Gästeschießen bei der Königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft Schliersee

Klingt irgendwie theatralisch, ist aber eine Riesengaudi mit lauter netten, geselligen Menschen. Über Freunde von mir, die seit dem letzten Jahr Mitglieder beim FSG Schliersee sind, habe ich vom Gästeschießen erfahren. Auch die Gästeinformation Schliersee informiert unsere Touristen während der Sommerzeit über die Möglichkeit des Gästeschießens. So kam ich auf die Idee, einen Artikel darüber zu schreiben, und habe ein Interview mit Christian Sänger, dem 1. Schützenmeister und Vorstand der Königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft Schliersee, vereinbart.

Christian ist seit 25 Jahren beim Verein, welcher aktuell 170 Mitglieder verzeichnet. Seit zwei Jahren ist er 1. Schützenmeister und zeigt mir bereitwillig das Schützenhaus mit den verschiedenen Schießanlagen für Luftgewehr/Luftpistole (Gästeschießen), Kleinkaliber, Sportpistole, Großkaliber und Vorderlader. Das Gästeschießen gibt es seit 1960, wie mir ein Mitglied verrät. Um teilnehmen zu können, muss man mindestens zwölf Jahre alt sein. Es wird mit dem Luftgewehr geschossen. Eine erfahrene Standaufsicht zeigt einem, wie das Gewehr gehalten und geladen wird und achtet außerdem auf einen sicheren Ablauf. Für 5,00 Euro bekommt man 1 Probescheibe, 1 Ehrenscheibe, 1 Königsscheibe und 5 Ringscheiben, auf welche jeweils 3 x geschossen wird. Die Scheiben können bis auf die Königsscheibe nachgekauft werden. Ein Durchlauf dauert etwa 20-30 Min. Nachdem alle Gäste geschossen haben, werden die sogenannten Ringe gezählt und die Gewinner der Königsscheibe, Ehrenscheibe und der Ringscheiben ermittelt. In der gemütlichen, bewirtschafteten Stube treffen sich die Mitglieder und Gäste zum Ratschen, Brotzeitmachen und zur anschließenden Preisvergabe.

Christian besteht darauf, dass ich selbst auch am Gästeschießen teilnehmen soll, um möglichst authentisch darüber schreiben zu können. Also stehe ich am darauffolgenden Montag um 18:30 Uhr im Schützenhaus, gespannt und guter Laune. Mein Papa ist Jäger, und meine Schwester und ich haben bereits als Kinder mit dem Luftgewehr auf Gänseblümchen geschossen. Im Studium ging‘s ab und zu um ein Eis, und seither hatte ich kein Gewehr mehr in der Hand. Hier darf ich auflegen, und es geht um eine Distanz von zehn Metern. Vorsichtig lege ich die Patrone mit der flachen Seite nach vorne ein ‒ und nun kommt es darauf an: konzentrieren und das Ziel anvisieren und: NICHT zittern! Und dann abdrücken … und wieder nachladen …

Schießen ist eine hohe Anforderung an die Konzentration und auch an die Geduld. Es ist ein Sport, der sicherlich die Konzentrationsfähigkeit des Schützen fördert.

Ich hatte riesigen Spaß, und ich habe sogar den ersten Platz beim Ehrenschießen gemacht und ein wunderschönes, von der Kurverwaltung Schliersee gesponsertes Fotobuch erhalten. Außerdem kam ich stolz mit der Schützennadel und einer Urkunde nach Hause.

Die Schützen sind ein ganz besonderes, aufgeschlossenes Völkchen und haben mich vollständig in ihrer Runde aufgenommen. Hier entwickelt sich sehr schnell ein besonderes Zugehörigkeitsgefühl. Ich hatte die Möglichkeit, auch beim Kleinkaliber- und Großkaliberschießen zuzusehen und werde sicherlich den einen oder anderen Montag wieder mit dabei sein. Wer weiß, vielleicht werde ich sogar Mitglied … Empfehlen kann ich das Gästeschießen auf jeden Fall!

FSG Schliersee
Schießstättstraße 9
83727 Schliersee

Vertreten durch: Christian Sänger und Marinus Hinterseer

Telefon: 08026 4742
E-Mail: webmaster@fsg-schliersee.de
Internet: http://www.fsg-schliersee.de/

Termine zum Gästeschießen: 19. Juni bis 04. September 2017
Mindestalter: 12 Jahre
Kosten: 5,00 Euro

 

Zufahrt über den Dekan-Maier-Weg Richtung Talstation zur Schliersbergalm; kurz vorher geht es rechts in die Schießstättstraße, ein Schild am Eck weist den Weg.

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“
Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.