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Der Schlierseer „Lederhosn Styleguide“

Perfekt gekleidet zu Seefest, Waldfest & Co.

Tradition und Brauchtum sind ein fester Bestandteil des Schlierseer Lebensgefühls. Das Trachtengewand, bestehend aus Dirndl und Lederhosn, wird auf den vielen Festen und Veranstaltungen rund ums Jahr gerne und mit Stolz getragen. Während beim Dirndl mittlerweile auch modische Raffinessen und zahlreiche Styling-Varianten erlaubt sind, gibt es beim Tragen der Lederhosn einige Punkte zu beachten. Ein echter Experte in Sachen männlicher Tracht ist Leonhard Röhrl. Der gelernte Säckler fertigt Lederhosn nach Maß in der traditionsreichen Säcklerei Moser in Miesbach.

 

Hirschleder und Seidengarn

Die Merkmale einer handgemachten Lederhosn sind unverkennbar: Das Material besteht in der Regel aus Hirschleder, die Verzierungen sind oberhalb der Knie angebracht, das „Messertascherl“ ist rechts, und die Farbe changiert zwischen Schwarz und Naturfarben. Unterschiede gibt es bei der Motivauswahl der Verzierungen: Während Eichen-, Efeu- oder Weinlaubstickereien aus grünem oder gelbem Seidengarn die Hosen der örtlichen Trachtenvereinsmitglieder zieren, zeichnet sich das sogenannte leichte Biergwand durch gesteppte Muster sowie Lederbänder oder Hirschhornknöpfe am Beinabschluss aus. Hosenträger können dazu getragen werden, sind aber kein Muss. Während die „Kurze“ – sie endet heutzutage circa zwei Fingerbreit über dem Knie – eine Renaissance erlebt, verschwindet die Bundlederhosn immer mehr. Im Kommen ist dagegen die ganz lange Lederhosn.

 

„No go“: runtergerollte Kniestrümpfe

Wer auf einer Hochzeit am Schliersee richtig gekleidet sein möchte, der wählt am besten eine Bundlederne oder ein lange Lederhosn zum Kirchgang. Auch die „Kurze“ ist, festtagstauglich mit einem weißen Hemd kombiniert, erlaubt. Bei einem Besuch auf dem See- oder Waldfest verhält sich der Dresscode anders: „Da derfs a bissl lässiger sein. A bunts Hemd oder a schöns Poloshirt sind auch erlaubt“, sagt der Säckler. Absolutes „No go“ bei Festivitäten: runtergerollte Kniestrümpfe. Die gestrickten Trachtenstrümpfe gehören ordentlich bis unters Knie hochgezogen und in Haferlschuhe gesteckt.

 

Das Geheimnis ist die Gerbung

Überall auf der Welt wird die Lederhosn gern kopiert – mit billigen Materialien und schlechter Verarbeitung. Leonhard Röhrl ist nicht im Prinzip gegen die Massenware aus China oder Indien, denn : „Wenns ozogn werd, werds gseng. Und wenns kaputt geht, dann leistet man sich vielleicht das nächste Mal Qualität.“ Klingt einleuchtend. Der junge Säckler weiß aus Erfahrung, dass sich Hirschleder auf der Haut einfach gut anfühlt. „Wer einmal eine Hirschlederne getragen hat, der ist davon fasziniert“, bekräftigt er. Das Geheimnis ist die Gerbung. Echtes Hirschleder wird mit Fischtran gegerbt und weist eine hohe Hautverträglichkeit und Haltbarkeit auf. Die Farbpalette entsteht durch eine leichte Färbung auf der Oberfläche „und natürlich durchs häufige Tragen“, weiß der Lederhosnmacher. Die Finger sollte man von Hosen aus Ziegenvelours lassen, rät Leonhard: „So a Ziegenbock stinkt halt einfach, und das kriegst du aus dem Leder nie wieder raus.“

 

Die Patina gehört dazu

Für die Maßanfertigung einer Lederhosn aus dem Hause Moser sollte man rund drei Monate einplanen, das Anfertigen einer gestickten Vereinshose dauert rund ein halbes Jahr. Für ein einfaches „Biergwand“ ohne Schnickschnack muss man rund 1.300 Euro investieren. Aber dafür bekommt man ein Kleidungsstück, das nie aus der Mode kommt, das der Figur angepasst ist und mit den Jahren erst so richtig schön wird. Denn: Eine Lederhosn ohne Patina ist wie ein Weißbier ohne Schaum. Damit der Besitzer einer Lederhosn möglichst lange Freude an seinem Kleidungsstück hat, sollte man folgende Pflegehinweise unbedingt beachten:

 

 

Wer den Mitarbeitern der Säcklerei Moser einmal beim Arbeiten über die Schulter schauen möchte, hat dazu zweimal im Jahr Gelegenheit. Der Betrieb ist Mitglied im Schlierseer Verein „Faszination Handwerk“. 2002 von der Trachtenschneiderin Christine Falken und einigen Handwerksbetrieben aus der Region gegründet, ist die Zahl mittlerweile auf rund 40 Handwerksbetriebe aus Bayern, Österreich und Italien angestiegen. Sie präsentieren ihre Produkte auf Märkten an Lichtmess und Leonhardi, also immer um den 2. Februar und den 6. November. Ausstellen dürfen nur reine Handwerksbetriebe, die ihren Beruf vom Lehrling bis zum Meister von der Pieke auf gelernt haben. Christine Falken bringt die Intention des Vereins mit einem Satz auf den Punkt: „Individuell und per Hand gefertigte Stücke mit viel Liebe zum Detail, bei denen auch immer ein Stück Seele des Schaffenden drinhängt.“

 

Faszination Handwerk e. V.
www.faszination-handwerk.info

 

Säcklerei Moser
Fraunhoferstraße 6
83714 Miesbach
Tel.: 08025/2248

 

 

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

 

 

 

Christls Trachtenstrickereien – echte Handarbeit aus dem boarischen Oberland

Die Christl ist eine Institution in den Höfen des Markus Wasmeier Freilichtmuseums. Bis Ende letzten Jahres hat sie dort im Brotverkauf gearbeitet und nebenher Trachtenstrümpfe und Kinderwesten gestrickt. Das altbayerische Dorf ist ein belebtes Dorf, sodass die Besucher dort verschiedene Handwerke sowie das Landleben, wie es einst war, kennenlernen können. Christl hatte im Museum ein breites Publikum, das ihre Strickkunst bewunderte. Selbstverständlich strickt sie auch heute noch und bietet ihre Kinderstrickwesten und Trachtenstrümpfe für Männer, wie in den Jahren zuvor auch, weiterhin auf den verschiedenen Märkten sowie natürlich auf dem Weihnachtsmarktl im Freilichtmuseum an.

Das Handarbeiten hat die Christl in ihrer Schulzeit in Birkenstein von den Schwestern gelernt und ihre Mama hat ihr dann den Musterstrick für Trachten beigebracht.

Zur kurzen Lederhosn gehören übrigens Trachtenstrümpfe mit Umschlag und für Bundhosen gibtʼs extra Bundhosenstrümpfe, die bis unter den Bund der Bundhose gesteckt gehören. Auf Trachtenstrümpfe für Männer hat sich Christl spezialisiert, weil ihr Mann Musikant war und viele seiner Musikerkollegen Strümpfe von ihr „ergattern“ wollten, die nicht so teuer waren wie im Geschäft. Selbst für einzelne Mitarbeiter des „Spaten–Bräu“ in München hat Christl Strümpfe gestrickt.

Im Oberland trägt man übrigens i. d. R. graue Umschlagstrümpfe, weil hier auch die Joppen traditionell grau sind.

Auf die Frage, wie viel Zeit Christl für das Stricken von einem Paar Strümpfen benötigt, klärt sie mich darüber auf, dass das natürlich vom Muster und der Größe abhängt. Im Durchschnitt benötigt sie bei drei Stunden Stricken am Tag etwa 14 Tage bis drei Wochen. Der Preis hängt von der Fußgröße ab. Im Schnitt kostet ein Paar Trachtenstrümpfe mit Umschlag 125,- Euro. Die Westen für die Buben und Mädels gibtʼs ab null bis etwa zehn Jahren. Sie kosten zwischen 15,- und 45,- Euro. Christl verwendet dafür Schafwolle, Schurwolle und gemischte Wolle.

Selbst Tusnelda, mein Schaf, war begeistert von der Strickweste und wollte sie gar nicht mehr hergeben 😉 … Aber die Weste ist bereits reserviert für ein kleines Mädl, das nächste Woche das Licht der Welt erblicken wird.

Ein Tipp von Christl: Waschen Sie nicht jedes Mal den Strumpf im Ganzen, tauchen Sie den Teil mit dem Muster relativ selten in die Seifenlauge. Waschen Sie stattdessen nur den Fuß. So haben Sie länger Freude an den gestrickten Kunstwerken.

Sie können gern persönlich Kontakt zu Christl Sterr aufnehmen, indem Sie sie auf den Märkten (siehe Veranstaltungskalender) im Markus Wasmeier Freilichtmuseum besuchen oder sich an ulrike.mccarthy@schliersee.de wenden. Der nächste historische Handwerkermarkt findet übrigens am 14. und 15. Oktober 2017 im Markus Wasmeier Freilichtmuseum statt.

 

 

Markus Wasmeier Freilichtmuseum
Brunnbichl 5
83727 Schliersee-Neuhaus

Öffnungszeiten: Dienstag–Sonntag 10:00–17:00 Uhr

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Stickl Open Air Concert /Music in the Mountains

This year on the evening 12 August, the mountains rumble with the sound of music. The nor-mally quiet Wirtshaus Cafe Stickl in Neuhaus hosts an Open Air concert showcasing many of our local bands. On the list for this year’s bands were “Vuizlaud”, “V:O:I”, “ Redwine Company” and “Facebarraxxx” and directing all the fun from behind his turntable, DJ Aka the Wolfman.

Lederhosen and biker leathers dance side by side as each band enters the stage. Grandmoth-ers and teenagers party together. It is just a gathering of music lovers. The energy was great and the talent is real.

This event is not your average grill party. The tree-covered biergarten of Stickl quickly fills up with music lovers of all ages. Tickets are available on the night and you will just need to follow the vibrating beats to find the location just behind Wirtshaus Café Stickl.

On the menu for purchase beyond the price of your 7€ entrance fee are coffee, cocktails and plenty of alcohol free options. If grilled meat and bratwurst don’t peak your interest there are al-ternative options like fish sandwiches, spinach ravioli and sticky doughnuts.

Carina Baumann, the boss of the Café, is new to the job starting January 2015. This was her first year organizing the event and I am sure this will not be the last. I highly recommend mark-ing your calendar for next August to start watching Café Stickl’s Facebook page for their 2018 Open Air Concert.

 

https://www.facebook.com/Wirtshaus-Cafe-Stickl-1633775593505650/

https://www.facebook.com/pg/vuizlaud/photos/?tab=album&album_id=1288074701301371

 

 

Laura Boston-Thek Laura Boston-Thek

American artist, photographer and professional wanderer who, after 20 years of roaming, put down roots in a 100 year old Bavarian farmhouse and fell in love with the Alpine village and its residents (both 2-legged and 4-legged).