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Frühlingserwachen – eine Bilderreise durch das Blütenmeer am Schliersee

Frühling

Was rauschet, was rieselt, was rinnet so schnell?
Was blitzt in der Sonne? Was schimmert so hell?
Und als ich so fragte, da murmelt der Bach:
,Der Frühling, der Frühling, der Frühling ist wach!‘

Was knospet, was keimet, was duftet so lind?
Was grünet so fröhlich? Was flüstert im Wind?
Und als ich so fragte, da rauscht es im Hain:
,Der Frühling, der Frühling, der Frühling zieht ein!‘

Was klingelt, was klaget, was flötet so klar?
Was jauchzet, was jubelt so wunderbar?
Und als ich so fragte, die Nachtigall schlug:
,Der Frühling, der Frühling!‘ — da wusst‘ ich genug!“

Von Heinrich Seidel
(1842−1906)

Der Winter ist vorbei, und die Natur erwacht aufs Neue … Der Frühling ist da! Wer mit offenen Augen durch unsere schöne Landschaft wandert, sieht es überall sprießen. Kleine Wunder blühen auf! Die Sonne scheint schon warm, und es ist eine Freude, in die bunte Farbenwelt einzutauchen und dabei die frische Luft einzuatmen.

Noch sind es eher die kleinen Blüten, die erscheinen, sich auf den Wiesen und unter Büschen verbreiten und mit ihrem Charme verzaubern. Aber bald schon werden sich auch die Bäume in ihrer vollen Blütenpracht zeigen.

Machen Sie es wie ich und nehmen Sie sich eine Auszeit in dieser wunderschönen Frühjahrszeit. Öffnen Sie sich für die Schönheit der Natur, schnuppern Sie den Duft, der in der Luft liegt. Lassen Sie sich das laue Lüftchen um die Nase wehen … und Sie werden erleben, um wie viel entspannter Sie danach wieder dem Alltag trotzen können!

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Wenn das Eis die Herzen der Menschen erwärmt

Es war Sonntag, der 29. Januar 2017, und damit voraussichtlich die letzte gute Gelegenheit in diesem Jahr, den Schliersee auf Eis zu genießen. „Mama, heute kann man auf dem Schliersee wandern gehen“, verkündet ein kleiner Junge glückselig und voller Stolz seiner Mutter. Für ihn ist es das erste Mal. Wer schlau war, hat seinen Schlitten mitgebracht ‒ viele Eltern ziehen damit ihre Kinder über das Eis, und er dient als bequemer Sitzplatz zum Anziehen der Schlittschuhe. Schlittschuhfahren und Eishockeyspielen sind nirgendwo so frei und unbeschwert möglich wie auf einem See wie diesem ‒ und welch ein erhabenes Gefühl ist es, auf dem See zu wandern.

Die Sonne erstrahlt heute mit zunehmender Kraft und spendet mollige Wärme. Das Eis gluckst und rumpelt, doch niemanden stört es, niemand zeigt Angst, dass die Eisfläche brechen könnte, sie ist an den meisten Stellen über 15 cm dick tiefgefroren und wird schon halten.

Inzwischen tummeln sich schon mehrere Hundert Menschen auf dem See, und sie ziehen dadurch immer mehr Besucher auf die Eisfläche nach. Doch Vorsicht und Wachsamkeit sind stets geboten, es gibt keine Garantie für Sicherheit! Der Schliersee kann auch tückisch sein, besonders an Stellen unterirdischer Quellen und in den Bereichen seiner Zuläufe. Es gilt deshalb weiterhin überall: „Betreten der Eisfläche ist verboten! Betreten auf eigene Gefahr!“

Pferdekutschen traben gemütlich durch den Schlierseer Kurpark, und aus sicherer Höhe beobachten Heißluftballonfahrende das Treiben da unten auf dem Eis.

Den Eisseglern fehlt heute der nötige Wind, erst ab Mittag ist eine laue Briese zu spüren. Nach den vergangenen frostigen Wochen, welche den Schliersee zu dickem Eis erstarren ließen, atmen die Menschen nun auf, denn die „Eiszeit“ hat heute für jeden deutlich spürbar ihren Höhepunkt überschritten, und die Eisdecke des Sees wird schon in wenigen Tagen nicht mehr tragen. Jeder fühlt es ‒ nur noch zwei Monate, und dann wird es Frühling.

An manchen Stellen bilden sich schöne Eismuster, und der schnell gefrostete Schnee am Ufer ist überzogen mit fächerförmigen Eiskristallen, die bei Berührung zerfallen wie kleine Dominosteinchen.

In den glücklichen Gesichtern der zahlreichen „Eismenschen“ lässt es sich ablesen, in Hunderten  von Selfies wird es festgehalten: Der letzte Tag auf dem Eis in diesem Jahr ‒ sonnenüberflutet unter tiefblauem Himmel und mitten auf dem Schliersee ‒ erwärmt das Eis in unser aller Herzen, und so viele Menschen verspüren heute unvergesslich „für einen Moment das Glück Schliersee“.

Fotos+Text: 29.1.2017 Helmut Jenne sen.

 

 

Helmut Jenne Helmut Jenne

Auf seinen Streifzügen durch die Natur ist sein Fotoapparat ein ständiger Begleiter. Helmut Jenne, wohnhaft in Schliersee, ist Musiker und EDV-Fachmann, Fotokünstler und Naturliebhaber. Mit seinen Fotos dokumentiert er seine Erlebnisse auf sehr natur- und heimatverbundene Weise, und so entstehen - trotzdem weltoffen - tief empfundene Momente und Blicke auf Landschaften, Pflanzen und Tiere der Berg- und Seenwelt rund um Schliersee.

 

 

 

Traumwinter am Schliersee ‒ „Wandern für faule Genießer“

Noch gestern war ein milder Tag, doch über Nacht ist der strenge Winter da. Die Temperaturen stürzen ins tiefe Minus. Tagelang schneit es unaufhörlich, bis zu dreimal täglich schneeräumen ‒ wohin nur mit der weißen Plage. Besonders für Verkehrsteilnehmer wird der viele Schnee zum Alptraum, verengte Straßen sind plötzlich lebensgefährlich glatt.

Nichts geht mehr in gewohnter Geschwindigkeit, und es gilt Schneekettenpflicht für die Spitzingstraße. Schneefall verdunkelt den Tag, ganze Landschaften verstecken sich im wilden Getöse des Wintersturms, und man fürchtet, sie wären auf ewig verloren. Doch mit einem Male hat das Treiben ein Ende, und darauf habe ich geduldig gewartet, denn für den nächsten Tag verspricht der Wetterbericht endlich Sonne ohne Schneefall.

Wer sich an solchen Sonnentagen dann mollig warm anzieht, vorsichtshalber auch seine Schneeschuhe mitnimmt und sich schon frühmorgens bei Sonnenaufgang am Schliersee einfindet, der kann jetzt bei einer völlig entspannten Wanderung um den Schliersee eine winterliche Traumlandschaft in ihrer höchsten Vollendung erleben.

Die klare Luft, die satten Farben und die auf Winterweiß gezeichneten Schattenspiele lassen Schliersee in völlig neuem Licht erscheinen. Eine Wanderung an solchen Wintertagen spendet pure Lebenswärme inmitten winterstarrer Kälte.

Wie schön, dass es dich gibt ‒ „für einen Moment das Glück Schliersee“.
Fotos+Text: 19.1.2017 Helmut Jenne sen.

 

 

Helmut Jenne Helmut Jenne

Auf seinen Streifzügen durch die Natur ist sein Fotoapparat ein ständiger Begleiter. Helmut Jenne, wohnhaft in Schliersee, ist Musiker und EDV-Fachmann, Fotokünstler und Naturliebhaber. Mit seinen Fotos dokumentiert er seine Erlebnisse auf sehr natur- und heimatverbundene Weise, und so entstehen - trotzdem weltoffen - tief empfundene Momente und Blicke auf Landschaften, Pflanzen und Tiere der Berg- und Seenwelt rund um Schliersee.