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Lillys Schneeschule – Teil 2

Nun ist es geschehen, trotz Warnung, ich bin wieder da – Eure immer superliebe Lilly!

Schneeschule – Teil 2 – Wahnsinn!

Ich muss mich zuerst mal bedanken für Euer reges Interesse an der Schneeschule – Teil 1 (hier der Link für Wiederholungsleser). Es hat wieder geschneit – jucheee! Und solange Herrchen mir die Schnauze nicht verbietet, habe ich auch wieder etwas zu sagen.

Schnee soll Spaß machen!

  1. Gott sei Dank hat’s im Schlierseer Winter meistens supergeilen Ein Genuss, wenn man Spuren nicht nur riechen, sondern oft sogar noch sehen kann. So richtig etwas zum Auspowern, Fetzen, Springen, Schnüffeln, Tauchen. Darf man überall machen, wo es andere nicht stört.
  2. Auf Loipen, die aufwendig von Menschen gespurt werden, geht es sich eh hundsmiserabel, und ewig kommen Langläufer vorbei, die nicht einmal gejagt werden dürfen. Geht lieber mit Euren Leuten in die Natur – wenn die Zweibeiner jammern, dass das zu anstrengend sei, empfehlt ihnen Schneeschuhe. Aber auch mit Schneeschuhen bitte nicht überall rumlaufen, besonders nicht da, wo Tiere gestört werden können, die das ganze Jahr im Freien leben und sich im Winter um ausreichend Futter kümmern müssen.
  3. Skipisten sind eintönig und gefährlich – da gibt’s bisweilen sogar genmanipulierten Schnee. Solange ihr des Liftfahrens und Skilaufens nicht mächtig seid, besser Pfoten weg.
  4. Feste Geschäfte bilden mit dem Schnee einen wunderbaren Kontrast, sodass sie für Herrchen und Frauchen wesentlich besser zu entdecken sind. Wie und wo und von wem das dann in Beutelchen zu entsorgen ist, da muss ich mich ja wohl nicht mehr einmischen, das habt Ihr im Griff, gell?
  5. Rotlicht, das die Krankenkasse nicht zahlt, Blaulicht, ohne ein Polizeihund zu sein? Für Spaziergänge, wenn das Licht schon wieder heimgegangen ist, hat der Hund von Welt Gadgets, um auf sich aufmerksam zu machen. Ja, nachts sind nicht nur die Katzen grau, sondern auch wir – mit funktionell schicker Illumination beugen wir Gefahren und Schrecksekunden vor.

Boah – ehrlich! Wenn ich das alles noch mal nachlese, da hat mein Besserwisser-Gen wieder voll zugeschlagen. Das wollte ich eigentlich gar nicht. Will nur, dass Ihr im Winter in Schliersee genauso viel Spaß haben könnt wie ich.

Also los, raus mit Euch! Genießt es, genießt es auch mit den Menschen, die Euch am Herzen liegen!

Herrlich! Wenn es diesen Schnee nicht gäbe, müsste man ihn glatt erfinden, auch wenn er süchtig macht …

 

Stets unglaublich 🙂

 

Eure Lilly

 

 

Karl Bergkemper Karl Bergkemper

Begeisterter Schlierseer, Musiker und Internet-Schraubenzieher. Der technisch orientierte "Beutebayer" der Redaktion - immer für Ideen zu haben, die Schliersee weiterbringen

 

 

Jahreswechsel 2017: So können Sie in Schliersee feiern!

  • Romantisch im Schnee in den Bergen: Auf der Oberen Firstalm

Großes Silvesterbuffet in 1375m Höhe in der urigen Oberen Firstalm.

Von 19-2Uhr – außer Schnaps sind alle Getränke und Sekt inklusive.

Live Musik von 19:30-01:30Uhr

125,- pro Person

Ein tolles Erlebnis, abseits des Trubels – abschließende Schlittenfahrt zum Spitzingsattel möglich.

So rutschen Sie durchs Winterwonderland ins Neue Jahr!

Um frühzeitige Reservierung wird gebeten, da nur eingeschränkte Plätze vorhanden sind.

Obere Firstalm

83727 Spitzingsee

08026 – 7302

www.firstalm.de

info@firstalm.de

 

 

  • Kulinarische Reise zum Jahreswechsel in Neuhaus: In Lehmanns Neuhauser Stuben

Genießen Sie den Jahreswechsel und feiern Sie in Lehmanns Neuhauser Stuben. Zum Jahreswechsel nehmen Sie Chris Lehmann und sein Team mit auf eine spannende kulinarische Reise mit vielen Stationen. Ein Sechs-Gang Silvester-Menü wartet auf Sie. Empfang um 19 Uhr

Unbedingt Reservieren! Kleidung: festlich/Tracht

Lehmanns Neuhauser Stuben

Silvestermenü 79,- €

Telefon: 08026 – 929 233 0

E-Mail: lehmanns@neuhauser-stuben.de

www.neuhauser-stuben.de/

 

 

  • Feiern direkt am See: Silvester im Schlierseer Hof

“Back to the 70´s” – Live Musik der 70er Jahre bis heute. Genießen Sie einen Abend wie schon lange nicht mehr – im Panorama-Restaurant mit Blick auf den See! Live-Musik mit Band, Empfangscocktail, großes Gala-Buffet mit kulinarischen Spezialitäten aus der internationalen Küche und Europa. Feuerwerk am See, Mitternachtsimbiss und Tombola

ab 19.00 Uhr Cocktailempfang

Um Reservierung und Abendgarderobe wird gebeten.

Seehotel Schlierseer Hof

Seestrasse 21
83727 Schliersee

08026 – 92 92 00
info@schlierseerhof.de

www.schlierseerhof.de

 

 

  • Ganz ungezwungen im Herzen Schliersees: Im Schlieseer Ratskeller

Zu Silvester erwartet Sie ein zwangloses und familiäres Ambiente mit einem Welcome Drink aus der Winterzauberhütte. Es erwartet Sie eine Silvester-Speisekarte mit besonderen Schmankerl à la Carte und einem schönen Feuerwerk um Mitternacht. Dazu ein frisch gezapftes Augustiner Bier.
Um rechtzeitige Reservierung wird gebeten.

Ratskeller Schliersee

Rathausstr. 1a

83727 Schliersee

08026 – 9205800

office@ratskeller-schliersee.de

www.ratskeller-schliersee.de

 

 

  • Für Individualisten direkt am See: Im Kurpark

Gemütlich zuhause? Fondue mit der Familie? Raclette mit Freunden? Wie jedes Jahr „Dinner For One“ schauen? Sie wollen danach ohne Reservierung und ganz ungezwungen in einer bunten Runde Silvester feiern?

Im Kurpark wird an Silvester die Nacht zum Tag gemacht. Mit Musik, kulinarischen Schmankerln, guter Laune und einem Feuerwerk begrüßt Schliersee das neue Jahr.

Ab 21 Uhr im Kurpark am Schliersee.

www.schlierseer-weihnachtszauber.de/wintersonnwend-und-silvesterfeier-auf-der-seefestwiese/

 

 

 

Mein Tipp für den Tag davor und danach!

 

  • Am 30.12.2017 – Wintersonnwendfeier auf der Seefestwiese

Wir feiern die Wintersonnwende mit Live Band und leckeren Schmankerln – natürlich wird auch ein großes Feuer entzündet.

Am 30.12.2017 ab 14 Uhr auf der Seefestwiese

 

  • Am 01.01.2018 – Lehmanns Schnitzelessen in den Neuhauser Stuben

Nach dem Jahreswechsel findet dieses Jahr zum zweiten Mal das großes Neujahrs-Schnitzelessen statt! Am 01. Januar 2018 können Sie aus sechs leckeren Schnitzel-Variationen wählen und in gemütlicher Atmosphäre ins neue Jahr starten!

 

 

 

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Lillys Schneeschule – Teil 1

Servus, Ihr Lieben – ich bin’s mal wieder, Eure extrem artige Lilly!

Nun ist es wieder so weit: Überall liegt dieses weiße Zeugs rum. Schmeckt wie Wasser, wie ganz kaltes Wasser, wo man auch noch reinbeißen kann. Herrchen meint: Das ist Schnee!

Egal, wie es nun heißt, leise fallen schöne dicke, weiße Flocken auf die Erde, es wird ganz still, und Hunde und Kinder bekommen große Augen. Herrchen meint, ich bin nicht wiederzuerkennen, wenn Schnee liegt, ich würde mich ausgesprochen „durchgedreht“ verhalten. Das ist überhaupt nicht wahr! *hihi*

Nur weil ich total auf taub schalte, meine gute Erziehung komplett vergesse, übermütig Schneeflocken fange, gelegentlich koste, wie dieser Schnee denn schmeckt … ja, was erwartet der denn, schließlich bin ich ein junger Hüpfer!

Ein junger Hüpfer – allerdings mit Erfahrung. Naseweis, meint Herrchen. Egal. Ich muss Euch unbedingt ein paar Dinge über diesen Schnee erzählen, damit auch Ihr gut durch den Winter kommt:

  1. Ihr kennt ja sicher diesen uralten Witz über gelben Schnee, gell? Dass man den nicht essen soll, steht auf einem ganz anderen Blatt. Aber, liebe Freunde, unabhängig von der Farbe, solltet Ihr Schnee nicht für Nahrung halten! Ich habe zwar einen Stahlmagen, wo alles reingeht, sogar Menschenfutter, aber Schneefressen kann zu Durchfall bis zu schmerzhaften Magen-Darm-Erkrankungen und zu Mandelentzündung führen (zu Risiken und Nebenwirkungen fragt bitte Euren Tierarzt).
  2. Pediküre! Die Zweibeiner in meinem Rudel müssen dafür in ein Nagelstudio, wobei sie eh andauernd ihre Pfotenschoner tragen – „Memmen“ darf ich aber nicht mehr sagen. Ich persönlich mag dieses weiche, coole Pfoten-Feeling, wenn der Schnee weich ist, und den Grip meiner Krallen selbst bei eisigen Verhältnissen. Schlimm ist es allerdings, wenn die Menschen anfangen, den Schnee zu würzen. Ja, Ihr habt richtig gehört – sie würzen den Schnee, kippen da Salz drauf! Ich weiß nicht, ob sie ihn dann irgendwann essen, jedenfalls hab ich das noch nicht gesehen. Und wie wir gelernt haben, wird wahrscheinlich auch gewürzter Schnee zu Durchfall führen können. Also, liebe Freunde, Pfoten weg von gewürztem Schnee!
    Und wenn Euer Rudel Euch nicht um diesen gewürzten Schnee herumführen kann, dann lasst sie bitte nach jedem Spaziergang Eure Pfoten mit lauwarmem Wasser abwaschen. Das erspart Euch auch Probleme im Verdauungstrakt nach Ablecken von Salz.
  3. Haare auf den Zähnen, von denen Herrchen Geschichten zu erzählen weiß, unterscheiden sich offensichtlich von Haaren zwischen den Zehen, die ich habe. Im Schnee können sich da Eisklumpen bilden! Das ist voll sch… echt! Ihr verliert dadurch total Speed und Grip, Euer sonst betörender Laufstil wird stümperhaft, und zudem tut’s mit der Zeit auch weh. Ich habe schon viele von Euch gesehen, die deswegen das Pfotenkauen anfangen, nur um dem Eis und dem damit verbundenen Unbill den Garaus zu machen. Das muss nicht sein, wenn die Zweibeiner in Eurem Rudel die Haare zwischen Euren Zehen gekürzt haben – das kitzelt zwar ein wenig, macht aber eine schlanke Pfote und optimiert Eure Laufeleganz.
  4. Rissige, raue Ballen, die ja schon mal vorkommen können (Stichwort Salz), pflegt der Hund mit Stil und Weitsicht mit Vaseline, Hirschtalg, Melkfett oder Olivenöl. Aber bitte vor dem Spaziergang, weil sich durch das Fett weniger Schnee, Eis oder Salz zwischen die Zehen setzen können und wir das Zeugs nicht unter Gefährdung unseres Wohlbefindens abschlecken oder in der Wohnung verteilen müssen.
  5. Kommen wir zu meinem Lieblingsthema: Fressen!
    Bei Kälte braucht der Lilly-Organismus mehr Energie als üblich, um den Temperaturhaushalt aufrechtzuerhalten. Nun hab ich ein ziemlich dickes Fell, aber es gibt ja auch Kollegen aus „wärmeren“ Gegenden, denen man, wenn sie arg frieren, sogar mit einem Mäntelchen helfen kann. Das ist okay, wenn’s um die Funktion und nicht um die Mode geht – Kostümierungen finde ich eher lächerlich. Aber in Bezug auf Fressen (nicht zu verwechseln mit Appetit), da darf man meine Tagesration ruhig ein wenig erhöhen, damit ich nicht zum frierenden Klappergestell degradiere. Fett füttern ist aber auch keine Lösung – der Hund von Welt achtet also besser auch darauf, dass die Waage im Normalbereich

Das soll mal reichen für heut. Ich hab aber noch mehr dazu zu sagen … *droh*. Also freut Euch auf Lillys Schneeschule – Teil 2 – demnächst in diesem Magazin.

 

Eure brave Lilly 🙂

 

 

Karl Bergkemper Karl Bergkemper

Begeisterter Schlierseer, Musiker und Internet-Schraubenzieher. Der technisch orientierte "Beutebayer" der Redaktion - immer für Ideen zu haben, die Schliersee weiterbringen

 

 

 

Spitzingsee – Schneespaß mit Schneeschuhen. Ausleihen und los!

Ausleihen und los?

Das Ausleihen beim Intersport Berauer in Schliersee geht schnell und unkompliziert. Wir fahren rauf zum Spitzingsee, denn da liegt ja wirklich schon Schnee. Die Sonne scheint, und es ist sogar etwas frühlingshaft – und das im November. Das moderne Verschlusssystem der Schneeschuhe macht es uns einfach. Schnell sind sie „angezogen“. Langsam tapsen wir los, und es macht Spaß. Mit Stöcken ausgerüstet, werden wir ganz schnell sicherer. Die Schneeschuhe bieten die Möglichkeit, bei jeder Schneeart und Dicke durch die Landschaft zu wandern und die Natur zu bestaunen. Wenn man längere Touren plant, sollte man unbedingt auf die richtige Ausrüstung und auch genügend Verpflegung im Rucksack achten. Wasserfeste Winterwanderschuhe und Stöcke würde ich immer empfehlen. Denn mit nassen Füßen macht das sicher keinen Spaß.

Aber darf man jetzt eigentlich einfach loslaufen?

Der DAV hat hierzu speziell für das Spitzingsee-Rotwand-Gebiet die BroschüreNaturverträglich Skitouren- und Schneeschuhgehen – im Spitzingsee-Rotwand-Gebiet mit Karten und Zeichnungen herausgebracht. Bitte informieren Sie sich, wenn Sie Ihre Tour planen.

Natürlich auf Tour – sensible Bereiche meiden

Sensible Bereiche sind im Rahmen des Projekts „Skibergsteigen umweltfreundlich“ als „Wald-Wild-Schongebiete“ ausgewiesen worden – und auch im Kartenausschnitt in diesem Faltblatt gekennzeichnet. Doch nur dann, wenn die Empfehlungen akzeptiert werden, lässt sich das bewährte Prinzip der Freiwilligkeit im Spitzingsee-Rotwand-Gebiet auch in Zukunft beibehalten!

(Auszug aus der Broschüre des DAV)

Für alle Touren gilt: Sie bewegen sich im ungesicherten alpinen Gelände auf eigenes Risiko. Auf alpine Gefahren, insbesondere Lawinengefahr, müssen Sie selbst achten. Eine Haftung wird nicht übernommen.

Wir hatten einen traumhaften Tag im Schnee – unbedingt ausprobieren, es ist eine tolle Art, durch die Schneelandschaft zu wandern. Als Belohnung gab es für uns nach dem Sport noch einen Cappuccino samt Kuchen im Café Kameter am See.

 

 

Intersport Berauer
Rathausstraße 17
83727 Schliersee

+49802660690

berauer.schliersee@intersport.de

Öffnungszeiten:

Mo.-Fr.:

09:00-12:30 Uhr
14:00-18:30 Uhr

Sa.:

09:00-14:00 Uhr

Preis Verleih Schneeschuhe: Je nach Modell zwischen 10 und 15 Euro pro Tag

Reservierung nicht erforderlich

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee

 

 

 

Winterfreude – Impressionen vom Spitzingsee

Es ist Ende November, und der erste Schnee beginnt zu fallen. Am frühen Vormittag glitzert der Reif auf den Rohrkolben im Schilf und auf den Spielgeräten für die Kinder. Der See ist bereits zu einem großen Teil von einer dünnen Eisschicht bedeckt, und auf dem offenen Wasser spiegeln sich die verschneiten Berggipfel. Durch die Eisoberfläche lassen sich Seerosenblätter erkennen … Und aus den Schornsteinen der Almhütten sieht man Rauch aufsteigen.

Am späten Nachmittag ist die Sonne bereits hinter den Bergen verschwunden, und leichter Schneefall sowie erste Nebelfelder tauchen die Landschaft in ein bläuliches Licht. Die Stimmung am See mutet mystisch und verträumt an.

Lassen Sie sich mitreißen von den Bildern und zu einem Spaziergang verführen.

Im Anschluss lässt es sich wunderbar in einer der Hütten und Gasthöfe einkehren.

Wer rodeln will, sollte zur Unteren Firstalm oder zur Oberen Firstalm wandern. Beide Almen sind ganzjährig geöffnet. Einen Wahnsinns-Kaiserschmarrn bekommen Sie auf der Albert-Link-Hütte, und die Alte Wurzhütte ist urgemütlich, und Sie werden dort mit allerlei Köstlichkeiten verwöhnt. Damit habe ich nur einen kleinen Teil der vielfältigen Einkehrmöglichkeiten erwähnt. Machen Sie sich einfach selbst ein Bild …

 

Obere Firstalm 1
83727 Spitzingsee
Tel.: +49 8026 7302

Berggasthof Untere Firstalm
Kratzerweg
83727 Schliersee
Tel.: +49 8026 7676

Alte Wurzhütte
Roßkopfweg 1
83727 Spitzingsee
Tel.: +49 8026 6068 0

Albert-Link-Hütte
Valepperstraße
83727 Schliersee
Ute Werner & Uwe Gruber
Tel.: +49 8026 71264

Ab 25.12.2017 wieder geöffnet!

 

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Start der Rodelsaison auf der Oberen Firstalm

Es ist wieder so weit: Die Rodelsaison hat begonnen!

Der erste Schnee am Spitzing lockt, und ich entscheide mich für eine Wanderung zur Oberen Firstalm. Warm eingepackt, fahre ich zum Spitzingsattel, um dort mein Auto zu parken und von da aus zur Oberen Firstalm zu laufen. Der Weg ist schneebedeckt, und auch die Bäume tragen schon eine leichte Last. Kaum unterwegs, kommen mir schon die ersten Rodler entgegen. Auch ein paar wenige Skifahrer nutzen die verschneite Bergstraße, und ich mache ihnen lieber den Weg frei. Die Straße windet sich durch den Wald nach oben, und wenn ich stehen bleibe und lausche, höre ich: NICHTS! Der Schnee dämpft alle Geräusche, mich umgibt vollkommene Ruhe. Befreit atme ich die herrliche kalte Bergluft ein und freue mich über ein paar Stunden Auszeit. Hin und wieder überholen mich andere Bergwanderer auf dem Weg nach oben. Ein Rodler jodelt um die Kurven, um rechtzeitig auf sich aufmerksam zu machen. Noch ein kurzes Stück geradeaus, dann ein letzter Anstieg – und schon sehe ich die Obere Firstalm vor mir liegen. Der „Almhund“ begrüßt mich schwanzwedelnd, und jetzt freue ich mich erst mal auf einen großen Teller heiße Gulaschsuppe in der gemütlichen Wirtsstube …

Statt den Weg zurückzulaufen, entscheide ich mich, einen Rodel zu mieten, und wage mich an meine erste Schlittenfahrt in diesem Winter. Es fühlt sich einfach gut an … Der Rodel lässt sich gut lenken. Die Steigung ist optimal, um nicht zu schnell, aber trotzdem mit ordentlich Wumms den Berg runterzufahren. Fast hätte ich geschrieben, zu fliegen … Rodeln ist eben doch nicht nur etwas für Kinder. Tatsächlich sehe ich an diesem Nachmittag nur Erwachsene, die mit ihren Schlitten unterwegs sind. Viel zu schnell bin ich wieder unten am Spitzingsattel angekommen. Hier darf ich den Schlitten einfach stehenlassen.

 

 

Mein Tipp: Nehmen Sie sich ein paar Stunden Zeit. Packen Sie sich dick ein und vergessen Sie Ihren Fotoapparat nicht. Von der Terrasse der Oberen Firstalm gibt es einen tollen Ausblick auf die Brecherspitz und die Untere Firstalm. Im weißen Schnee sieht man bereits die ersten Spuren der Skifahrer. Nehmen Sie einen Schlitten mit, oder leihen Sie sich einen aus. Es macht einen Heidenspaß, den Weg runterzurodeln und erinnert den einen oder anderen Erwachsenen sicherlich an eine unbeschwerte Kindheit.

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Paradies für Bergliebhaber – dem Himmel so nah! Eine Fotosafari …

Anfang Mai, Sonnenschein, blauer Himmel und ein paar Stunden Zeit …

Ich mache mich auf den Weg in die Berge, genauer gesagt auf den Taubenstein im Mangfallgebirge (Höhe 1.692 m). Kurz vor Spitzingsee biege ich links auf den Parkplatz an der Taubensteinbahn ab. Es ist mitten in der Woche und kaum ein Mensch unterwegs. Ich bin völlig allein in der Gondel und nutze die Fahrt, um meine Kamera vorzubereiten und die spektakuläre Aussicht zu bestaunen. Oben angekommen, finde ich mich im tiefsten Winter wieder und bereue es, keine Schneeschuhe mitgenommen zu haben.

Es ist einfach wunderschön! Ein perfekter Fernblick in die „blauen“ Berge rundherum und strahlend weißer Schnee, welcher das Licht der Sonne reflektiert und ein funkelndes Leuchten auf die frische Schneeoberfläche zaubert.

Hinter zwei Touristen aus München mache ich mich auf den Weg zum Gipfel. Gar kein leichtes Unterfangen, weil wir immer wieder bis zur Hüfte im Schnee versinken. So weit es geht, nutzen wir die Spuren unserer „Vorgänger“ …

Das nette Paar mit seinen zwei Hunden kehrt nach ein paar Höhenmetern wieder um, da sie den anstrengenden Abstieg fürchten. Ich laufe noch ein paar Kehren weiter und werde mit einem atemberaubenden Blick auf den Wendelstein und schließlich auch auf die steilen Felsen des Taubenstein belohnt. Weiter steige ich nun auch nicht mehr hinauf, da meine Ausrüstung hierfür nicht ausreichend ist. In den Bergen ist es unbedingt notwendig, keine unnötigen Risiken einzugehen und sich nicht zu überschätzen!

Wieder an der Bergstation angekommen, mache ich es mir in der Sonne gemütlich und gönne mir einen heißen Lumumba im Taubensteinstüberl. Es sind auch einige Tourenskifahrer da, die zu einer Almhütte abfahren. Und auch ein Mountainbiker macht sich auf den Weg bergab …

Wer die Bergwelt liebt und sich am Ausblick berauschen kann … und wer die Stille und Ruhe sucht, der ist hier genau richtig!

 

Alpenbahnen Spitzingsee GmbH
Spitzingseestraße 12
83727 Schliersee-Spitzingsee
Tel. +49 8026 9292230
info@alpenbahnen-spitzingsee.de

http://www.alpenbahnen-spitzingsee.de/sommer/sommer/

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

April, April, der weiß nicht, was er will…

… bald lacht der Himmel klar und rein,
Bald schaun die Wolken düster drein…
O weh! O weh!
Nun kommt er gar mit Schnee!
Und schneit mir in den Blütenbaum,
In all den Frühlingswiegentraum…
Heut Frost und gestern Hitze,
Heut Reif und morgen Blitze;
Das sind so seine Witze.
O weh! O weh!
Nun kommt er gar mit Schnee!“

 

(Kurzfassung nach Heinrich Seidel)

 

April, April, der macht was er so will, ist wohl eine der bekanntesten Bauernregeln.

Auch hier am Schliersee hat uns der Schnee nach ein paar sehr warmen Tagen mal wieder „besucht“, oder vielmehr „heimgesucht“. Aber ganz so unerwartet kommt er gar nicht. Wir befinden uns immerhin 777 m. ü. NN. (Höhe über dem Meeresspiegel). Wer hier daheim ist, weiß genau, dass er vor den Eisheiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia keine empfindlichen Frühlingspflanzen setzt. Und diese Wetterheiligen kommen erst im Mai (11. bis 15.05.2017).

Trotzdem ist es natürlich vor allem für den ein oder anderen Urlauber erstmal ein Schreck, wenn er einen Frühlingsurlaub geplant hat und sich auf einmal im Winter wiederfindet. Nichtsdestotrotz hat diese Jahreszeit auch ihre schönen Seiten. Der verschneite April mit den schon helleren Abendstunden lässt die Berglandschaft nochmal in einem ganz anderen Licht erscheinen. Wer einen Sinn für diese fast unwirklich wirkende, traumhafte Schneelandschaft entwickeln kann, findet sich in einem „April-Frühlings-Winter-Wonderland“ wieder.

Mein Tipp: nutzen Sie die Zeit, um die schönen Seiten zu entdecken. Machen Sie dick eingemummelt einen Spaziergang am Schliersee, hoch zur St. Georgskapelle auf dem Weinberg, oder rund um den Spitzingsee. Auch ein Besuch im Markus Wasmeier Freilichtmuseum in Neuhaus ist empfehlenswert. Noch sind dort nicht so viele Besucher und Sie haben die Möglichkeit, das altbayerische Dorf sehr idyllisch und ruhig kennenzulernen und die Stille auf sich wirken zu lassen.

„Die Kunst zu Leben besteht momentan darin, zu lernen, im Schnee zu tanzen, anstatt auf die Sonne zu warten…“ Aber diese lässt sich immer mal wieder blicken.

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Fotoausflug mit Hunden in die Valepp

Trübes Wetter, sechs Grad Temperatur ‒ was kann man da unternehmen? Vielleicht in die Vitaltherme oder in ein Museum?

Als Hundeherrchen stellt sich die Frage nicht, natürlich geht es raus in die Natur, meinezwei Labradore wollen sich bewegen! Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung …

Wir fahren hinauf zum Spitzingsee und wollen uns von dort in die Valepp begeben. Meine Kamera ist sowieso immer dabei, damit ich, wenn sich ein schönes Motiv zeigt, nicht vor der Situation stehe: Hätte ich nur meine Kamera dabei!

Postkartenfotos werde ich heute wohl eher nicht hinbekommen; wolkenverhangene Berge und eine weitgehend graue Landschaft nach dem Winter sind da nicht die besten Voraussetzungen ‒ Zeit, ins Detail zu gehen. Bei genauem Hinsehen entdeckt man, wie die ersten Blütenstände vom Pestwurz aus der Erde kommen, das Gras streckt seine grünen Sprösslinge durch die verdorrten Überreste vom Vorjahr und vieles mehr.

Mit den Hunden habe ich ohnehin immer ein lebendiges Motiv dabei, und wenn die Natur nicht viele Farben zu bieten hat, dann mache ich eben grafisch interessante Schwarzweiß-Aufnahmen.

Meine Ausrüstung besteht heute aus der Canon EOS 5D Mark III und dem 50 mm 1,4 Normalobjektiv, also kein Zoom, kein Weitwinkel, kein Tele, einfach nur der Blickwinkel, der sich ungefähr unserem Auge bietet. Diese Reduktion auf das Wesentliche hat seinen eigenen fotografischen Reiz ‒ ich bin gezwungen, mir über den geeigneten Bildausschnitt mehr Gedanken zu machen und mich auch mal zu Fuß in die richtige Position zu begeben.

Die Ausrüstung spielt aber eigentlich gar keine so große Rolle, auch mit einfachen Kameras und mittlerweile sogar mit dem Handy lassen sich schöne Fotos machen. Wenn man den Blick auch mal von den plakativen Motiven weglenkt und sich genauer umsieht, kommen spannende Aufnahmen heraus, egal bei welchem Wetter.

Ich habe heute vorwiegend mit geöffneter Blende 1,4 bis 2,8 fotografiert. Man erhält so nur einen kleinen Bereich des Bildes, der wirklich scharf ist, lenkt aber den Blick auf das Wesentliche.

Wir begeben uns vom Parkplatz am Spitzingsee auf den Fußweg Richtung Valepp. Den Hunden ist das Wetter egal, es gibt viel zu schnuppern und zu erkunden. 200 Meter, nachdem wir an der Klausenhütte links abgebogen sind, öffnet sich vor den Augen die Valepp mit ihren Almen ‒ immer wieder ein imposanter Blick! Heute sieht man die Berge halt nicht so gut, wir verharren immer wieder und suchen nach Motiven im Kleinen. Das ist übrigens gelebte Entschleunigung, ich glaube, den meisten Wanderern entgeht so manches liebenswerte Detail, wenn sie nur schnell von A nach B hetzen.

Arnie und PeeWee, so heißen meine beiden Foxred-Labradore, entdecken die allerletzten Schneefelder und jagen durch den Firn ‒ Hunde lieben Schnee einfach! (Uns Menschen ist es langsam ganz recht, wenn der Winter vorbei ist.)

Wir biegen direkt da, wo die Abfahrt vom Roßkopf den Berg herunterkommt, links ab und folgen dem kleinen Bachlauf. In kleinen Kaskaden fließt er Richtung Valepp, vereinzelt sind da auch Gumpen zu finden. Die Hunde stürzen sich in die Fluten, ich warte lieber noch sechs bis acht Wochen, bis die Temperatur nicht mehr ganz so arktisch ist.

Die kleinen Wasserfälle lichte ich in zwei verschiedenen Belichtungszeiten ab, einmal ganz kurz mit 1/1000 sec. einmal lang mit ¼ sec. Mit der kurzen Belichtungszeit friere ich die Bewegung des Wassers ein, mit der langen entsteht ein milchiger Fluss ‒ da muss jeder selbst entscheiden, was ihm besser gefällt.

Normal bräuchte ich für die lange Belichtungszeit ein Stativ, moderne Kameras haben allerdings Bildstabilisatoren eingebaut, sodass man es bei ruhiger Hand noch einigermaßen hinbekommt. Sehen tut man es allerdings, unweigerlich wackelt man immer etwas, auch mit ruhigen Chirurgenhänden.

Eine alte Holzbrücke kreuzt unseren Weg, der Zahn der Zeit hat seine Geschichten in das Holz geschrieben ‒ schon wieder tolle Ansichten und etwas Zeit zum Verweilen.

Es lohnt sich auch, sich die über die Valepp verteilten Almhütten genauer anzusehen, hier entdeckt man so manches interessante „alpenländische“ Motiv.

Über die Wiesen geht es zur Albert-Link-Hütte. Wer mag, kann sich hier von der anstrengenden Fotografiererei erholen und sich stärken. Über die Teerstraße geht es dann wieder hinauf zum Spitzingsee, den wir nach zehn leichten Minuten bergauf wieder erreichen. Ich denke, ich habe einige ganz spannende Bilder im Kasten!

Es lohnt sich, nicht nur die Szenen abzulichten, die schon Tausende vor einem in mehr oder minder guter Qualität fotografiert haben, sondern gerade an Tagen mit Schmuddelwetter kann man, auch durch die weniger ausgeprägten Lichtkontraste, sein fotografisches Auge schulen.

Es lohnt sich übrigens genauso, die Fotos nicht in Rekordzeit durchzuklicken, sondern auch hier etwas zu verweilen und zu schauen 🙂

Zur Wanderung: Entfernung 3-4 km, leichtes Gelände, festes Schuhwerk empfehlenswert

Dauer: je nachdem, bei wie vielen Motiven man stehen bleibt, 45 Min. bis 1 ½ Stunden

Man kann den Weg an der Valepp auch bis zum Blecksteinhaus weitergehen und dann auf dem Rückweg auf den Wiesen am Fluss neben der Teerstraße nach weiteren Motiven Ausschau halten; die Route beträgt dann 5-6 km

 

 

Jens Pohl Jens Pohl

Jens Pohl ist selbstständiger Tierarzt in der Kleintierpraxis Hausham. In seiner Freizeit ist er viel mit seinen beiden Foxred-Labradoren PeeWee und Arnie in der heimischen Natur unterwegs, die Kamera ist immer dabei. Er ist Mitglied im Tennisclub Schliersee, im Fischereiverein Schliersee und in der Skizunft Neuhaus. Viele seiner Bilder sind auf seinem Blog SEHSTÄRKE bei Facebook zu sehen.

 

 

 

Walter Alkofer – fast 5 Jahrzehnte Einsatz für die Lawinenkommission Schliersee

Oft hatte ich zuvor seinen Namen gehört oder gelesen, heute darf ich ihn endlich persönlich kennenlernen: Walter Alkofer, der 74-jährige Schlierseer, sitzt neben mir am Tisch und erzählt von seinem erlebnisreichen Leben und seiner langjährigen Tätigkeit als ehrenamtlicher Leiter der Lawinenkommission Schliersee. Walter Alkofer erklärt mir zunächst die Aufgaben der Lawinenkommission. Sie sei ein ortskundiges und besonders bergerfahrenes Expertenteam, welches den jeweiligen bayerischen Gemeinden und Landratsämtern in Bezug auf Sicherung der lokalen Verkehrswege vor Lawinenabgängen beratend zur Seite steht und ggf. Sperrungen von Straßen und sonstigen öffentlichen Verkehrswegen empfiehlt. Hört sich sehr interessant an.

Als gebürtiger Niederbayer kommt er als junger Polizeibeamter in den Landkreis Miesbach und wird wenig später „Sachbearbeiter und Beauftragter für gebietsbezogene Bergunfälle“. Als Ehemann und Vater von drei Söhnen und mit erheblich eingeschränkter Freizeit für seine Bergleidenschaft wirkt er 23 Jahre als Verkehrserzieher für Kinder und Jugendliche im Landkreis. Nicht selten untersucht er – oftmals sogar in seiner Freizeit ‒ Schulwege auf ihre Verkehrssicherheit, gibt den Kommunen Empfehlungen zur Verbesserung derselben und veranstaltet auch entsprechende Fortbildungen für Erwachsene.

Bei einem Motorradausflug zum Spitzingsee kommt er im August 1969 nach dem Absturz eines jungen Bergwanderers an der Brecherspitz durch Zufall als Erster zum Unfallopfer. Spontan, ohne angemessenes Schuhwerk und sonstige Bergausrüstung leistet er im sehr steilen Absturzgelände des Brechspitzkars erste Hilfe und benachrichtigt umgehend die Schlierseer Bergwacht, die wenig später nur noch eine Totenbergung durchführen kann. Die Schlierseer Bergretter überreden Walter, Mitglied in ihrer Bergwachtbereitschaft zu werden. Ein Jahr später gehört er zur Lawinenkommission Schliersee, die bereits 1966, also drei Jahre zuvor, gegründet wurde ‒ sicherlich als Folge der furchtbaren Lawinenkatastrophe im Mai 1965 am Schneefernerhaus unterhalb der Zugspitze, bei der damals zehn Menschen starben und 21 unter meterhohen Schneemassen schwer verletzt wurden. Im Jahr 1967 wird in München der Lawinenwarndienst Bayern gegründet, der bis zum heutigen Tag während der Wintersaison täglich sehr detaillierte Informationen über die aktuelle Lawinensituation veröffentlicht (http://www.lawinenwarndienst-bayern.de).

Walter Alkofer wirkt jetzt etwas nachdenklich; er erzählt mir von Problemen, die verordnete Straßensperrungen aufgrund akuter Lawinengefahr nach sich ziehen. Im Besonderen sind hier die Sperrungen der Spitzingstraße zu erwähnen. Auf die Menschen und speziell die Gastronomie des Schlierseer Ortsteils Spitzingsee stießen sie damals auf gar kein oder nur sehr wenig Verständnis. So muss Alkofer nicht selten auch vor seiner Ernennung zum Obmann der Lawinenkommission Schliersee ‒ quasi vertretend für andere ‒ gegenüber der Marktgemeinde diese ziemlich unbeliebte Empfehlung aussprechen, die ihm oft viel Kritik, Ablehnung oder gar Anfeindungen einbringt. Alkofer: „Straßensperrungen sind bis zum heutigen Tag sehr unpopulär und daher problematisch.“ Anfang der 1980er-Jahre kommt endlich die angeforderte stabile Schrankensicherung zur Spitzingstraße, die erhebliche Proteste der Anwohner im Ortsteil Spitzingsee nach sich zieht.

Während der vielen Jahre als Obmann der Kommission wird die Sicherung der Verkehrswege kontinuierlich verbessert. Mittlerweile verfügt die Straße hinauf zum Spitzingsee über mehrere Sprengvorrichtungen, die als die modernsten Lawinensprenganlagen Bayerns gelten. In manchen speziellen Veröffentlichungen werden sie sogar als die fortschrittlichsten Europas bezeichnet, sodass lawinenbedingte Sperrungen dieser Straße in aller Regel der Vergangenheit angehören. Neben der regelmäßigen Beobachtung der Schnee- und Wettersituation, neben Geländebegehungen, dem Graben von Schneeprofilen zur Überprüfung des Schneedeckenaufbaus und sonstigen notwendigen Arbeiten draußen gibt Walter Alkofer auch Lawinenkurse in Theorie und Praxis. Sein Arbeitsgebiet ist ziemlich groß: Neben der erwähnten Spitzingstraße liegen neben weiteren Verkehrswegen wie z. B. der Trautweinweg hinauf zur Oberen Firstalm und auch die Straße entlang der Valepp bis zur Gemeindegrenze Rottach-Egern sowie das gesamte Schlierseer Pistengebiet einschließlich Roßkopf und Grünseeabfahrt in der Zuständigkeit der Lawinenkommission Schliersee.

Seine langjährigen Erfahrungen in den Bereichen „Lawinenschutz und Schutzwaldsanierungsmaßnahmen“ vermittelt er gelegentlich auch an Geografiestudenten für ihre bevorstehenden Studienabschlüsse. Fast ein wenig stolz erklärt er, dass die Münchner Zentrale des Lawinenwarndienstes für Versuche und Tests von innovativen Verbesserungen ihn bzw. seine winterlichen Schlierseer Berge bevorzugt. Auch für die Gäste-Information Schliersee ist er einige Jahre bis zum Herbst 2010 als Wanderführer im Einsatz.

Mit etwas Wehmut beobachtet er gegenwärtig nicht nur den extremen Skitourenboom und die Entwicklung des winterlichen Tourengehens allgemein, sondern auch das Verhalten der dazugehörigen Protagonisten. „Mir scheint, als sei der notwendige Respekt vor den Gefahren der winterlichen Natur den Menschen ein wenig verloren gegangen. Sie schalten Pulsuhr und GPS ein, danach den Ohrhörer ihres Handys, und dann geht‘s schnellstmöglich in Richtung Gipfel.“ Alkofer weiter: „Auch in unserer dreizehnköpfigen Lawinenkommission Schliersee wird es allmählich etwas schwieriger. Nur noch wenige haben bei dieser ehrenamtlichen Tätigkeit genügend Zeit und auch die Fitness, regelmäßig zum Check ins Gelände zu gehen. Eigentlich ist dieses Ehrenamt nur für rüstige Rentner/Pensionäre oder Angestellte/Beamte des öffentlichen Dienstes geeignet.“

Kurz vor Weihnachten, im Dezember 2011, erhält Walter Alkofer als Leiter der Lawinenkommission Schliersee im Innenministerium der Bayerischen Staatskanzlei das „Bundesverdienstkreuz am Bande“ – eine besondere Auszeichnung des Bundespräsidenten. Ich denke, der Schlierseer Walter Alkofer hat sich diese großartige Auszeichnung ganz besonders verdient!

 

Eckehard Radehose Eckehard Radehose

Eckehard Radehose In Schliersee zuhause, extrem berg- und reisesüchtig seit seinem 6. Lebensjahr. Dipl. Kartograph, Journalist und langjähriger Trekking- und Expeditionsleiter mit Vorliebe für besonders hohe Gipfelziele. An die 2.500 Gipfelbesteigungen weltweit und weit über 1.000 Skitouren. Mein bevorzugter Ort: Gipfel der Baumgartenschneid bei Sonnenuntergang mit einem Glas Rotwein.