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Mit dem Rollstuhl barrierefrei durch die Vitalwelt

Till Raab aus Creglingen ist durch einen Arbeitsunfall vor 12 Jahren auf den Rollstuhl angewiesen. Seit der Eröffnung der Vitalwelt vor etwa elf Jahren ist er regelmäßig mehrmals im Jahr zur Reha im OsteoZentrum und trainiert dann gleichzeitig auch immer fleißig im Medius bei uns in Schliersee.

 

 

Als mir unser Kuramtsleiter Mathias Schrön von der neuen Zertifizierung durch Bayern Tourismus „Reisen für Alle“ (auf Barrierefreiheit geprüft) der Vitalwelt erzählte, kam mir sofort Till in den Kopf. Ich hatte ihn vor ein paar Jahren beim Training im Medius kennengelernt. Seine Verbundenheit zum Sport, trotz oder gerade eben wegen seines Handicaps, hat mich gleich fasziniert. Till ist sportlich sehr aktiv. Wer Glück hat, kann ihn mit dem Rollstuhl auf dem SUP auf dem Schliersee beobachten.

Im Winter ist er beim Skifahren und im Sommer bei Veranstaltungen wie dem „Wings For Life Worldrun“ in München. Auf die Feststellung von mir, dass er offensichtlich sportlicher unterwegs ist als die meisten Menschen, die ich kenne, sagt er: „Ich mach halt das, was möglich ist!“ Er möchte diese positive Einstellung, dass man immer etwas machen kann, gerne weitergeben, was mich sehr inspiriert. Um herauszufinden, was eine solche Zertifizierung eines Gebäudes wirklich für die Betroffenen bedeutet, habe ich mich mit Till in der Vitalwelt verabredet, und wir sind zusammen durchs Haus gezogen. Till schätzt ganz besonders den Parkplatz für Menschen mit Handicap, der direkt vor dem Eingang der Vitalwelt liegt. Ich selber habe den Parkplatz noch nie richtig wahrgenommen.

Für Till erleichtert er den Besuch in der Vitalwelt enorm. Die etwas schwereren Brandschutztüren überall in der Vitalwelt sind für den Rollstuhlfahrer nicht optimal, aber stellen für den sportlichen Till kein Problem dar. Da die Vitalwelt über mehrere Etagen verfügt, sind die Aufzüge, die es zu jeder Ebene gibt, unverzichtbar. Der eine Aufzug führt ins Schwimmbad und die Sauna und der andere hoch zur Gäste-Information, zum Restaurant Charivari mit Sonnenterasse und zum Forum, einem Veranstaltungsraum, und runter zur See-Ebene zum Kurpark, wo sich auch das OsteoZentrum und das Medius befinden. Rollstuhlgerechte Toiletten auf jeder Ebene erleichtern dem Rollstuhlfahrer das Leben und sind auch nicht überall selbstverständlich, also ein großes Plus für die Vitalwelt. Wenn Till auf Reha in Schliersee ist, freut er sich besonders, wenn er seine „Geh-Übungen“ ganz früh am Morgen, direkt am Schliersee, im menschenleeren Kurpark machen kann. Die Lage der Vitalwelt ist einfach ein besonderes Zuckerl. Auch im Kurpark kann man sich mit dem Rollstuhl wunderbar barrierefrei bewegen.

 

 

Wer Näheres über die Zertifizierung lesen möchte, findet Informationen in einem Artikel von meiner Kollegin und Gäste-Informationsmitarbeiterin Uschi Höllerl -> https://magazin.schliersee.de/barrierefreiheit-in-schliersee/

 

Vielen lieben Dank Till! Bis bald bei uns in Schliersee.

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Barrierefreiheit in Schliersee

Vor eineinhalb Jahren durfte ich schon einmal einen Artikel zur Barrierefreiheit in Schliersee schreiben. (https://magazin.schliersee.de/barrierefrei-in-schliersee/)

   

In der Zwischenzeit hat sich viel getan und so sind wir hier in der Vitalwelt Schliersee besonders stolz darauf, dass seit letztem Jahr das monte mare Schliersee und das Restaurant Charivari auf Barrierefreiheit geprüft und zu teilweise barrierefrei für Rollstuhlfahrer bzw. zu teilweise barrierefrei für Menschen mit Gehbehinderung erfolgreich zertifiziert wurden. Beide Betriebe dürfen die entsprechenden Urkunden und die dazugehörigen Piktogramme bis einschließlich August 2021 führen.

 

Die Gäste-Information Schliersee hat ihr Angebot an Hilfsmitteln zur Barrierefreiheit ebenfalls erweitert, und so sind seit Neuestem auch Lesebrillen in den Sehstärken 1,5 / 2,0 / 2,5 und 3,0 Dioptrien für Kurzsichtige zum Ausleihen in der Gäste-Information verfügbar (gegen Kaution). Seit ein paar Jahren schon stehen ein Rollstuhl und ein Standardrollator für unsere Urlaubsgäste zum Ausleihen (gegen Kaution) in der Gäste-Information bereit. Hier bitten wir vorher um telefonische Anfrage und Reservierung (Tel. 08026/60650).

 

Die angefügten Bilder sind der aktualisierten Alpenregion-Tegernsee-Schliersee Broschüre „Reisen für Alle“ entnommen und stellen einige Beispiele für die einzelnen Kategorien (http://barrierefrei.tegernsee-schliersee.de/) dar.

Die Gäste-Information Schliersee, der Wanderweg um den Spitzingsee (teilweise für Rollstuhlfahrer barrierefrei) und der Wanderweg um den Schliersee sind nach den Kriterien der bundesweiten Kennzeichnung „Reisen für Alle“ in Bezug auf „Barrierefreiheit geprüft“ bzw. „Information zu Barrierefreiheit“ eingestuft und berechtigt, bis Mai 2019, Oktober 2019 bzw. Juni 2019 die Auszeichnung „Barrierefreiheit geprüft“ sowie die dazu gehörigen Piktogramme zu führen und vertragsgemäß zu nutzen. Die Rezertifizierung für weitere drei Jahre ist für alle drei barrierefreien Angebote bereits beantragt.

 

 

Fazit: Auch für Reisende mit eingeschränkter Mobilität ist die Alpenregion Tegernsee-Schliersee ein lohnendes und attraktives Reiseziel mit vielfältigen zertifizierten Angeboten und Betrieben.

 

 

Ursula Höllerl Ursula Höllerl

Mitarbeiterin in der Gäste-Information Schliersee, aufgewachsen in Neuhaus und Miesbach. Mein Motto: "Ein Tag am Berg ist wie eine Woche Urlaub – egal ob im Sommer zum Wandern oder im Winter beim Schneewandern, Skifahren und Rodeln."

 

 

 

Barrierefrei in Schliersee

Passend zu der neuen Internetseite über barrierefreies Reisen in der Alpenregion Tegernsee-Schliersee (http://barrierefrei.tegernsee-schliersee.de/) haben wir Mitte September Besuch von einer vierköpfigen Reisegruppe aus England bekommen, bei denen die Besonderheit war, dass auch eine Rollstuhlfahrerin – Debbie North – mitgereist ist.

Die anderen Teilnehmer der siebentägigen Autoreise (mit Zwischenübernachtungen in Heidelberg bzw. Rothenburg ob der Tauber) waren Gina Bradbury Fox (Schwester von Julia Bradbury, bekannte britische Reisejournalistin), Holly Brega und der Ehemann von Debbie Andy North. Sie haben diese Reise unternommen, um auf der in England sehr bekannten Internet-Reiseseite http://theoutdoorguide.co.uk/ unter der eigenständigen Rubrik http://theoutdoorguide.co.uk/walks/wheelchair-friendly-walks/ einen Beitrag über eine rollstuhlfreundliche Reise in die Oberbayerischen Alpen zu veröffentlichen (noch nicht online, bitte zu einem späteren Zeitpunkt noch mal nachschauen).

Untergebracht war die Gruppe in Bad Wiessee bei Concordia Ferienwohnungen (http://barrierefrei.tegernsee-schliersee.de/uebernachten/ferienwohnungen-concordia ).

Ich hatte das große Vergnügen, die vier sehr freundlichen, aufgeschlossenen und an allem interessierten Engländer einen Vormittag lang zu begleiten und ihnen Schliersee sowie einen Teil seiner barrierefreien Gebäude und Anlagen zu zeigen.

Wir haben unsere Tour mit einem sehr kurzweiligen Spaziergang bei bestem Herbstwetter durch den Kurpark begonnen, vorbei am Kräutergarten und dem „Garten der Sinne“ (Riechen und Tasten, mit Informationsschildern in Brailleschrift) bis knapp vor das Freudenberg Natureisstadion und zurück. Der sehr geländegängige elektrische Rollstuhl von Debbie meisterte problemlos die unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten (Pflaster, Teer, Beton und Schotterweg). Auf dem Rückweg machten wir eine kleine Kaffeepause im Café Milchhäusl – Debbie benutzte den kleinen Weg durch den Garten links von den Stufen zur Terrasse, der nur eine ganz kleine Stufe am Anfang hat und somit kein Hindernis für sie darstellte.

Weiter ging es in der Vitalwelt: Nach einer kurzen Vorstellung der Gäste-Information Schliersee (Örtlichkeit, Aufgaben und Informationsmaterial in englischer Sprache) sind wir mit dem rollstuhl- und kinderwagentauglichen Lift gefahren, haben uns das Schwimmbad monte mare, das über eine Hebevorrichtung für gelähmte Personen verfügt, zeigen lassen, besichtigten eines der behindertengerechten WCs und haben uns die mit einem Rollstuhl unterfahrbaren Tische im Restaurant Charivari angesehen.

 

 

Den Abschluss der Tour im Gemeindegebiet Schliersee bildete ein Besuch bei der Slyrs Whiskydestillerie und der Slyrs Lunchery in Neuhaus: Wir haben die self-guided tour durch die Schaudestille gemacht; die Informationstafeln dort sind auf Deutsch sowie Englisch und in der richtigen Lesehöhe für Rollstuhlfahrer angebracht. Zum Teil über Rampen sind die verschiedenen Räume für Rollstuhlfahrer problemlos erreichbar. Nach einer kleinen Whiskyverkostung ging es mit einem Lift, der geräumig genug ist für einen Rollstuhlfahrer mit einer Begleitperson, in den ersten Stock zur Lunchery. Auf der geräumigen und eben gepflasterten Terrasse haben wir noch einen Kaffee und den Ausblick zum Wendelstein, dem nächsten Ziel der kleinen Reisegruppe, genossen.

Noch eine allgemeine Information: Die Gäste-Information Schliersee, der Wanderweg um den Spitzingsee (teilweise für Rollstuhlfahrer barrierefrei) und der Wanderweg um den Schliersee sind nach den Kriterien der bundesweiten Kennzeichnung „Reisen für Alle“ als „Barrierefreiheit geprüft“ bzw. „Information zu Barrierefreiheit“ eingestuft und berechtigt, bis Mai 2019, Oktober 2019 bzw. Juni 2019 die Auszeichnung „Barrierefreiheit geprüft“ sowie die dazugehörigen Piktogramme zu führen und vertragsgemäß zu nutzen.

 

 

Fazit: Auch für Reisende mit eingeschränkter Mobilität ist die Alpenregion Tegernsee-Schliersee ein lohnendes und attraktives Reiseziel.

 

Den Bericht der englischen Reisegruppe finden Sie hier.

 

 

Ursula Höllerl Ursula Höllerl

Mitarbeiterin in der Gäste-Information Schliersee, aufgewachsen in Neuhaus und Miesbach. Mein Motto: "Ein Tag am Berg ist wie eine Woche Urlaub – egal ob im Sommer zum Wandern oder im Winter beim Schneewandern, Skifahren und Rodeln."

 

 

 

Rollstuhlwanderung rund um den Schliersee

Es funktioniert: mit dem Schiebe- oder Elektro-Rollstuhl rund um den idyllischen Schliersee fahren und die Natur genießen mit der noch vom Schnee überzuckerten Brecherspitz, Jägerkamp und dem Wendelstein im Hintergrund …

FullSizeRender-33Letztes Wochenende hatte ich das Vergnügen, ein Ehepaar ein Stück am Schliersee entlang zu begleiten. Eigentlich waren sie sogar zu dritt. Der Hund hatte es sich zu Füßen des Ehemanns auf dem Trittbrett des E-Rollis bequem gemacht. Die drei haben ihren Urlaub hier verbracht und dabei den Seerundweg mit einer Länge von 7,7 km ins Herz geschlossen. Es gibt hier einiges zu entdecken: Der Frühling hat begonnen, und die ersten Schlüsselblumen und Buschwindröschen sprießen aus dem Waldboden am Rand des Weges und der kleinen Bachläufe am Westufer. Wer möchte, könnte direkt am Weg jungen Bärlauch pflücken – aber bitte nicht mit den giftigen Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen verwechseln! Ein Marterl (Heiligenstock) am Wegesrand und vieles mehr …

 

 

Aber fangen wir am besten damit an, wie man hinkommt:

Der Schliersee ist sowohl mit dem Auto als auch mit der BOB (Bayerische Oberlandbahn) erreichbar. Der Bahnhof in Schliersee ist barrierefrei. Mit dem Auto ist es am einfachsten, den Parkplatz vor dem Campingplatz zu nutzen (am Ortsanfang über den Bahnübergang rechts, der Campingplatz ist ausgeschildert), da man dann direkt am Seeweg starten kann. Es gibt natürlich auch andere ausgeschilderte Parkplätze, zum Beispiel an der Vitalwelt oder am Bahnhof. An beiden Stellen sind auch Behindertentoiletten zu finden. Um den See ganz zu umrunden, sollte man ca. zwei Stunden einplanen, wenn man gemütlich unterwegs sein und auch ein paar Erinnerungsfotos machen will.

FullSizeRender-37Wenn man am Campingplatz startet, geht es zunächst am Westufer entlang der eingleisigen Bahnstrecke Richtung Fischhausen. Keine Angst, die BOB fährt nur einmal stündlich immer mal wieder fröhlich hupend Richtung Miesbach und Richtung Bayrischzell. Auf dem Weg findet sich auch die Rixner Alm, welche mit dem Rollstuhl gut erreichbar ist und einen wunderschönen Blick auf den See mit der Insel Wörth bei einem selbst gebackenen Stück Kuchen oder einer guten bayerischen Brotzeit erlaubt. Weiter geht es an romantischen Bootshäuschen entlang, und dann ist man schon am Ostufer. Wer nicht an der Straße entlang in den Ort hineinfahren möchte, der fährt einfach wieder am Westufer zurück. Auch in Schliersee kann der Rollstuhlfahrer barrierefrei bis in den Kurpark mit aufblühenden Beeten, Enten und Schwänen fahren. Wer möchte, kann beispielsweise auf dem Weg dorthin im Hofhaus am See einkehren und ein Helles bei einem guten Essen mit Blick auf den See und Bergpanorama genießen. Der Seerundweg führt quasi direkt durch den Biergarten. Auch eine Schifferlfahrt ist für Rollstuhlfahrer möglich. Dazu sollte man am Bootshaus/Kiosk am See gegenüber der Vitalwelt Bescheid geben, damit tatkräftige „Hebe-Helfer“ zusätzlich zum Kapitän zur Stelle sind (Schlierseeschifffahrt, Tel.: 08026-9255658).

FullSizeRender-32Für E-Rollis ist der gesamte Rundweg sehr gut befahrbar. Mit dem Schieberollstuhl sind ca. 60 Höhenmeter zu überwinden, was durchaus zu einem Aufbau der Armmuskulatur sowohl beim Fahrer/der Fahrerin als auch bei der möglichst kräftigen, schiebenden Begleitperson führen kann. Stärkere Steigungen wie zum Beispiel nach dem Waldstück können auch umfahren werden. Es gibt einen Scooter-Verleih in Hausham (reha team Oberland, Tel.: 08026-91650).

 

 

Das Ehepaar mit Hund war jedenfalls begeistert von den vielfältigen Möglichkeiten, die sich hier bieten, und will unbedingt bald wiederkommen.

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.