dimensionen erreichte.

Tatsächlich stammen 85 Prozent der Bavariashop-Kunden selbst aus Bayern. Von der „Weißwurscht-Zuzl-Trainingsmaschin“ (Schnuller) für den Nachwuchs bis zur Leberkäsesemmel aus Schokolade, von der „bayerischen Praline“ in Form von Salamiherzen bis zum asiatischen Glückskeks für den bayerischen Grantler: Die Produkte von Andi Greipl transportieren seine Interpretation eines modernen, weltoffenen Bayerns, das auch bewährte Traditionen mit einem liebevollen Augenzwinkern betrachtet.

 

„Bayrisch sein heißt nicht, sich Grenzen vors Hirn zu nageln“

„Da schwingt schon ein gewisser Stolz mit“, sagt Andi Greipl. „Aber nie so weit, dass man sich Grenzen vors Hirn nagelt.“ Das oft gehörte „Mia san mia“ empfinde er persönlich als zu trennend, so der Online-Unternehmer: „Ich freue mich über jeden, der nach Bayern kommt, sich mit unserem Thema identifiziert und das bayerische Lebensgefühl anziehen mag. Mei – und da ist es doch egal, wenn die Lederhose einmal nicht aus Hirsch- oder Ziegenleder ist und ein kariertes Hemd dazu getragen wird, da zählt doch der Gedanke. Im nächsten Jahr hat der vielleicht schon eine ganz andere Tracht an. Da gibt es für mich kein Richtig oder Falsch.“

Trägt er selbst denn so ausgefallene Bavariashop-Produkte wie die Lederhose im Jogging-Stil? „Na klar, fast jeden Tag daheim“, verrät Andi Greipl. Und aufs Waldfest – würde er damit auch gehen? „Naaa. Wer mich kennt, weiß: Im Sommer laufe ich eigentlich nur in der Krachledernen rum.“

 

„Eine Tracht ist keine Verkleidung“

Das Gespür für seine Region zeichnet den Unternehmer aus: „Wir haben andere Ansprüche an unsere Produkte, weil wir selbst aus Bayern, dem Bayerischen Oberland, kommen. Wir sehen zum Beispiel das Thema Tracht nicht im Sinne von Fasching und Verkleidung. Sondern wir brennen wirklich dafür und achten auf eine gewisse repräsentative Linie.“

Kein Wunder, dass der Schlierseer nicht nur seinen eigenen Online-Shop betreibt, sondern auch für die Bayerische Staatsregierung die digitalen Shop-Regale unter shop.bayern.by mit kulinarischen Schmankerln und Handwerkskunst aus Bayern füllt. „Besonders stolz sind wir, dass wir ab April für die Landeshauptstadt München den offiziellen Online-Shop zum Oktoberfest unter shop.oktoberfest.de übernehmen“, verrät Andi Greipl.

 

Qualitätscheck beim Weißwurstfrühstück

Das gefragteste Produkt aus Bayern sind übrigens Bierkrüge – sowohl im In- als auch im Ausland: „Unsere Krüge mit Bayernwappen laufen sehr gut – gerade für Geburtstage oder Jubiläen“, verrät Andi Greipl. „Die lassen sich personalisieren, unsere Kunden können ihren Lieblingstext draufschreiben. Das sollte eigentlich jeder Haushalt haben, so einen richtigen salzglasierten Steinkrug.“ Hat er denn persönlich ein Lieblingsprodukt? „Einfach alles, sonst würde es nicht ins Sortiment kommen.“

Den Qualitätscheck neuer Produkte übernimmt der Chef gerne selbst: „Neulich haben wir einen Senf ins Sortiment aufgenommen, da gab’s natürlich ein Weißwurstfrühstück, um den zu testen. Denn wenn uns das gefällt, kann ich’s auch der Kundschaft geben.“

 

Bayerische Mundart begeistert auch im hohen Norden

Neben fertigen Produkten, die Andi Greipl selbst einkauft, lassen er und sein Team sich auch immer wieder eigene Kreationen für das hauseigene Label „mei LebensGfui“ einfallen – zuletzt zum Beispiel die nepalesischen Gebetsfahnen mit bayerischen Sinnsprüchen: „Da sitzt dann das ganze Team im Biergarten zusammen und überlegt, was wir da Schönes drauftexten können“, so Andi Greipl.

Überhaupt, die Sprache: Die gesamte Website und Kundenkommunikation des Bavariashops ist in bayerischer Mundart gehalten. Statt „ausverkauft“ steht bei nicht vorrätigen Produkten etwa: „Bittscheen habts a bissal Geduld, boid hamma wieda Fahnen für Euch!“ Statt als Geschäftsführer tritt Andi Greipl auf seiner eigenen Startseite auf als „Da Andi – Obaschuahplattler und Kriagalwaschmoasta vom Bavariashop“. So viel bayerische Direktheit und spielerische Freude gefällt auch den Käufern im äußersten Norden der Republik: „Wir bekommen oft Rückmeldungen wie: ‚Habe gerade eure Versandbestätigung gelesen – und mich kaputtgelacht.“

 

Schliersee: „Urlaub und Lebenstraum zugleich“

Inspiration fürs kreative Querdenken zieht der Familienvater aus seinem Heimatort Schliersee: „Ich habe schon mein ganzes Leben am Schliersee verbracht. Der See ist für mich Urlaub und Lebenstraum zugleich. Die Landschaft, die Leute, ein Sonnenuntergang am See, und meine Kinder springen um mich rum – all das würde ich niemals missen wollen.“

In Schliersee zu leben, heißt für Andi Greipl auch, in Traditionen und Kultur des Orts eingebunden zu sein. Seit vier Jahren ist er Mitglied im Ensemble des Schlierseer Bauerntheaters und übernimmt „kleinere Rollen, soweit mein berufliches Engagement das eben zulässt“.

Aus all den Begegnungen vor Ort nimmt der umtriebige Unternehmer wieder neue Inspiration für sein Geschäft mit. Gerade erst hatte er eine Eingebung beim Schlittenfahren am Kirchbichl: „Wir wollen eine Snowtube in Form einer Leberkassemmel produzieren“, verrät er schmunzelnd. „Mal sehen, wie das ankommt.“

 

 

https://www.bavariashop.de

https://www.instagram.com/bavariashop/

 

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Konrad Dreher – Gründungsvater des Schlierseer Bauerntheaters

Konrad Dreher – Gründungsvater des Schlierseer Bauerntheaters

Von der Bühne am Münchener Gärtnerplatz auf die Bretter des Schlierseer Bauerntheaters: Der Münchener Hofschauspieler Konrad Dreher war Mitinitiator des Schlierseer Laienensembles. Gemeinsam mit seinem Kollegen Xaver Terofal gründete er 1892 das Schlierseer Bauerntheater. Die beiden machten die Truppe mit unterhaltsamen Bauernkomödien nicht nur vor Ort erfolgreich, sondern führten sie sogar auf Gastspielreise bis in die USA. Die Konrad-Dreher-Straße in Schliersees Ortsmitte erinnert bis heute an den umtriebigen Volksschauspieler. Sie schließt unmittelbar an den Xaver-Terofal-Platz und das heutige Bauerntheater an.

Konrad Dreher wird 1859 in eine Münchener Handwerksfamilie hineingeboren. Der Vater ist Holzbildhauer. Der jugendliche Konrad versucht sich an einer kaufmännischen Lehre, bricht diese jedoch ab, um sich seiner wahren Berufung zuzuwenden – den schönen Künsten: Konrad Dreher debütiert zunächst auf den Theaterbühnen von Augsburg, Wiesbaden, Frankfurt am Main und Ingolstadt, bevor er seine Heimatbühne am Münchener Gärtnerplatztheater findet: Mit humorvollen Rollen und Gesangskomik (Stimmlage: Tenorbuffo) avanciert er zum Münchener Publikumsliebling. Seine bekanntesten Darstellungen sind der Scharfrichter „Ko-Ko“ in der Operette „Mikado“ von Gilbert und Sullivan sowie der „Bader Zangerl“ in Benno Raucheneggers Stück „Jägerblut“.

 

Königlich bayerischer Hofschauspieler

„Mit untrüglichem Theaterinstinkt und nie versagender Spielfreudigkeit trug Dreher seine an trockenem Humor überreichen Couplets vor“, schreibt Karl Richter in „Neue Deutsche Biographie“: „Schwerblütig süddeutsch, dabei behaglich und lustig und nicht ohne Ironie war seine prachtvolle Art zu charakterisieren und nachzuahmen. Der Dialekt war für ihn nicht nur komischer Effekt, sondern farbiger Ausdruck stammlicher Eigenart.“ Einer der Höhepunkte von Konrad Drehers Schauspielkarriere ist die Ernennung zum „Königlich bayerischen Hofschauspieler“.

Und tatsächlich ist Konrad Drehers Darstellkunst so populär, dass er gleich mehrmals den deutschen Kaiser Wilhelm II. und Otto Fürst von Bismarck trifft. Zu seinem Freundeskreis gehören Schauspieler, Musiker, Maler und andere bekannte Persönlichkeiten seiner Zeit, etwa Schriftsteller wie Ludwig Thoma, Peter Auzinger und Ludwig Ganghofer. 1882 heiratet Dreher die Kaufmannstochter Eugenie Hahn, die beiden bekommen drei Kinder.

 

Erfolgreiches Laientheater für städtisches Publikum

1892 gründet Konrad Dreher gemeinsam mit Xaver Terofal das Schlierseer Bauerntheater. Die erste öffentliche Aufführung findet am 24. Juni statt und zeigt Dreher in seiner Paraderolle in Raucheneggers „Jägerblut“. Die Idee der beiden Theatergründer ist es, das unverfälschte ländliche Leben auf die Bühne zu bringen und einem städtischen Publikum zu vermitteln. Deshalb treten im Schlierseer Bauerntheater auch keine Berufsschauspieler auf, sondern talentierte Laien, etwa Metzger, Gastwirte, Näherinnen, Schreiner, Stubenmädchen und Landwirte. Zu den beliebtesten Bühnenaufführungen der „Schlierseer“ zählen Bauernstücke wie „Der Herrgottschnitzer von Ammergau“ von Ludwig Ganghofer oder „Die Zuwiderwurzen“ von Herman Schmid.

 

Konrad Dreher als Schlierseer Apoll: In weißem Gewand und mit der Gitarre über der Schulter – so hat Professor Kunz Meyer-Waldeck den Volksschauspieler auf einem Entwurf für den Vorhang im alten Bauerntheater dargestellt.

Mit welchen Herausforderungen Konrad Dreher als Leiter eines Laientheaters umgehen muss, schildern Hanna und Gerhard Hofmann in ihrem Buch „Schliersee“ von 1969: „Konrad Dreher hatte im Schlierseer Bauerntheater seinen bestimmten Tisch, von dem aus er die Vorstellungen verfolgte. Eines Abends ging der Vorhang im zweiten Akt einer Komödie hoch, der Darsteller, der eigentlich auf der Bühne sein sollte, fehlte. Das Zimmer blieb lange Zeit leer, das Publikum wurde unruhig. Dreher stürzte verzweifelt hinter die Bühne und fand den Darsteller friedlich rauchend in der Garderobe. Er schrie ihn wütend an: ‚Ja, bist du denn narrisch wor’n? Der Vorhang ist schon lang auf, und du bist net draußen!’ Worauf ihm der Schauspieler seelenruhig antwortete: ‚Ja mei, Herr Direktor, was regen’s Eahna denn so auf, dös kommt im Leben a öfter vor, daß a Zeitlang in an Zimmer niemand is!’“

Die „Schlierseer“ auf Tournee in den USA

Konrad Dreher selbst hat seinen Erlebnissen mit dem Schlierseer Theaterensemble 1899 eine eigene kleine Monografie gewidmet: „Leid und Freud eines Bauerntheater-Direktors“. 1895 geht Konrad Dreher mit seiner Theatertruppe auf Tournee in die USA. Geschickt vermarktet er dort die angeblich authentischen Sitten und Traditionen der oberbayerischen Landbevölkerung.

Über die Zeit des Ensembles in den USA schreibt Anneliese C. Ammann in „Schliersee und sein Bauerntheater“: „Es wurde jeden Tag, so oft sie konnten, Reklame gegangen, das heißt, die ganze Truppe in Tracht ist irgendwo spazieren gegangen und haben dann versucht, die Leute drauf hinzuweisen, dass sie ein Theater haben. Sie wurden doch bewundert, die Tracht war ja auch schön, auch wenn die Frauen nicht so schön waren, wenn sie in der Tracht steckten, dann sahen sie gut aus. Ich mein, so ’ne Lederhose an sich ist ja eigentlich nichts Schönes, wenn man so was noch nie vorher gesehen hat, denkt man sich, um Gottes willen, wie kommen denn die daher, während der Bayer halt stolz war auf seine Lederhosen.“

Bühnenpräsenz bis ins hohe Alter

1906 zieht sich Konrad Dreher aus dem Schlierseer Bauerntheater zurück und gibt die Leitung vollständig in die Hände von Xaver Terofal. Er selbst steht bis ins Alter von 80 Jahren immer wieder auf der Bühne, tritt im Münchener Gärtnerplatztheater und im Augsburger Stadttheater auf. 1909 und 1912 bereist Dreher erneut die USA – mit einem Solo-Bühnenprogramm als bayerischer Charakterdarsteller, mit dem er große Erfolge feiert.

 

Letzte Ruhestätte: das Grab Konrad Drehers auf dem Friedhof der Schlierseer Sankt Sixtus Kirche

Während des Nationalsozialismus in Deutschland wird Konrad Dreher zum Staatsschauspieler ernannt. In den Kriegsjahren evakuiert man ihn nach Fessenheim bei Nördlingen. Dort stirbt Konrad Dreher 1944. Auf dem Friedhof der Sankt Sixtus Kirche in Schliersee wird Dreher beigesetzt. Dort lässt sich das Grab des Volksschauspielers bis heute besichtigen.

 

 

Quellen:

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

„Rock meets Landler“ – die Schlierseer Blasmusik wird 25!

Was haben Rockmusik und bayerische Blasmusik gemeinsam? Auf den ersten Blick gar nichts. Falsch! Die Schlierseer Blasmusik kann nämlich beides: traditionelle bayerische Volksmusik und fetzige Rockklassiker aus allen Jahrzehnten.

Seit 25 Jahren begeistert die Schlierseer Blasmusik  ihre einheimischen und auswärtigen Fans. Der „halbrunde“ Geburtstag dieser Schlierseer Institution wird deshalb gebührend gefeiert: Unter anderem mit dem Special Concert „Blasmusik goes Rock“ am 15. August im Festzelt des Schlierseer Skiclubs. „Des is scho a Herausforderung“, sagt Tom Mühlbauer. Er spielt Trompete und ist von Anfang an Mitglied dieser eigenwilligen Musikertruppe. Bei voller Besetzung bringen 38 Musiker mit Klarinette, Flöte, Trompete, Flügelhorn, Tenorhorn, Waldhorn, Tuba und Saxophon bei ihren rund 40 Auftritten pro Jahr die Säle und Festzelte im Oberland zum Beben. Für kleinere Einsätze, wie bei Hochzeiten, Geburtstagen oder Beerdigungen, haben sich einige der Musiker zur „Tanzlmusi“, zur „Jackl-Musi“ und zur „Mesner-Alm-Musi“ zusammengefunden.

Einen Eindruck der musikalischen Bandbreite dieser aus professionellen Musikern und Amateuren bunt zusammengewürfelten Blaskapelle durfte ich mir bei einer Probe machen. Tom Mühlbauer und der Musikmeister Wolfgang Mundel hatten mich dazu eingeladen. Noch probt die Kapelle in den Räumen der ehemaligen Schule in Schliersee, doch im Sommer steht der Umzug in den neuen Anbau des Heimatmuseums in direkter Nachbarschaft an.

 

 

Ein „voglwuida Haufen“

Während mir Tom die Gründungsgeschichte des Vereins erzählt, trudeln langsam die ersten Musiker ein. „Mir san a voglwuida  Haufen“, bemerkt Tom, und wenn ich mir die Eintreffenden so anschaue, scheint es der Wahrheit zu entsprechen. Von der jungen, blonden Querflötistin mit den coolen Sneakern bis hin zu dem mit Schafswollstrickjacke bekleideten Urbayern in Birkenstock-Sandalen ist alles da. Das älteste Mitglied ist über 80 Jahre, das jüngste 14 Jahre alt. Lauter Einheimische, wie ich von Tom erfahre. Doch nein, das stimmt nicht ganz: Seit drei Jahren ist Michael Saur aus Göppingen bei Stuttgart dabei. Ein Schwabe? Bei der Blaskapelle Schliersee? „Ich war ein Studienkollege von Wolfgang Mundel, und er hat mich irgendwann zum Mitspielen überredet“, klärt mich der Württemberger auf. Er ist so begeistert, dass er fast regelmäßig die dreistündige Fahrt von Göppingen nach Schliersee auf sich nimmt, um bei Proben und Auftritten mit seinem Tenorhorn dabei zu sein. „Diese Blaskapelle ist einfach etwas Besonderes“, schwärmt er und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Disziplin haben sie gar nicht, aber in dem Moment, wo sie auf der Bühne stehen, sind sie voll da.“ Das klingt sympathisch.

Mittlerweile sind alle Teilnehmer der Probe eingetroffen, die Instrumente gestimmt, die Neuigkeiten ausgetauscht ‒ und es kann losgehen. Als die ersten Takte erklingen, erkenne ich den Song sofort: „Symply the best“ von Tina Turner. Mir bleibt die Spucke weg. Nun verstehe ich, was der schwäbische Hornist ausdrücken wollte. 38 Musiker, die rein äußerlich so gar nicht zueinander passen wollen, sind beim Zusammenspiel eine Wucht. Der nachfolgende Landler gelingt ebenso perfekt, und seine eingängige Melodie geht mir ins Ohr.

 

Die Geburt der „Kapelle Fürchterlich“

Es gab aber auch mal Zeiten schräger Töne. Im Januar 1974 kam der Schlierseer Hermann Leitner auf die Idee, eine Kapelle aus Mitgliedern des örtlichen Turnvereins für Auftritte bei Deutschen Turnsportfesten zusammenzustellen. Allerdings stellte sich bald heraus, dass Turner nicht unbedingt herausragende Musiker sind. Deshalb war der passende Bandname bald gefunden: „Kapelle Fürchterlich“.

Doch die Schlierseer nahmen‘s mit Humor, und die „Kapelle Fürchterlich“ wurde über viele Jahrzehnte zur Kult-Combo. So mancher Firstalm-Fasching dürfte den Besuchern hauptsächlich wegen der musikalischen Umrahmung durch die „Kapelle Fürchterlich“ in Erinnerung bleiben. Über die Kapelle und ihre Erlebnisse kursieren allerlei skurrile Anekdoten. Wolfgang Mundel erinnert sich an eine Begebenheit in Spanien: „Wir waren in Ciudad Real, der Hauptstadt der Region La Mancha eingeladen, um dort auf einem Faschingsball zu spielen. Spätnachts beschloss einer von uns, der Statue des Don Quichotte, die dort auf dem Marktplatz steht, seinen Scheibling (bayerischer Trachtenhut) aufzusetzen. Als er ihn am nächsten Tag holen wollte, war der Hut verschwunden. Dank des beherzten Einsatzes des Polizeichefs, der mit uns gefeiert hatte, fanden der Scheibling und sein Besitzer aber wieder zusammen.“

 

 

Der Firstalm-Fasching und seine Folgen

Und wie war das noch mal mit der Trommel und dem Firstalmfasching, Herr Mundel? „Das ist einmal beim Heimgang passiert. Da hat sich bei einem Boxenstopp am Drei-Tannen-Lift die große Trommel selbstständig gemacht, ist den Berg runtergerollt und im Tiefschnee versunken. Am Ende lagen beide im Schnee: Trommel und Trommler.“

Bald darauf waren die Tage der „Kapelle Fürchterlich“ gezählt: Im Jahr 1988 sollte die Truppe das 100-jährige Gründungsjubiläum des Schlierseer Trachtenvereins gestalten. Aus diesem Anlass gründete der Dirigent Hermann Leitner zusammen mit den Musikern kurzerhand die „seriösere“ Schlierseer Blasmusik. Damit waren Name und Programm der legendären „Kapelle Fürchterlich“ Geschichte.

 

Nachwuchsförderung steht hoch im Kurs

Damals wie heute stehen bei aller Gaudi jedoch immer die Musik und das Musizieren im Vordergrund. Die Mitglieder sind mit Leidenschaft, Engagement und Herzblut dabei, und der 1993 gegründete Verein „Schlierseer Blasmusik e. V.“ scheut in punkto Nachwuchsförderung keine Kosten und Mühen. Die Blaskapelle Schliersee unterhält in Kooperation mit der Musikschule Schlierach-Leitzachtal eine eigene Bläserklasse und wirbt regelmäßig in den Grundschule der Umgebung für musikalische Erziehung.

 

 

Doch zunächst stehen für die Musikanten wichtige Konzerte an: Am 28. April findet das Jahreskonzert im Schlierseer Bauerntheater statt. Am 4. August folgt das „Brunnenfest“ des Vereins, dessen Erlös der Nachwuchsförderung zugute kommt. Und am 15. August rockt die Blaskapelle Schliersee das Festzelt am Waldfestplatz, wenn es heißt: „Schlierseer Blasmusik goes Rock“.

 

 

Weitere Infos zu Repertoire, Vereinsgeschichte, Musiker und Veranstaltungen sind unter www.schlierseer-blasmusik.de zu finden.

 

 

[tourim-redakteur]

 

 

 

Schlierseer Bauerntheater: Kultur pur! Die Probenacht ‒ PREMIERE

Tradition und Kultur in bayerischer Mundart erleben. Eine lustige Dorfkomödie in drei Akten von Julius Pohl

Ostersonntag in Schliersee – es schneit. Der rote Teppich für die Premiere der „Probenacht“ ist weiß. Beim Betreten des Bauerntheaters fällt sofort der wunderschöne Bühnenvorhang, ein Gemeinschaftswerk der Münchener Künstlervereinigung „Allotria“, ins Auge ‒ wirklich ein Schmuckstück. Das Bauerntheater ist ausverkauft, viele der Zuschauer tragen Tracht, es wird viel geredet und auch Bier getrunken. Eine ganz besondere Atmosphäre. Ich freue mich auf einen lustigen Abend. Und zum Lachen gibt es viel …

Die Kuhglocken läuten ein:

Das Stück spielt in der Stube des Purzelbichler-Bauern, der alleine mit seinem Dienstboten auf seinem stattlichen Anwesen lebt und durch seine junge und vor allem hübsche Hausmagd Cilli noch einmal Frühlingsgefühle bekommt. Bestärkt durch die Hebamme Müßiggang, umwirbt der Bauer das arme Mädel, das selber heimlich in den Knecht Peter verliebt ist. Sogar den Hochzeitstermin mit Cilli gibt der Bauer im Wirtshaus schon bekannt. Doch ein alter Brauch besagt, dass die Braut dem Bräutigam vor der Hochzeitsnacht eine „Probenacht“ gewähren kann. Dies scheint die Lösung für Cilli und Peter zu sein. Sie soll den Purzbichler-Bauern auf die Probe stellen, damit sich dieser vor der drohenden Blamage zurückzieht. Die Hebamme versorgt den Bauern mit ihren selbst hergestellten Pillen, damit er bei der „Probenacht“ eine gute Figur macht. Aber alles kommt ganz anders …

… mehr möchte ich nicht verraten. Nur so viel: Es war ein toller Abend mit tollen Schauspielern. Das solltet ihr nicht verpassen!

 

Die Probenacht (Wilhelm Köhler Verlag München)

Personen und ihre Darsteller
Purzbichler, Bauer Girgl Floßmann
Knorpel, sein Schwager Rupert Gerold
Genoveva, seine Frau Mirl Weiher-Forsthuber
Peter, beider Sohn Martin Hirtreiter
Cilli, Hauserin Sabine Mlynek
Müßiggang, Hebamme Gitti Engelhard
Brandstaller, Bauer Peter Franz
Keindl, Bauer Schorsch Kaltner
Graninger, Bauer Johannes Wegmann
Urschl, Magd Conny Floßmann
Sepp, Knecht Georg Attlfellner

Regie: Girgl Floßmann
Requisite und Bühne: Georg Attlfellner
Technik: Dieter Gawer
Musik: Schlierachtaler Musikanten

Wenn das Bauerntheater früher mehr oder weniger das Abbild des bäuerlichen Lebens war, so ist es heute eher ,,nostalgisches“ Theater. Als Untermalung spielt echte Blasmusik ‒ die Schlierachtaler Musikanten. Die Architektur aus der Gründerzeit bringt die Zuschauer sofort in jene Zeit zurück, als es eröffnet wurde. Das war bereits 1892. Die beiden Gründer waren Xaver Terofal und Konrad Dreher. Heute ist es das älteste Bauerntheater in Deutschland.

Es wird bespielt von eine der bekanntesten Bauerntheater-Spielgruppen Bayerns, dem Schlierseer Bauerntheater e. V. ‒ mit einem abwechslungsreichen Spielplan. Oft sind es amüsante Komödien.

 

 

Schlierseer Bauerntheater
Xaver-Terofal-Platz 1
83727 Schliersee
https://www.schlierseer-bauerntheater.de

 

Kartenvorverkauf:
GästeInfo Schliersee in der VitalWelt
Tel.: 0 80 26/60 65 – 0
Perfallstr. 4
83727 Schliersee
Öffnungszeiten: Mo.‒Fr. 8:30‒18:00 Uhr, Sa. + So. 9:00‒13:00 Uhr

sowie an allen Vorverkaufsstellen von München Ticket oder unter www.muenchenticket.de Tel.: 089/54 81 81 81

Die Abendkasse ist ab 19 Uhr geöffnet.

 

 

[tourim-redakteur]