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Wildromantische zerklüftete Schlucht in Schliersee ‒ der Pfanngraben

Heute nehme ich dich mit in den Pfanngraben unterhalb der Rotwand im Spitzingsee-Gebiet. Oft hört man vom Pfanngraben als Auf- oder Abstiegsvariante zur oder von der Rotwand (1.884 m). Aber auch ohne eine lange Bergtour auf den höchsten Berg im Landkreis ist der Pfanngraben ein echtes Highlight.

 

 

Festes Schuhwerk

Der Weg ist breit und nicht schwierig. Ein wenig Schwindelfreiheit und feste Schuhe solltest du trotzdem mitbringen. Auf Kinder bitte besonders aufpassen, es gibt keine Geländer oder Ähnliches ‒ und es geht stellenweise 30 Meter senkrecht bergab in den Bachlauf. Eine Gumpe, wie die beckenartigen Strudeltöpfe bezeichnet werden, reiht sich an die andere, dazwischen kleine Wasserfälle und schroffe Felswände. Das ist ein echtes Naturschauspiel und gleichermaßen schön bei Sonne und Regen. Für mich also auch ein Tipp für einen Regentag.

 

Ob Regen oder Sonnenschein – eine Traumtour

Auf der Teerstraße geht es vom Spitzingsee zur Waitzinger Alm, wahlweise kannst du auch den schöneren Wanderweg am Blecksteinhaus vorbei nehmen (bitte eventuell geänderte Öffnungszeiten wegen Corona beachten, Stand: 08.Mai 2020: nur „to go“ am Wochenende). Nach etwa einer Stunde erreicht man die Waitzinger Alm (unbewirtschaftet). Ab jetzt geht es entlang des Bachlaufs in Richtung Rotwand bergauf. Das ist landschaftlich so schön, dass ich kaum gemerkt habe, dass es ständig bergauf geht. Du musst am Anfang keine waghalsigen Wegerl runter ans Wasser ausprobieren, du kommst auf dem Wanderweg von ganz allein ans Wasser, falls du dich erfrischen möchtest. Wer mit dem Fotoapparat unterwegs ist, wird nur sehr langsam weiterkommen. Auf der rechten Seite des Wanderwegs fällt das Wasser in vielen Stufen in tiefgrüne Gumpen. Auf der anderen Seite findest du zahlreiche Bäche und saftige Almwiesen, die gerade übersät sind mit Enzian. Wirklich ein beeindruckendes Bild. Wenn du nach einer weiteren Stunde eine kleine Holzhütte erreichst, geh noch etwa fünf bis zehn Minuten weiter, dann kommst du zum beeindruckendsten Teil der Klamm. Hier kannst du vier Kaskaden gleichzeitig sehen. Zurück geht es auf dem gleichen Weg. In diesem Fall kein Problem, denn den Gumpenweg in die andere Richtung zu gehen, ist alles andere als langweilig. Im Gegenteil, es ist wieder ein Erlebnis und wunderschön. Insgesamt würde ich etwa fünf Stunden einplanen.

 

 

Landschaftsschutzgebiet: Bitte beachte, dass du befindest dich in einem Landschaftsschutzgebiet befindest. Das Abreißen und Ausgraben von Pflanzen ist verboten.

 

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Hausapotheke – Kräuterküche: Desinfektionsmittel selber machen

Heute machen wir uns auf den Weg und erinnern uns, wie denn unsere Eltern und Großeltern Wunden desinfiziert haben – äußerlich und innerlich.

Ja, ich kann mich noch sehr gut erinnern, wenn wir wieder mal zu wild unterwegs waren und uns die Knie aufgeschlagen haben. Da kam die Mutter, nahm unser aufgeschlagenes Knie und wusch es erst mal unter fließendem Wasser mit der Wurzelbürste ab, so sind die kleinen Steinchen schon mal weg gewesen. Anschließend kamen angesetzte Arnika oder Jod darauf. Boah … das hat höllisch gebrannt, aber wir haben danach keine Entzündung bekommen. Dazu haben wir gemeinsam gesungen: „Heile, heile Segen, drei Tage Regen, drei Tage Schnee, des tuat scho nimmer weh.“ Das hat immer geholfen.

 

Bei Erkältungen oder wenn der Hals zu schmerzen begonnen hat, bekamen wir Sahne-Meerrettich zu essen, die Brust wurde mit Schweinefett oder Lärchenbalsam eingerieben ‒ du dann ging’s ab ins Bett. So konnten viele Erkältungen schon frühzeitig abgefangen werden.

 

Mein persönliches Rezept für Desinfektionsmittel nach Art meiner Oma:

A guada selbst gebrannter Schnaps von der Schlierseer Brennerei Hörmann oder von einem Bauern von Schliersee. Ich nehme am liebsten den alten Enzian und den Ansatz von Spitzwegerich.

Alles mischen und in kleine Sprühflaschal geben, passt in jede Handtasche und ist sofort einsatzbereit.

Vor jedem Gebrauch Ihres selbst gemachten Desinfektionsmittels schütteln Sie die Flasche am besten gut durch.

Meerrettich oder Kapuzinerkresse zeichnen sich durch ihren hohen Anteil an Senfölglycosid aus. Dieser Inhaltsstoff entzieht Viren und Bakterien den Nährboden, und sie können sich nicht mehr vermehren. Spitzwegerich ist unser natürliches Antibiotika und ein guter Wundheiler in unserem Körper. Bei Erkältungen und Husten ein sehr gutes Mittel.

Hinweis: Grundsätzlich ist das selbst gemachte Desinfektionsmittel gut als kleine zusätzliche Maßnahme für den alltäglichen Gebrauch, beispielsweise für unterwegs, geeignet. In akuten Notsituationen sollten Sie sich bei Ihrem Arzt oder Apotheker beraten und begleiten lassen.

Bei Interesse an mehr Kräuterwissen können gerne Heilkräuterseminare am Hennererhof gebucht werden (siehe auch www.hennerer.com).

 

 

Angelika Prem Angelika Prem

Naturverliebte Schlierseerin, Kräuterpädagogin, Referentin und Seminarleiterin, Senior-Hennererwirtin, BBV Ortsbäuerin, liebt gutes regionales hausgemachtes Essen und entspannt beim Kuchen backen