Die Königsperchten in Schliersee 2026
Gestern waren die Königsperchten zu Besuch in Schliersee. Als ich am Markus Wasmeier Freilichtmuseum ankomme, ist der Parkplatz bereits fast voll. Ich muss lächeln, denn ich freue mich. Es ist einer dieser Abende, an denen man sofort spürt, dass hier etwas Besonderes passiert.
Der Schnee knirscht unter den Schuhen, alles ist weiß und es herrscht klirrende Kälte. Markus Wasmeier sagt lachend zu mir: „Ich fühle mich schon fast wie beim Weihnachtsmarkt!“ Und er hat recht. Ich schau auf den Hügel, oben leuchtet der Weihnachtsbaum und die Kinder sausen mit ihren Schlitten den Hang hinunter. Und das, obwohl das Freilichtmuseum eigentlich im Winterschlaf ist und nur heute für diese besondere Veranstaltung geöffnet hat. Lukas Wasmeier steht gemeinsam mit seiner Oma am Glühweinstand. Jeder Besucher wird mit einem freundlichen Lächeln bedient. Vroni und Monika machen frische Crêpes. Perfekt! Man merkt sofort, dass hier niemand einfach nur einen Job macht. Markus selbst ist mittendrin. Er begrüßt die Gäste und posiert für das ein oder andere Selfie. Auch viele der Mitarbeiter des Museums, die im Sommer als Hofbetreuer, in der Gastronomie, in der Verwaltung oder an der Kasse arbeiten, sind heute gekommen. Als es dunkel wird, beginnt das Singspiel. Der Stern sagt: „Was machen Menschen, wenn sie eine Sternschnuppe sehen? Sie wünschen sich etwas, weil in dem Moment der Himmel ein Stück näher ist.“ Für einen Augenblick ist es ruhig, fast andächtig. Rundherum stehen die Besucher, schauen ins Feuer, hören das Knacken und Knistern der Holzscheite.
Und dann passiert es. Plötzlich poltern die wilden Perchten mitten in den Kreis. Die lauten Glocken scheppern, Felle schwingen, Masken leuchten im Feuerschein und wilde Geräusche durchbrechen die Stille. Der Kontrast könnte größer kaum sein. Genau das macht den Reiz aus. Das Singspiel der Königsperchten zieht alle in seinen Bann. Die Heiligen Drei Könige singen und segnen das Haus. Danach stehen Familien, Paare, Freunde, Nachbarn und Urlauber noch zusammen, trinken Glühwein und lassen den Abend auf sich wirken.
Zum Schluss bleibt nur eines zu sagen: Danke. Danke liebe Königsperchten für den wunderschönen Abend! Aber Danke auch an Markus, Gitti, Lukas, Vroni und das gesamte Museums-Team, dass ich jedes Mal so herzlich bei euch empfangen werde. Unkompliziert, offen und liebevoll. Vielen Dank für die tolle Zusammenarbeit und für die vielen wunderbaren Bilder und Videos, die ihr mir mit dem Freilichtmuseum an sich und den vielen Veranstaltungen ermöglicht. Das ist grandios. Das Markus Wasmeier Freilichtmuseum ist eine riesige Bereicherung für Schliersee. Nicht nur an solchen besonderen Winterabenden, sondern das ganze Jahr über. Ich freu mich schon auf die Saisoneröffnung im Frühling.
Judith Weber
Heimatverliebt und reiselustig. Ich liebe Schliersee zu jeder Jahreszeit und bin immer auf der Suche nach neuen Blickwinkeln und Inspirationen. Mit einem Auge für das aktuelle Geschehen interessiere ich mich für alles, was in Schliersee los ist.
Die Königs-Perchten in Schliersee
Ich treffe Peter Franz und Dominikus Wegmann im Markus Wasmeier Freilichtmuseum, sie haben ihre Kostüme an. Neben ihnen steht Lukas Wasmeier, der sich auch schon sehr auf die Veranstaltung freut.
Am 5. Januar 2026 werden die Königs-Perchten auftreten. Lukas erzählt mir gleich, warum dieser Termin etwas Besonderes ist: Im Winter ist das Freilichtmuseum ja normalerweise nicht geöffnet. Nur für diese Veranstaltung werden die Tore aufgemacht, und das bei jedem Wetter. Der Eintritt ist frei! Einlass ist ab 16:00 Uhr. Alles spielt sich ausschließlich im Außenbereich ab. Die Höfe bleiben geschlossen, das Singspiel findet neben dem Gasthof zum Wofen statt.
Peter bringt sofort auf den Punkt, was die Königsperchten ausmacht: „Also wir sind eine Gruppe, wo sowohl Perchten auftreten, also das heidnische dargeboten wird, aber auch natürlich der christliche Aspekt der Heiligen Drei Könige.“ Seit gut 20 Jahren ist die Gruppe im Landkreis Miesbach unterwegs, und diesmal führt sie der Weg nach Schliersee ins Markus Wasmeier Freilichtmuseum.
Peter erzählt auch, wie breit die Darbietung aufgestellt ist, weil nicht nur Masken und Glocken sprechen: Es gibt zwei Erzähler, einen Trompeter und natürlich alte Dreikönigslieder. Dazu kommt die Figur der Frau Percht, die, wie er erklärt, zwei Gesichter hat, vorn die teuflische Maske und zugleich hinten die leuchtende Sonne, als Zeichen für das Gute und das Böse.
Wenn es dann ernst wird und die Glocken losdröhnen, beschreibt Dominikus seine Rolle mitten im Geschehen: „Wir sind mit den Perchten insgesamt sieben Leute und wir sorgen dafür, den Winter auszutreiben und werden behutsam aufgefangen vom Sternträger und den Heiligen Drei Königen.“
Für das leibliche Wohl ist durch das Team des Freilichtmuseums mit Glühwein, Punsch, Suppe und Crepes gesorgt. Ich freu mich schon! Vielleicht sehen wir uns?
Markus Wasmeier Freilichtmuseum
Brunnbichl 5
83727 Schliersee
5.Januar 2026 Einlass ab 16:00 Uhr
Start Singspiel um 17:15 Uhr

Judith Weber
Heimatverliebt und reiselustig. Ich liebe Schliersee zu jeder Jahreszeit und bin immer auf der Suche nach neuen Blickwinkeln und Inspirationen. Mit einem Auge für das aktuelle Geschehen interessiere ich mich für alles, was in Schliersee los ist.
Mystische Perchten auf der Jagahütt‘n am Spitzingsee
Am Sonntagnachmittag durfte ich ein besonderes Schauspiel erleben: Die „Penzberger Beaschd’n“ – eine rund 20-köpfige Gruppe von Perchten – besuchten die Jagahütt‘n im Skigebiet Spitzingsee. Bei stürmischem Wetter fuhr ich mit der Stümpflingsesselbahn nach oben, um dieses eindrucksvolle Ereignis mitzuerleben.
Vor der Jagahütt‘n loderte ein Feuer, um das sich die Penzberger Beaschd’n versammelten. Es wurde getanzt und sogar Feuer gespuckt, ein Spektakel, das ich so schnell nicht vergessen werde.
Böse Geister vertreiben
Von den Mitgliedern der Penzberger Beaschd’n habe ich etwas Faszinierendes über das alte Brauchtum gelernt: Sanfte Schläge mit der Rute sollen das Böse vertreiben und gleichzeitig Gesundheit bringen. Diese symbolische Geste passt wunderbar in die Adventszeit, in der Perchten traditionell die Wintersonnenwende einläuten. Es heißt, dass sie böse Geister vertreiben, und Glück und Segen bringen. Die Vielfalt der Masken und Figuren war beeindruckend: Neben den klassischen „Schiachen“ und „Schönen“ begeisterten die Penzberger Beaschd’n mit besonderen Gestalten wie den Bergmandln und den Mooskoppen. Im Mittelpunkt stand Frau Perchta, die mit ihren zwei Gesichtern das Gute und das Böse vereint.
Die Stimmung war entspannt und herzlich, und selbst den Kindern wurde mit der Erklärung des Brauchtums die Furcht genommen. Zum Abschluss posierten die Perchten für Selfies, und alle – ich eingeschlossen – waren begeistert von der einzigartigen Atmosphäre. Ein großes Dankeschön an die Alpenbahnen Spitzingsee und die Penzberger Beaschd’n für diese unvergessliche Darbietung.
https://www.penzberger-beaschdn.de/
Lust auf Skifahren?
Die Schneeverhältnisse im Skigebiet Spitzingsee sind top – egal, ob du lieber Ski fährst oder snowboardest. Inzwischen sind fast alle Lifte in Betrieb. Aktuelle Informationen zu den Öffnungszeiten und Angeboten der Alpenbahnen Spitzingsee findest du unter www.alpenbahnen-spitzingsee.de.
Auch die Rodelbahn von der Oberen First ist voraussichtlich ab dem 25. Dezember 2024 geöffnet. Aktuelle Informationen findest du tagesaktuell unter mondscheinrodeln.de – Rodeln am Spitzingsee. Besonders cool: Die 2,5 Kilometer lange Rodelstrecke ist täglich bis 22:30 Uhr beleuchtet, und die Obere Firstalm hat täglich bis 22:00 Uhr geöffnet (am 23. und 24. Dezember 2024 bleibt sie geschlossen).







