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Mit ganz viel PS durch den Schnee: Skijöring in Fischhausen

Es war mein erster Besuch beim Skijöring. Nach dem vielen Schneefall der letzten Wochen war ausreichend Schnee vorhanden, und die Sonne zeigte sich auch – ein Bilderbuchtag. Die Rennstrecke, zwischen der Leonhardikirche und dem Schliersee, wurde mit viel Leidenschaft und mithilfe der Marktgemeinde Schliersee und der Freiwilligen Feuerwehr Schliersee präpariert.

Ursprünglich war Skijöring eine Fortbewegungsart in Skandinavien mit Pferd und Skifahrer, um in entlegene und tief verschneite Gebiete zu kommen. Hier in Fischhausen wurde das Pferd durch ein Motorrad ersetzt, und die Skifahrer wurden mit Vollgas durch das 320 Meter lange Oval gezogen. Veranstalter des Skijörings in Fischhausen ist der MSC Schliersee mit seinem Vorstand Florian Maier. Der Wettkampf ist Teil einer Serie an Rennveranstaltungen, bei denen um den Zugspitz-Lech-Pokal gekämpft wird. Gefahren wurde in sechs Klassen: bis 125 ccm (10 bis 14 Jahre), bis 250 ccm (bis 18 Jahre), 125‒250 ccm, über 250 ccm, Bahnmaschinen und Seitenwagen mit Seitenwagenantrieb.

Etwa 1.400 Zuschauer säumten das Oval und unterstützten die Sportler auf der Strecke mit Beifall. Die ganze Zeit röhrten die Motoren der Maschinen und schafften eine ganz besondere Atmosphäre. Der Schnee spritzte im hohen Bogen, und die waghalsigen Skifahrer stabilisierten die Zugmaschinen in den Kurven. Nur wenn der Fahrer und der Skifahrer das Ziel erreichten, wurde das Rennen gewertet. Gefahren wurden drei Vorläufe, und die Zeitbesten durften sich ihren Startplatz im entscheidenden Endlauf aussuchen.

Nachgefragt: Die Königsklasse der Schlierseer ist die Klasse 6a – Seitenwagen mit Seitenwagenantrieb. Die wird, abgesehen von zwei Teams aus Roßhaupten, ausschließlich unter den Schlierseern selbst ausgetragen. Gewonnen hat in dieser Klasse das Team Florian Maier/Seewald Toni/Neth Kilian (MSC Schliersee). Gratuliere!

Skijöring ist ein tolles Spektakel. Ihr könnt einen herrlichen Tag im Schnee verbringen und die Begeisterung der Sportler miterleben.

 

 

Unbedingt für das nächste Jahr vormerken!

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Rutscherl-Rennats im Brecherspitzkar

Dem „Gung“, seines Zeichens Mechaniker beim damaligen Autohaus Kürbisch in Fischhausen, hatten die Skizunftler ein ganz besonderes Vergnügen zu verdanken, das seither den Abschluss der Wintersaison bildet: das Rutscherl-Rennats (Firngleiter-Rennen) im Brecherspitzkar. Denn er war es, der Anfang der 60er-Jahre die Firngleiter, die er aus seiner Heimat Berchtesgaden mitgebracht hatte, einer kleinen Gruppe des Vereins bekannt machte.

Diese Firngleiter, auch „Rutscherl“ genannt, sind eine Art Kurzski, etwas breiter als normale Ski und mit 50 bis maximal 65 cm Länge vor allem deutlich kürzer. Die verschiedenen Bindungen, die je nach Ausführung auch mit festen Winterschuhen oder steigeisenfesten Bergschuhen benutzt werden können, werden am Ende der Ski montiert, sodass durch eine Rückwärtsverlagerung des Gewichts zügig abgebremst werden kann. Durch die besondere Bauweise sind die Firngleiter speziell für den Einsatz in steilem Gelände und auf Firn geeignet. Mit Firn ist in diesem Fall der Frühjahrsschnee gemeint, der durch mehrmaliges Auftauen und Wiedergefrieren körnig wird und eine tragfähige Deckschicht entwickelt. Circa seit den 80er-Jahren gibt es Firngleiter auch im Großhandel zu erwerben. Handwerklich Begabte können sich ihre Rutscherl aber auch selbst bauen, indem sie gebrauchte, möglichst breite Ski auf die gewünschte Länge kürzen und eine neue Bindung anbringen. Anleitungen dazu findet man im Internet.

 

 

Zunächst war das Firngleiterfahren für die Skizunftler lediglich ein sonntägliches Frühlingsvergnügen – bis dem damaligen Vorstand des Vereins, Josef Käser, die Idee kam, ein Rennen zu veranstalten. Und so wurde Anfang Mai 1967 das erste Rutscherl-Rennats mit etwas mehr als 20 Teilnehmern ausgetragen. Ab diesem Zeitpunkt war das Rennen fester Bestandteil der jährlichen Vereinsplanung und erfreute sich im Laufe der Jahre immer größerer Beliebtheit. Bis zu 80 Leute kamen jedes Jahr angereist, zum Teil auch aus weiter entfernten Landkreisen, um am Rennen teilzunehmen.

Gestatten, Ignaz Rutscherl

Karl-Heinz Lobinger, bekannt auch durch seine Kapelle Lobinger, war nicht nur für die musikalische Untermalung der feuchtfröhlichen Siegerehrung zuständig, sondern entwarf als Grafiker auch die auf Bayerisch verfassten „Uhrkunden“ sowie das Maskottchen der Veranstaltung ‒ Ignaz Rutscherl. Der arme Kerl sieht ziemlich zugerichtet aus, mit nur noch einem Rutscherl am linken und Gips am rechten Bein, Krücke statt zweitem Skistock und eingebundenem Kopf. Er muss wohl einen gewaltigen Sturz hingelegt haben, was bei den Rutscherl-Rennats auch gar nicht so selten war. Bei diesen unfreiwilligen Einlagen machten die Fahrer oftmals nicht die beste Figur, dafür gab es aber umso mehr zu lachen. Die Bedingungen wurden immer schwieriger, je mehr Teilnehmer bereits im Ziel waren. Tiefe, ausgefahrene Gruben machten die Abfahrt noch anspruchsvoller, als sie ohnehin schon war. Zum Glück kam es in den ganzen Jahren nie zu wirklich ernsthaften Verletzungen. Sicherheitshalber waren jedoch immer einige Mitglieder der Bergwacht vor Ort, um im Ernstfall Erste Hilfe zu leisten sowie um die Lawinengefahr zu beurteilen.

 

 

Wie muss man sich ein solches Rutscherl-Rennats nun genau vorstellen?

Zunächst machten sich die Teilnehmer auf den Weg zur Ankelalm, dem Ausgangstreffpunkt des ganzen Treibens, wo sie gegen eine kleine Startgebühr ihre Startnummer und einige auch eine Torlaufstange entgegennehmen konnten. So wurde das Schleppen der notwendigen Ausrüstung auf mehrere Freiwillige verteilt. Anschließend machten sich alle gemeinsam an den Aufstieg ins steile Brecherspitzkar, wo der Lauf schließlich gesteckt wurde. Die Rennen wurden in zwei offiziellen, nach Skilänge über und unter 65 cm eingeteilten Klassen gestartet und auch getrennt bewertet. Die sogenannte Verweigerer-Klasse bildete eine dritte, inoffizielle Kategorie. Wie der Name schon sagt, war diese für all jene, die sich letztendlich doch nicht hinuntergetraut haben.

Zünftig mit Rutscherl-Segen und Latschenmaß

Mit leeren Händen ging jedoch niemand nach Hause. Bei der Siegerehrung gab es nämlich für alle Teilnehmer eine Urkunde, einen Scherz-Sachpreis und einen nicht ganz ernst zu nehmenden Gutschein, denn dieser enthielt meist Aufgaben eher zu Ungunsten des Beschenkten, wie zum Beispiel 1 x Rasenmähen beim Vereinsvorstand, 5 Liegestütze absolvieren oder 3 x „Halleluja“ rufen. Außerdem spendete „da Stoa“ jedem den Rutscherl-Segen, indem er den zu Ehrenden mit einem Rutscherl, das an einer langen Stange baumelte, vorsichtig am Rücken auf und ab strich. Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein wurde geratscht, gelacht, Musik gemacht und vor allem auch mehr oder weniger viel getrunken. Ganz nüchtern kam wohl kaum jemand nach Hause, sicherlich auch bedingt durch die Latschenmaß, in Maßkrüge gefüllter Rotwein, in den ein Latschenkiefer-Zweig getunkt wird, der dem Wein einen etwas harzigen Geschmack verleiht. In diesem Sinne – Prost und Ski Heil!

 

 

Im Mai 2017 feierte das Rutscherl-Rennats sein 50-jähriges Jubiläum. Zugleich war es aber auch das vorerst letzte Rennen seiner Art. Eigentlich schade, denn wenn es eines immer gab, dann war das eine Mordsgaudi.

 

 

 

Kathrin Zott Kathrin Zott

Aufgewachsen und noch immer wohnhaft in Neuhaus am Schliersee, zweifache Mama, studierte Germanistin und Musikpädagogin, freiberufliche Lektorin und Korrektorin – mit anderen Worten: heimatverbundene, musikbegeisterte, kreative, tierliebe und vor allem komplett italienverrückte Leseratte.

 

 

 

Seifenkisten-Gaudi-Rennen – ein ganz besonderer Vatertag im Markus Wasmeier Freilichtmuseum

Bereits zum dritten Mal findet das Seifenkisten-Gaudi-Rennen im altbayerischen Dorf des Markus Wasmeier Freilichtmuseums in Schliersee-Neuhaus statt. Eine wahre Freude für große und kleine Rennfahrer. Hier kann man erleben, wie Väter und auch Mütter wieder zu Kindern werden.

Bei den Seifenkisten handelt es sich um kleine Fahrzeuge, in denen eine Person Platz findet und das nur rollen kann, also keinen Motor hat. Dazu ist im Markus Wasmeier Freilichtmuseum eine Rennstrecke festgelegt, die auf weiten Teilen bergab geht und in der Mitte einen flacheren Streckenabschnitt hat. Zwischenzeitliches Antreiben oder Anschieben sind nicht erlaubt. Früher wurden diese Fahrzeuge aus den leeren Holzkisten gebaut, in denen ursprünglich Seife verpackt wurde.

Da an diesem Wochenende auch das Wikingerlager Fenrisfyrd auf der Dorfwiese ihre Zelte aufgeschlagen hat, betreuen ganz besondere Streckenposten das Seifenkistenrennen: Die Wikinger achten darauf, dass das Rennen in geregelten Bahnen abläuft und helfen den Kindern ab und zu mit einem kleinen wohlgemeinten „Anschubser“, an Fahrt zu gewinnen …

In jedem Fall ist es eine riesige Gaudi, wie man unschwer auf den Bildern erkennen kann. Egal, wie alt man ist: Sowohl das Mitfahren als auch das Zuschauen und Anfeuern sind ein großes Vergnügen und ein ganz besonderes Erlebnis. Und das alles inmitten eines altbayerischen Dorfes, wie es vor 300 Jahren einmal war.

Nehmen Sie sich die Zeit und planen Sie am Vatertag, den 10.05.2018, einen ungewöhnlichen Ausflug ins Grüne. Denken Sie an „geländegängiges“ Schuhwerk, und auf geht’s …

Seifenkisten und Helme werden zur Verfügung gestellt. Eine Anmeldung zum Rennen ist ab 09:30 Uhr möglich. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig. Die Teilnahme am Seifenkisten-Gaudi-Rennen erfolgt auf eigene Gefahr.

 

09:30 Uhr Anmeldung zum Start

10:30 Uhr Einzelrennen Erwachsene

12:30 Uhr Einzelrennen Kinder

15:30 Uhr Siegerehrung

 

 

Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee
Brunnbichl 5
D-83727 Schliersee/Neuhaus

Telefon: +49 (0) 8026 – 92922-0
Telefax: +49 (0) 8026 – 92922-29
E-Mail: office@wasmeier.de

Öffnungszeiten:

Di.‒So.: 10:00‒17:00 Uhr
Mo. Ruhetag (außer an Brücken- und Feiertagen)
24. März bis zum 04. November

 

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Für Motorsportbegeisterte: Skijöring 27.1.2019 in Fischhausen

Am 27.01.2019 ist es geplant: Motorrad-Skijöring in Fischhausen am Schliersee! Schneegischt und laut dröhnende Motoren erwarten die Zuschauer.

Veranstalter ist der MSC Schliersee mit Florian Maier, dem Vorsitzenden. Das Skijöring in Fischhausen ist eine von mehreren Rennveranstaltungen, bei denen der Zugspitz-Lech-Pokal ausgefahren wird. Um 9:00 wird an diesem Tag mit dem Training begonnen, und um 10:00 Uhr starten die Rennen in den verschiedenen Klassen.

Auf dem 400 m langen Rundkurs – eigentlich ist es ein Oval – treten Motorräder mit und ohne Seitenwagen, wie z. B. 125e-r, 250er-Motocrosser und 500er-Bahnmaschinen, gegeneinander an. Beim Motorrad-Skijöring halten sich Skifahrer an einem Seil fest und werden von einem Motorfahrzeug gezogen. Der Skifahrer ist entscheidend für den Erfolg, da er im Wesentlichen zur Stabilisierung des Fahrzeugs auf der schneeglatten Fahrbahn beiträgt. Außerdem geht er ein erhöhtes Risiko ein, indem er ungeschützt zwischen den am Rennen beteiligten Maschinen seinen Platz finden muss. Auch für die Zuschauer ist es eine spannende Sache, und sie jubeln und bangen mit den Bikern und Skifahrern mit. Und selbstverständlich feuern sie die Fahrer nach allen Kräften an. Selbst Kinder werden von dem Geschehen in den Bann gezogen. Interessant ist es außerdem, sich die Motorräder und Gespanne von Nahem zu betrachten und dabei mit dem einen oder anderen Fahrer ins Gespräch zu kommen.

Auch dieses Jahr werden sich wieder Vater und Sohn, Helmut und Florian Maier, als Konkurrenten gegenüberstehen und sich ein heißes Rennen liefern. Die beiden unterstützen sich in ihrer gemeinsamen Werkstatt beim Bau ihrer Gespanne und bringen dabei ihr Wissen und ihre jahrelange Erfahrung ein. Beim Rennen treten sie dann gegeneinander an: Achten Sie auf das orange Gespann mit der Nummer 1 von Helmut und seiner Frau Manuela, der Beifahrerin. Helmut ist übrigens mit weit über 70 Jahren der älteste Teilnehmer am Skijöring. Das gelbe Gespann mit der Nummer 4 wird von Florian gelenkt.

Wichtig für das Rennen sind ausreichend Schnee und eine gut präparierte Piste, womit bereits Wochen im Voraus begonnen wird. Daher beachten Sie bitte die Ankündigung, falls das Skijöring witterungsbedingt verschoben werden muss.

 

Mein Tipp: Nehmen Sie sich ein paar Stunden Zeit und packen Sie sich warm ein. Schneesicheres Schuhwerk, Handschuhe und eine Mütze sind empfehlenswert. Und genießen Sie einen erlebnisreichen Tag beim nicht ganz alltäglichen, absolut spannenden Skijöring in Fischhausen, gleich neben der B 307, kurz oberhalb des Sees. Kommen Sie am besten rechtzeitig, da es mit den Parkplätzen auf der Wiese etwas eng werden kann.

 

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.