Der LSC Schliersee e. V. – ein außergewöhnlicher Schlierseer Sportclub

Wofür stehen die Buchstaben LSC wohl? Langlauf- und Ski-Club? Luftgewehr-Schützen-Club? ‒ Nein, LSC steht für Luft Sport Club. Das ist der Segelflugverein von Schliersee, den es schon seit über 65 Jahren gibt.

Bereits in den 1930er-Jahren gab es einen Vorläufer vom LSC in Schliersee, den Verein Flug- und Werbegruppe Schliersee, dessen Flugplatz das Michelbauerfeld zwischen Hausham und Schliersee war. Zu der Zeit wurden sogar Flüge von Schliersee nach München für 5 Mark pro Fluggast durchgeführt! Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Verein von den Nazis übernommen und schließlich aufgelöst.

1951 gründeten 14 Schlierseer, sieben Haushamer und sieben Bayrischzeller den Luftsportclub Schliersee e. V. Der kleine Verein mit rund 40 Mitgliedern ist bereits seit den 50er‑/60er‑Jahren auf dem Flugplatz in der Geitauer Mieseben bei Bayrischzell beheimatet. Die Wiese ist vom Bauern Storr schon seit Jahren an den Verein verpachtet.

Ganz groß werden Jugendarbeit und Flugausbildung betrieben; für Jugendliche ist die Flugausbildung mit Kosten von ca. 200,00 Euro pro Jahr sehr günstig und attraktiv. Schon mit 14 Jahren, bzw. abhängig von der Körpergröße, können Mädchen und Jungen mit der Flugausbildung beginnen und den Flugschein dann mit 16 Jahren erwerben. Derzeit sind einige Buben aus Hausham, Miesbach und Kreuth und ein Mädchen aus München dabei, in Geitau die Flugausbildung zu absolvieren. Die Jugendlichen fliegen mit Bleiplatten unterm Sitz, damit genügend Gewicht im Flugzeug ist.

Vier Vereinsmitglieder sind ehrenamtliche Flugausbilder; zudem wird der Segelflugsport engagiert und aktiv bei Wettbewerben ausgeübt (2. Bundesliga, der Verein ist unter den zehn Besten in Bayern). Der LSC besitzt selbst sechs Segelflugzeuge unterschiedlichster Bauart und unterschiedlichen Alters, mit denen auch Langstreckenflüge unternommen werden. Die Flugzeuge tragen so klangvolle Namen wie Spatz, Bergfalke, Discus, Libelle und Janus.

Eine gute körperliche Kondition ist für das sportliche Fliegen unabdingbar, egal, ob auf kurzen Strecken oder bei Langstreckenflügen. Während langer Flüge sind die Flüssigkeitszufuhr und auch die Nahrungsaufnahme sehr wichtig. Ähnlich wie beim Bergsteigen verhindert genügend Flüssigkeit Kopfschmerzen und Unwohlsein. Mir wurde erzählt, dass sogar Flüge bis 6.000 Metern Höhe durchgeführt werden, dann allerdings mit Sauerstoffmasken …

Da man der Sonne ein gutes Stück näher als auf der Erde und von der starken Sonneneinstrahlung nur durch eine Plexiglasscheibe geschützt ist, empfiehlt es sich, einen hohen Sonnenschutz und vor allem einen Sonnenhut und Sonnenbrille zu tragen. Ein kleiner Hinweis zu Langstreckenflügen, die schon einmal vier, fünf oder mehr Stunden dauern können: Mann/Frau fliegt mit Windel, da sich an Bord keine Möglichkeit für eine Toilette befindet …

Viele nützliche und informative Details – auch zu Gastflügen oder zum Gutscheinerwerb für einen Segelflug ‒ über das Segelfliegen allgemein und über den LSC Schliersee im Besonderen findet man auf der Homepage des Vereins: http://www.lsc-schliersee.de/. Am einfachsten ist es aber, an einem sonnigen Wochenende oder Feiertag einen Spaziergang zum Flugplatz Geitau zu machen und dort direkt mit den netten und unkomplizierten Segelfliegern reden. Vielleicht kann man ja gleich einen Gastflug machen, wer weiß?

Gerne bin ich der Einladung von Herbert Scholl, einem sehr passionierten und erfahrenen Segelflieger und 2. Vorstand vom LSC, gefolgt und nahm bei der erstbesten Gelegenheit die Möglichkeit wahr, einmal in einem Segelflugzeug mitzufliegen.

Das alles Entscheidende beim Segelfliegen ist gutes, sonniges Wetter. Ohne die wärmenden Sonnenstrahlen auf die schneefreien, umliegenden Berghänge gibt es keine aufsteigenden Winde ‒ und die sind für das Segelfliegen zwingend notwendig. Segelfliegen ist ein richtiger Schönwettersport, der auch nur tagsüber ausgeübt werden kann! Ohne Motor ausgestattet, fliegt das Flugzeug, fast völlig geräuschlos, alleine an- und aufgetrieben durch die Thermik. Am Flugplatz Geitau werden die Flugzeuge mithilfe einer Winde, die ein 800 Meter langes Schleppseil und das Flugzeug damit auf eine Höhe von 300 Meter zieht, gestartet.

Während meines Besuchs am Flugplatz waren zwei Flugzeuge, eine Janus mit 20 Metern Spannbreite und ein Bergfalke mit 15 Metern Spannbreite, im Einsatz. Beide Maschinen sind doppelsitzig, der Pilot sitzt vorne und der Mitflieger hinten. Trotz der aerodynamischen Schlankheit des Gerätes habe ich den Flugsitz erstaunlicherweise sehr bequem mit ausreichend viel Platz und Beinfreiheit empfunden. „Sitzt, passt und hat Luft.“

Nach der Startfreigabe hat es einen kleinen Ruck gegeben, als das Windenseil straff gespannt wurde, und in Nullkommanichts hob die Maschine, in meinem Fall ein fast 50-jähriger Bergfalke, ab, und schon befanden wir uns in luftiger Höhe. Das kleine Magenkribbeln, das ich beim Hochziehen verspürt habe, ist sehr schnell vergangen und einem wunderbaren Erleben der „Leichtigkeit“ des Segelfliegens gewichen. Herbert hat auf mich auch die 1,5-fache Schwerkraft wirken lassen, indem er kurz eine steile Linkskurve abwärts geflogen ist: Des hod mi ganz sche in mein Sitz neidruggd!

Segelfliegen vermittelt einem ein im wahrsten Sinne des Wortes erhebendes Gefühl. Ich habe Leichtigkeit, Glück, Staunen – am meisten vor der überwältigenden Natur, aber auch vor der Technik ‒ und große Freude empfunden. Obwohl an meinem Flugtag das Wetter sehr durchwachsen war und wir somit „nur“ ein paar Runden über dem Flugplatz geflogen sind ‒ ein kleiner Eindruck und Ausblick, wie gewaltig schön und beeindruckend ein Segelflug über die herrlichen, noch schneebedeckten Berge und das grüne Voralpenland ist, wurde mir vergönnt, und dafür bin ich sehr dankbar. Es war bestimmt nicht mein letzter Segelflug, und ich freue mich schon sehr auf den nächsten.

Und hier kommen noch viele schöne Bergbilder ‒ mit freundlicher Genehmigung von Herbert Scholl/LSC. Einfach anschauen, genießen und vielleicht sogar selber einmal erleben.

 

 

Ursula Höllerl

Mitarbeiterin in der Gäste-Information Schliersee, aufgewachsen in Neuhaus und Miesbach. Mein Motto: "Ein Tag am Berg ist wie eine Woche Urlaub – egal ob im Sommer zum Wandern oder im Winter beim Schneewandern, Skifahren und Rodeln."

 

 

 

Start in die Almsaison

Auf den Bergen liegt noch ‒ beziehungsweise wieder ‒ reichlich Schnee, und unten im Tal stehen erst seit Kurzem die Kühe und Kalbinnen auf den satten grünen Wiesen.

Dennoch kommen viele Leute bei uns in der Gäste-Information vorbei und fragen nach, ob schon Hütten/Almen geöffnet haben. Mit dem Start der Wandersaison im Mai ist dies eine der am meisten gestellten Fragen, die wir natürlich gerne beantworten.

Hier in der Schlierseer Region haben um diese Zeit – die Almsaison hat noch nicht begonnen – nur die Hütten auf, die zum Teil ganzjährig geöffnet haben. Bitte immer vor der Wanderung auf der Homepage der Hütte nachschauen, ob auch geöffnet ist, bzw. einfach dort anrufen (ohne Gewähr auf Vollständigkeit):

Mit Beginn der Almsaison, das heißt, wenn das Vieh auf die Almen aufgetrieben worden ist, öffnen weitere kleine Hütten. Der Almauftrieb findet meist von Mitte/Ende Mai bis Mitte Juni statt. Ein genaues Datum gibt es nicht, die Bauern treiben einzeln auf, je nach Vegetationszustand auf der Alm. Die Tiere verbringen dann den ganzen Sommer auf der Alm und werden gegen Mitte/Ende September bis Anfang/Mitte Oktober abgetrieben. Solange das Vieh auf der Alm ist, solange haben auch diese Almen/Hütten auf und bewirten mit einfachen Speisen, Brotzeiten, eventuell mit selbstgemachtem Kuchen oder manchmal auch nur mit Getränken die vorbeikommenden Wanderer und Mountainbiker. Einige Almen sind reine Hütealmen und bewirten überhaupt nicht.

Ohne Gewähr auf Vollständigkeit hier ein kurzer Überblick der nur während der Almsaison bewirtschafteten Almen in den Schlierseer Bergen:

  • Brecherspitz: Anklalm, Ehardalm, Freudenreichalm
  • Tufttal/Bodenschneid: Krainsbergeralm, Raineralm,
  • Jägerkamp: Jagabauernalm
  • Prinzenweg/Richtung Tegernsee: Kreuzbergalm

Nachdem Wandern die mit Abstand beliebteste Aktivität in den Oberbayerischen Alpen ist, hat das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten einen kleinen Ratgeber über das richtige Verhalten im Umgang mit Weidetieren auf der Alm herausgegeben. Sie können sich diese wichtige Informationsbroschüre hier als PDF herunterladen.

In der Gäste-Information Schliersee in der Vitalwelt, Perfallstr. 4, 83727 Schliersee, liegen zudem verschiedene Publikationen zu Hüttentouren und Wanderungen in unseren schönen Bergen aus. Ein paar sind kostenlos, andere sind kostenpflichtig.

Schauen Sie einfach bei uns vorbei, wir beraten Sie gerne und versorgen Sie mit wichtigen Informationen zu Ihren geplanten Unternehmungen. Wir freuen uns auf Sie und wünschen Ihnen schon jetzt schöne, erlebnisreiche Wandertage mit genussreichen Hüttenbesuchen.

 

Ursula Höllerl

Mitarbeiterin in der Gäste-Information Schliersee, aufgewachsen in Neuhaus und Miesbach. Mein Motto: "Ein Tag am Berg ist wie eine Woche Urlaub – egal ob im Sommer zum Wandern oder im Winter beim Schneewandern, Skifahren und Rodeln."

 

 

 

Frühlingserwachen 2017 – die Artenvielfalt Schliersees schützen

Wer sich in der Natur verständnisvoll und ruhig verhält, wird überrascht sein, was es in Schliersee und seinen Bergen noch zu entdecken gibt. Der Frühling 2017 zeigte sich besonders wechselhaft, der Februar feucht-stürmisch, wir hatten den wärmsten März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, an Ostern und Ende April brachte ein Kältesturz wieder Frost und Schneefälle ‒ ja, der Frühling in den Bergen zieht sich lange hin und stellt alles Leben auf eine langwierige Geduldsprobe.
Unaufhaltsam treibt es einen hinaus ins „Paradies Schliersee“, und immer wieder belohnt die Natur mit interessanten Naturbeobachtungen, aber auch in der Heimat werden sie immer seltener.

Steinadler, Grünspecht, Rotmilan, Bachstelze, Gämse, Graureiher, Wanderfalke, das Laichen der Grasfrösche, Wasseramsel und Gebirgsstelze, bunte Schmetterlinge ‒ Artenvielfalt in ihrer natürlichen Umgebung wahrnehmen zu dürfen, bedeutet pures Lebensglück. Der Artenreichtum der Natur ist ein großzügiges Geschenk und sichert unser Überleben. Doch wie gehen wir mit diesem Geschenk um?

Das Sterben der Arten in Bayern geht unaufhaltsam weiter. Eine freizeit-, sport- und konsumorientierte Gesellschaft bedrängt kostbare Naturlebensräume. Intensive Landwirtschaft und eine eigentlich gut gemeinte Energiewende vernichten täglich letzte Rückzugsgebiete der heimischen Flora und Fauna. Was nützt da ein Naturschutzgesetz, wenn es nicht konsequent eingehalten wird? Streng geschützte große Beutegreifer werden teilweise als Menschenfresser und Existenzgefährder gebrandmarkt, finden aber in Wirklichkeit aufgrund der vielen Straßen, Kulturlandschaften und Nutzflächen sowieso keinen ungestörten Lebensraum mehr. Was nützen freundliche Verhaltensregeln und Gebote, wenn sich nur wenige daran halten, weil wir Menschen uns zu weit von der Natur entfernt haben? Was können wir tun, um noch zu retten, was noch zu retten ist, und aus welchen Gründen gibt es im Landkreis Miesbach noch immer kein einziges

Naturschutzgebiet? Was unternimmt die bayerische Politik? Mit Ende des Zweiten Weltkriegs folgte die Zeit des Wirtschaftswunders und seither eine Politik des endlosen Wirtschaftswachstums auf Pump, eine Zeit der Spekulation und Überproduktivität, eine Politik der Butterberge und des Milchpreisverfalls, eine Politik der Massentierhaltung, der Gentechnik und der digitalisierten Landwirtschaft – doch wohin wird uns das bringen? Noch mehr, noch schneller, noch billiger, noch technisierter, noch verschwenderischer, noch naturvernichtender? Unsere moderne Hochleistungsgesellschaft investiert letztendlich Milliarden in die Zerstörung und Ausbeutung von Natur, dagegen steht für Natur- und Artenschutz nur ein verschwindend geringer Teil zur Verfügung, es sei denn, es ließe sich mit der Natur Geld verdienen.

Eine solche Welt ist mir immer mehr fremd geworden, seit vielen Jahren rette ich mich deshalb trostsuchend hinaus in die heimatliche Natur. Doch was ich dort finde, betrübt mich. Nur noch kleine Restbestände des einstigen massiven Vorkommens wilder Tiere und Pflanzen sind übrig geblieben, überall zunehmende Besiedelung, Hochleistungslandwirtschaft und Forstwirtschaft. Ich fühle mich auf Straßen und Wanderwege verbannt, der Mensch wurde zum Verbraucher, überall Privatbesitz, explodierende Gewerbe- und Produktionsflächen oder landwirtschaftlicher Stacheldrahtzaun, dahinter glückliche Hochleistungsrinder? Die Kinder wissen schon nicht mehr, wie schön es einmal gewesen ist, längst sind für sie bis zu fünfmal im Jahr gemähte und überdüngte Hochleistungswiesen und Monokulterfelder zur ganz normalen „intakten Natur“ geworden ‒ wie traurig.

Dabei ist es gewiss nicht meine Absicht, auf Mitmenschen zu schimpfen oder einseitig Schuld zuzuweisen, nein, im Gegenteil, denn wenn man genau hinsieht, lieben, suchen und brauchen wir alle die immer knapper werdenden Naturflächen – die Jäger, die Gleitschirmflieger, die Fischer, Vogelschützer, Landwirte, Forstwirte, Berg- und Nachtwanderer, Tourengeher, Hundefreunde, Almbauern, Hotel- und Gaststättenbetreiber, Skifahrer, Bergsteiger, Mountainbiker, Segelflieger, Paddelbootfahrer, Badegäste, Freunde ferngesteuerter Drohnen, wilde Camper, Anhänger von Wildwasserrafting, Feuerwerker, Lasershow- und Open-Air-Organisatoren, um nur einige zu nennen. Zwischenzeitlich haben wir Menschen selber kaum noch Platz für unser Zuviel an Gewerbe und Erholungssuche. Interessenskonflikte zwischen den unterschiedlichen Gruppen sind unausweichlich vorprogrammiert, doch das Artensterben geht unterdessen ungehindert weiter, Tiere und Pflanzen können sich nicht dagegen wehren, daran ändern auch die wenigen erfolgreichen Naturprojekte vieler Ehrenamtlicher nichts. Was können wir also tun?

Bitte helft alle mit, jeder einzelne wird gebraucht! Öffnet der Natur euer Herz und schärft eure Sinne für die Naturvielfalt, schont die Natur wo immer nur möglich, „leben und leben lassen“. Lasst uns miteinander reden und persönlich aktiv werden, lasst uns Kompromisse eingehen, um die Vielfalt der Tiere und Pflanzen zu erhalten und zu fördern, und lasst uns gemeinsam mehr geschütze Biotope schaffen für die inzwischen bereits zu 40% bedrohten Tier- und Pflanzenarten Bayerns!

Ach könnten doch alle Menschen die Notwendigkeit einer komplex vernetzten Artenvielfat mit eigenen Augen entdecken und verstehen, dann würden sie der Natur noch mehr Verständnis entgegenbringen, sie aufrichtig lieben und wertschätzen lernen, sich an ihrer Schönheit erfreuen, dann würden wir alle sie – ganz automatisch – besser schonen und schützen, ja, dann wäre es für mich perfekt – „für einen Moment das Glück Schliersee“.

Text+Video+Fotos: 05.05.2017 Helmut Jenne sen.

Bundesartenschutzverordnung – BartSchV
https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/bartschv_2005/gesamt.pdf

Bayr. Landesamt für Umwelt – „Rote Listen gefährdeter Tiere“:
https://www.lfu.bayern.de/natur/rote_liste_tiere/index.htm
Die erste Adresse im Landkreis Miesbach,  wenn es um Naturschutz geht:
LBV-Kreisgruppe Miesbach http://www.lbv-miesbach.de/start.html

LBV – Landesbund für Vogelschutz:
http://www.lbv.de/unsere-arbeit/tiere-pflanzen.html

Bund Naturschutz und Artenschutz:
https://www.bund-naturschutz.de/fileadmin/Bilder_und_Dokumente/Der_BUND_Naturschutz/Jahresbericht/BN_Jahresbericht_Extern_2015_d_Web2.pdf

 

Bundesamt für Naturschutz – „Naturvielfalt Bayern“
https://biologischevielfalt.bfn.de/23090.html
NABU – Rote Liste der Brutvögel

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/artenschutz/rote-listen/10221.html
Miesbacher Merkur – 22.09.2016 – „Rotwand als Naturschutzgebiet? Politisch nicht durchsetzbar“

https://www.merkur.de/lokales/region-miesbach/schliersee-ort29415/rotwand-naturschutzgebiet-verbaende-sind-skeptisch-6773748.html

 

Helmut Jenne

Auf seinen Streifzügen durch die Natur ist sein Fotoapparat ein ständiger Begleiter. Helmut Jenne, wohnhaft in Schliersee, ist Musiker und EDV-Fachmann, Fotokünstler und Naturliebhaber. Mit seinen Fotos dokumentiert er seine Erlebnisse auf sehr natur- und heimatverbundene Weise, und so entstehen - trotzdem weltoffen - tief empfundene Momente und Blicke auf Landschaften, Pflanzen und Tiere der Berg- und Seenwelt rund um Schliersee.

 

 

 

Paradies für Bergliebhaber – dem Himmel so nah! Eine Fotosafari …

Anfang Mai, Sonnenschein, blauer Himmel und ein paar Stunden Zeit …

Ich mache mich auf den Weg in die Berge, genauer gesagt auf den Taubenstein im Mangfallgebirge (Höhe 1.692 m). Kurz vor Spitzingsee biege ich links auf den Parkplatz an der Taubensteinbahn ab. Es ist mitten in der Woche und kaum ein Mensch unterwegs. Ich bin völlig allein in der Gondel und nutze die Fahrt, um meine Kamera vorzubereiten und die spektakuläre Aussicht zu bestaunen. Oben angekommen, finde ich mich im tiefsten Winter wieder und bereue es, keine Schneeschuhe mitgenommen zu haben.

Es ist einfach wunderschön! Ein perfekter Fernblick in die „blauen“ Berge rundherum und strahlend weißer Schnee, welcher das Licht der Sonne reflektiert und ein funkelndes Leuchten auf die frische Schneeoberfläche zaubert.

Hinter zwei Touristen aus München mache ich mich auf den Weg zum Gipfel. Gar kein leichtes Unterfangen, weil wir immer wieder bis zur Hüfte im Schnee versinken. So weit es geht, nutzen wir die Spuren unserer „Vorgänger“ …

Das nette Paar mit seinen zwei Hunden kehrt nach ein paar Höhenmetern wieder um, da sie den anstrengenden Abstieg fürchten. Ich laufe noch ein paar Kehren weiter und werde mit einem atemberaubenden Blick auf den Wendelstein und schließlich auch auf die steilen Felsen des Taubenstein belohnt. Weiter steige ich nun auch nicht mehr hinauf, da meine Ausrüstung hierfür nicht ausreichend ist. In den Bergen ist es unbedingt notwendig, keine unnötigen Risiken einzugehen und sich nicht zu überschätzen!

Wieder an der Bergstation angekommen, mache ich es mir in der Sonne gemütlich und gönne mir einen heißen Lumumba im Taubensteinstüberl. Es sind auch einige Tourenskifahrer da, die zu einer Almhütte abfahren. Und auch ein Mountainbiker macht sich auf den Weg bergab …

Wer die Bergwelt liebt und sich am Ausblick berauschen kann … und wer die Stille und Ruhe sucht, der ist hier genau richtig!

 

Alpenbahnen Spitzingsee GmbH
Spitzingseestraße 12
83727 Schliersee-Spitzingsee
Tel. +49 8026 9292230
info@alpenbahnen-spitzingsee.de

http://www.alpenbahnen-spitzingsee.de/sommer/sommer/

 

 

Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Wildkräuterspaziergang und Wiesen-Smoothies

Schön langsam fängt die Natur nach dem Winter wieder an zu wachsen. Es entstehen neue Triebe und Blüten …

Jetzt fängt die Zeit an, nach wilden Kräutern zu suchen, mit welchen wir unsere Mahlzeiten verfeinern können. Aber nicht nur zum Würzen eignen sie sich hervorragend, sie sind außerdem auch noch richtig gesund.

Da ich selbst nur über ein marginales „Kräuterwissen“ verfüge, habe ich mich entschlossen, bei einem Wildkräuterspaziergang mit Claudia Bernhardt mitzugehen. Sie ist eine Kräuterpädagogin BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung) und lehrt uns eine Menge neuer und wichtiger Dinge über die Kräuter, welche hier im Bayerischen Oberland wachsen. Es ist gar nicht so leicht, und man muss einiges beachten, um essbare von ungenießbaren oder gar giftigen Pflanzen zu unterscheiden.

  • Der Bärlauch z. B. hat einen Stiehl, ist an der Unterseite matt und riecht nach Knoblauch. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist die Mittelrippe, welche hörbar knackt, wenn man sie bricht. Bärlauch wächst im Moment, und es gibt einige giftige ähnliche Pflanzen, u. a. das Maiglöckchen.
  • Die Knoblauchsrauke ist eine gute Alternative bei einer Unverträglichkeit von Knoblauchsgewächsen. Sie ist mit unseren Kohlgewächsen verwandt und enthält Senföle.
  • Das Scharbockskraut ist nur bis zur Blüte essbar und ist ein hervorragender sowie köstlicher Vitamin-C-Lieferant.
  • Der Giersch hat einen dreikantigen Stängel, einen „Geißfuß“ unten sowie keine Härchen. Viele kennen ihn als Unkraut in ihren Gärten. Aber statt ihn herauszureißen, sollte man ihn lieber essen, weil er ein wirklich wohlschmeckendes Wildgemüse ist. Er erinnert ein bisschen an Petersilie und gekocht an Spinat.
  • Der Löwenzahn enthält Bitterstoffe. Er hat glatte Blätter. Die gelben Blüten können roh gegessen oder aber auch zu Sirup verarbeitet werden. Die jungen Blätter eignen sich hervorragend als Salat. Sogar die Wurzel kann genutzt werden. In den Nachkriegsjahren wurde aus ihr Ersatzkaffee hergestellt.
  • Das Wiesenschaumkraut und Gänseblümchen eignen sich sehr gut als essbare Deko.

Nachdem wir über einige der gerade wachsenden Kräuter aufgeklärt wurden und wir einiges an Blättern und Blüten gesammelt haben, wurde uns von Claudia gezeigt, wie man köstliche Wiesen-Smoothies zubereitet. Dazu kann man der Fantasie freien Lauf lassen. Wir haben als „Vorspeise“ einen Tomaten-Gurken-Smoothie mit Giersch und Kefir sowie Salz und Pfeffer gemixt. Anschließend gab es einen Löwenzahn-Vitamintrunk mit Joghurt, Honig, Orangen, Bananen, Äpfeln und etwas Apfelsaft.

Ich kann nur sagen, es war ein sehr lehrreicher, interessanter Spaziergang, und die Smoothies waren einfach toll! Und das Beste daran ist: Die Kräuter lassen sich alle rund um den Schliersee finden!

 

http://miesbacher-kraeuterpaedagogen.de/

Claudia Bernhardt
www.kräuterspaziergang.de
Tel.: 08026 2059182

 

Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Ein Schlemmerparadies – Sonntagsbrunch auf der Insel im Schliersee

Ich war schon oft auf der Insel im Schliersee und habe mich mit der Familie oder Freunden hier  zum Sonntagsbrunch getroffen. Allein schon die Überfahrt vom „Festland“ auf die Insel weckt in einem ein Stück Urlaubslaune. Das Schiff fährt um 11:00 Uhr am Steg vor der Vitalwelt ab und erreicht die Insel etwa 10 Minuten später. Dort angekommen geht es einen kurzen Weg die Anhöhe hinauf zum Wirtshaus, welches zum Bayerischen Hof in Miesbach gehört. Bei schönem Wetter kann man auf der großen Südterrasse mit Blick auf den See und die Berglandschaft Platz nehmen. Es gibt auch einen kleinen Aussichtsturm, von welchem man eine gute Sicht in alle Richtungen hat und mit ein bisschen Glück auch den ein oder anderen Wildvogel beobachten kann. Die urige Blockhütte auf der Wiese kann für private Veranstaltungen gemietet werden.

Für mich ging es heute statt um 11:00 Uhr bereits um 9:00 Uhr von Fischhausen aus mit dem wirtshauseigenen Boot Richtung Insel. Es war eine spannende Überfahrt im Aprilwetter mit viel Wind. Die Gischt spritzte durch die Luke ins Boot und wir haben uns in Decken gewickelt. Der Ausblick durch die Glasfront des Bootes war berauschend. Hier konnte ich bereits einen Teil des Teams der „Insel im Schliersee“ kennenlernen. Lauter hoch motivierte junge Menschen, denen man sofort anmerkt, dass sie mit Freude und Spaß dabei sind.

Ein eingespieltes Team, wo jeder seinen Part genau kennt und die Zusammenarbeit reibungslos verläuft. Bei Musik werden die Tische eingedeckt und die vielfältigen Speisen vorbereitet. Alles ist liebevoll und mit einem guten Blick für´s Detail dekoriert. Ein köstlicher Duft und die Farbenvielfalt der angebotenen Gerichte lassen mir das Wasser im Mund zusammen laufen. Die erfrischende Basilikum-Ingwer-Limonade steigert meine Vorfreude noch. Endlich ein Ruf: „Das Boot hat angelegt.“ Das Serviceteam versammelt sich zu einem Willkommenskomitee und begrüßt die Gäste mit einem Inselspritz mit Waldbeeren.

Lassen Sie sich von den Fotos Appetit machen und fahren Sie demnächst einfach auch mal auf die Insel im Schliersee. Mein über 80-jähriger Vater meinte vor seiner Abfahrt, dass es ein gelungener Tag war und der Schliersee trotz Aprilwetter immer eine Reise wert ist.

Insel im Schlierse
Insel Wörth 1
83727 Schliersee

Inselmanagerin: Evamaria Lehnert

Telefon: +49 (0)8026 9299588
Telefax: +49 (0)8026 9299587

E-Mail: insel@bayerischerhof-online.de
Internet: http://www.dieinselimschliersee.de/de/schlierseeinsel/

 

 

Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Schlierseer Schmiedehandwerk wie anno dazumal

Eine Szene wie im Märchen: eine düstere Schmiedewerkstatt, ein loderndes Feuer, glühendes Eisen, ein Schmiedehammer angetrieben von einem mächtigen Wasserrad im Wildbach. Die „Hammerschmiede Josef Geissler“ ist eine Schlierseer Institution.

Seit dem Jahre 1720 ist die Schmiede in der Aurachstraße im Ortsteil Josefstal angeblich schon in Betrieb, erzählt Josef Geissler, der Schmied mit dem einnehmenden Lächeln. Er scheint so gar nicht in seine Werkstatt zu passen, wo man irgendwie eher einen grummligen Gesellen mit rußverschmiertem Gesicht erwartet hätte.

Josef Geissler empfängt seine Kunden und Besucher voller Freude, schließlich liebt er seinen Beruf und ist stolz auf seine Arbeit. Vor rund 50 Jahren hat er die Werkstatt von seinem Firmpaten übernommen, der keinen Nachfolger fand. Geissler ist nämlich gar kein waschechter Schlierseer. Der gelernte Schlosser stammt ursprünglich aus der Nähe von Bad Aibling.

Für das Schmiedehandwerk zog er um nach Neuhaus, gründete eine Familie und schmiedete an seinem Glück – beruflich und privat. Hauptsächlich Werkzeuge und Gerätschaften für Forst, Landwirtschaft und Baugewerbe sind es, die unter seinen fachkundigen Händen entstehen. Früher waren es meist Großhändler, die ihre Ware beim Neuhauser Schmied bestellten. Aber auch Privatleute finden immer wieder den Weg zu Josef Geissler, um sich eine Axt oder einen Hammer fertigen zu lassen. Die Arbeit geht Josef Geissler trotz seiner 79 Jahre immer noch leicht von der Hand.

Das Schmieden eines „Sapie“ – also einer Art Haken, der beim Holzmachen zum Einsatz kommt – will er mir zeigen. Das Feuer wird dafür mit Schmiedekohle angeschürt. Anschließend werden die mächtigen, über hundert Jahre alten Hämmer angeworfen. „Momentan ist das Wasserrad kaputt, da werden die Geräte mit einem Notstromaggregat betrieben“, berichtet er, während er einen metallenen Rohling mit einer Zange in die Glut legt. Nach ein paar Minuten holt er ihn wieder heraus, nunmehr rotglühend und verdammt heiß. Unter den monotonen Schlägen eines Hammers formt sich allmählich der Kopf des „Sapies“. Rasch muss das gehen, denn das Eisen kühlt schnell ab. Anschließend wird es nochmal heiß gemacht und damit für den endgültigen Gebrauch gehärtet. Geissler montiert dann noch einen passenden Holzgriff und fertig ist das praktische Werkzeug: ein Gebrauchsgegenstand für die Ewigkeit. Dieser Meinung ist auch ein Kunde, der während meines Gesprächs mit Josef Geissler die Werkstatt betritt und mehrere Äxte in sein Auto packt. „I bin Stammkunde hier. Die Qualität kriagst nirgends mehr“, sagt er mit Nachdruck und fachsimpelt mit dem Schmied über dessen Ware.

Josef Geissler weiß natürlich, dass für ihn irgendwann Schluss ist mit der Arbeit. Wie es dann weitergeht? „Ich weiß nicht, den Kindern wird schon was einfallen“, sagt er achselzuckend und ein bisschen wehmütig. Aber so lange es noch geht, schmiedet er weiter, der Neuhauser „Ewigkeitsschmied“.

Hammerschmiede Josef Geissler
Aurachstraße 2
83727 Schliersee

 

 

Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

 

 

 

Fotoausflug mit Hunden in die Valepp

Trübes Wetter, sechs Grad Temperatur ‒ was kann man da unternehmen? Vielleicht in die Vitaltherme oder in ein Museum?

Als Hundeherrchen stellt sich die Frage nicht, natürlich geht es raus in die Natur, meinezwei Labradore wollen sich bewegen! Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung …

Wir fahren hinauf zum Spitzingsee und wollen uns von dort in die Valepp begeben. Meine Kamera ist sowieso immer dabei, damit ich, wenn sich ein schönes Motiv zeigt, nicht vor der Situation stehe: Hätte ich nur meine Kamera dabei!

Postkartenfotos werde ich heute wohl eher nicht hinbekommen; wolkenverhangene Berge und eine weitgehend graue Landschaft nach dem Winter sind da nicht die besten Voraussetzungen ‒ Zeit, ins Detail zu gehen. Bei genauem Hinsehen entdeckt man, wie die ersten Blütenstände vom Pestwurz aus der Erde kommen, das Gras streckt seine grünen Sprösslinge durch die verdorrten Überreste vom Vorjahr und vieles mehr.

Mit den Hunden habe ich ohnehin immer ein lebendiges Motiv dabei, und wenn die Natur nicht viele Farben zu bieten hat, dann mache ich eben grafisch interessante Schwarzweiß-Aufnahmen.

Meine Ausrüstung besteht heute aus der Canon EOS 5D Mark III und dem 50 mm 1,4 Normalobjektiv, also kein Zoom, kein Weitwinkel, kein Tele, einfach nur der Blickwinkel, der sich ungefähr unserem Auge bietet. Diese Reduktion auf das Wesentliche hat seinen eigenen fotografischen Reiz ‒ ich bin gezwungen, mir über den geeigneten Bildausschnitt mehr Gedanken zu machen und mich auch mal zu Fuß in die richtige Position zu begeben.

Die Ausrüstung spielt aber eigentlich gar keine so große Rolle, auch mit einfachen Kameras und mittlerweile sogar mit dem Handy lassen sich schöne Fotos machen. Wenn man den Blick auch mal von den plakativen Motiven weglenkt und sich genauer umsieht, kommen spannende Aufnahmen heraus, egal bei welchem Wetter.

Ich habe heute vorwiegend mit geöffneter Blende 1,4 bis 2,8 fotografiert. Man erhält so nur einen kleinen Bereich des Bildes, der wirklich scharf ist, lenkt aber den Blick auf das Wesentliche.

Wir begeben uns vom Parkplatz am Spitzingsee auf den Fußweg Richtung Valepp. Den Hunden ist das Wetter egal, es gibt viel zu schnuppern und zu erkunden. 200 Meter, nachdem wir an der Klausenhütte links abgebogen sind, öffnet sich vor den Augen die Valepp mit ihren Almen ‒ immer wieder ein imposanter Blick! Heute sieht man die Berge halt nicht so gut, wir verharren immer wieder und suchen nach Motiven im Kleinen. Das ist übrigens gelebte Entschleunigung, ich glaube, den meisten Wanderern entgeht so manches liebenswerte Detail, wenn sie nur schnell von A nach B hetzen.

Arnie und PeeWee, so heißen meine beiden Foxred-Labradore, entdecken die allerletzten Schneefelder und jagen durch den Firn ‒ Hunde lieben Schnee einfach! (Uns Menschen ist es langsam ganz recht, wenn der Winter vorbei ist.)

Wir biegen direkt da, wo die Abfahrt vom Roßkopf den Berg herunterkommt, links ab und folgen dem kleinen Bachlauf. In kleinen Kaskaden fließt er Richtung Valepp, vereinzelt sind da auch Gumpen zu finden. Die Hunde stürzen sich in die Fluten, ich warte lieber noch sechs bis acht Wochen, bis die Temperatur nicht mehr ganz so arktisch ist.

Die kleinen Wasserfälle lichte ich in zwei verschiedenen Belichtungszeiten ab, einmal ganz kurz mit 1/1000 sec. einmal lang mit ¼ sec. Mit der kurzen Belichtungszeit friere ich die Bewegung des Wassers ein, mit der langen entsteht ein milchiger Fluss ‒ da muss jeder selbst entscheiden, was ihm besser gefällt.

Normal bräuchte ich für die lange Belichtungszeit ein Stativ, moderne Kameras haben allerdings Bildstabilisatoren eingebaut, sodass man es bei ruhiger Hand noch einigermaßen hinbekommt. Sehen tut man es allerdings, unweigerlich wackelt man immer etwas, auch mit ruhigen Chirurgenhänden.

Eine alte Holzbrücke kreuzt unseren Weg, der Zahn der Zeit hat seine Geschichten in das Holz geschrieben ‒ schon wieder tolle Ansichten und etwas Zeit zum Verweilen.

Es lohnt sich auch, sich die über die Valepp verteilten Almhütten genauer anzusehen, hier entdeckt man so manches interessante „alpenländische“ Motiv.

Über die Wiesen geht es zur Albert-Link-Hütte. Wer mag, kann sich hier von der anstrengenden Fotografiererei erholen und sich stärken. Über die Teerstraße geht es dann wieder hinauf zum Spitzingsee, den wir nach zehn leichten Minuten bergauf wieder erreichen. Ich denke, ich habe einige ganz spannende Bilder im Kasten!

Es lohnt sich, nicht nur die Szenen abzulichten, die schon Tausende vor einem in mehr oder minder guter Qualität fotografiert haben, sondern gerade an Tagen mit Schmuddelwetter kann man, auch durch die weniger ausgeprägten Lichtkontraste, sein fotografisches Auge schulen.

Es lohnt sich übrigens genauso, die Fotos nicht in Rekordzeit durchzuklicken, sondern auch hier etwas zu verweilen und zu schauen 🙂

Zur Wanderung: Entfernung 3-4 km, leichtes Gelände, festes Schuhwerk empfehlenswert

Dauer: je nachdem, bei wie vielen Motiven man stehen bleibt, 45 Min. bis 1 ½ Stunden

Man kann den Weg an der Valepp auch bis zum Blecksteinhaus weitergehen und dann auf dem Rückweg auf den Wiesen am Fluss neben der Teerstraße nach weiteren Motiven Ausschau halten; die Route beträgt dann 5-6 km

 

 

Jens Pohl

Jens Pohl ist selbstständiger Tierarzt in der Kleintierpraxis Hausham. In seiner Freizeit ist er viel mit seinen beiden Foxred-Labradoren PeeWee und Arnie in der heimischen Natur unterwegs, die Kamera ist immer dabei. Er ist Mitglied im Tennisclub Schliersee, im Fischereiverein Schliersee und in der Skizunft Neuhaus. Viele seiner Bilder sind auf seinem Blog SEHSTÄRKE bei Facebook zu sehen.

 

 

 

Easter Markets and Ancient Traditions

We here in Schliersee just enjoyed a beautiful weekend to begin the German Easter vacation break.  Not only did we have spectacular weather to enjoy but Palm Sunday weekend also means we have colorful Easter markets to visit.

In Schliersee we had two lovely markets, chock full of delicious and creative items.  It is a wonderful feeling after a long cold winter to see the landscape dotted with color once more.  One Easter tradition you find in Germany is the Easter Tree. It is a symbol of new life.  You see trees in front of many homes decorated with colorful eggs. In many other homes people bring in fruit tree branches and put them in a vase to force the branches to bloom early, filling the house with color and life.  Colorful dyed or hand painted eggs are hung from these branches to give it the finishing touch.

Another ornamental tradition here in Schlieree is the “Palmbuschen or Palmbüscherl”. In Catholic American churches families get palm fronds or palm crosses which are part of Christian iconography symbolizing the palm branches that were waved at the triumphal entry of Jesus into Jerusalem. On Palmsamstag or the Saturday before Palm Sunday, in the afternoon adults, children and teenagers of the Catholic church make the Palmbüscherl using certain natural materials for protection and blessing. They bind them using branches of Cedar, Yew, Holly, Juniper and most traditionally Palm Willow or what we in the US call Pussy Willow. The Pussy Willow or Palm Willow is used in Europe instead of the Palm Frond. These little wand like Palmbuschen are intricate little tokens of devotion and are themselves works of art.

 

On Palmsonntag the Palmbüscherl are individually attached to long wooden poles and carried down the aisle of the  church in a solemn procession to be blessed. They are then taken home and placed either by the Easter Tree or in traditional catholic Bavarian homes, in the Herrgottswinkel. What is the Herrgottswinkel of a home you ask?  I had to look it up as well but definitely found it very interesting. The Herrgottswinkel is something you see in many old Bavarian farm houses, it is a corner in a room where a wooden carved crucifix is hung. It is almost like a shrine or an altar and it is here that the little Palmbuschen is placed.

If you are lucky enough to be in Schliersee for Easter Vacation next year you can find all these traditional holiday crafts as well as many others at the yearly markets held at Vitalwelt and St Joseph’s Church in Neuhaus.  My husband said the best part is always the homemade cakes.

https://magazin.schliersee.de/event/schlierseer-ostermarkt/

http://www.pv-schliersee.de/?q=josef/start

 

Laura Boston-Thek

American artist, photographer and professional wanderer who, after 20 years of roaming, put down roots in a 100 year old Bavarian farmhouse and fell in love with the Alpine village and its residents (both 2-legged and 4-legged).

 

 

 

Ostergenuss in Schliersee: Osterbrunch und Osterfrühstück

„Ostern, Ostern, Auferstehn.
Lind und leis‘ die Lüfte wehn.
Hell und froh die Glocken schallen:
Osterglück den Menschen allen!“

 Volksgut

Ostern naht, und damit stellt sich bei vielen die Frage, wie man den Ostersonntag am schönsten verbringen kann. Ob mit der Familie, zu zweit, mit Freunden oder alleine ‒ in Schliersee bieten sich verschiedenste Möglichkeiten für einen entspannten, friedvollen oder erlebnisreichen Tag. Jeder so, wie er es am liebsten mag …

Wir sind hier mit sehr vielen sehr guten Gaststätten gesegnet, in denen man ein hervorragendes Osterlamm oder andere österliche Spezialitäten genießen kann.

Ich möchte in diesem Jahr etwas früher in der Tageszeit beginnen und habe mich auf die Suche nach einem guten Osterfrühstück oder Osterbrunch gemacht. Dabei bin ich auf mehrere Möglichkeiten gestoßen:

Das Karma Bavaria bietet am Ostersonntag eine Ostereiersuche im Hotelgarten mit anschließendem Brunch an. Nach der Eiersuche gibt es einen Frühlingsaperitif in der Hotellobby und danach im hellen, einladenden Karmasee Restaurant allerlei Köstlichkeiten vom gebratenen Lamm bis hin zu thailändischen und asiatischen Spezialitäten. Hier findet sicherlich jeder, egal ob groß oder klein, für sich genau das Richtige.

Im gemütlichen Café Wildschütz Jennerwein bekommen Sie zusätzlich zum „herzhaften Wilderer-Frühstück“ oder dem „Fitness-Frühstück für schneidige Berggamsen“ ein gschmackiges Osterfrühstück. Auch für Kinder, Kasliebhaber und Liebespaare gibt es besondere Angebote. Das frisch gebackene Brot kommt aus der eigenen Backstube der Bäckerei Gritscher. Alles hier ist liebevoll gestaltet und dekoriert, sodass man gar nicht anders kann, als sich wohlzufühlen.

Im Konditorei-Café Mesner wird außer süßen Köstlichkeiten vom Schliersee auch ein ausgezeichnetes Frühstück mit sehr freundlicher Bedienung angeboten. Und an Ostern gibt es dazu noch einen selbstgebackenen Osterfladen. Das Café ist sowohl von außen als auch von innen wunderschön österlich geschmückt und strahlt eine angenehme Atmosphäre aus. Bei schönem Wetter kann man auf der großen Terrasse mit Blick auf den See sitzen und die ersten warmen Sonnenstrahlen genießen.

Aber man kann auch hoch hinaus und mit der Gondel auf die Schliersbergalm fahren. Wer gerne wandert, hat nach einem ausgiebigen Osterbrunch mit Lammhaxn, Kaninchenkeule, Räucherlachs und vielem mehr die Wahl zwischen mehreren Wanderwegen. Auch für Kinder ist hier oben einiges geboten, wie z. B. ein Spielplatz, Trampolinspringen, die Fahrt mit dem „Alpenroller“ oder mit der Sommerrodelbahn. Und die Aussicht auf den See ist einfach grandios!

Osterbrunch Schliersbergalm

 

Auf der Insel im Schliersee gibt es am 16. und 17. April einen Osterspezialbrunch. Dies ist ein ganz besonderes Erlebnis, da um 11:00 Uhr mit dem Schiff zur Insel übergesetzt wird und im Anschluss an den Brunch kann man noch eine Seerundfahrt genießen, bevor es wieder an Land geht. In der urigen, gemütlichen Gastwirtschaft gibt es allerlei Leckereien, wie z.B. eine Lammkeule und Osterschinken. Ein besonderes Highlight für die Kinder wird sicherlich die spannende Ostereiersuche.

 

Im Charivari in der Vitalwelt am Schliersee gibt es am Ostersonntag einen Osterbrunch. Hier kann man sich u.a. mit mediterranem Gemüse, Florentiner Spinatkäsespätzle, einem gebratenen Forellenfilet, und zur Nachspeise mit einer Eierlikör-Mascarponecreme verwöhnen lassen. Zur Freude der Kinder bekommt jedes Kind eine Osterüberraschung. Bei schönem Wetter lässt es sich wunderbar auf der Terrasse sitzen, von wo aus man direkt auf den Schliersee und die ihn umgebende Bergwelt blickt.

 

Egal, wie Sie sich entscheiden, ich wünsche Ihnen allen ein ganz wundervolles Osterfest!

 

Karma Bavaria
Kirchbichlweg 18
83727 Schliersee
Telefon:+49 8026 6080
Internet: https://karmagroup.com/find-destination/karma-resorts/karma-bavaria/de/#9L2Ru9WIgFgjOwmx.97

 

Café Wildschütz Jennerwein
Bahnhofstr. 11 a
83727 Schliersee
Telefon:+49 8026 9769376
Internet: http://cafe-jennerwein.de

 

Konditorei-Café Mesner
Florian Guggenbichler
Lautererstraße 2
83727 Schliersee
Telefon:+49 8026 64 36
Telefax:+49 8026 922720
E-Mail: cafe.mesner@t-online.de
Internet: https://www.bergmuehle-fischbachau.de/deutsch/caf%C3%A9-konditorei-mesner-schliersee/

 

Schliersbergalm Hotel und Gastronomie GmbH
Schliersbergalm
83727 Schliersee
Telefon:+49 8026 6722
Telefax:+49 8026 6685
E-Mail: hotel@schliersbergalm.com
Internet: http://www.schliersbergalm.de

 

Insel im Schliersee
Insel Wörth 1
83727 Schliersee
Telefon:+49 8026 9299588
Telefax:+49 8026 9299587
Email: insel@bayerischerhof-online.de
Internet: http://www.dieinselimschliersee.de/de/schlierseeinsel/

 

Charivari
Perfallstraße 4
83727 Schliersee
Telefon:+49 8026 9209022
Telefax:+49 8026 9299587
Email: info@charivari-schliersee.de
Internet: http://www.monte-mare.de/de/schliersee_charivari.html

 

 

Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.