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Barfuß durch Schliersee

Juchuuuu, da bin ich 🙂 . Wie? Ihr kennt mich nicht? Okay, dann mal ganz langsam und von vorn:

Ich bin die Lilly, habe vier Pfoten, immer Appetit, meine Rasse ist „reinrassiger Rüpel“, Leergewicht 19 kg, 49 cm Schulterhöhe. Und ich habe es mir angetan, auf zwei Menschen aufzupassen, die ohne mich ganz sicher nicht zurechtkämen – Herrchen und Frauchen!

Was ich hier im Schliersee-Magazin suche? – Nun ja, als Hundedame von Welt muss man sich ja für irgendetwas engagieren, und außerdem ist’s immer gut, wenn man sich selbst ein paar Leckerli verdient, falls die „Bedienung“ sich mal wieder weigert, die Kühlschranktür zu öffnen.

Aber erst mal muss ich euch etwas total Supertolles erzählen: „Ich habe ein neues Halsband!“ *YEAH*

Ich finde es schick, es drückt nicht, ist atmungsaktiv, wasserabweisend, knalliballi-rot, und es steht mir gut, oder? Es hat unten ein Papperl dran, was entfernt an einen Knochen erinnert, den man allerdings bedauerlicherweise nicht essen kann – viel zu hart! Da ist mein Name eingraviert: „Lilly“, und die Telefonnummer von Herrchen, falls er sich einmal verläuft (glaub ich), damit er selbstständig daheim anrufen kann. Und das Tollste ist – na? Ja klar, unten hat’s einen Metallring dran – rostfrei!

Den brauche ich unbedingt, weil … jetzt seid ihr dran! Wofür mag dieser Ring sein?

Jawoll! Da kann Herrchen sich mit der Leine, mit der er so gern rumläuft, einklinken. Dann fällt es mir leichter, auf ihn aufzupassen. Er scheint mir nämlich ziemlich behindert zu sein – er riecht so gut wie nichts, ein Weichei ohne Fell, er kann nicht mal barfuß gehen, ohne zu jammern, besonders schnell ist er auch nicht, und last but not least ‒ er kann sich nicht mal mit der Hinterpfote am Ohr kratzen! Beim Laufen benutzt er die Vorderpfoten nicht, und er trinkt komische, widerwärtige Sachen.

Na egal, man kann sich sein Herrchen nicht aussuchen. Aber wo er nun schon mal da ist, nehme ich ihn halt zum Gassi- und Spazierengehen mit. Und da, wo viel Verkehr ist, wo ne Menge anderer Menschen und Hunde rumlaufen, wo Miezekatzen ihm unbeaufsichtigt gefährlich werden könnten, wo er sich im Wald verlaufen könnte, weil er den Rückweg nicht riecht, ist es mir sicherer, wenn er an der Leine hängt.

Klar bin ich ein wenig gehandicapt dadurch, aber auch verantwortungsvoll und unendlich stolz, neben ihm herzutraben, und ich habe ihn inzwischen so weit, dass er auf den Verkehr achtet und die Fußgängerampel für mich drückt. Herrchen ist übrigens auch ganz praktisch für die kleinen Snacks zwischendurch. *hihi*.

Neulich war ich mit ihm im Rathaus – wollte wissen, ob es so etwas wie einen Menschen-Führerschein gibt und worauf ich bei Herrchen besonders achten sollte. Und siehe da – es gibt bei uns in Schliersee ganz genau dafür eine Verordnung für freies Umherlaufen von Hundebesitzern oder so.

Könnt ihr hier nachlesen, falls es euch interessiert. Jede Menge Amtsdeutsch, das versteht kein Hund. Also fasse ich das Wichtigste mal zusammen:

  1. Es gibt in Schliersee Bereiche, die in einem Plan rot eingezeichnet sind, wo man aufpassen muss. Schade, dass ich diese Bereiche nicht riechen kann, aber Menschen scheint der Geruch nicht wichtig, also wird Herrchen sich merken müssen, wo genau diese Bereiche sind – das sollte er schaffen!
  2. Es gibt große Hunde, kleine Hunde, Hunde mit Maulkorb (finde ich für mich affig!), Blindenführhunde, Polizeihunde, Rettungshunde, Zollhunde, Jagdhunde, Hütehunde, Wachhunde usw. Alle in vielen möglichen Rassen.
  3. Eigentlich können alle diese Hunde mit ihren Halsbändern tun und lassen, was sie wollen (nicht zu verwechseln mit Geschäften aus dem Po), bis auf – ja, bis auf die großen Große Hunde, ja, was ist das denn? Okay – zum Mitschreiben: Große Hunde sind Hunde mit einer Schulterhöhe von mindestens 50 cm. Also etwas größer, als ich das bin!
  4. Jetzt kommt‘s: Große Hunde – wir wiederholen: ab 50 cm – müssen ihr Herrchen oder Frauchen oder wen auch immer in den markierten Bereichen an einer reißfesten Leine führen. Einfach, gell, wenn man’s weiß?!
  5. Auch solltet ihr darauf achten, dass – und das gilt für alle Hunde-Menschen-Gespanne – in öffentlichen Anlagen, Garten- und Parkanlagen, Kinderspielplätzen und Freibadeplätzen euer Mensch nicht unangeleint rumläuft.
  6. Lest oder fühlt mit Knigge: Die meisten Restaurants, Geschäfte etc. haben Probleme mit freilaufenden Menschen in Hundebegleitung – dafür habe ich Verständnis und nehme ihn artig an die Leine.
  7. Auf Wiesen und Weiden wohnen Kühe – geht da nicht hin, wenn es nicht unbedingt sein muss – man geht nicht einfach in fremder Leut‘s Wohnungen! Und – auch wenn ihr die Wohnungsbesitzer nicht leiden könnt, bitte stubenrein bleiben! Achtet darauf, dass Herrchen und Frauchen nicht unbetütet – ja unbeTÜTEt – mit euch unterwegs sind, und, wenn das Malheur nun mal passiert, dass sie eure wohlriechende „Essensrückgabe“ eintüten und dann nicht achtlos einfach wegwerfen, sondern sachgemäß entsorgen. Wie und wo das geht, wo ihr baden könnt und vieles mehr, das schreib ich euch bald mal auf – so lange seid ihr noch auf eure Intuition und gesunden Hundeverstand angewiesen. *kicher*.
  8. Manche Menschen, alleinlaufend oder auch unter Aufsicht, fürchten sich vor beaufsichtigten Herrchen und Frauchen. Auch das löst der Hund von Welt mit seinem Menschen am besten, indem er seinen Schutzbefohlenen einklinken lässt.

Boah, das war ja jetzt eine Menge, aber einfach zu merken.

Ein Hund mit Niveau nimmt Rücksicht und ist lieber einmal mehr vorsichtig als einmal zu wenig!

Manche Leute halte mich ja für altklug, dabei bin ich nur naseweis, und es ist mir halt sozialethisch nicht egal, was um mich herum passiert und wie man die Welt, nun ja, wie man Schliersee ein wenig besser machen könnte – schließlich zahlt man als Hund ja auch Steuern.

So – das g‘langt mal für heute – bleibt mir gewogen – kommt bald wieder, wenn es wieder heißt:
Lilly weiß nicht nur alles, sie weiß sogar alles besser. *hihi*

So – ich glaub, Herrchen muss jetzt raus – ich hoffe, er begreift‘s …

Viele freundliche Wuffs
Eure Lilly

 

 

Karl Bergkemper Karl Bergkemper

Begeisterter Schlierseer, Musiker und Internet-Schraubenzieher. Der technisch orientierte "Beutebayer" der Redaktion - immer für Ideen zu haben, die Schliersee weiterbringen

 

 

 

Der Taubenstein – ein Bergwandererlebnis für Naturverbundene und Familien

Es ist mal wieder so weit: Der Berg ruft!

„Aufi zu die schwarzen Wolken ziagt‘s mi halt mit
aller G‘walt, i kim scho Berg i kim.
Secht‘s sa‘s denn net liabe Leit,
i muass am Berg und des no heit.“

Wolfgang Ambros

Das Mangfallgebirge ist ein perfektes Wandergebiet für Familien, da die Besteigung im Vergleich mit anderen Gebirgen gemäßigt ist. Trotzdem ist natürlich auch hier Vorsicht angebracht sowie auf gutes Schuhwerk (Bergstiefel!) und ausreichend Flüssigkeit zu achten. Wichtig ist in den Bergen immer eine gute Trittsicherheit. Wer es ruhig angehen möchte, kann mit der Taubensteinbahn in kleinen 4er-Gondeln bis zur Bergstation auf 1.613 m Höhe fahren und spart sich so ca. 550 Höhenmeter. Von hier aus kann man ins Rotwandgebiet wandern und mit etwas Glück auch Gämsen und sogar Murmeltiere sehen. Die Mitnahme eines Fernglases kann ich nur empfehlen.

Zwei kurze felsige Aufstiege müssen bewältigt werden, und dann ist es eine relativ einfache Wanderung bis zum Rotwandhaus. In den Sommermonaten kann man vom Wegesrand aus die eine oder andere wilde Orchidee entdecken. Es wird aus Sicherheits- und Naturschutzgründen dringend empfohlen, die Wege nicht zu verlassen. Sämtliche seltene Pflanzen wachsen genauso in der Nähe der Pfade und können von hier aus bewundert werden.

Von der Bergstation aus kann man selbstverständlich auch in die andere Richtung, z. B. zur Jägerkamp (1.746 m), oder zur Aiplspitz wandern. Auch der Abstieg zur Oberen Maxlraineralm ist empfehlenswert. Hier kann man gut einkehren, übernachten ‒ und es gibt sogar einen Pool.

Auf den Almwiesen leben während der Sommermonate bis in den frühen Herbst hinein unsere Kühe. Rund um den Taubenstein kann man unterschiedliche Rassen beobachten. Es gibt Herden, die aus ausgewachsenen Kühen und Bullen bestehen, aber auch Kälber genießen die Bergluft und das frische Gras. Kühe sind i. d. R. friedliebende Tiere, aber sie sind auch neugierig, ganz besonders die Kälber. So passiert es, dass das eine oder andere Kalb den Wanderern sehr nahe kommt. Und dann ist Vorsicht angesagt, weil die Mütter ihrem Instinkt entsprechend ihre Kälber beschützen und verteidigen. Daher mein Rat: Halten Sie ausreichend Abstand zu den Herden und Einzeltieren (20-50 m). Bleiben Sie wenn möglich auf den Wanderwegen. Erschrecken und füttern Sie die Tiere nicht. Hunde müssen angeleint bleiben! Außer bei einem Angriff, da sollte der Hund von der Leine gelassen werden. Versuchen Sie nicht, ihn zu schützen, er ist schneller als die Kuh. Wenn man diese einfachen Regeln beherzigt, dann steht einem friedlichen Miteinander auf der Weide eigentlich nichts mehr im Wege.

In diesem Sinne: Erhören Sie den Ruf des Berges und nutzen Sie die wärmere Jahreszeit für eine erlebnisreiche Wanderung mit der ganzen Familie rund um den Taubenstein.

 

 

Anfahrt:
Mit der Bahn: Von München fährt man mit der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) nach Fischhausen-Neuhaus. Von dort geht es mit dem Bus bis zur Talstation der Taubensteinbahn weiter.
Mit dem Auto: Von München aus nimmt man die Autobahn A8 Richtung Salzburg bis zur Ausfahrt Weyarn. Über Thalham, Miesbach, Hausham, Schliersee und Neuhaus in Richtung Bayrischzell fahren. Etwa 1 km hinter Neuhaus rechts die ausgeschilderte Straße hoch zum Spitzingsee abzweigen und bis zur Talstation Taubenstein kurz vor der Ortschaft „Spitzingsee“ fahren. An der Taubensteinbahn befindet sich ein Parkplatz, der für Seilbahnnutzer kostenfrei ist (Abgabe der Parkscheinquittung an der Kasse!).

 

 

Alpenbahnen Spitzingsee GmbH

Spitzingseestraße 12
83727 Schliersee-Spitzingsee
Tel. +49 8026 9292230
info@alpenbahnen-spitzingsee.de

http://www.alpenbahnen-spitzingsee.de/sommer/sommer/

 

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.