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Nordic Walking am Schliersee

Gehen mit Stöcken – klingt langweilig, ist es aber nicht. Seit über 40 Jahren betreiben Sportbegeisterte „Nordic Walking“. Erfunden haben diese Art des fitnessorientierten Gehens die Finnen – eine Nation, die auch im Skilanglauf immer wieder Spitzensportler hervorbringt. Am Schliersee gibt Gerd Müller, der auch als Trainer beim Deutschen Skiverband tätig ist, seit vielen Jahren regelmäßig Nordic-Walking-Kurse.

Obwohl es auf den ersten Blick einfach aussieht, empfiehlt sich auf jeden Fall ein Einführungskurs. Der Bewegungsablauf sollte nämlich stimmig sein, um einen gesundheitsfördernden Effekt zu erzielen. Hat man Nordic Walking einmal gelernt ‒ und das kann man in jedem Alter unabhängig von der persönlichen Fitness –, hat es einen positiven Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System, die Muskeln und Wirbelsäule, den Stoffwechsel, die Atmung und das psychische Wohlbefinden. Auch zum sanften Abnehmen eignet sich diese Sportart hervorragend.

Wie fast jeder Sport gibt es auch beim Nordic Walking verschiedene Techniken. Die „Soft-Technik“ eignet sich besonders für Anfänger und untrainierte Personen. Fortgeschrittene können sich im „Intervall Nordic Walking“, im „Hill Nordic Walking“ und im „Nordic Jumping“ versuchen. Alle drei Techniken erfordern eine gewisse Grundfitness und sind deutlich anstrengender als die Einsteigervariante.

Die Ausrüstung hat man schnell beisammen: Turn- oder Wanderschuhe mit festem Profil, wetterfeste Kleidung und passende Stöcke.

„Hier sollte man unbedingt auf Qualität achten“, empfiehlt Gerd Müller. Hochwertige Nordic-Walking-Stöcke sind in jedem Sportgeschäft erhältlich und kosten rund 60 Euro. Von billigen Discounter-Angeboten rät Müller ab: „Die taugen nichts und gehen zu schnell kaputt.“ Beachten sollte man die passende Stocklänge, denn sie ist ausschlaggebend für den Trainingserfolg. Hier gilt die Faustregel „Körpergröße mal 0,7“.

Doch für eine Schnupperstunde reicht es auch, sich im Sportgeschäft oder bei Kursleiter Gerd Müller Stöcke auszuleihen.

Nordic Walking kann man überall ausüben, es kostet keine Streckengebühren und ist zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter möglich.

Rund um den Schliersee gibt es zahlreiche einfache und anspruchsvolle Touren, die zudem noch wunderschöne Aussichten auf die Schlierseer Landschaft gewähren.

Nordic-Walking-Kurse:

Gerd Müller
c/o Tourist-Info Schliersee
Perfallstraße 14
83727 Schliersee

Tel.: 08026-60650

Leihausrüstung:

Sport Berauer
Rathausstraße 17
83727 Schliersee
Tel.: 08026-60690

 

 

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!

 

 

 

Fotosafari zur Burgruine Hohenwaldeck

Fotosafari zur Burgruine Hohenwaldeck in Schliersee –
eine Wanderung für Geschichtsbegeisterte, Naturliebhaber und ein Erlebniswanderpfad für Kinder

Der Schnee ist auf dieser Seite schon geschmolzen, die Wiese weitgehend trocken, es scheint die Sonne ‒ ein perfekter Tag für eine Wanderung zur Burgruine Hohenwaldeck. Die Ruine thront auf einem Felsvorsprung, der aus dem Wald hervorlugt. Sie befindet sich auf 986 m. ü. NHN, was für mich eine Überwindung von 209 Höhenmetern bedeutet. Das klingt zwar nicht nach viel, ist aber von Fischhausen aus ein relativ steiler Aufstieg, welcher hinter dem Parkplatz vom Schnapperwirt zunächst über eine Kuhweide führt und sich dann in Schlangenlinien, zum Teil über Felsstufen, durch den Wald windet.

Unterschiedlichste Mythen ranken sich um die ehemalige Burg Hohenwaldeck. Eine davon besagt, dass die Burg bereits gegen Ende des 4. Jahrhunderts in der Römerzeit erbaut worden ist. Andere Historiker bezeichnen sie als Fliehburg der Waldecker. Geschichtlich belegt ist, dass die Burg 1140 im Besitz des Chorherrenstifts Schliersee war, dessen Vögte die Grafen von Waldeck waren. Georg von Wallenberg war wahrscheinlich einer der letzten Bewohner der Burg, bevor sie 1480 durch einen gewaltigen Felssturz zerstört wurde. Im 16. Jahrhundert gelangte das Gemäuer dann in den Besitz der Herren von Maxlrain (frei nach dem Buch von Schliersee – 1200 Jahre Natur und Kultur im Schlierseer Winkel von M. Gasteiger sowie Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Hohenwaldeck).

Im Laufe der Jahrhunderte gab es einige Schatzsucher, wie es auch auf einer der vielen Tafeln entlang des Weges beschrieben ist: „Im Jahre 1841 wurde zu Hohen walld Egg Schatz gegraben schon im Frühjahr. Als ich ging hinauf den 29sten August sihe da, da lag ein Geldtrüchlein vor dem Loch heraust und aufgesprengt, und es war das ansehen und betrachten werth. Ob ein Geld noch drin war, weis man nicht, und wer es gethan hat kann man auch nicht sagen. Ich habe es selbst gesehen und noch 4 mit mir den 29sten August 1841.“ (Aus alten persönlichen Aufzeichnungen, Fremdenverkehrsverein Schliersee und Markt Schliersee – 2009)

Gefunden wurde bisher nachweislich tatsächlich nur ein einziger gotischer Dolch.

 

Während des Aufstiegs durch den lichtdurchfluteten Mischwald komme ich an den verschiedensten Tafeln vorbei, welche die Anatomie des Baumes und Baumarten wie die Bergulme und den Bergahorn sowie die einheimischen Tiere erläutern. Und natürlich kommt auch die Geschichte der Burg nicht zu kurz. Es ist sowohl für Erwachsene als auch für Kinder ein erlebnispädagogischer Lehrpfad. Wichtig sind trittfeste Wanderschuhe und natürlich ein wachsames Auge auf die Kinder, vor allem in der Ruine selbst. Diese ist nicht befestigt und lädt zum Klettern ein. Entlang des Weges zeugen mit Moos bewachsene Felsbrocken vom Felssturz 1480. Das mittelalterliche Gemäuer wurde im Laufe der Jahrhunderte von der Natur zurückerobert, und dicke Wurzeln durchziehen das Gestein. Es ist in naher Zukunft geplant, die Burgruine von den besitzergreifenden Bäumen zu befreien. Wer sie also noch in einem verwilderten, wildromantischen Zustand erleben möchte, sollte sich bald auf den Weg machen. Es gibt auch eine Liebesbuche, welche daran zu erkennen ist, dass die ältere Buche von einer jüngeren quasi umschlungen wird. Zahlreiche eingeritzte Herzen zeugen vom Aufstieg einer Vielzahl von Liebespärchen. Auf dem Feldvorsprung kurz nach der Ruine stehen ein Kreuz und mehrere Bänke. Von hier aus eröffnet sich einem ein atemberaubender Blick auf den See, den Ort Schliersee und die Bootshütten in Fischhausen. Der Ort lädt zum Verweilen bei einem kleinen Picknick ein.

Wer sich den steilen Aufstieg sparen möchte, beginnt die Wanderung in Schliersee und biegt am kleinen Bach kurz vor dem Strandbad nach links in die Straße „Unterleiten“ ab. Hier beginnt der Wanderweg „W6 Oberleiten/Ruine Hohenwaldeck/Fischhausen“, was ein schöner Rundweg ist.

Schnapperwirt
Neuhausersraße 4
83727 Schliersee
Telefon: 08026/6613
Mobil: 017639289850

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.