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Große Ehre für Schliersee: Denkmalschutzmedaille 2018

Beim „Schredl“ – ein Torso wird denkmalverträglich ergänzt

Das Schlierseer Heimatmuseum im Herzen von Schliersee ist eines der bedeutendsten Baudenkmäler Bayerns. Vom sogenannten Schredl-Haus aus dem Jahr 1447 wurde 1930 der Wirtschaftsteil, die Tenne, abgerissen, um das Postamt an diese Stelle bauen zu können. Bis vor sechs Jahren stand das Heimatmuseum im Schatten des Postgebäudes. Einige Jahre nach dem Abriss entwickelte die Marktgemeinde Schliersee zusammen mit dem Architekturbüro Wegmann ein Konzept für einen Anbau an das Heimatmuseum. Die bauernhofähnlichen Proportionen in Form einer Tenne sollten unbedingt erhalten bleiben, oder besser gesagt: wiederhergestellt werden. So entstand ein Anbau, der dem alten Wirtschaftsteil nachempfunden wurde.

Im Erdgeschoss hat der Kindergarten „Kleine Heimat“ sein Zuhause gefunden, und im ersten Stock ist ein Gemeindesaal für Veranstaltungen und auch als Proberaum für die Schlierseer Blasmusik entstanden.

Für diesen Anbau haben die Marktgemeinde Schliersee mit Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer und der Architekt Johannes Wegmann die Denkmalschutzmedaille des Landkreises Miesbach 2018 erhalten.

„Die Architektur angemessen gewählt, das Denkmal nicht erdrückend und keineswegs ,gejodelt‘. So hat das Ganze wieder eine bauernhofähnliche Proportion mit durchgehendem, schindelgedecktem Satteldach. […] Wie recht der Markt mit seiner Entscheidung hatte, hat die im Zuge der Planung durchgeführte Forschung bestätigt. Das Baudenkmal ist das älteste, so komplett und anschaulich erhaltene Wohnhaus bäuerlichen Typs, das am ganzen bayerischen Alpenrand erhalten geblieben ist“, heißt es in der Erklärung von Kreisbaumeister Werner Pawlovsky. Der Kreisbaumeister geht so weit, zu sagen, dass das Heimatmuseum durch seinen Anbau noch besser zur Geltung kommt.

Perfekter erster Schritt in der Schlierseer Ortsentwicklung

Schliersee kann wirklich stolz sein, auf das, was in der Ortsmitte geschaffen wurde. Auch die Umgestaltung der Lautererstraße und der neue Weg mit Sitzbänken rund um das Heimatmuseum sind eine Bereicherung. Der neue Saal wurde schon beim Kulturherbst eingeweiht, und die ehemalige Seeweihnacht ist zur Museumsweihnacht geworden. Der Christkindlmarkt fand dieses Jahr erstmalig in der Lautererstraße und im Heimatmuseum statt.

 

 

Hochzeiten möglich

Auch heiraten kann man jetzt im neuen Saal des Anbaus. In der letzten Marktgemeinderatssitzung hat der Gemeinderat abgestimmt, das ganze Ensemble „Heimatmuseum mit Anbau“ für standesamtliche Hochzeiten zu widmen. Auch im altehrwürdigen Waldeckersaal des Heimatmuseums sind Hochzeiten theoretisch möglich, allerdings nur mit der jeweiligen Zustimmung des Heimatmuseumsvereins „Heimatfreunde e. V.“.

 

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Franz Schmid Straße: Franz Schmid – berühmter Bergsteiger und Alpinist

Franz Schmid wurde 1905 in Garmisch geboren und fand, zusammen mit seinem vier Jahre jüngeren Bruder Toni, schon in jungen Jahren großen Gefallen an den Bergen und der Kletterei. Die Brüder erhielten für die 1931 durchgeführte Erstbesteigung der Matterhorn-Nordwand 1932 vom IOC die Olympische Goldmedaille verliehen.

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Schmid_(Bergsteiger)

Später wurde Franz Schmid Polizist und wohnte viele Jahrzehnte in Neuhaus am Schliersee. Das Grab von ihm und seiner Frau Inge befindet sich auf dem Friedhof in Schliersee-Westenhofen.

Onkel Franz, nicht blutsverwandt mit uns, aber wir Kinder haben ihn so genannt, war einer der besten Freunde meines Vaters und ist oft mit ihm in die Berge zum Wandern und Bergsteigen gegangen. In den 1960er- und 1970er-Jahren sind sie zusammen mit ihren Bergwanderfreunden, dem Neuhauser Friseur Sepp Käser (der unser Nachbar in der Brecherspitzstraße war) und dem damaligen Neuhauser Pfarrer Hanns Zollbrecht regelmäßig für ein paar Tage nach Österreich oder Südtirol in die Berge zum Bergsteigen gefahren.

Oft haben wir Tante Inge und Onkel Franz in ihrer Wohnung in der Zieglerstraße in Neuhaus besucht. Wir sind dann zu acht – meine Eltern und sechs Kinder – um den Bauerstubentisch gesessen, und für uns Kinder war das immer etwas Besonderes, da Tante Inge und Onkel Franz eine Katze hatten, die NIE aus der Wohnung rauskam und immer auf dem gleichen Platz ihr Schläfchen abhielt: Das war für uns jedes Mal aufs Neue faszinierend.

Nachdem Tante Inge aus Fulpmes in Tirol stammte, bekamen wir bei ihr immer „Gudzl“ statt „Guadl“, und wir wurden mit einem herzhaften „Grias enk“ und „Pfiat enk“ begrüßt und verabschiedet.

Die Marktgemeinde Schliersee hat ihrem berühmten Bürger 2006 posthum ein Denkmal gesetzt und eine Straße im Ortsteil Neuhaus-Josefstal nach ihm benannt.

 

 

Bei meiner Internetrecherche zu Franz Schmid bin ich noch auf diesen interessanten Artikel über die Matterhorn-Nordwand Erstbesteigung gestoßen:

http://www.general-anzeiger-bonn.de/themenarchiv/importfallback/ecealtsystem/Vermischtes-Schlaflos-auf-der-eisigen-Felsnadel-article255816.html

 

 

 

Ursula Höllerl Ursula Höllerl

Mitarbeiterin in der Gäste-Information Schliersee, aufgewachsen in Neuhaus und Miesbach. Mein Motto: "Ein Tag am Berg ist wie eine Woche Urlaub – egal ob im Sommer zum Wandern oder im Winter beim Schneewandern, Skifahren und Rodeln."