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Bierkultur Markus Wasmeier Freilichtmuseum

Bier ist bei uns in Bayern einfach mehr als nur ein Getränk. Es ist ein echtes Kulturgut. Im Markus Wasmeier Freilichtmuseum in Schliersee kannst du diese Tradition hautnah erleben. Hier wird in der historischen Schöpfbrauerei noch heute Bier wie vor 300 Jahren gebraut, unfiltriert, mit langen Lagerzeiten und natürlich mit echter Handarbeit.

Picherfest im April

Ich war im April beim Picherfest dabei und durfte miterleben, wie die großen Holzfässer wieder neu „gepicht“ wurden. Dabei wird das alte Pech im Inneren der Fässer sorgfältig ausgebrannt, bevor sie frisch mit heißem Pech ausgekleidet werden. Diese Arbeit ist anstrengend, schweißtreibend und gleichzeitig faszinierend. Besonders schön: Markus Wasmeier und sein Sohn Lukas packten beim Pichen tatkräftig mit an und zeigten, dass hier echte Leidenschaft für altes Handwerk gelebt wird.
Es gibt heute nur noch wenige Brauereien, die überhaupt noch mit Holzfässern arbeiten, und noch weniger, die sie selbst abdichten. Für mich war es beeindruckend zu sehen, wie viel Wissen und handwerkliches Geschick dafür nötig sind.

Selbst Bier brauen wie vor 300 Jahren

Auch in der alten Schöpfbrauerei spürst du auf Schritt und Tritt die Geschichte. Hier wird Bier wie früher gebraut, über offenem Feuer, mit schweren Holzbottichen und viel körperlichem Einsatz. Museumsbraumeister Olaf Krüger nimmt dich mit auf eine Reise in die Vergangenheit und zeigt dir anschaulich, wie aufwendig das Brauen damals war. Besonders spannend: Du kannst bei einem Brautag selbst mit anpacken und erleben, wie aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe ein kräftiges, unverwechselbares Bier entsteht.

Während eines Brautags begleitet dich Olaf Krüger durch alle Schritte vom Einmaischen bis zur Würzekühlung. Neben vielen spannenden Aufgaben gehören auch ein Weißwurstfrühstück, ein gemeinsames Mittagessen und ein Diplom zum Programm. Nach sechs bis acht Wochen kannst du dein selbstgebrautes Bier sogar abholen oder bestellen.

Und natürlich darf am Ende die Belohnung nicht fehlen: Im Wirtshaus „Zum Wofen“ genießt du das frisch gebraute Museumsbier direkt vom Fass.

Alle Informationen zu Terminen und Anmeldung findest du unter: www.wasmeier.de

Judith Musterfrau

Judith Weber

Heimatverliebt und reiselustig. Ich liebe Schliersee zu jeder Jahreszeit und bin immer auf der Suche nach neuen Blickwinkeln und Inspirationen. Mit einem Auge für das aktuelle Geschehen interessiere ich mich für alles, was in Schliersee los ist.

Saisonstart im Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee

Am 01.04.2017 ist es wieder so weit: Das Markus Wasmeier Freilichtmuseum öffnet seine Pforten!

Heutzutage spricht man überall von Achtsamkeit und Entschleunigung. Im Zeitalter von Handys, Pokemon und Co. ist es ein ganz ungewohntes Gefühl, in eine Welt wie vor mehreren Jahrhunderten einzutreten. Kaum lasse ich den Kassenbereich hinter mir, öffnet sich mir die Pforte zu einem Landleben, wie es vor ca. 300 Jahren einmal war. Damals war nicht alles besser, beileibe nicht, viele der alltäglichen Verrichtungen waren mit großen Mühen verbunden. Der Bauer mähte die Wiesen mit der Sense, das Heu wurde von Hand mit dem Rechen zusammengetragen und gewendet oder auf Heumanderln zum Trockenen aufgehängt. Die geschorene Wolle wurde gesäubert, gewaschen, kardiert und am Schluss zu Garn gesponnen, mit welchem die Leiberln gestrickt werden konnten. Das war eine Aufgabe der Frauen und Kinder. Man konnte nicht einfach in den nächsten Supermarkt gehen und sich, worauf man auch immer man gerade Appetit hat, kaufen. Es gab nur das, was angebaut wurde, und das Fleisch der Tiere, welche sich der Bauer hielt. Die Männer arbeiteten hart auf dem Feld und im Holz, während die Frauen sich um den Haushalt und Gemüsegarten kümmerten und viel Zeit in der Rauchkuchl verbrachten, da sie das offene Feuer, auf dem in großen Kesseln gekocht wurde, nicht ausgehen lassen durften. All dies und noch viel mehr kann im altbayerischen Dorf entdeckt werden.

In der historischen Schöpfbrauerei wird unter der Aufsicht von Olaf Bier wie vor 500 Jahren gebraut. Wenn Sie einen der Bierbraukurse besuchen, können Sie sich selbst zum „Braugehilfen“ ausbilden lassen. Es ist anstrengend, aber es macht in der Gruppe einen Riesenspaß, und am Schluss dürfen Sie Ihrem Bier einen Namen geben.

Außerdem kann man den Hofbetreuern bei den täglich anfallenden Arbeiten zusehen, wie z. B. dem Schüren von Feuer, Filzen, Buttern, Ausmisten des Stalls. Ja, natürlich gibt es auch einen Stall für die Enten, Gänse, Hühner und Schafe, welche frei zwischen den Häusern oder auf den umliegenden Wiesen herumlaufen. Je nach Jahreszeit gibt es auch Kühe und Bergziegen und nicht zu vergessen die Bienen in einem wunderschön von Günther Wasmeier angemalten Bienenhaus.

Alte Handwerksberufe wie das Schreinerhandwerk, das Schnapsbrennen, die Schusterei, das Schindelmachen oder das Weben werden gezeigt. Bitte schauen Sie hierzu im Veranstaltungsprogramm nach, an welchen Tagen es welche Veranstaltungen gibt.

 

Ein paar der vielen Highlights möchte ich ganz besonders hervorheben:

Außerdem gibt es natürlich Museums- und Kräuterführungen sowie jeden 1. Sonntag im Monat das unvergleichliche Develey-Weißwurstfrühstück.

Um noch mal aufs Entschleunigen zurückzukommen: Nutzen Sie die Zeit und setzen sich auf eine der vielen behaglichen Bänke rund um die Höfe oder auf die Wiese und genießen einfach mal den Ausblick auf die Berge und die Ruhe ohne Verkehrslärm, Handy, Radio etc. Für mich ist die Zeit hier immer wie „Balsam für die Seele“.

Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee
Brunnbichl 5
D-83727 Schliersee/Neuhaus
Telefon: +49 (0) 8026 – 92922-0
Telefax: +49 (0) 8026 – 92922-29
E-Mail: office@wasmeier.de

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag
von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Montag Ruhetag (außer an Feiertagen)
1. April bis zum ersten Sonntag im November

Übrigens: Mit der neuen elektronischen Gästekarte haben sie im April und Mai 2017 freien Eintritt ins Markus Wasmeier Freilichtmuseum. 

 

[tourim-redakteur]