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NachbarschaftsHilfe Marktgemeinde Schliersee e. V.: Helfen macht Freude! Gemeinsam geht’s leichter!

Das Motto der NachbarschaftsHilfe lautet: „miteinander – füreinander“, und besser lässt sich der ehrenamtliche Einsatz der ca. 20 Frauen und Männer nicht beschreiben. Der Verein wurde 2011 gegründet, um vor allem den älteren Bürgern und Bürgerinnen der Marktgemeinde Schliersee, die niemanden haben, der sie in den alltäglichen Angelegenheiten unterstützt, nachbarschaftliche Hilfe zukommen zu lassen.

Es geht darum, Mitmenschen in Notsituationen zu helfen, sei es als helfende Hand beim Aufräumen, beim Einkauf von Lebensmitteln, beim Versorgen vonTieren, beim Schneeräumen und was sonst noch so alles anfällt in einem eigenen Haushalt. Unseren Senioren soll ermöglicht werden, so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung leben zu können. Manchmal geht es auch einfach darum, bei der Korrespondenz zu helfen. Die ältere Generation hat oft nicht mehr gelernt, die neuen Möglichkeiten der Kommunikation wie E-Mail zu nutzen und dabei braucht es nur ein paar Tastenschläge, um großen Nutzen zu spenden. Auch ist es bisweilen schwierig, sich im Alter um den Schriftverkehr mit Versicherungen oder um steuerliche Angelegenheiten zu kümmern. Und manchmal sind auch einfach die Augen zu schlecht, oder die Hand zittert zu sehr, so dass Unterstützung Wunder wirken kann. Behördengänge, der Weg zum Arzt oder zu Veranstaltungen stellen bisweilen große Hürden dar, die durch Fahrdienste umgangen werden können.

Nicht vergessen oder gar unterschätzen sollte man die Einsamkeit mancher Menschen, die keine Angehörigen mehr haben oder deren Verwandte zu weit weg wohnen. Und manchmal verhindern körperliche und auch seelische Beschwerden den Kontakt zur Außenwelt und fesseln Personen ans Haus. Hier bereiten Besuche, kleine Spaziergänge, zwischenmenschliche Gespräche, Vorlesen oder Spielen Freude und bringen Abwechslung ins Leben unserer Senioren.

Helfen macht Freude! Und auch Spaß! Einmal jährlich wird eine große Benefizveranstaltung im Schlierseer Bauerntheater organisiert. Es gibt Ausflugsfahrten und die neuen Räumlichkeiten in der Rathausstraße 8 laden zu den Öffnungszeiten am Montag von 10:00 – 12:00 Uhr zur Beratung und am Donnerstag von 16:00 – 19:00 Uhr zum gemütlichen Austausch bei Kaffee, Tee und selbstgebackenem Kuchen ein. Jeder ist willkommen. Jeder kann kommen, ob Mitglied oder nicht, ob alt oder jung. Wer einen Rat sucht, findet hier ein offenes, freundliches Ohr. Und wer sich einfach nur Gesellschaft wünscht, darf sich gerne anschließen.

 

Die Schlierseer NachbarschaftsHilfe hat in relativ kurzer Zeit eine große Resonanz sowohl bei Hilfebedürftigen, Helfern als auch Unterstützern gefunden.

Die Bitte an alle Schlierseer: Macht einfach ein bisserl mit. Ob als Helfer vor Ort oder als Mitglied und Unterstützer mit eurem Jahresbeitrag. Auch Spender sind natürlich immer herzlich willkommen.

 

Jährliche Mitgliedsbeiträge: Einzelperson 24 €, Ehepaare 40 €, ermäßigter Beitrag für Azubis, Studenten und bei sozialer Indikation 12 €.

 

Spenden bitte auf das Konto: NachbarschaftsHilfe Schliersee, KSK Miesbach-Tegernsee, IBAN: DE 17 7115 2570 0012 1006 24, SWIFT-BIC: BYLADEM1MIB

Eine voll abzugsfähige Spendenbescheinigung ist selbstverständlich.

 

 

NachbarschaftsHilfe Marktgemeinde Schliersee e. V.
Rathausstraße 8
83727 Schliersee
Tel: 08026 / 9292339
E-Mail: info@nbh-schliersee.de
Internet: https://www.nbh-schliersee.de/

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Was ist „typisch bayerisch“? Andi Greipl verschickt weiß-blaues Lebensgefühl in die ganze Welt.

Brezn und Brotzeitbrettl? Weißbier, Wolpertinger und Weiß-Blau? – Auf der Suche nach der Essenz des „Bayerischen“ treffe ich Andi Greipl, Inhaber und kreativer Kopf hinter www.bavarishop.de. Mit dem 1998 gegründeten Online-Business exportiert der Schlierseer bayerische Produkte in die ganze Welt. Und ist damit nicht nur Vorreiter in Sachen eCommerce, sondern entscheidet auch über bayerische Stilfragen.

Das erste verkaufte Produkt? – „War natürlich eine Lederhosn“, erinnert sich Andi Greipl an die Anfangstage des einst von seinem Bruder Wolfgang gegründeten Bavariashops. Und nein, die Hose sei nicht nach Italien, Australien oder in die USA gegangen – dorthin, wo heute die meisten internationalen Kunden seines Online-Business sitzen. Sondern ganz in die Nähe nach Holzkirchen: „Unser Käufer wollte aber nicht vorbeikommen, um die Lederhosn anzuprobieren. Der meinte: ‚Wenn schon Online-Shop, dann bitte auch mit Versand‘“, erinnert sich Andi Greipl schmunzelnd.

 

Vom einzelnen Päckchen zu mehreren Post-Containern am Tag

Heute verschickt die Firma, die aus einer Weißbierlaune auf einer Terrasse in Schliersee entstand, keine Einzelpäckchen mehr. Zu Hochzeiten verlassen sieben bis acht Post-Container pro Tag den Firmensitz, erzählt Andi Greipl. So zum Beispiel kurz vor Weihnachten 2018, als die Nachfrage nach dem bayerischen Bier-Adventskalender im Shop ungeahnte Dimensionen erreichte.

Tatsächlich stammen 85 Prozent der Bavariashop-Kunden selbst aus Bayern. Von der „Weißwurscht-Zuzl-Trainingsmaschin“ (Schnuller) für den Nachwuchs bis zur Leberkäsesemmel aus Schokolade, von der „bayerischen Praline“ in Form von Salamiherzen bis zum asiatischen Glückskeks für den bayerischen Grantler: Die Produkte von Andi Greipl transportieren seine Interpretation eines modernen, weltoffenen Bayerns, das auch bewährte Traditionen mit einem liebevollen Augenzwinkern betrachtet.

 

„Bayrisch sein heißt nicht, sich Grenzen vors Hirn zu nageln“

„Da schwingt schon ein gewisser Stolz mit“, sagt Andi Greipl. „Aber nie so weit, dass man sich Grenzen vors Hirn nagelt.“ Das oft gehörte „Mia san mia“ empfinde er persönlich als zu trennend, so der Online-Unternehmer: „Ich freue mich über jeden, der nach Bayern kommt, sich mit unserem Thema identifiziert und das bayerische Lebensgefühl anziehen mag. Mei – und da ist es doch egal, wenn die Lederhose einmal nicht aus Hirsch- oder Ziegenleder ist und ein kariertes Hemd dazu getragen wird, da zählt doch der Gedanke. Im nächsten Jahr hat der vielleicht schon eine ganz andere Tracht an. Da gibt es für mich kein Richtig oder Falsch.“

Trägt er selbst denn so ausgefallene Bavariashop-Produkte wie die Lederhose im Jogging-Stil? „Na klar, fast jeden Tag daheim“, verrät Andi Greipl. Und aufs Waldfest – würde er damit auch gehen? „Naaa. Wer mich kennt, weiß: Im Sommer laufe ich eigentlich nur in der Krachledernen rum.“

 

„Eine Tracht ist keine Verkleidung“

Das Gespür für seine Region zeichnet den Unternehmer aus: „Wir haben andere Ansprüche an unsere Produkte, weil wir selbst aus Bayern, dem Bayerischen Oberland, kommen. Wir sehen zum Beispiel das Thema Tracht nicht im Sinne von Fasching und Verkleidung. Sondern wir brennen wirklich dafür und achten auf eine gewisse repräsentative Linie.“

Kein Wunder, dass der Schlierseer nicht nur seinen eigenen Online-Shop betreibt, sondern auch für die Bayerische Staatsregierung die digitalen Shop-Regale unter shop.bayern.by mit kulinarischen Schmankerln und Handwerkskunst aus Bayern füllt. „Besonders stolz sind wir, dass wir ab April für die Landeshauptstadt München den offiziellen Online-Shop zum Oktoberfest unter shop.oktoberfest.de übernehmen“, verrät Andi Greipl.

 

Qualitätscheck beim Weißwurstfrühstück

Das gefragteste Produkt aus Bayern sind übrigens Bierkrüge – sowohl im In- als auch im Ausland: „Unsere Krüge mit Bayernwappen laufen sehr gut – gerade für Geburtstage oder Jubiläen“, verrät Andi Greipl. „Die lassen sich personalisieren, unsere Kunden können ihren Lieblingstext draufschreiben. Das sollte eigentlich jeder Haushalt haben, so einen richtigen salzglasierten Steinkrug.“ Hat er denn persönlich ein Lieblingsprodukt? „Einfach alles, sonst würde es nicht ins Sortiment kommen.“

Den Qualitätscheck neuer Produkte übernimmt der Chef gerne selbst: „Neulich haben wir einen Senf ins Sortiment aufgenommen, da gab’s natürlich ein Weißwurstfrühstück, um den zu testen. Denn wenn uns das gefällt, kann ich’s auch der Kundschaft geben.“

 

Bayerische Mundart begeistert auch im hohen Norden

Neben fertigen Produkten, die Andi Greipl selbst einkauft, lassen er und sein Team sich auch immer wieder eigene Kreationen für das hauseigene Label „mei LebensGfui“ einfallen – zuletzt zum Beispiel die nepalesischen Gebetsfahnen mit bayerischen Sinnsprüchen: „Da sitzt dann das ganze Team im Biergarten zusammen und überlegt, was wir da Schönes drauftexten können“, so Andi Greipl.

Überhaupt, die Sprache: Die gesamte Website und Kundenkommunikation des Bavariashops ist in bayerischer Mundart gehalten. Statt „ausverkauft“ steht bei nicht vorrätigen Produkten etwa: „Bittscheen habts a bissal Geduld, boid hamma wieda Fahnen für Euch!“ Statt als Geschäftsführer tritt Andi Greipl auf seiner eigenen Startseite auf als „Da Andi – Obaschuahplattler und Kriagalwaschmoasta vom Bavariashop“. So viel bayerische Direktheit und spielerische Freude gefällt auch den Käufern im äußersten Norden der Republik: „Wir bekommen oft Rückmeldungen wie: ‚Habe gerade eure Versandbestätigung gelesen – und mich kaputtgelacht.“

 

Schliersee: „Urlaub und Lebenstraum zugleich“

Inspiration fürs kreative Querdenken zieht der Familienvater aus seinem Heimatort Schliersee: „Ich habe schon mein ganzes Leben am Schliersee verbracht. Der See ist für mich Urlaub und Lebenstraum zugleich. Die Landschaft, die Leute, ein Sonnenuntergang am See, und meine Kinder springen um mich rum – all das würde ich niemals missen wollen.“

In Schliersee zu leben, heißt für Andi Greipl auch, in Traditionen und Kultur des Orts eingebunden zu sein. Seit vier Jahren ist er Mitglied im Ensemble des Schlierseer Bauerntheaters und übernimmt „kleinere Rollen, soweit mein berufliches Engagement das eben zulässt“.

Aus all den Begegnungen vor Ort nimmt der umtriebige Unternehmer wieder neue Inspiration für sein Geschäft mit. Gerade erst hatte er eine Eingebung beim Schlittenfahren am Kirchbichl: „Wir wollen eine Snowtube in Form einer Leberkassemmel produzieren“, verrät er schmunzelnd. „Mal sehen, wie das ankommt.“

 

 

https://www.bavariashop.de

https://www.instagram.com/bavariashop/

 

 

 

Sandra Leu Sandra Leu

Rheinländerin in Oberbayern. Ist der Liebe gefolgt und hat den Schliersee als Herzensort entdeckt. Freie Redakteurin, PR-Frau und Mama von Zweien. Berät beruflich Heldinnen und bloggt unter countrykruemel.de über Familienleben und Freizeittipps am See.

 

 

 

Konrad Dreher – Gründungsvater des Schlierseer Bauerntheaters

Konrad Dreher – Gründungsvater des Schlierseer Bauerntheaters

Von der Bühne am Münchener Gärtnerplatz auf die Bretter des Schlierseer Bauerntheaters: Der Münchener Hofschauspieler Konrad Dreher war Mitinitiator des Schlierseer Laienensembles. Gemeinsam mit seinem Kollegen Xaver Terofal gründete er 1892 das Schlierseer Bauerntheater. Die beiden machten die Truppe mit unterhaltsamen Bauernkomödien nicht nur vor Ort erfolgreich, sondern führten sie sogar auf Gastspielreise bis in die USA. Die Konrad-Dreher-Straße in Schliersees Ortsmitte erinnert bis heute an den umtriebigen Volksschauspieler. Sie schließt unmittelbar an den Xaver-Terofal-Platz und das heutige Bauerntheater an.

Konrad Dreher wird 1859 in eine Münchener Handwerksfamilie hineingeboren. Der Vater ist Holzbildhauer. Der jugendliche Konrad versucht sich an einer kaufmännischen Lehre, bricht diese jedoch ab, um sich seiner wahren Berufung zuzuwenden – den schönen Künsten: Konrad Dreher debütiert zunächst auf den Theaterbühnen von Augsburg, Wiesbaden, Frankfurt am Main und Ingolstadt, bevor er seine Heimatbühne am Münchener Gärtnerplatztheater findet: Mit humorvollen Rollen und Gesangskomik (Stimmlage: Tenorbuffo) avanciert er zum Münchener Publikumsliebling. Seine bekanntesten Darstellungen sind der Scharfrichter „Ko-Ko“ in der Operette „Mikado“ von Gilbert und Sullivan sowie der „Bader Zangerl“ in Benno Raucheneggers Stück „Jägerblut“.

 

Königlich bayerischer Hofschauspieler

„Mit untrüglichem Theaterinstinkt und nie versagender Spielfreudigkeit trug Dreher seine an trockenem Humor überreichen Couplets vor“, schreibt Karl Richter in „Neue Deutsche Biographie“: „Schwerblütig süddeutsch, dabei behaglich und lustig und nicht ohne Ironie war seine prachtvolle Art zu charakterisieren und nachzuahmen. Der Dialekt war für ihn nicht nur komischer Effekt, sondern farbiger Ausdruck stammlicher Eigenart.“ Einer der Höhepunkte von Konrad Drehers Schauspielkarriere ist die Ernennung zum „Königlich bayerischen Hofschauspieler“.

Und tatsächlich ist Konrad Drehers Darstellkunst so populär, dass er gleich mehrmals den deutschen Kaiser Wilhelm II. und Otto Fürst von Bismarck trifft. Zu seinem Freundeskreis gehören Schauspieler, Musiker, Maler und andere bekannte Persönlichkeiten seiner Zeit, etwa Schriftsteller wie Ludwig Thoma, Peter Auzinger und Ludwig Ganghofer. 1882 heiratet Dreher die Kaufmannstochter Eugenie Hahn, die beiden bekommen drei Kinder.

 

Erfolgreiches Laientheater für städtisches Publikum

1892 gründet Konrad Dreher gemeinsam mit Xaver Terofal das Schlierseer Bauerntheater. Die erste öffentliche Aufführung findet am 24. Juni statt und zeigt Dreher in seiner Paraderolle in Raucheneggers „Jägerblut“. Die Idee der beiden Theatergründer ist es, das unverfälschte ländliche Leben auf die Bühne zu bringen und einem städtischen Publikum zu vermitteln. Deshalb treten im Schlierseer Bauerntheater auch keine Berufsschauspieler auf, sondern talentierte Laien, etwa Metzger, Gastwirte, Näherinnen, Schreiner, Stubenmädchen und Landwirte. Zu den beliebtesten Bühnenaufführungen der „Schlierseer“ zählen Bauernstücke wie „Der Herrgottschnitzer von Ammergau“ von Ludwig Ganghofer oder „Die Zuwiderwurzen“ von Herman Schmid.

 

Konrad Dreher als Schlierseer Apoll: In weißem Gewand und mit der Gitarre über der Schulter – so hat Professor Kunz Meyer-Waldeck den Volksschauspieler auf einem Entwurf für den Vorhang im alten Bauerntheater dargestellt.

Mit welchen Herausforderungen Konrad Dreher als Leiter eines Laientheaters umgehen muss, schildern Hanna und Gerhard Hofmann in ihrem Buch „Schliersee“ von 1969: „Konrad Dreher hatte im Schlierseer Bauerntheater seinen bestimmten Tisch, von dem aus er die Vorstellungen verfolgte. Eines Abends ging der Vorhang im zweiten Akt einer Komödie hoch, der Darsteller, der eigentlich auf der Bühne sein sollte, fehlte. Das Zimmer blieb lange Zeit leer, das Publikum wurde unruhig. Dreher stürzte verzweifelt hinter die Bühne und fand den Darsteller friedlich rauchend in der Garderobe. Er schrie ihn wütend an: ‚Ja, bist du denn narrisch wor’n? Der Vorhang ist schon lang auf, und du bist net draußen!’ Worauf ihm der Schauspieler seelenruhig antwortete: ‚Ja mei, Herr Direktor, was regen’s Eahna denn so auf, dös kommt im Leben a öfter vor, daß a Zeitlang in an Zimmer niemand is!’“

Die „Schlierseer“ auf Tournee in den USA

Konrad Dreher selbst hat seinen Erlebnissen mit dem Schlierseer Theaterensemble 1899 eine eigene kleine Monografie gewidmet: „Leid und Freud eines Bauerntheater-Direktors“. 1895 geht Konrad Dreher mit seiner Theatertruppe auf Tournee in die USA. Geschickt vermarktet er dort die angeblich authentischen Sitten und Traditionen der oberbayerischen Landbevölkerung.

Über die Zeit des Ensembles in den USA schreibt Anneliese C. Ammann in „Schliersee und sein Bauerntheater“: „Es wurde jeden Tag, so oft sie konnten, Reklame gegangen, das heißt, die ganze Truppe in Tracht ist irgendwo spazieren gegangen und haben dann versucht, die Leute drauf hinzuweisen, dass sie ein Theater haben. Sie wurden doch bewundert, die Tracht war ja auch schön, auch wenn die Frauen nicht so schön waren, wenn sie in der Tracht steckten, dann sahen sie gut aus. Ich mein, so ‘ne Lederhose an sich ist ja eigentlich nichts Schönes, wenn man so was noch nie vorher gesehen hat, denkt man sich, um Gottes willen, wie kommen denn die daher, während der Bayer halt stolz war auf seine Lederhosen.“

Bühnenpräsenz bis ins hohe Alter

1906 zieht sich Konrad Dreher aus dem Schlierseer Bauerntheater zurück und gibt die Leitung vollständig in die Hände von Xaver Terofal. Er selbst steht bis ins Alter von 80 Jahren immer wieder auf der Bühne, tritt im Münchener Gärtnerplatztheater und im Augsburger Stadttheater auf. 1909 und 1912 bereist Dreher erneut die USA – mit einem Solo-Bühnenprogramm als bayerischer Charakterdarsteller, mit dem er große Erfolge feiert.

 

Letzte Ruhestätte: das Grab Konrad Drehers auf dem Friedhof der Schlierseer Sankt Sixtus Kirche

Während des Nationalsozialismus in Deutschland wird Konrad Dreher zum Staatsschauspieler ernannt. In den Kriegsjahren evakuiert man ihn nach Fessenheim bei Nördlingen. Dort stirbt Konrad Dreher 1944. Auf dem Friedhof der Sankt Sixtus Kirche in Schliersee wird Dreher beigesetzt. Dort lässt sich das Grab des Volksschauspielers bis heute besichtigen.

 

 

Quellen:

 

 

Sandra Leu Sandra Leu

Rheinländerin in Oberbayern. Ist der Liebe gefolgt und hat den Schliersee als Herzensort entdeckt. Freie Redakteurin, PR-Frau und Mama von Zweien. Berät beruflich Heldinnen und bloggt unter countrykruemel.de über Familienleben und Freizeittipps am See.

 

 

“Rock meets Landler” – die Schlierseer Blasmusik wird 25!

Was haben Rockmusik und bayerische Blasmusik gemeinsam? Auf den ersten Blick gar nichts. Falsch! Die Schlierseer Blasmusik kann nämlich beides: traditionelle bayerische Volksmusik und fetzige Rockklassiker aus allen Jahrzehnten.

Seit 25 Jahren begeistert die Schlierseer Blasmusik  ihre einheimischen und auswärtigen Fans. Der „halbrunde“ Geburtstag dieser Schlierseer Institution wird deshalb gebührend gefeiert: Unter anderem mit dem Special Concert „Blasmusik goes Rock“ am 15. August im Festzelt des Schlierseer Skiclubs. „Des is scho a Herausforderung“, sagt Tom Mühlbauer. Er spielt Trompete und ist von Anfang an Mitglied dieser eigenwilligen Musikertruppe. Bei voller Besetzung bringen 38 Musiker mit Klarinette, Flöte, Trompete, Flügelhorn, Tenorhorn, Waldhorn, Tuba und Saxophon bei ihren rund 40 Auftritten pro Jahr die Säle und Festzelte im Oberland zum Beben. Für kleinere Einsätze, wie bei Hochzeiten, Geburtstagen oder Beerdigungen, haben sich einige der Musiker zur „Tanzlmusi“, zur „Jackl-Musi“ und zur „Mesner-Alm-Musi“ zusammengefunden.

Einen Eindruck der musikalischen Bandbreite dieser aus professionellen Musikern und Amateuren bunt zusammengewürfelten Blaskapelle durfte ich mir bei einer Probe machen. Tom Mühlbauer und der Musikmeister Wolfgang Mundel hatten mich dazu eingeladen. Noch probt die Kapelle in den Räumen der ehemaligen Schule in Schliersee, doch im Sommer steht der Umzug in den neuen Anbau des Heimatmuseums in direkter Nachbarschaft an.

 

 

Ein „voglwuida Haufen“

Während mir Tom die Gründungsgeschichte des Vereins erzählt, trudeln langsam die ersten Musiker ein. „Mir san a voglwuida  Haufen“, bemerkt Tom, und wenn ich mir die Eintreffenden so anschaue, scheint es der Wahrheit zu entsprechen. Von der jungen, blonden Querflötistin mit den coolen Sneakern bis hin zu dem mit Schafswollstrickjacke bekleideten Urbayern in Birkenstock-Sandalen ist alles da. Das älteste Mitglied ist über 80 Jahre, das jüngste 14 Jahre alt. Lauter Einheimische, wie ich von Tom erfahre. Doch nein, das stimmt nicht ganz: Seit drei Jahren ist Michael Saur aus Göppingen bei Stuttgart dabei. Ein Schwabe? Bei der Blaskapelle Schliersee? „Ich war ein Studienkollege von Wolfgang Mundel, und er hat mich irgendwann zum Mitspielen überredet“, klärt mich der Württemberger auf. Er ist so begeistert, dass er fast regelmäßig die dreistündige Fahrt von Göppingen nach Schliersee auf sich nimmt, um bei Proben und Auftritten mit seinem Tenorhorn dabei zu sein. „Diese Blaskapelle ist einfach etwas Besonderes“, schwärmt er und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Disziplin haben sie gar nicht, aber in dem Moment, wo sie auf der Bühne stehen, sind sie voll da.“ Das klingt sympathisch.

Mittlerweile sind alle Teilnehmer der Probe eingetroffen, die Instrumente gestimmt, die Neuigkeiten ausgetauscht ‒ und es kann losgehen. Als die ersten Takte erklingen, erkenne ich den Song sofort: „Symply the best“ von Tina Turner. Mir bleibt die Spucke weg. Nun verstehe ich, was der schwäbische Hornist ausdrücken wollte. 38 Musiker, die rein äußerlich so gar nicht zueinander passen wollen, sind beim Zusammenspiel eine Wucht. Der nachfolgende Landler gelingt ebenso perfekt, und seine eingängige Melodie geht mir ins Ohr.

 

Die Geburt der „Kapelle Fürchterlich“

Es gab aber auch mal Zeiten schräger Töne. Im Januar 1974 kam der Schlierseer Hermann Leitner auf die Idee, eine Kapelle aus Mitgliedern des örtlichen Turnvereins für Auftritte bei Deutschen Turnsportfesten zusammenzustellen. Allerdings stellte sich bald heraus, dass Turner nicht unbedingt herausragende Musiker sind. Deshalb war der passende Bandname bald gefunden: „Kapelle Fürchterlich“.

Doch die Schlierseer nahmen‘s mit Humor, und die „Kapelle Fürchterlich“ wurde über viele Jahrzehnte zur Kult-Combo. So mancher Firstalm-Fasching dürfte den Besuchern hauptsächlich wegen der musikalischen Umrahmung durch die „Kapelle Fürchterlich“ in Erinnerung bleiben. Über die Kapelle und ihre Erlebnisse kursieren allerlei skurrile Anekdoten. Wolfgang Mundel erinnert sich an eine Begebenheit in Spanien: „Wir waren in Ciudad Real, der Hauptstadt der Region La Mancha eingeladen, um dort auf einem Faschingsball zu spielen. Spätnachts beschloss einer von uns, der Statue des Don Quichotte, die dort auf dem Marktplatz steht, seinen Scheibling (bayerischer Trachtenhut) aufzusetzen. Als er ihn am nächsten Tag holen wollte, war der Hut verschwunden. Dank des beherzten Einsatzes des Polizeichefs, der mit uns gefeiert hatte, fanden der Scheibling und sein Besitzer aber wieder zusammen.“

 

 

Der Firstalm-Fasching und seine Folgen

Und wie war das noch mal mit der Trommel und dem Firstalmfasching, Herr Mundel? „Das ist einmal beim Heimgang passiert. Da hat sich bei einem Boxenstopp am Drei-Tannen-Lift die große Trommel selbstständig gemacht, ist den Berg runtergerollt und im Tiefschnee versunken. Am Ende lagen beide im Schnee: Trommel und Trommler.“

Bald darauf waren die Tage der „Kapelle Fürchterlich“ gezählt: Im Jahr 1988 sollte die Truppe das 100-jährige Gründungsjubiläum des Schlierseer Trachtenvereins gestalten. Aus diesem Anlass gründete der Dirigent Hermann Leitner zusammen mit den Musikern kurzerhand die „seriösere“ Schlierseer Blasmusik. Damit waren Name und Programm der legendären „Kapelle Fürchterlich“ Geschichte.

 

Nachwuchsförderung steht hoch im Kurs

Damals wie heute stehen bei aller Gaudi jedoch immer die Musik und das Musizieren im Vordergrund. Die Mitglieder sind mit Leidenschaft, Engagement und Herzblut dabei, und der 1993 gegründete Verein „Schlierseer Blasmusik e. V.“ scheut in punkto Nachwuchsförderung keine Kosten und Mühen. Die Blaskapelle Schliersee unterhält in Kooperation mit der Musikschule Schlierach-Leitzachtal eine eigene Bläserklasse und wirbt regelmäßig in den Grundschule der Umgebung für musikalische Erziehung.

 

 

Doch zunächst stehen für die Musikanten wichtige Konzerte an: Am 28. April findet das Jahreskonzert im Schlierseer Bauerntheater statt. Am 4. August folgt das „Brunnenfest“ des Vereins, dessen Erlös der Nachwuchsförderung zugute kommt. Und am 15. August rockt die Blaskapelle Schliersee das Festzelt am Waldfestplatz, wenn es heißt: „Schlierseer Blasmusik goes Rock“.

 

 

Weitere Infos zu Repertoire, Vereinsgeschichte, Musiker und Veranstaltungen sind unter www.schlierseer-blasmusik.de zu finden.

 

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

 

 

 

Schlierseer Bauerntheater: Kultur pur! Die Probenacht ‒ PREMIERE

Tradition und Kultur in bayerischer Mundart erleben. Eine lustige Dorfkomödie in drei Akten von Julius Pohl

Ostersonntag in Schliersee – es schneit. Der rote Teppich für die Premiere der „Probenacht“ ist weiß. Beim Betreten des Bauerntheaters fällt sofort der wunderschöne Bühnenvorhang, ein Gemeinschaftswerk der Münchener Künstlervereinigung „Allotria“, ins Auge ‒ wirklich ein Schmuckstück. Das Bauerntheater ist ausverkauft, viele der Zuschauer tragen Tracht, es wird viel geredet und auch Bier getrunken. Eine ganz besondere Atmosphäre. Ich freue mich auf einen lustigen Abend. Und zum Lachen gibt es viel …

Die Kuhglocken läuten ein:

Das Stück spielt in der Stube des Purzelbichler-Bauern, der alleine mit seinem Dienstboten auf seinem stattlichen Anwesen lebt und durch seine junge und vor allem hübsche Hausmagd Cilli noch einmal Frühlingsgefühle bekommt. Bestärkt durch die Hebamme Müßiggang, umwirbt der Bauer das arme Mädel, das selber heimlich in den Knecht Peter verliebt ist. Sogar den Hochzeitstermin mit Cilli gibt der Bauer im Wirtshaus schon bekannt. Doch ein alter Brauch besagt, dass die Braut dem Bräutigam vor der Hochzeitsnacht eine „Probenacht“ gewähren kann. Dies scheint die Lösung für Cilli und Peter zu sein. Sie soll den Purzbichler-Bauern auf die Probe stellen, damit sich dieser vor der drohenden Blamage zurückzieht. Die Hebamme versorgt den Bauern mit ihren selbst hergestellten Pillen, damit er bei der „Probenacht“ eine gute Figur macht. Aber alles kommt ganz anders …

… mehr möchte ich nicht verraten. Nur so viel: Es war ein toller Abend mit tollen Schauspielern. Das solltet ihr nicht verpassen!

 

Die Probenacht (Wilhelm Köhler Verlag München)

Personen und ihre Darsteller
Purzbichler, Bauer Girgl Floßmann
Knorpel, sein Schwager Rupert Gerold
Genoveva, seine Frau Mirl Weiher-Forsthuber
Peter, beider Sohn Martin Hirtreiter
Cilli, Hauserin Sabine Mlynek
Müßiggang, Hebamme Gitti Engelhard
Brandstaller, Bauer Peter Franz
Keindl, Bauer Schorsch Kaltner
Graninger, Bauer Johannes Wegmann
Urschl, Magd Conny Floßmann
Sepp, Knecht Georg Attlfellner

Regie: Girgl Floßmann
Requisite und Bühne: Georg Attlfellner
Technik: Dieter Gawer
Musik: Schlierachtaler Musikanten

Wenn das Bauerntheater früher mehr oder weniger das Abbild des bäuerlichen Lebens war, so ist es heute eher ,,nostalgisches“ Theater. Als Untermalung spielt echte Blasmusik ‒ die Schlierachtaler Musikanten. Die Architektur aus der Gründerzeit bringt die Zuschauer sofort in jene Zeit zurück, als es eröffnet wurde. Das war bereits 1892. Die beiden Gründer waren Xaver Terofal und Konrad Dreher. Heute ist es das älteste Bauerntheater in Deutschland.

Es wird bespielt von eine der bekanntesten Bauerntheater-Spielgruppen Bayerns, dem Schlierseer Bauerntheater e. V. ‒ mit einem abwechslungsreichen Spielplan. Oft sind es amüsante Komödien.

 

 

Schlierseer Bauerntheater
Xaver-Terofal-Platz 1
83727 Schliersee
https://www.schlierseer-bauerntheater.de

 

Kartenvorverkauf:
GästeInfo Schliersee in der VitalWelt
Tel.: 0 80 26/60 65 – 0
Perfallstr. 4
83727 Schliersee
Öffnungszeiten: Mo.‒Fr. 8:30‒18:00 Uhr, Sa. + So. 9:00‒13:00 Uhr

sowie an allen Vorverkaufsstellen von München Ticket oder unter www.muenchenticket.de Tel.: 089/54 81 81 81

Die Abendkasse ist ab 19 Uhr geöffnet.

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Orte der Stille – ein romantischer Spaziergang über die Schlierseer Friedhöfe

Unser Alltag ist hektisch geworden. Es wird immer schwieriger, Orte der Stille zu finden, an denen man einfach mal abschalten und den Blick nach innen wenden kann. In Schliersee gibt es solche Orte. Zwei davon sind die beiden Friedhöfe der Gemeinde.

Durch ein schmiedeeisernes Tor gelangt man von der Ortsdurchgangsstraße in den kleinen Friedhof rund um die Pfarrkirche St. Sixtus im Zentrum der Gemeinde. Die Mitglieder alteingesessener Schlierseer Familien haben hier über Jahrhunderte hinweg ihre letzte Ruhestätte gefunden. Jetzt, im Frühherbst, leuchten die letzten Sommerblumen auf den liebevoll bepflanzten Gräbern. Kunstvoll geschmiedete Kreuze zieren so manche Grabstätte. Die Größe einiger Gräber lässt auf Familien schließen, die seit Generationen in Schliersee leben und eben auch sterben. Friedlich ist es hier, trotz des Verkehrslärms, der von der Hauptstraße zu hören ist. Einige berühmte Schlierseer Bürger liegen auf dem St.-Sixtus-Friedhof begraben. Ein roher Findling wacht beispielsweise über die Grabstätte von Xaver Terofal, dem Begründer des renommierten Schlierseer Bauerntheaters. Die verschnörkelten Schriftzeichen auf dem groben Felsbrocken verraten Geburts- und Sterbedatum des passionierten Liebhabers der schönen Künste. Zusammen mit dem Hofschauspieler Konrad Dreher, der einige Reihen weiter begraben liegt, gründete er 1892 die Schlierseer Laienbühne.

Weitere prominente Persönlichkeiten, die ihre letzte Ruhestätte auf dem Friedhof der Pfarrkirche gefunden haben, sind der Schlager- und Filmkomponist Werner Bochmann, der Volksschauspieler Willy Haibel und der Komponist des berühmten „Schlierseelieds“, Carl Schwarz. Werner Bochmann wurde vor allem durch das Lied „Heimat, deine Sterne“ aus dem Filmklassiker „Quax, der Bruchpilot“ mit Heinz Rühmann in der Titelrolle weltbekannt.

Ein paar Kilometer weiter, Richtung Ortsauseingang, befindet sich eine der beiden Filialkirchen von St. Sixtus: die Kirche St. Martin in Westenhofen mit umliegendem Friedhof. Die Ursprünge dieses Friedhofs reichen bis ins neunte Jahrhundert zurück. Auch hier führen akkurat angelegte Kieswege durch zahlreiche Gräberreihen, die den einen oder anderen kunsthandwerklichen Schatz offenbaren. Einfache Holzkreuze wechseln sich mit modern gestalteten Grabsteinen aus glänzendem Granit ab. Über ein Grab breitet ein mannshoher Engel schützend seine Hände, ein anderes ziert ein steinernes Marienbildnis. Neben bunten Astern und Begonien zeugen prächtige Rosenbüsche und Hortensien auf den Gräbern von der hingebungsvollen Grabpflege, die so manche Angehörige den Gräbern ihrer Lieben angedeihen lassen.

Mittendrin soll einer begraben liegen, der Schliersee ebenfalls zu Ruhm und Ehre gereicht hat, allerdings in eher zweifelhafter Manier: der berühmte Wildschütz Jennerwein. Leben und Sterben des legendären Soldaten, Holzarbeiters und späteren Wilderers gleichen einem Krimi und die Umstände seines Todes sind bis heute mysteriös. Es heißt, das Grab des „Girgl“ Jennerwein sei im vergangenen Jahrhundert innerhalb des Friedhofs an die heutige Stelle versetzt worden, ohne seine Gebeine! Man wird wohl nie herausfinden, wer oder was nun eigentlich in Grab Nr. 5, in der Reihe 8 der IV. Abteilung des weitläufigen Friedhofgeländes begraben liegt. Aber das ist vielleicht auch nicht so wichtig. Das Kreuz jedenfalls ist echt – schon seit 140 Jahren. Beim Betrachten der Grabstelle und Lesen der Inschrift darf jeder auf seine Art nach Lust und Laune über Leben und Tod des streitbaren Schlierseer Abenteurers spekulieren.

 

 

Die beiden Schlierseer Friedhöfe St. Sixtus und St. Martin sind auf jeden Fall einen Besuch wert, denn der Tod gehört nun mal zum Leben, ob wir wollen oder nicht – auch in Schliersee.

St. Sixtus
Mesnergasse 2
83727 Schliersee

St. Martin Westenhofen
Lautererstraße 1
83727 Schliersee

 

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

 

 

 

Schlierseer Bauerntheater inszeniert „Die Geierwally“

Eine Frau am Abgrund des Lebens
Schlierseer Bauerntheater inszeniert „Die Geierwally“

Eine Sennhütte in der Abgeschiedenheit am Gletscher. Im Ofen flackert ein heimeliges Feuer. Zufluchtsort einer jungen Frau. Doch plötzlich ändert sich die Bergidylle. Aus warm wird kalt. Eiskalt. Nebel zieht auf, mystisch, unheimlicher Gesang dringt aus dem Hintergrund. Die junge Frau steht am Abgrund, ihr Blick verliert sich in der Ferne. Sie durchlebt einen Traum, der eigentlich ihr Leben widerspiegelt. Vom Vater mit brutaler Strenge erzogen, von der Welt missverstanden, unglücklich verliebt. Das ersehnte Lebensglück schmilzt wie Schnee auf der Hand und rinnt ihr durch die Finger.  Sie kämpft mit ihren Dämonen und letztlich mit den Zwängen ihrer Zeit.

In Carolin Schmids Gesicht, Darstellerin der Geierwally, spiegeln sich die unterschiedlichsten Emotionen dieser breit angelegten Rolle. Liebe, Hass, Zorn, Verzweiflung, Trauer drückt sie mit kleinsten Gesten, Blicken und Bewegungen aus. Durch den Minimalismus in dieser Szene zieht sie den Zuschauer mühelos in ihren Bann und lässt ihn ihre Gefühlswelt fast greifbar spüren.

Regisseur und Schauspieler Hans Schrädler hebt das Laienensemble des Schlierseer Bauerntheaters auf die nächste Ebene. Liebevoll, aufs kleinste Detail achtend, manchmal aber auch brachial treibt er seine Schauspieler zu Höchstleistungen an. Und man merkt: Die Zeiten der „jodelnden Bauernkomödien“ zur Unterhaltung der Touristen sind schon lange vorbei. Was mit Elisabeth Oberhorners Inszenierung „Die Kurpfuscherin“ begann, setzt sich jetzt mit der „Geierwally“ fort ‒ einem Bühnenwerk, das sicherlich beim Publikum seinen Nachklang hinterlassen wird.

Sie hat wirklich gelebt, die Geierwally. 1841 im Lechtal geboren, nahm sie tatsächlich einen Adlerhorst aus. Auch wehrte sie sich gegen die Zwänge, die ihre Zeit den Frauen oktroyierte. All das hat sicherlich zum Mythos der „Geierwally“ beigetragen. Wie viel Fiktion oder Wirklichkeit im Theaterstück von Sebastian Kolb und Josef Seebacher steckt, das kann jeder selbst herausfinden, wenn die Winterpause des Schlierseer Bauerntheaters beendet ist und es wieder heißt: „D‘Schlierseer spuin wieda.“

Die Premiere von „Die Geierwally“ findet am Ostersonntag, 16. April 2017, um 20:00 Uhr im Schlierseer Bauerntheater statt.

Weitere Vorstellungen Samstag, 22.04. ‒ Sonntag, 30.04. ‒ Pfingstsonntag, 04.06. ‒ Dienstag, 18.07. + 29.08. + 19.09. + 17.10. (Kulturherbst) und Freitag, 05.01.2018.

Kartenvorverkauf:
Gäste-Information Schliersee in der Vitalwelt, Perfallstr. 4, 83727 Schliersee, oder unter München-Ticket.
Weiter Informationen zum Schlierseer Bauerntheater und zum Stück finden Sie auf

www.schliersee.de und www.schlierseer-bauerntheater.de

 

Marion Riedl Marion Riedl

Heimatverliebte Original Schlierseerin, Dipl. Eventmanagerin bei der Gäste-Information Schliersee, war als Musical Journalistin weltweit unterwegs - Tourismus und Kultur mit bodenständiger Leidenschaft und mit dem gewissen Blick über den Tellerrand.

 

 

 

Die neue elektronische Gästekarte in Schliersee

Am 9. Januar 2017 hat Schliersee die zeitgemäße elektronische Gästekarte mit zugehörigem elektronischen Meldeschein eingeführt.

Selbstverständlich bleiben, bis der Übergang ganz vollzogen ist, die bisherigen Leistungen der „alten“ Papier-Gästekarte bestehen.

Aber es gibt auch zusätzliche „Schmankerl“,  die ausschließlich mit der elektronischen Gästekarte genossen werden können.

So hat das Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee spontan zugesagt für die Besitzer der neuen Schlierseer Gästekarte in den Monaten April und Mai freien Eintritt zu gewähren.

Ein Besuch des weit über die Landesgrenzen bekannten Museums lohnt sich immer. Hier wird Geschichte erlebbar gemacht, sei es beim Bierbrauen, beim Edelweißschnitzen, Brotbacken, Filtzen und vielem mehr.

Die Gästekarte hat noch vieles mehr zu bieten, um den Aufenthalt rund um Schliersee so richtig genießen zu können.

Ermäßigung für das Schlierseer Bauerntheater, kostenlos Busfahren, und, und , und….

Bald können Sie auch mit Ihrer Schlierseer Gästekarte die Vorteile in Fischbachau, Bayrischzell und im Tegernseer Tal nutzen.

 

Alle Leistungen finden Sie immer aktuell auf unserer Homepage unter

http://www.schliersee.de/sommer/service-information/gaeste-information/   .

 

Hier noch eine kleine Auswahl über die Leistungen der neuen elektronischen Schlierseer Gästekarte.

 

Das besondere Schmankerl im April und Mai: alle Gäste mit der elektronischen Schlierseer Gästekarte (die alten blauen Papiergästekarten gelten nicht!) erhalten im Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee freien Eintritt!

 

  • Kostenlose Fahrt mit allen RVO-Bussen im Landkreis Miesbach
  • Kostenlose Fahrt mit der Wendelstein-Ringlinie (fährt nur im Sommer)
  • Geführte Wanderungen und geführte Radtouren
  • Ortsführungen im Sommer
  • Eintritt im Oberland Natureisstadion Schliersee „am Freudenberg“ (zur Eislaufsaison)
  • Einmalig 1 Tasse Kaffee im Restaurant Charivari in der Vitalwelt Schliersee
  • ….
  • Ermäßigter Eintritt im Park-Strandbad Schliersee
  • Ermäßigter Eintritt in die monte mare Vitaltherme (nur Schwimmbad)
  • Ermäßigter Eintritt für Theaterabend im Schlierseer Bauerntheater
  • Ermäßigte Fahrten im Sommer mit den Bergbahnen Stümpfling, Taubenstein- und Suttenbahn
  • Ermäßigte Berg- und Talfahrt mit den Wendelstein-Bergbahnen im Sommer
  • Ermäßigte Berg- und Talfahrt Schliersbergalm Seilbahn/Sommerrodelbahn (Mo. – Sa.)
  • 20% Ermäßigung bei Besichtigung der Slyrs Whisky Destillerie (=Selbsterkundungstour mit Verkostung) unter der Woche (Mo. – Fr. ab 10.00 Uhr)
  • 3% Ermäßigung auf Kosmetikprodukte bei der Seemüller Apotheke
  • 5% Ermäßigung auf Produkte der Firma Sixtus bei der Kurapotheke

These information about the “Benefits of the electronic Schliersee Guestcard” are also available in english

 

 

Marion Riedl Marion Riedl

Heimatverliebte Original Schlierseerin, Dipl. Eventmanagerin bei der Gäste-Information Schliersee, war als Musical Journalistin weltweit unterwegs - Tourismus und Kultur mit bodenständiger Leidenschaft und mit dem gewissen Blick über den Tellerrand.