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Tradition und hoher Besuch bei der Almkirta in der Valepp

Heuer war ich zum ersten Mal bei der Almkirta der Maria-Hilf-Kapelle in der Valepp dabei. In der Früh bin ich zu Fuß vom Spitzingsee in rund eineinhalb Stunden die Straße hinunter bis zum Forsthaus Valepp gelaufen. Schon seit 1841 wird die Almkirta hier oben in der Valepp in Schliersee gefeiert. Es ist eine lebendige Tradition, die jedes Jahr Menschen zusammenbringt – von Tegernseer wie auch von Schlierseer Seite.

Hoffnung und Frieden

Der Tag begann mit der Feldmesse vor der Kapelle, gestaltet von Monsignore Pfarrer Walter Waldschütz aus Tegernsee, Diakon Alois Winderl aus Schliersee und Pastoralreferentin Maria Thanbichler. Der Oberacher Dreigesang untermalte die Feier musikalisch mit festlichem Gesang, und die traditionelle Kräuterweihe mit liebevoll gebundenen Sträußen verlieh dem Gottesdienst eine feierliche Note. Besonders schön waren die Fürbitten von Johannes Rabl. Er wünschte den Almbauern, Landwirten und Forstarbeitern ein starkes Herz, damit sie die Schönheit dieser Almwiesen und Berge bewahren können. Uns allen gab er den Wunsch nach einem liebevollen Herz mit, um der Natur mit Achtung zu begegnen. Und dem Bundeskanzler sowie allen Entscheidungsträgern wünschte er ein friedvolles Herz, damit sie unsere Freiheit, unseren Frieden und unsere Sicherheit erhalten. Dem Bundeskanzler? Ja, Friedrich Merz war unter den Gästen. In diesem Jahr erlebte die Almkirta tatsächlich hohen Besuch. Bundeskanzler Friedrich Merz, Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer sowie Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer waren vor Ort. Sie alle nahmen sich Zeit für Gespräche, mischten sich unter die Besucher und genossen den herrlichen Sommertag in der Valepp.

Geselligkeit

Im Forsthaus Valepp spielten ab Mittag die Rottacher Musikanten im Biergarten und es traten auch die Hirschbergler Trachtler auf. Gemeinsam mit meinen Freunden, die schon bei der Feldmesse mit dabei waren, verbrachten ich einen entspannten Nachmittag auf der Terrasse. Bei Blasmusik, Brotzeit und Getränken kam schnell eine gesellige Stimmung auf.

Mein Dank gilt Johannes Rabl, der mit viel Herzblut dafür sorgt, dass die Almkirta ihren stimmungsvollen Rahmen behält. Ein herzliches Dankeschön auch an Alois Winderl, der uns am Nachmittag wieder zurück an den Spitzingsee genommen hat.

 

Judith Musterfrau

Judith Weber

Heimatverliebt und reiselustig. Ich liebe Schliersee zu jeder Jahreszeit und bin immer auf der Suche nach neuen Blickwinkeln und Inspirationen. Mit einem Auge für das aktuelle Geschehen interessiere ich mich für alles, was in Schliersee los ist.

Mit einem Fuß im Ausland – zu Fuß vom Spitzingsee nach Österreich

Dass Wanderwege bei uns über die grüne Grenze nach Österreich führen, ist ganz normal. Jetzt, während der Corona-Pandemie, sind die Grenzen geschlossen. Natürlich darf man dann auch nicht einfachmal so nach Österreich wandern. Ich habe schon davon gehört, dass die Grenzpolizei sogar Wanderwege kontrolliert.

Aber hin zur Grenze zu wandern, ist erlaubt ‒ und dahin nehme ich dich heute mit.

 

 

Los geht es am Spitzingsee, dann an der Albert-Link-Hütte und dem Blecksteinhaus vorbei durch die Valepp. Wunderschön schlängelt sich der Bach durch das Gebirgstal. Nach etwa zwei Stunden erreichst du das Gasthaus Valepp (geschlossen). Dann folgst du der Beschilderung zur Erzherzog-Johann-Klause. Ich mache noch einen Abstecher zur katholischen Bergkapelle Maria Hilf von 1710. Pfarrlich gehört die Kapelle zum Gebiet der Pfarrei St. Josef in Neuhaus. Sie thront auf einem Felssporn über der Valepp. Weiter geht es in Richtung Österreich vorbei an der Ochsenalm. Die Alm liegt wunderschön inmitten der bunten Almwiesen. Ich durfte letztes Jahr den Regisseur des BR-Films „Die Sennerin“ kennenlernen. Der Film wurde auf der Ochsenalm gedreht, und ich finde ihn sehenswert.

 

Zu meinem Beitrag:
https://magazin.schliersee.de/tag/ochsenalm/

Direkt zum Film:
https://www.br.de/mediathek/video/bayern-erleben-09022020-die-sennerin-av:5dfb5c4f3d7366001a21d6a5

 

 

Von Schliersee zu Fuß nach Österreich

Von der Ochsenalm sind es noch etwa 30 Minuten bis zur österreichischen Grenze. Zuerst geht es über die Almwiesen und dann noch ein kleines Stück durch einen Wald. Normalerweise würde ich eher achtlos an dem Grenzstein vorbeilaufen. Jetzt ist es ein besonderer Moment für mich. Ich beschließe, hier einen Kaffee zu trinken – aus der Thermoskanne. Ich laufe ein paar Schritte nach Österreich, es fühlt sich seltsam an, aber besonders.

Auf dem gleichen Weg geht es wieder zurück nach Spitzingsee.

Mit einigen Pausen und genießerischen Momenten würde ich etwa sechs Stunden einrechnen.

Die Almwiesen der Valepp kurz vor dem Spitzingsee leuchten bei meiner Rückkehr golden im Abendlicht. Ein Traum.

 

 

 

 

[tourim-redakteur]